paar Fragen an Alkoholkranke Personen

  • Hallo mannlehen,

    Und Herzlich Willkommen hier im Forum.

    ich kann nur Deine Fragen, aus persönlicher Sicht so gut wie möglich versuchen, zu beantworten.

    Ein alkoholkranker Mensch ist immer auch psychisch abhängig.

    Das Trinkverhalten selber ist sehr unterschiedlich. Das kann man hier gut im Forum nachlesen. Nicht jeder trinkt jeden Abend bis zum Vollrausch.
    Die Trinkmenge und das Trinkverhalten ist somit kein Idikator für eine bereits vorhandene Abhängigkeit. Auch trotz geringen Mengen und Unregelmäßigkeit im Trinkverhalten kann eine Abhängigkeit vorliegen.

    Die Sucht selber wird wohl sehr ähnlich empfunden. Man schämt sich, versucht es zu verheimlichen, lügt für den Alk, verdrängt die Wahrheit auch möglichst lange vor sich selber.

    Sicher wird der Körper nach Trinken von Alk ruhiger, kommt drauf an, wie tief man drinsteckt, wieviel man dann davon braucht.
    Die Trinkmengen werden immer größer, so war es zumindest bei mir und ich konnte am Ende nicht mehr durchschlafen, ich kam manchmal schon Nachts auf Entzug und mußte dann was nachkippen.

    Die Entzugssymtome selber sind auch sehr ähnlich. Angstgefühle, Zittern, Kreislaufprobleme, es kann bis hin zu Krampfanfällen und Delir führen, was auch im schlimmsten Fall tödlich ausgehen können.

    Oft wird man versuchen, seinen Alkkonsum einzuschränken auf ein Minimum, um so noch möglichst "funktionstüchtig" zu bleiben, sich sozusagen runter zu trinken, aber auch das ist nur begrenzt möglich bis zum nächsten Absturz. Für Alkoholiker ist einfach kein kontrolliertes Trinken möglich.
    Welche Gelegenheiten oder Probleme bis zum nächsten Vollrausch als Entschuldigung herhalten müssen, sind wohl sehr vielfältig. Die Anlässe wurden bei mir immer geringer, seien es Probleme oder auch Anlässe zur Freude, alles ist dann gut genug zum Saufen.

    Mehr fällt mir leider momentan dazu nicht, mal sehen, was den anderen hier noch dazu einfällt, muß bestimmt noch einiges ergämzt werden.

    Lieben Gruß an Dich

    Lilly

  • Hallo mannlehen,

    Warum fragst Du eigentlich? Schreibst Du eine Arbeit ueber das Thema oder steckt "mehr" hinter dem Interesse?

    Wie Lilly schon sagt ist das von Person zu Person unterschiedlich. Bei mir war es so dass ich nach einer gewissen Minimalmenge zwar weitgehend vom Entzug befreit war, aber es in mir immer nach mehr geschriehen hat. Ich bin dem meistens dann nachgegangen wenn ich wusste ich kann es, also meistens wenn ich am naechsten Tag ausschlafen konnte und an Wochenenden. Manchmal kennen Alkoholiker auch keine Grenzen mehr und Saufen so lange bis nichts mehr reingeht, also z.B. bis sie vor Erschoepfung einschlafen.

    Ich hatte Tage, da hatte ich schon >10 Bier intus und bekam nach einigen Stunden einen solchen Durst dass es kaum auszuhalten war und ich noch mehr saufen musste. Dabei war es weniger wichtig schnell zum Vollrausch zu kommen als eher den Pegel gleichmaessig hoch zu halten, also etwa so zwei Bier pro Stunde zu trinken.

    greets,
    Michael

  • Hallo mannlehen,
    wie schon sensei schrieb ist das erste Glas der Anfang vom Ende. Auch ich habe in den ersten Jahren nur geringe Trinkmengen gebraucht. Die Steigerung erfolgte Schritt für Schritt, ich "vertrug" immer mehr, bevor ich eine Wirkung merkte.....
    Am Ende wurde ich mit 3,4o/oo ins Krankenhaus eingeliefert. Das ist ein Wert, der für Frauen meiner Statur normalerweise tötlich ist!!!
    Der Entzug war die Hölle.
    Ich habe Glück gehabt, aber der Schock sitzt ganz tief. So kann auch ein persönlicher Tiefpunkt aussehen.
    Sweety

    Es ist keine Schande krank zu sein.
    Es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun!

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