Beiträge von dagmar007

    DOCH Du kannst, liebe Smile!
    UND DU WIRST wenn Du WILLST!
    Auch bei mir ist alles nach nunmehr drei Monaten nicht überstanden, aber viele Jahre können nicht innerhalb weniger Wochen verarbeitet sein.

    Ich hatte angefangen mein kleines Glück zu sehen um mich herum, um dabei die Trauer zu reduzieren. Mittlerweile sehe ich viel mehr Glück als Trauer. Und wenn ich ehrlich bin, liebe Smile, ich sehe wie schwer meine Loslösung war und wie reduziert meine Kraft. Mit jedem weiteren Monat wäre meine Fähigkeit "wirklich" zu gehen gesunken und die Chancen, dass etwas "passiert" dass mich dann mit betrifft größer geworden.

    Smile, hast Du mal überlegt, was wäre, wenn er einen Unfall hat, stolpert, ect. ins Krankenhaus muss und eventuell schlimme Schäden zurückbehält. Ich denke die Chance von Stürzen ist nicht schlecht, bei Alkoholikern.....
    Würdest Du dann noch gehen können? Dann wäre die Verantwortung da, die die Umwelt und man selber sich aufdoktriert, oder?

    Weißt Du Smile, ich habe gerade mit Luchsaugen im Holzofen einen Hefezopf mit Nougatfüllung gebacken. Damit er weihnachtlich aussieht mache ich mir noch die Mühe Weihnachtssterne aus Schoko mit Puderzucker anzukleben. Eine Freude für mich, entweder für Freunde, die zu Besuch kommen oder den Gefrierschrank. Ich weiß selber ob er mir schmeckt oder mir das Ergebnis gefällt, dazu benötige ich keine Bestätigung mehr.

    Ich werde mir nun gleich ein Schaumbad gönnen, weil es mir gut tut. In Ruhe. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, mit wieviel Unruhe ich früher in die Badewanne stieg.....

    Ich freue mich müde ins Bett zu gehen und einfach nur zu schlafen. Nicht mehr das Herzrasen zu spüren, das ich Nacht für Nacht kannte. Ich spüre diese Ruhe, an die ich mich gewöhnen muss. Eine Harmonie, die ich wohl lange Zeit nicht mehr kannte. Meine Tiere, die so harmonisch miteinander umgehen wie nie zuvor. Streuner und Hauskatzen sind miteinander eine Gemeinschaft.

    Sie dürften am ehesten meine Ruhe gespürt haben....

    Setz Dich nicht unter Druck - aber erinnere Dich daran dass Du für Dich lebst. Nein Smile, Dir geht es gut, davon geht er aus. Vielleicht ist er der irrigen Meinung nur ihm geht es schlecht???

    Als ich von Auszug sprach - ich musste mich komplett neu orientieren, ich bin arbeitslos, ich musste nach meinen Tieren sehen sagte mir mein Gegenstück "und wie es mir geht interessiert Dich nicht". Aber hallo, er sucht eine neue ICHE, sorgt dafür dass ich die Beziehung beende startet sexuelle Übergriffe und beschwert sich dass ich mich nicht kümmere wie es ihm gehe....

    Nein Smile, wir müssen uns um uns kümmern - das dürfen wir von niemandem anderen verlangen. Mitgefühl und Freundschaft, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ja, die können wir von unserem Umfeld bekommen .... aber nur dann, wenn es nicht der Sucht verfallen ist.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Ihr Lieben "In der Ruhe liegt die Kraft"

    Das bestätigt sich immer wieder. Logisch auch, weil ich mich beispielsweise in Hektik grundsätzlich verzettele bzw. zu viele Dinge gleichzeitig mache, als dass ich mich noch auf alle konzentrieren kann.

    Einer der Punkte, warum ich dankbar bin über meinen Zusammenbruch. Ohne diesem Burnout und seelischem Nullpunkt hätte ich so weitergemacht und es wären entweder Herzinfarkt oder Magengeschwüre gekommen, oder der damals hohe Blutdruck hätte mich gekillt.

    Auch ich hatte früher die Ungeduld, Probleme gleich klären zu wollen. Ich habe mir diese Weisheit der Bundeswehr "eine Nacht schlafen bevor eine Beschwerde erteilt werden kann" zu Herzen genommen und seit dem geht es mir besser.

    All jene, die auf eine Weiterführung der Beziehung hoffen oder auf Läuterung des Partners, ich denke für genau diejenigen ist diese Geduld das a und o.
    Geduld für sich und die Entwicklung, die man/frau mit sich alleine ausmacht. Geduld für den Partner, der sich selber finden muss und dann noch die Geduld und Freiheit abzuwarten, ob aus diesen beiden Menschen wieder ein Paar werden kann.

    Vielleicht ja - vielleicht nein - vielleicht auch erst in 10 Jahren??? Wer weiß??? Aber eines weiß ich sicher, genau jene Geduld und Bereitschaft sich auf das Leben einzulassen und das, was es uns serviert, das muss meine Grundlage zu meinem (Über-)Leben sein, auch wenn ich daran noch lernen muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ungeduld ... Lilly, mein Thema .... auch wenn es immer besser wird ;)

    Drück mir eine technische Bedienungsanleitung in die Hand, ich werde zum HB-Männchen ;) Lieber xtests bis ich es hinkriege. Programmanleitungen .... selbiges, learning bei doing, Geduld ist nicht gerade mein zweiter Vornamen.

    Oh, und seit ich selber aus einer kräftezehrenden Beziehung ausgestiegen bin, da fehlt mir so ein bischen die Geduld anderen zuzuhören, die sich bemitleiden aber seit zig Jahren in einer Beziehung leben, die in die Hose gegangen ist. Schritte zu einer Klärung bzw. einem getrennten Neustart gibt es nicht, obwohl eine Weiterführung dieser Ehe nicht möglich wäre weil einer der beiden Partner die Heterosexualität verlassen hat.
    Da ich selber meine unfreundliche Wohnsituation verlassen habe gehe ich davon aus, dass es jemand noch eher schafft, bei dem es über 2 Jahre vorbei ist. Ich habe da keine Geduld mein gemütliches Heim als Ausweichquartier zur Verfügung zu stellen, weil ich selber viel zu gerne mit mir alleine bin.

    Was mir sehr geholfen hat Geduld zu lernen sind meine Holzöfen. Denn das Holz reagiert nicht immer, wie ich es gerne hätte - ich liebe aber diese Flammen, also bin ich gezwungen mit Eseslgeduld das Feuer zu entfachen, am Brennen zu halten, Asche zu entsorgen, Glut zu entfernen (und das könnte in Hektik brenzlig werden) und mein Holz zu schleppen.

    Meine Ungeduld, wenn meine Tiere sich keine Tropfen geben ließen, Ohren reinigen ect. hat sich mit der Erfahrung gegeben. Bei den ersten 10 Tieren war ich noch am durchdrehen, nun ist es eine Routinesache.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh je Fränkin,
    spielt er "Liebe" vor?
    Kann er Liebe bereits wieder spüren? Kann er überhaupt zuordnen was Liebe beinhaltet wie Zuverlässigkeit, Respekt ect.? Diese teuflische Krankheit scheint wieder so von ihm Besitz ergriffen zu haben, dass er sich vermutlich darüber noch keine Gedanken machen konnte....

    Ich wünsche Dir viel Kraft und trotz allem einen schönen Advent - für Dich! Bei mir soll es auch den Versuch eines Weihnachts(hefe-)Zopfes geben, mal sehen, ob das gelingt. Im Holzofen 200/220 Grad zu halten ist ne Meisterleistung ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Fränkin,
    wenn ich bei Dir so lesen, dann stelle ich (wie auch bei vielen anderen) fest, wie trügerisch Hoffnung sein kann, nicht muss. Wie schlimm es ist, diese Hoffnung langsam wieder zu verlieren. Mehr noch, schlimmer noch, ein Misstrauen kommt nun wohl noch hinzu, welches sich dann (vielleicht) auch noch auf eine "vermeintliche" Trockenheit bezieht.

    Wie schwer fiel es mir zu gehen, wie schwer zu begreifen, dass ich komplett keine Rolle spiele im Leben des ehemaligen Partners. Und bei jedem Lesen solcher Postings weiss ich, dass ich diese Kraft nicht gehabt hätte einen solchen Prozeß durchzustehen.

    Zumal Dein Partner ja Krankheitseinsicht hatte, aber die Sucht wohl doch stärker ist. Was ist dann erst, wenn ein Mensch keine Einsicht hat, wie zieht dieser Mensch sich selber 1,50 m tiefer und das Umfeld lässt sich zumeist ebenfalls mitziehen.

    Ich kann Dir nur wünschen, liebe Fränkin (Gruss in die Nachbarschaft von Hohenlohe aus) dass Du für Dich sehr viel Kraft sammeln kannst und wieder auf Deine Füße kommst, die Dich Deinen persönlichen Wünschen näher "tragen".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Karotte,
    wir sind ja in ähnlicher Situation und kämpfen um unsere Existenz, aber wie Du schon sagst, zuweilen macht sogar sparen Spaß. Einfach deshalb, weil wir es für uns tun.

    Es ist schwer, es laugt aus und die Ämterlauferei ist anstrengend. Zumal bei jedem Besuch mir persönlich wieder diese Situation der Arbeitslosigkeit, Trennung ect. ins Gespräch kommt, zuweilen leider zwangsläufig, da eine Adressänderung ja doch angegeben werden muss.

    Du, sag mal, kannst Du das mit dem Assistenten nicht so als kleine "Mutprobe" betrachten. Das ist doch genau jemand, mit dem Du nicht klar kommst, wäre es nicht interessant, sich genau mit so jemandem auseinander zu setzen? Ich weiß aber, dazu ist Kraft und eine gute Tagesverfassung notwendig. Habe ich die, dann versuche ich genau mit solchen Leuten ein Gespräch aufzubauen, evtl. spreche ich sogar an, dass ich das Gefühl habe, dass wir in unterschiedlichen Welten leben. Manchmal hat das Horizonte eingerissen, einfach weil der andere mich als Mensch kennenlernte - zuvor hat er mir vielleicht eine Nummer gegeben und mich einfach abgestempelt.

    Tja Respekt verlieren, ein heikles Thema. Ich selber bin auch noch nicht so ganz klar in der Lage zu sagen die respektlosen Dinge, die geschahen, die liegen einfach nur der Sucht zu Grunde. Halt, sagen kann ich es, spüren noch nicht so mit dem notwendigen Abstand.

    Auch mein Co tobt zuweilen und ärgert mich indem mir ins Ohr geflüstert wird "Mensch, da gibt sich ein Mensch auf, will es, braucht es und tut es". Aber es ist so und wir können nichts daran ändern und es ist die selbstgewählte Entscheidung des Betreffenden.

    Ich denke aber, liebe Karotte, das kommt mit der Zeit. Der Abstand wird größer, die wahren Ausmasse kommen klarer und neutraler in den eigenen Kopf zurück und letztendlich bekommt das eigene Leben immer mehr Facetten, Ecken und Kanten.

    Lütze schrieb Dir:
    Guten Morgen,Karotte
    Das liest sich für mich irgendwie förmlich.Klingt gar nicht nach dir. Ist nur so ein Gefühl.Kann ich so richtig gar nicht erklären...

    Das kenne ich und habe es an mir selber bemerkt. Es war bei mir ein weiterer Wandlungsschritt, als ich bemerkte wie manch einer in mein Leben eindringen möchte und es lenken will, nicht ganz uneigennützig von der anderen Seite. Ich denke, bei manch einer Weiterentwicklung wirkt man/frau förmlich. Bei mir war es so: alte Muster, bemerken dass ich diese nicht mehr will und gedanklich eine Änderung durchführen. Ich glaube, da wurde ich ganz förmlich, weil meine Gedaneken und der Kopf meine Gefühle analysierten.

    Ich bin mal gespannt, ob das bei Dir ähnlich sein könnte.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm Frozen Tears,
    Du bringst mich auf was: im Job hatte ich mich gnadenlos unter Druck setzen lassen (keine Überstunden aufgeschrieben ect., von zuhause gearbeitet ohne aufschreiben ect.) weil ich den Job nicht verlieren wollte - Angst um meine Existenz hatte. Gesundheit am A....

    Suchtbeziehung

    Nun arbeitslos und ohne Beziehung - Körperlich top, kein hoher Blutdruck mehr, allerdings etwas Existenzangst....

    Abgrenzen: In meinem Bekanntenkreis gibt es eine neuere Person, bei der das Helferlein pur durch die Welt springt, bedränglich und unanagenehm für mich. Ein paar Monate sah ich zu und spürte ein Gefühl von "feindlicher Übernahme" nunmehr wehre ich mich überdeutlich, weil die kleinen Abgrenzungen nicht ankamen.

    Genau dieses "ich will das Du mich brauchst" "Bestell Dir das Buch" häääää. ich habe zu wenig Zeit für mich und soll ein Buch lesen, welches mich nicht interessiert????

    Du musst das so oder so machen? Hääää - ich denke für mich schon alles richtig gemacht zu haben und wenn ich Ratschläge will, dann hole ich sie mir - aufs Auge drücken lasse ich sie mir nicht.

    Schade nur, dass bei diesen Menschen nicht ankommt dass sie einen vereinnahmen wollen. Letzten Endes kann es sein, dass dann ein komplettes zurück ziehen notwendig ist, weil dieses Helferlein partout nicht loslässt.

    Und eines habe ich durch diese Auftritte gemerkt: das habe ich trotz Co niemals getan. Ich habe dem anderen nicht aufdoktriert was er zu tun oder zu lassen hat. Auch schön zu bemerken, was man selber falsch, oder auch richtig gemacht hat.

    Spontanität ist toll - sie kann andere aber auch überrollen. Sprich: jeden zweiten Tag mit einem Geschenk vor der Türe stehen, auch das erlebe ich derzeit. Nur ist mir meine innere Ruhe mehr wert als jedes Geschenk, somit bewirkt das in mir genau das Gegenteil.

    Abgrenzen ist nicht immer ganz so einfach .... aber es ist zwangsläufig notwendig um nicht überrannt zu werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Smile,
    wenn Ihr gemeinsam vorm TV eingeschlafen seid, dann war es ja ein gemütlicher Abend :) bei schulfrei ist das doch genial ;)

    Schön, liebe Smile, dass Du die schönen Dinge wahrnehmen kannst. Das ist doch schon viel für den Anfang. Einfach nicht nur Traurigkeit zulassen sondern auch die schöneren Momente. Alles aufeinmal geht schwer oder bei mir gar nicht.

    Natürlich bedrückt vieles, liebe Smile. Auch mir ging es gerade nicht gut, weil mein Ex schön langsam an meinem Haus vorbeifuhr. Rein technisch müsste er jetzt dieses Wochenende umziehen. Auch mich bedrückt so manches und schmerzt noch, denn die vielen Jahre kann man/frau nicht so einfach wegwerfen. Halt, sorry, ich kann es nicht, meinem Gegenstück ist das wohl ganz gut gelungen.

    Eventuell gibt es noch zum Abschluss einen weiteren Polizeieinsatz, falls er wieder alles mögliche oder unmögliche vor meine Türen wirft oder was auch immer noch geschehen könnte. Ich muss damit leben, leicht ist es nicht - aber dennoch: es hat so kommen müssen. Zwar geht es mir nicht gut, aber ich bin einigermaßen in Sicherheit. Im Moment froh, die Tiere im Haus zu haben, vielleicht lasse ich sie auch heute gar nicht mehr raus, damit sie nicht plötzlich versehentlich unter seine Räder kommen.

    Es sind einfach Prozesse, die wir überstehen müssen um selber wieder ein bischen weiter zu kommen. Es klappt doch schon ganz gut bei Dir Smile, ein Schrittchen nach dem anderen, bald werden es dann Schritte....

    lieben Gruß von Dagmar

    Dadurch, dass ich vermehrt auf mein Bauchgefühl versuche zu achten spüre ich für mich nun relativ schnell, wenn ich mich bei etwas unwohl fühle.

    Für mich persönlich gibt es dann zwei Möglichkeiten: ist es mir wert, dann spreche ich mit den Betreffenden über die Situation oder welches Gefühl sie mir dabei verursachen.

    Ist es mir die Wallung nicht wert oder bin ich der Meinung, mein Gegenüber möchte sich partout durchsetzen und ich fühle mich dabei nicht wohl, dann meide ich diese Situationen oder Menschen. Eventuell für Wochen - vielleicht auch ganz.

    Für mich ist unwesentlich, ob das nun Co ist oder was auch immer - ich versuche zu erfahren was ich möchte und was nicht und nur noch das zuzulassen, was mich nicht belastet.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Smile,
    ich denke, es sind verschiedene Dinge wenn ich auf der einen Seite versuche mir ein glückliches Leben auf zu bauen und auf der anderen Seite vielleicht noch traurig sein sollte, dass ein Abschnitt nicht so wurde, wie ich es gerne gehabt hätte.

    Die Trauer ist meines Erachtens o.k., aber sie darf nicht wieder (und das war bei mir längere Zeit so) die Überhand bekommen. Sie ist da, es ist etwas zersprungen, was mich jahrelang begleitete.

    Aber noch länger begleite ich mich selber, eine geraume Zeit nicht gut und fürsorglich, das muss ich anders tun. Wenn ich für mich sorge, dann geht es mir soweit gut und ich kann im Notfall mich mit der Trauer auseinandersetzten. Fühle ich mich aber nicht wohl und bin zusätzlich traurig, kraftlos und lasse mich gehen, dann komme ich aus dem Teufelskreis nicht raus.

    Gerade so, als hätte ich die Trauer früher gebeten an meiner Seite zu sein und als würde ich sie jetzt immer um mehr Abstand bitten.

    Aber ich konnte es nicht verzwingen, es ging langsam bei mir - es ging viel über das Unterbewußte - wenn ich merkte "Huch, Du bist schon wieder in Gedanken bei ihm und es tut dir nicht gut". Am Anfang konnte ich nicht dagegen angehen, irgendwann reichte der Gedanke um nun einfach mit dem Hausputz zu beginnen.

    Du schaffst es ebenso wie ich und viele andere, auch wenn es Dir im Moment nicht so scheint!!

    Lieben Gruß von Dagmar
    die jetzt bügeln geht - unlustig zwar, aber nicht weil sie bösen Gedanken entgehen muss ;) dazu gibt es einen Brombeertee :)

    Es gelingt Smile,
    jeden Tag etwas besser, glaube mir. Es ist alles ungewohnt und komisch: plötzlich keine Angst mehr vor den Dingen, die passieren könnten, plötzlich kein ständiges Leergut zu sehen, plötzlich nur noch den eigenen Mist aufzuräumen. Plötzlich mehr Wäsche als zuvor zu haben, weil es mein Heim ist und mir wichtiger ist als zuvor dass es schön kuschelig ist.

    Es wird Smile. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann an dem Punkt ankomme, wo ich jetzt bin. Ich habe noch lange nicht alles verdaut - das ist eine andere Ecke. Aber ich fühle mich wohl in der Ecke in der ich lebe und wie ich lebe. Wie ich für mich meine Verantwortung tragen kann und mir selber gegenüber (einigermaßen) gerecht werde.

    Bei mir lief es in langsamen Schritten, ganz langsam, ganz beharrlich. Mittlerweile komme ich manchmal bei mir selber an ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Amy,
    das ist weniger starker Wille, als mehr der Wunsch mit mir zuweilen alleine zu sein :) einfach nur mein kleiner Egoismus in meinem kleinen Reich und meinem Leben. Einfach mein Wunsch, nur denjenigen hineinzulassen, den ich im Moment sehen will. Und wenn das dann eben mal keiner ist, dann muss das auch o.k. sein.

    Wenn bei einem Freund Not am Mann ist, ist das anders, aber wenn da einfach nur jemand Langeweile hat, so bin ich ganz sicher nicht willens wenn ich etwas anderes vor habe das zu ändern.

    Weißt Du Amy, bei richtigen, guten und langjährigen Freunden gibt es so eine Thamtik auch nicht. Denen sage ich das und sie sagen dann eben "ruf einfach an wenn etwas ist oder Du Lust hast, dass wir uns treffen". Wenn aber neue Menschen in mein Leben treten, so verhalten die sich eben ihrem Gefühl entsprechend. Da spricht auch nichts dagegen, nur müssen diese Menschen eben begreifen, dass es von mir eine nach außen gerichtete Seite gibt, aber auch eine stark nach innen gerichtete, die nur mir gehört, die ich weder stören lassen möchte noch unbedingt mit jedem teilen.

    Ich fühle mich auch soweit gut, das eine oder andere muss sich noch stabilisieren, keine Frage, aber Grundgefühl ist "gut".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Mein "Windhund" hält nebst dem Kaminofen die Bude schön warm (auch wenn es zwei Tage ohne gehen musste, da wieder mal was am Rohr geändert wurde, schlotter, schlotter).

    Meine Streuner haben nun den Gewölbekeller eingerichtet, dass sie selber raus und rein können (falls ich in der glücklichen Lage sein sollte wieder einen Job zu bekommen) und nicht mehr als beständiger Türöffner dienen kann. Ein Riesenteppich mit jeder Menge Schlafbetten, Katzenspielzeugen und und und...

    Nachdem die Rasselbande versorgt ist habe ich mich beim Onkel Doktor durchchecken lassen (hatte ich die letzten Jahre nicht getan) alles bestens - vom Übergewicht schweigen wir mal, aber da dürfte Holz- und Ascheschlepperei schon gegenwirken - sowie Wasser vom Brunnen holen.
    Alle Werte - Labor wie Herz und Blutdruck bestens. Das war die letzten Jahre nicht so, da wurde ein hoher Blutdruck behandelt, der jetzt nicht mehr hoch ist....

    Telefon und Haustürklingel werden abends ignoriert, da ich Zeit für mich benötige und meine Ansagen, dass ich Ruhe möchte, nicht so ganz angekommen sind. Ich genieße es, abends nicht mehr jeden Tag die Bude voll zu haben oder das Telefon am läuten zu haben: Gesellschaft ist schön, alleine sein auch. Die gesunde Mischung machts.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Also Ihr Lieben,
    ich für mich habe aus diesem Thema einen ganz klaren Nutzen gezogen:

    Ich selber merke, dass ich meine Situation nunmehr realistischer sehen kann und mit mehr Abstand. Noch vor ca. 2 Monaten hätte mich das Thema vermutlich anders berühert und mich emotional als Co angesprochen. Ich spüre bei meinen Gefühlen während des Lesens dass ich für mich eine andere Einstellung finden konnte, worüber ich sehr froh bin.

    Auch erinnert mich dieser Thread ganz stark - im übertragenen Sinne - an meine kranke Beziehung. An ein aufeinanderprallen von zwei Seiten. Egal, wer Recht oder Unrecht hat, es gibt zwei Richtungen (und zwar unabhänig dessen von welcher "Fraktion" die Schreibenden sind).

    Ich denke mal, jeder, der in der Lage ist sich beim Lesen durch genau dieses Thema zu "wursteln" der kommt sich selber zwangsläufig näher! Wo bin ich gefühlsmässig angesprochen? Wo würde ich mich gerne wehren? Was stimmt (meiner subjektiven Meinung nach) nicht?

    Ich denke, für diejenigen, die willens sind etwas über sich selber zu erfahren, kann dieser Thread eine Menge beitragen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Papi,
    ich kann Dir recht geben, weil auch ich mich extrem hinterfrage. Allerdings weniger in Punkto co-abhängig oder nicht sondern was tut mir gut und was nicht.

    Ich merke beispielsweise bei mir selber dass ich mich immer noch darauf konzentrieren muss Grenzen zu setzen, auch Bekannten. Ob das nun normal menschlich ist oder in Verbingund mit Co kann ich nicht beurteilen und versuche es abzustellen, sprich lernen Grenzen zu setzen.

    Dennoch stelle ich mir die Frage co oder nicht - aber ich gebe Dir absolut recht! Meine Psychotherapeutin empfand mich nicht als Co. Wobei mir eigentlich wichtig ist, dass schädliche Verhaltensweisen für mich persönlich von mir abgestellt werden, egal, ob die Co sind oder nicht - ich muss für mein Bestes versuchen zu sorgen .... ganz egal wie es heisst.

    Ich denke Papi, mit dem Bewußtsein sich selber gegenüber nicht umsichtig umgegangen zu sein verkehrt sich der Umlernprozeß ins Gegenteil, man hinterfragt zu viel und hört (noch) zu wenig auf den Bauch. Weil man/frau es über die Jahre vielleicht verlernt hatte?

    Lieben Gruß von Dagmar
    ä

    Ich muss mich gerade liv anschließen, den für mich war das gerade hart zu lesen. Wir sind doch hier auf Austausch aus zwischen allen unseren Problemen, ob Co, Kinder oder selber Alkoholiker.

    Ehrlich gesagt, ich fand den Einwurf o.k. was der Titel bewirkt, ich fand auch Jenny's Argument nachvollziehbar bzw. Thelma, dass man in den Emotionen nicht alles auf die Goldwaage legen kann und sich selber beschneidet wenn man sich alle Äußerungen überlegt.

    Denn nicht nur bei Mieken hat ja der Titel gewirkt, bei mir ja auch. Und Mieken trägt ganz sicher nicht die Verantwortung wenn hier jetzt eine Diskussion entsteht. Ich finde Diskussionen sehr sinnvoll und hilfreich, eigentlich dürfte genau dieses Thema uns alle!!!!! weiterbringen - genau dieses konträre, oder?

    Ich empfand es so, dass dieser Titel etwas auslöst (egal, ob er dann geändert wird oder nicht) und genau darüber entstand (unabhängig vom Verfasser) dieses Thema. Es sollte ein Austausch sein. Und warum dann auf einer Diskussionsplattform von Schuldzuweisungen gesprochen wird kann und will ich nicht nachvollziehen.

    Ganz subtil habe ich gerade so ein bischen den Eindruck, als würde dieses Diskussionsthema gewisse Gefühle bei manchen Schreibenden hervorholen, die so gar nichts mit Mieken oder der Diskussion zu tun haben sondern mit der Wut auf den Alkohol oder den trinkenden Partner-/in.

    Harte Worte kein Problem, deutliche Aussagen kein Problem - aber ich habe einfach das Gefühl, ab dem Moment wo es um Schuldanerkenntnis oder um Schuldsuche geht, da geht es um etwas ganz, ganz anderes als den Beitrag oder das Thema an sich.

    Ob Kinder von Alkoholikern, Alkoholiker oder Co-Abhängig, jeder von uns versucht zu gesunden - wenn wir das hier nicht miteinander schaffen, wie soll das dann erst draussen in Arbeitsplatz oder Familie gehen.

    Lieben Gruß von dagmar

    Weißt Du, liebe Amenda, es gibt Menschen, die sind meine Freunde. Da hat sich über die Jahre hin so etwas entwickelt von verstehen und Verständnis - eben selbige oder ähnliche oder akzeptierende Wellenlänge.

    Dann aber gibt es Menschen in meinem Leben, von denen ich noch nicht so genau weiß, wie tief sie vordringen sollen oder können in mein Innerstes. Genau da treten dann solche Situationen ein.

    Verstehen ist schön und wichtig. Aber es funktioniert oft nicht. Und ich muss einfach aktzeptieren dass andere (die oft auch ihren Kopf bei mir nicht mehr durchsetzen können) das mit Verärgerung oder Groll beantworten.

    Beispielsweise kam die Aussage, dass ich zu Silvester keinen Besuch eines 13jährigen haben will nicht an. Davon mal abgesehen bleibe ich jedes Jahr zuhause weil es laut wird, dann brauche ich nicht noch jemanden in der Bude der knallern will.... Hilfe .....
    Hier sollte jemand abgeschoben werden - an meine Adresse. Mein "no" kam nicht gut an. Ebenso wenig wie das Abschieben an diesem Freitag, wo ich nach dem x-Mal hin und her sagte "keine Lust auf dieses Affentheater".

    So, früher ging das nämlich mit mir besser. Nunmehr merke ich ich habe schon viel zu viel Trubel um mich und möchte mehr Ruhe. Viel früher als noch vor Monaten sage ich nun "no" und genau das bringt zuweilen ein "nicht verstehen -wollen" mit sich. Ich bin immer weniger "handzahm".

    Mir fällt jetzt auf, wenn mich jemand zu etwas überredet um mir dann gleich nochmals etwas zusätzliches aufs Auge zu drücken. Früher war ich so in meiner Helferrolle, ich hätte es nicht einmal gemerkt.
    "dieses ich verstehe Dich nicht" entfernt. Es zeigt mir auch in dem Fall, dass ich keinen näheren Kontakt mehr haben möchte. Einfach deshalb, weil wir uns nicht verstehen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Pandora,
    lass mich mal aus dem Nähkästchen von einer plaudern, die absolut perfektionistisch war. Die (also ich) meinte partout alle Aufgaben erledigen zu können die ihr angetragen wurde. Eine, die vom Arbeitgeber ausgelaugt werden durfte weil sie Angst um den Job hatte....

    Sie (also ich) brach an Burnout und Kündigungmobbing (das Haus finanziert sich nicht mehr und musste Personal einsparen) zusammen. Dann kam noch das Beziehungsende.

    Ich brauchte Schlaf, Schlaf, Schlaf, war fertig, kam nicht in die Puuschen und und und. Mein Körper war fertig und nahm sich nun die Ruhe - er brach ganz einfach zusammen.

    3 Monate lebe ich nun alleine und der Druck nimmt ab. Langsam, ganz, ganz langsam werde ich wieder belastbarer. Ganz langsam wird mein Schlafbedarf geringer. Ich bin noch lange nicht fit und die Arbeitslosigkeit, die früher ein Grund gewesen wäre mir eine Brücke rauszusuchen, die war eine Chance überhaupt die Trennung durchzuführen.

    Was dann kommt, wenn ALG 1 ausläuft, ich weiss es nicht und hoffe meine vielen - auch exotischen - Bewerbungen bringen Erfolg. Aber eines war für mich Fakt: in Job und Beziehung habe ich lichterloh gebrannt, dann - irgendwann mal - war ich ausgebrannt....

    ... und nun .... "immer wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein LIchtlein her" nun beginne ich langsam diese Lichter zu sehen....

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Ich denke auch, liebe Graffiti, dass ein Punkt den anderen - logischerweise - berühert. Auch geht es da um die Familiengeheimnisse und ganz andere komische Dinge.

    Ich habe den Eindruck, dass diese "Gelassenheit" von der Graffiti spricht sich dann einstellt, wenn ein Puzzle vollständiger wird. Für mich fühlt es sich bei mir persönlich so an. Kann ein Trugschluss sein, dafür ist alles noch zu frisch. Aber das wird die Zeit zeigen.

    Je mehr ich an Abstand gewinne und keinen Kontakt mehr habe, desto mehr "Zufallstreffer" fallen mir auf. Verbindungen innerhalb von Familien, aber auch vermeintliches Verhalten von Co-Abhängigkeit (ein guter Bekannter von mir hatte 20 Jahre eine depressive Ehefrau, Ehe futsch und nun habe ich den Eindruck, sein Helferlein möchte sich bei mir austoben). Ich denke, das alles rund um die Sucht ist ein Kreislauf.

    Jedes Wissen kann ihn unterbrechen, diesen Kreislauf. Nein Jenny, niemals werde ich die Alkoholsucht verstehen können, schon mal deshalb, weil mir der Stoff nicht schmeckt. Aber mit dem Wissen dieses Kreislaufes fällt es mir leichter meine Knöpfe zu finden und "still zu legen".

    Ich will wissen, wodurch bei mir gewisse Mechanismen anspringen - kann ich das nicht am besten, wenn ich beide Seiten höre, lese und mich damit auseinandersetze?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Bopunty,
    je mehr ihre Meinung zum Besten geben desto anschaulicher wird doch ein Thema oder? Ich denke auch, vielleicht gerade durch die Unterschiedlichkeiten der Süchte, können wir alle voneinander lernen. Nicht nur, was die Bekämpfung der Sucht als solches betrifft, sondern das Hirnkastl aufmachen um zu lernen anders, größer und weiter zu denken.

    Ist das nicht die Beste Chance, wenn zwei so unterschiedliche Abhängigkeiten mit doch so ähnlichen Auswirkungen zusammengetragen werden zu einem Erfahrungsschatz? Zu einem gegenseitigen anhören, respektieren und selber weiter zu lernen.

    Ich finde es bei den Themen im Co-Bereich so, so hilfreich, wenn ein Alkoholiker, der den Weg in die Trockenheit gefunden hat, etwas erklären kann. Ich selber bin da naiv wie es nur geht, ich hatte noch nicht mal einen Rausch, kann also alles ziemlich wenig nachvollziehen. Durch Erklärungen von der ehemals nassen Seite kann ich wenigstens kapieren welcher Film abläuft.

    ... denn das ist ja das schlimme: die Süchte ähneln doch Filme, die alle ähnlich anfangen und enden... Von der Liebeskommödie zum Drama.

    Lieben Gruß von Dagmar