Ich möchte mich kurz vorstellen

  • Hallo,
    ich bin Detlef 44 J, verh. 2 Kinder.
    Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und finde dieses Forum super, daher habe ich mich entschlossen, und auch endlich den Mut gefunden, mich auch zu öffnen um hier Hilfe zu finden.
    Mir ist eigentlich schon lange bewusst das ich ein Alkohlproblem habe, nur habe ich es immer verdrängt. Ich habe immer mal 4-6 Wochen ausgesetzt, aber meist nur weil sich meine Bauchspeicheldrüse gemeldet hat. Habe schon 5x in den letzten 3 Jahren wegen Pankreatitis im Krankenhaus gelegen, das sind furchtbare Schmerzen. Dann habe ich immer gesagt jetzt ist Schluss. Nach dem letzten mal, im Februar 07 hat man mir gesagt das ich Diabetes habe weil die Bauchspeicheldrüse schon so angeschlagen ist. Ich muss nun Insulin spritzen. Wenn es mir dann besser ging habe ich doch immerwieder angefangen Bier zu trinken, auch diesmal wieder. Seit ca. 3 Monaten reichen die Biere nicht mehr und ich trinke täglich, immer nur zum Abend, 0,3-0,5l Jägermeister und 1-2 Biere um eine "andere Fahne" zu haben. Ich bin dann immer noch recht fit, sodas ich meiner Arbeit am nächsten morgen ganz normal nachgehen kann. Ich habe auf der Arbeit den ruf eines sehr zuverlässigen Mitarbeiters und Problemlöser was die arbeit betrifft. Daher habe ich mir immer eingebildet es ist doch alles bestens. Aber so kann es nicht weitergehen.
    Mein "Schlüsselerlebnis" hatte ich letzten Samstag. Ich bin in eine Verkehrskontrolle geraten und musste mit zur Blutabnahme,
    2,69 Promille. Mal abgesehen was da noch auf mich zukommt, hat es mir die Augen geöffnet. Mit dem Wert sich noch so gut fühlen, das ist nicht mehr normal.
    In unserem Betrieb gibt es eine Abteilung für Suchtmittel abhängige, da werde ich mich am Dienstag mal vorstellen und um Hilfe bitten.

  • Hallo Detlev ...
    und herzlich willkommen im Forum,

    mit deinem Alkoholkonsum und deiner Bauspeicheldrüsenerkrankung sowie Diabites bist du lebensgefährdend erkrankt, das sollte dir nunmehr den Tiefpunkt geben, mit Fremdhilfe gewissenhaft deine Suchterkrankung zu behandeln.
    Deine hohe Alkoholakzeptanz kommt hinzu, ein Normalsterblicher wäre mit Notarztwagen ins KH eingeliefert worden.
    Da sagen die Leute meistens: "Man iss das n Kerl, kann der was vertragen."
    NEIN, das ist ein klares Merkmal von Alkoholismus.

    Du solltest sofort morgen einen Arzt aufsuchen, offen und ehrlich über deine Alkoholkrankheit und auch einen klinischen Entzug sprechen, der nebenbei noch ein wichtiger psychischer Meilenstein ist.

    Ich hoffe, dass dein Lappen nicht der Anlass deiner Überlegungen ist, dann wird das kaum was.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Freund,
    der Lappen ist nicht nur Anlass dafür, das hat mir nur erstmal richtig die Augen geöffnet. Das ich für den Lappen etwas tun muss ist mir auch klar. Aber wie Du schon erwähnst kann das mit meinen anderen Krankheiten den Tod bedeuten, das ist mir klar, aber der Saufdruck war immer Stärker als mein Wille. Ich will jetzt endlich etwas dagegen tun. Ich habe doch auch noch eine Familie die mich braucht.
    Ich habe hier den ersten Schritt getan, da ich hier anonym bin, auch das hat mich einiges an Mut gekostet. Aber ich habe hier viel gelesen und gesehen das man hier Unterstützung und Hilfe bekommt.
    Mit meinem Arzt habe ich schön öfter darüber gesprochen, aber ich war nicht offen und ehrlich zu ihm, habe es immer verharmlost. Er sagte dann auch immer, das schaffst Du schon.
    Noch mehr Mut werde ich brauchen wenn ich am Dienstag in die besagte Abteilung gehe. Dort sind Ärzte und Psychologen, die auch die möglichkeiten haben einem eine Therapie zu besorgen.

  • Hallo Detlef,

    der erste Schritt ist mit der, sich die Alkoholkrankheit einzugestehen und nichts mehr zu verharmlosen, zu wissen, dass man es alleine nicht schafft.
    Das war bei mir nicht anders.

    Ärzte im Allgemeinen, auch bei dir speziell in dieser Abteilung, kennen dieses Problem und es ist für sie nichts neues.
    Hier wiederum alles zu verharmlosen, wäre der einzige Humbug, musst du dort offen und ehrlich sagen, dass du deinen Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren kannst, eben dich als Alkoholiker siehst (so schwer es dir über die Lippen geht) und welche Maßnahmen dir vorgeschlagen werden. Auch eine klinische Entgiftung würde ich erfragen, weil sie auch einen wichtigen psychischen Meilenstein darstellt.

    Hier in diesem Forum bieten wir die Möglichkeit, im Erfahrungsaustausch hilfesuchenden Menschen Erforderliches für den Weg in die Trockenheit anzubieten, auf die Annahme kommt es bei jedem Einzelnen an.

    Gruß, Freund.

  • Hallo, und Danke für Eure Antworten.
    Ich war heute in der betreffenden Abteilung und habe mit einem sehr freundlichen Psychologen gesprochen, ich war absolut offen und ehrlich.
    Leider ist aus verschiedenen Gründen nicht mehr so eine Betreuung möglich wie noch vor 2 Jahren.
    Er führte ein Gespräch (0,5 h) mit mir und gab mir Adressen von SHG und Suchtberatung aus meiner Gegend. Eigentlich nichts anderes was mein Arzt mit mir am Donnerstag machte. Aber diese beiden Gespräche halfen mir ehrlich zu sein und zu sagen: Ja, ich habe ein Alkoholproblem, ich halte mich für einen Alkoholiker und will weg davon. Dieser Psychologe unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und daher wird mein Arbeitgeber von seiner Seite nichts erfahren.
    Am Montag werde ich mich mit der Suchtberatung (hier die Diakonie) in Verbindung setzen und einen Termin machen.

  • ... mit 2,69 Promille und dann hast Du zumindest selber noch das Gefühl, dass Du einen Wagen lenken kannst.

    Ich kenne von meiner Entgiftung einige Leute, die haben es zwar noch auf deutlich höhere Werte gebracht, aber Du solltest Dich definitiv auf eine Entgiftung mit anschliessender Therapie vorbereiten.

    Alleine schaffst Du es nicht mehr, die Strukturen sind wie man Deinem Beitrag entnehmen kann schon zu festgefahren.

    Ich würde Dir auch anraten keinen "kalten Entzug" zu machen. Das kann gerade bei Deinen sonstigen Krankheiten ziemlich in die Hose gehen.

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