es wird von Tag zu Tag schlimmer

  • Hallo,

    vielleicht finde ich hier Rat und Hilfe.

    Eine Bekannte von uns ist alkoholabhänig. Sie ist die Mutter meines ehemaligen Pflegekindes. Ihr Sohn und mein Sohn sind beste Freunde. Ich fühle mich natürlich für das Kind verantwortlich.

    Sie gibt ihre Abhängigkeit zu - was ja schon mal positiv ist. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie nicht bereit ist etwas dagegen zu unternehmen.

    Am Freitag hat sie beim Rückwärtsfahren ein anderes Auto berührt. Beide Kinder waren bei ihr im Wagen. Ihr Sohn schaute aus dem Fenster ob man etwas sah und da kein Schaden erkennbar war, fuhr sie weiter. Die Besitzerin des anderen Wagens stieg aus und winkte. Daraufhin hielt sie an, stieg aus und redete kurz mit der Frau. Dann fuhr sie nach Hause. Die Frau hatte bemerkt, dass hier etwas nicht stimmt und die Polizei benachrichtigt. Diese kam dann zu ihr nach Hause, machte einen Test und nahm sie mit zur Blutentnahme. Führerschein ist weg, und der Promillewert muss gigantisch gewesen sein. Wie hoch genau durfte man mir aber nicht sagen.

    Fakt ist, dass hier etwas getan werden muss. Das Thema wühlt mich enorm auf, weil ich mir große Sorgen um das Kind mache. Er hat vor 4 1/2 Jahren seinen Vater verloren und es wird ihm so schon viel zu viel zugemutet. Allerdings hat er mir gestern gesagt, dass ihm an seiner Mutter nichts aufgefallen sei. Da er jeden Tag mit ihr zusammen ist, fällt das veränderte Aussehen nicht auf und anderes wird er wohl nicht sehen wollen. Ausserdem glaube ich, dass er seine Mutter schützt.

    Da sie aufgrund ihres Berufes an Medikamente kommt, nehme ich an dass so was auch mit im Spiel ist. Vielleicht ein Mittel, mit dem sie es schafft, einige Tage nicht zu trinken und trotzdem gut drauf zu sein. Sie kam am Mittwoch von einer Reise zurück und wirkte sehr "aufgeräumt". Sie war gesprächiger und interessierter als sonst und wirkte sehr nüchtern. Donnerstags ist ihre Schwester dann abgereist und das war wohl der Startschuß: jetzt kann ich wieder trinken. Kann das so möglich sein?

    Ich brauch bitte ein wenig Unterstützung und wenn ihr noch Fragen habt, fragt.

    Liebe Grüße
    drei???

  • hallo drei???

    hm... schwierige situation bei dir, aber bei wem hier ist es das nicht!?!

    kann deine sorgen echt verstehn. wie alt ist denn eigentlich ihr junge?

    wir angehörige können schon fast nix bis nix machen, für dich als außenstehender ist es noch schwieriger.

    du kannst versuchen, mit der mutter zu reden, aber mehr bleibt wohl nicht außer der weg zum jugendamt.

    sorry, aber mehr fällt mir im moment net ein, vielleicht haben andere mehr ideen.

    wie sieht denn dein sohn die sache? hat er schon etwas bemerkt?

    liebe grüße

  • Unsere Jungs sind 10 Jahre. Als sie es mir gegenüber zugegeben hat, habe ich mit meinen Kindern darüber gesprochen. Auch weil wir ihren Sohn während einer Therapie gerne zu uns nehmen würden. Mein Sohn hat nichts gemerkt, wobei ihm immer wieder auffiel, dass unsere Bekannte zu viel von ihrem Sohn verlangt. Er hat schon öfter zu mir gesagt: der ist doch erst 10 und nicht 15 oder 18.

    Mit ihrem Sohn habe ich nach dem Unfall gesprochen. Ich habe ihm behutsam erklärt, dass seine Mama krank ist und er und sie jede Unterstützung und Hilfe von uns bekommen. Er hat mir dann zwei Tage später erzählt, er habe seine Mutter angelogen. Er habe ihr nicht gesagt, dass er von uns wisse, dass sie trinkt, sondern dass er es selbst gemerkt habe. Das führt hoffentlich dazu, dass sie sich nicht mehr so sicher fühlt, dass keiner was merkt.

    Liebe Grüße
    drei???

  • hi drei???

    was hat denn die mutter gesagt, als ihr sohn sie drauf angesprochen hat?

    da ihr sohn zu dir gesagt, hat das er noch nix gemerkt hätte, aber zu seiner mom dann gmeint hat, dass er es selber gemerkt hat, glaube ich das er sehr wohl scho etwas mitbekommen hat und sie nur schützen wollte. respekt, dass er den mut hatte, seine mutter drauf anzusprechen und auch toll, dass er mit dir reden kann. das wird ihm bestimmt auch eine hilfe sein.

    liebe grüße

  • Hallo,

    es gibt was neues. Ich konnte endlich ihre Schwester erreichen. Die kam am selben Abend (500 km Entfernung). Unsere Bekannte war an diesem Tag bei einem Psychologen und hatte sich für eine ambulante Entgiftung in der nächsten Wochen und anschließender Psychotheraphie entschieden. Das hat sich jetzt geändert. Sie geht nach der Entgiftung in eine stationäre Kurzzeittheraphie. Ihr Sohn kommt in der Zeit zu uns :D

    Allerdings hab ich en wenig Angst, wie es danach sein wird. Kann ich ihr wieder vertrauen, muß ich immer Angst haben, das alles wieder von vorn beginnt? Wie geht man damit um bzw. wie sind eure Erfahrungen?

    Liebe Grüße
    drei???

  • hallo drei???

    toll, dass sich deine bekannte entschlossen hat, sich helfen zu lassen, das war für sie bestimmt ein schwerer schritt.

    mach dir etz noch keinen kopf wie du dich danach verhalten sollst, kümmere dich erstmal um ihren sohn, für den es das beste is, dass er während seine mutter weg is, bei euch wohnen darf.

    vertrauen is net schlecht, aber halt immer schwierig. versuch es einfach, aber behalte die situation im auge. du wirst bestimmt noch öfters mit ihr reden, dass wird es euch beiden bestimmt einfacher machen.

    liebe grüße

  • Hallo, mal wieder ein up-date:

    Mit ihrer Schwester kamen auch die Eltern. Große Kriesensitzung. Die Eltern blieben eine Woche und da war sie so wie ich sie ohne Alkohol kannte. Sie hatte pro Tag max 1 1/2 Gläser Wein getrunken. Die Eltern fuhren Sonntags um 12 und um 18 Uhr war sie wieder ziemlich gut dabei.
    In dieser Woche war auch das Jugendamt bei ihr, weil die Polizei das wohl melden musste. Sie sagte dort zu, mit mir in die Schule, den Hort und zur Suchtberatung zu gehen. Letzte Woche bekam ich einen Anruf vom Jugendamt, das nachfragte, ob sie die Besuche mit mir gemacht habe. Hatte sie natürlich nicht. Von einem gemeinsamen Besuch der Suchtberatung wußte ich nichts. Ich habe ihr dann angeboten den Termin (gestern) mit ihr wahrzunehmen. Erst sagte sie zu, um dann eine halbe Stunde später meiner Tochter am Telefon zu sagen, dass sie alleine hingeht. Nach dem Besuch rief sie an, sagte dass sie noch zwei Termine dort hätte und das sie die Termine in Schule und Hort alleine macht. heute rief sie wieder an und erzählte, dass sie gestern bei der Suchteratung war.

    Es ist alles sehr nervenraubend. Ihr Sohn war am Wochenende viel bei uns und er tut mir dann so leid, wenn er heim muss und seine Mutter hat wieder zuviel getrunken. Er redet natürlich nicht über das Thema, auch nicht mit unserem Sohn.

    Warum muss sich das alles nur so lange hinziehen???

    Liebe Grüße
    drei???

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!