Beiträge von dagmar007

    Ich denke mal, liebe Kathrin, wir wählen auch unsere Freunde "anders" aus. Mir ist sehr aufgefallen, dass ich mit den meisten Menschen aus dem Bekanntenkreis meines damaligen Partners nichts anfangen konnte. Klar, ich war weder ein Würfelfreund, noch fand ich alkoholisiertes Gelalle toll.

    Komischerweise gab es in seinem entfernten Bekanntenkreis Menschen, mit denen er es nicht so hatte, die aber genau meine Sympathien bekamen. Komischerweise auch diejenigen, die sich ganz schnell von ihm abwendeten, bevor er sich von ihnen (wie von mir) abwendete.

    Mein Freundeskreis ist total anders und es gab da niemals Gemeinsamkeiten bei uns. Ich würde mal sagen, keiner von uns fühlte sich wohl in der Gegenwarte des Freundeskreis der anderen.

    Nun, mein Umzug lief wie geplant - meine Freunde waren da und das nicht nur ein bischen.

    Das ist nämlich genau der Unterschied: sich alles sagen zu können, klar und respektvoll, das geht selten mit Alk.

    Weißt Du Kathrin, dass Du dich von Deinem Vater abgrenzen konntest kann auch ein reiner Überlebensmechanismus sein, der Dir glücklicherweise mitgegeben wurde. Ich hatte ja mit meinem Hausarzt ein sehr langes Gespräch, da auch er im Suchtbereich über Jahre hinweg arbeitet. Auch er sagt ganz klar "abgrenzen" und zwar ganz schnell. Wobei er sich im Klaren ist wie schwer das für Angehörige ist. Ich war sehr erstaunt darüber, als er sagte ganz wenige Partner würden vom Alkoholkranken weg gehen. Ich erzählte ihm mein Schlamassel ja erst als ich bereits ausgezogen war.

    Was er da so trocken über die Schattierungen der einzelnen Alkoholikergruppen sagte war schon erschreckend und dennoch sehr informativ und deutlich für mich. An was ich noch lange denken werde sind seine Worte "ich helfe einmal - aber dann war es das. Wohl ein Grund, warum Alkoholiker im Regelfall nie mehr als zwei Quartale bei mir sind" D. h. er lebt seine Gradlinigkeit aus, lässt sich nicht zum Co oder "Verarschten" wie er sagt machen sondern grenzt sich ab.
    Schön, dass Dir das als Kind - unbewußt - möglich war. Nun gut, danach kam eine unglückliche Beziehung. Aber dafür jetzt die Chance zu lernen und vielleicht die weitere Zeit viel glücklicher zu verbringen, als hätte es die schreckliche Zeit der Dreierbeziehung mit dem Alk niemals gegeben.

    Lieben Gruß von Dagmar
    (die sich nur kurz aus der Umarmung lösen konnte)

    Du Kathrin, die Putzmeise war für mich nicht schlecht. Für mich war sie immer wenn Beziehungen beendet wurden, so quasi alte Spuren beseitigen. Platz schaffen für neues.

    Mir geht es in den letzten Wochen auch so - schrubben bis der Arzt kommt. Sorry, nein ich war beim Arzt weil mein Handgelenk deshalb und wegen Holzschlepperei nicht mehr mitmacht ;) Neue Farben kommen ins Haus, ganz viele neue Teppiche ersteigert - Neuware - zwar viel Geduld notwendig um meinen geschmacklichen Vorstellungen und dem schmalen Geldbeutel nachzukommen, dafür ist die Freude dann umso größer.

    Genau das Putzen - wegputzen des alten - und gestalten des Neuen birgt für mich ganz viel in sich. Und auch dieser Spruch "nichts ist so schlecht, als das es nicht doch für irgendetwas gut ist" bewahrheitet sich immer mehr.

    Zumindest dann, wenn wir in der Lage sind ein Erlebnis zu beleuchten, zu durchleuchten und die daraus möglichen Folgerungen zu bedenken und eventuell in die Tat umzusetzen.

    Ich war arbeitslos - gestrandet - ohne Partnerschaft und ohne Halt. Ohne Wohnung auf der Suche nach was neuem.

    Nun: Arbeitsplatz (der Spaß macht) 3 km vom neuen Heim (welches viel schöner ist als das zuvor) entfernt.

    Alles wurde besser, was ich nie, nie, nie hätte für möglich gehalten. Entstanden aus dem nichts - aus dem nichts mehr haben - nichts mehr sein.

    Mir würde es gehen wir Dir Kathrin, "eigentlich" wäre ich schon neugierig um etwas zu erfahren. Gleichzeit weiß ich, dass mir das nicht gut tut und meine Gedanken dann wieder beim anderen wären und mich verlassen. Sie sind immer noch täglich dort - aber mit viel Abstand und ohne Emotionen, einfach weil ich nichts weiß. Wären Infos da, so sind alle Reaktionen bei mir möglich in Sachen Gefühlswelt. Weiß ich nichts - kann ich nichts fühlen in dem Punkt und meinen Abstand vergrößern. Und das wird er Tag um Tag, Monat um Monat.

    Lieben Gruß wünscht Dagmar,
    die gleich das Bügelbrett "umarmt"

    Ging mir ebenso, liebes Weiblein,
    mal ganz ehrlich: Glück - das lerne ich jetzt kennen, so irgendwann mal vor 50 als Teenager-Spätlese.

    Auch vor meiner Alk-Beziehung war ich nicht "glücklich" in dem Sinne. Immer mal wieder machte mich etwas glücklich und ich hatte tageweise schöne Gefühle. Aber bis jetzt war ich nicht in der Lage das Glück und die Zufriedenheit aus mir zu schöpfen.

    Früher erwartete ich es wohl von meinen Tätigkeiten, dem Sport, meinem Job oder vielleicht dem damit überforderten Partner.

    Nunmehr bin ich und darum herum ein aufgebautes Leben nach meinen Wünschen - mit dem Versuch, alles zu bewältigen. Komisch, meine Situation ist schwerer denn je (finanziell) aber glückbringender als je zuvor.

    Zimt - liebe ich - habe ich ganz viel in meinen Duftlampen ;) Tja Weiblein, da haben wir aber schon viel gefunden: Dein Mann glaubt an Dich und gibt Dir Sicherheit.

    Das aber kriegst Du auch selber hin. Einfach, weil er dann dadurch auch "entlastet" wäre. In Dir drin steckt so viel, durch das Du Zufriedenheit bekommen kannst, wenn Du bemerkst was Dir gut tut, da bedarf es keiner Bestätigung mehr von außen, wetten?

    Lieben Gruß von Dagmar
    (deren drei Tiger vor dem Kamin auf einer Lammhaardecke liegen)

    Zwei weitere im/auf dem Schaukelstuhl :)

    Liebes selber-Weib,
    genau das weiß ich, dass es richtig ist mich zu erholen, zu entspannen und zu relaxen. Dadurch aber, dass mein Körper jahrelang anders arbeitete und ich mich täglich fragte, was habe ich geleistet, muss ich ganz gehörig umdenken.

    Weißt Du, weil ich Zufriedenheit nicht aus der Beziehung bekam habe ich einige Internetpräsenzen erschaffen, die auch mein Herzblut darstellen. Mich selber maß ich lange Jahre daran, wie die Inhalte gewachsen sind, schöne Fotos eingestellt wurden oder wieviele Besucher meine Katzencommunity hatte. Alles "messbare" Werte, die einfach für mich in allen den Jahren mein Maß waren. Damals gab es kein "mein gutes selbstgebasteltes Essen" "keine stundenlangen Badesessiosn (so lange wie eben der Boiler mitspielt ;) Alles das, was heute Entspannung ist, war damals eben ein "muss".

    Ich weiß es über den Kopf muss es tatsächlich aber lernen, dass das mir gegenüber nicht nur gerechtfertigt sondern notwendig ist.

    Ja, meine Samtpfoten - sie sind ein ganz wichtiger Teil meines Lebens - und ein wichtiger Grund damals gegangen zu sein, denn sie wurden bald noch ängstlicher als ich im Promille-Haushalt.

    Hier nun sind wir eine Gemeinschaft - keine plötzlichen Launen aus dem Nichts....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das wäre auch das, was ich als Nicht-Mutter, gefragt hätte: Hast Du mit Deinem Sohn einmal darüber geredet? Auch über dich? Was Du unter Alk gefühlt hast und wie sich die Welt veränderte zwischen alkoholisiertem und nüchternem Zustand.

    Klar, Kids in der Pubertät kann man/frau schwer erreichen. Das Gesagte wirkt vielleicht auch nicht heute oder morgen - vielleicht aber übermorgen, wenn sie weniger Trotz (der einfach pubertär ist) empfinden.

    Davon mal abgesehen sehe ich schon eine Schwierigkeit darin, einem Kind klar zu machen, warum es bei Dir als Erwachsenem o.k. ist Alkohol zu konsumieren und bei ihm nicht. Ich denke Argumente wie ein Körper, der noch im Wachstum ist, die werden kaum ziehen.

    Wie hättest Du Dir gewünscht in Deiner Sucht behandelt zu werden? Was hat bei Dir geholfen einsichtig zu werden? Vielleicht können die Antworten Deinem Sohn weiterhelfen.

    Viel Glück wünscht Dagmar

    Das mit der Leere ist schwer, weil einfach ein Bereich fehlt, der einem viel bedeutete oder das Ego stärkte.

    Ich muss mich ja nunmehr um weniger katzen kümmern, zwei der angeschlagenen Tiere mussten ins Regenbogenland gehen und nicht nur, dass die Trauer da ist, natürlich auch der Verlust um die Arbeit rund um die Tiere. Somit wurden meine Aufgaben weniger.

    Dadurch, dass ich mich um mich selber kümmere ist viel weniger Zeit für andere Aufgaben, auch daran muss man/frau sich gewöhnen, dass eine gemütliche Leere da sein kann, die einfach nur faulenzen, relaxen oder nichts tun ist. Erst jetzt versuche ich damit richtig gesund umzugehen und mir das schlechte Gewissen auszutreiben weniger zu tun.

    Wobei ich aber merke, diese Bestätigung, die ich früher benötigte, die ist jetzt nicht mehr wichtig. Ich für mich muss sagen, ich wollte von außen Anerkennung, die ich mir wohl selber nicht verschaffen konnte, deshalb auch nur arbeit, arbeit, arbeit. Das hat sich geändert..... aber auch daran muss ich mich gewöhnen, denn derzeit prügelt mich noch das schlechte Gewissen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Entspannung gelingt mir viel zu gut :)

    So gut, dass ich in den letzten Tagen sauer auf mich war weil ich nicht mehr Arbeiten kann wie eine Maschine. Mir das aber nicht aufgefallen war.

    Logisch, durch die viele Zeit die ich mir selber gönne, schlafen wie ich es brauche, mal ein Film im TV, im Garten Unkraut rauszupfen, die Katzen einfach nur besuchen ect. fehlt mir Zeit, die ich früher für arbeit, arbeit, arbeit nutzte.....

    Jetzt muss ich es lernen, diese Unzufriedenheit mit weniger Leistung als gut zu empfinden, weil diese mir dient - mir alleine und meinem wirklichen Wohlfühlgefül. Die Arbeit diente nämlich nur der Ablenkung...... oder Selbstbestätigung????

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Kathrin,
    wir beide wären ein geniales Gespann :)
    Wie gut kann ich das nachvollziehen mit der Waschmaschine - ich muss kontern: mein Holzhändler lieferte nasses Holz, Glanzruß, der aus dem Rohrübergang quoll und Kaminglasscheiben, die mich nicht nur wegen des Rauches zum Weinen brachten....

    Nun, Dein Boden ist gewischt ;) meine Scheiben und das Rohr gereinigt, (aber frag mal nicht, mit welcher Wut im Bauch - ich habe mir schon überlegt ob ich nicht spare und mich dann erkundige welche Art der Körperverletzung ich mir für den gesparten Betrag leisten kann ;)

    Aber weißt Du was Kathrin, jetzt ohne dem "nichts ist so schlecht". Als das bei mir mit dem Kamin und meinen Beisserchen war hatte ich eine Laune unter aller Kanone. Wut, Enttäuschung ach und was weiß ich noch. Aber irgendwie sind das bei mir immer die Abschnitte, die eine Veränderung herbeiführen. Genau so eine sch......., die bringt mich weiter, weiß der Himmel warum - und ich will sie auch nicht...... Aber dennoch: immer dann macht es irgendwo klick.

    Hier war die Situation, dass ich echt merkte langsam hektisch, wütend und unschön zu werden. So und nun begann die Fragerei warum eigentlich? Liegt es denn "nur" an Kamin oder Zähnen? Nur an der Wintermüdigkeit, die auch noch dazu kommt? Hängt noch die Trauer um Red's Tod nach? Was ist es ....

    Sauer war ich auf mich selber! Schaffe ich doch nicht mehr so viel Leistung wie früher, schlafe ich doch mehr und gönne mir ab und zu einen nur gemütlichen Fernsehabend.

    Na klar, wenn ich mich auch um mich kümmere, dann habe ich weniger Zeit für anderes. Das ist gut so und wäre schon vor Jahren fällig gewesen. Koche ich für mich, so brauche ich Zeit, in der fehlenden Zeit kann ich weniger "arbeiten". Logisch - aber es ist für mich, das was Jahre zuvor nur für die Arbeit oder andere geschah....

    Also, auch der schlimmste Ruß scheint für etwas gut zu sein...

    Nun Kathrin, ich habe es einfacher als Du, ich bekomme keine Infos über den Ex weiß also nichts - bin nur verunsichert, wenn er mal am Haus vorbeifährt, obwohl er ja 80 km entfernt zu wohnen scheint. Aber es verblasst .... wobei wenn jetzt die Sonne wieder kommt, wird es noch manchen Moment geben, wo ich an Grillzeiten denke oder ähnliches, denn das war ja im letzten Jahr noch angesagt, aber auch das schaffen wir irgendwie.... Du und ich, da ja alles schlechte auch noch etwas Gutes hat ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    ach, ging mir da das Herz auf, als ich das gelesen habe:

    Ich mein, ich versteh, daß man Sehnsucht hat, nicht immer allein sein will, jemand Vertrauten haben will. Das hab ich auch oft, ist kein schönes Gefühl. Dann überleg ich mir, wieder mit meinen Mann zusammen zu sein, aber da bin ich mir dann sicher, das alles will ich nicht mehr mitmachen. Dazu gehts mir allein zu gut.

    Grundsätzlich kann ich mir (noch) keine Partnerschaft vorstellen, da ich a) noch nicht autonom genug bin und b) den Eindruck habe zu wirken auf Menschen, die durch meine "Stärke" angezogen werden.

    Wenn ich mir so überlege, wann es bei mir überhaupt Gedaneken um Partnerschaft gibt (garantiert keinen Wunsch danach!) dann ist das in Situationen, wo irgendetwas gehörig schief läuft. Wie beispielsweise letzte Woche (mein Holzhändler hat nasses Holz geliefert und ich hatte eine Riesensauerei über Tage, obwohl ich hätte gewarnt sein müssen weil ich mit dem Schornsteinfeger das Holz gemessen hatte - aber eben nicht alles, das ganz nasse war "versteckt").

    So, das zeigt mir aber doch dass wenn in solchen Situationen Gedanken zum Tragen kommen dass es nicht "reinen Herzens" ist sondern dass ich mich "fallen lassen" möchte. Klar, die letzten Wochen waren übel für mich weil so manches an Aktionen getätigt werden musste. Nur schaffe ich das sehr wohl auch alleine, aber hier könnte eine Versuchung nahe liegen den Weg der eigenen Selbständigkeit zu verlieren und sich "helfen" zu lassen. Dadurch aber hätte ich dann ein schlechtes Gewissen und würde mich automatisch in eine gewisse Art der Abhängigkeit bewegen. Somit also vom Gegenüber mehr einstecken (wegen meines schlechten Gewissens) als sonst für mich üblich.

    so.... wenn ich an meine promillehaltige Partnerschaft denke, dann entstand diese in einem unglücklichen Job. Weiter phantasiert suchte ich einen Retter (wenigstens auf Gefühlsebene), dadurch hatte ich ein schlechtes Gewissen, was da unbewußt in mir ablief und duldete deshalb mehr als im Normalzustand.

    na ... so lange ich also so etwas nur im geringsten bemerke, muss ich persönlich sagen bin ich garantiert nicht weit genug eine Partnerschaft einzugehen.

    wenn .... ja wenn.... weniger um mich herum russt, weniger Holz nass ist, die Zähne weniger Probleme bereiten, ja dann gibt es auch nicht im entferntesten einen Gedanken an Partnerschaften (weder an die alte noch an eventuelle neue). Da genieße ich dann einen Flirt und aus. Nettes Gespräch, danke, machs gut.

    "da geht es mir dann auch alleine zu gut"

    Das ist eine ganze Reihe von Aha-Momenten, die sich genau nach einer Trennung einstellen und die der genauen Betrachtung bedürfen. Das ist, so denke ich, nicht nur als Co der Fall sondern generell als Mensch, der Single ist und evtl. auf dem Weg in eine - egal wie geartete - Partnerschaft ist. Soll der andere Partner sein oder ein Loch stopfen?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Madisson,
    einfach weil ich mich selber so lange angelogen habe und es für mich umso schlimmer war erst ganz, ganz langsam drauf zu kommen wo Lügen zu finden waren.

    Grundsätzlich wurde ich zu erst angelogen. Aber ich wollte mich wohl anlügen lassen - und genau darin sehe ich mein Problem. Nur zu gerne wollte ich so viel glauben und bin in meiner Naivität ins nächste Fettnäpfchen getreten.

    Weisst du Maddisson, die Zeit als solches war schon schlimm genug - die Lügengeschichten, die mir aufgetischt wurden, die machten alles noch unerträglicher. Nein, richtig gesagt wäre, sie waren der Tropfen, der das Fass zum überlaufen und mich in meine Freiheit brachten. Also waren eben diese Lügen, die mir serviert wurden, vielleicht sogar der wichtigste Schritt um mir endlich den "Tritt in den Allerwertesten" zur Flucht zu verpassen.

    So schlimm es kling: je grausamer die Auswirkungen des Alkohols bei mir waren, desto größer wurde die Chance auf mein Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja Maddison,
    ich kenne es auch, das Gefühl, von dem Du schreibst, welches bei mir jedoch ein Bumerang war.

    Ich, als harmoniesüchtiges Wesen, wollte nämlich partout ein friedliches Ende und einen respektablen Kontakt. Durch die Annäherungsversuche war ich der Meinung, eben dieser - mein - Wunsch wird nun wahr.

    In meinem Fall weit gefehlt: es war einfach schlichtweg der Versuch zweigleisig zu fahren. Sich die Sicherheit von mir zu sichern (das Deckemäntelchen) und zeitgleich per Lügengerüst die Schluckdrossel an seiner Seite zu halten.

    Genial gestrickt ;) es dauerte auch ein paar Tage bis ich das blickte, was da bei mir ablief. Eines jedoch musste ich sofort blicken: kaum war er liebenswürdig war die Sehnsucht nach der eingebildeten schönen Zeit bei mir wieder da.

    Er hat ganz sinnig meine Sucht genährt: etwas Liebenswürdigkeit und ich war wie ganz am Anfang in meiner Traumwelt, in der ich ihm diese und jene Eigenschaften zusprach, die vermutlich nur in meiner Phantasie zu Hause waren.

    Ich würde Dir wünschen, dass Euer Ende besser wird als meines. Denn ein solch aggressives Modell, wie ich es an meiner Seite hatte, ist wohl nicht üblich. Es dürfte also wirklich möglich sein ein sauberes Ende zu ziehen.

    Ja Julchen, Deine Erfahrungen sind leider auch meine. Wenn ich es mir so recht überlege, dann waren alle weiteren Kontakte (nach meinem inneren "aus") eigentlich nur noch Machtspiele. Keine bewußten, sondern unbewußte Versuche sich zu manipulieren, eine schöne Zeit herbeizupressen oder was auch immer.

    Für meine Beziehung muss ich ganz klar sagen: alte Umgebung, alte Verhaltensmuster und alles beim selben geblieben auch wenn wir uns wohl etwas anderes vormachten.

    In meinem Haus war es dann anders: da galten meine Regeln bspw. alkoholfreie Zone, er musste sich anpassen und die Wut begann wohl sich aufzubauen weil nunmehr deutlich war dass ich meine Regeln lebte und einforderte.

    Nun, vielleicht hat er Glück dadurch, dass er jetzt seine wohntechnische Gegend geändert hat und schafft es für sich den Alk unter Kontrolle zu bringen (was ich nicht glaube! aber ich bin ja kein Hellseher).
    Denn das ist meiner Meinung nach das A und O für eine Beziehung, besonders eine wieder neu zu beginnende, andere äußere Umstände und Freizeitgestaltung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    und Gruss an Maddison, der ich ganz viel Kraft wünsche.

    oh ette,
    Du sprichst mir so aus dem Herzen....

    Schlafbedürfnis.... allerdings bei mir eher dahingehend, dass ich zu viel schlafe (obwohl statistisch noch zu den Kurzschläfern zählend).

    Mir ist aber aufgefallen, dass ich alle die letzten Jahre eine Arbeitsmaschine war und mich keinesfalls um mich kümmerte. Der schöne Schlaf, auf den ich mich jetzt freue und der erholsam ist, der war früher eben ein "muss".

    Gerade in diesen Tagen war ich mit mir uneins. Ich war nicht einverstanden damit, dass ich so wenige Dinge machen kann, die ich doch machen möchte weil mir die Zeit fehlt.
    Konnte ich doch früher viel mehr "leisten".

    Aber ...
    Ich habe geleistet und mir nichts für mich geleistet, nicht einmal die Ruhe, die ich gebraucht hätte. Ich war mir selber sehr unleidlich die letzten Tage weil mir das zu schaffen macht: so viel möchte ich tun aber "schaffe" es nicht.

    Nein, das kann ich auch nicht mehr - denn mittlerweile bin ich selber vor mein Arbeitspensum gerückt und kümmere mich auch um mich. Aber wenn die Sonne mal wieder rauskommt und der Frühlinig wird das auch besser. Denn ich bin mehr als wintermüde. Bin echt schon muffig und musste mich die letzten Tage selber erziehen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    "Rauswerfen" klingt für mich nach Wut, Enttäuschung und ganz vielen getretenen Gefühlen. Ich schließe mich Käferchen an, finde aber sehr, sehr wichtig, dass wenn Du diesen Schritt gehst, ihn auch bis zum Ende gehtst und nicht weich wirst.

    Selbstmorddrohungen? Sie gehören in die Hände von Fachleuten, Ärzten oder Polizei. Schon einmal deshalb, weil wir keine Therapeuten sind und nicht einschreiten können. Nicht können, weil wir nicht die Ausbildung haben und auch nicht können, weil unsere Seele Schaden nimmt an allen den Aktionen die darum herum erfolgen.

    Aber - denn auch ich bekam solche Drohungen zu hören - ich kann mich aus dem Dunstkreis solcher Aussagen und angedrohten Handlungen zurück ziehen. Ich habe komplett den Kontakt abgebrochen, somit können keine solchen Drohungen mehr an meine Adresse gerichtet werden und mein Gefühlsleben durcheinander bringen und mich auch nicht in Gefahr der "unterlassenen Hilfeleistung" bringen.

    Wichtig ist es für die Kinder zu sorgen, sie nehmen jetzt die Dinge für das Leben mit, welches sie noch leben werden. Hoffentlich nicht, wie ich, als Partnerin eines Alkoholikers ....

    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Elocin,
    ich hatte ein Date mit meinem Onkel Doc, da er selber lange Jahre in der Suchtarbeit in einem Landeskrankenhaus war sprach ich auch das Thema Wut/Agression an. Die Antworten waren interessant und deckten sich wohl auch mit unseren Erfahrungen.

    Warum Wut/Agression?
    Mir wurde gesagt, es werden nun keine Socken mehr gestopft und keine Wäsche versorgt, sie sind nicht mehr Mittelpunkt unseres Lebens (was sie zuvor genossen hätten) auch sagte mein Doc, eine Suchtbeziehung wird immer fordernder. Das konnte ich nicht verstehen. Er erklärte mir dann, dass man vielen Ärger runterschluckt, von der Gegenseite also somit immer mehr Wut kommt und irgendwann wiehert auch der geduldigste Gaul und schlägt aus.

    Er erzählte mir einige Anekdoten, wären sie nicht so traurig, weil es um Menschen ging, so wären sie zum Lachen gewesen, aber mit dem Konsenz: jeder muss fürs eigene Handeln eintreten, manchmal ganz, ganz verrückt.

    Erschreckend waren seine Zahlen aus dem Erfahrungshintergrund heraus. Er war tätig bei Menschen, die selber raus wollten aus der Sucht aber auch dort, wo Zwangseinweisungen waren. Die Statistiken könnt Ihr Euch selber vorstellen bei Zwangseinweisungen. Im Besten Fall 3%.... Soviel zum Thema Zwangseinweisung. Übrigens waren das natürlich Zwangseinweisungen mit richterlichem Beschluss.

    Bei den Therapien auf eigenen Wunsch konnte nur über zwei Jahre statistisch nachvollzogen werden was passiert, da lag die Quote nach zwei Jahren bei 30% was ich recht gut finde.

    Übrigens sagt er ganz klar, Patienten, die zu ihm kommen haben denen wird geholfen. Einmalig! Denn wenn der Wille da ist, dann ist es möglich den Weg in die Trockenheit zu gehen (auch wenn er verdammt schwer ist). Hilfe wird gegeben und Hilfmöglichkeiten gibt es, aber er lasse sich nicht verarschen! Bingo, Herr Doktor :) Dennoch gut, dass ich mich erst jetzt mit ihm darüber näher unterhalten habe.

    Die Gewalttätigkeit würde übrigens stärker auftreten wenn bereits Hirnschädigungen vorhanden wären....

    In diesem Sinne, liebe Elocin, erfreue Dich Deiner Freiheit, Deiner gegangen Schritte und der Sprünge, die Du Dir nun "leisten" kannst.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Könnte es sein, liebe Chanell, dass Du Beziehungssucht oder Liebessucht meinst, in welcher es ähnlich ablaufen dürfte?

    Ich persönlich denke nämlich dass Co-Abhängigkeit oder Liebes- bzw. Beziehungssucht sich verflixt ähnlich sind.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Andrea,
    na also, Dein letztes Posting klingt doch schon viel verzeihender.

    Weißt Du, die Grundtendenz, die Du sagst ist schon richtig: warum ist man/frau geblieben. Aber das ist wohl zu einfach sich die Schuld zu geben und sich selber für unfähig ect. zu betrachten. Es ist meines Erachtens auch keine zu große Duldsamkeit.

    Bei jedem von uns gibt es eine Schwelle wo die Liebe oder das Gefühl welches wir empfinden zu sehr getreten wurde und wir unser Leben ändern müssen. Beim einen früher beim anderen später.

    Wie oft habe ich mich gefragt - mache es noch jetzt - warum ging ich so spät.

    Vielleicht, weil ich sonst wieder umgefallen wäre?
    Vielleicht, weil ich dann nicht wirklich für mich ein neues Leben begonnen hätte?
    Vielleicht weil dann die Sehnsucht größer gewesen wäre als mein Überlebenswillen.

    Je früher es jemand schafft zu gehen, desto besser - weil die Seele weniger Schaden nimmt - keine Frage. Aber es muss immer im Einklang mit dem eigenen Gefühl und dem eigenen Loslassen passieren. Erst mein Tiefpunkt, wo ich nichts mehr hatte und nichts im Leben mehr Bestand hatte zeigte mir ich habe nun auch nichts mehr zu verlieren sondern nunmehr nur noch zu gewinnen.

    Wäre ich vorher gegangen, ich befürchte, ich hätte die Schleife der eigenen Abhängigkeit nur noch weiter gedreht, weil ich damals noch nicht bereit war zum gehen und zum Abschreiben meiner Hoffnungen.

    Auch jetzt noch denke ich an die Dinge, den Menschen den ich mal kennenlernte, aber jetzt beginnt vieles einen anderen Sinn zu bekommen und vieles verstehe ich jetzt besser. Das wäre nicht gelungen, wäre ich gegangen bevor ich es mir selber innerlich erlaubt habe, auch wenn es spät war, sehr spät, es war nicht zu spät.

    Lieben Gruß von Dagmar


    p.s. heute ist der erste Tag vom Rest des Lebens!

    Liebe Elke,
    ehrlich gesagt, ich finde den Verlauf super!

    Tolle Reaktion von Dir, die Deinem Kind auch zeigt was Direktheit und Gradlinigkeit ist. Ich finde es ganz toll, dass ein unfaires Verhalten gegenüber dem Kind zeigte "no more"!

    Ich kann mir vorstellen, manch eines der Kinder von Alkoholikern hätte es im Leben später einfacher gehabt, wenn ein Elternteil sagt "Halt" "das war zu weit".

    Du schützt Dein Kind davor im Suff eventuell unsinnige Diskussionen zu führen. Nicht mit irgendwelchen Brabeleien konfrontiert zu werden, die vielleicht keinen Sinn ergeben und ein kleines Menschlein total verunsichern können.

    Respekt für Deine Handlung!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich wusste nicht so ganz genau, wie ich die Überschrift wählen soll.

    Mir ist vermehrt aufgefallen, dass - dazu gehöre auch ich - oftmals die Meinung entsteht, wenn ich mich selbstverantwortlich um mich kümmere, so ist das schon richtig und genug. Schon alleine dadurch könnte ich mein Helferlein mit der Co-Schulter ablegen.

    Ich selber musste folgendes feststellen!
    Dieses gut zu mir zu sein - meine Wünsche zu erfüllen und bei mir zu sein sind nur Eselsbrücken. Hilfen auf dem Weg zu mir.

    Angekommen bin ich nämlich innerhalb einer selbstbestimmten Situation. Aber dieses gut zu mir zu sein, meine eigenen Wünsche zu erfüllen war der Lernweg überhaupt mich selber zu treffen. Einer der Wege, der aber zur Autonomie steht, die wohl eher als Endergebnis bei mir dasteht und die positiven Dinge für mich selber nur als kleinen Weg zur Hauptstraße kennzeichnen.

    Ich dachte "huch, ich lerne es, mir gutes zu tun" ich kriege alles auf die Reihe. Dem war nicht so! Das war nur ein kleiner Schritt auf dem Weg, der sich bei mir entwickeln sollte.

    Ich will damit nur sagen: Selbstbesinnung und die Wiederentdeckung eigener Interessen ist wichtig, schön, wertvoll und Grundvoraussetzung. Aber es scheint mir in meinem Fall - noch lange nicht das Ende des Weges zu sein.

    Wie seht Ihr das, für den Fall, dass ich mich überhaupt verständlich ausdrücken konnte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte Skybirds Aussage einfach nur unterschreiben!!!

    Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit meinem Hausarzt, der selber in einem Landeskrankenhaus lange Jahre mit Alkoholikern und anderen Süchtigen zu tun hatte.

    Er sagte es ist wissenschaftlich bewiesen dass der Alk auf manche Menschen gutmütig und auf andere so wirkt dass sie aggressiv werden. Wer verklemmt ist in sexueller Hinsicht, wird später übergriffig (da Hemmschwelle sich reduziert) wer sich "anpasste" der vergisst Erziehung und reagiert oft in Wut und Aggression. Nun ja, wenn ich mir vorstelle, was sich in einem Leben angestaut hat, welches Jahrzehntelang nach den Wünschen der anderen gelebt wurde dann kann ich nur sagen "gute Nacht".

    Alle diese Faktoren, lt. meinem Hausarzt, verstärken sich dann, wenn das Gehirn bereits Schäden erlitten hat.

    So recht hat Skybird: wir zeigen uns von der Besten Seite wollen erobern oder erobert werden - oder zumindest gefallen. Nach diesem Stadium bleibt vielleicht der Stand der guten Erziehung. In der Zeit könnte sich der Konsum erhöhen. Je höher dieser wird, desto mehr wird Anstand, Erziehung, Respekt ect. vergessen. Wie oft wurde das ja nur angenommen und nicht wirklich empfunden????

    Nein, auch mein Hausarzt sprach von lieben Alkoholikern, die wirklich auf nichts böses kommen und von den Gegenstücken. Der Alkohol ist es nicht allein!!! Dahinter steckt ein Mensch, der sich vielleicht jahrzehntelang versteckt hat.... vielleicht sogar sein Leben lang selber nicht gefunden hat....

    Nur, je mehr ich überlege, was mit dem anderen ist, sein könnte, war und überhaupt desto mehr muss ich sagen: e g a l !

    Ich bin da! Ich bin für mein Wohlgefühl verantwortlich und mein Leben in allen Konsequenzen. Warum soll ich mir etwas aufbürden was mir nicht gut tut. Egal, ob Sucht, Tyrannei oder was auch immer!

    Doro schreibt so schön davon wie uns der andere leid tut, denn auch das war in meiner Beziehung ein Beitrag zur Eroberung von mir. Ach der arme Kerl.... dieses "arme kerl" ist quasi das um das herum ich den Rest aufgebaut habe. Meinen Rest - nicht seinen! Ich habe mir ein Wunschgebilde gebaut, mein Gegenüber hat das sicherlich umgesetzt um mir zu gefallen.

    Aber eben nur so lange, wie er gefallen wollte. So lange, wie ich den Alkohol ignorierte und die ständigen Ausfälle. Als ich unbequem wurde gab es keinen Grund mehr mir zu gefallen. Im Gegenteil: da ist es doch viel, viel bequemer den anderen los zu werden.

    Dann kann die Suche weitergehen nach dem nächsten unterstützenden Partner, der sich eine Pseudo-Welt baut, in der manch ein Mensch sich zu gerne einpasst um wieder einen hilflosen Helfer zu gewinnen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Heike,
    ich glaube viele von uns kommen hierher um sich eine Möglichkeit benennen zu lassen, dass der Partner trocken wird und den Alkohol stehen lässt.
    Dieses Patentrezept scheint es leider nicht zu geben. Wir sind hier also alle als Co-Abhängige ebenso hilflos wie Du.

    Nun gibt es also nur den Weg, dass Du Dich mit Deinem Leben arrangierst und Dir bewußt überlegst wie Du Dein Leben zukünftig führen willst, zu welchen Abstrichen Du bereit bist. Und zwar ohne wenn und aber.

    Damit meine ich die aussage beispielsweise "wenn er nicht getrunken hat...." Wenn, dann-Geschichten, sind Science-Fiction und haben meiner Meinung nach wenig mit dem hier und jetzt zu tun.

    Wenn ich Dich richtig verstehe zehrt die Situation an Deinen Kräften. Hast Du vor wieder zu Deinen Kräften zu gelangen und wenn ja, wie?

    Ist Dir Deine körperliche Unversehrtheit und der Schutz Deines Eigentums wichtig? Wenn ja, wie willst Du für Dich zukünftig Dein Eigentum und Deinen Körper beschützen?

    Du sprichst davon, dass er Tabletten abgesetzt hat, sich somit sein Verhalten noch weiter verändern könnte. Hast Du Dir für Dich selber überlegt, wie Du damit umgehen kannst?

    Sprichst Du bei Freunden und Familie über Dein Problem? Hast Du noch Freundschaften, die Du pflegst? Wie ist Dein Berufsleben, hast Du einen Job mit Kollegen der Dir Spaß macht und Dir somit die Möglichkeit der "Ablenkung" bietet.

    Es wäre schön, wenn Du einfach mal in Dein Leben blicken könntest und es für Dich sortieren, damit Du für Dich klar entscheiden kannst wo es hingehen soll und wohin nicht.

    Lieben Gruß von Dagmar