Immer wieder Rückfälle

  • Hallo oxiran 276,

    Du schreibst, daß Dein Bruder "mittlerweise eingesehen" hat, dass ...

    Im allgemeinen kennt man vier Phasen :

    Die Vorahnungsphase, in der ein beginnendes Problembewußtsein eintritt, die Motivation aber noch nicht ausgeprägt ist.

    Die Absichtsphase, in der man sich ernsthaft Gedanken über Behandlungsmöglichkeiten macht, aber noch immer keine Behandlungsmotivation vorhanden ist.

    Die Handlungsphase, in der definitiv Schritte (Beginn einer Therapie) unternommen werden.

    Und danach die Phase der Aufrechterhaltung der Abstinenz sprich die Sicherung des Therapieergebnisses.

    Diese Phasen müssen aber nicht die Angehörigen begreifen und wollen, sondern der Betroffene selbst.

    Alles andere ist für die Katz.

    Liebling

  • Servus Oxiran276,

    ich fürchte, ich muss Dir mal einen kleinen Dämpfer verpassen. Nicht, weil mir das Spass macht, sondern weil ich merke, wie Du Dich da in was verrennst, was äußerst ungesund ist. Für Dich.

    So leid es mir tut, Dein Bruder wird für sich und aus eigenem Antrieb trocken werden müssen, anders wird das nichts. Und er wird es sein, der sich um Entgiftung / Therapie / SHG etc. kümmert, nicht ihr.

    So lange ihr das für ihn macht (erfragt etc.) geht es ihm doch gut: er hat jemand, der sich um ihn kümmert, und wenn's "zu schlimm" wird, einschreitet.

    Lies Dich hier mal in der Angehörigen-Rubrik in Ruhe durch, alles zum Thema Co-Abhängigkeit. Und zieh Dir das raus, was für Dich gut ist, um Dir weiter zu helfen.

    Und lass Deinen Bruder. Du hilfst ihm durch aktives Verweigern der Hilfe mehr, als Du ihm jetzt schadest!

    LG
    Spedi

  • Hallo oxiran,

    Zitat

    Ich habe dann gestern erfahren, dass er sich wieder permanent besäuft. Wir lassen ihn und warten, bis er wieder zum Entzug will.

    Und dann ? Dann greift ihr wieder ein ? Bringt ihn zum Entzug und wollt wieder regeln, was zu regeln ist ?

    Wenn er soweit ist, dass er wieder in den Entzug will, dann soll er sich darum bemühen und selber hingehen ! Und alles was dann geregelt werden muss, dass sollte er selber regeln. Er sollte entscheiden, wie es danach weitergeht - ob Therapie, SHG, LZT. Man wird ihm beim Entzug Wege aufzeigen.

    Ihr helft ihm am meisten damit, dass ihr gar nichts macht ! Ansonsten wird diese Spirale sich immer schneller immer höher schrauben.

    Ich weiss, dass es nicht einfach ist still zu halten und sich nicht zu rühren - aber auch Dir/Euch würde es sehr gut tun dieses Verantwortungsgefühl mal abzulegen.

    Grüßle
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

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