Beiträge von dagmar007

    Hey Ihr LIeben,
    mein Hausarzt sagte mir dazu etwas interessantes, über das ich mir noch nie Gedanken gemacht hatte.

    Er meinte ein Süchtiger wird immer fordernder. Innerhalb von Streitsituationen gelingt es seinem Gegenüber sich am Anfang zurückzunehmen bzw. das Gegenüber "lernt" es ist besser den Mund zu halten. Dadurch aber schaukelt sich von Seitens des Süchtigen die Situation wieder hoch und es kommen immer größere "verbale" Angriffe.

    Davon mal abgesehen sei der Süchtige nie schuld und überhaupt .... vielleicht kann er durch den Streit so sogar noch einen Grund zum weitertrinken finden.

    Egal und Partner .....
    Ich habe ein Problem damit, jemanden als "Partner" zu bezeichnen der gewalttätig wird. Egal, ob mit oder ohne verbaler Aufpeitschung. Verbal streiten ist noch keine körperliche Gewalt. Wer sich aber gegen verbale Angriffe nur körperlich wehren kann, für den ist Körpereinsatz das Argument.

    So etwas wollte ich für mich nicht dulden. Du hast ihn provuziert? Er Dich nicht? Wir Co's sind (kenne ich von mir) viel zu schnell und viel zu häufig bereit die Schuld auf uns zu nehmen.

    Mich fragte mal ein Kumpel von ihm "Warum tust Du Dir das/ihn an". Meine Antwort war "eigentlich (eigentlich an sich ist ja schon eine Einschränkung) ist er kein schlechter Mensch.....

    Genial ... eine Entschuldigung mehr.....

    Ich denke, da ist einfach die Selbstliebe und die Selbstbestimmung gefragt: was will ich ertragen, was kann ich ertragen und natürlich wie wird sich das alles steigern (können).

    Im Falle von Süchten gilt für mich noch eine andere Frage: in wie weit unterstütze ich das Alibi der Sucht und decke deren Folgen?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nein, Mädels, ich denke Mitleid wäre da sicher an der falschen Stelle. Das hatten wir wohl auch zu lange. Nebst der eingebildeten Erklärung "eigentlich ist er ja gar nicht sooooooo". Ironisch könnte man/frau sagen "neeeee, noch viel schlimmer"....

    Fakt ist Verantwortung musste ich tragen und im Regelfall alles anmahnen, was zwar seine Aufgaben waren, für mich aber wichtig waren wie Miete ect.

    Es gab sehr wohl Dinge, die mein Ex selber auf die Reihe brachte, aber immer erst dann, wenn der Gerichtsvollzieher ihn besucht hatte, eine Strafanzeige im Briefkasten war oder oder oder.

    Mit verantwortlichem und sozialen Leben hat das meiner Meinung nach nichts zu tun. Ich habe mich nur selber geblendet weil er in der noch "harmlosen" Zeit ganz lieb tat, damit ich auch funktionierte in und für eben diese Prüfaktionen. Schlimmerweise musste ich die Mietzahlungen prüfen, irgendwann mal dann seinen täglichen Konsum. So nämlich entsteht ruckizucki ein Kontrollverhalten, welches ich in meinem Leben nie hatte.

    Ein Punkt warum ich der These folge dass Co-Abhängigkeit eine Folge vom Schutzverhalten und den Anspannungen im Zusammenleben mit einem Trinker ist. Selbst wer zuvor "normal" war, muss mit dem wachsen der Verantwortung (gehen kann man/frau im Regelfall nicht sofort, ein paar Monate müssen gewartet werden bis eine Wohnung da ist. diese Monate bedeuten zusammenleben mit ständigen Aktionen des Alks.).

    Liebe Kathrin, diese Menschen machen sich ja nicht kaputt, weil sie sich kaputt machen wollen. Das weißt Du ja selber. Schleichend reinkommen, drin sein und dann Schwäche zugeben müssen, das gelingt wenigen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    faaaaaaaaaaaaaalllllllllllllllschhhhhhhhhhhh
    wenn es Dir gut geht, dann handelst Du selbstverantwortlich und fürsorglich für Dich selber. Genau dann (wenn es Dir in der Seele gut geht) dann schonst Du Dich, nimmst eine Auszeit und weisst, dass DU nur EINE Gesundheit hast.

    Das ist einfach nur der alte Trott: leisten, leisten und ja nicht nach sich selber sehen.

    Schön, dass Du gerade damit beginnst Dich und Deine Gesundheit zu pflegen. Nachdem Du das wohl früher weniger getan hast, sagt Dein Körper nämlich jetzt "no more".

    Ich wünsche Dir eine schnelle, gute Erholung

    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe pensamentos,
    ich selber bin "nur" Co und somit ist hier meine Antwort "weniger gefragt". Allerdings muss ich Dir sagen - da ich auch jede Menge an Übergriffen erlebt habe - dass das meiner Meinung nach keinesfalls nur am Alkohol liegt.

    Zwar enthemmt dieser, wer aber die Grundpersönlichkeit nicht dazu hat, der tut das auch nicht. Mein Hausarzt (suchterfahren durch Arbeit auf Suchtstationen an Landeskliniken) meinte ganz trocken "ein verklemmter wird übergriffig weil er nun das tut, was er im inneren schon immer wollte.".

    Ich finde Deine Frage interessant, glaube aber nicht, dass der Großteil selber übergriffig wurde, derer, die jetzt trocken sind. Übergriffig heißt für mich trotz NEIN körperlich den anderen zu benutzen. Übergriffig sein bedeutete für mich im Schlaf hochzuschrecken weil trotz getrennter Schlafzimmer plötzlich jemand an mir fummelte ect.

    Ich muss Dir sagen, ich hatte den Eindruck, dass der Mensch, den ich mir einbildete zu lieben gar nicht derjenige war, der er wirklich ist. Die agressive, übergriffige Art, auch mit kriminellen Tendenzen, erschien viel eher seine wahre Persönlichkeit zu sein. Dank Alk wurde alle Erziehung und alle sozialen Grenzen eben eliminiert. Aber diese Wünsche der Grenzüberschreitung, die könnten schon zuvor vorhanden gewesen sein.

    Schön, dass er den Weg in die Trockenheit gewagt hat und super, dass er eine Therampe machen möchte. Denn das dürfte ja das wichtigste überhaupt sein: falsche Mechanismen abzustellen und zu lernen selbstverantwortlich im anerkennen der Grenzen der Mitmenschen, sein Leben zu leben.

    Ich wünsche Euch viel Glück.

    Dagmar

    Hallo Sam,
    guten Morgen ;)

    "Er" braucht den Anstoß in sich selber - dann kann er auch die richtigen Stellen finden.

    Sag mal ganz ehrlich, versprichst Du dir wirklich Erfolg davon, ihm den Weg vorzukauen, den er ja nach Stimmungslage bei Euch zu Hause geht um ihn dann wieder bei mangelndem Interesse abzubrechen? ER muss WOLLEN - DU bist weder die Flasche noch der Alk noch derjenige, der aufhören kann. ER muss es wollen.

    Ich höre Dich schon sagen, "das tut er doch, er sagt es immer wieder". Für mich gilt - nicht nur im Fall Alkoholiker "Hilfe zur Selbsthilfe" diese kann aber erst dann einsetzen, wenn derjenige der Hilfe benötigt selber auf seinem Weg ist.

    Dummer Gedanke meinst Du, "Du willst ihm ja nur helfen, den Rest macht er alleine". Hmmm, was machst Du aber, wenn er dann sagt "Du hast doch alles in die Wege geleitet..."

    Du sprichst von wenig engagierten Ärzten ect. - nicht böse sein, aber vielleicht denken die auch "Hilfe bei Selbsthilfeabsicht".

    Warum Du ihn fallen lassen sollst? Das musst Du für Dich für Deine Situation überlegen ob Du es überhaupt kannst.

    Ich persönlich habe mich durch langes Bleiben schuldig gemacht dass die Krankheit immer schlimmer wurde. Durch meine unbewußte Unterstützung habe ich die Erhöhung des Konsums alleine durch meine Anwesenheit verdeckt. Es ist doch noch alles in Ordnung, er hat ein Dach über dem Kopf blablabla.

    Hätte ich wirklich geliebt, so wäre ich gegangen und hätte meinem Expartner die Chance gegeben sein Leben selbstentschieden zu regeln. So aber meinte ich das richtige für ihn zu wissen - kein Alkohol - ich meinte - aber er war und ist ein erwachsener Mann, der seine Entscheidung selber treffen kann.

    Er hat es: für den Alk und für eine neue Begleitung an seiner Seite, die munter die Gläser mithebt.

    Gut, sein Leben - meines ist ebenfalls derzeit nach meinem Wunsch - wir haben eben andere Wünsche, dennoch soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Wir eben nicht miteinander ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Richtig Gartenarbeit,
    hoffentlich behältst Du Deine derzeitige Stärke.

    Es ist nämlich für mich persönlich im Nachinein wirklich so, als hätte ich durch meine Unterstützung und dadurch hier und da die Schuld auf mich genommen zu haben die Sucht verlängert.

    Ich kann jetzt nur für mich persönlich sprechen. Aber alleine dadurch, dass ich im selben Haus wohnen blieb wirkte es nach außen "nun so schlimm kann es ja nicht sein". Durch meine Einkäufe für meinen Alltag vom Brot bis zum Toilettenpapier hatte er alles zuhause und somit unterstützte ich die Sucht.

    Da ich in dem Haus lebte kümmerte ich mich um Schornsteinfeger und Wasser ablesen, auch mal den Gerichtsvollzieher oder die Polizei hatte ich dann wegen seiner Aktionen als Gesprächspartner ;) Schon wieder ein paar Dinge, wo die Verantwortung durch mich abgenommen wurde.

    In Beziehungen auf Augenhöhe, wo jeder selbigs bietet, eine klare Sache! Aber von selbigem bieten konnte ich nur in einem Märchenbuch träumen.

    Kontaktabbruch macht es besser - keine Frage. Jedoch denke ich mal, es kommen einzelne Phasen der Bewältigung, wo bei mir persönlich innerhalb von jeder immer die Rückfallgefahr geboten war.

    Ich wünsche Dir viel Kraft liebe Gartenarbeit, jetzt DEINEN Garten so auf Fordermann zu bekommen, dass Du die schönsten Blumen und Früchte darin ernten kannst.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gartenarbeit (schnuckeliger Name) ;)

    Ganz lange, fast 10 Jahre, hat es bei mir gedauert bis ich begriff, dass dieses "Du bist schuld" keinesfalls der Realität entsprach.

    Ist aber ganz einfach: Streitgespräch - jeder verletzt Regeln, auch ich - nur wollte mein Gegenüber nicht erkennen, dass auch er 50% beigetragen hat. Ist ganz einfach zu sagen "Du bist schuld". Weil ich selber mich kritisch (zu kritisch) betrachte habe ich auch diese Schuldzuweisungen viel zu oft angenommen.

    Ich konnte nur mit "Flucht" mit der Situation umgehen, weil sich ganz schnell Agression einstellte als klar war dass ich ausziehe. Während ich (arbeitslos) zu dem Zeitpunkt neu starten und umziehen musste warf er mir vor, mir keine Gedanken über seine finanziellen Probleme durch meinen Auszug bei ihm zu machen.
    Er hatte sich eine neue gesucht und ich war frech genug nicht mehr im selben Haus wohnen zu wollen. Wirklich krass schuldhaft von mir.

    Mir stellte er Telefon und Internet aus Wut ab, und das obwohl ich mich auf Arbeitssuche befand, aber das empfand er als sein Recht (obwohl ich die Kosten hälftig übernommen habe) und natürlich war auch ich an der Aktion schuld.

    Neee, so einfach geht es nicht! Schuld haben immer zwei wenn es sich zuspitzt.

    Wenn aber noch die Krankheit einer Person hinzukommt, die keine richtige Wahrnehmung der Realität erlaubt, ist für mich das Schuldprinzip hinfällig.

    Liebe Gartenarbeit,
    auch ich habe innerhalb von einem Haus von ihm getrennt gelebt. Dennoch war ich weder vor Wutangriffen noch vor der Drohung "die Bude abzubrennen" oder sexuellen Übergriffen geschützt....

    Ich wünsche Dir viel Kraft
    Dagmar

    Liebe Babsiline,

    Du stellst selbige Frage, wie ich sie mir mal stellte:

    ..... Trinkverhalten meines Mannes normal ist. Wenn ich ihn darauf anspreche, meint er ich bilde mir das ein und ich reime mir etwas zusammen.....

    Eigentlich habe ich mich dabei aber um ein paar unbequeme Fragen mir selber gegenüber "herumgemogelt".

    Beispielsweise:
    Stört es mich, wenn mein Partner Alkohol trinkt?
    Stört es mich, wenn er eine Fahne hat?
    Stört es mich, wenn er nächtelang wegbleibt?
    Stören mich die Filmrisse?

    Schaffe ich es nicht zu überlegen, wo er vielleicht jemanden angefahren hat und Fahrerflucht begannen hat?
    Schaffe ich es, ein normales Leben zu leben - unbeeinflusst vom Maß der Katastrophen, die sein Leben mit sich bringen könnte....

    Eine Frage, die war für mich ganz wichtig:
    wäre ich bereit für ihn als Pflegefall mein Leben aufzugeben? Manch ein Alkoholiker wird das nämlich ganz schnell im zarten Alter von 40 - vielleicht sogar drunter.

    Weißt Du was ich mir anhören konnte ;) "ja, wir haben uns gestern auch darüber unterhalten, dass wir "alle" Alkoholiker sind". In dem Fall war der Bekanntenkreis schon so strukturiert, dass nur noch ein Promille Zugang haben wollte und konnte. Nun war es für diese promillehaltige Gemeinschaft, die sich als Zweckgemeinschaft zusammengerafft hatte, doch am sinnvollsten sich selber glücklich zu reden.

    Wenn ich angefangen habe, weitere Fragen an mich zu stellen kam da beispielsweise:

    Ist die Beziehung überhaupt eine, in der mich wohlbehütet fühle?
    Kann i ch mit ihm über meine Sorgen reden?
    Redet er mit mir über seine Sorgen?
    Haben wir Gemeinsamkeiten?
    Gibt es einen gemeinsamen Freundeskreis?

    Lauter NEINS waren die Antworten - wir hatten nichts gemeinsames mehr.

    Hinterfrage einfach mal Dich und überlege Dir, wie Dein Leben gut ausgefüllt und glücklich ist - erst danach stellt sich vielleicht die Frage, ob "er" da noch hineinpasst oder nicht.... und wenn ja, in welcher "Verfassung".

    LIeben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,

    ich sprach in einem anderen Beitrag das Thema "gut aussehen" an, Worte, die meine Freundin an mich richtete.

    Dabei ging es nicht um Aussehen als Aussehen in Form von Superfrau oder so sondern dass ich, Teenagerspätlese, mollig, zwar so aussehe wie sonst und doch verändert.

    Gut in Form von entspannt, relaxt, mit dem Leben in Einklang. Ich hoffe auch, dass das so bleibt. Ich spüre auch eine von mir abgefallene Last, dass ich dem Nachbarn nicht mehr öffne. Begriffen hat er nicht als ich ihm sagte "ich will alleine sein und das hole ich mir indem ich meine Tür nicht öffne oder das Telefon nicht abnehme".

    Gesagte Wort am Sonntag, bereits am Dienstag zwei Telefonanrufe. Ich merke einfach, wie sehr mich das genervt hat, nunmehr verliert es an Bedeutung weil ich gesagt habe meine Türe bleibt zu. Das ist natürlich im Gehirn nicht angekommen, aber Hauptsache in mir :)

    Gestern war ich früh - in meiner Privatzeit - am Arbeitsplatz um einige Fotos zu machen. Ich hoffe, dass es dort keine Rationalisierungen gibt, die mich als Neueinstellung treffen, ich fühle mich dort sau wohl. Von den Kollegen kommt Vertrauen und Offenheit und wenn ich mir überlege erst mal grad zwei Monate dort zu sein, ist es schon toll, was mir entgegengebracht wird.

    Ein bischen muss ich auf mich aufpassen. Ich würde gerne in einem Laden in meiner direkten Nähe einkaufen, allerdings neben dem Arbeitsplatz meines Ex, der ja nicht ganz gewaltfrei ist. Nunmehr weiß ich dass an seinem Arbeitsplatz 30 Kündigungen ausgesprochen wurden und Kurzarbeit herrscht. Mit der Erkenntis, dass sein täglicher Arbeitsweg 80 km einfach sind, ist die Frage ob da tatsächlich noch eine Gefahr auf mich wartet.

    Aber das ist so ein feiner Grad, wo ich ganz arg aufpassen muss um zwischen "Sicherheit" und "endlich nicht mehr fremdgesteuert" reagieren zu können.

    Derzeit mache ich einen längeren Weg zu einem anderen Laden der Kette weil ich einfach denke, ich muss nichts provuzieren. Früher oder später muss sich das ändern, aber das spüren wann ist "zu früh" oder "zu spät" ist noch nicht da.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Julchen :)
    Und wie ich das kenne.....

    Ich habe immer das Gefühl "vieeeel weniger" zu Stande zu bringen als zuvor, schlapper zu sein blablablabla....

    Denn:
    natürlich habe ich durch meinen Wunsch nach Holzbeheizung mehr zu tun. Natürlich kostet es imense Zeit wenn ich mir erlaube auf meine Bedürfnisse zu hören. Klar, es kostet Zeit, wenn ich tatsächlich das koche oder backe, wofür ich eingekauft habe. Klar, es kostet Zeit, mich morgens auf den Arbeitsplatz zu freuen und vorzubereiten (früher war das ja nur eine Muss-Übung) und jetzt bereite ich mich positiv vor :)

    Haushalt ... ach so viel würde ich noch gerne machen und gestalten ..... aber, dann gäbe es kein Blumen einkaufen und arrangieren, keine Samen einsetzen und kein zeitaufwendiges kochen....

    Einfach oder?
    Ab dem Moment, wo wir so leben, wie es der Augenblick wünscht, benötigen wir viel mehr Zeit. Einfach weil wir uns unseren Wünschen stellen und wir diese - eventuell durch ein langes Vollband - uns selber erfüllen. Zuvor habe ich funktioniert und mir nur selten etwas gegönnt, eigentlich erst dann, wenn ich am Boden lag....

    Ich glaube Julchen, genau dieses "schlechte" Gefühl ist ein Gutes :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Laurina,
    mir ist innerhalb dieser zeitgleichen Begegnungen aufgefallen, dass meine schädlichen Beziehungen immer sofort ganz eng und verschlingend waren. Ob ich nun besessen wurde oder selber das Gefühl hatte, den anderen fest um mich herum zu haben ist ja egal. Eigentlich sofort alle freie Zeit miteinander verbringen.

    Hier nun ist mir erstmalig aufgefallen, dass es für mich ungewöhnlich ist sich zu nähern und dann einfach Pause zu lassen. Einfach Ruhe und Abstand - egal wie lange. Ist doch egal, denn wenn es echtes menschliches Intresse ist, dann ist es auch in vier Wochen noch da.

    Innerhalb meiner anfälligen Zeiten war das nicht so - vielleicht Verlustängste? Mangelndes Vertrauen betreffend der eigenen Fasziniation, die ein anderer vielleicht morgen schon nicht mehr haben könnte?

    Haben wir Angst als "fehlerhaft" erkannt zu werden? Hm.... früher denke ich hatte ich das mal. Ich spüre derzeit etwas anderes, aber erst seit kurzer Zeit, wohlgemerkt - seit ich also an mir und dem Beziehungsgeflecht arbeite.

    Was mir auch stark auffällt, dass ich jetzt scheinbar auch in der Lage bin selbstlose Zuneigung zu empfinden (ich weiß nicht ob das früher der Fall war, ich befürchte eher nicht). Zumindest habe ich mich niemals dabei entdeckt, wie ich an einen Menschen denke und mir denke "einen schönen Tag wünsche ich Dir, wo auch immer Du bist, mit wem auch immer Du ihn verbringt und bleib gesund." Ich befürchte früher hätte mich eine Neugier zerfressen, wo Menschen die ich mag nun sind.

    Ich habe den Eindruck Laurina, wenn mir uns mit Nähe und Abstand beschäftigen, dann kommen (wie bei mir) die Aha-Momente von alleine weil wir aufmerksam sind. Zudem haben wir gelernt etwas in uns zu hören und sind uns gegenüber aufgeschlossner geworden.

    Laurina, ich habe mal unbewußt über einen abgelehnten Verehrer gesagt "er ist zu gut für mich". Es war eine liebevolle, verständnisvolle Seele..... Erst jetzt, 20 Jahre später wird mir die Bedeutung meiner Worte klar.

    Auch ich wäre nicht in der Lage eine Partnerschaft zu führen. Das muss ich auch nicht. Ich bin schon sehr froh, einfach Menschen ihrer selbst zu mögen. Ich freue mich über sehr viel schönes aus dem Kollegenkreis und habe das Gefühl nicht nur ich sehe Menschen anders, sondern auch ich sehe dadurch anders aus. Die Worte meiner Freundin "Du siehst gut aus" ohne Vorbehalt ohne irgendwas - genau in der Zeit, als ich einen Menschen wegschickte der mir nicht gut tut und zu einem, der mich wohl achtet "hallo" sagte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja Ihr Lieben,
    Kaltblut sprach was interessantes an, die Partnerbeziehung. Wobei ich noch gar nicht so tiefsinnig denken kann.

    Mir fiel auf das bereits ganz wenige Fakten dafür sorgten dass ich für einen Menschen eine Schublade aufmache. Ich habe die Schublade sogar "nur" über einen Gegenstand aufgemacht und nicht einmal den Menschen betrachtet. Das erschreckt mich sehr. Ich selber möchte nämlich auch nicht vorverurteilt werden.

    Ich glaube Nancy, ich bin da nämlich tatsächlich mal in meine tiefsten dunklen Kammern gerutscht. Ich war nämlich dabei einen recht normalen Menschen in von mir ausgedachte Schubladen zu stecken.

    Klasse einfach. Denn nun weiß ich was mir schadet, also habe ich das gleich mal auf den Menschen projeziert.
    Wie früher aber habe gleich tausend Grüne gesucht warum dieser Mensch als Kontakt (nicht als Partner) nicht gut ist. Ach, fiel mir viel an Gründen ein.

    Eines aber hatte ich übersehen, das tat später weh, als es mir auffiel: da war ein Mensch der mit mir in Kontakt treten wollte - ganz normal wie früher eben die Menschen, die ich ablehnte - und ich wollte wieder ebenso reagieren wie damals. Damit ich einen noch besseren Schutz habe wurde er gleich in Schubladen gepackt.

    Ich habe mir also einen Schutzmechanismus gebaut, der einfacher ist als einen Menschen so zu nehmen wie er ist. Ich habe meine Sicht projeziert und keinesfalls das, was war.

    Genau das "Beuteschema" welches Kaltblut anspricht finde ich ja so schlimm, welches ich hatte und drohte wieder anzuwenden. Nur jetzt noch um Nuancen gesteigert mit dem Wissen der letzten Beziehung.

    Ich bin mit mir selber und meiner Vorveruteilung ziemlich ins Grübeln gekommen. Ich finde es unschön, einen Menschen schlecht zu reden, der nur positive Züge an den Tag gelegt hat. Genau wie vor zig Jahren viele anderen Menschen auch. Ich frage mich nämlich ob ich so was wie Panik bekomme wenn mir jemand "nah kommt" oder einfach versucht mehr als Small-Talk zu betreiben.

    Denn es war wohl tatsächlich so, dass nur Bluffer in der Lage waren mir Aufmerksamkeit abzuverlangen und nicht normal redende Menschen.

    Es hat für mich den Anschein, als ob ich das große Glück habe, meine alten Muster im Kontakt mit einem Menschen zu erkennen, der stabiler ist als ich selber bzw. meine Expartner oder auch nur Kumpels. Mit dem Gefühl falsch reagiert zu haben (egal auf was) war ich schon in meinem Teufelskreis angekommen es nun besser und richtiger zu machen.

    Jetzt aber mit diesem Bewußtsein war es möglich ohne Fehler wieder "auszumerzen" einfach die Basis zu erweitern. Früher meinte ich immer wieder eine "neue" schaffen zu müssen, weil ich zuvor etwas "falsch" gemacht habe.

    Egal, ob es Partner oder eine gewisse Art von Kumpels war, immer hatten diese Kontakte von Anfang an unheilbringend angefangen, wie eine Art von Besitz-/Machtkontakten die ein loslassen nicht mehr ermöglichen. Da ist der Nachbar, der beständig anruft oder vor meiner Türe steht das Beste Beispiel. Ich sage ich will alleine sein, und zwar für die nächste längere Zeit und genau nach zwei Tagen wird bereits wieder x-mal am Abend angerufen.

    Ich bin sehr dankbar für diese Aha-Momente, die mich ganz schön Turbulenzen haben erkleben lassen. Auf der einen Seite ein Mensch, der klammert und mich überrennt, auch wenn es nur als Kumpel ist.
    Auf der anderen Seite ein Neukontakt wo sehr wohl Kontakt, loslassen, wiedertreffen, erweitern möglich ist.

    Zweimal also die nahezu identische Situation:
    zwei Menschen suchen den Kontakt - ich reagiere mit Vorsicht. Während einer dieser Menschen fair regaiert, mir den Abstand belässt und einfach aufbaut bin ich sofort bereit Schubladen zu öffnen und mich zurückzuziehen, den Kontakt abzubrechen.

    Während ich im anderen Fall ein halbes Jahr gebraucht habe um endlich überdeutlich zu werden daß ich diese ständige Nähe nicht sondern alleine sein möchte. Zwar kam auch diese Deutlichkeit nicht an und der nächst Schritt wäre wirklich die Unhöflichkeit, aber nun gut, wenn es sein muss, dann auch das.....

    Ich war also schon wieder auf dem Besten Wege in alte Muster zu fallen. Und hier ging es nur um nichtsexuelle Kontakte. In einer Sache wo es um neue Partnerschaften ginge wäre der Verlauf identisch gewesen!

    So aber hat dieser schmerzhafte Aha-Moment mich ziemlich durcheinander gewirbelt. Aber ich war in der Lage auf mein Bauchgefühl zu hören und klar zu bemerken wert mir gut tut und wer nicht.

    Gibt es Zufälle oder gibt es keine, beide Geschenisse waren zeitgleich. Ich konnte/musste also sofort spüren wie es ist wenn jemand meine Grenze übertritt und wie es ist, wenn diese geachtet wird. Zeitgleich wohlgemerkt. Per Bauch zu spüren wie sich "Einengung" anfühlt, aber auch wie das "losgelassen und wiedertreffen".

    Für mich ist so etwas krasser nicht denkbar, als in der gerade erlebten Form. Zu bemerken, wie ich mich von Kontakten, in denen ich mich nicht wohl fühle, schwer distanzieren kann, während ich andere, die mir gut tun, leichtfertig abschütteln möchte.

    Es ist schön, liebe Nancy, wenn das eine oder andere von mir erlebte Dir helfen kann besser in Dich selber hineinzusehen. Vieles ist so unerklärlich und so von Mustern gesteuert, dass es fast zum heulen ist.

    Übrigens konnte ich auch klar erkennen, dass egal ob Partnerschaft oder Kumpanei - die Konsequenz muss dabei sein. Nachbar und Expartner konnten mich immer irgendwann erweichen (dadurch dass wieder und erneut meine Grenzen verletzt wurden). Erst dann, wenn ich dem Gegenüber nicht mehr erlaube in meine Grenzzone zu kommen, kann ich missgefälliges abstellen.

    Ich habe den Eindruck Nancy, nach meinen Turbulenzen, dass eine solche Öffnung tatsächlich von alleine kommt, stückchenweise. Ich habe gemerkt Schubladendenken - falsche Schublade - wertvollen Menschen abgekanzelt nun liegt es an mir zu zeigen, dass ich diesen Menschen als wertvoll empfinde.

    Es geht bei mir nur um einen losen Kontakt, hat also absolut nichts mit Partnerschaft zu tun. Aber da dürfte man/frau doch am Besten lernen können.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da fiel mir doch gerade etwas auf/ein, was ich für mich persönlich alles andere als schmeichelhaft empfinde, aber dennoch beleuchten möchte.

    Auswahlkriterien, die ich nicht immer hatte - die irgendwann einmal da waren und mir damals noch nicht einmal aufgefallen waren.

    Es gab einige Männer, die in mein Leben traten, die als potentielle Partner in Frage kamen. Während ich bei für mich ungesunden Personen gleich Feuer und Flamme war und mir keinerlei Gedanken über deren Hintergrund wie Familie, Wohnform ect. machte und recht schnell eine Beziehung einging, so habe ich ausgerechnet bei den Menschen, die "normaler" waren genau diese Gedanken/Fragen des Hintergrundes durchgespielt, recherchiert und letztendlich durch alle diese Informationen über den Kopf entschieden "das kann nicht gut gehen".

    So - genial - habe ich mich also selber um Kopf, Kragen und Psyche gebracht. Nun ist aber die Frage, die sich mir derzeit stellt ob ich "ungesunde" Partner gewählt habe weil ich der Meinung war "ihnen gewachsen zu sein und ihnen niemals verfallen sein zu können" oder habe ich mir gesündere Partner selber schlecht geredet oder hatte ich Angst vor einer wirklichen zweiseitigen Beziehung, die bei einem "normaleren Partner" der Fall sein könnte.

    Himmel, das schockt mich gerade ziemlich und bringt mich so ein kleines bischen in Unsicherheit. Habe ich etwa diejenigen selber weggeschubst, die beziehungsfähig"er" gewesen wären.

    Wenn dem so ist, habe ich dann tatsächlich schon im Vorfeld erkennen können, wer meine Seele erspüren konnte und diese Menschen dann aufgrund von Gefahrensignal "abgelehnt".

    Oder waren sie so normal, dass Komplexe mir von vorneherein eine Flucht nahegelegt haben, mich als minderwertig eingestuft und sodurch meine Argumente gesucht wurden?

    Wie ich darauf komme? Weil genau dieser Mechanismus ausgebrochen ist: Informationen zu bündeln um feststellen zu wollen, lieber gar kein kennenlernen, weil nichtmal eine platonische Beziehung bestehen könnte..... Dafür fand ich dann ganz viele Gründe - eingebildete - Gründe die ich meinte voraussetzen zu dürfen, die aber teilweise bewiesenermaßen falsch sind...

    Ein bischen wirr, was ich hier beschrieben habe, ist es aber für mich auch noch. Ich frage mich nämlich ernsthaft ob ich genau die Menschen gewählt habe, die aufgrund von Psyche/Krankheit gar nicht in die Tiefe gehen können während ich diejenigen, die das können und wollen angsterfüllt durch tausend Argumente schlecht geredet habe.

    Oder gibt es eine andere Erklärung für dieses eigenartige Verhalten?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Legolas,
    Arbeitslosigkeit bzw. die Suche nach Arbeit kann auch eine Chance sein.

    Ich selber verlor erst den langjährigen Job und der Partner drehte von jetzt auf nachher aber so richtig durch, so dass eine Trennung notwendig war um das eigenes Überleben zu sichern.

    Etwas "besseres" als diese Arbeitslosigkeit hätte mir nicht passieren können. Sie nämlich ermöglichte mir in Ruhe den Umzug, das Bewältigen der Trennungsphase (bei dir eben vom Alk) und erlaubte mir frisch gestärkt durch Bliindbewerbung einen neuen Job zu erhalten, der gerade mal 3 km von der Haustüre entfernt ist.

    Natürlich mag es hart sein wenn man die Zeit rumkriegen muss, aber es birgt in sich eine große Chance: Du wirst nicht gehetzt, Du kannst wenn Du Dich mal schlapp fühlst dem nachgehen. Du kannst jetzt Adressen sammeln, die Du später nutzen kannst Es gibt so viel, gerade jetzt im Frühling was beginnt "loszulegen". Warum nicht Du?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da dürfte eine Menge dran sein, an dem, was Du schreibst, liebe Koketterie.

    Ein Korb, quasi eine nicht angenommene Einladung ist für mich schon lange nichts schlimmes mehr. Da habe ich gelernt es neutral zu sehen. Wenn ich jetzt eine Ablehnung bekomme, dann muss das morgen nicht ebenso sein. Wenn ich Lust habe zu fragen, so darf ich nicht voraussetzen, dass mein Gegenüber ein ähnliches Gefühl oder Verfassung bestitzt wie ich.

    Nein, auch mein Ego würde nicht leiden. Ich fühle mich in der glücklichen Verfassung, dass ich einfach "nur" sagen kann netter Kontakt, nicht mehr und nicht weniger. Was natürlich auch daran liegt, dass eine Beziehung für mich derzeit noch nicht denkbar wäre, dazu bin ich noch zu wenig "geerdet".

    Ich hätte noch nicht einmal Angst vor Zurückweisung meiner Person weil ich für mich einfach nur genieße dass ich "pur" sein kann ohne "Ausreden" ect. Ich gehe mal davon aus, dass wenn der Kontakt einschlafen würde, mir das alles als schöner Lerneffekt in Erinnerung bliebe, mir aber kein Herzeleid präsentieren würde.

    Das was Du schreibst gibt ganz neue Aspekte. Vielleicht ist so wirklich mein persönliches Aufarbeiten schrittweise möglich. Je nachdem wie hoch mein Vertrauen in das Gegenüber ist kann ich mehr oder weniger reagieren. Ist schon komisch, denn ich dachte quasi so ganz einfach, ich könnte diese Vergangenheit "abstreifen", na ja, das Leben zeigt mir gerade einen ganz anderen Weg.

    Der scheint gerade zu sein durch die Annahme des letzten Jahrzehnts in das nächste zu starten. Das Vergangene nicht als Balast zu betrachten sondern als einen Weg in Neues - siehe Berufsleben.

    Ich empfand es für mich selber einfach als sehr wertvoll alte Muster weg lassen zu können. Und einfach den Mut zu haben die Situation im Jetzt zu erleben - egal, was sie bringt. Das waren alles Dinge, die waren mir früher nicht möglich.

    Ich habe keine Erwartungshaltung mehr, das genieße ich für mich wahnsinnig. Ich freue mich über das, was das Leben mir anbietet, nicht mehr und nicht weniger. Fast alle "Dinge/Kontakte" früher waren bei mir geprägt von einer "Erwartungshaltung" egal in welche Richtung. Oder aber eine Gewinn-/Verlust-Rechnung, die ich nun nicht mehr spüre. Vielleicht habe ich das (auf-)rechnen verlernt ;)

    Es ist das, was Du ganz am Anfang sinnbildlich geschrieben hast mit "frei" "locker" "beschwingt" Eben das Gefühl vom "jetzt" ohne verbunden zu sein mit mehr. Ich denke einfach, das alles beschäftigt mich so, weil es ganz neue Impulse sind und auch bei mir selber eine ganz neue und andere Verhaltensweise. Es wird sich zeigen in wie weit das nur mich als Person betrifft und weitere Personen vielleicht gar nicht involviert sind. Das alles muss die Entwicklung zeigen, über deren Beginn ich einfach nur "dankbar" bin.

    Lieben Gruß und danke für die Gedankenanstöße, die ich aus dieser Sichtweite bisher nicht hatte (außer was den neutralen Kontakt zwischen Männlein und Weiblein betrifft, denn da bin ich Deiner Meinung. Aber vielleicht täusche ich mich auch hier :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Ri,
    ich denke, die Frage ist nicht ob man/frau/Du oder ich einem Alkoholiker eine Chance geben sollten sondern wieviel DU einstecken kannst? Was kannst Du noch verkraften? Wie lange machen Körper und Seele das auf- und ab-Spiel mit.

    Ich sehe das mittlerweile ganz "einfach". Wer sich von Profis helfen lassen will, der kann es. Wer sich helfen lassen will, der soll einfach Taten wachsen lassen und auf die vielen Worte drum herum verzichten.

    Überzeugen irgendwann die Taten, kann man/frau/ sich über eine neue Regelung besinnen. Bis dahin lautet meine Regelung: "mein Weg, mein Ziel und mein Leben".

    Vor einem Rückfall dürfte niemand gefeit sein - somit auch nicht vor einem Leben mit Happy-End. Es muss die Kraft zu finden sein, immer und in jeder Situation das eigene Leben selbständig losgelöst vom alkoholkranken Partner zufriedenstellend zu bewältigen. Denn nur dann, denke ich, kann man/frau überhaupt ein Partner für einen Menschen sein, der trocken werden will.

    Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg.

    Dagmar

    Weißt Du Doro, ich habe mir gar keine Gedanken darüber gemacht, wie sinnvoll oder sinnlos Deine Gedanken sind sondern einfach die Tatsache, dass Du Dir SEINE Gedanken machst. Du willst ihm das Schlimmste ersparen, kann ich verstehen, aber der Weg in der Sucht wird dadurch verlängert.

    Ein jetzt Trockener Leiter einer AA Gruppe sagte mal zu mir: "so lange der noch nen Job hat und ein soziales Gefüge da ist ändert sich nichts und gibt es keine Einsicht". Das muss nicht (!) für jeden gelten, aber es sagte mir klar und deutlich ICH DARF NICHTS TUN, was diesen Zusammenbruch verhindert.

    Ich habe das Gefühl Doro, alle Deine Kraft geht dahin ihm helfen zu wollen - wenn auch nicht als Ehefrau - aber doch als Helfer, der alles managt. Natürlich ist es für die Kinder schöner einen "normalen" Vater zu haben. Er scheint es jedoch nicht zu sein und Dein Verhalten hilft einfach das Deckmäntelchen noch eine Zeit lang aufrecht zu halten.

    Weißt Du Doro, ich kenne den Ablauf, den Du erlebst, hatte ihn selber. Einige Zeit Distanz, vorsichtiger Kontakt und alles bereits erarbeitete war hin weil ich wieder an mir begann zu zweifeln ob ich richtig entschieden habe ob es wirklich so schlimm war und und und ...

    Jeder Kontakt brachte bei mir eine ungewollte Wehmut hoch, den Wusch, dass doch mein (unrealistisches Märchen) ein gutes Ende findet. Und wieder war ich voll "in seiner Hand" und nicht mehr in meinem Leben. Ich wäre fast von meinem schmalen Pfad in mein neues Leben abgebogen auf seine "Hauptstraße in den Untergang" und hätte es fast nicht bemerkt, weil wir waren ja getrennt....

    Aber meine Gedanken waren so viel bei ihm, dass ich von Trennung ebenso wenige reden konnte wie von meinem Leben.

    Doro, natürlich sind die Gefühle berechtigt: wir haben diese Menschen geliebt und sie waren der Mittelpunkt unseres Lebens. Also wollen wir dass es ihnen gut geht. Wenn diese Menschen, sich aber für ihren Weg entscheiden, so müssen wir das (wenn wir wirklich lieben) erlauben und zulassen. Dann müssen wir sie ihren Weg gehen lassen, auch wenn es ein "Point-of-no-return" sein sollte.

    Weißt Du Doro, mir fällt es schwer das in Worte zu packen weil ich Dich keinesfalls angreifen will! Ich kenne eben bei mir dieses zarte und zerbrechliche Pflänzlein, welches langsam ans Tageslicht kommt. Ganz leicht bekommt es einen Frost ab und vorbei ist es mit dem Pflänzchen Dagmar oder Doro.

    Ich sehe Dich mal symbolisch gesehen als junges Pflänzchen, welches gerade die ersten Blätter gegen die Sonne streckt und Dein Ex-Partner ist der kalte Windhauch. Ein paar Grad zu kühl, und Doro-Pflänzchen erfriert.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich hätte auch nie gedacht, liebe Fish, dass ich so was mal zu lesen bekomme.

    Respekt und Hut ab! Es zeigt aber ganz deutlich, dass der Weg zu Dir ein gewinnbringender war. Er wird schwer sein, auch noch weiterhin, keine Frage! Aber es ist kein Balanceakt zwischen wollen, haben und haben sollten.

    Ich finde das Klasse! Nicht die Trennung!!! Sondern dass Du für Dich Freundschaft geschlossen hast mit (D)einem Leben ohne Belastung durch die Sucht.

    Das muss nicht heissen für immer ohne ihm, denke ich mal. Aber die jetzige "Ist-Situation" scheint für Dich einfach klar keine Zukunft offen zu lassen. Sehr gute Rücksichtnahme auf Dich und Dein Leben!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Koketterie sprach mir heute so aus dem Herzen, was Veränderungen in einem selbst betreffen.

    Verhaltensveränderungen, über die ich sehr glücklich bin, aber auch die Frage wie ich mich einem kleinem Pflänzchen namens "Kontakt" nähere. Im erwachsenen Alter scheint das irgendwie nicht so ganz einfach zu sein, wenn es gegengeschlechtlich ist.

    Ich bin derzeit dabei mir zu erlauben auf Menschen zuzugehen, denen ich früher vor lauter Panik aus dem Weg gegangen bin. Bei einigen wenigen neuen Kontakten habe ich bemerkt, dass meinerseits eine gewisse Unsicherheit da ist, die schnell falsch interpretiert werden kann. Nämlich Unischerheit von mir, die wie Selbstsicherheit oder gar Arroganz oder Desineteresse wirken kann. Das war schon in jungen Jahren ein Problem welches mich begleitet hatte.

    Aber genau dieses "frei" sein, von dem Koketterie schreibt hat bei mir auch diesen Lebenbereich berühert. Da wo ich früher durch Unsicherheit passiv teilnahm bin ich nun bereit auch aktiv zu sagen "hallo, Menschlein, ich registriere Dich und freue mich Dich zu sehen".

    Eine Situation, von der ich niemals dachte, dass ich sie erreichen würde. Ein Gefühl frei zu sein im "Neu-"Kontakt mit anderen, gewissen, Menschen. Ich hatte zwar nie Kontaktschwierigkeiten, durch innere Unsicherheit habe ich das jedoch immer sehr flappsig, manchmal auch ironisch oder sarkastisch gestaltet. Nicht so ganz dolle, wenn das "Menschlein gegenüber einen nicht kennt und das nicht einordnen kann".

    Ich war sehr glücklich darüber, dass mir das derzeit anders möglich ist. Ohne Tarnung - oder pseudo-Grund, auf den anderen zuzugehen. Früher benötigte ich immer einen "Grund" für ein Gespräch mit jemandem, mit dem ich noch nicht so vertraut war. Heute ist das anders. Diese Angst, sich eine Blöße zu geben, sich zu "blamieren" die spüre ich nicht mehr.

    Allerdings muss ich sehr, sehr sorgsam bei mir sein und bei meinen Gedanken. Ich verhalte mich anders, mein Umfeld reagiert und ich bin somit in einer komplett neuen Situation, für die es heisst, die richtigen neuen Verhaltensweisen zu finden.

    Das beginnt schon damit, dass man/frau/Arbeitskollegen mir genau diese Veränderung ansehen und mich darauf ansprechen. Positiv, schön.... aber auch damit muss ich umgehen lernen.

    Über Jahre durfte niemand in meine Seele vordringen und ich war nie zu mehr bereit als zu einem oberflächlichen Kontakt (ausser bei engen Freundinnen zu denen ich Vertrauen habe). Nunmehr sieht mir das Umfeld in die Seele und bemerkt eine Veränderung an mir. Nunmehr spüre ich Interesse an meiner Person und Suche nach Kontakt auf die ich reagiere bzw. reagieren möchte. Nicht aber wie innerhalb meiner letzten Beziehung, wo ich passiv war, sondern als gleichberechtigter Gesprächspartner, der auch offen Sympathie zum Ausdruck bringen kann, darf und soll.

    Ist nicht so ganz einfach dieses Neuland, einfach weil man/frau/andere mir so vieles an der Nasenspitze ansehen. Die Nasenspitze, die ich zuvor lieber in Vogel-Strauß-Politik in den Sand bohrte.

    Nun ja, das gibt noch einen Weg...

    Lieben Gruß von Dagmar


    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Koketterie,
    Wehmut konnte ich nicht finden, als sich die Zeitzonen berüherten. Allerdings die Frage, ob tatsächlich die Vergangenheit sich mit der Zukunft berühren soll.

    Vielleicht, liebe Koketterie, stehe ich auch nicht mehr dazu was viele Jahre mein Leben war und möchte keine neuen Menschen darüber informieren, wer einmal mein Partner war, über den doch schon das gesamte Umfeld Bescheid wusste, ehe ich auch nur begann zu erwachen.

    Da muss ich mit mir mal ins "Brainstorming" gehen und mich fragen was ich (jetzt) will und was nicht. Heute ist noch kein Handlungsbedarf. Dennoch spüre ich dass da langsam ein kleines Pflänzchen namens "Kontakt" wächst. Im erwachsenen Alter scheint das irgendwie nicht so ganz einfach zu sein, wenn es gegengeschlechtlich ist. Ich möchte aber keinesfalls durch eine eventuelle "Panik" vor der Vergangenheit jemanden "unsachgemäss" behandeln weil ich noch nicht so genau damit klarkomme.

    Du, das was Du mit dem Lächeln sagst, das spüre ich im Moment ganz besonders. Ich bin derzeit dabei mir zu erlauben auf Menschen zuzugehen, denen ich früher vor lauter Panik aus dem Weg gegangen bin. Bei einigen wenigen neuen Kontakten habe ich bemerkt, dass eine gewisse Unsicherheit da ist, die schnell falsch interpretiert werden kann. Nämlich Unischerheit von mir, die wie Selbstsicherheit oder gar Arroganz oder Desineteresse wirken kann. Das war schon in jungen Jahren ein Problem welches mich begleitet hatte.

    Aber genau dieses "frei" sein, von dem Du schreibst hat bei mir auch diesen Lebenbereich berühert. Da wo ich früher durch Unsicherheit passiv teilnahm bin ich nun bereit auch aktiv zu sagen "hallo, Menschlein, ich registriere Dich und freue mich Dich zu sehen".

    Eine Situation, von der ich niemals dachte, dass ich sie erreichen würde. Ein Gefühl frei zu sein im "Neu-"Kontakt mit anderen, gewissen, Menschen. Ich hatte zwar nie Kontaktschwierigkeiten, durch innere Unsicherheit habe ich das jedoch immer sehr flappsig, manchmal auch ironisch oder sarkastisch gestaltet. Nicht so ganz dolle, wenn das "Menschlein gegenüber einen nicht kennt und das nicht einordnen kann".
    Ich war sehr glücklich darüber, dass mir das derzeit anders möglich ist. Ohne Tarnung - oder pseudo-Grund, auf den anderen zuzugehen. Früher benötigte ich immer einen "Grund" für ein Gespräch mit jemandem, mit dem ich noch nicht so vertraut war. Heute ist das anders. Diese Angst, sich eine Blöße zu geben, sich zu "blamieren" die spüre ich nicht mehr.

    Ja, liebe Koketterie, ist schon wahnsinnig, was sich da an Veränderungen abzeichnet. Dinge, an die man/frau nicht gedacht hätte, die da plötzlich in der Türe stehen und ruckzuck den Eingang gefunden haben.

    Lieben Gruß von Dagmar