Anfrage

  • Hallo lilly

    Herzlich Willkommen hier im Forum, schön, das Du hergefunden hast.

    Dein Freund zeigt alle Anzeichen einer Alkoholabhängigkeit, aber ob er alkoholabhängig ist, kann nur er selber wissen.

    Erst einmal, eine Alkoholabhängigkeit ist nicht von der getrunkenen Menge und Häufigkeit abhängig, sie kann auch bei geringen Mengen und Unregelmäßigkeit vorhanden sein.

    Dein Freund aber scheint ja schon täglich das Zeug zu brauchen, ich schliesse daraus, das er sonst auf Entzug kommt, sehr unangenehm. kann bis zu Panikattacken, Schweissausrüchen, Zittern etc. kommen. Das will er damit vermeiden.

    Ich denke, ALLE Alkoholiker werden sich in Deinem Bericht wieder erkennen, es sind ganz typische Verahaltensweisen. Das Abwiegeln des Problems, das hastige Trinken, um nicht auf Entzug zu kommen, die Ausreden, es schmecke ja, obwohl es das schon lange nicht mehr tut, er wird sicher auch lügen, um an Alk zu kommen und evtl. auch heimlich trinken, wovon Du gar nix weißt.
    Auch wir haben wohl alle zu lange die Augen fest verschlossen, wollten lange Zeit unser Problem nicht sehen. Wir werden dann auch ungerecht bis aggressiv, wenn uns jemand unsere Droge Alkohol vorenthalten oder wegnehmen will. Kannst es ja mal versuchen,wie er darauf reagiert, ich vermute mal, das er SEHR sauer darüber wird und sagen wird: Du spinnst.

    Liebe lilly, wenn er Alkoholiker ist, dann kommt er aus dieser Sache nicht mehr ohne Hilfe raus. Dann braucht er auch ärztliche Unterstützung, eine Entgiftung, ne SHG etc. Das ist aber erst ab dann möglich, wenn er selber sein Problem erkennt und Hilfe WILL. Vorher ist leider gar nix zu machen. Er muß erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen, bis dahin muss er leider weiter saufen :(

    Du schreibst, das der Alkohol auch die Psyche verändert, ich denke, das hat bei ihm schon lange stattgefunden. Denn unsere Krankheit, denn das ist die Alkoholsucht, eine anerkannte Krankheit, ist auch immer psychisch, wir sind nie nur körperlich abhängig. Und unsere Krankheit ist unheilbar, nur durch absolute Abstinenz zu stoppen.
    Ein Glas, ein einziger Schluck Alkohol wird uns rückfällig werden und wir sind schnell wieder auf unserem alten Level.
    Dein Freund würde also, sollte er trocken werden wollen, nie wieder Alkohol trinken dürfen. Auch "dürfen" ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, denn es würde nach Verzicht klingen. Wirklich trocken kann man nur werden und bleiben, wenn es zu einer Lebenseinstellung wird, die aus Kopf und Bauch kommt.

    Nur mal so am Rande, alles, was Du da beschrieben hast, habe ich auch getan und es wird noch viel schlimmer, das ist erst der Anfang.

    Du wirst vielleicht wissen wollen, was Du für ihn tun kannst, ihm helfen kannst ? Das kann ich Dir gern sagen: GAR NICHT(S) ! Die einzige Hilfe ist die Nicht-Hilfe für einen nassen Alkoholiker. Mach nichts mehr für ihn, keine Ausreden, keine Lügen etc.
    Das einzige, was Du versuchen kannst, ist, ihn in einem nüchternen Moment auf sein Problem ansprechen, aber er wird wohl alles abstreiten und abwiegeln und Dich als etwas dumm dastehen lassen.
    Ansonsten bleibt nur die Trennung, evtl. mit einem vorher gestelltem Ultimatum, sich Hilfe zu suchen. Kann helfen, muß aber nicht.
    Ich denke, er ist noch meilenweit davon entfernt, sein Problem überhaupt selber zu sehen, ihm geht es noch nicht schlecht genug.
    Solange das nicht der Fall ist, kannst Du nix machen.

    Und er müßte auch für sich trocken werden wollen, wollte er das für Dich tun, würde auch das nicht funktionieren.

    lilly, die Alkoholsucht ist stärker als alles andere, auch stärker als die Liebe. Man möchte gern gegebene Versprechen halten, so isses nich,aber man kann es nicht mehr.

    ABER ES GIBT WEGE AUS DER SUCHT. UND HILFE ! Man muss es aber selber wollen.

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly :wink:

  • hallo Lilly 50,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen bei uns im Forum.

    Da spricht wohl schon einiges dafür das Ihm der Alkohol mehr bedeutet als er sollte. Dann kommt dazu das Du ein gebranntes Kind bist und doppelt scharf beobachtest.

    Es geht jetzt eigentlich weniger darum ob er schon ein Alkoholiker ist. Das können wir hier sowiso nicht abschliessend beurteilen.

    Die Tatsache das Du mit seinen Trinkgewohnheiten nicht zurechtkommst ist in diesem Fall viel gravierender. DAS ist doch der Punkt. Du solltest ihm unmissverständlich darlegen wie Du darunter leidest. Deine Vorgeschichte berechtigt Dich doppelt dazu. Zeigt er kein Einsehen und lässt Dich offenen Auges weiter leiden ohne etwas zu tun dann solltest Du wirklich die Beziehung beeenden.

    DAS kann es doch wohl nicht sein.

    Überleg in Ruhe ob Du evtl. nicht mit aller Konsequenz Deinen Standpunkt dargelegt hast aus Angst Ihn wieder zu verlieren. Das wäre nämlich der Fall wenn er sich entscheiden müsste und der Alkohol stärker ist.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Lilly,

    schreib uns gerne wie das weiterläuft wenn Du magst.
    Weiterhin viel Kraft für Dich.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!