Bin völlig ratlos :(
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Marjel -
22. Januar 2007 um 17:47
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hallo jessy,
willkommen hier im forum. du fragst, was du machen kannst:
das "übliche" procedere ist mehr oder weniger vorgegeben: mit dem partner reden, wenn er nüchtern ist, sagen was man sich wünscht, dass man so nicht mehr weitermachen möchte. im besten fall will der abhängige partner selbst vom alkohol loskommen, dann wäre ein gang zum hausarzt dran, eine entgiftung, eine reha und/oder kur, besuch einer selbsthilfegruppe....
das ganze funktioniert aber nur dann, wenn der partner einsieht, dass er ein problem hat, und wenn er SELST für SICH davon loskommen will. alles andere wird nicht klappen. du solltest ihm also noch einmal unmissverständlich und überlegt klarmachen was du willst (wenn er nüchtern ist). nicht rumnölen und vorwürfe machen, das tun wir angehörigen oft, das bringt aber nichts und provoziert geradezu zu streit. dann solltest du beobachten, ob das gesagte bei ihm fruchtet oder nicht. wenn es das nicht tut, musst du dir für dich überlegen, ob du dieses leben so weiterleben möchtest. erfahrungsgemäß wird es nämlich ohne professionelle hilfe eher schlimmer als besser.
lieben gruß
lavendel
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@ Jessy
Mein Freund hat letztlich alles zugegeben. Ich hatte sofort wieder Hoffnung und er erst einmal seine Ruhe. Er hat sogar versucht aufzuhören, mehrmals, aber die Abstände zwischen den Rückfällen wurden kleiner. Da seine Leberwerte nicht allzu schlimm sind und er es ja immer wieder mal schafft für einen mehr oder weniger langen Zeitraum aufzuhören ist er überzeugt kein Problem zu haben.
Das Ergebnis: Er tue doch alles (für mich), das müsse ich doch nun wirklich einsehen. Er sei sogar bereit für mich darauf zu verzichten, obwohl ich ja nur Gespenster sehe und übertreibe. Ich müsse doch endlich mal aughören mit dem ganzen Stress.Ich kann ihm nicht helfen, nicht mit noch so großer übermenschlicher Liebe, Verständnis und dem eigentlich doch vorhandenen Verstand dieses Menschen erreichen und bewirken, daß er mir zuliebe mit dem Alkohol aufhört.
DAS IST EIN IRRTUM und eine Wunschvorstellung. Das "Virus Alkohol" macht das unmöglich. So hätte dieser Kranke früher einmal denken können - jetzt aber nicht mehr.
Er versucht es immer wieder, aber es geht nicht.
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Er hat sich über mich (typisch Co, immer wieder alles für den anderen organisieren) an meinen Hausarzt gewandt. Der hat auf seinem Schild Suchtmedizin stehen. Dort wollte er eine ambulante Entgiftung machen. Er hat ein Medikamentbekommen, daß den Entzug und die Depressionen lindern soll und Akkupunktur . Das Medikament hat er nicht regelmäßig genommen und nach nicht mal einer Woche hatte er wieder eine Fahne und eine Flasche Korn im Gepäck. Ich bin an dem Abend gegangen und habe seitdem keinen persönlichen Kontakt mehr. Seit heute bombardiert er mich wieder mit e.mails.
Ich habe mich (leider) auch zu dem Erstgespräch mitschleppen lassen. Ich denke, er meint es nicht ernst, sondern wollte mir nur demonstrieren, daß er etwas tut.
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Jetzt will er zu mir eine Freundschaft aufbauen, erklärt mir, er wisse ganau, daß ich nach ihm süchtig bin.
Ich wäre ja bescheuert, wenn ich das Theater nun nicht mehr als Lebensgefährtin, sondern als Freundin mitmache. Ich will endlich, daß es vorbei ist, und zwar für mich.
Ich möchte meinen Kopf wieder für meine Arbeit benutzen können, möchte nicht mehr, daß meine Gedanken ständig um ihn und sein Alkoholproblem kreisen. Aber im Moment tun sie das noch. Immerhin beschäftige ich mich ja auch hier weiter damit. Hm, da sollteich vielleicht mal weiter drüber nachdenken.
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hallo sanhen und jessy,
ich kann mich gumperli nur anschliessen. ich hab mich nach einem ultimatum an meinen trinken traummann auch von ihm getrennt. könnt ihr hier nachlesen:
https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic3517-0.html
war weiß gott nicht leicht, es hätte mich fast zerrissen, aber hätte ich es nicht getan, stünden wir beide noch immer am selben punkt: ich fertig mit den nerven bis hin zu suizidabsichten, er trinkend, mich beschimpfend, randale machend und im prinzip auch auf einem selbstmörderischen weg.
JETZT bin ich zufrieden im meinem leben. nicht glücklich, aber zufrieden, und das ist sicher mehr, als ihr derzeit habt. und er versucht die kurve zu kriegen und scheint mir auf einem guten weg. er trinkt seit oktober nicht mehr und geht regelmäßig in selbsthilfegruppen. all das wäre ohne meine konsequenz NIE passiert.
überlegt auch also gut, wem ihr "aus liebe" (und für meine begriffe ist das keine liebe, was da in euren beziehungen ist, sondern abhängigkeit und angst) was tut: euch macht ihr fertig, und eurem partner ermöglicht ihr das weitertrinken - eventuell bis zum tod. so hart ist das.
gruß
lavendel
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