War der Alkohol der Grund für seine Trennung?

  • Wenn Du verstehst, sind die Dinge genau so, wie sie sind. Wenn Du nicht verstehst, sind die Dinge genau so, wie sie sind. Zen-Sprichwort

    Was nützt es Dir das zu wissen, tut nicht jede Trennung weh, weil sie persönlich verletzt?

    Wäre es leichter zu ertragen Alkohol wäre der Grund und nicht eine andere Frau?

    Wenn ja, warum? Glaubst Du dann hättet Ihr eine Chance oder er würde gar Dir zuliebe zu trinken aufhören oder Du könntest ihn dazu bringen? Möchtes Du sein Fremdgehen mit dem Alkohol entschuldigen? Ist es für Dich weniger schlimm, wenn er fremdgeht, weil er Dir nicht eingestehen kann, daß er den Alkohol nicht im Griff hat?

    Ich hatte immer das Gefühl ich muß eifersüchtig auf die Flasche sein. Die ist eine echte Konkurrenz zu mir. Vor die Alternative gestellt, bei mir nicht mehr trinken zu dürfen, hatte sich mein Freund doch direkt dafür entschieden dann eben nicht mehr vorbeizukommen.

    Du schreibst selbst, daß Du weißt daß Du nix machen kannst, wenn er nicht die Einsicht hat. Kann es sein, daß Du die Hoffnung hast ihn zur Einsicht bringen zu können?

    Gruß

    Marjel

  • Hallo Siversurferin,

    er IST Alkoholiker. Ich wollte etwas für mich tun und bin zu einer Therapeutin gegangen. Allerdings hatte sie nicht viel Erfahrung mit der Betreuung von Angehörigen. Sie hat mich zum Kontrollieren geradezu angestachelt "weiß Du wo er überall seine Flaschen versteckt...?"

    Sie hat mir geraten ihm diese Auflage zu machen, also habe ich es versucht, war aber nicht kosequent.

    Sie hat mir auch geraten ihm ein Ultimatum zu stellen, Alkohol oder ich. Auch das habe ich gemacht. Er mußte auf dem Weg zu mir, um mich zur Rede zu stellen erst noch seinen Führerschein verlieren um zur Einsicht zu gelangen, daß er etwas ändern muß.

    Er war zu einem unfähigen Arzt, der gesagt hat, kann doch gar nicht sein, daß Sie das ganze Bier trinken, so dünn wie sie sind (1,80 m 52 kg). Bier macht ja bekanntlich dick, wußte der schlaue Arzt aus einem schlauen Buch, abernichts davon, wie es ist, wenn man so weit runter ist, daß man gar nichts mehr essen kann oder mag.

    Nachdem die Leberwerte dann gar nicht so schlecht waren, war er der Meinung es ohne Therapie zu schaffen. Das ging genau drei Monate gut. Ich hatte ihm versprochen, bei ihm zu bleiben, wenn er etwas ändert. Er hat es wohl für mich getan, nach drei Monaten folgte der Rückfall.

    Er hat mich gebeten ihm beizustehen und hat einen anderen Arzt gesucht. Der hat anfänglich von einer Entscheidung zwischen kontrolliertem Trinken und gar nicht mehrt Trinken gesprochen, womit er in meinen Augen schon unten durch war. Vielleicht war es aber nur eine Test um zu sehen, ob er es ernst meint, wer weiß. Später soll aber angeblich gesagt haben, mein Freund habe kein gesundheitliches Problem. Er warne aber die Beziehung mit mir fortzusetzen, denn dann würde er ein Problem bekommen. Trotzdem hatte er den Entschluß nach der ambulanten Entgiftung mittels Akkupunktur eine Therapie zu machen. Der Entschluß ist zwischenzeitlich aufgegeben. Manchmal habe ich das Gefühl es ist so etwas wie Einsicht da, das etwas nicht stimmt, den zwischenzeitlich ist er wieder regelmäßig Doppelkorn (0,2 l am Abend zu den Bieren angelangt) allerdings heimlich, weil ich es ja nicht mag, wenn er trinkt. Er ist unzufrieden und möchte "endlich frei sein". Deshalb hat er eine Geistheilerin aufgesucht. Meistens ertrinkt er allerdings in Selbstmitleid, fordert mein Vertrauen und ist der Ansicht, daß allein Liebe ausreicht, damit alles zwischen uns wieder gut wird.

    Meine Therapeutin fragte, wannn ich endlich begreife, daß ich ihn verlassen muß, damit er eine Chance hat. Supi, war ja eigentlich zu ihr gegangen um MIRhelfen zu lassen und nicht um ihn trocken zu legen.

    Jetzt gehe ich zu einer Al Anon Gruppe, das hilft mir wesentlich besser. Dort übt niemend Druck aus, man lernt sich auf sich selbst zu konzentrieren und nicht auf das Trinkproblem des Partners. Es hat mir erst einmal geholfen die stzändigen Streitereien und mein zwanghaftes Kontrollverhalten in den Griff zu bekommen. und ich lerne viel über mich. Eigentich muß ich dankbar sein, daß ich diesen Menschen getroffen habe und dadurch begonnen habe mein Verhalten zu überdenken und begonnen habe mich auf mich zu konzentrieren und mich mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten auszuhalten. Vieles, was ich in der Therapie gehört habe verstehe ich dort plötzlich. Und vieles was in der Therapie gemacht wurde, vor allem nach dem Warum für sein Trinken zu suchen finde ich im Nachhinein völlig blödsinnig. Was nützt es mir das zu wissen? Ich muß nach den Gründen für MEIN Verhalten suchen.

    Und eines habe ich dort auch gelernt, nämlich nicht etwas zu tun in der Erwartung es werde ihn ändern, sondern es nur zu tun, um es für mich zu tun. Wenn das auch bei ihm etwas bewirkt, ist das ein positiver Nebeneffekt. Wenn ich das aber erwarte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß diese Erwartung enttäuscht wird.

    Und man lernt auch, nicht jeden gutgemeinten Ratschlag anzunehmen und umzusetzen, egal, ab man davon überzeugt ist oder nicht, sondern solange man nicht weiß, was für einen selbst richtig ist erst einmal gar nichts zu unternehmen. (Was nicht heißt, sich schlecht behandeln lassen zu müssen)

    Ich weiß im Kopf was ich zu tun habe, aber mein Gefühl kommt noch nicht hinterher. Und ich nehme mir die Zeit darauf zu vertrauen, daß irgendwann die richtige Zeit dafür ist. Mit anderen Entscheidungen im Leben war das auch immer so. Und bis dahin muß ich damit Leben, daß ich vielleicht noch viele Fehler mache, ohne mir von irgendwelchen Therapeuten dafür Schimpfe anzuhören und mir weis machen zu lassen ich sei dafür verantwortlich. Besser als so kann ich es eben nicht. Ich tue ja nichts in der Absicht meinem Freund sein Leiden zu verlängern. Außerdem bin ich nicht dafür verantwortlich ihn dazu zu bringen aufzuhören. Er hat auch schon getrunken, bevor ich ihn kannte und er hat sich entschieden, keine Hilfe zu wollen.

  • Hallo Silversurferin,

    Du kannst Deine Geschichte hier so oft lesen, weil irgendwie ähneln sie sich alle.

    Hier im Co-Bereich könnte Deine Geschichte, die von ganz vielen Anderen sein.

    Und im Alkoholiker-Bereich werden im Prinzip die gleichen Geschichten erzählt, nur von der anderen Seite.

    Eine Frage habe ich an Dich: was hast Du verloren?

    Einen Mann, der trinkt, Dich beleidigt und obendrein auch noch betrügt!

    Und so jemanden trauerst Du hinterher?

    Schaue auf Dich, sieh zu, dass es Dir gut geht und lass ihn seinen Weg gehn, wo immer er ihn auch hinführt!

    Nicht böse sein, sind ein wenig hart meine Worte!

    Aber leider ist es Realität!

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft zum Durchhalten!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • Hm, das hat eben mit der Antwort nicht geklappt. Habe versehentlich Aragorn eine pn geschickt, also 2. Versuch.

    Doch es gibt ihn noch im meinem Leben. Wir wollten im Februar zusemmenziehen haben aber angesichts seines Rückfalls die noch nicht bezogene Wohnung wiedergekündigt.

    Er kämpft aber weiter um mich, will jeden Abend mit mir verbringen. Will ich mal einen Abend alleine sein oder zu meiner Gruppe gehen, gibt es immer wieder Diskussionen, betteln, flehen ihn nicht alleine zu lassen, weil er mich braucht.

    Verbringe ich den Abend mit ihm, muß ich zusehen, wie er abbaut, einfach einschläft, beim durch die Tür gehen gegen den Türrahmen brettert oder mitsamt der Stehlampe die ergerade ausknipsen will lang hinschlägt und dabei eine Vase mitreißt. Getrunken hat er nach eigenen Angaben aber nicht.

    Den Gedanken, daß von mir nichts mehr übrig ist kenne ich gut. Ich muß wohl irgendwann Gefallen daran gefunden haben, daß niemand mehr was von mir wollen kann, wenn ich nicht mehr da bin. Jedenfalls hab ich aufgehört zu essen. Irgendwann hab ich aber die Kurve bekommen und achte wieder auf mich. Es kann ja nicht sein, daß ich mich so schlecht behandele.

  • Hi,
    wie hier schon einige es geschrieben haben, kann ich es dir auch nur bestätigen. Deine Geschichte könnte meine Geschcihte sein. Genau die gleichen Fragen habe ich mir auch gestellt und sogar einen Thread zum Thema 'Fremd gehen' eingerichtet. Auch ich wollte es wissen. Bis heute weiß ich es nicht. aber eins habe ich kapiert: Der Alkoholr verändert das Wesen eines Menschen erheblich. Eben noch lieb, verständnisvoll, mit großen versprechungen, so kann er im nächsten Moment wieder das totale A******** sein. So war es bei meinem. Nciht nur dass er mcih betrogen hatte. merhmals. nein, es kam noch schlimmer. Nachdem wir uns wieder vertagen hatten und ganz lieb unterhalten und gemeinsam in eienr Disko waren ging er plötzlcih wie ein Roboter, der von einer außerirdischen Kraft gesteuért war auf ein Mädcehn zu und umarmte es von hinten auf der TAnzfläche, so als sei er mit ihr allein zuhause. ich war schockeirt, so schockiert, dass ich nciht einmal mehr reagieren konnte...
    Eine von vielen Geschcihten. Nun sag mal, glaubst du ein normaler Mensch, meinetwegenauch eienr, der seine frau betrügt, meinst Du er würde es übers Herz bringen das so vor ihren Augen zu tun? gerade anchdem man sich asúsgesprochen hatte? Nein, irgendwas läuft da falsch im Kopf. Ich weiß, es ist schwer, wenn man jemadnen noch liebt. Aber man muß auch an sich selber denken. Man ist nciht in einer Beziehung um einander zu verletzen oder verletzt zu werden. Das habe ich ihm gesagt.
    Egal, ob es den Alkohol angeht oder das fremd gehen. ICH KANN ES NCIHT MEHR ERTRAGEN. trotz aller Liebe. ich wäre froh, wenn meine Liebe jetzt einfach weg wäre. Aber es sind doch nur noch die schönen Erinenrungen , wie es einmal war, früher. jetzt hat sich alles geändert und wir Frauen müssen lernen der Realität ins Gesicht zu sehen. Das ksotet viel Kraftund auf diese Kraft konzentriere ich mich. ich arbeite nur ncih an mir, um stark zu sein. Das ist mein Ziel im Moment. Stark genug um ihn loslassen zu können,ohne ihn zu leben, diese sehnsucht zu überwinden.
    manchmal erwische ich mcih dabei, dass ich rückfällig werde. Aber bei dem Gedanke, dass es dann alles wieder so Horror wird geht diese Idee gleich wieder weg. ich bin noch nciht damit durch, denke es ist ein Prozeß, der auch ein wenig dauert. Aber weißt du, ohne dieses Forum wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Ichhabe diese vielen Berichte in mich eingesogen und endlcih eingesehen, dass meine Geschihte heir nciht die einzige ist. Zu viele Parallelen. Immer wieder das gleiche , und daraus kannman Konsequenzen ziehen. JA, Alkoholiker lieben in erster Linie ihren Alkohol. Und sie haben nciht nur die Kontrolle über den Alkohol verloren. Ich denke es geschah, deshalb, wiel sie die kontrolle überisch selsbt verloren haben. Sie handeln nach lust und laune , ohne großartig zu überlegen und auf konsequenzen zu achten. V öllig unbeschwert. Der Alkohol ermöglciht ihnen dieses Leben. jeder, der schon einmal was getrunken hat weiß doch wie man seine Hemmungen verliert. Vielleicht kommen da ganz tiefe Dinge des Unterbewußtseins zum Vorschein, wer weiß. Nciht mehr kontrollieren und auch nciht kontrolliert werden zu wollen scheint einer der gfrößten Wünsche des Alkoholikers zu sein. keine Moral, keine Regeln. Einfach sich frei fühlen. Meiner hat sich einige Male beschwert, dass er sich bevormundet fühlt, zu sehr kontrolleirt wird und ein eigenständiger Mann sei. So soll es denn sein. Ich verbiete ihn nichts. ABer ich lasse mcih auch nciht mehr von ihm verletzen. Das ist bei uns stand der dinge. ER will beides. Seine Freiheit und mich. Mich, denke ich, weil ich ihm bisher immer noch ein nettes zuahuse geboten habe, gekocht, gewaschen, gebügelt. Diese Zeiten sind vorbei.
    Ich fühle mich wie ein getretener Hund.

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