hallo alishanda,
herzlich willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. wenn du hier liest wirst du feststellen, dass es vielen ganz ähnlich geht wie dir.
ein satz aus deiner beschreibung hat mich gleich "angesprungen":
ZitatWas soll ich nur tun? Da ich im Ausland studiere, kann ich nicht immer schnell nach Hause fahren, ich muss meine Mutter da alleine lassen, kann und darf ich das überhaupt? Nach fast dreißig Jahren in denen sie jede Nacht Ausrufezeichen meinen Vater betrunken ins Bett gehen sieht, kann sie selber kaum noch schlafen und ist ständig nervös und gereizt. Ich versuche sie oft anzurufen und zu unterstützen, aber reicht das aus?
ja, du "darfst" deine mutter alleine lassen. es "reicht" auch völlig, wenn du sie anrufst. soviel erst mal dazu.
das einzige, was du als kind tun kannst ist mit deinem vater zu reden (wenn er nüchtern ist), ihm deine sorgen zu schildern und ihm den "normalen" weg aufzuzeigen: arzt, entgiftung, therapie. so wie du schreibst, will er das aber nicht, und indem deine mutter das seit jahrzehnten mitmacht und wahrscheinlich auch vertuscht, unterstützt sie ihn noch darin, weiterzutrinken. wenn er stürzt, sollte sie den notarzt rufen und versuchen, ihn ins krankenhaus einweisen zu lassen.
so schwer das zu verinnerlichen ist: du bist nicht verantwortlich für deine eltern. weder für deinen vater noch für deine mutter. deine mutter ist erwachsen, sie müsste die schritte tun und konsequent sein. das will oder kann sie aber scheinbar nicht. und daran kannst du wahrscheinlich auch nichts ändern. ich weis nicht, ob sie mit dem internet umgehen kann, aber vielleicht kannst du ihr dieses forum mal ans herz legen zum lesen?
mir ging es wie dir, ich hab auch im ausland studiert, als zuhause die größten katastrophen passiert sind. für mich war das die zeit, wo ich endlich den absprung von der ewigen verantwortlichkeit geschafft habe. ich war sooooo froh, dass ich nicht mehr einfach in den zug steigen konnte, um nach hause zu fahren und alles wieder auszubügeln. das hab ich natürlich nicht laut gesagt, aber gedacht. und danach konnte ich mich emanziperen und sagen "das ist euer leben". sieh also dein weit-weg-sein als chance für DICH, unabhängig von etwas zu werden, was du nicht zu verantworten hast. konzentrier dich auf dich und das, was dir guttut. die ständige sorge um eltern, die sich selbst kaputtmachen, tut dir sicher nicht gut.
lieben gruß
lavendel