Mein Mann, von dem ich mich trennen wollte, hat Tumor!

  • Hallo, liebe Olive,
    für mich ein bischen schwer zu antworten. Ich denke mal, es ist ganz, ganz, ganz wichtig, dass Du nach Dir siehst und wie Du mit Dir und Deinem Leben zu Recht kommt. Nach/durch und mit dieser Erkrankung Deines Mannes erst recht. Es soll nicht makaber klingen, aber mit dem Alk wäre eventuell ein Tod ebenso möglich wie mit einem Tumor und Dein Leben müsste weitergehen.

    Weißt Du Olive, Dein Mann hatte lange Zeit die Chance etwas zu ändern - hat sie immer noch!!! - er hat immer noch die Chance nach sich zu sehen und seine Gesundheit in allen Facetten als oberstes Gebot zu nehmen.

    Das was gelaufen ist, Puff, Freundinnen ect. empfinde ich als zu hart für eine Frau, die das hinnehmen musste, als dass alles vergessen werden könnte nur weil "er jetzt plötzlich krank ist", war er ja schon zuvor, nur eine Krankheit, die er nicht sehen konnte oder wollte.

    Und noch immer will er Dich als Schuldige abstempeln. Diskussionen werden zwar nichts bringen in Sachen seiner Einsicht, könnten aber Dir gut tun, weil Du die Wut nicht in Dich reinfressen musst.

    Schön, dass Du nicht mehr anständig bist und aus Deinem Herzen keine Mördergrube machst. Magengeschwüre brauchst Du meines Erachtens keine weil Du an Deiner Wut erstickst. Ich denke, ohne nun Richter spielen zu wollen, das Leben hat seinen Weg gewählt bzw. Euren vorbestimmt, Du hast die Chance zu Deinem Leben, was Dein Mann aus seinem macht oder machen will liegt in seinem Ermessen.

    Viel Glück in dieser bestimmt heftigen Zeit wünscht Dir Dagmar

  • Hallo Olive!

    Warst du mit dabei, beim Arztgespräch oder ist es eine Info deines Mannes?

    Liebe Grüße von
    Elfriede

    Liebe Grüße von
    Elfriede
    _______________________________________

    Wir können die Uhr nicht zurückdrehen, aber wir können sie neu aufziehen!

  • Bei diesem Text kommen bei mir ganz heftige Emotionen hoch und ich frage mich, wozu sind Alkoholkranke fähig und was ist ihnen bewusst?

    Ein früherer Freund hatte mir nach der Trennung damit gedroht, ihm müsse ein Bein amputiert werden.

    Der letzte, er war Anwalt, an ihn erinnere ich mich sofort beim Stichwort "Puffn...". Mich wollte er finanziell knapp halten, jedoch für leichte Mädchen zahlte er alles. Auch er hat sich aus Rache, weil ich ihn hinausgeworfen habe, sexuell anderweitig betätig und warf mir vor, mein Verhalten war schäbig, bzw. hätte ich ihn dort hingetrieben. Beim Lesen dieses Textes kommt das alles noch mal wieder schmerzhaft hoch und ich frage mich, war diesem Menschen bewusst, wie sehr er mich verletzte?

    LG Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Au weih Olive,
    Elfriede Lustig hat Recht mit Ihrer Frage und Laurina bringt mich darauf, dass mein Ex (damals volltrunken) wollte dass ich sein Testament für ihn schreibe, zu meinen Gunsten ;)

    Muss hier nicht sein, wobei ich anfänglich auch gleich für bare Münze genommen habe was Du geschrieben hast, aber die Einwendungen sind nicht von der Hand zu weisen. Zumal ich auch schon solche Aktionen wie das Drohen mit Krankheiten erlebt habe. Mensch, bin ich naiv .... oder wie krank bin ich geworden, dass ich den Worten von Menschen nicht (nicht von Dir, sondern dem Dir übermittelten) nicht mehr glauben kann weil es von einer kranken, süchtigen, Seele kommt.

    Ach Mensch.... da sehe ich aber wie naiv ich bin, hätte man mir so eine Story erzählt hätte ich sie wohl sofort gefressen.

    Liebe Laurina, Du fragst ob die Verletzungen den Betreffenden bewußt sind, da kann Dir bestimmt jemand von unseren "Trockenen Ratgebern" helfen.

    Aber auch ich habe mir viele Gedanken zu dem Thema gemacht mit dem Grundtenor, eigentlich dürfte ja fast jedes gesprochene Wort Lüge gewesen sein, viele Taten einfach nur Schmerz.

    Nun, wenn ich aber versuche zu überlegen, dann wird es vielleicht so sein, dass das Ego eines Kranken anders funktioniert als wäre er gesund und objektiv. Vielleicht ist das verletzen zum einen der Beweis von (All-)Macht und zum anderen eine Art der Selbstberuhigung, dass auch wenn die "eine" nicht mitspielt es wenigstens eine andere (auch wenn gegen Geld) tut. Ich weiß es nicht. Aber ich komme mittlerweile leider auf das Level, das alles was in Sachen Gefühle gesprochen wurde nur leere Worte waren. Wie sollten die Taten anders sein? Wie sollten sie Gefühle empfinden wie Schmerz, wenn sie selber diesen bei sich durch Suchtmittel gelernt haben zu bekämpfen, ihn also nicht pur aushalten müssen.

    Nur ... warum lassen wir so etwas mit uns machen? Warum war ich nicht gesund genug rechtzeitig zu gehen? Warum habe ich überhaupt gewarnt und gesagt "diese Alkoholexzesse sehe ich mir nicht mehr mit an". Wäre ich doch gegangen ohne Worte, dann hätte ich diese Austauschaktion nicht verschmerzen müssen.

    Damals tat sie sehr, sehr weh. Jetzt kann ich wohl froh darüber sein, denn dadurch wird der Fokus von mir weggenommen und ich rücke (hoffentlich) in den Hintergrund.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    bei mir ist nochmal ein intensiver Schmerz hochgekommen, das ist aber gut so. Ich lebe und kann Schmerz empfinden und zulassen.

    Deine Erklärung scheint mir logisch. Es ist in etwa so, wie warten auf Godot, der niemlas kommt, so haben wir vergeblich darauf gewartet, doch noch einen Liebesbeweis mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln heraus zu kitzeln und unsere Energie dort hineingesteckt. Es war nicht naiv, sondern der Stand unseres Wissens und Begehrens. Heute kann ich mir sagen, es ist zuviel passiert, es geht nicht mehr und ich tue mir das nicht mehr an, doch der Schmerz über die Verletzungen ist noch in mir, das wird wohl auch noch andauern und ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Weißt Du, liebe Laurina,
    ich habe das Gefühl, dass dieser Schmerz langsam schwindet. Fast ebenso, wie sich das Leben nun in selbständiger Form auch wieder auf stabilere Beine stellt.

    Es ist für mich ein bischen schwer zu erklären. Ich habe mich getrennt, Kontaktabbruch. Ich lebe anders, an anderem Ort, lerne neue Menschen kennen (auch nur ganz oberflächlich) stelle mich auch den Problemen, wo der Expartner früher behilflich war. Bei jedem Thema, welches ich selber in Angriff nehmen kann werde ich selber etwas stärker und wird der Schmerz geringer. Alles, was mich stärkt, macht auch den Schmerz etwas kleiner. Übertrieben gesagt, je größer das Vertrauen in mich und in eigene Handlungen wird (vielleicht auch eine gewisse Gelassenheit einkehrt), desto weniger Schmerz.

    Dadurch weniger Wut, weniger Enttäuschung und weniger Verlustschmerz. So ein bischen komisch zu beschreiben. Gerade so, als würde alles was die Trauer ausmacht nicht nur die Trauer um einen Menschen sein, sondern auch verbunden mit Ängsten vor dem eigenen Leben, mit der Trauer selber etwas nicht bewältigen zu können.

    Diese Verletzungen verspüre ich auch, liebe Laurina. Aber sie werden gerade anders. Ich spüre einfach dass das alles wie bei einem Kreisel gelaufen war - immer der selbe Kreislauf und irgendwann verliert der Kreisel (in dem Fall ich) die Kraft.

    Ich habe mich nun für einen Solarkreisel entschieden ;) der von der Sonne betankt wird und nicht von einem manuellen Energieschub. Die Sonne kommt immer wieder - mal stärker, mal schwächer, aber sie kommt Tag für Tag, die manuelle Energie wäre abhängig vom Drückenden am Kreisel ;)

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

  • Hallo Olive,

    Dein Beitrag berührt mich, da ich selbst gerade (wieder) in einer Tumor-Behandlung stecke.

    Zitat

    Er hat da gleich ganz mächtig auf die ränendrüse gedrückt. das war mir echt zu viel.


    Natürlich ist so eine Diagnose erst einmal ein „Hammer“, die Gedanken und die Befürchtungen kochen über und das braucht ein Ventil. Oftmals sieht man im ersten Moment auch alles viel zu dramatisch. Und wenn Angehörige eine gute Beziehung haben, ist Mit-Gefühl sehr unterstützend, Mit-Leiden aber für alle nur belastend.
    Ist die Beziehung nicht gut, ändert daran auch die Diagnose nichts, nur jetzt nichts vorspielen :!:
    Und letztendlich muß jeder ganz alleine mit sich ausmachen, wie er damit umgehen kann.

    Zitat

    Ich weiss nicht ob-hoffe aber sehr, dass einige unter euch, die meine geschichte in den letzten wochen ein wenig mitverfolgt haben mich verstehen. ich habe ihm gesagt 8und dazu werde ich auch stehen), dass ich ihn nicht im Stich lassen werde - jetzt in Anbetracht der situation, dass es aber DENNOCH keine Beziehung im herkömmlichen sinn mehr zwischen uns geben wird.


    Was soll daran falsch sein?
    Es ist eine zusätzliche Belastung und Dein Angebot der Unterstützung ist sehr menschlich und großzügig, sonst hat sich aber nicht geändert! Und niemand kann mehr fordern (Achtung! Ärzte und Pflegekräfte werden das wahrscheinlich ganz anders sehen – Klarheit von Anfang an!). Es gibt überall Anlaufstellen, wo man Hilfe bekommt, gerade in diesem Bereich.
    Wenn die Basis der Beziehung nicht tragfähig ist, kann keiner die Belastung durchhalten, also ist es nur gut, von Anfang an zu sagen, was geht und was nicht .... hast Du doch richtig gemacht. :wink:

    Zitat

    Aber dort weitermachen wo wir aufgehört haben , NEIN, das will ich dennoch nicht


    Informiere Dich persönlich bei den Ärzten ..... Du solltest selbst wissen was genau geplant ist und was kommen könnte
    Sichere Dich ab, glaub keinen vagen Versprechungen ..... Menschen in dieser Situation reagieren (vor allem in Kombi mit Alk) teilweise sehr irrational.
    Und bleib bei Dir und Deinem Weg ... laß Dir nichts einreden :!:

    Und stoppe Deine Talfahrt :wink:

    Einen herzlichen Gruß und viel Kraft
    Hagebutte


  • Liebe Dagmar,

    in Bezug auf Deinen Solarkreis komme ich zu dem Schluss, es ist nicht immer alles verfügbar. Gerade habe ich die NDR Talkshow gesehen und herzlich lachen können. Da war das Ehepaar Tiller/Giller, das durch viele Krisen ging und letzlich durch gegenseitige Autonomie wieder zueinander fand. Während der Sendung wurde mir klar, dass das Leben ganz einfach und leicht sein kann, wenn man bei sich bleibt und dafür entscheidet, sich nicht von Anderen verletzen zu lassen. Für Verletzungen habe ich mich zur Verfügung gestellt und war regelrecht süchtig danach. Ich konnte meinem Ex verzeihen und sah deutlich meinen Anteil. Nunmehr empfinde ich keinen Groll und kein Bedürfnis mehr nach Klarstellung. Es ist sein Leben und sein Recht zu trinken und andere Frauen zu haben. Das möchte ich nicht mehr bewerten, es ist auch nicht mehr relevant, ob ihm seine Verletzungen bewusst waren. Was durfte ich daraus lernen, in Zukunft entscheide ich, wen ich nah heranlasse, und wer einen Platz in meinem Leben haben kann. Ich habe ihn geliebt, er hatte einen Platz in meinem Leben, nunmehr kann ihn gehen lassen. Soll ich ihn verachten, weil ich es nicht war, weil er es nicht war, nein es war ein notwendiger gemeinsamer Lebensabschnitt zum Wachsen. Ich werde nun zufrieden in mein Bett gehen mit dem Wissen, dass in diesen Leben vieles noch möglich ist.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Guten Morgen liebe Olive,
    Du wirst nicht einsam sein, höchstens Dich das eine oder Mal so fühlen, weil einen die Trauer und Erinnerung überrennt - habe mal keine Angst vor einer Trennung. Du bist schon so weit gekommen, da bin ich persönlich mir sicher, das Leben ohne ihn wird nach einer Umstellungszeit für Dich DEIN Leben werden mit mehr Zufriedenheit als mit ihm. So schätze ich nun nämlich Dich und Deine Situation ein, kann aber auch falsch liegen.

    Sehr gute Handlungsweise: Rechtsanwalt! Klasse, das logische Denken arbeitet, Du lässt Dich nicht unterkriegen und bist entscheidungsfähig! Super - so hat ein Start auch gute Chancen.

    Mensch Olive, das wäre der Hammer. Wir Naivchen glauben gleich die Geschichte und einige Ladies hier um uns herum riechen sofort Lunte. Mensch, ich will ihm nicht Unrecht tun, wenn das aber der Fall ist, dann muss ich was an meiner Psyche gegen meine Leichtgläubigkeit tun. Denn mit keiner Faser hätte ich das für möglich gehalten, was nun zumindest eine 50% Möglichkeit hat.

    Na super, würde wohl schon alles passen: Konzentrationsfähigkeit sinkt, Zuverlässigkeit in Terminen sicher nicht gerade bombig...

    Lass Dir bitte nicht den Mut nehmen, ganz so einfach wird es nicht sein, Dich zu Unterhalt zu verdonnern, da der gnädige Herr sicher auch selber etwas erwirtschaftet hat bzw. etwas veräußern möchte. Lass Dich nicht von einer Angst überrollen (ich tat das!) die eventuell keine Grundlagen haben. Ich als Co hatte sehr viel Angst (Auto kaputt, Tier beerdigen ect.) was mich in meiner Co-Abhängigkeit hielt. Diese Ängste bekamen so viel Platz in mir und die Realität so wenig, dadurch nahm ich mir den Mut zu gehen und mein Leben in meine Hände zu nehmen.

    Bisher ist alles ganz anders gekommen!!!! Nichts wovor ich Angst hatte war wirklich angsteinflössend, es gab immer Lösungen und von Anfang an mein (lebenswertes) Leben.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

  • Hallo Olive,

    ich habe gerade von Dir gelesen, Du befindest Dich an einem seelischen Tiefpunkt.
    Magst Du schreiben, was in letzter Zeit bei Dir passiert ist?

    Lieben Gruß


    S.Käferchen

  • Hallo, liebe Olive,
    danke, für diese Zeilen:

    Zitat

    Liebe Grüße an Dich , aber auch an Dagmar007, deren Beiträge ich verschlinge (stets hoffnungsschwanger in dieser Sache einmal so stark und erkenntnisreich zu werden wie sie).
    Olive (im Moment auch grad wieder Mal am seel. Tiefpunkt)


    Du bist ebenso stark oder schwach wie ich, liebe Olive, ebenso traurig wie ich, aber wir alle - jede-/r von uns kann es schaffen zumindest sich selber so unbeschadet wie möglich zu halten um weiteren Schaden zu vermeiden.

    Jede-/r benötigt dann seine Zeit und seine Trauer (die bei mir auch noch andauert), aber jeder Schritt vorwärts bei dem wir nicht hinfallen macht uns stabiler, stärkt das Rückrat und sorgt für unser eigenes Gleichgewicht.

    Ich denke einfach, die Liebe oder Zuneigung, die wir empfanden ist eine Sache - egal ob Sucht oder keine, ich empfand etwas, das kann ich nicht einfach wegstecken.

    Aber ... ich muss mein Leben bewahren, schützen und aufbauen. Und DU DEINES! Das kannst Du wie viele anderen es schon geschafft haben oder wie ich es versuche.

    Gerade dieses "selber ums Laptop kümmern" und solche Sachen, bei mir eingefrorene Rohre, Toilettenverstopfung ect. schafft einen wenn es passiert und wir würden am Liebsten "Liebster" schreien und empfinden das in dem Moment wohl auch so. Aber wehe, wir haben es selber geschafft :) Dann dürfen wir uns nämlich selber als "Liebste und Beste bezeichnen, selber in den Arm nehmen, das Kreuz noch etwas stärker aufrichten als zuvor...." Es geht, aber es sind immer schwere Wege.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo, liebe Olive,
    ich denke, dann bist Du tatsächlich bei "mir" gelandet beim Osterkranz aus Brotbackmischung im Holzofen :)

    Ja, der Job ist gestartet und ich empfinde es derzeit als interessant und gut - allerdings noch zu früh um zu sagen "das ist es" weil die mitmenschlichen Animositäten stellen sich im Regelfall erst später ein, ich hoffe aber mal "gar nicht".

    So, liebe Olive: nicht DU lässt ihn im Stich - sondern er sich selber, und zwar fast nicht mehr steigerungsfähig: todkrank und dennoch trinkend! Nee Du, das hat nicht mit Deiner Verantwortung oder im Stich lassen zu tun!!!

    Weißt Du Olive, wenn bei mir etwas kaputt geht, so habe ich keinen Krückstock, ich lebe hier alleine. Also bin ich gezwungen das alles selber zu tun. Hier habe ich auch die Energie.

    In der Zeit der Trennung, als alles noch frisch war, da konnte ich nicht mehr. War ein energieloses Bündel und meine Kraft war so was von reduziert, dass es mich jetzt noch wundert, dass ich überhaupt noch am Leben beteiligt war. Das änderte sich jedoch mit meinem Zielen bzw. den Punkten, die ich grausam erfassen musste. Denn irgendwann ging es um mein Leben, sprich: es mussten Energien her, damit ich eine andere Wohnung finde.

    Auch jetzt noch Olive, wo es mir gut geht, fühle ich mich zuweilen alleine wenn etwas unvorhergesehenes passiert, das ist einfach meine Angst vor diesem Problem bzw. Angst, es nicht richtig lösen zu können. Das aber wird weniger.

    Alleinsein kann etwas sehr schönes sein, aber da kommst Du drauf, Du musst Dich daran gewöhnen, langsam, am Anfang eventuell Freunde, Familie einbinden, besuchen, zu Besuch haben, vielleicht ein Haustier? Dann bist Du nie alleine :)

    Lieben Gruß,
    halt Dich wacker und tanke Kraft, die dann ganz alleine für Dich da sein kann und darf!

    Dagmar

  • Ich vermute, liebe Olive, dass diese Kreativität sich gesteigert hat gerade in den schlechter werdenden Zeiten.

    Begonnen hat es damit, dass ich mich nicht so richtig zu recht fand in einer Region (in die ich wegen ihm gezogen war) in der man in jedem Fall einige km fahren muss um beim Bäcker anzukommen. Ist man dann dort, ist das gewünschte Brot evtl. nicht mehr vorrätig.

    So, deshalb als Brotbackautomat - am Anfang - dann auch ohne Automat :) So, wenn im Internet gesucht wird, dann kommen gerne und oft die Bezahlseiten, das nervte mich: also aus der Not eine Tugend gemacht und meine Rezepte (bald 600) eingestellt.

    Daraus entwickelte sich ein Netzwerk. Der Garten gab mir Freude und blühte auf, während die Beziehung verblühte, also wurde auch das kreativ in eine Homepage umgewandelt. Die einzelnen Wachstumsschritte der Pflanzen alle paar Wochen.

    Dann kommen noch meine Katzen und die Katzencommunity. So und nun rundet sich vielleicht alles ab: Wäre alles das auch entstanden wenn es mir gut gegangen wäre? Denn genau diese Homepages (auf die auch Resonanz von der Industrie kommt) haben mir trotz Arbeitslosigkeit das Gefühl gegeben etwas zu leisten. Ich bin auch stolz darauf :) von der Stiftung Waren..t empfohlen ect.

    Ich denke, das ist eines der Dinge, welches mich glücklich machen konnte und mir meine persönliche Zufriedenheit auch schon früher geben konnte. Es war mein "Werk", auf welches ich stolz war. Diese Homepages haben letztendlich auch zum jetzigen Job geführt.

    Dinge also, die mir Spaß machten, die mich kommunizieren ließen und in denen ich "ich" sein konnte und durfte. Was wäre gewesen, hätte ich diese Interessen nicht entwickelt.

    Genau deshalb wussgte mein Ex wie er mich straft wenn er Telefon und Internet abmeldet, was er tat und ich stand da - keine Chance mehr etwas zu machen. Das, genau das, waren meine Tröster und meine Kreativität die ich leben konnte. Einer der Punkte wo einfach Skrupellosigkeit und Neid zu erkennen war.

    Ich bin glücklich darüber, diese Kreativität und Lust an Bildbearbeitung ect. zu haben um mich genau dadurch auch ausleben zu können ohne wieder in eine Beziehung zu schlittern.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ach liebe Olive, der nächste Kranz wird besser :) Ich habe heute in einem Fachbuch gelesen, wenn zuviel flüssigkeit beim Teig ist, dann quillt er auf und verliert die Form. ICh lerne dazu, wart mal ab, meine Liebe das krigen wir hin... wir haben ja noch zeit bis Ostern.

    Morgen habe ich übrigens einen Brezelbackkurs, an dem ich Fotos machen werde für meine Brot-back-Seite, kannst dich dann also in Wort und Bild informieren.

    Ehrlich gesagt, ich habe meinen Beitrag ja auch als Tagebuch geführt, ich traue mich aber nicht mehr die ersten Beiträge zu lesen. Mensch, war ich da noch naiv. Null daran interessiert, was ich brauche. Gesicht oder Hände eincremen, ach was... Mensch und genau das ist doch schön, für sich selber zu sorgen.

    Klamotten, ja die waren sauber, aber das war es auch schon. Von Farbenfreude und trotz molliger Figur das Mutige, was ich vor Jahren hatte, das war weg. Ohrringe oder Ringe, ach was, legen wir sie doch ins Eck.

    Alles das kommt wieder - jetzt - langsam, Tag für Tag etwas mehr. Helle und freundliche Kleidung, gelb, vanille trotz Schmuddelwetter. Gebügelt wird relativ schnell, obwohl ich es hasse. Auch wenn ich körperlich fertig bin, so wird das Holz geholt, weil ich am nächsten Tag (wie morgen) unter Zeitdruck stehe. Meine Briketts, die ich eigentlich noch genug hier habe, besorge ich dennoch, weil sie im Angebot sind. Früher hätte ich das nicht mehr geschafft und es verschoben.

    Alles das - und mein geänderter Tagesablauf. Früher von morgens bis abends am PC, nunmehr auch sehr, sehr gerne vor dem Fernseher. Essen? Ach irgendwas rein mit, hauptsache kein Hunger mehr. Ist alles jetzt anders.

    Mir begenen Menschen in allen Facetten, der, der sich als der "schöne ..." am Arbeitsplatz vorstellt. Der Nachbar, der auf mich ausgesprochen schüchtern, dennoch nett wirkt, die Kollegen oder Chefs, mit denen man/frau mal einen Spaß machen kann. Wenn ich daran denke, dass diese Menschen auf mich so positiv wirken, dass es eine Unverschämtheit wäre im selben Atemzug von einem Menschen zu reden, der schlecht mit sich und anderen umgeht. Auf gut deutsch: ich wollte diesen agressiven und wütenden Menschen nicht mehr in einem Umfeld haben, wo soviele andere liebenswürdige Menschen um mich sind.

    Alles das wurde mir erst klar, über Monate in denen ich - so wie Du es jetzt vor hast, liebe Olive - alle Erlebnisse aufgeschrieben habe. Und ich sage Dir, manche Grausamkeit habe ich noch immer auf den Dachboden gesperrt.

    Schreib Dich aus - tob Dich aus - beginne Dein neues leben zu leben, zu genießen, Dich daran zu erfreuen. Und habe wache Augen für das was alles an schönen Dingen um Dich herum ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Olive,
    schreib nach Lust und Laune,
    ich finde die Idee mit dem Tagebuch gut.
    Ich bin momentan auch irgendwie omnipräsent hier.
    Tut mir halt grad gut.
    Und so soll es sein.
    LG Thelma

  • Genau diese Variante :) Salzig, Laugegebäck mit Hagelsalz.

    Ich meine als Tagebuch meine Beiträge in T(r)ockenes Resümee eines Co. wenn Du die ersten Seiten liest, dann merkst Du meine Wut, Hass, Enttäuschung und das ich nichts verstanden habe, jetzt auch noch nicht alles ;)

    Die Grausamkeiten sind Dinge wie dass er mir Telefon oder Internet sperrte, was ich so gerne verdränge. Was in dem Haus loswar als die Bauarbeiten begonnen und er sich rumtrieb und mir die Bauleute von Stadt und Land überließ. Wie ein sexueller Übergriff den nächsten vorbereitet. Alles das lasse ich selten an die Oberfläche...

    Alle die Ängste, mit schlagendem Herz wenn er torkelnd die Treppe zu meinem Schlafzimmer kam und ich ich fragte bricht er jetzt die Türe auf.... oder tut er den Tieren etwas... alles das habe ich noch sehr auf den "Dachboden" gepackt. Alles das, was mir bis dato an ihm fremd war, bekam ich in einer Überdosis, die ich weder begriff noch verkraften konnte. Ich denke, so fühlt sich ein Trauma an....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Olive,

    ich lese jetzt schon min. den dritten Beitag wo es um Brezeln geht....wäre schön wenn wir hier beim Thema bleiben.

    Es gibt den Freizeitbereich und dort könnte ihr vom aufbrezln, abbrezln oder Brezl backen schreiben.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hi Olive,

    du hast nicht nur einmal nachgefragt....z.B. im Thread von Dagmar "Suchtdruck", was haben da die Brezln zu suchen?

    Wenn du schon ihre Homepage kennst dann schreib doch dort über dieses Thema, nur frage ich mich warum wir hier den Freitzeitbereich haben?

    Mach doch im Feitzeitbereich einen Thread auf zum Thema backen und dann könnt ihr euch da austauschen. Und andere Forenteilnehmer können sich evt. auch was davon mitnehmen.

    Ich finde es einfach schade wenn der Threadtitel nicht mehr zu dem geschriebenen passt, was ja schon sehr oft der Fall ist.

    Und es war ein Hinweis von mir auf den Freizeitbereich und keine Zurechtweisung oder Kritik...aber das liegt an der Sichtweise :wink:

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Zitat

    Hallo Dagmar,


    Du schreibst: "Ohne Suchtmittel war ich gezwungen, mich nur nach mir zu orientieren, was mir früher nicht gelungen wäre".

    Was ist aber, wenn das Suchtmittel (Partner) zwar nicht (mehr) zur Verfügung steht, Mir fällt nämlich von Tag zu Tag mehr auf, dass ich mich (offensichtl. jahrzehntelang) hinter dem Alk des Partners verstecken konnte (und wie gut das ging). Ich hatte sosagen einen Buhmann und den konnte ich immer und überall heranziehen, wenn's nötig war, um bequeme Ausreden für Dieses und Jenes zu finden.
    Was also tun, wenn's mit Suchtmittel (Partner) und ohne Suchtmittel (Partner) nicht gelingt die Orientierung zu finden.

    Hallo Olive,

    ich habe deinen Beitag mal hier her geholt.

    Zitat


    man (ich) aber erkennen muss, dass man genau dieses Suchtmittel gebraucht hat, um die eigenen Unzulänglichkeiten zu übertünchen.

    dann hast du jetzt die Chance DICH kennenzulernen und Dich anzunehmen so wie du bist mit all deinen Ecken und Kanten und deinen Fähigkeiten und Eigenschaften.

    Ich finde diese Reise, zu mir, sehr spannend und aufregend, endlich ICH sein und nichts kopieren oder annehmen was nicht meins ist.

    Liebe Grüsse
    Elocin

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