Beiträge von dagmar007

    Hm, seit einiger Zeit frage ich mich, ob das - was ich derzeit empfinde - dem ähnelt (im Übetragenen) was für einen Alkoholiker der Suchtdruck ist.

    Getrennt bin ich nun seit 7 Monaten, ausgezogen seit 6 Monaten, vor rund 4 Wochen war seine letzte Mülllieferung vor meinem Haus. Heute vor der gnädige Herr wieder an meinem Haus vorbei. Seinen Umzug hat er vermutlich noch nicht bewältigt, den Arbeitsplatz scheint er noch (ab und zu) zu besuchen.

    Mir geht es gut, mir ist nur klar, dass ich nicht wieder in das Leben zurück wollte, welches ich geführt habe, mir ist auch klar, dass es keine gemeinsame Zukunft mehr geben kann mit einem nassen Trinker.

    So ... warum aber sind meine Gedanken noch immer bei diesem Menschen? Ohne Emotionen zwar, dennoch die Frage: was ist wohl?

    Ist das dieser Entzug, dieser Suchtdruck, der dann plötzlich wieder das "Gift" ans Tageslicht zerrt?

    Auffällig ist für mich, dass ich mir Gedanken um die Finanzen mache, und just in dem Moment wieder Gedanken an ihn verstärkt da sind. Nein, er hat mir in solchen Fällen nie geholfen!!! Mich eher noch geschwächt!!! Aber schlechte Finanzen heisst es geht mir nicht gerade genial - so wenig genial wie in der Suchtbeziehung.
    Bringen diese Bedenken einfach das schlechte Gefühl wieder hoch???

    Wie gesagt, derzeit spüre ich weder Trauer noch Verlust, geschweige denn den Wunsch auf eine gemeinsame Zeit oder oder oder .... aber die Gedanken begleiten ihn und fragen mich nach seinen Handlungen. Warum? Was ist das?

    Ist das wie das geschlagene und misshandelte Kind, welches im Kinderheim in Sicherheit nach dem misshandelnden Elternteil "schreit"??? Ich kann es mir nicht erklären und finde weder das Gefühl schön, dass noch Gedanken bei ihm sind noch diese dafür vertane Zeit.

    Kennt Ihr das, bzw. seid Ihr klüger als ich?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Julchen,
    ich finde es sogar ganz, ganz wichtig sich über genau das im Klaren zu sein was Du schreibst. Mehr als wichtig empfinde ich (wenn etwas Abstand gewonnen ist) diesen Menschen neutral zu betrachten und nicht als den "geliebten, vermissten und nicht klar gesehenen" Partner, den man meint zu vermissen.

    Ich selber habe viele der schlimmen Dinge verdrängt und wie es mir in Folge ging, das aber genau ist wichtig um a) nicht rückfällig zu werden b) zu wissen, dass ich das nicht mehr will und letztendlich c) meine Verantwortung so zu tragen, dass mir solche Dinge nie wieder - egal durch wen - passieren.

    Du machst das richtig, wenn Du auf Dich achtest und auch jetzt bemerkst, dass er nicht auf Dich geachtet hat sondern auf Dich als seinen Wohlfühlsklaven.

    Ja, sie meinen ihnen geht es dreckig und wir hätten die Pflicht uns darum zu kümmern - so ging es mir er sagte mir noch rotzfrech "Dich juckt nicht wie ich die Miete zahlen soll" während er sich eine Neue gesucht hat und ganz geplättet war, dass für mich klar war das ich ausziehe. Er war ernsthaft der Meinung nicht nur dass ich bleibe und mir das bieten lasse, sondern wohl auch, dass ich darauf warte bis er seine Entscheidung getroffen habe - er meinte ja immer, er habe einene Fehler mit der damaligen Handlung gemacht....

    Nein, es geht darum, wie wir selbstverantwortlich unser Leben führen. Nicht um mehr und nicht um weniger.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich vermute, liebe Olive, dass diese Kreativität sich gesteigert hat gerade in den schlechter werdenden Zeiten.

    Begonnen hat es damit, dass ich mich nicht so richtig zu recht fand in einer Region (in die ich wegen ihm gezogen war) in der man in jedem Fall einige km fahren muss um beim Bäcker anzukommen. Ist man dann dort, ist das gewünschte Brot evtl. nicht mehr vorrätig.

    So, deshalb als Brotbackautomat - am Anfang - dann auch ohne Automat :) So, wenn im Internet gesucht wird, dann kommen gerne und oft die Bezahlseiten, das nervte mich: also aus der Not eine Tugend gemacht und meine Rezepte (bald 600) eingestellt.

    Daraus entwickelte sich ein Netzwerk. Der Garten gab mir Freude und blühte auf, während die Beziehung verblühte, also wurde auch das kreativ in eine Homepage umgewandelt. Die einzelnen Wachstumsschritte der Pflanzen alle paar Wochen.

    Dann kommen noch meine Katzen und die Katzencommunity. So und nun rundet sich vielleicht alles ab: Wäre alles das auch entstanden wenn es mir gut gegangen wäre? Denn genau diese Homepages (auf die auch Resonanz von der Industrie kommt) haben mir trotz Arbeitslosigkeit das Gefühl gegeben etwas zu leisten. Ich bin auch stolz darauf :) von der Stiftung Waren..t empfohlen ect.

    Ich denke, das ist eines der Dinge, welches mich glücklich machen konnte und mir meine persönliche Zufriedenheit auch schon früher geben konnte. Es war mein "Werk", auf welches ich stolz war. Diese Homepages haben letztendlich auch zum jetzigen Job geführt.

    Dinge also, die mir Spaß machten, die mich kommunizieren ließen und in denen ich "ich" sein konnte und durfte. Was wäre gewesen, hätte ich diese Interessen nicht entwickelt.

    Genau deshalb wussgte mein Ex wie er mich straft wenn er Telefon und Internet abmeldet, was er tat und ich stand da - keine Chance mehr etwas zu machen. Das, genau das, waren meine Tröster und meine Kreativität die ich leben konnte. Einer der Punkte wo einfach Skrupellosigkeit und Neid zu erkennen war.

    Ich bin glücklich darüber, diese Kreativität und Lust an Bildbearbeitung ect. zu haben um mich genau dadurch auch ausleben zu können ohne wieder in eine Beziehung zu schlittern.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Olive,
    ich denke, dann bist Du tatsächlich bei "mir" gelandet beim Osterkranz aus Brotbackmischung im Holzofen :)

    Ja, der Job ist gestartet und ich empfinde es derzeit als interessant und gut - allerdings noch zu früh um zu sagen "das ist es" weil die mitmenschlichen Animositäten stellen sich im Regelfall erst später ein, ich hoffe aber mal "gar nicht".

    So, liebe Olive: nicht DU lässt ihn im Stich - sondern er sich selber, und zwar fast nicht mehr steigerungsfähig: todkrank und dennoch trinkend! Nee Du, das hat nicht mit Deiner Verantwortung oder im Stich lassen zu tun!!!

    Weißt Du Olive, wenn bei mir etwas kaputt geht, so habe ich keinen Krückstock, ich lebe hier alleine. Also bin ich gezwungen das alles selber zu tun. Hier habe ich auch die Energie.

    In der Zeit der Trennung, als alles noch frisch war, da konnte ich nicht mehr. War ein energieloses Bündel und meine Kraft war so was von reduziert, dass es mich jetzt noch wundert, dass ich überhaupt noch am Leben beteiligt war. Das änderte sich jedoch mit meinem Zielen bzw. den Punkten, die ich grausam erfassen musste. Denn irgendwann ging es um mein Leben, sprich: es mussten Energien her, damit ich eine andere Wohnung finde.

    Auch jetzt noch Olive, wo es mir gut geht, fühle ich mich zuweilen alleine wenn etwas unvorhergesehenes passiert, das ist einfach meine Angst vor diesem Problem bzw. Angst, es nicht richtig lösen zu können. Das aber wird weniger.

    Alleinsein kann etwas sehr schönes sein, aber da kommst Du drauf, Du musst Dich daran gewöhnen, langsam, am Anfang eventuell Freunde, Familie einbinden, besuchen, zu Besuch haben, vielleicht ein Haustier? Dann bist Du nie alleine :)

    Lieben Gruß,
    halt Dich wacker und tanke Kraft, die dann ganz alleine für Dich da sein kann und darf!

    Dagmar

    Hallo, liebe Olive,
    danke, für diese Zeilen:

    Zitat

    Liebe Grüße an Dich , aber auch an Dagmar007, deren Beiträge ich verschlinge (stets hoffnungsschwanger in dieser Sache einmal so stark und erkenntnisreich zu werden wie sie).
    Olive (im Moment auch grad wieder Mal am seel. Tiefpunkt)


    Du bist ebenso stark oder schwach wie ich, liebe Olive, ebenso traurig wie ich, aber wir alle - jede-/r von uns kann es schaffen zumindest sich selber so unbeschadet wie möglich zu halten um weiteren Schaden zu vermeiden.

    Jede-/r benötigt dann seine Zeit und seine Trauer (die bei mir auch noch andauert), aber jeder Schritt vorwärts bei dem wir nicht hinfallen macht uns stabiler, stärkt das Rückrat und sorgt für unser eigenes Gleichgewicht.

    Ich denke einfach, die Liebe oder Zuneigung, die wir empfanden ist eine Sache - egal ob Sucht oder keine, ich empfand etwas, das kann ich nicht einfach wegstecken.

    Aber ... ich muss mein Leben bewahren, schützen und aufbauen. Und DU DEINES! Das kannst Du wie viele anderen es schon geschafft haben oder wie ich es versuche.

    Gerade dieses "selber ums Laptop kümmern" und solche Sachen, bei mir eingefrorene Rohre, Toilettenverstopfung ect. schafft einen wenn es passiert und wir würden am Liebsten "Liebster" schreien und empfinden das in dem Moment wohl auch so. Aber wehe, wir haben es selber geschafft :) Dann dürfen wir uns nämlich selber als "Liebste und Beste bezeichnen, selber in den Arm nehmen, das Kreuz noch etwas stärker aufrichten als zuvor...." Es geht, aber es sind immer schwere Wege.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke, meine Lieben, das des öfteren dann auch ein Zusammenbruch kommt: dann nämlich wenn die Last von einem genommen "scheint" wird oft erst das gesamte Ausmass klar.

    Wie oft werden Menschen, die frisch in Rente gekommen sind, ernsthaft krank oder bekommen einen Herzinfarkt? Erstmalig können sie zur Ruhe kommen und der Körper und die Organe reagieren nun und sagen "Überlastung".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Malinca,
    liebes Annchen,
    ich denke, die Beste, Liebste und Schönste sind wir dann, wenn wir das Deckmäntelchen beschützend über unsere (Ex-)Partner halten.

    Beginnen wir aber uns selber einen schützenden Mantel umzugelen, so entziehen wir den Deckmantel der Sucht. Wir sind nicht mehr bequem - im Gegenteil - wir haben sie entblösst. Das, was seither eventuell unter Kontrolle gedacht war entgleitet ebenso wie der Alkohol.

    Nur Alkohol wird gekauft - Geld gegen Alk. Partnerschaft kann nicht gekauft werden, ebenso wenig wie das Deckmäntelchen ;)

    Als ich das Deckmäntelchen abzog und sagte so nicht wurde Ersatz für mich gesucht und schneller gefunden, als ich meine Worte ausgesprochen hatte. Logisch oder? Es ging nicht um Liebe oder Partnerschaft von seelischer Konsistenz sondern schlicht weg und ergreifend um ein "Agreement". Wir verständigen uns darüber ein Paar zu sein und miteinander unsere Schwachstellen auszubügeln. Wir wollen sie nicht beseitigen oder uns verändern, wir wollen nach außen eine feste Gemeinschaft sein und Menschen, die sich gegenseitig decken.

    Ja Annchen: was soll man(n)/frau Dir sagen? Denn es hilft Dir nicht zu hören "sei froh dass er weg ist". Half mir auch nicht, denn der SChmerz war zu groß, die Frage hat er mich jemals gemocht?

    Ich befürchte in meinem Fall ich war nur ein Mittel zum Zweck.

    Wann war er er selbst? Vielleicht gar nicht - vielleicht wird er das nie wieder? Vielleicht trank er weil er nicht den Mut und die Kraft hatte "er selbst zu sein". Vielleicht ändert der Alkohol und verstärkt das, was eigentlich sein Grundtemperatment war und was wir Angehörige ungern sehen....

    Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen und Dich bitten für Dich zu Kräften zu kommen und mit der Trauer "klar zu kommen".

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Liebes Weiblein,
    was sagen Deine Kraft und Deine Nerven? Ich stelle mir die Frage (nach allem hoffen und bangen, welches ich hatte, dass sich das einfach ebenso ausschleicht wie es sich eingeschlichten hat) wie dieses auf und ab zu verkraften ist ohne körper- und seelischen Schaden zu nehmen. Bei mir ging es nicht - ich habe Schaden genommen.

    Hoffen, dass es wieder ohne Alk geht? Wenigstens eine Zeit lang`? Wie lange wohl diesesmal? Wie lange ist die Trinkpause? Erhöht sich die Menge? Bleibt er so "pflegeleicht" oder verändert er sich gar wie so manch eine-/r bei dem der Alkohol toxische Veränderungen bewirkt hat.

    Mein Ex war mit 35 "eigentlich" noch ganz normal, was man(n)/frau mit 43 nicht mehr behaupten konnte. Polizeiliche Anzeigen, bis 40 undenkbar, danach ab und zu, wegen diesem und jenem, mal Vandalismus, mal Internetbetrug (Dinge die geordert waren nicht bezahlt) und so weiter und so fort.

    Bei allem hoffen und bangen wird immer - auch von mir - vergessen dass die Spirale enger wird, wird vergessen, dass der Mensch sich auf Grund toxischer Vergiftungen verändert, wird vergessen, dass die Mengen und wohl auch der Druck auf den Kranken größer wird.

    Und wird vergessen dass wir eine Verantwortung ihm gegenüber haben. Nämlich die Verantwortung von unserer Seite "Hilfe durch Nichthilfe" anzuwenden um ein eventuelles "aufwachen" überhaupt in die Wege leiten zu können.

    Es tut weh, es geht Dir gut - und so wird es wohl alles weitergehen, Jahre um Jahre - und hoffentlich anders enden als bei mir.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Andrea,
    soweit ich das weiß, haben Elocin und ich große Ängste ausgestanden (ich denke mich an solche Aussagen von Elocin erinnern zu können), wir standen vor Gefahren, die wir zuvor wohl nie erahnt hätten.

    Das was Du schreibst ist mir alles andere als fremd - und vielen Partnern/Partnerinnen hier wohl ebenfalls nicht. Eventuell ist das der Verlauf der Sucht, der nicht selten in der Sackgasse von Gewalt, Moralverlust und jeglicher Respektlosigkeit endet.

    Ich für meinen Teil muss sagen, es gab den Zeitpunkt, da war mein Leben in Gefahr (ist auch jetzt noch nicht sicher, aber sicherer).

    Du sagst, Dir geht die Kraft aus.... das ist gefährlich, denn wie willst Du jetzt weiterleben.

    Soll ich Dir sagen wie ich lebte:
    Ich ging vor ihm ins Bett - im Sommer vor 21.00 Uhr, damit ich ihn und seine Agressionen nicht ertragen muss. Montags schlief ich nie zu Hause weil seine Agression in Gewalttaten umschlug. Morgens traute ich mich nicht aufzustehen wenn er noch im Haus war, ein Gang auf die Toilette entsprach einem Unding, weil ich ihm nicht begegnen wollte um mich keiner - absolut keiner Gefahr - auszustzen.

    Willst Du so leben wie ich es tat? Willst Du warten was sich noch tun könnte.

    Ich sage Dir gerne was, vieles sah ich gar nicht. Mir wird gerade vom Ex Müll vor die Türen geschüttet, der vor fast 10 Jahren entstanden ist. Eigentlich müsste man meinen ein Mensch entsorgt Autolackdosen, die leer sind oder Abtünchfarbe, die nicht mehr benötigt wird. Nicht so mein Ex-Partner und Trinker: diese Dinge schüttet er mir nun gerade vor die Türe. Dabei natürlich noch seine Bierflaschen.... ich habe in meinem Leben noch kein Bier getrunken, weil der Geruch schon ekelig ist, und nun landet hier sein Leergut. Ich denke, noch nicht einmal mit Absicht, vermutlich peilt er nicht einmal mehr, was er mir hinstellt.

    Ja, der Alkohol dürfte dafür sorgen dass Menschen mit einer etwas eigenartigen sozialen Ader oder Erziehung nunmehr alles das, was sie mal gelernt oder erfahren haben über Board werfen.

    Die letzten Jahre wurde mein Ex - ich möchte fast sagen - kriminell. Mal hier eine Schlägerei, mal hier ein Internetbetrug, mal hier eine Anzeige wegen Diebstahl, mal hier eine Anzeige wegen Vandalismus. Ich fragte ihn ob er etwas mit damit zu tun habe und war naiv genug ihm zu glauben dass dem nicht so sei. Das was Du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu, so dachte ich.

    Gilt nicht immer: vermutlich hat er diese ihm angelasteten Straftaten getätigt. Vielleicht wurde es mehr, vielleicht lebt er auch nicht mehr oder vielleicht hat er bereits Hand an meine Nachfolgerin gelegt, ich weiss es nicht....

    Aber eines weiß ich: das Gehirn und das Denken meines Ex läuft einspurig, jenseits aller Realität. Wenn ihn irgendwann mal die Realität auf der Überholspur einholen sollte, dann möchte ich seinen Schmerz nicht erleben.

    Nein, ich bin nicht mehr bereit für einen anderen Menschen "alles zu tun". Warum auch? Du - oder ich - oder andere Betroffene müssen sich selber schützen und gut umsorgen und erst dann, wenn es uns geht, können wir uns vielleicht um andere kümmern. Das aber auch nur dadurch, dass wir Hilfe zur Selbsthilfe geben.

    Ich möchte Dir keine Angst machen, aber ich habe von jetzt auf nachher ein austicken erlebt, welches innerhalb von Wochen lebensbedrohlich wurde. Eine Veränderung, die kein Mensch hätte für möglich gehalten.

    Nimm jetzt alle Kraft für Dich und DEIN Leben,
    schütze Dich
    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Anna,
    ich möchte Dir keine Angst machen, aber ich war sehr blauäugig.

    Ach, die zwei, drei Bier am Abend - nach der Arbeit, ach das wird schon nicht so schlimm sein.

    Zum ersten waren es eventuell mehr als die zwei oder drei Bier, zum zweiten hat sich das über die Jahre langsam gesteigert. Unauffällig war er, gearbeitet hat er, alkoholisiert gefahren ebenso - leider trotz Anzeigen nicht erwischt worden und dann: mit Pauken und Trompeten von heute auf morgen aggressiv, unberechenbar, niveaulos, sexuell übergriffig und alles was rein gehört in eine solche Ansammlung.

    Ich denke genau das, was Erdling schreibt habe ich erlebt: langsam, aber sicher, stellt sich Wut ein, eventuell Agression - und wehe, wenn sie losgelassen ist, diese Wut.

    Aufgrund von drei Todesfällen in seiner Familie ist er von heute auf morgen komplett umgetickt! Ich kann Dich nur aus meiner Erfahrung heraus warnen, alles, was Dich belastet in Form von Alkohol ist zu viel. Egal, ob er Alkoholiker ist oder nicht! Du hast ein Problem damit und vielleicht spürst Du derzeit einfach dass etwas passieren könnte. Ich hatte das alles verdrängt, als ich ging war es fünf vor zwölf .....

    Halt Dich wacker, grenze Dich ab und beginne Dich mit Dir zu beschäftigen und ihn aus Deinem Lebensmittelpunkt zu rücken. DU bist erstmal wichtig. DEINE Lebensziele (ohne Bezug auf ihn).

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ups, Backmaus hat recht. Ich bin einem trockenen Alkoholiker / Junkie gegenüber vorurteilsfrei wenn ich ihn/sie kennenlerne (das weiß ich aus meiner bisherigen Erfahrung und betrachte denjenigen eher positiv weil er a) dagegen anging und b) daraus kein Geheimnis macht.

    Würde ich jetzt aber meinem Ex begegnen, so vermute ich mal ganz stark (ich weiß es nicht, ich wüsste auch nicht wie das nach einer entsprechenden Paus ist wenn man/frau sich wieder neu kennenlernen will oder kann), dass ich ihm gegenüber kein neutrales Verhalten an den Tag legen würde. Genau da kommen die extremen Verhaltensweisen die gesellschaftlich abnorm waren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Frozen Tears,
    was Du beschreibst nenne ich diese individuellen Wege in die Sucht, Kind zu sein von Alkoholikern oder Partner Alkoholiker. Denn es gibt ja auch die Theorie, dass Coabhängige Partner sich eben genau wie ein Kind durch die Sucht des Partners zu coabhängigem Verhalten entwickeln. Individuell also ob Helfersyndrom oder als Überlebensmechanismus in der Entwicklung.

    Aber ich sehe dennoch die Wege in der Sucht als identisch an. Auch die Steigerung des Suchtmittels: sogar gerade die. Ich kann hier nur von mir sprechen, wäre mir das passiert was in den Jahren lief, so wäre ich am Anfang der Beziehung lautstark mit einer prächtigen Szene und erhobenen Hauptes abmarschiert.

    Mein Suchtmittel hat jedoch über die Jahre gewirkt und meine Sucht wurde so stark, dass ich meine Droge nicht ablegte. Mein Partner war meine Droge und er hatte seine. Meine Leidensfähigkeit wurde größer wie sein Konsum. Ich sehe das als gleich.

    Die Trennung: er wurde aggressiv - ich traurig. Was ist da anders als der Ausdruck - Gefühle sind beides.

    Der Weg danach: bei mir fundiert sich ein komplett neues Leben, ich merke wieder wie ich morgens singe, mal aus einem Gefühl heraus lachen kann. Ich habe meine Droge abgesetzt, war (hier) in Therapie und lebe meinen Entzug.

    Er hat eine Nachfolgerin für mich gewählt um sein Suchtmittel zu hehalten, es scheint so, als ob er seinen Umzug erneut nicht auf die Reihe gebracht hat und ob der Arbeitsplatz noch erhalten ist, dass mag in den Sternen stehen.

    Hier sind wir immer noch gleich in der Sucht - nur unterschiedlich in dem Punkt wo jetzt jeder seinen eigenen Weg geht. Er konsumiert, ich konsumiere nicht mehr.

    Ich versuche zu verarbeiten und neu zu starten, er führt das alte Spiel weiter.

    Nun, da das mit der abgegeben Verantwortung bei mir nie so war hat das in meinem Leben noch keine Rolle gespielt, aber wohl doch in dem Punkt, da ich bereit war Verantwortung für Dinge zu übernehmen wie die Mietzahlung, die gar nicht meiner Verantwortung obliegen müssen....

    Ich kannte zwei Junkies vom Arbeitsplatz her: eigentlich war der Weg der beiden selbiger wie der meines alkoholkranken Exfreundes. Eine der drei Personen ist den Weg von Entzug und Therapie gegangen, der Alkoliker ist laut meinem Stand nicht krank und der andere Junkie hat meiner Kenntniss nach seine x-te Therapie begonnen.

    Letzteres ist der Punkt, an dem sich die Wege trennen und wieder individuell werden.

    Ebenso indivieduell wie der Anfang der Sucht.

    Das dazwischen empfinde ich als gleich, da setzte ich mich auf selbigen Suchtdruck wie der Alkoholiker oder den Junkie. Ist nur alles besser vertuscht, weil sozial gewollt.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Mir persönlich erscheint es so zu sein, dass die Hintergründe, Personen und Chroniken alle sehr individuell (weil ja überall ein anderer Mensch dahinter steckt mit einem anderen Umfeld) zu sein, während die Sucht - egal welche - mit unterschiedlichen Zeiträumen eine jede Phase durchläuft.

    Suchtmittel (Mensch oder Droge) kennenlernen
    Suchtmittel schätzen lernen
    Suchtmittelspezifische Gefahr verkennen und konsumieren müssen (kranke Partnerschaft oder Suchtmittel)
    ... im und vom Suchtmittel gefangen ....

    Hilfe suchen und Chance zur Gesundung durch Abstand vom Suchtmittel bzw. der Distanzierung und der Besinnung auf die ureigene Person und deren Bedürfnisse und Wünsche.

    oder aber in der Sucht stecken bleiben und vermutlich ein trauriges, grausames Endes haben....

    ...oder sehe ich da etwas falsch....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Live,
    jeder von uns, egal ob Alkoholiker, normaler, co oder was auch immer, hat eine Vergangenheit. Oftmals eine die weh tut, oftmals eine, für die Scham entsteht. Das ist ein Teil von uns, oder?

    Ich denke, wir müssen diesen Teil unseres Lebens akzeptieren, das bedeutet nicht dass wir es gut finden oder es nochmals so machen würden - oder mit uns gemacht wird, aber es ist ein Teil von uns.

    VOR UNS liegt das, was wir jetzt gerade erarbeiten, erhoffen oder uns danach sehnen. Du Live, ich hatte eine Zeitarbeitskraft, da wurde mir von der Personalabteilung gesagt, "wir schicken sie weg" sie hatte zuvor als Junkie bei uns geklaut.

    Hm, ich sage "Nein, in unserer Abteilung sind keine Wertgegenstände, sie soll einfach kommen". Sie kam - hatte den Mut (was sicher schwer ist) wurde von allen gut aufgenommen. Sie war ein toller Mensch und eine klasse Arbeitskraft.

    Nicht überall sind Voruteile zu Hausen.

    Und ich sage Dir noch was Live, das gilt nur für mich persönlich: ich habe Respekt vor Menschen, die zu sich stehen und zu dem was sie sind oder waren - die pur und ehrlich sind. Lieber eine solche Person, mit einer eventuell zweitklassigen Kariere als ein Lügner im Zweireiher, dessen Maske schneller fällt als er sie übergezogen hat.

    Und Live, ich denke nicht, dass nur ich so denke oder handle. Ich befürchte, Du machst Dich schlechter als Du bist, kann das sein???

    Hallo LIve!
    Du bist ein wertvoller Mensch!
    Du versuchst gerade Deinen Weg zu finden und zu gehen! KLasse!!
    Hinterfragst Dich und befragst den Sinn oder Unsinn des Lebens, ich kann dabei so lange nichts schlechtes finden, so lange Du fair Dir gegenüber bleibst.

    Warum uns wichtig ist was andere sagen? Weil wir anfangen müssen mit und in uns selber glücklich zu sein, als Mensch. Sind wir nämlich mit uns und unserer Seele (dem inneren Kind, mit allen Schuldgefühlen, Schamgefühlen, Ängsten und Wünschen) einig, dann genügen wir uns und treffen unsere - von uns gewollten - Entscheidungen nach unserer Eigenverantwortung. Ohne von anderen bestätigt werden zu müssen.

    Ich gehe diesen Weg gerade...

    ... und Du auch!!! .....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich wurde in einem anderen Beitrag gefragt, ob mir mein Partner gesagt habe dass er unglücklich wäre....

    Nein, das war eine subtile Vermutung von mir, die falsch oder richtig sein kann. Mir ist jedoch - allerdings erst als die Beziehung am Ende war und eine gewisse Distanz da war - aufgefallen, dass er lange schon nicht mehr impulsiv lachen konnte, sich freuen konnte oder positive Gefühle leben wollte. Wenn es ein Lachen gab, dann basierte es mehr auf Schadenfreude. Nicht mal gehässig oder böse, leer einfach.

    Ich kenne - schon immer - so viele kleine Freuden. Mir war dann aufgefallen, wenn er etwas toll gebastelt hatte, so machte ihn das ebenso wenig froh oder stolz, auch dann nicht wenn man ihm sagte wie toll es war.

    Wenn er - früher hatte er mal Interessen - etwas tolles gemacht hatte (an seinen rumgebastelten Autos) so schien es ihm gar keine Befriedigung oder Zufriedenheit zu geben.

    Da wo ich mich über Dinge freue, auf die ich beispielsweise steigerte (deshalb wollte ich sie ja) war er emotionslos - eigentlich war es ihm egal, so wirkte es.

    Zumeist sah ich ihn mit leerem Blick vor sich hinstarren, wenn er etwas tat, dann mit ziemlich ausdrucksloser Miene oder dem Ausdruck überfordert zu sein. Ich glaube nicht, dass das bei jedem Suchtkranken der Fall ist, nur mich machte das so betroffen, diese mehr als starke Vermutung, dass dieser Mensch keine Zufriedenheit, vielleicht kein Glück, vielleicht kein ruhen oder zufrieden sein mit sich selber zu erlangen schien.

    Ich dachte immer, wo Wut ist, muss auch das Gegenstück sein, aber wirkliche Freude, normales amüsieren, hatte ich die letzten Jahre nicht mehr gesehen. Wo das ganz früher noch bei Filmen ging wie der Olsenbande, mit denen ich zwar nichts anfangen konnte, aber bemerkte, er folgt der Handlung und findet sie witzig, so starb dieses wohl über die Jahre ab.

    Eine Mutmaßung von mir, ganz gewiss....

    Ein Eindruck, den leider auch das Umfeld von ihm hatte. Es meinte mal ein Fremder zu ihm "miesmuffel" ich war so erschrocken, geschockt und sagte der Miesmuffel heisst so und so, er ist ein Mensch und hat einen Namen und keine Beschimpfung verdient. Aber heute weiß ich woher das Gefühl kam und dieser Ausspruch.....

    Traurig, vielleicht ein Einzelfall, aber ich finde es ganz doll schlimm - auch wenn es nicht mehr meine Sache ist. Mir gibt manch eine "Kleinigkeit" den Sinn und den Spaß am Leben, eine Kleinigkeit, die mich erfreut, eine liebevolle Katze, ein freudig spielender Hund, eine Blume, die aus der Erde kommt..... ein funktionierendes und anspringendes Auto, schön brennendes Holz und eine warme Wohnung. Einfach kleines, das mir Freude und Zufriedenheit gibt. Hätte ich das nicht, wo wäre dann mein Sinn am Leben als arme Kirchenmaus, die gerade so viel verdient wie die Miete kostet.

    und dennoch habe ich mein kleines Glück, ich weiß noch nicht wie ich überleben werde, aber ich weiß, dass ich es will und dass es schon ist, wenn ich es schaffe....

    Aber welches "ja" hat ein Mensch zum Leben, der (vielleicht) keine Freude oder Zufriedenheit spüren kann?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Warum sie ihr "Material" verstecken, liebe Nancy, ich glaube, dass können uns am Besten diejenigen sagen, die diese Phase überstanden haben.

    Ich kann mir vorstellen, dass manch eine-/r merkt, dass bei ihm/ihr etwas mit dem Konsum ist als mit anderen Menschen. Somit wird versteckt. Am sichersten ist es für Menschen (mit noch sozialem) Hintergrund das immer zu tun, dann fällt nicht zufällig eine Flasche auf.

    Mein Ex trank in seinem Kellerraum, wo sich zu meinem Auszug hunderte von Flaschen stapeln. Im Haus - in meinem Beisein - wurde nicht viel getrunken. Dennoch wurde in gewissen Phasen versteckt. Wobei ich bei ihm nicht denke, dass er sich über sein "anders sein" bewußt ist. Dadurch, dass er hunderte von Flaschen stehen hat scheint er das als normal zu empfinden.

    Ich denke, da müssten Unterschiede gemacht werden, in welchem sozialen Umfeld jemand lebt und wie die Psyche noch funktioniert von dem, was mal gelernt wurde.

    Ungeduldig und barsch, gleichzeitig aber immer noch besitzergreifend so habe ich das erlebt. Das war einer der Momente (das war hier in meinem neuen Heim) wo er mir vorschreiben wollte was zu machen wäre und dass er es tut. Wo ich merkte und ihm sagte: die gemeinsame Zeit ist vorbei, ich entscheide für mich.

    Dieses Gefühl "nur" durch den Partner kann Hilfe zu Teil werden und ihm ein Gefühl der "Wichtigkeit" zu vermitteln könnte da im Raume stehen.

    lieben Gruß von Dagmar

    Mit viel Faszination und gemischten Gefühlen lese ich die Beiträge innerhalb dieses Themas.

    Auch ich musste mir für mich erklären wie der Mensch tickt, der von heute auf morgen ausgetickt ist, denn ich als liebevoll und fürsorgrlich kennengelernt hatte. Das war nämlich der einzige Weg um meinen Weggang möglich zu machen.

    8 Jahre hatte ich nicht das schöne Leben, aber doch "Normalität" er war nicht auffällig, nicht aggresiv oder treulos. Diese Änderung kam mit einem Schlag mit drei Todesfällen wo zeitgleich aus einem gedachten Partner ein unbekannter Mensch wurde.

    Das er Glück wohl über alle die Jahre nicht kannte konnte ich damals nicht sehen, diese glücklose und unzufriedene Zeit hat wohl für Wut gesorgt, die zusammen mit anderen Ängsten wohl diesen Wutbrocken geschaffen hat. Ich musste mir das sehr wohl erklären - musste alle Logik zusammen nehemen um mich "lebenserhaltend" verhalten zu können.

    Nicht ganz einfach, zu begreifen, dass da Gefahr bestehen soll, wo alle die Jahre keine war. Dass da die Gefahr herkommt, wo sie mir vom Leib gehalten wurde (8 Jahre lang). Auch ich habe aufgedröselt. Ich glaube, anders wäre ich mit der Situation gar nicht zu Recht gekommen (trotz psychotherapeutischer Hilfe) weil es für mich traumatisch war, was sich "plötzlich" abspielte.

    Natürlich war nur der Ausbruch plötzlich, die Entwicklung war schleichend. Da ich aber keinen Partner und keine Trinkmengen kontrolliere mach(t)e ich mir keine Gedanken was passieren kann. Eben schön naiv. Vollbetrunken? Das habe ich erst am Ende erlebt, zuvor wirkte alles "normal".

    Doch Skye, ich musste verstehen um zu überleben. Ich musste begreifen, dass 8 Jahre Sicherheit sich zu einer Gefahr entwickelt hatten. Nein Skye, ich wollte einen Alkoholiker nicht begreifen um einen würdigen promillehaltigen Nachfolger zu suchen sondern um überhaupt in der Realtität zu landen, die von heute auf morgen kriminell und gewalttätig wurde.

    Du hast wohl recht Skye, mit der Selbstfürsorge. Diese ist jedoch ein paar Stiefel - der Umgang mit Trauer und dem Horror ein paar Boots, oder? Alles das auf eine Reihe zu bekommen ist verdammt schwer für denjenigen, der gerade drinsteckt.

    Du schreibst Skye "Kenn ich, habe ich lange genug mitgemacht und lange genug habe ich es auf mich bezogen. Auch deshalb wollte ich Antworten, weil ich es auf mich bezogen habe.."
    Ich denke, genau das war bei mir der Grund zu begreifen, was mit meinem Ex-Partner vorgeht und was ich für mich zu meiner Sicherheit tun kann. Aber die eingeredeten Schuldgefühle mussten erst einmal bekämpft werden, das dauerte schon mal eine gewisse Zeit...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Täter - Opfer, Trauer - Bearbeitung....

    Ich habe so ein bischen das Problem, dass ich es auf der einen Seite richtig finde deutlich und klar zu sagen "Bleib bei Dir" auf der anderen Seite aber dadurch jemandem die Zeit zu nehmen sich langsam durch den Schmerz durchzuarbeiten, den eine Trennung und auch das Bewußtsein dieser tödlichen Krankheit mit sich bringt.

    Eine Trennung - auch unter gesunden Gründen - löst Schmerz aus (zumindest bei mir) und muss bewältigt werden. Der Weg der Klarheit war bei mir ein langer, es geschahen von heute auf morgen Dinge, die unmenschlich und respektlos waren. Um überhaupt wieder meine Beine auf den Boden zu bekommen war für mich sehr wohl wichtig den Alk und seine Wirkung auf den dazugehörigen Menschen zu begreifen - später, viel später, kam dann die Reflektion warum ich geholfen habe diese Sucht aufrecht zu halten.

    Aber bei mir dauerte es sehr lange, bis ich begriff, dass auch das Einlassen des Schornsteinfegers (für mich klar mein Pflicht als Mieter) ihm nicht hätte abnehmen sollen. Alles das war meine Unterstützung der Sucht, aber auch eine Tatsache, mit der ich mich (weil ja immer ich) mich als Opfer fühlen musste. Das aber muss erst erkannt werden .... benötigt Zeit. Trauer, Trotz, kämpfen - mal diese Phase mal jene....

    Ich wage von mir zu behaupten recht klar meinen Weg zu gehen und mir ein neues Leben aufgebaut zu haben - allem voran ging jedoch die Opferrolle - zwangsläufig: es geht mir nicht gut, die Partnerschaft tut mir nicht gut - was ändere ich und wie....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Julchen,
    Gedankenübertragung.... :)

    Hallo Ihr Lieben,
    es ist wunderschön, nach 6 km Marsch zum Arbeitsplatz (3 Hinweg und 3 zurück) die Siebenmeilenstiefel auszuziehen und die Lammfellhausschuhe anzuziehen und sich einfach mal mit einem Kaffee vor den Holzofen zu setzen.

    Ich denke, das ist genau meine Materie und ich habe auch den Eindruck es wird mir dort gefallen (aber es ist zu früh um in Beifallsstürme auszubrechen, das mache ich dann in ein paar Monaten, wenn ich meiner Meinung sicher bin.

    Mein Chef, hat mir heute einen ganz neuen PC hingestellt mit Flachbildschirm - wirklich eine edle Ausführung. Er hat mir gleich eine E-Mail-Adresse eingerichtet und den PC fast komplett installiert, und da ist eine Menge drauf.

    Die Leute aus Backstube und Verkauf sind nett und pflegeleicht. Da auch die Verwaltungshansel wie ich wissen dürfen um was es geht darf ich am 21. Januar einen Brezelbackkurs besuchen (klasse, bei mir gelingt das nicht). Logisch, dass ich die Kamera mitnehme.

    Gestern wollte ich schon einen der Bäcker überzeugen mir seinen m Holz mit zugeben. Nun gut, so ganz war er nicht meiner Meinung ;) Aber - er kämpft mit dem großen Holzofen mit der Temperatur ebenso wie ich mit dem Kleinen. Und wenn es zu warm wird, muss er ebenso wie ich tricksen und die Türe aufreißen. Also hier kann man/frau echt sagen: Fachmann und Laie kämpfen ebenso.

    Auf meinem Fußmarsch konnte ich gleich meinem Holzhändler "Hallo" sagen, der nämlich auch dort wohnt. Schon witzig, ich wohne hier noch nicht mal ein halbes Jahr und "kenne" mehr Leute als ich in 8 Jahren in Oberginsbach kennengelernt habe. Am Brunnen trifft man mal die Vormieter oder sonst jemanden. Schon verrückt, eigentlich.....

    Ach ja, katzentechnisch befinde ich mich in bester Gesellschaft. Mein Chef, besitzt drei, die Kollegin aus der Buchhaltung - mit der ich zusammen arbeiten werde - besitzt zwei.

    So, das war es mal für den Anfang,
    bin etwas schach matt, bei mir war die Toilette eingefroren, das Handy streikte, am Bett gab es Probleme und so manches andere stand hier auf mein "To-Do-Liste".

    Lieben Gruß von Dagmar
    bei der er gerade schneit und die gottfroh ist jetzt zuhause zu sein und nicht auf den Straßen unterwegs sein zu müssen.

    Mein Leben hat viel an Qualität gegenüber der Zeit meiner Beziehung gewonnen, dennoch sind die Gedanken noch immer nicht weg von der Beziehung, das als Zusatz, weil hier so viel geschrieben wird über das "endgültige Loslassen". Ich denke ganz sicher, dass sich mein Weg nur verändert hat, auch ich und meine Sorgsamkeit mit mir selber - das ich selber erstaunt bin - dennoch: es ist noch lange nicht aus dem Kopf raus, dass es mal einen Menschen gab.....

    Ja Espor,
    Es war für mich ganz, ganz schlimm. Definitiv losgelöst von der Beziehung - da ging es nicht darum was mal war, ich verliere oder oder oder....

    Ich sah ans Auto gelehnt einen Menschen mit einer Flasche im Anschlag, er starrte, starrte, starrte ... ein gebrochener blick, ein leerer Blick - keine Bewegung wenn etwas auf der Straße geschah. Gerade so, als wäre er nicht auf dieser Straße in dieser Welt sondern würde über sich selber schweben.

    Das waren so die Anfänge als ich begriff, wir leben nicht in einer Welt - in einer Realität. Da begann auch meine Enttäuschung abzunehmen, meine Vorwürfe. Ich spürte, dieser Mensch ist in sich so sinnentleert dass er vielleicht so leer und suchend vor sich hin sieht um sich selber irgendwo zu finden...

    lieben Gruß von Daggi
    die besuch hat