Kompass - Was führt mich her?!

  • hallo Kompass

    sry das ich mich jetzt erst melde. die woche war etwas turbulent.

    Moin Eternal,

    wow, danke für Deine persönliche Geschichte und die darin enthaltene radikale Ehrlichkeit. Meinen aufrichtigen Respekt, dass Du Dir Deinen Weg so erkämpft hast!

    danke:)

    Darf ich dich fragen: Findest Du eine Balance in der Abgrenzung auf der einen und dem verbundenen Kontakt zu anderen außerhalb der Familie?

    Nun begleitet mich die Notwendigkeit mich zum Selbstschutz abzugrenzen erst sei eher kurzer Zeit (2,75 bis 1 Jahr). Ich merke dadurch eine abnehmende Toleranz auch in anderen Beziehungen war - oder, anders formuliert: ich bemerke erstmalig, wie oft meine Grenzen überschritten werden und ich es wegtoleriere (was nicht bedeutet, dass ich alles mit mir machen lasse, das Problem hatte ich nie).

    Ich habe den Eindruck, im Moment drücke ich jeden von mir weg, der auch nur dein Eindruck erweckt, etwas von mir zu erwarten. ...

    Verstehst Du, was ich meine?

    ich hoffe das ich das richtig einordne. ja ich habe eine balance zwischen beidem gefunden mit der ich auch gut leben kann, ohne das es mich zurückwirft. ich weis aber nicht ob sich das eins zu eins umlegen lässt da ich im spectrum bin(ASS).

    ich habe angefangen das ganze einzuteilen in (1)kindheit/jugendalter,(2)meine zeit wo ich ich gesoffen hab und (3)dem hier und jetzt.wie ich schon schrieb, kann ich die vergangenheit nicht ändern so aufwühlend sie auch gewesen sein mag. für mich sind die ersten beiden abgeschlossene kapitel. ich habe es akzeptiert was geschehen ist, dass hat auch nichts mit kampf zu tun. den kampf impliziert, dass ich energie auf etwas verwende was ich nicht ändern oder gewinnen kann und ist somit unnütz für mich. stetig zu versuchen einen spagat zu machen mit der vergangenheit und dem hier und jetzt ist auf dauer nicht zielführend, da man sich nicht auf sich fokusiert sondern auf die verursacher und dem vergangenen. früher hab ich diesen zustand nur zu gern angenommen um mein trinken zu rechtfertigen(selbstbetrug). ich habe mich regelrecht in selbstmitleid gesuhlt und war unsagbar wütend, bis hin zum selbsthass. mit dem trocken werden sind diese gedanken nicht auf einmal verschwunden, sondern sie verblassen mit der zeit und verlieren an intensität. was ich damit sagen will, wir entwickeln uns weiter. der eine braucht dazu eine therapie, der andere macht es mit sich aus. soll heissen, man muss in bewegung bleiben, denn stillstand belässt dich in der vergangenheit. es ist wie beim alki, der erst mit der absoluten akzeptanz seines zustands, den nächsten schritt macht. was damit einher geht ist auch vergebung und das meine ich ganz sicher nicht religiös, sondern das sich selbst vergeben und den verursachern, im einklang mit sich selbst.um es mal mit anderen worten zu sagen, sinngemäß (zitat) "um glücklich zu sein gibt es 2 wege verändere die situation oder verändere deine haltung dazu".

    was dich betrifft so bist du momentan vielleicht auf der such nach balance aus dem vergangenen und dem heute und wo du vielleicht morgen sein möchtest und wo dein platz bei all dem ist und dafür brauch es halt manchmal ruhe und zeit. ich persönlich sehe es als unproblematisch, mich temporär von menschen zu distanzieren die nichts mit meinem problem zu tun haben. freunde werden es verstehen, der rest... naja geschenkt. wie schon gesagt die menschen gehen unterschiedlich mit ihren problemen um und du bist an dem punkt dich selbst zu finden oder besser deine mitte.es hilft auch nicht weiter aus allem ein problem zu machen. du hast es schon richtig beschrieben, toleranz aber nur solang die grenze nicht überschritten wird. das alles ist ein prozess der viel zeit in anspruch nimmt und manchmal gibt auch rückschläge. aber das alles sollte dich nicht davon abhalten, weiter deinen weg zu gehen und auch wenn das bedeutet das du ab und an menschen von dir wegschiebst. dann ist das so, denn anderen laufen auch nicht in deinen schuhen. schau auf dich selbst und sei dein bester freund denn nur du kannst diesen inneren knoten lösen. selbst bei einer therapie bist und bleibst du der hauptprotagonist, der sich mit sich selbst auseinander setzt. wie schon gesagt das sind so meine gedanken dazu und kein leitfaden wie bewältige ich meine vergangenheit und meine inneren dämonen. ich wünsche dir weiterhin viel erfolg und glück auf deinem weg, behalte deinen kurs bei... godspeed

    man liest sich;)

    gruss

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

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