Ich habe Angst, dass ich sterben muss....

  • Hallo Pudelchen ... und willkommen,

    hast du mehr Angst um dein Leben oder ... noch größer ist die Angst, den Superjob zu verlieren, wenn ich mich jetzt krankschreiben lassen muss.

    Entzugserscheinungen können tödlich verlaufen. Begebe dich in klinische Entgiftung.
    Deine Zeilen lassen bei mir den Verdacht aufkommen, dass du dich immer noch nicht als Alkoholikerin siehst.

    Gruß, Freund.

  • Servus Pudelchen,

    herzlich willkommen hier im Forum. Ja, was machen wir mir Dir? Darf ich ehrlich sein? Ich habe so meine Zweifel, was Du eigentlich willst.

    Einerseits willst Du ohne Alkohol leben können.

    Anderseits stellst Du schon Bedingungen, ohne überhaupt mit dem trockenen Leben begonnen zu haben:

    Zitat von Pudelchen

    Aber noch größer ist die Angst, den Superjob zu verlieren, wenn ich mich jetzt krankschreiben lassen muss.
    Hat jemand einen Rat?

    Was würdest Du von folgendem Tausch halten: Superjob gegen die Chance, eine tödlich verlaufende Krankheit stoppen zu können. Wäre das ein Deal?

    Gut, dann überleg Dir bitte noch folgendes: Die meisten Alkoholiker, die zu Beginn ihrer Trockenheit nicht mit offenen Karten gespielt haben (und dazu gehört eine ärztlich überwachte Entgiftung), werden sehr schnell rückfällig. Wie verträgt sich das mit dem Superjob? Und wenn es ganz schief geht - Du weitertrinkst: will das Dein Chef wirklich haben?!?

    Du siehst: Dein Job ist so ziemlich das letzte, was Dich in Punkto Alkoholsucht irgendwie weiterbringt.

    Also, denk mal drüber nach, was Du von uns möchtest, und lass uns wissen, wobei wir Dich unterstützen können.

    LG
    Spedi

  • Hallo Pudelchen,

    Glückwunsch erst einmal zu deinem Outing.
    Du schreibst: Bitte drückt mir die Daumen, dass ich mein Leben wieder in den Griff bekomme....
    Gut, ist nur so eine Redensart, aber Daumendrücken hilft da nicht.

    Du hast hier u.a. die Möglichkeit, Wege und Erfahrungen von Langzeittrockenen anzunehmen, umzusetzen und auszuführen.
    Bei den meisten Hilfesuchenden scheitert es aber ehrlich gesagt daran, dass sie mangelndes Vertrauen haben, zu wenig bedingungslos annehmen und noch andere für sich angeblich leichtere Wege kennen, in manchem nicht die unbedingte Erfordernis sehen.

    Es liegt also letztendlich nur an dir, wie du hier annimmst, umsetzt und dein Leben ohne Alternativen strukturierst.
    Wir sind für dich da.

    Gruß, Freund.

  • Ich habe den Link nicht gelesen, Annika, werde ich nochmal nachholen.

    Ich habe 2 Wochen einen kalten Entzug hinter mir. Ich hatte auch "nur" Wein getrunken, allerdings kamen bei mir auch noch ne Menge Schlaftabletten dazu.

    Erst wollte ich einen Schritt nach dem anderen machen, also erstmal die Tabletten weg. Es war die Hölle. Weiterhin meinen Wein getrunken, wobei sich die Menge ohne Pillis erhöht hat. Das ganze hat auch nur 6 Wochen gedauert, dann wieder wie vorher Tabletten und Wein.

    Irgendwann ging es so auch nicht mehr weiter. Ich wollte wieder Stufe für Stufe, also erst Tabletten, nach einer gewissen Zeit dann den Wein.

    Habe dann am WE keine Pillen mehr genommen. Am Montag morgen war mir so schwindelig, das ich nicht grade aus laufen konnte und sagte mir, Schluss jetzt mit allem. Allerdings kannte ich "kalten Entzug" nicht und wusste auch nicht das eine Entgiftung in einer Klinik sein sollte. Es ging mir 3 Tag extrem dreckig.

    zufällig hatte ich irgendwo mal aufgeschnappt, dass es Medis gibt, die den Entzug erleichtern. Also bin ich dann zum Dr. und outete mich, was mir verdammt schwer viel. Er meinte auch, sofort in die Klinik. Ich, es geht nicht, ich pflege meine Mutter und die kann nicht alleine. Er hat mich dann Medis verschrieben, die es etwas erleichtert haben. Jeden Tag musste ich zu ihm hin und er drängelte mich immer wegen Krankenhaus.

    Es ging mir manche Nächte so elend, dass ich gedacht habe, ich würde sterben und soweit war, den Notarzt zu rufen. Ich habe 2 Wochen so rumgeeiert. Bis mir der Doc. sagte, er überweist meine Mutter mit ein. Im Krankenhaus wussten auch alle Bescheid und sorgten dafür, dass meine Mutter dort auch so lange bleiben konnte

    Erst im KH ging es mir wieder besser. Alleine schon das Gefühl, du bist nicht alleine und wenns schlimm wird, ist immer Hilfe da.

    Ich bin jetzt von allem weg und bin heilfroh und hoffe, keinen Rückfall mehr zu bauen. Ich möchte die Saufzeit nicht mehr erleben und natürlich auch nicht mehr den Entzug. Ich möchte mein Leben nüchtern leben, weil es so viel schöner ist.

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