Verhaltensänderung unter Alkohol positiv oder negativ?

  • hey lydia

    oje ob du von mir lernen kannst, ich weiß net, sprüche klopfen kann ich halt gut :wink:

    ich stehe am anfang, zur zeit klappt es gut, daher weiß ich, dass ich mit meiner einstellung ganz gut fahre. es wird nicht immer so sein, aber ich weiß, ich werde es schaffen.

    lach, auf beziehungen laß i mi erst gar net ein, aber ich weiß welche fehler ich in meiner letzten gemacht habe, diese möchte ich nicht mehr wiederholen. das wird nicht leicht, dafür muss ich für andere einfache hürden überwinden, aber im moment möchte ich auch keine beziehung.
    momentan tendiere ich auch dazu, nach meiner weiterbildung aus meiner stadt ganz wegzugehn, einfach großstadt, da hab ich beruflich einfach bessere chancen. und diese entscheidung möchte ich alleine fällen, ohne einen partner zu haben, der mich hier hält. aber mal abwarten.

    warum unsere eltern sich für die sucht und net für uns entschieden haben, diese frage wird uns nie jemand richtig beantworten können. du sagst es, sie hatten die wahl, so wie du, du hast dich für dich und dein leben entschieden. ne gute wahl übrigens :wink:

    das wühlen in der vergangenheit hab ich erst gar net angefangen, glaub das wäre mir auch alles zuviel. mein vater war bestimmt ein grund und ich denke es war auch einiges in der kindheit. aber mehr will ich gar net wissen...

    liebe grüße

  • Hi Summerdream!

    sorry, daß ich mich nicht früher melde, habe es nicht früher geschafft.

    Dafür habe ich geschafft, gestern das erste mal zu den AA zu gehen *strike* (siehe Suchtforum).

    Du hast schöne Perspektiven. Ich denke,w enn man wieder planen kann, wenn man sein Leben wieder anpacken kann voller Zuversicht, dann ist man schon ein großes STück gegangen. denn sicher kennst du auch das Gefühl der abgrundtiefen Lebensmüdigkeit und Ohnmacht, oder?

    Das, was du schreibst, hatten wir gestern auch. Eine von den AA meinte nach dem Meeting (wir kamen irgendwie drauf..), daß das ganze Gewühle in der Vergangenheit nix bringe.

    Wenn du es nicht BRAUCHST, ist das gut. Bei anderen wiederum ist das tägliche Leben so beeinträchtigt, dass man hinkucken MUSS. WEil nix mehr geht.

    Klar - und das empfinde ich als schwierig - ist das rechte Maß wie immer das Ziel. Von Auseinandersetzung zur ziellosen Grübelei ist manchmal nicht weit. Aber durch das "sezieren" meiner Kindheit/Vergangenheit meiner Eltern habe ich viel verstanden. Alles andere wäre bei mir Symptombekämpfung gewesen.

    Wenn ich mal einen hellen Augenblick habe, kann ich das auch an mir schätzen und respektieren. Ich kämpfe seit ...ja, seit 20 Jahren mit Depressionen (Henne...Ei...keine Ahnung ob zuerst der Alkohol oder zuerst die Ängste und Depressionen da waren) und habe echt viel gepackt seitdem.

    Das LEben wird immer schöner, das Vertrauen habe ich mittlerweile :)

    alles liebe und ein schönes wochenende für dich!
    lydia

  • huhu lydia

    wow, dein erstes treffen, herzlichen glückwunsch! hört sich auch gar net schlecht an, was du im suchtbereich geschrieben hast und ganz toll, dass du in der großstadt den vorteil hast, dir die gruppe rauszusuchen, wo dir am ehesten zusagt.

    in meiner eigenen vergangenheit da muss ich wühlen, schon allein um das alles mal aus mir rauszulassen und es auch verarbeiten zu können. ich hab mich z.b. immer total mies gefühlt, wenn ich gedacht hab "soll meine mutter doch endlich sterben, hauptsache es is vorbei", da bin ich richtig erleichtert, wenn das hier andere kinder genauso schreiben.

    in der vergangenheit meiner mutter wühle ich net, denn es ist ihre vergangenheit, nicht meine! vielleicht würde ich verständnis aufbringen, aber letztendlich würde es an dem punkt scheitern, dass ich absolut kein verständnis dafür aufbringen kann, dass sie nach ihrer ausbildung weiter weg, bei ihren eltern angekrochen is und gebettelt und geweint hat, dass sie wieder bei ihnen einziehn kann.

    außerdem war ich scho viel zu oft die vermittlerperson zwischen meinen großeltern und meiner mutter, jeder war beleidigt und es kamen vorwürfe, weil ich nicht seinen worten geglaubt habe. ich weiß, da würde ich dann auch wieder zwischen den stühlen hocken und das mache ich nicht mehr!

    Zitat

    Das LEben wird immer schöner, das Vertrauen habe ich mittlerweile


    das freut mich, is ein gutes gefühl, wenn man wieder zuversichtlich sein kann oder?

    liebe grüße

  • ja, das ist es, summerdream!

    Das GEfühl immer dazwischen zu stehen, kenne ich auch. Furchtbar. Man wird auch so grausam feinfühlig, weil man ja schon als Kind gelernt hat, seismografisch zu fühlen, jede kleine ÄNderung der STimmung der Eltern wahrzunehmen - und zu schlichten.

    Es ist schön, dich hier kennengelernt zu haben :)
    Schönes wochenende!
    lydia

  • hey lydia

    glaub ich dir, dass du das gefühl kennst. ich hasse es und will es nicht mehr, auch wenn es erstmal streß gab als ich mich z.b. bei meinen eltern geweigert habe, dies und das auszurichten. inzwischen werd ich gefragt, ich guck nur :evil: und dann kommt "ok, ich ruf ihn/sie ja scho selber an"
    also auch sie sind manchmal lernbereit, man muss es nur mal sagen und auch dabei bleiben!

    die antennen bemerk ich auch oft :wink: schlichten zwischen meinen eltern musste ich net oft, wenn dann eher der eine elternteil zwischen mir und dem anderen :wink: pubertät halt, sooo brav war ich net 8)
    meine mutter hat eigentlich oft zu mir gehalten, meistens gabs streß mit meinem vater. er war immer gereizt, meine mutter sagt immer das lag am alk, keine ahnung, ob sie ihm damit was nachträglich unterstellen will oder ob es wirklich so war. für mich war sein feierabendbier normal, das hat er dann auch eingestellt, als das alk problem meiner mutter offensichtlich wurde. eigentlich isser immer gereizt...
    ich hab halt immer geschaut, ob und was ich aus der schule, später aus der arbeit erzählen kann, ob ich fragen kann, ob ich akte x gucken kann (wir hatten lange nur einen fernseher) und und und oder ob das wieder streß gibt.

    danke, ich wünsch dir übrigens auch ein schönes wochenende! hoffe du kannst es genießen :D

  • hallo summerdream!

    mein Wochenende war etwas kurz, aber geht schon. Wenigstens war das Wetter fantastisch.

    das was du beschreibst kenne ich gut. Diese Vorsicht, Ängstlichkeit.
    Was ich echt schlimm bei meiner Mutter fand/finde ist, daß sie dann oft noch mit der Angst vor unserem Vater gespielt hat, damit gedroht hat, wenn sie selbst mit ihrer Autorität am Ende war (denn wir kinder nahmen sie ja irgendwann nicht mehr für voll). Da sieht man dann, wie ein Mann eine Frau ständig demütigt, und diese Person versucht auch die Kinder auf ihre Seite zu bringen (nicht so platt, eher manipulativ über die "moralecke" - mutter das opfer, vater der böse täter), dann aber dreht sich der Spieß, und die beiden sind wieder eine Autoritätswand, gegen die man rennt.
    MIr hat der Schutz gefehlt. Bin heute noch total schutzbedürftig manchmal. Bzw. spüre ich sofort Panik in mir aufsteigen, wenn ähnliche Situationen ablaufen wie damals.

    Entschuldigst du dich auch so oft? :D Eine Freundin hat mich letztens wieder drauf hingewiesen und bat mich das doch mal bitte zu lassen. und ich: ja klar, Tchuldigung. ;)

    alles liebe und eine schöne, erfolgreiche Woche
    lydia

  • hey lydia

    na da ham wir ja wieder was gemeinsam, mein wochenende war auch kurz. im endeffekt nur der sonntag :( aber den hab ich in der sonne genossen hihi

    entschuldigen tu ich mich net oft, im gegenteil, mir fällt das wort sehr schwer!
    weißt du, ich hab von meinen eltern oft irgendwas vorgeworfen bekommen! mein vater hat sich nie entschuldigt, meine mutter oft, immer so nach dem motto "ach stell dich net so an, war ja net so gemeint!" beim nexten mal ging es wieder aufs neue los...
    wohl aus dem grund kann ich ein entschuldigung nicht so einfach akzeptieren, genauso wie es mir selbst immer zuwenig erscheint, wenn ich mal mist gebaut habe, verstehst du was ich mein?

    das glaub ich dir, dass dies alles schwer war. da versuchen sie sich gegenseitig auszuspielen und dann plötzlich halten sie wieder zusammen! was is etz die wirklichkeit, irgendwann weiß man gar nimmi, auf was man sich verlassen kann...

    lydia, wo solltest du schutz erfahren? auf deinen vater konntest du dich net verlassen, deine mutter war mal so und dann wieder so.
    irgendwie lernen wir kinder uns nur noch auf uns selbst zu verlassen, uns fehlt aber das nötige selbstvertrauen, um auf uns zu vertrauen. irgendwie weiß i gar net, wie ich des richtig formulieren soll :(

    liebe grüße

  • hallo summerdream,

    ja, ich verstehe was du meinst, was das entschuldigen angeht. Sicherlich reagierst du recht allergisch, wenn jemand das "Entschuldigung" als FLoskel benutzt (ich auch..).

    Diese Situationen als Kind haben sich emotional als Hilflosigkeit bei mir festgesetzt. Habe mich sehr mit diesem "Phänomen" der erlernten Hilflosigkeit auseinandergesetzt und das hat mich auch ein großes Stück weiter gebracht.

    Ich muß dich jetzt doch nochmal fragen, weil ich es nicht mehr auf dem Schirm habe: hast du selbst auch getrunken oder bist du "nur" angehöriger.

    sei nicht bös, wenn ich das überlesen habe, bin erkältet und stehe total neben mir.

    lg
    lydia

  • huhu lydia

    waaas??? i'm shocked!!! ne schmarrn, glaub die frage muss man hier scho ab und an mal stellen :wink:

    bin nur wegen meiner mutter hier bzw. anfangs wegen meiner mutter inzwischen wegen mir *g* aber eben nur als tochter

    dann wünsch i dir mal gute besserung, muss etz no weiterarbeiten, würg :wink:

    glg

  • hey lydia

    erlernte hilflosigkeit? etz bin ich neugierig, wie darf ich das verstehn?

    lol, stimmt auf die floskel entschuldigung da reagier ich recht patzig, hab mir auch scho öfters mehr als überraschte blicke eingefangen deswegen und die worte "stell dich doch net so an" :evil: wenns nur so einfach wär, aber wie du scho sagst, es ist halt oft a wort ohne weitere hintergedanken. eigentlich genauso wie die frage "wie geht es dir?" oder?

    liebe grüße

  • hallo Summerdream,

    "erlernte Hilflosigkeit" ist ein fester begriff.Kannst mal unter Seligman und erl. Hillosigk. googlen, bei Wiki steht auch ne ganz gute Zusammenfassung.

    Durch traumata oder eine gezielte Erziehung dazu (oft auch bei Frauen...) etc. wird der Mensch sozusagen blind für die eigenen Handlungsalternativen bzw. die eigene Handlungsfähigkeit. Das hat oft Depressionen zur Folge, klar.

    Bei mir war das ein ganz wichtiger Schritt WEG von meiner Ohnmacht und Hilflosigkeit, mich damit auseinanderzusetzen.

    alles liebe, bis bald
    lydia

  • hi summerdream,

    nö, ist eigentlich nicht kompliziert. Ich bin aber total erkältet und mein HIrn ist etwas weicher als sonst :D

    Bei den Büchervorschlägen unter Depressionen ist auch ein Buch zu diesem Thema drin.

    liebe grüße
    lydia

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