Warum zweifelt man ständig, ob man das Richtige tut?

  • Hallo!

    Wenn ich mich hier im Forum so durchlese, dann frage ich mich manchmal, ob ich nicht überreagiere.

    Ja, mein Freund trinkt viel Alkohol, aber seit wir jetzt ein paar Mal gesprochen haben deutlich weniger und wenn dann nur noch ein oder zwei Bierchen. Ich habe bislang auch keine Probleme gehabt, dass er mich schlecht behandelt hätte, wenn er getrunken hat. Habe auch noch nie mitgekriegt, dass er soviel getrunken hat, dass es auch für mich gefährlich werden könnte.

    Jetzt komme ich total ins Zweifeln, ob denn meine Forderung, ganz mit dem Alkohol aufzuhören, nicht übertrieben ist. Vielleicht mache ich mich ja nur selber verrückt und die Sache dadurch erst richtig schlimm?

    Sorry, aber wenn ich hier lese, was für „wirkliche“ Probleme ihr mit euren Angehörigen habt, finde ich meine verschwindend gering und nahe der Einbildung... Und trotzdem bleibt die Angst, dass es schlimmer werden könnte, wenn ich ihn so weiter machen lasse. Schließlich will ich ja auch nicht warten, bis was Schlimmes passiert ehe ich handle.

    Ich bin momentan so dermaßen durcheinander, dass ich nicht mehr weiß, was ich von der ganzen Situation halten soll…

    Stefka

  • Hallo Esgehtanders und Elki,

    danke für die Tips. Ich habe mir auch überlegt, es einfach mal zu beobachten, wie es denn jetzt weitergeht. Es mir selber aufzuschreiben, wieviel er trinkt, finde ich dabei allerdings ziemlich schwierig, denn das kann ich ja gar nicht immer mitkriegen. Die einzige Möglichkeit für mich ist dann, immer zu kontrollieren, was ich an leeren Flaschen finde...

    Auf jeden Fall will ich jetzt nicht noch nen riesen Stress machen, vielleicht klappt es ja und es war die letzte haarscharfe Kurve vor dem Desaster. Und wenn nicht, werde ich das durch meine Aufmerksamkeit hoffentlich schnell genug mitkriegen, um dann noch das meinige zu tun...

    Drückt mir mal die Daumen, dass alles gut geht...

    Danke nochmal und euch alles Gute

    Stefka

  • Hallo Stefka,
    ich denke sobald sich jemand Sorgen und Gedanken über die Alkoholmenge des Partners macht, liegt ein Problem vor! Er muss ja nicht gleich abhängig sein - evtl. alkoholgefährdet. Aber einbilden tust du dir die Sachen mit Sicherheit nicht! Das ist auf jeden Fall meine Meinung!

  • hallo stefka,

    guck mal, was du in deinem ersten beitrag hier geschrieben hast:

    Zitat

    doch vor zwei Wochen sind wir zusammengezogen und als ich nach einer Woche dann gesehen habe, dass zwei leere Rumflaschen irgendwo in einem Schrank standen, gingen die Alarmglocken an. Das war nämlich der Teil, den ich nicht gesehen habe. Die paar Bierchen und Weine habe ich ja mitgekriegt, aber das auch noch???

    Ich habe dann direkt mit ihm gesprochen und gesagt, dass ich mir ernsthaft Sorgen darüber mache. Er sagte, er habe das jetzt gehört und verstanden. Okay, dann mal sehen, was daraus wird... Weihnachten habe ich dann festgestellt, dass direkt morgens schon Brandy getrunken wurde.

    wenn ich das so lese habe ich wenig zweifel, dass dein freund ein ernstes problem mit alkohol hat. rechne mal nach: zwei wochen zusammenleben = zwei leere rumflaschen, da ich mal annehme, dass er nicht mit leergut umgezogen ist. dazu noch die paar bierchen, die du aufzählst: bei mir würden die alarmglocken aber lautstark schrillen.

    du bist aber jetzt - knapp drei wochen später - schon wieder so weit, nur weil er sich momentan scheinbar zusammennnimmt:

    Zitat

    Jetzt komme ich total ins Zweifeln, ob denn meine Forderung, ganz mit dem Alkohol aufzuhören, nicht übertrieben ist. Vielleicht mache ich mich ja nur selber verrückt und die Sache dadurch erst richtig schlimm?

    weisst, das spielchen und diese gedanken hab ich bei meinem partner auch gehabt, ein dreiviertel jahr lang. er hat mich auch nicht geschlagen, mit sachen geworfen, auf der parkbank geschlafen - was imer du dir unter einem "schlimmen" alkoholiker vorstellen magst. tatsache war aber, dass er nicht mit alkohol umgehen konnte. natürlich gab es immer wieder phasen, wo es mir schien, als habe er einen "normalen" umgang, eben die von dir genannten zwei bierchen. da hab ich dann auch wieder gehofft und gedacht, vielleicht bilde ich mir das nur ein, ist ja vielleicht doch nicht so schlimm, vielleicht übertreibe ich ja doch nur.

    und dass man "die sache" durch reden erst recht schlimm macht ist quatsch. entweder ist er alkoholiker, dann trinkt er sowieso. oder er ist es nicht, dann dürfte er auch kein problem haben es zu lassen, wenn es dir sorgen macht. natürlich ist es bei uns "schlimm" geworden dadurch, dass ich meinen partner immer wieder darauf angesprochen hab und ihm damit sicher auch gewaltig auf die nerven gegangen bin. schlimm in dem sinne, dass es häufiger krach gegeben hat. getrunken hätte er sowieso.

    ich kann dir nur raten, dich auf den bauchgefühl zu verlassen und wirklich kritisch zu beobachten. aber nichts schönreden um des lieben friedens willen. ich persönlich glaube nach deinen schilderungen, dass dein freund ein alkoholproblem hat.

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Stefka,

    Schwer zu sagen, ob Dein Freund bereits abhängig ist oder nur gefährdet oder nix von beiden. Da hilft nur, sein Verhalten zu beobachten und versuchen, zu checken, wieviel er so trinkt. Aber auch die getrunkene Menge kann nur ein Hinweis sein, sie ist nicht ausschlaggebend, ob jemand Alkoholiker ist.

    Außerdem sehe ich bei Dir schon leichtes CO-Verhalten, Du redest Dir schon ein bischen selber ein, das es ja vielleicht nicht so schlimm ist, er ist ja nicht böse zu Dir. Und hast Angst, ihn darauf anzusprechen, ist das so? Es könnte dadurch schlimmer werden. Hmmm, wenn er ein Alkie ist, wird es sowieso schlimmer, von daher wäre der Zeitpunkt des Schlimerwerdens eigentlich egal.

    Ich würde ihn noch ne Zeitlang aufmerksam beobachten und falls sich Dein Verdacht bestätigt, ihn darauf in einer ruhigen Minute ansprechen. Wie Du das am besten machtst, da können wir dann drüber sprechen.
    Wenn er sehr beleidigt und heftig reagiert, und sich dann erstmal die Kante gibt, würde es auf Alkoholabhängigkeit hinweisen, das tun nämlich dann fast alle Alkoholiker. Sie suchen oft direkt nach Streit, um endlich wieder einen "Grund" zum Saufen zu haben.

    Es gibt noch mehrere typische Verhaltensweisen von Alkoholikern, denn so unterschiedlich sind wir da nicht. Am besten wäre, ihn mal in dieser Hinsicht zu beobachten und hier davon berichten, das würdes es erleichtern, es besser beurteilen zu können.

    Wir können Dir allerdings nicht mit 100% Sicherheit sagen, ob Dein Freund ein Alkoholiker ist, das weiß nur der Betroffene selber. Der will es aber sehr lange selber nicht sehen. Das ist eines der Probleme.

    Eine sehr einfache Möglichkeit wäre auch, ihn einfach zu bitten, die nächsten 2-3 Wochen mal völlig auf Alk zu verzichten und zu sehen, ob er dazu bereit ist und das dann auch durchhält. Das kannja nicht zuviel verlangt sein, oder ? Jeder, der kein Problem mit Alk hat, wird sagen : Okay, mach ich. Abhängige werden aber Ausreden finden, warum man doch wieder getrunken hat oder warum man nicht mal eine Zeit drauf verzichten möchte.

    LG
    Lilly

  • Hallo Lavendel und Lilly12!

    Vielen Dank für eure Beiträge. Bislang hat Reden die Sache noch nicht schlimmer gemacht. Anfang der Woche hatten wir bis tief in die Nacht ein Gespräch, indem mein Freund auch zugegeben hat, ein Problem mit dem Alkohol zu haben. Mein Problem dabei ist jedoch: sieht er das wirklich als Problem an oder ist sein Problem, dass ich damit ein Problem habe?

    Es kam nämlich so, dass ich mal wieder nicht schlafen konnte und ständig über den Sch... Alkohol grübeln musste. Als er dann später ins Bett kam, ist er auch schnell eingeschlafen und ich bin später aufgestanden und hab mich in mein Zimmer verzogen und mir zur Beruhigung erstmal nette Musik angmacht konnte aber nicht aufhören zu heulen und fühlte mich einfach nur besch... Es hat einige Zeit gedauert, dann kam er an, drückte mir einen Zettel in die Hand und sagte: Das ist das Problem. Er hatte eine Liste mit "guten" und "schlechten" Dingen von sich aufgestellt, wobei zweitere Hälfte wesentlich länger war und an erster Stelle "Alkohol" stehen hatte. Auf meine Frage hin, was denn sein größtes Problem sei, meinte er, dass das ja alles Probleme sein aber der Alkohol wohl unschlagbar Nr. 1 ist. Er wüsste, dass wenn er daran nichts ändern würde, würde er mich verlieren. Das konnte ich nur bestätigen.

    Aber ich will nicht, dass er das für uns tut, sondern für sich. Und da bin ich noch kräftig am zweifeln. Er weiß, dass er trinkt, um nicht über seine Probleme nachdenken zu müssen, um zu vergessen, dass er sich nicht mag... Dabei ist er wirklich ein super netter Mensch. Ich hab schon eine Horrorbeziehung mit Psychoterror und anschließender Scheidung hinter mir (und ich bin erst 29). Und wenn ich eins sagen kann, dann ist das der bisher netteste, rücksichtsvollste und verständnisvollste Mann, den ich bisher getroffen habe. Wenn er das nur für sich selber auch entdecken könnte...

    Als ich dann in dem Gespräch sagte, dass ich kein Alkohol im Haus haben wollte, war er erstmal stumm und wusste nicht, was er sagen sollte. Also hab ich ihn gefragt, ob er ein Problem damit hätte, dass kein Alk da wäre oder dass ich das bestimmen würde. Er meinte zweiteres, denn er ist ein Mensch, der es nicht abkann, wenn ihm jemand Vorschriften macht. Das ist wie so oft ein altes Familienproblem, was ihm zeigt, dass jemand anders über ihm stehen würde...

    In gewisser Weise trifft das bestimmt auch zu, trotzdem hat er mit Sicherheit auch mit dem anderen ein Problem. Ich habe ihn dann um erstmal zwei Gefallen gebeten: Die Woche keinen Alkohol zu trinken, damit er klare Gedanken fassen kann und sich im Internet mal über Alkoholismus schlau machen, sich ein Forum suchen und sich dort die Geschichten von Alkoholabhängigen und deren Angehörigen durchzulesen. (Ich habe nicht dieses Forum empfohlen, denn er ist Engländer und spricht noch nicht gut genug Deutsch. Das macht auch die Diskussion um das Thema nicht wirklich leichter. Mein Englisch ist zwar ganz gut, aber ich hätte schon in Deutsch Probleme, meine Gefühle und Gedanken in die richtigen Worte zu fassen und muss dass jetzt auch noch in einer Fremdsprache tun).

    Und gestern abend war bei uns Einweihungsfeier. Klar, dass da wieder ne Menge gebechert wurde, ich habe mich aber nicht darum gekümmert, möglichst genau mitzukriegen, was er alles getrunken hat. Die Wahrheit wird diese Woche wieder raus kommen, denn es stehen jetzt wieder so viele Weinflaschen hier, die wir als Geschenke bekommen haben. Da werde ich schauen, wie er sich verhält und wieviel er trinken wird.

    Jedenfalls hat er die Gespräche noch nie dafür benutzt, einen Grund zum saufen zu haben. Sie haben es eher eingeschränkt und reduziert. Aber wer weiß, wie lange noch. Aber ganz ehrlich gesagt: Er war auch die Woche mit einem Kumpel in der Kneipe um die Ecke, wenn er sich auch nicht hat zulaufen lassen. Manchmal wünsche ich mir, dass er nicht so viele Leute kennen würde,, für die es halt normal ist, immer mal wieder ein paar Bierchen zu kippen. Die mögen vielleich auch kein Problem damit haben...

    Ich überlege jetzt hier in der Gegend zu den Angehörigentreffen der AA zu gehen und zu sehen, wie mir das vielleicht hilft. Alleine geht das bei mir jedenfalls nicht, ich brauche Menschen, mit denen ich reden kann. Bisher weiß nur eine Freundin von mir Bescheid (die hat Anfang der Woche gesehen, wie besch... es mir geht). Leider ist sie einige Jahre jünger und weiß daher auch nicht so ganz, wie sie mir helfen kann und soll.

    Hmm, das ist jetzt ein riesiger Roman geworden, aber ich musste das mal loswerden und es tut so gut, euch hier zum Austausch zu haben. Danke

    Stefka

  • Hallo Elki!

    Was soll ich sagen? Nach unserer Party lag ich gestern ab mittags wegen verspanntem Nacken mit tierischen Kopfschmerzen flach. Zwischendurch kriegte ich mit, dass er aus dem Haus ging (dachte mir schon, dass er zur Kneipe um die Ecke geht). Dann kam er wieder und hat nach mir gesehen. Als er mir nen Kuss gab, entschuldigte er sich, dass er nach Bier rieche. Also war er wirklich in der Kneipe. Mir brummte aber so der Schädel, dass ich dazu nichts sagen konnte und wollte.

    Als ich dann zwischendurch in die Küche ging, um mir ein Glas Wasser für ne Aspirin zu holen, habe ich gesehen, dass der Rest Rotwein (vielleicht ein kleines Gläschen) und der Rest Likör (glaube, das war noch mehr als ein Pinnchen voll) weg waren. Mein Freund lag auf dem Sofa und war am Schlafen. Also hab ich nur einen Zettel hingelegt auf dem ich ihn gefragt habe, ob er immer noch glaube, kontrolliert trinken zu können.

    Nachdem ich dann Stunden später wieder lebendig wurde war der Zettel weg, die Flaschen zurück an der ursprünlichen Stelle und der Rest der anderen Weinflasche war auch weg. Jetzt weiß ich nicht, ob er sie getrunken oder weggekippt hat. Spielt auch nicht wirklich ne Rolle.

    Wenn er doch die Einsicht hat, warum TUT er nicht mal was und BEMÜHT sich nicht? Ich könnte hier austicken, das macht mich wahnsinnig...

    Ich mache mich jetzt auf die Suche nach ner Gruppe hier in der Gegend und werde ihm dann Bescheid geben, dass ich da hingehe. Mal sehen wie er reagiert. Keine Ahnung, wie ich ihn dazu kriege auch mal nachdem zu handeln, was er sagt.

    Stefka

  • Liebe Elke!

    Es gibt auch noch gute Neuigkeiten: Gestern abend hatten wir ein sehr konstruktives Gespräch, dass Aussichten auf Erfolg hat.

    Mein Freund teilte mir mit, dass ich Recht damit hätte, dass er es nicht kontrollieren kann und dass er etwas daran ändern will. Ihm ist nun definitiv klar, dass er ein großes Problem hat und dass etwas geschehen muss. Allerdings will er nicht zu einer SHG gehen oder sich in einem Forum anmelden. Er hätte sich das mal angesehen, aber das wäre nicht das Richtige für ihn, er müsste da was anderes finden um die ursprünglichen Probleme anzugehen. Wir werden jetzt aktiv daran arbeiten und eine gute Alternative für ihn suchen.

    Ich für meinen Teil habe ihm jedoch gesagt, dass diese Gruppen für mich das Richtige sind. Er weiß bereits von dem Forum hier und ich habe ihm auch gesagt, dass ich zu Al Anon gehen werde.

    Der erste große Schritt ist getan. Drückt mir mal die Daumen, dass es in diese positive Richtung weiter läuft.

    Herzliche Grüße
    Stefka

  • Klingt wie bei meinem Freund:
    Sicher ist ihm das klar, das war ihm eigentlich auch schon vor allen außenstehenden klar. Aber eingestehen will es es sich noch immer nicht. Er und in eine solche SHG gehen? Nein da sind doch nur Alkoholiker, das ist für IHN doch nicht das richtige.
    Sei vorsichtig und paß auf DICH auf!

  • Hallo Marjel!

    Ja, du hast rrecht, ich muss wirklich auf mich aufpassen. Wie hälst du eigentlich das ganze aus? Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt schon zu Grunde gehe und dabei mache ich die Sch... gerade erst seit einem Monat mit.

    Gestern bin ich früher nach hause gekommen und musste feststellen, dass mein Freund sich mal wieder vors TV gesetzt hat. Wenn er nicht gerade arbeiten geht, macht er kaum was anderes...

    Er hat mich zwar freudig begrüßt aber hartnäckig versucht zu verhindern, mir einen Kuss auf den Mund zu geben. Da war doch schon alles klar. In der Küche habe ich dann nach den restlichen Flaschen Alk, die von der Party übriggeblieben sind, geschaut. Nach unserem Gespräch am Vorabend standen da noch 6, gestern sah ich dann nur noch 4!

    Ich bin so fix und fertig und weiß echt nicht mehr weiter. Das zieht mich so dermaßen runter, dass ich von meinen Vorlesungen in der Uni kaum noch was mitnehme, geschweige denn vernünftig vor- oder nachbereiten könnte. An die Prüfungen im März mag ich noch gar nicht denken.

    Ich verliere jegliche Energie, könnte stundenlang nur noch heulen und mich einfach nur irgendwo verkriechen.

    Habe gestern versucht, dagegen anzugehen. Wir haben gemeinsam einen Spaziergang bei dem wunderschönen Wetter gemacht und anschließend hatten wir auch einen schönen Abend.

    Die Nacht hat er allerdings diesmal komplett auf dem Sofa verbracht. Sonst kommt er ja später noch ins Bett.

    Ich komme mir so einsam und hilflos vor. Ich will zu einem Al Anon Treffen gehen, doch das nächste ist erst in zwei Wochen.

    Wie kann ich mich selber aus diesem Loch ziehen??? Ich habe keine Lust wegen dem Sch... Alk ne ausgewachsene Depri zu kriegen und genau auf dem Weg bin ich scheinbar...

    Stefka

  • Hallo Stefka,

    erstmal vorweg, so wird das nicht gehen.
    Das Dein Freund alkoholabhängig ist, iss ja nu wohl klar. Er hat es ja nun auch selber zugegeben.
    Er kann und darf nicht einfach so aufhören zu trinken. Das wäre ein kalter Entzug und der kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Er kann Krampfanfälle bekommen und in ein Delier fallen, das geht so nicht. Er braucht eine Entgiftung, um den Alk erstmal aus seinem Körper zu bekommen. So ein KH-Aufenthalt kann auch sehr hilfreich sein, seine Krankheit anzunehmen und zu akzeptieren.

    Er hat Dir eine Liste geschrieben und hat damit zugegeben, das der Alk sein größtes Problem ist. Das war schonmal ein erster Schritt. Wie stellt er sich denn die folgenden vor? Ein kalter Entzug sollte dabei auf jeden Fall wegfallen, schau mal, was er sich so alles reingeschüttet hat in so kurzer Zeit. Das geht doch nicht gut.

    Vielleicht säuft er auch jetzt so viel, weil er weiß, das er nun handeln muss, das macht ihm sicher Angst, weil er nicht weiß, was da auf ihn zukommt. Also erstmal noch wieder alles wegsaufen, hätte ich wohl auch getan... :( so traurig und paradox das auch erscheinen mag.

    Frag ihn doch mal die nächsten tage, was er sich so vorstellt.

    Zur CO-Problematik kann ich nicht so viel sagen, ich bin ja keine CO, sondern ne Alkie, da werden Dir andere sicher besser raten können.

    Aber Du mußt Dich auch selber wichtig nehmen. Eine SHG für CO`s wäre sicher gut, wir hier sind allerdings auch eine eigenständige SHG, nur mal so als Hinweis an dieser Stelle.

    Ich persönlich habe mit den AA keine guten Erfahrungen gemacht, kam mit deren Procedere nicht klar, falls das Dir auch so gehen sollte, gibt es aber auch noch andere SHG. Ansonsten nutze auch gern unsere hier, ist sicher keine schechte Wahl.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Lilly!

    Weißt du, was das erschreckendste an deinem Posting für mich war? Dass es ein kalter Entzug ist, wenn er jetzt "einfach" aufhören würde zu trinken.

    Bisher hatte ich gedacht, naja soll er halt aufhören und sich auch ne SHG suchen, die ihn seelisch und / oder moralisch unterstützt, damit er da besser durchkommt. An die physischen Entzugserscheinungen habe ich noch überhaupt nicht gedacht. Ich habe ihn bislang auch noch nicht danach gefragt, wie es denn ist, wenn er nicht trinkt. Wie es ihm dann geht.

    Für mich lag das alles noch in Grenzen, die es auch so möglich machen aufzuhören. Gibt es Alkoholmengen, bei denen man sagt, da soll man das auf keinen Fall machen oder ist das auch wieder bei jedem verschieden?

    Und dieses SH-Forum hilft mir schon riesig weiter. Ich bin froh, dass ich euch hier gefunden habe. Aber mir fehlt halt irgendwie auch noch das persönliche Gespräch und das hoffte ich, bei Al Anon zu finden. Die anderen SHGs sehen mir so kirchlich aus. Ich bin kein Kirchgänger und seit Jahren nicht mehr in der Kirche. Deswegen scheue ich mich, zu kirchlichen SHGs zu gehen. Nicht dass ich keinen Glauben hätte, aber ich kann mit der "kirchlichen Umsetzung des Glaubens" nichts anfangen.

    Danke für die Unterstützung hier
    Stefanie

  • Hallo Stefka,

    es gibt nicht nur die gefährlichen körperlichen Entzgserscheinungen beim kalten Entzug. Selbst wenn die ausbleiben ist ein Entzug nicht einfach. Als mein Lebensgefährte im Sommer einfach aufgehört hatte, hatt er keine körperlichen Entzugserscheinungen wie Krämpfe oder Zittern. Er bekam er Depressionen, litt an wahnsinnigen Ängsten, seine Stimmungen wurden noch schwankender als sie es während des Trinkens waren und er hatte Minderwertigkeitskomlpexe. Ich habe das auf den "Entzug" zurückgefdührt, er nicht. Als der Druck stieg (Gerichtsverhandlung wegen Trunkenheit im Verkehr, berufliche Anforderungen, Krankheit in seiner Familie) hat er es dann nicht mehr ausgehalten und erst ab und zu dann wieder regelmäßig und in größeren Mengen als je zuvor getrunken.

    Ich halte es nicht für möglich auf die Liebe zu vertrauen und es alleine zu versuchen. Es geht ohne professionelle Hilfe einfach nicht!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!