Ich dachte es würde leichter

  • hallo bambue

    begrüßt hab ich dich ja scho, etz ein bißchen mehr...

    schreib und les hier soviel du willst, ich finde das tut unheimlich gut - man fühlt sich nicht allein und merkt, das es noch viele andere gibt die genauso ticken wie man selbst :wink:

    mich würd mal interessieren, ob du nach dem tod deiner mutter in therapie warst oder sonstige hilfe in anspruch genommen hast bzw. auch scho vor ihrem tod. oder hast du versucht alles ganz alleine zu verarbeiten?

    Zitat

    Auch heute denke ich noch es hätte anders enden können wäre ich da gewesen, aber eigentlich glaube ich das nicht


    das wort "eigentlich" läßt mich vermuten, dass du nicht sehr davon überzeugt bist, dass du nichts hättest ändern können. oder?
    du hast das richtige getan, bist ausgezogen als du konntest, für deine mutter konntest du nichts tun. deine mutter hätte selber zu der einsicht kommen müssen, dass sie krank is - so schwer das auch is, leider ist es so. wir kinder bzw. alle angehörigen sind da absolut machtlos :(

    liebe grüße

  • hi bambue

    Zitat

    Es gibt auhc noch meinen Bruder, wir tauschen uns über dieses Thema sehr selten aus, es fällt mir einfach schwer mit ihm über solche Gefühle zu sprechen, da er sich dann immer gleich sorgen um mich macht, und das möchte ich nicht, er musste sich als ältester immer genügend Sorgen machen.


    hm... bin ja selber die älteste von meinen geschwistern und wie du scho sagst, ja wir "großen" machen uns sorgen. die mach ich mir aber so und so, lieber is mir, ich weiß was meine kleinen bedrückt als das ich mir darum erst noch gedanken machen muss - verstehste wie ich mein?

    liebe grüße

  • Hallo Bambue,

    schön das Du hierher gefunden hast. Zu wissen das man nicht alleine ist, dass man keine Sonderling ist, sondern das es vielen anderen genauso oder ähnlich geht, hat mir sehr geholfen und hilft mir nach wie vor, mein eigenes Leben zu bewältigen.

    Zitat

    Ich habe aber die Hoffnung dass es ohne Therapie klappt.

    So habe ich auch lange gedacht. Ich schaff das schon, ich bin stark… ich kann das … das wird schon… bestimmt… irgendwie… Viel zu lange habe ich so gedacht, aber irgendwann ging es nicht mehr und ich habe mir Hilfe bei einer Therapeutin gesucht. Das war genau die richtige Entscheidung. Zwischendurch habe ich auch versucht, mit Antidepressiva über die Runden zu kommen. Doch im Grunde habe ich die Sache dadurch nur verschlimmert, weil ich damit bei den Symptomen und nicht bei der Krankheit angesetzt habe.

    Das ist etwas was viele von uns „Kindern“ gemeinsam haben, keine Hilfe suchen und keine Hilfe annehmen. Was es heißt sich an andere zu wenden, sich auf andere zu verlassen, sich damit auch ein Stück weit abhängig zu machen, haben wir in der Vergangenheit ja bei unseren Eltern erlebt. Wir wurden nur enttäuscht und im Stich gelassen. Dann doch lieber gleich alles selbst machen. Zum einen wird man nicht enttäuscht und zum anderen haben wir die (vermeintliche) Kontrolle, weil wir wissen, das es getan wird. Eine weitere „Nebenwirkung“, immer schön die Kontrolle behalten, damit ja nicht wieder etwas schief geht.

    Manchmal ist es jedoch wichtig Hilfe zu suchen und auch anzunehmen, sich auf andere einzulassen und zu vertrauen, dass sie helfen wollen und uns nicht alleine hängen lassen. Zum einen ist es ein wichtiger Lernprozess um wieder Vertrauen und Loslassen zu lernen, nicht die Gefahr einer Abhängigkeit von anderen zu sehen, sondern die Hilfsmöglichkeit die sich einem bietet. Zum anderen kommt man aus manchen Dingen alleine nicht raus. Dazu ist die Sicht einfach zu einseitig geworden im Laufe der Jahre.

    Dein Job und Deine Ausbildung sind Dir nicht unbedingt eine Hilfe dabei, es allein zu schaffen, denke ich, denn oft ist es so das man den Splitter im Auge des anderen besser sieht, als den Balken im eigenen. Ich habe zwar keine Ausbildung in der Richtung, konnte aber immer recht gut sagen, wo es bei anderen im Argen lag und was sie ändern müssten, damit sie sich besser fühlen, es ihnen besser geht. Für mich selbst hat mir das nicht geholfen. Ich sehe jetzt erst wie oft ich anderen einen Rat gegeben habe, den ich besser selbst beherzigt hätte.

    Ich will Dich nicht dazu überreden eine Therapie zu machen, sondern Dir nur ans Herz legen, Deine eigenen Motive genau zu hinterfragen, warum Du es lieber ohne schaffen willst.

    Es ist nicht leicht und oft sehr anstrengend im eigenen Seelenleben zu wühlen. Ich vergleiche das gern mit einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Erst muss es unangenehm werden, damit es besser werden kann. Ich bin heute froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

    Gute Nacht…..
    Skye

  • hi bambue

    Zitat

    Erst da habe ich nach längerem an mir bemerkt, dass ich mit meinem Thema noch nicht abgeschlossen habe


    an welchen punkten und inwiefern hast du denn gemerkt, dass du das alles noch nicht verarbeitet hast?

    hast du überhaupt schon mit jemanden außer in der therapie über alles bzw. einen teil geredet? freunde usw?

    mir fällt es auch immer schwer, über meine probleme zu reden, hab aber gute erfahrungen gemacht, wenn ich dann über meinen eigenen schatten gesprungen bin - ganz besonders schwer, wenn die andere person gar nix von meinen probs daheim wußte. oft hab ich das gemacht, wenns mir gerade gut ging, da kann ich dann locker drüber reden, weiß aber, dass ich jemanden hab bei dem ich mich melden kann, wenns eben mal net so dolle läuft. und bis auf einmal (das war ein mann :roll: ) hab ich nur positive reaktionen bekommen, mei freundinnen ham sich eher drüber gefreut, dass ich ihnen vertraue.
    wie gesagt, ich weiß wie schwer das is sich zu öffnen, aber deine freunde bzw. freundinnen werden dich ganz bestimmt net deswegen verurteilen.

    liebe grüße

  • hey bambue

    der anfang is auch für mich immer das schwierigste, ich hab lang auch so gedacht wie du und immer auf den richtigen moment gewartet - und da hab ich ewig gewartet! wann kommt den der richtige moment um mit so einem thema anzufangen? sehr selten schätz ich mal!

    wenn du dich deinem freund und deinem bruder anvertrauen möchtest, vielleicht wäre ja auch ein brief ne möglichkeit - nur so a vorschlag.

    "du kriegst das scho irgendwie hin, klappt ja sonst immer auch" - weiß net ob du den satz auch kennst... is ja oft auch so, irgendwie klappt es scho mehr oder weniger, wir sagen ja selten, wenns uns zuviel is, also denken die anderen auch so - kann man ihnen au net verübeln, sie können ja net in uns rein schaun, um festzustellen, wie's uns geht - das müssen wir scho selber sagen.

    Zitat

    also dass ich es noch nicht verarbeitet merke ich daran, dass mich vieles dauernd beschäftigt und mich auch immer mehr im Alltag überfällt. Meine Erfahrung sagt mir wenn was verarbeitet ist belastet es nicht meinen Alltag.


    hm... ich finde so richtig haste meine frage net beantwortet bzw. du hast sie scho beantwortet, aber ohne dabei viel aus dir rauszulassen.
    was beschäftigt dich denn alles genau? der tod deiner mutter könnt ich mir vorstellen und was noch? erzähl mal ein bißchen mehr von dir! keine sorge, wir hören (lesen) dir zu und verurteilen oder kritisieren wern wir dich ganz bestimmt net!

    liebe grüße

  • hey bambue

    ah, etz haste schon mehr erzählt, toll!

    sei mir bitte nicht böse, aber mein blick auf die uhr eben sagt mir, dass ich etz ab ins bett muss, sonst komm i morgen früh net raus, morgen mehr, versprochen!

    bis dahin sei ganz lieb gegrüßt

  • hey bambue

    auweiha, da kommt ja einiges raus, was dich beschäftigt - kann ich auch gut nachvollziehn, selbst wenn ich (noch?) net alles erlebt habe.

    ganz ehrlich, möchtest du net wirklich nochmal über ne therapie nachdenken - war etz halt so der erste gedanke von mir, dass dir das vielleicht auch helfen könnte...

    hört sich für mich so an, als wärst du verdammt viel für deine mutter da gewesen, hast für sie gesorgt ohne ende usw. - dadurch wohl auch so beschäftigt mit allem, dass du vieles beiseite geschoben hast.
    einerseits is der tod deiner mutter natürlich schwer vor dich, ich denke aber durch ihren tod bist du auch von einer gewissen alltagslast "befreit" - die täglichen sorgen um das was kommen wird, sind weg - und in diese gedankenlücken schleichen sich jetzt deine kindheitserinnerungen, die du eben noch gar net verarbeitet hast...
    hoff das war etz net zu wirr erklärt, ansonsten frag nochmal nach :wink:

    ich bin mir sicher, ich würde mich an deiner stelle auch fragen, wie lang sie in der wohnung gelegen is - klar spielt das eigentlich keine rolle, aber irgendwie will man es doch wissen - keine ahnung warum :roll:
    alk hab ich oder meine geschwister noch nie besorgen müssen, das macht mei mutter scho schön allein (sie trinkt ja heimlich), aber ich bekam auch mal den vorwurf "ich hätte ja ein alkoholproblem, aber doch nicht sie" - ja klar :roll:
    ich war damals so stinkewütend, bin genauso an die decke wie du, aber letztendlich isses ja doch wieder typisches alki-verhalten von unserer mütter! überall anders hingucken und kritisieren, bloß net bei sich selber...

    Zitat

    Und als es dann ihrem Tod zuging wurde es immer heftiger, wie oft war sie in der Klinik wie oft mussten wir den Notarzt rufen, dann war sie kurzzeitig in Therapie, immer wieder der kleine aufkeimende Hoffnungsschimmer, dass sie es vielleicht doch erkennt und aufhört

    .
    diese hoffnung die man hatte und die sich dann einige zeit später wieder im nichts aufgelöst hatte - das war immer das schlimmste für mich. inzwischen hoffe ich nicht mehr, ich glaube auch net, dass sie es schaffen wird trocken zu werden - aber so werde ich scho net enttäuscht...

    liebe grüße

  • hi bambue

    haltet mich für verrückt, mir etz auch egal, aber ich glaube, dass ein mensch irgendwie weiß, dass er bald sterben wird.
    deiner mutter hat vielleicht der mut gefehlt, dir das noch zu sagen oder sie wollte dich damit nicht beunruhigen - daher hat sie das ihrer freundin gesagt - sie wird gewußt haben, dass sie es an dich weitergibt.

    ich glaub rebellisch waren wir alle mal ne zeit lang, dass du sie angeschrien hast und viel unterwegs warst, wird ja auch nicht ohne grund gewesen sein oder?
    ich weiß genau, wie du das meinst mit dem "es war ja normal".
    ich hab mir vor ein, zwei jahren immer gedacht, wenn ich heimgekommen bin und meine mutter wieder betrunken war, da würde ein fremder scho verdammt geschockt schaun - erstmal wegen meiner mutter selber, aber noch viel mehr wenn er sieht, dass dieses bild eben für meine geschwister und mich normal is - verstehst du wie ich mein?
    ja, wenn man etwas nicht anders kennt, dann geht man einfach davon aus, dass es eben "normal" is, oft erst viel später oder an den reaktionen von anderen leuten merkt man das dies absolut net ok war.

    mir fällt gerade auf, du erwähnst mit keinem wort deinen vater. ich weiß ja nicht, woran das liegt, aber wenn du drüber reden willst, darfst du das gerne tun, wenn nicht, isses auch ok.

    liebe grüße

  • hi bambue

    ja, wir waren immer der meinung, das bei uns anders war, aber wenn man sich hier so bei den anderen so durchliest, findet man sooo viele gemeinsamkeiten. du bist nicht allein mit allem, das hat mir anfangs (und auch jetzt noch) total gut getan das zu entdecken.

    dachte ich mir doch, dass du nicht ohne grund rebellisch warst. außerdem ist es auch wichtig, dass man ne möglichkeit hat seine zeit auch woanders als daheim zu verbringen, einfach ein ort, wo man nicht alles immer mitkriegt!

    es tut mir weh mir vorzustellen, wie du alleine vor der tür gestanden bist und nicht hineingekommen bist... gabs niemanden zu dem du gehen konntest, ne freundin, nachbarin oder so? aber gut, eigentlich egal, jetzt kannst es ja nimmi ändern.
    meine geschwister und ich haben das glück, dass noch die großeltern mit im haus wohnen, wir sind also immer in die wohnung gekommen, aber die betrunkene auf dem sofa oder auch auf dem boden liegende mutter kenne ich nur allzu gut. kann mich erinnern, das ich öfter mit der wohnungstür gekämpft hab, weil sie nach innen aufgeht und meine mutter innen davor lag und geschlafen hat :twisted: da konnt ich auch schrein was ich wollte, aufgewacht ist die nicht, da blieb nur die tür mit aller kraft aufzudrücken... wie du siehst, etwas anders als bei dir und doch wieder verdammt ähnlich...

    fehlt dir dann ein vater in deinem leben oder kannst du da wirklich locker drüberstehn?

    liebe grüße

  • hi bambue

    böse lavendel, löscht sie einfach das gedicht :evil:

    nene, so san mer doch gar net, kann sie ja nix für, doofe gesetze halt...

    wie gehts dir denn? vielleicht möchtest ja erzählen um was es in dem gedicht geht oder verraten wie's heißt, denk des darfst du (oder lavendel?).

    liebe grüße

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