Hallo Angela
Erst einmal noch ein nachträgliches Willkommen von mir an dich in diesem Forum. Wie ich las warst du schon im letzten Jahr hier, um so schöner dann zu lesen, dass du auf gutem und trockenem Wege bist.
Ich erkenne mich in deinem Beitrag an sehr vielen Stellen wieder, nach meinem letzten Rückfall im Oktober 06 bin ich insbesondere in den letzten 4 Monaten auf ähnlichem Wege zu sehr vielen Erkenntnissen gekommen. Du hast u. a. geschrieben:
ZitatGeholfen hat mir dabei hauptsächlich, dass ich mich intensiv mit dem Thema Rückfall beschäftigt habe. Literatur gewälzt und dabei erkannt, es ist die Angst, die Scham, man schafft es nicht, das Leben würde ein Kampf werden. Ich kämpfe nicht mehr verbissen, wenn es mir schlecht geht, ich rede darüber, endlich kann ich darüber reden ohne mich zu schämen, dass ich eine Situation erlebte, in der ich früher zur Flasche griff. Und nur das Reden mit einem anderen trockenen Alkoholiker bringt mir das Gefühl von Geborgenheit dabei, weil der das genau kennt, wie es einem geht, wenn der Suchtdruck kommt.
Genauso ist es und genauso erlebe ich dies ebenfalls!!
Viel Unterstützung empfinde ich neben SHG auch allein schon durch das Lesen hier im SHG- Forum. Eine sehr schöpferische Ergänzung wie ich finde. Die reale SHG beschränkt sich bei uns auf max. 2 Std. wöchentlich, das ist nicht sonderlich viel.
Eine kleine Anmerkung von dir:
ZitatKeinem kann man einbleuen, dass er nicht trinken darf.
Nichts trinken zu DÜRFEN kann man sowieso keinem einbläuen, denke ich.
Denn trinken DARF JEDER !
Nur wer von sich weiß, dass er von dem Teufelszeug Alkohol süchtig geworden ist, muss diese Tatsache für sich so annehmen, dass er in seinem künftigen Leben auch keinen Alkohol mehr trinken WILL, um dann in weiteren ggf. Therapieschritten eines Tages sagen zu können: „Ich BRAUCHE dieses Teufelszeug nicht mehr“
Das ist glaube ich für jeden Betroffenen die günstigere Variante auch dauerhaft trocken zu werden und daran weiterhin zu arbeiten.
Hierfür hast du ebenfalls schon sehr viele Erkenntnisse erworben, die dich auch in die richtigen Richtungen orientieren, so dass du den Eierweg mtlw. verlassen hast.
Ich wünsche dir, dass du auf diesem neuen Weg bleibst und diesen nicht wieder verlässt!
Ach ja, nur ganz kurz noch, was mich in deinem Beitrag noch nachdenklich macht, da wir uns ja auch hier im Bereich Selbsthilfegruppen befinden:
ZitatDie Hintertüren, die ich mir offen hielt, die hat mir keiner in der Gruppe je vorgeworfen.
Und das sage ich, die nur 3 Bier abends trank, denn das war wirklich ein langer Kampf für mich zu erkennen, es ist total egal, wieviel ich trank, auch wenn mich andere dafür in der Gruppe belächeln und mich fragen, und du bist für dich Alkoholiker?
Ich kann und möchte mir hier kein Urteil über deine Gruppenmitglieder erlauben, da man dafür die Menschen erst persönlich kennen muss.
Aber es gibt auch noch viele andere SHG’s, die sich wöchentlich wirklich ernsthaft mit Themen zur Alkoholsucht, Rückfallprävention usw. und Wegen aus der Sucht in die Abstinenz, auseinandersetzen.
Vielleicht überdenkst du für dich mal in aller Ruhe, ob du in dieser Gruppe wirklich gut aufgehoben bist.
Nur zur Überlegung !
Alles Gute weiterhin für dich . .
. . Liebe Grüße von Heiko