Angst -schwer es zu lassen

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Für beide Gruppenbereiche kannst du hier Vorstellen und hier bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Am Wochenende ist auf der Entgiftungsstation, auf der ich mich befinde ein 42 jähriger Mann plötzlich verstorben. Vermutlich an einer Ösöphagusvarizenblutung, also an einer Alkoholfolgeerkrankung.


    Das macht Angst.


    Wir hatten dann heute eine Sondergruppe und haben über das traurige Ereignis diskutiert und eine Mehrzahl meiner Mitpatienten, mich eingeschlossen, kam zu dem erschütternden Ergebnis, dass es zwar angst macht, aber nicht dazu führt, dass wir endgültig die Finger vom Alkohol lassen.


    Ich frage mich derzeit, warum ich die Entgiftung mache. Ich bin ziemlich frustriert und es macht mich nicht glücklich was ich tue.
    Nicht, dass ich mit Alk glücklicher wäre.


    Meine Grundstimmung ist depressiv. Mir mag nichts Spaß machen und ich bin entsetzlich blockiert. Es fällt mir sehr schwer mehr als drei Worte zu sprechen, ich ziehe mich total zurück und hoffe jeden Morgen darauf, dass es besser ist. Aber es ist natürlich nicht einfach von alleine besser.


    Ich sollte also etwas tun, etwas verändern Doch da fängt ja schon das nächste Problem an. Ich weiß weder was noch wie.


    Ich bin innerlich leer und lustlos.


    Ich muss einen Weg finden die innere Blockade zu lösen, habe aber keinerlei Ansätze. Ich bin einfach nur froh, wenn ich wieder einen Tag hinter mich gebracht habe.
    Nur Freude kommt dabei nicht auf.


    Nun hat man mir heute nahegelegt ich möge noch bis zur nächsten Woche stationär bleiben. Begeistert bin ich nicht, denn ich profitiere augenblicklich nicht von der Therapie. Ich sitze die Zeit ab und kann mich nicht motivieren mein Suchtproblem anzugehen.


    Ich stehe mir selbst im Wege. Ich bin ratlos. Ich bin traurig, dass ich es nicht verstehe die Zeit besser zu nutzen.


    Und ich habe angst, denn sollte mein Zustand anhalten ist es nur eine Frage der Zeit bis ich nachgebe und mich benebel.


    Ich sollte also wohl aktiv werden, aber ich bin durch und durch passiv. Selbst während ich das hier schreibe bin ich irgendwie nicht bei mir. Ich stehe neben mir und beobachte eine Hülle. Meine Gedanken, meine Gefühle sind abgespalten. Es ist als habe ich keinen Funken Leben in mir.


    Ein kaum auszuhaltender Zustand.


    Es wäre wohl ein einfacher Weg diesen Zustand mit Alkohol für wenige Minuten zu verlassen, aber ein Teil von mir denkt, dass es eben zumindest ein Weg ist und besser als so hilflos dazusitzen.


    Therapie nutzt mir da im Augenblick gar nichts, denn ich kann mit niemandem sprechen. Meine Kehle ist zugeschnürt und ich habe kein Vertrauen.


    Ich will meine Ruhe, alle sollen auf Distanz bleiben… aber all das, was ich derzeit lebe ist verkehrt und lässt mich in der Sucht verharren.


    Und während ich das hier so schreibe werde ich echt wütend und möchte mich selbst ohrfeigen.


    Aber Selbstverletzungen, zu denen ich ja nun auch neige, ändern auch nichts.


    Ich sehe gerade alles schwarz und dunkel, dabei ist herrlichster Sonnenschein.


    Ich weiß einfach nicht weiter im Moment.


    Und/ aber ich will nicht mehr trinken.


    Körperlich geht es mir mittlerweile wieder gut, aber ich will nicht vergessen wie schlimm gerade auch die körperliche Abhängigkeit ist und wie furchtbar sich alles anfühlt, wenn du pausenlos trinkst. Die Übelkeit, dass Zittern, die Schwäche. Nur jetzt ist das alles so weit weg und ich scheine es doch schon fast vergessen zu haben.


    Ich will nicht trinken, aber ich habe das Bedürfnis zu trinken. Und leider, leider leider kann ich mich niemandem aus meinem direkten Umfeld öffnen. Ich bin nicht in der Lage mir unmittelbare Hilfe zu holen. Dass einzige, wozu ich mich gerade fähig empfinde, aber auch das nur mit Mühen, ist hier zu schreiben.


    Und jetzt habe ich genug gelabert und genervt.


    daniela

  • Hallo,


    wenn Du so extrem in Dich gekehrt bist, hast Du mal mit Deinem Psychologen darüber gesprochen?
    Das ist vielleicht der beste Weg, einen Anfang gegen Deine Ängste.


    Gruß
    Susanne

  • Hallo zusammen


    @Karsten: Zunächst einmal möchte ich dir danken für deine Antworten auf meine Postings!


    Wann bist du denn auf die Idee gekommen dieses Forum zu eröffnen? Finde ich eine gute Sache.


    Ich bin, was meine Borderlinestörung betrifft in Foren aktiv, dort findet häufig auch der Bereich Sucht eine eigenständige Ecke…aber ein gutes Forum rein zum Thema Alkoholabhängigkeit habe ich bisher noch nicht gefunden.


    Vielleicht werde ich ja hier die eine oder andere Unterstützung sowohl finden wie auch geben können.
    Wobei ich im Augenblick ziemlich gefangen genommen bin von meiner Problematik, also sehr egozentrisch und mein Blickwinkel nicht der offenste ist. Aber das wird sich auch wieder ändern.


    Das Forum ist noch recht frisch und ich freue mich, mich daran beteiligen zu können es weiter auszudehnen und hoffe mit dem einen und anderen ins Gespräch zu kommen





    Natürlich ist es nicht Sinn der Therapie die Zeit abzusitzen, aber derzeit sehe ich für mich keine andere Möglichkeit, asl den Tag möglichst unbeschadet zu überstehen.


    Mir hat man schon alles mögliche diagnostiziert… nichts aber war für sich alleine betrachtet ausreichend und wenn ich das eine behandelt habe blieb das andere auf der Strecke.


    Zuletzt war ich mehrere Monate wegen meiner Borderlinestörung in Behandlung…da wurde aber meine Sucht zu wenig beachtet und als der Druck in der Therapie zu groß wurde habe ich getrunken und bin natürlich rausgeflogen bzw. auf der Geschlossenen gelandet, weil ich unter Alk oftmals extrem eigengefärdent werde…


    Rede ich zu viel? Nun, du Karsten hast mich aufgefordert zu reden, ich hoffe es ist nicht von totalem Desinteresse,wer will schon tausend Worte lesen…


    Etwas, dass ich an den AA`s z.B. gar nicht mag, die ellenlangen Monologe. Ich brauche immer ein feedback, weil ich eben so unsicher bin in meinen Verhaltensweisen.


    Ob ich angst habe, was nach der Therapie sein wird… und wie!!! Ich sehe doch, dass ich gänzlich instabil bin, meine Stimmung auf einem Nullpunkt liegt und ohne adäquate Hilfe wird es schnell wieder bergab gehen.


    Mittlerweile haben wir uns darauf geeinigt, dass ich eine umfassendere, sagen wir mal holistische Therapie brauche, die alle meine Störungen berücksichtigt… Neben meinem Hang zur Alkoholsucht weise ich ja auch noch anderes Suchtverhalten auf…jedenfalls haben wir jetzt nen Antrag bei der Bfa gestellt der eindeutig auf die Behandlung von Doppeldiagnosen ausgerichtet sein soll..ich hoffe, ich erhalte bald mal eine Zusage und werde raus kommen aus dem Schlamssel


    Ich stehe mir selbst im Weg und verharmlose alles. Fragt man mich wie es mir geht sage ich :okay. Fragt man mich wie war das Wochenende, sage ich okay…. Aber nichts ist okay.. Oh, wie ich labern kann


    @susanne: du hast recht, ein Anfang wäre es mich meinen Therapeuten mitzuteilen. Aber wie ich versucht habe deutlich zu machen… ich bin von oben bis unten blockiert. Ich lasse niemanden an mich heran. Es macht mir zu große angst. Ich beantworte alle Fragen neutral, dabei geht es mir gar nicht gut







    Unter anderem habe ich auch ne Bulimie und in den letzten Wochen ist es wieder arg krass… werde ich danach gefragt sage ich es spielt keine Hauptrolle…ich spiel alles hinunter


    Und da kommt ein für mich positiver Aspekt des Trinkens angekrochen… wenn ich einen gewissen Pegel habe, dann kann ich reden, dann kann ich sagen wie mies es mir geht… dann jammere ich….


    Und ich würde mir ab und zu wünschen zu jammern. Nicht mich zu bemitleiden, nein, einfach meinen Frust hinauszulassen meine ich. Mir allen scheiß von der Seele reden.


    Aber seht ihr was für Ausmaße es annimmt wenn ich einmal anfange. Da ist so viel angestaut und ich werde es nie wirklich los.


    Ich habe nie gelernt wirklich über das zu sprechen was mich zerfrisst, will immer alles alleine machen.


    Jahrelang bin ich damit klar gekommen, vor 6 Jahren das erste Mal zusammengebrochen. Dann habe ich radikal mein Leben verändert, aber gleich wie sehr ich die äußeren Strukturen geändert hatte das Innere blieb.


    Im Februar dieses Jahres, als mein Ex sich plötzlich, für mich plötzlich trennte, da brach ich ganz zusammen. Verlassenwerden und Alleinsein kann ich nicht ertragen.


    Ich trank pausenlos und war bis Juni soweit, dass ich eine Entgiftung machen musste.


    Diese meine erste Entgiftung war so unvergleichbar zu der jetztigen. Ich genoss jeden Tag. Jetzt aber ist da in meinem Kopf noch was anderes vordergründig- damals stand nur die Sucht im Vordergrund- jetzt ist da deutlich das Kranke Borderline, die Bulimie und stärker ausgeprägte depressive Züge.


    Das Alleinsein, ich meine ohne Partnerschaft sein kann ich nicht ertragen…aber derzeit habe ich niemand in Aussicht. Hört sich doof an, ist aber mein Problem. Im Juni habe ich dann gelcih eine neue Beziehung begonnen…auch ein Borderliner mit Suchtproblematik..die Beziehung ging ebenfalls in die brüche und nu bin ich seit September allein. Kaum auszuhalten.


    Und jetzt habe ich für heute genug gelabert


    daniela

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