Wie soll das enden?

  • Liebe Deva,

    Deine Mutter trinkt, weil sie abhängig ist. Sie kann damit erst aufhören, wenn sie es selber will. Diese Entscheidung kannst Du, so bitter es ist, leider nicht für sie treffen. Wir Alkoholiker finden, wenn wir nass sind, immer Gründe, um zu trinken, und wenn wir die Schuld auch noch jemand anderem zuweisen können, fühlen wir uns gleich besser, dann drückt das schlummernde schlechte Gewissen nicht so...

    Meine Mutter hörte erst auf zu trinken, als die Ärztin sagte, sie hat nur noch maximal ein halbes Jahr zu leben, wenn sie so weitermacht. Mein Vater verreckte mit 38 daran.

    Die Hilfloskeit, nichts machen zu können, tut weh, aber mach Dir klar, dass nur Deine Mutter entscheiden kann, ob sie mit dem Trinken aufhören will. Du musst dabei auch nicht zugucken, das nützt keinem von Euch beiden etwas. Tu lieber etwas für Dich, bevor Dein Verantwortungsgefühl Dich auffrisst.

    Alles Liebe, Meni

  • Hallo Deva!

    Mein Vater war Alkoholiker (ist verstorben) und meine Mutter solange wie ich denken kann depressiv.

    Wir Kinder haben in unseren jungen Jahren gelernt für unsere Eltern Verantwortung zu übernehmen. Wir mußten ganz schnell selbständig und erwachsen werden, um zu überleben, so daß man sich manchmal die Frage gestellt hat, wer hier eigentlich Mutter/Vater ist und wer das Kind.

    In der Transaktionsanalyse spricht man vom eigenen Skript. Das hat mir gut geholfen, weil ich aus der Computerwelt komme und Skripte kenne. Also dieses Skript ist wie eine Art Programmierung in uns, die Botschaften enthält die wir so im Laufe der Zeit bekommen haben. Wenn Eltern sich so verhalten, was vermitteln sie den da ihren Kindern. Meine Botschaft lautete: der Alkohol und meine Depression ist mir wichtiger als du. Du mußt für mich die erwachsene sein. Du bist stärker als ich.
    Skripte/Programmierungen können verändert werden. So daß man wieder ein Gleichgewicht erhält. Jetzt sind wir erwachsen. Damals als wir klein waren konnten wir nicht gehen, jetzt schon.

    Laß Deine Mutter gehen. Akzeptiere ihr Entscheidung zum Leben bzw. wie sie leben möchte. Übernehme nicht mehr die Verantwortung für sie . Laß sie gehen aber liebevoll, so wie eine Mutter ihr Kind irgendwann gehen lassen muß und trotzdem liebt.

    Ich bin jetzt selbst Alkoholkrank und sehe jetzt bei meiner Tochter das sich das zur nächsten Generation fortsetzt. Mein Entschluß steht fest, alles dafür zu tun um das zu unterbrechen. Das daß was ich gelernt habe nicht weiter zu geben und für mich Verantwortung übernehme da wo sie hingehört.

    Alkoholiker sind Egoisten. Angehörige verlieren schnell dabei ihren eigenen gesunden Egoismus. Der Egoismus nicht nur zu überleben sondern zu leben.

    LG und ein schöen Abend

    Über Transaktionsanalyse gibt es Bücher eins davon heißt: Du bist ok, ich bin ok.
    Analysiert werden die Ich Zustände: Eltern-Ich, Erwachsenen- Ich, Kindheits-Ich
    Ist eine Therapieform

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

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