Beiträge von B.Nyborg

    Du bist der, der du bist. Durch die vorhandene Vergangenheit geprägt, in der Gegenwart ausgereift lebendig und mit den besten Wünschen für die Zukunft. Verleugnest du eines der Dreien, kannst du nie wirkliche Freiheit erlangen, denn du wirst immer einen fluchtartigen Reflex in dir behalten. Kann man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überhaupt voneinander trennen wie weiße und/oder schwarze Socken?

    Ist oder wird dir ein Mensch wertvoll, weil er einfach als Mensch wertvoll ist und wird, kannst du ihn dann irgendwann reinen Gewissens abblocken, weil er/es nicht in dein Bild passt? Glaubst du dein Herz dann freier, wenn du in diesem Zwang denkst? Kommt es nicht sowieso, wie es kommt?! War das nicht schon immer so? Bist du denn nicht auch jetzt der Mensch und in genau dieser Entwicklung, weil du genau diese Erfahrungen machen durftest, die du machen musstest mit einem anderen Menschen?!

    Hör mal in dich rein: Wenn du in der Gegenwart einem Menschen eine Frage stellst, z. B. ob er sich mit dir trifft, schlägt dein Herz dann schneller bis du die Antwort hast, weil er vielleicht Nein sagen könnte? Ist das vielleicht ein Grund für dich, gar nicht erst zu fragen? Und würde er Nein sagen, egal aus welchem Grund, würde das deinem „Ego“ sehr weh tun? Bedeutet dieses „Nein“ für dich dann totale Zurückweisung deinerselbst? Hast du für die Zukunft Angst vor Ablehnung deiner Persönlichkeit, weil du mal Fehler gemacht hast und eben keinen perfekten Lebenslauf vorweisen kannst?

    As**ueller Kontakt zwischen Mann und Frau ist immer schwierig zu realisieren, egal ob bei Jung oder Alt oder Älter. Gute Freunde und Menschen als Begleiter kann man immer brauchen. Jeder Mensch trägt seinen eigenen Rucksack mit Problemen, aufgestauten Emotionen und Erfahrungen auf seinem Rücken und hat Dinge getan, die er vielleicht dann im Nachhinein doch lieber nicht getan hätte. Möglicherweise ist dieser Verbund zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder Zukunft durch diesen einen Menschen eine Möglichkeit, die Achtung deiner Vergangenheit wieder zu erlangen. Möglicherweise wird dieser Mensch einer deiner besten Freunde und Beschützer, weil er mit ähnlichen Erfahrungen als Mitbewohner kämpfen musste, wie du es einst als Frau getan hast.

    Ist es nicht viel schöner einfach loszulassen und sich DAS BESTE zu wünschen und damit überhaupt erst die Möglichkeit zu erschaffen, dass diese Wünsche wahr werden können. Die Natur ist an glücklichen und freien Menschen interessiert, denn diese werden sie niemals zerstören. Anerkenne was ist, im Vorher … im Jetzt … und im Nachher, dann kannst du Lächelnd Schritt für Schritt noch weiter und noch viel tiefer gehen, als du es dir selbst jetzt vorstellen kannst. Alles zu und in deiner eigenen Zeit.

    kk.

    Das Wunder der Veränderung. Im steten Wandel. Mit der Zeit. Zeit heilt. Wobei immer Achtung eine große Rolle spielen sollte. Achtung der Vergangenheit, der Gegenwart und einer möglichen Zukunft. Innere Umgestaltung ist Etwas Wundervolles, weil es auch Äußere Umgestaltung nach sich zieht und sich dann wieder Inneren Wandel vollzieht, abgelöst von Äußerer Unbeständigkeit usw. usf.

    Bewegung heißt Neuerung und ausführbare Besserung. Augen auf. Ohren auf. Nase auf. Mund auf. Sehen, Hören, Riechen, Sprechen. Oder Bemerken, Horchen, Rümpfen, ein Nein sagen. Oder Beobachten, Lauschen, Beschnüffeln, ein schmeckendes Ja zur Sprache bringen. In der Wahrheit liegt die Kraft. Wahrheit. Die individuelle Spiegelung dessen, was und wie ICH bin und wie ICH was will. Sein will. Im Jetztbewusstsein.

    Sich unmittelbar berührende Zeitzonen werden immer wieder aufeinander treffen. In der Gegenwart der eigenen Wahrheit bedeuten diese inneren Wachstum im Wandel. Denn schaust du auf ein fotografiertes Bild der Vergangenheit und tut es weh im Herzen, darfst du wissen, dein Kern ist noch nicht frei. Schaust du jedoch – mit etwas Wehmut zwar – in die Kopie dessen, was einst war und dein Mund formt ein Lächeln über rein die Situation dessen, was du siehst, dann weißt du, du erlaubtest dir einfach Loszulassen.

    kk.

    Nun habe ich mich ja eine Zeit lang fast ausschließlich mit mir beschäftigt, nur für mich selbst geschrieben und das Forum einfach das Forum sein lassen und auch nicht mehr gelesen. Nun, da ich wieder beginne zu lesen, bin ich fast erschrocken. Die Geschichten hier sind nicht weniger traurig aufgrund der gefesselten Wanderungen einiger. Geschichten, die sich natürlich viele vergangene Jahre auch in mir abspielten. Die "realen" Geschichten auf der Straße in der Welt sind es ebenso. Und doch hat sich in mir Etwas verändert. Ich fühle mich beschützter, wie in eine Blase aus dünnem durchsichtigem Darm eingelassen.

    Es ist merkwürdig, des Merkens würdig... Die Probleme bleiben und doch gefühlt anders, wenn der unmittelbare Zugang zum Suchtfaktor Mensch fehlt. Ja, ich empfinde es so, dass ich an einem ganz bestimmten Menschen erkrankt bin, dessen Einfluss ich mich seit knapp 9 Monaten manuell entziehe. Gedanken in seine Richtung, ja, die habe ich immer mal wieder. Und doch viel friedlicher, fast so als hätte ich tief in mir drinnen meinen Frieden mit ihm geschlossen. Als hätte ich den Weg gehen müssen, den ich gehen musste, um jetzt hier zu stehen und zurück blicken zu können, um zu sagen, ich will vorwärts blicken und vor allem gehen, immer und immer wieder und weiter, immer weiter.

    Du liebes bisschen, was ich habe ich mich gewehrt und geweigert, auch nur einen klitzekleinen Schritt geradeaus zu gehen. Schon fast lächerlich, fast lächerlich einfach waren diese ersten Schritte, wenn ich es heute etwas mehr von Außen betrachten kann. Es ist wie es ist, ich würde vermutlich mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nichts anders machen. Traumatische Erlebnisse passieren heute, morgen vielleicht vorgestern und gibt man die Freiheit auf, um Sicherheit zu gewinnen, wird man beides verlieren. Sehnsucht nach zurück? Sehnsucht nach Problemausweichungsmanövern? Ja klar, würde ich sagen. Aber das geradeaus im Jetzt lässt dies garnicht zu, vielleicht weil ich viel zu lange im Zurück verbrachte.

    Es braucht zu Allem ein Entschließen, selbst zum Genießen.

    kk.

    Liebe Weitsicht, ein paar Tage von der Bildfläche verschwunden, möchte ich mich jetzt um so mehr ganz lieb für deinen ersten und letzten Post bei mir bedanken. Ich habe ihn mehr als nur einmal gelesen und musste deine Worte erst einmal wirken lassen. Aufzuarbeitende Liebesgeschichten.. sind eines meiner Lieblingsthemen geworden. Also in diesem Sinne, danke ich dir für deine Berührung!

    Alles Gute und Liebe für dich

    Katrin

    Warum ich bei dir war und so viele Jahre geblieben bin, ist mir klar. So viele Worte schon habe ich darüber verloren. Verabschiedet habe ich mich von dir, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Um mich selbst zu finden. Meinen eigenen Weg zu gehen und meine eigenen Grenzen kennen zu lernen. Um zu wissen, wer ich wirklich bin und meine eigenen Fehler zu machen. Um eine Liebe zu finden, die wirklich echt ist und nicht auf Abhängigkeit basiert. Um auf Händen getragen zu werden und keine Angst mehr davor zu haben.

    Ich suchte mir meinen Platz in meinem Leben. Schuf mir mein eigenes kleines Heim und finde jeden Tag wieder neue Sachen, die ich mal machen möchte. Ich mag mein Leben und ich mag mich. Ich mag die Musik, die ich für mich anmache. Ich mag es zu tanzen für mich ganz allein, einfach in der Bewegung sein. Ich mag die gelegentlichen Treffen mit Freunden. Ich mag den S**, den ich gelegentlich habe. Ich mag den Mann, in dessen Arme ich mich manchmal fallen lasse. Ich mag ihn genau dafür, was er mir gibt, wenn ich mich fallen lasse.

    Manchmal fällt es mir schwer, mein Leben zu genießen. Manches Mal und zwar offenbar genau dann, wenn mir ein Mann begegnet, der mich schätzt und mir den Himmel zu Füssen legen würde. Teilweise spielt sicherlich noch immer die Angst vor zu viel Nähe und Geborgenheit eine große Rolle. Gleichwohl kann ich es annehmen und freue mich, ein Schatz zu sein, den bisher noch Niemand zu stehlen versuchte bzw. Niemand es schaffte. So merke ich doch immer und immer wieder, dass ich mich derzeit auf etwas Wertvolles nicht einlassen will. Wohlmöglich stoppt mich der Gedanke, was danach kommen würde, mich darin einzufühlen. Endgültigkeit? Stillstand?

    Schon immer war es irgendwie klar, dass der gegenwärtige Mann an meiner Seite nicht der Letzte sein würde. Vielleicht ist es ein Abgeben von Verantwortung oder auch gar nicht erst eingehen wollen, dieses nicht Festlegen wollen. Vielleicht ist mir auch einfach nur noch nicht der „Richtige“ begegnet. Möglicherweise kann ich Menschen nur bis zu einem bestimmten Punkt oder nur für einen bestimmten Teil meines Lebens genießen und annehmen. Denn einen Mann an meiner Seite ganz zulassen, würde vielleicht bedeuten, dass es einander langweilt oder irgendwann der gegenseitige Frust einkehrt und dieses Alles kaputt macht und nicht nur dosiert.

    Sicherlich, vorgelebt bekommen habe ich genau das Bild, welches auch ich jetzt teilweise lebe und teilweise versuche zu vermeiden. Frühe Heirat und frühe Scheidung der Eltern, die beide erst im gesetzten Alter Ihr Glück wieder fanden. Nichts ist für die Ewigkeit. Vielleicht ist mir das viel zu sehr bewusst, als dass ich diesen Traum irgendwann mal leben wollte und konnte. Möglicherweise werde auch ich erst im hohen Alter bereit sein, mich auf wirkliche Liebe zu einem Mann einzulassen, weil ich dann vielleicht wirklich versprechen kann, bis dass der Tod euch scheidet, denn der Zeitraum ist absehbarer als er es jetzt je sein kann.

    Nichts desto trotz gebe ich Niemandem anderen Schuld dafür, dass ich bin wie ich bin. Mit meinem Vater söhne ich mich immer mehr aus. Bin dankbar für die Einsichten, die ich machen durfte, gerade jetzt in den letzten Wochen. Bin dankbar dafür, dass er mir zeigt, was mir wichtig ist. Bin dankbar, dass er Erfahrungen macht, von denen ich lernen darf, ohne diese Erfahrungen selbst machen zu müssen. Die Aussöhnung mit der Mutter gestaltet sich gedanklich etwas schwieriger, allerdings zugegeben, setze ich mich mit diesem Thema derzeit weniger auseinander. Alles zu seiner Zeit. Ich liebe beide über Alles und bin auch einfach dankbar, dass sie einst einander fanden und sei es auch einfach aus dem Grund, dass ich jetzt hier auf Erden dieses Leben leben darf, welches ich bin.

    Ich habe für mich das Prinzip der Selbstverantwortung entdeckt und ich meine nicht nur die geliebte Theorie davon. Mein Leben ist kein Zuckerschlecken, aber ich verstecke mich nicht mehr. Traumatische Erlebnisse schmeißen mich nicht absolut in die Ecke. Ich rede über Probleme und denke über Lösungen nach. Das ist gut. Ich finde selbst im totalen Chaos noch ein Lächeln und besinne mich im Gegensatz zu früher recht schnell wieder zur Ruhe. Alles Schritt für Schritt. Mein Kopf und mein Herz erleben die Zeit gern klar. Ich habe tatsächlich keine Lust mehr auf externen Rausch.

    kk.

    Heilung des Vaters und Heilung der Mutter. Viele Male habe ich schon diese Karten im Tarot gezogen und zwar irgendwie verstanden, es gibt da jede Menge zu heilen, wusste aber nie so genau, was damit eigentlich gemeint sei.

    Am gestrigen Tage nun fiel mir die Antwort direkt auf den Küchentisch, so ganz nebenbei als wäre es so normal, wie Alles und Nichts, so einfach wie der tägliche Abwasch von dreckigem Geschirr. Heilung des Vaters. Die Angst, verlassen zu werden. Die Angst getrennt zu werden, um emotional und auch körperlich den Weg allein weitergehen zu müssen, obwohl ich noch so jung und so klein, viel zu jung und viel zu klein bin, um dies wirklich schaffen zu können.

    Mein lieber Vater. Du bist eines Tages gegangen, vielleicht auch gegangen worden. Ich durchlebte einen solch großen Schmerz, denn ich bin dir so viel ähnlicher und vertrauter, als es jedes andere Familienmitglied mir jemals sein kann. Ich bin dein Samen und dein Gedanke. Ich bin dein Gen und deine Angst. Ich bin dein Blut und dein Schmerz. Ich bin deine Träne und dein Leid. Ich bin dein Lächeln und dein Trost. Ich bin dein Spiegel und deine Wut. Ich bin dein Kind und deine Liebe.

    Genau wie du in deinem Vatersein konnte auch ich in meinem Kindsein meinem Schmerz, meiner Angst und meiner Traurigkeit keinen Ausdruck verleihen. Ich konnte nicht meine ehrlichen Gefühle zeigen, nur ein trauriges loslassendes und niemals kämpfendes Lächeln vereinte und verband unser beider Lippen. Eine Last, die mich bis heute begleitet hat und mich bis jetzt auch in meinem Frauwerden geleitet hat. Ein schweres Gewicht, welches ich zwar stets erkannte, aber nie so richtig verstand.

    Mein lieber Vater, nun bin auch ich schon groß, eine erwachsene Frau, die ihr Leben lebt und ihren Mann darin steht. Ich kann so sehr gut nachempfinden, was du empfunden haben magst, als du unser Heim und somit auch mich verlassen hast und ich dir mit meinen kleinen Füssen immer und immer wieder in den Bauch trat, weil ich mich nicht anders ausdrücken konnte. Weil ich meine Traurigkeit, meine Angst und meinen Schmerz nicht mit einem offenen Gesicht zeigen konnte.

    Ich gebrauchte meine Wut, um dich wieder und wieder wegzustoßen, weil ich mich so verraten und verlassen fühlte. Du hast ein neues Leben begonnen und ich fühlte mich allein gelassen und musste mich so durch das schwere, dunkle und kranke Labyrinth kämpfen. Den Rest der Familie, meine Mutter auf meinen Schultern tragend. Eine Aufgabe, die weder dir noch mir zustand und die ich trotzdem übernahm, weil ich mich in der Pflicht fühlte. Ich konnte nicht loslassen. Loslassen, wie du es einst still getan hast.

    Ich versteckte mich Jahrelang hinter Krankheiten und führte über Jahre hinweg kranke Beziehungen zu kranken Männern. Ich trat jedes gute Gefühl weiter mit meinen kleinen Füssen, denn ich wusste nicht anders damit umzugehen. Ich wusste nicht, was es heißt, mit großen Füssen auf festem Boden zu stehen, denn mir fehlte Jemand, der mir zeigen konnte, wie das geht. Mir fehlte mein Vater. Mir fehlte die große männliche Energie, die mich kleines Wesen hält und auffängt.

    Mein lieber Vater. Es ist nun auch für mich die Zeit gekommen, Loszulassen. Ich lasse dich in Liebe los und vergebe dir die Schuld, die ich dir bewusst und unbewusst zuschrieb. Dein großes Mädchen hat dich sehr lieb, aber es braucht jetzt keine Fußtritte mehr, verteilt von kleinen Kinderschuhen. Dein großes Mädchen übernimmt jetzt die Verantwortung für sich selbst und hat allein gelernt, was es bedeutet, sich selbst so zu lieben, wie sie es verdient.

    Friede sei mit dir.

    deine Tochter Katrin

    Ich darf mich vorstellen. Ich heiße Katrin und bin fast 28 Jahre alt. Ich bin kein großer Redner, gleichwohl ein großer Schriftführer. Die Welt aus meinen Augen ist anders, was nicht immer nur von Vorteil ist, aber in der logischen Konsequenz in jedem Fall nicht bedeuten kann, kennst du eine, kennst du alle. Ich bin einfach und ich bin schwierig. Ich bin schwierig einfach Ich. Mein Leben verläuft stets im Tiefgang. Jeder noch so kleine Schritt und jede noch so kleine Geste erlangt Bedeutung durch und im Handeln und Vollbringen. Ich folge stets dem Weg in die Schwerelosigkeit, hinaus aus der unerträglichen Leichtigkeit des Seins. Ich bin ein rastloser Müßiggänger und ausdauernder Täter. Manches Mal das Eine viel hartnäckiger und länger als das Andere. Manches Mal beides zeitgleich, was oft verwirrt, auch mich selbst.

    Eine Religion existiert nicht für mich, dennoch trägt mich ein großer Glaube vorwärts. Ich glaube an Energien. An Ströme, die uns leiten und uns immer an den Ort und zu dem Menschen führen, um das zu bekommen, was wir brauchen. Was nicht zwangs-läufig das ist, was wir wollen, aber auch nicht unabänderlich nicht zusammen gehö-ren muss. Ich glaube an das unabwendbare Schicksal aber nicht an den unaus-weichlichen Weg. Ich glaube an die Kraft, die im Loslassen alles wieder zusammen führt, was zusammen gehört. Ich glaube an zwei Insel über der Wasseroberfläche, die viel tiefer als wir in das Wasser schauen können unter Liebenden ein zusammen-hängendes Herz bilden und gewichtige Geltung und Halt für beider Leben auf jeder seiner eigenen Insel erklären. Und ich glaube daran, denn ich bin stets suchend und nie findend obgleich ich niemals auf die Suche gehe und stets finde, gefunden wer-de.

    Ich hatte eine Zeit, in der ich vierzehn Stück Metall in meinem Körper stechen ließ und diesen schmücken ebenso zwei gestochene Bilder, die sich jedoch nicht so ein-fach abziehen lassen wie Schmuck herausnehmbar ist. Geschenke, die im Schmerz entstanden, in der eigenen Gefühllosigkeit auf der Suche nach Frieden und nach mir selbst. Ich bin seit ich denken kann weggelaufen. Vor mir selbst, meiner eigenen Kraft, vor dem Leben. Ich betäubte mich viele Jahreszeiten mit Drogen, um den dunklen Augenblicken und Geistern zu entkommen, die in mir die Herrschaft über-nommen hatten. Ich ergab mich Männern, die mir nichts Gutes zu geben hatten und mir viel zu viel nahmen und flüchtete vor schönen Dingen, weil sie mir Tränen in die Augen drückten. Ich ging stets den schweren und steinigen Weg, weil mir das einzig als Richtig erschien. Weil das der einzige Pfad war, auf dem ich barfuss über Scher-ben laufend, wenigstens Irgendetwas fühlte, wenn es auch nur ein Negativ war.

    An einem ganz bestimmten Punkt bin ich aufgewacht, erwacht aus einem langen Dornröschenschlaf und habe mich durch die Dornen der saftigen und welken Rosen gekämpft, um das Licht und das Leben zu erblicken. Ich habe vielen bösen Geistern in die Augen geschaut und habe sie angeschrien. Mein Herz war langsam sterbend, auch wenn es die ganze Zeit so rasend schnell schlug, wie ein mit Kerosin betanktes Auto auf einer dreispurigen Autobahn in der Nacht fahren kann. Als ich die Augen öffnete um zu sehen, was es zu sehen gab und nicht mehr jeden Tag aufs neue ei-nen Pinsel nahm, um mir mein Bild vom Leben und der Liebe zurecht zu malen, zu übermalen und zu verwischen, habe mich entschieden. Ich entschied mich für mich, für mein Leben, für meine dunklen Geister und für mein kraftvolles helles Wesen, ohne wie zuvor mit Angst und Panik im Nacken zu fliehen und in Abhängigkeiten zu Dingen und Menschen Schutz zu suchen.

    In der Gegenwart treffe ich jeden Tag aufs Neue Entscheidungen. Ich entscheide mich jeden aufwachenden Morgen, das und in das Licht zu sehen, was mir nicht im-mer gelingt, aber ich versuche es mit bestem Wissen und Gewissen. Ich entscheide mich jeden aufwachenden Morgen bis zur schlafenden Nacht, möglichst unabhängig von den Energien anderer Geschöpfe ein unschuldiges Kind, eine unverfälschte Frau, ein starker Mann, ein heilsamer Mensch zu sein und mir selbst dabei in der Unendlichkeit gerecht zu werden.

    In der Vergangenheit war ich stets unterernährt und abgemagert im Stillstand und Rückwärtsgang. Ich fühlte mich stets als Opfer, wenngleich ich nie erkannte, dass ich darin vielmehr Täter bin, als ich es selbst noch jetzt manchmal wahrhaben will. In der Gegenwart bin ich aktiver Täter, um im Probieren Mich und meine Grenzen kennen zu lernen. Ich will leben und vorwärts gehen, manchmal stehen bleiben und Schön-heit oder Ekel empfinden, um dann wieder langsam einen Schritt vor den anderen zu setzen. Ich will nicht abspringen und wegfliegen, ohne vorher wirklich festen Boden unter meinen Füssen gespürt zu haben.

    In der Vergangenheit fühlte ich in mir nur eine große leere Blase an Emotionslosig-keit mir selbst und anderen Menschen gegenüber. Ich versteckte mich hinter jedem Trauma, dass ich fand, um für mich Entschuldigungen zu finden, dass es mir schlecht gehen und ich leiden darf. In der Gegenwart bin ich hungrig. Emotional Ess-lustig. Ich will Lieben. Ich will Lieben lassen. Ich will das Wunschbild beiseite legen und die wirkliche Harmonie, Zartheit, Anmut, Charme und auch die wirkliche Häss-lichkeit schmecken und anfassen. Und ich will in meiner Ganzheit gespürt und erlebt werden, in meinem Gut und meinem Böse. Ich will mich selbst nicht mehr übersehen.

    In der Vergangenheit hatte ich das Anliegen, Jedermann gefallen zu wollen. Ich dreh-te und wendete mich mit Vorliebe und zeigte immer nur die Seite, die ich als die Schönere empfand. Ich verschleierte, legte meine Netze aus wie eine Spinne und wartete bis ein anderes Individuum in die Falle hinein tappte. Ich manipulierte, sagte stets jein, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, um nicht allein sein zu müssen, um mich irgendwo zu fühlen, um mich über Irgendjemand oder irgendetwas Anderes definieren zu können. Ich spielte ein Spiel, die Hauptrolle in meinem eige-nen Schauspiel. Ich war die Tochter, ich war die Freundin, ich war die Geliebte, ich war der Drogenkonsument, ich war die Erkrankte, ich war das Opfer.

    In der Gegenwart will ich frei sein. Ich will Ich sein und Jedermann sich selbst sein lassen. Ich will mich ohne Taubheit in den Armen eines Menschen erleben und in Klarheit erlebt werden. Ich will ohne Abhängigkeit in welcher Form auch immer leben. Lieben, Lachen, Weinen, Wünschen, Träumen, Reizen, Naturtrieben folgen, Lust und Last spüren, Neigungen erleben, Abfälle entsorgen, Bewunderungen aussprechen, Strömungen folgen, Vorlieben finden, Aufgefangen werden und Auffangen ohne Ein-zufangen. Ich will jeden Tag aufs Neue loslassen und losgelassen werden. Ich will mich jeden Tag wiederfinden können, jeden Tag aufs Neue wieder gefunden werden. Ich will jeden Tag aufs Neue probieren und schmecken. Ich will lautlos und zugleich ohrenbetäubend sein. Ich will Ja und Nein sagen. Ich will keine Versteckspiele. Ich will ehrliche, offene und klare Fronten um zu entscheiden, ob ich Kämpfen will oder kampflos das Feld räume. Ich will keine Manipulation mehr, das Spiel, was ich zu genüge kenne und ein Meister darin bin, weil ich es perfektioniert habe. Ich will, dass es gut geht, aber nicht mehr für und um jeden Preis.

    Um all das sein zu können und um all das tun zu können, bedarf es Menschen an meiner Seite. Begleitende Menschen gestalten das Leben mit, deshalb muss man immer ganz genau aufpassen, wen man als seinen Freund bezeichnet, wer einen begleiten darf und um wen man lieber einen Bogen machen sollte. Deshalb will ich Helden um mich herum. Ich mag Lehrer und Schüler. Ich mag Gleichgesinnte und Andersdenkende. Ich mag Gewinner und Verlierer. Ich mag Umarmende und Len-kende. Ich mag Stille und Revolutionäre. Ich mag Vordenker und Querdenker. Ich mag Menschen um mich, die wie ich den Drang verspüren, vorwärts gehen zu wol-len, auch mal Fehler zu machen und sie sich einzugestehen. Menschen, die glei-chermaßen Geben, was sie können und Nehmen, was sie brauchen. Menschen, die tanzen und lachen, aber auch ehrlich weinen können. Menschen die unter der Du-sche singen, auch wenn es völlig falsch klingt. Menschen, die sich selbst nicht immer zu ernst nehmen und auch mal über sich selbst lachen können. Menschen, die sich selbst sehen und auf eigenen Füssen gehen können. Ich mag Menschen, die sich selbst lieben oder es zumindest immer und immer wieder versuchen zu erlernen. Ich mag Menschen mit bestem Wissen und Gewissen und dem Herzen auf dem richtigen Fleck. Menschen, die in ihrer Opferrolle auch den eigenen Täter erkennen wollen. Menschen, die sich an Blumen auf der Wiese erfreuen können und nackt sonnenba-den, ohne sich über ihren eigenen Speck zu grämen oder sich über den Speck der anderen erfreuen oder ärgern. Menschen, die neu machen, wenn es ihnen nicht ge-fällt. Menschen, die für ihre Ideale und Vorstellungen bereit sind zu kämpfen und Menschen die auch mal kampflos aufgeben, wenn ein Kampf aussichtslos ist. Men-schen, die leben und lieben und loslassen. Menschen, die helfen und sich helfen las-sen. Menschen, die erkranken und wieder gesunden wollen. Menschen, die für ihr eigenes Tun eigene Verantwortung übernehmen. Menschen, die Wünsche und Träume haben und sich nicht zu klein fühlen, diese auch zu erreichen. Menschen die ein kleines Lächeln für sich selbst finden in der dunklen Depression. Menschen, sich selbst umarmen können, selbst wenn sie etwas in sich sehen, was ihnen nicht gefällt. Menschen, die ihre Aggressionen und Hilflosigkeiten an den Sandsack und nicht an anderen Menschen verteilen. Menschen, die lautstark in den Wald oder den Berg herunter schreien können. Menschen, die Stille und Frieden genauso genießen kön-nen wie Laut und Chaos. Menschen, die einen Schatz erkennen und ihn zu würdigen wissen. Menschen die Wege finden und keine Gründe.

    Ich suche Helden, denn ich selbst will ein genau solcher sein. Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten und erkennen und nutzen sie. Probieren geht über Studieren.

    In tiefer Verbundenheit

    kk.

    liebe amai,

    wie wäre es, wenn du anstelle des - mich in das leben stürzen -, das leben einfach mal langsamen schrittes entlang gehst? es gibt so viel zu sehen, wenn du dir die ruhe und zeit nimmst, als alles im schnelldurchlauf zu durchrasen.

    ich umarm dich fest. male das bild nicht über. sieh es dir an, genau wie es ist, du bist.

    hab viel spaß auf dem weg aus der ruhelosigkeit in deinen frieden.

    koketterie

    ... immer mal wieder dich kurz mitlesend finde ich es so schön, von und mit welcher errungenen Freiheit du immer wieder schreibst.

    Mich immer mehr mit meiner Gesundheit, anstatt mit meiner Krankheit zu beschäftigen, das finde ich so Seelenversprechend und aussprechend über genau das, was ich fühle und wohin auch ich hoffe, dass mein Weg mich zu diesem Ziel trägt. Hinaus spazierend und stolzierend aus der atemlosen Trägheit.

    Alles Gute und auch ein Dankeschön, dich hier im Forum zu lesen.

    koketterie

    Am 12.01.09 schrieb ich von meinen Gedanken über die Kraft, die im Loslassen alles wieder zusammenführt. Ich schrieb davon, dass ich vielleicht mit dieser Meinung in einer Utopie lebe und dass das Leben es wohl zeigen wird.

    Am 19.01.2009 - genau eine Woche später kann ich nun von einem Erlebnis berichten, was definitiv meine Idee des Vorherigen bestätigt.

    Vor etwa 1,5 Jahren sagte mir ein Freund Good Bye und zog los, sein Leben woanders zu führen und mit Schmerzen im Herzen und argem Menschenkummer konnte ich ihn lange nicht loslassen. Ich schrieb ihm oft E-Mails, Sms usw. usw. Anfangs schrieb auch er zurück. Später bekam ich kaum noch Antworten. Zuletzt erhielt ich ein gefühltes blaues Auge von seiner Antwort.

    Vor etwa 4 Monaten schrieb ich ihm eine E-Mail - sehr kurz und emotionslos gehalten - und lud ihn für einen Freund zu dessen Geburtstagsfeier ein. Für mich war klar, wenn er nicht kommen würde und sich auch nicht melden würde, würde ich das Thema in diesem Moment abhaken und ohne ihn bzw. ohne die leidende Sehnsucht nach ihm in meinem Kopf und Herzen weitergehen. Ich ließ ihn also los, denn weder er noch eine Antwort kam.

    Ich schrieb nicht mehr. Selbst bewusst zu seinem Geburtstag ließ ich Ruhe in meiner Stimme walten. Ich sagte mir, er will das nicht und ich respektiere das jetzt, respektiere ihn jetzt. Ich war nicht böse auf ihn. Ich war auch nicht traurig deswegen. Ich wollte es einfach so nehmen, wie es ist und weiter gehen. Ohne zu Leiden. Mit guten Gedanken an die Vergangenheit mit ihm und guten Gedanken an meine Zukunft.

    Und jetzt, letzten Freitag bekam ich eine Sms von einer mir unbekannten Nummer. Er! und er fragte, ob wir zusammen etwas essen oder trinken gehen wollen ... Ich war völlig perplex. Brauchte erst mal zwei Stunden um zu kapieren, was da jetzt passiert ist. Er war also wieder da und besuchte mich, uns, die alte Gegend. Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende, ein paar wunderschöne Tage als gute alte Freunde.

    Nun ist er wieder weggefahren. Ein lächelnder Abschied. Und ich bin absolut dankbar für diese Erfahrung. Für diese gute Energie, die im Loslassen zusammenführte, zurückbrachte, was verloren ging, verloren geglaubt war. Alles zu seiner Zeit. Ich glaube ganz fest an meine Idee. Ich glaube an das Wunder. Ich glaube an die Umsetzung eines höheren Gesetzes.

    Ein lieber Gruß in den Abend.

    kk.

    Hilfe zur Selbsthilfe. Das finde ich ist ein guter Ansatz. Ich persönlich als Co-Abhängige fand es sehr gut, als mich eine gute Freundin auf das Thema Co-Abhängigkeit hinwies. Weil vorher wusste ich zwar, dass es etwas ganz gehörig falsch läuft, aber erst als ich meiner Krankheit einen Namen geben konnte, konnte ich auch beginnen, für mich daran zu arbeiten. Ich brauchte eine Definition dafür. Erst dann konnte ich Informationen sammeln und und und...

    Du schreibst, dass deine Schwägerin zunehmend beginnt, etwas allein zu unternehmen. Das finde ich ist doch auch ein guter Ansatz. Sie scheint sich nicht komplett zu unterwerfen und aufzugeben. Vielleicht kannst du ja mal mit deiner Schwägerin ein Gespräch führen. Frag sie doch mal, was sie von der ganzen Geschichte hält, wie es ihr geht. Vielleicht kannst du ihr ja auch eine Definition geben. Vielleicht kannst du ihr (ohne Druck) aufzeigen, dass sie sich in einer kranken Beziehung befindet und Etwas für sich tun kann, z. B. Forum (was ja auch schon mal hier angesprochen wurde). Allerdings greift auch hier, nur wer Hilfe will, wird diese annehmen.. Also keine Erwartungen haben.

    Und sollte deine Schwägerin tatsächlich beginnen, ihre Krankheit zu bearbeiten, wird auch dein Bruder in eine Situation kommen, die möglicherweise neu für ihn ist und ... vielleicht ... darüber, über sich, nachdenken. Ich denke auch, ein Gespräch mit einem nassen und damit uneinsichtigen Alkoholiker ist verschwendete Zeit und macht für beide Gesprächspartner wenig Sinn. Schwer das zu verstehen und zu akzeptieren. Ich weiß. Alles erwachsene Menschen und eine Leben in Selbstverantwortung.

    Wie geht es dir denn überhaupt dabei? Als Bruder eines Alkoholikers?

    Alles Gute und liebe Grüße

    koketterie

    Guten Morgen liebe Amai.

    Jeden Tag gehen wir Schritte und haben wir Erkenntnisse, große und kleine, die unseren Weg beschreiben und ebnen. Und doch ist ein jeder Tag auch der Tag Nr. 1, auch wenn wir ihm den Namen Tag 7 oder Tag 52 oder auch Tag 133 geben. Ein jeder Tag gibt etwas Neues. Ein jeder Tag gibt Schönes. Ein jeder Tag gibt Anlässe für tiefe Gefühle oder auch schwere Momente. Ein jeder Tag gibt Tränen oder Lächeln. Für jeden von uns. An jedem Tag müssen wir auf uns aufpassen. An jedem Tag stehen wir auf und müssen uns bemühen im Verlaufe des Tages nicht in alte Muster zu fallen. An jedem Tag sind wir suchtkrank und an jedem Tag müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass wir einen suchtfreien Tag bis in die Nacht verbringen wollen. Eine Entscheidung, die wir Alle jeden Tag aufs Neue treffen, treffen werden.

    Ich umarm dich fest.

    kk.

    T ag ein Tag aus weiß und fühle ich, wie sehr du mich brauchst.
    A lles wird gut, wenn ich dich nur lang genug bearbeite.
    E ines Tages wirst du mich verstehen und
    T un, was ich dir sage.
    E ines Tages hat sich der Kampf um uns für mich gelohnt und
    R echt wirst du es mir machen, so wie ich es verdiene.

    kk.

    O hne Veranwortungsbewusstsein und Herzenswärme MIR selbst gegenüber
    P eile ich zwar die Lage, dass ICH es bin, die in ihrer Handlung nicht Gutes tut,
    F ühle MICH dennoch nicht in der Lage, etwas für mich und gegen das Schlecht zu tun, denn
    E r muss Etwas tun, er MUSS Anders sein, denn
    R echt habe ICH, wenn ich sage, dass er sich nichts Gutes tut!
    R ichtig bin ich und er tut MIR mit seinem Handeln weh!
    O hne MEINEN Beistand kann er seine Berge nicht überwinden!
    L oslassen und Kampflos gehen ist viel zu gemein, wo er doch MEINE Hilfe braucht!
    L iebe und Hilflosigkeit nenn ICH das ganze Spiel ...
    E in Ende ist nicht in Sicht, denn MEIN Verlust an ihm wäre viel zu groß!

    kk.

    nun, die letzten tage waren dumpf. ich fühl mich noch immer dumpf. aber nicht mehr so doll. ich hatte die lust verloren. mein leben langweilt mich. ich hatte viel zeit zum darüber nachdenken. um mich mal wieder genau anzuschauen. es ist ja wie fast immer. was ich sehe, gefällt mir oft nicht. eigentlich nervt es mich, dass mich was nervt. ich hatte gestern ein langes telefonat. wir redeten über abhängigkeiten. nicht viele können mein denken verstehen, ein unabhängiges leben führen zu wollen. mir wurde gesagt, dass sucht eine andere form von abhängigkeit ist. ich meinte, die defininion von sucht und abhängigkeit begründet einander. zigarretten rauchen zum beispiel - wäre nach meinem gesprächspartner eine gewohnheit. nach meiner meinung eine drogensucht. nun, das recht auf freie meinungsäußerung bedingt, dass man überhaupt eine hat. die zumindest habe ich mittlerweile. mein gesprächspartner meinte ebenso, dass wir alle abhängig sind - von irgendetwas - und das dies ein nicht zu ändernder zustand sei und wenn wir nur davon abhängig sind, ersatz zu beschaffen. ich glaube an die kraft, die im loslassen alles wieder zusammen führt. vielleicht lebe ich mit dieser meinung in einer utopie. das leben wird es wohl zeigen. ich hoffe das beste. ich wurde gefragt, ob ich denke, dass man es also sein lassen solle, wenn man mal etwas gefunden hat, was einem spaß mache. ich denke: ja, in allem liegt eine abhängigkeit nahe, jedem zustand, umstand kann eine abhängigkeit folgen, daher denke ich, das maß der dinge ist die lösung des ganzen. ich denke, jeder soll so leben, wie er mag und wenn er die abhängigkeit suche, dann wird und soll er sie finden. ich fragte, geht es dir gut in deiner abhängigkeit zu deinem partner? magst du dein leben? bist du glücklich? mein gesprächspartner bejahte. und meinte, er habe öfter mal angst. die angst wovor? die angst zu versagen; die angst, die eigene bestimmung in dieser welt nicht zu finden. ich fragte, wohinter er sich dann verstecke. die antwort war hinter seinem partner. mein gesprächspartner meinte, er und sein partner streben an, in ihrer abhängigkeit zueinander sich nicht allzusehr weh zu tun. aber was ist, wenn es diesen partner nicht mehr gibt? dann gibt es einen anderen neuen oder man stirbt?!

    mir wurde gesagt, das leben ist hart und ungerecht. ja, es hat niemand das gegenteil behauptet. man macht erfahrungen und bekommt erkenntnisse und nach dem erkennen kommt das handeln. und das wäre ungerecht. wieso der liebe gott das zulässt. ich meinte, gott hat uns das leben der selbstbestimmung geschenkt. jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie gut es ihm geht. jeder ist selbst seines glückes schmied. niemand wird die welt des anderen retten können und wollen. und die, die es wollen, tun das letztlich auch nur für sich selbst, um sich darin besser zu fühlen, ihr eigenes selbst aufzuwerten. mir wurde gesagt, manchmal kann man einfach nicht anders. ich meinte, es gibt kein "ich kann nicht". was ich nicht kann, kann ich lernen. es gibt nur ein ich will nicht. mir wurde gesagt, ich kann nicht fliegen. ich fragte, du kannst nicht fliegen? als antwort kam, nein mit meinen eigenen armen kann ich nicht fliegen. ich meinte, wenn du dir das dein ganzes leben sagst, dann wirst du auch niemals fliegen lernen.

    ...

    Ein Wunder ist nicht die Aufhebung eines Naturgesetzes, sondern die Umsetzung eines höheren Gesetzes.

    ...

    Ein lieber Gruß in den Abend.

    kk.

    Ich merke immer wieder, wie sehr abhängig ich noch von äußeren Einflüssen bin, damit ich mich gut fühle. Wenn ich mal nicht das bekomme, wie ich es gerne möchte, dann bringt mir das zu Hauf schlechter Laune. Wenn ich etwas vorhabe, was mich mit anderen Menschen verbindet, eine Verabredung etc. dann steigt mein Freudepegel zum Teil fast ins Unermessliche. Auch wenn das Treffen dann nicht so interessant ist oder gar ausfällt, die Vorfreude bringt mir ein Gefühl von steter Freiheit. Über uninteressante Treffen ärgere ich mich nicht mehr. Über Absagen schon viel mehr. Anstelle in der mir dann gegebenen Zeit etwas Gutes für mich zu tun, verbringe ich die Zeit lieber damit zu schmollen oder mich in meiner Trägheit zu suhlen. Es ist dann wie Engel links und Teufel rechts. Der Engel meint, ach lass doch, ist doch jetzt eh wie es ist. Der Teufel meint, wieso lassen, wer bin ich denn, dass man mir einfach so absagt nach Lust und Laune. Am Ende weiß ich, dass mir letztlich auch wieder nur gespiegelt wird, wie ich selbst bin, auch gerne mal absagte oder mich garnicht erst festlegen wollte. Und dann bleib ich halt faul. Aber Anstelle mich dann in meiner Faulheit wohl zu fühlen, mache ich mir ein schlechtes Gewissen darüber, was ich jetzt alles machen könnte und verpasse. Doch ich habe keine Lust mich woanders abzulenken. Denke mir, diese Ablenkung lenkt mich dann ja auch wieder nur von mir ab. Wo wohl wieder das Maß der Dinge zum Tragen kommt.

    kk.

    Gedanken machen, Gedanken sammeln. Tiefer gehen. Tiefer rutschen. Gleiten in die Eiszeit in der heißen Wüste meines Gefühlslebens.

    Leiden. Mit welchem Hintergrund? Immer und immer wieder. Krank fühlen. Mit welcher Bühnenwirkung? Tag ein Tag aus. Ein unbewusstes und nun schon fast bewusstes Nicht-Festlegen-Wollen auf ein Für-Immer-Gut, Für-Immer-Gesund. Vielleicht aus Angst vor weniger Wachstum dabei. Vielleicht die Angst vor dem eigenen inneren Stillstand im Gutfühlen.

    So bin ich ein Blender. Kann es nicht sagen: es geht mir schlecht, wenn es so ist. Will Allein wandern durch die Wüste und immer genug Wasser dabei haben, um auch noch eines Begleiter Durst zu stillen. Will immer sagen, es geht mir gut. Oder Schweigen. Hilfe suchen? Hilfe annehmen? Im Außen zeigen, dass ICH Schwächen habe?!

    Die Bedeutung? Wenn es keine Bedeutung hat, nicht Drogen zu nehmen, dann kann ich natürlich auch welche nehmen. Wenn es keine Bedeutung hat, dass ich mich nicht liebe, dann muss ich es ja auch nicht tun. Es hat kein Gewicht. Wenn es Bedeutung hat, Jemandem etwas Gutes zu tun, mich woanders zu fühlen, weil ich mich da fühle, dann gehe ich dem natürlich nach. Ich bin ja nicht krank …!

    Krank und Gesund. Die Heizung ist kalt trotz dem in voller Höhe angeschalteten Thermostats. Zu viel Luft im Radiator. Muss öfter mal entlüftet werden, denn Luft steigt ja bekanntlich nach oben. Vielleicht habe ja auch ich zuviel Luft im Körper und muss mich öfter mal entlüften. Zu viel Luft im Kopf, denn Luft nach oben, und dann fällt das Denken schwer, weil das Gefühl ja kein Gewicht hat. Dann bleibt wohl nur noch Atmen.

    Atmen? Lieber rauche ich ein zwei drei oder acht Zigaretten in der Stunde und das stundenlang und tagelang, nun schon jahrelang. Taubheit, wenigstens legal, aber das ist ja Kamerad Alkohol auch. Angelacht. Ja, der stolze Schulterhieb, ein Jahr nun schon geschafft ohne Drogen! Ausgelacht. Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist wohl die schlaueste Selbstbetrügerin im ganzen Land?

    Grüße an diese jene welche, Grüße an mich.

    kk.

    veräppelt wurde ich heute abend auch mehr als genug. mir wurde ein keks angeboten. angeblich ein feiner und leckerer roggenkeks. es war ein hundekeks. habt ihr schon mal einen hundekeks probiert? der schmeckt nach nix, vielleicht nach hundespucke... :))) warum hunde das wohl gern essen? der anbietende meinte eben: er hätte nicht gedacht, dass ich ihm den keks abnehme. er ist völlig schuldlos. er wäre nie auf die idee gekommen, dass ich ihn annehme, aber als er gesehen hat, dass ich ihn nehme, dachte er, er lasse mich mal machen ... ;))))))

    so ist es, ein berauscht fühlen im lachen. lachen. lachen. lachen.