Was ich nie gemacht habe, weil ich bei meinem Ex keinen Sinn darin sehe, das Wort Therapie in den Raum zu stellen. Denn eine Therapie folgt der Krankheitseinsicht. Solange die nicht da ist, ist meiner Meinung nach ein Drängen nach Therapie eine Art Vergewaltigung.
Ich habe meinem Ex gesagt, dass ich nicht bereit bin, mir seinen Absturz anzusehen. Wenn er sein gewalttätiges Verhalten gut findet und die Tatsache, dass er im Ort die meistgehassteste Person ist, so ist das seine Sache - ich will daran nicht beteiligt sein.
So, nun wurde auch ich ausgetauscht - in eine Gesellschaftstrinkerin. Schien am Anfang klasse zu sein - ungestört zu trinken, Gesellschaft zu haben und sich selber in einem tollen Licht darzustellen. Blenden und geblendet werden.
Denn irgendwann schien es wohl so zu sein, dass die Gesellschaftstrinker sich gegenseitig schlecht ertragen konnten. Ich fände es ehrlich gesagt sehr schade, wenn die beiden sich jetzt schon ihr gemeinsames Hobby aufgeben (er kämpft wie ein Wolf um mich, derzeit als "Beweis" sogar ohne Alkohol) denn ich muss noch meinen Umzug vorbereiten und viel packen
und das mache ich gerne in Ruhe.
Seid nicht eifersüchtig auf die "Neuen" - meiner hat mal zugegeben, dass er Angst habe dass ich mit ihm Schluss mache und das mit seinem Ego nicht in Einklang zu bringen wäre. Da wäre es einfacher gewesen mich abzuservieren und keine unangenehmen Wahrheiten hören zu müssen.
Nun gut, die "Neuen" trinken vielleicht mit, lassen neue Spiele spielen und werden am Schluss in selbiger Situation sein wie wir .... nur schneller ... nur schlimmer....
Im Fall meines Ex sieht es so aus, dass die beiden Gesellschaftstrinker sich das Leben gegenseitig schwer gemacht haben und sich eigentlich komplett gegenseitig - von Anfang an - belogen zu haben dass es kracht. Jeder hat ein Bild aufgebaut, dass er / sie nicht halten konnte. Ich war nicht dabei, kenne natürlich nicht die Situationen, die dort wirklich herrschen. Aber totale Abstürze nach solchen neuen Kontakten sprechen nicht unbedingt für glückliche Zeiten.
Ich selber habe alle Themen zum Bereich Alk einmal beim Namen genannt - das war für mich wichtig - das war es dann. Alles weitere interessiert mich nicht, ist seine Sache und sein Körper. Er hat einen Arzt, interessiert ihn sein Leben, so muss er mit diesem darüber sprechen. Ist er Alkoholiker oder Alkoholkrank ist mir egal - denn ich weiß es nicht - will es nicht mehr wissen - und bin selber keines von beiden, was er ist oder nicht ist - was ihn interessiert oder was nicht entzieht sich meinem "Aufgabenkreis".
Ich selber habe eigentlich nie gegen den Alk gekämpft - das Duo Gesellschaftstrinker und Alk ist eines, gegen das ich nicht ankomme - somit kann ich es lassen. Das habe ich übrigens auch ausgesprochen.
Positive Seiten - negative Seiten - nach nunmehr vielen Wochen intressiert mich das nun auch nicht mehr. Er ist was er ist - er soll leben was er will - vielleicht mit mir - vielleicht ohne mir - alles das ist einfach im Moment egal. Komme ich mit ihm klar, so kann sein, dass ich sehr wohl Fahrrad mit ihm fahre. Hat er eine Art, die ich nicht ertragen will, dann eben nicht. Mein Leben wird dadurch nicht ärmer oder reicher, besser oder schlechter.
Ich habe immer festgehalten an dem, was oder wie er mal war. Verdammt, dabei bin ich aber doch stehen geblieben. Verlange von ihm so zu sein wie vor 8 Jahren und verdonnere mich selber zu Stagnation. Genau das war es am Schluss nämlich.
Ich selber entwickle und verändere mich seit 9 Monaten, beständig - er seit dem Ende der Beziehung vor rund 2 Monaten. Wohin wir uns entwickeln ist erstmal egal - denn jeder geht jetzt seine Richtung, treffen wir uns mal zwischendurch o.k., treffen wir uns nicht genauso o.k.
Wir haben in allen den Jahren wenig unternommen, woran ich massgeblich mit schuldig war: unter Alk wollte ich mit ihm nicht unter Menschen sein! Gut, er will nun etwas mit mir unternehmen. Meine Aussage ohne Alk gilt noch immer - also sein Ding, ob er es schafft oder nicht. Ich fahre immer nüchtern Fahrrad - ich muss es nicht mit ihm....
Ich will damit nur sagen lasst Euch nicht unterkriegen dadurch, dass ihr ersetzt worden seid. Ihr dürft das nicht so sehen, als hätte Euch ein klar denkender Mensch ausgetauscht. Diese Menschen, die uns ersetzt haben, die hätten glaube ich lieber in sich selber etwas ersetzt oder ausgetauscht. Da das aber ein schwerer Weg ist sind sie den einfacheren gegangen.
Nie, nie, nie wollte oder konnte ich verstehen, warum es immer auf dieses "loslassen" hinaus läuft. Nun sehe ich es am praktischen Beispiel. Derjenige, dem ich alle Aufmerksam - ob positiv oder negativ zukommen ließ - der bekommt nun keine mir von mir. Uuups Defizit - da fehlt wohl was.... der Ersatz, nun der konnte nicht so richtig funktionieren weil sich ja hier zwei gleichgesinnte, berechnende Personen trafen....
Glaubt Ihr wirklich dass unsere Kranken nicht zwischendurch spüren dass etwas schief läuft. Schief läuft weil wir loslassen und uns selber an die Hand nehmen. Nicht nur, dass wir ihnen nicht mehr helfen, nicht nur, dass wir ihr Ego nicht mehr pflegen und hätscheln, sondern auch die vermeintliche Verbesserung durch einen Austauschpartner könnte ein schales Gefühl hinterlassen.
Aber dieses schale Gefühl, dieses mangelnde Streicheln des Egos, das können sie nur verspüren wenn wir alle loslassen.
Lieben Gruß von Dagmar