Anerkennen was ist. Die Reise eines Co´s ins eigene Ich.

  • nun, die letzten tage waren dumpf. ich fühl mich noch immer dumpf. aber nicht mehr so doll. ich hatte die lust verloren. mein leben langweilt mich. ich hatte viel zeit zum darüber nachdenken. um mich mal wieder genau anzuschauen. es ist ja wie fast immer. was ich sehe, gefällt mir oft nicht. eigentlich nervt es mich, dass mich was nervt. ich hatte gestern ein langes telefonat. wir redeten über abhängigkeiten. nicht viele können mein denken verstehen, ein unabhängiges leben führen zu wollen. mir wurde gesagt, dass sucht eine andere form von abhängigkeit ist. ich meinte, die defininion von sucht und abhängigkeit begründet einander. zigarretten rauchen zum beispiel - wäre nach meinem gesprächspartner eine gewohnheit. nach meiner meinung eine drogensucht. nun, das recht auf freie meinungsäußerung bedingt, dass man überhaupt eine hat. die zumindest habe ich mittlerweile. mein gesprächspartner meinte ebenso, dass wir alle abhängig sind - von irgendetwas - und das dies ein nicht zu ändernder zustand sei und wenn wir nur davon abhängig sind, ersatz zu beschaffen. ich glaube an die kraft, die im loslassen alles wieder zusammen führt. vielleicht lebe ich mit dieser meinung in einer utopie. das leben wird es wohl zeigen. ich hoffe das beste. ich wurde gefragt, ob ich denke, dass man es also sein lassen solle, wenn man mal etwas gefunden hat, was einem spaß mache. ich denke: ja, in allem liegt eine abhängigkeit nahe, jedem zustand, umstand kann eine abhängigkeit folgen, daher denke ich, das maß der dinge ist die lösung des ganzen. ich denke, jeder soll so leben, wie er mag und wenn er die abhängigkeit suche, dann wird und soll er sie finden. ich fragte, geht es dir gut in deiner abhängigkeit zu deinem partner? magst du dein leben? bist du glücklich? mein gesprächspartner bejahte. und meinte, er habe öfter mal angst. die angst wovor? die angst zu versagen; die angst, die eigene bestimmung in dieser welt nicht zu finden. ich fragte, wohinter er sich dann verstecke. die antwort war hinter seinem partner. mein gesprächspartner meinte, er und sein partner streben an, in ihrer abhängigkeit zueinander sich nicht allzusehr weh zu tun. aber was ist, wenn es diesen partner nicht mehr gibt? dann gibt es einen anderen neuen oder man stirbt?!

    mir wurde gesagt, das leben ist hart und ungerecht. ja, es hat niemand das gegenteil behauptet. man macht erfahrungen und bekommt erkenntnisse und nach dem erkennen kommt das handeln. und das wäre ungerecht. wieso der liebe gott das zulässt. ich meinte, gott hat uns das leben der selbstbestimmung geschenkt. jeder ist selbst dafür verantwortlich, wie gut es ihm geht. jeder ist selbst seines glückes schmied. niemand wird die welt des anderen retten können und wollen. und die, die es wollen, tun das letztlich auch nur für sich selbst, um sich darin besser zu fühlen, ihr eigenes selbst aufzuwerten. mir wurde gesagt, manchmal kann man einfach nicht anders. ich meinte, es gibt kein "ich kann nicht". was ich nicht kann, kann ich lernen. es gibt nur ein ich will nicht. mir wurde gesagt, ich kann nicht fliegen. ich fragte, du kannst nicht fliegen? als antwort kam, nein mit meinen eigenen armen kann ich nicht fliegen. ich meinte, wenn du dir das dein ganzes leben sagst, dann wirst du auch niemals fliegen lernen.

    ...

    Ein Wunder ist nicht die Aufhebung eines Naturgesetzes, sondern die Umsetzung eines höheren Gesetzes.

    ...

    Ein lieber Gruß in den Abend.

    kk.

  • Allerliebste Koketterie,

    8) komm` in den Chat...der ist jetzt. Einfach nur auf Chat drücken (oben, neben login/logout), eine Schriftfarbe aussuchen und lostippseln....
    Herzliche Umarmung,
    Ingrid :D

  • Liebe Koketterie,

    8) Leonardo da Vinci wurde als Spinner angesehen...der Mann war genial, er war seiner Zeit weit voraus und hat einfach im verkehrten Jahrhundert gelebt... :wink: ... so sehe ich das halt.

    Vielleicht denken sich viele reale und unreale Menschen, dass ich "unrund" bin und ebenso "laufe" ... hach, vielleicht bin ich das ja auch, aber ich bin glücklich damit. Ich versuche, so gut es geht, meine Verantwortung zu übernehmen, für mein Leben, für meine Kinder ... ich folge aber ausschließlich meinem Herzen. Da liege ich meistens richtig, auch wenn es im Außen manchmal nicht verstanden wird. :D

    Fühl` Dich herzlich umarmt,
    Ingrid :D

  • Am 12.01.09 schrieb ich von meinen Gedanken über die Kraft, die im Loslassen alles wieder zusammenführt. Ich schrieb davon, dass ich vielleicht mit dieser Meinung in einer Utopie lebe und dass das Leben es wohl zeigen wird.

    Am 19.01.2009 - genau eine Woche später kann ich nun von einem Erlebnis berichten, was definitiv meine Idee des Vorherigen bestätigt.

    Vor etwa 1,5 Jahren sagte mir ein Freund Good Bye und zog los, sein Leben woanders zu führen und mit Schmerzen im Herzen und argem Menschenkummer konnte ich ihn lange nicht loslassen. Ich schrieb ihm oft E-Mails, Sms usw. usw. Anfangs schrieb auch er zurück. Später bekam ich kaum noch Antworten. Zuletzt erhielt ich ein gefühltes blaues Auge von seiner Antwort.

    Vor etwa 4 Monaten schrieb ich ihm eine E-Mail - sehr kurz und emotionslos gehalten - und lud ihn für einen Freund zu dessen Geburtstagsfeier ein. Für mich war klar, wenn er nicht kommen würde und sich auch nicht melden würde, würde ich das Thema in diesem Moment abhaken und ohne ihn bzw. ohne die leidende Sehnsucht nach ihm in meinem Kopf und Herzen weitergehen. Ich ließ ihn also los, denn weder er noch eine Antwort kam.

    Ich schrieb nicht mehr. Selbst bewusst zu seinem Geburtstag ließ ich Ruhe in meiner Stimme walten. Ich sagte mir, er will das nicht und ich respektiere das jetzt, respektiere ihn jetzt. Ich war nicht böse auf ihn. Ich war auch nicht traurig deswegen. Ich wollte es einfach so nehmen, wie es ist und weiter gehen. Ohne zu Leiden. Mit guten Gedanken an die Vergangenheit mit ihm und guten Gedanken an meine Zukunft.

    Und jetzt, letzten Freitag bekam ich eine Sms von einer mir unbekannten Nummer. Er! und er fragte, ob wir zusammen etwas essen oder trinken gehen wollen ... Ich war völlig perplex. Brauchte erst mal zwei Stunden um zu kapieren, was da jetzt passiert ist. Er war also wieder da und besuchte mich, uns, die alte Gegend. Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende, ein paar wunderschöne Tage als gute alte Freunde.

    Nun ist er wieder weggefahren. Ein lächelnder Abschied. Und ich bin absolut dankbar für diese Erfahrung. Für diese gute Energie, die im Loslassen zusammenführte, zurückbrachte, was verloren ging, verloren geglaubt war. Alles zu seiner Zeit. Ich glaube ganz fest an meine Idee. Ich glaube an das Wunder. Ich glaube an die Umsetzung eines höheren Gesetzes.

    Ein lieber Gruß in den Abend.

    kk.

  • Ich darf mich vorstellen. Ich heiße Katrin und bin fast 28 Jahre alt. Ich bin kein großer Redner, gleichwohl ein großer Schriftführer. Die Welt aus meinen Augen ist anders, was nicht immer nur von Vorteil ist, aber in der logischen Konsequenz in jedem Fall nicht bedeuten kann, kennst du eine, kennst du alle. Ich bin einfach und ich bin schwierig. Ich bin schwierig einfach Ich. Mein Leben verläuft stets im Tiefgang. Jeder noch so kleine Schritt und jede noch so kleine Geste erlangt Bedeutung durch und im Handeln und Vollbringen. Ich folge stets dem Weg in die Schwerelosigkeit, hinaus aus der unerträglichen Leichtigkeit des Seins. Ich bin ein rastloser Müßiggänger und ausdauernder Täter. Manches Mal das Eine viel hartnäckiger und länger als das Andere. Manches Mal beides zeitgleich, was oft verwirrt, auch mich selbst.

    Eine Religion existiert nicht für mich, dennoch trägt mich ein großer Glaube vorwärts. Ich glaube an Energien. An Ströme, die uns leiten und uns immer an den Ort und zu dem Menschen führen, um das zu bekommen, was wir brauchen. Was nicht zwangs-läufig das ist, was wir wollen, aber auch nicht unabänderlich nicht zusammen gehö-ren muss. Ich glaube an das unabwendbare Schicksal aber nicht an den unaus-weichlichen Weg. Ich glaube an die Kraft, die im Loslassen alles wieder zusammen führt, was zusammen gehört. Ich glaube an zwei Insel über der Wasseroberfläche, die viel tiefer als wir in das Wasser schauen können unter Liebenden ein zusammen-hängendes Herz bilden und gewichtige Geltung und Halt für beider Leben auf jeder seiner eigenen Insel erklären. Und ich glaube daran, denn ich bin stets suchend und nie findend obgleich ich niemals auf die Suche gehe und stets finde, gefunden wer-de.

    Ich hatte eine Zeit, in der ich vierzehn Stück Metall in meinem Körper stechen ließ und diesen schmücken ebenso zwei gestochene Bilder, die sich jedoch nicht so ein-fach abziehen lassen wie Schmuck herausnehmbar ist. Geschenke, die im Schmerz entstanden, in der eigenen Gefühllosigkeit auf der Suche nach Frieden und nach mir selbst. Ich bin seit ich denken kann weggelaufen. Vor mir selbst, meiner eigenen Kraft, vor dem Leben. Ich betäubte mich viele Jahreszeiten mit Drogen, um den dunklen Augenblicken und Geistern zu entkommen, die in mir die Herrschaft über-nommen hatten. Ich ergab mich Männern, die mir nichts Gutes zu geben hatten und mir viel zu viel nahmen und flüchtete vor schönen Dingen, weil sie mir Tränen in die Augen drückten. Ich ging stets den schweren und steinigen Weg, weil mir das einzig als Richtig erschien. Weil das der einzige Pfad war, auf dem ich barfuss über Scher-ben laufend, wenigstens Irgendetwas fühlte, wenn es auch nur ein Negativ war.

    An einem ganz bestimmten Punkt bin ich aufgewacht, erwacht aus einem langen Dornröschenschlaf und habe mich durch die Dornen der saftigen und welken Rosen gekämpft, um das Licht und das Leben zu erblicken. Ich habe vielen bösen Geistern in die Augen geschaut und habe sie angeschrien. Mein Herz war langsam sterbend, auch wenn es die ganze Zeit so rasend schnell schlug, wie ein mit Kerosin betanktes Auto auf einer dreispurigen Autobahn in der Nacht fahren kann. Als ich die Augen öffnete um zu sehen, was es zu sehen gab und nicht mehr jeden Tag aufs neue ei-nen Pinsel nahm, um mir mein Bild vom Leben und der Liebe zurecht zu malen, zu übermalen und zu verwischen, habe mich entschieden. Ich entschied mich für mich, für mein Leben, für meine dunklen Geister und für mein kraftvolles helles Wesen, ohne wie zuvor mit Angst und Panik im Nacken zu fliehen und in Abhängigkeiten zu Dingen und Menschen Schutz zu suchen.

    In der Gegenwart treffe ich jeden Tag aufs Neue Entscheidungen. Ich entscheide mich jeden aufwachenden Morgen, das und in das Licht zu sehen, was mir nicht im-mer gelingt, aber ich versuche es mit bestem Wissen und Gewissen. Ich entscheide mich jeden aufwachenden Morgen bis zur schlafenden Nacht, möglichst unabhängig von den Energien anderer Geschöpfe ein unschuldiges Kind, eine unverfälschte Frau, ein starker Mann, ein heilsamer Mensch zu sein und mir selbst dabei in der Unendlichkeit gerecht zu werden.

    In der Vergangenheit war ich stets unterernährt und abgemagert im Stillstand und Rückwärtsgang. Ich fühlte mich stets als Opfer, wenngleich ich nie erkannte, dass ich darin vielmehr Täter bin, als ich es selbst noch jetzt manchmal wahrhaben will. In der Gegenwart bin ich aktiver Täter, um im Probieren Mich und meine Grenzen kennen zu lernen. Ich will leben und vorwärts gehen, manchmal stehen bleiben und Schön-heit oder Ekel empfinden, um dann wieder langsam einen Schritt vor den anderen zu setzen. Ich will nicht abspringen und wegfliegen, ohne vorher wirklich festen Boden unter meinen Füssen gespürt zu haben.

    In der Vergangenheit fühlte ich in mir nur eine große leere Blase an Emotionslosig-keit mir selbst und anderen Menschen gegenüber. Ich versteckte mich hinter jedem Trauma, dass ich fand, um für mich Entschuldigungen zu finden, dass es mir schlecht gehen und ich leiden darf. In der Gegenwart bin ich hungrig. Emotional Ess-lustig. Ich will Lieben. Ich will Lieben lassen. Ich will das Wunschbild beiseite legen und die wirkliche Harmonie, Zartheit, Anmut, Charme und auch die wirkliche Häss-lichkeit schmecken und anfassen. Und ich will in meiner Ganzheit gespürt und erlebt werden, in meinem Gut und meinem Böse. Ich will mich selbst nicht mehr übersehen.

    In der Vergangenheit hatte ich das Anliegen, Jedermann gefallen zu wollen. Ich dreh-te und wendete mich mit Vorliebe und zeigte immer nur die Seite, die ich als die Schönere empfand. Ich verschleierte, legte meine Netze aus wie eine Spinne und wartete bis ein anderes Individuum in die Falle hinein tappte. Ich manipulierte, sagte stets jein, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, um nicht allein sein zu müssen, um mich irgendwo zu fühlen, um mich über Irgendjemand oder irgendetwas Anderes definieren zu können. Ich spielte ein Spiel, die Hauptrolle in meinem eige-nen Schauspiel. Ich war die Tochter, ich war die Freundin, ich war die Geliebte, ich war der Drogenkonsument, ich war die Erkrankte, ich war das Opfer.

    In der Gegenwart will ich frei sein. Ich will Ich sein und Jedermann sich selbst sein lassen. Ich will mich ohne Taubheit in den Armen eines Menschen erleben und in Klarheit erlebt werden. Ich will ohne Abhängigkeit in welcher Form auch immer leben. Lieben, Lachen, Weinen, Wünschen, Träumen, Reizen, Naturtrieben folgen, Lust und Last spüren, Neigungen erleben, Abfälle entsorgen, Bewunderungen aussprechen, Strömungen folgen, Vorlieben finden, Aufgefangen werden und Auffangen ohne Ein-zufangen. Ich will jeden Tag aufs Neue loslassen und losgelassen werden. Ich will mich jeden Tag wiederfinden können, jeden Tag aufs Neue wieder gefunden werden. Ich will jeden Tag aufs Neue probieren und schmecken. Ich will lautlos und zugleich ohrenbetäubend sein. Ich will Ja und Nein sagen. Ich will keine Versteckspiele. Ich will ehrliche, offene und klare Fronten um zu entscheiden, ob ich Kämpfen will oder kampflos das Feld räume. Ich will keine Manipulation mehr, das Spiel, was ich zu genüge kenne und ein Meister darin bin, weil ich es perfektioniert habe. Ich will, dass es gut geht, aber nicht mehr für und um jeden Preis.

    Um all das sein zu können und um all das tun zu können, bedarf es Menschen an meiner Seite. Begleitende Menschen gestalten das Leben mit, deshalb muss man immer ganz genau aufpassen, wen man als seinen Freund bezeichnet, wer einen begleiten darf und um wen man lieber einen Bogen machen sollte. Deshalb will ich Helden um mich herum. Ich mag Lehrer und Schüler. Ich mag Gleichgesinnte und Andersdenkende. Ich mag Gewinner und Verlierer. Ich mag Umarmende und Len-kende. Ich mag Stille und Revolutionäre. Ich mag Vordenker und Querdenker. Ich mag Menschen um mich, die wie ich den Drang verspüren, vorwärts gehen zu wol-len, auch mal Fehler zu machen und sie sich einzugestehen. Menschen, die glei-chermaßen Geben, was sie können und Nehmen, was sie brauchen. Menschen, die tanzen und lachen, aber auch ehrlich weinen können. Menschen die unter der Du-sche singen, auch wenn es völlig falsch klingt. Menschen, die sich selbst nicht immer zu ernst nehmen und auch mal über sich selbst lachen können. Menschen, die sich selbst sehen und auf eigenen Füssen gehen können. Ich mag Menschen, die sich selbst lieben oder es zumindest immer und immer wieder versuchen zu erlernen. Ich mag Menschen mit bestem Wissen und Gewissen und dem Herzen auf dem richtigen Fleck. Menschen, die in ihrer Opferrolle auch den eigenen Täter erkennen wollen. Menschen, die sich an Blumen auf der Wiese erfreuen können und nackt sonnenba-den, ohne sich über ihren eigenen Speck zu grämen oder sich über den Speck der anderen erfreuen oder ärgern. Menschen, die neu machen, wenn es ihnen nicht ge-fällt. Menschen, die für ihre Ideale und Vorstellungen bereit sind zu kämpfen und Menschen die auch mal kampflos aufgeben, wenn ein Kampf aussichtslos ist. Men-schen, die leben und lieben und loslassen. Menschen, die helfen und sich helfen las-sen. Menschen, die erkranken und wieder gesunden wollen. Menschen, die für ihr eigenes Tun eigene Verantwortung übernehmen. Menschen, die Wünsche und Träume haben und sich nicht zu klein fühlen, diese auch zu erreichen. Menschen die ein kleines Lächeln für sich selbst finden in der dunklen Depression. Menschen, sich selbst umarmen können, selbst wenn sie etwas in sich sehen, was ihnen nicht gefällt. Menschen, die ihre Aggressionen und Hilflosigkeiten an den Sandsack und nicht an anderen Menschen verteilen. Menschen, die lautstark in den Wald oder den Berg herunter schreien können. Menschen, die Stille und Frieden genauso genießen kön-nen wie Laut und Chaos. Menschen, die einen Schatz erkennen und ihn zu würdigen wissen. Menschen die Wege finden und keine Gründe.

    Ich suche Helden, denn ich selbst will ein genau solcher sein. Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten und erkennen und nutzen sie. Probieren geht über Studieren.

    In tiefer Verbundenheit

    kk.

  • Heilung des Vaters und Heilung der Mutter. Viele Male habe ich schon diese Karten im Tarot gezogen und zwar irgendwie verstanden, es gibt da jede Menge zu heilen, wusste aber nie so genau, was damit eigentlich gemeint sei.

    Am gestrigen Tage nun fiel mir die Antwort direkt auf den Küchentisch, so ganz nebenbei als wäre es so normal, wie Alles und Nichts, so einfach wie der tägliche Abwasch von dreckigem Geschirr. Heilung des Vaters. Die Angst, verlassen zu werden. Die Angst getrennt zu werden, um emotional und auch körperlich den Weg allein weitergehen zu müssen, obwohl ich noch so jung und so klein, viel zu jung und viel zu klein bin, um dies wirklich schaffen zu können.

    Mein lieber Vater. Du bist eines Tages gegangen, vielleicht auch gegangen worden. Ich durchlebte einen solch großen Schmerz, denn ich bin dir so viel ähnlicher und vertrauter, als es jedes andere Familienmitglied mir jemals sein kann. Ich bin dein Samen und dein Gedanke. Ich bin dein Gen und deine Angst. Ich bin dein Blut und dein Schmerz. Ich bin deine Träne und dein Leid. Ich bin dein Lächeln und dein Trost. Ich bin dein Spiegel und deine Wut. Ich bin dein Kind und deine Liebe.

    Genau wie du in deinem Vatersein konnte auch ich in meinem Kindsein meinem Schmerz, meiner Angst und meiner Traurigkeit keinen Ausdruck verleihen. Ich konnte nicht meine ehrlichen Gefühle zeigen, nur ein trauriges loslassendes und niemals kämpfendes Lächeln vereinte und verband unser beider Lippen. Eine Last, die mich bis heute begleitet hat und mich bis jetzt auch in meinem Frauwerden geleitet hat. Ein schweres Gewicht, welches ich zwar stets erkannte, aber nie so richtig verstand.

    Mein lieber Vater, nun bin auch ich schon groß, eine erwachsene Frau, die ihr Leben lebt und ihren Mann darin steht. Ich kann so sehr gut nachempfinden, was du empfunden haben magst, als du unser Heim und somit auch mich verlassen hast und ich dir mit meinen kleinen Füssen immer und immer wieder in den Bauch trat, weil ich mich nicht anders ausdrücken konnte. Weil ich meine Traurigkeit, meine Angst und meinen Schmerz nicht mit einem offenen Gesicht zeigen konnte.

    Ich gebrauchte meine Wut, um dich wieder und wieder wegzustoßen, weil ich mich so verraten und verlassen fühlte. Du hast ein neues Leben begonnen und ich fühlte mich allein gelassen und musste mich so durch das schwere, dunkle und kranke Labyrinth kämpfen. Den Rest der Familie, meine Mutter auf meinen Schultern tragend. Eine Aufgabe, die weder dir noch mir zustand und die ich trotzdem übernahm, weil ich mich in der Pflicht fühlte. Ich konnte nicht loslassen. Loslassen, wie du es einst still getan hast.

    Ich versteckte mich Jahrelang hinter Krankheiten und führte über Jahre hinweg kranke Beziehungen zu kranken Männern. Ich trat jedes gute Gefühl weiter mit meinen kleinen Füssen, denn ich wusste nicht anders damit umzugehen. Ich wusste nicht, was es heißt, mit großen Füssen auf festem Boden zu stehen, denn mir fehlte Jemand, der mir zeigen konnte, wie das geht. Mir fehlte mein Vater. Mir fehlte die große männliche Energie, die mich kleines Wesen hält und auffängt.

    Mein lieber Vater. Es ist nun auch für mich die Zeit gekommen, Loszulassen. Ich lasse dich in Liebe los und vergebe dir die Schuld, die ich dir bewusst und unbewusst zuschrieb. Dein großes Mädchen hat dich sehr lieb, aber es braucht jetzt keine Fußtritte mehr, verteilt von kleinen Kinderschuhen. Dein großes Mädchen übernimmt jetzt die Verantwortung für sich selbst und hat allein gelernt, was es bedeutet, sich selbst so zu lieben, wie sie es verdient.

    Friede sei mit dir.

    deine Tochter Katrin

  • Hallo Katrin,

    ein schöner Brief an Deinen Vater, mir kamen Tränen hoch, beim Lesen.

    Betrachten wir unser Leben, können wir erkennen, dass schon früh eine Liebesgeschichte gelebt wurde. Es ist sowohl die Liebesgeschichte zwischen Mutter und Kind als auch zwischen Vater und Kind. Dass diese Liebesgeschichte nicht immer glücklich verläuft, lesen wir jeden Tag hier im Forum.

    Viele Eltern sind nicht in der Lage , ihr Kind anzunehmen, es zu lieben und schliesslich loszulassen. Sie missbrauchen es für ihre egoistischen Zwecke. Wie wir wissen, führt Missbrauch in eine Abhängigkeit. Die unbedingte Liebe der Eltern bekommen zu haben ist ein tiefes Bedürfnis jedes Menschen und für eine gesunde Entwicklung unerlässlich.

    Unerledigte Probleme und Konflikte wollen bewältigt werden, emotionale Wunden wollen heilen. Wenn dies in der Beziehung zu den Eltern nicht möglich war, suchen Kinder als Erwachsene, unbewusst nach Partnern, mit denen sie einen neuen Versuch unternehmen können. Weil man den suchtkranken Vater nicht retten konnte, will man jetzt den ebenfalls suchtkranken Partner retten. Weil die Eltern nicht Liebe und Anerkennung geben konnten, findet man sicherlich den Partner, der Liebe und Anerkennung ebenfalls nicht geben kann. Wer von seinen Eltern klein und abhängig gehalten wurde, sucht einen Partner, der ihn dominiert, über ihn bestimmt, usw.

    Wenn wir das für uns wissen, können wir erst Selbstverantwortung für uns übernehmen. Wir wissen dann auch was für eine Verantwortung es bedeutet, ein Kind zu begleiten, ihm nicht nur seine Wurzeln zu geben, sondern ihm seine Flügel wachsen zu lassen, die sie forttragen von uns, in ihr eigenes Leben.

    Wünsche Dir, dass duch Deinen Brief, Abschied von Deiner ersten Liebesgeschichte möglich ist, damit ohne eine Abhängigkeit, eine neue Liebesgeschichte entstehen kann.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Warum ich bei dir war und so viele Jahre geblieben bin, ist mir klar. So viele Worte schon habe ich darüber verloren. Verabschiedet habe ich mich von dir, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Um mich selbst zu finden. Meinen eigenen Weg zu gehen und meine eigenen Grenzen kennen zu lernen. Um zu wissen, wer ich wirklich bin und meine eigenen Fehler zu machen. Um eine Liebe zu finden, die wirklich echt ist und nicht auf Abhängigkeit basiert. Um auf Händen getragen zu werden und keine Angst mehr davor zu haben.

    Ich suchte mir meinen Platz in meinem Leben. Schuf mir mein eigenes kleines Heim und finde jeden Tag wieder neue Sachen, die ich mal machen möchte. Ich mag mein Leben und ich mag mich. Ich mag die Musik, die ich für mich anmache. Ich mag es zu tanzen für mich ganz allein, einfach in der Bewegung sein. Ich mag die gelegentlichen Treffen mit Freunden. Ich mag den S**, den ich gelegentlich habe. Ich mag den Mann, in dessen Arme ich mich manchmal fallen lasse. Ich mag ihn genau dafür, was er mir gibt, wenn ich mich fallen lasse.

    Manchmal fällt es mir schwer, mein Leben zu genießen. Manches Mal und zwar offenbar genau dann, wenn mir ein Mann begegnet, der mich schätzt und mir den Himmel zu Füssen legen würde. Teilweise spielt sicherlich noch immer die Angst vor zu viel Nähe und Geborgenheit eine große Rolle. Gleichwohl kann ich es annehmen und freue mich, ein Schatz zu sein, den bisher noch Niemand zu stehlen versuchte bzw. Niemand es schaffte. So merke ich doch immer und immer wieder, dass ich mich derzeit auf etwas Wertvolles nicht einlassen will. Wohlmöglich stoppt mich der Gedanke, was danach kommen würde, mich darin einzufühlen. Endgültigkeit? Stillstand?

    Schon immer war es irgendwie klar, dass der gegenwärtige Mann an meiner Seite nicht der Letzte sein würde. Vielleicht ist es ein Abgeben von Verantwortung oder auch gar nicht erst eingehen wollen, dieses nicht Festlegen wollen. Vielleicht ist mir auch einfach nur noch nicht der „Richtige“ begegnet. Möglicherweise kann ich Menschen nur bis zu einem bestimmten Punkt oder nur für einen bestimmten Teil meines Lebens genießen und annehmen. Denn einen Mann an meiner Seite ganz zulassen, würde vielleicht bedeuten, dass es einander langweilt oder irgendwann der gegenseitige Frust einkehrt und dieses Alles kaputt macht und nicht nur dosiert.

    Sicherlich, vorgelebt bekommen habe ich genau das Bild, welches auch ich jetzt teilweise lebe und teilweise versuche zu vermeiden. Frühe Heirat und frühe Scheidung der Eltern, die beide erst im gesetzten Alter Ihr Glück wieder fanden. Nichts ist für die Ewigkeit. Vielleicht ist mir das viel zu sehr bewusst, als dass ich diesen Traum irgendwann mal leben wollte und konnte. Möglicherweise werde auch ich erst im hohen Alter bereit sein, mich auf wirkliche Liebe zu einem Mann einzulassen, weil ich dann vielleicht wirklich versprechen kann, bis dass der Tod euch scheidet, denn der Zeitraum ist absehbarer als er es jetzt je sein kann.

    Nichts desto trotz gebe ich Niemandem anderen Schuld dafür, dass ich bin wie ich bin. Mit meinem Vater söhne ich mich immer mehr aus. Bin dankbar für die Einsichten, die ich machen durfte, gerade jetzt in den letzten Wochen. Bin dankbar dafür, dass er mir zeigt, was mir wichtig ist. Bin dankbar, dass er Erfahrungen macht, von denen ich lernen darf, ohne diese Erfahrungen selbst machen zu müssen. Die Aussöhnung mit der Mutter gestaltet sich gedanklich etwas schwieriger, allerdings zugegeben, setze ich mich mit diesem Thema derzeit weniger auseinander. Alles zu seiner Zeit. Ich liebe beide über Alles und bin auch einfach dankbar, dass sie einst einander fanden und sei es auch einfach aus dem Grund, dass ich jetzt hier auf Erden dieses Leben leben darf, welches ich bin.

    Ich habe für mich das Prinzip der Selbstverantwortung entdeckt und ich meine nicht nur die geliebte Theorie davon. Mein Leben ist kein Zuckerschlecken, aber ich verstecke mich nicht mehr. Traumatische Erlebnisse schmeißen mich nicht absolut in die Ecke. Ich rede über Probleme und denke über Lösungen nach. Das ist gut. Ich finde selbst im totalen Chaos noch ein Lächeln und besinne mich im Gegensatz zu früher recht schnell wieder zur Ruhe. Alles Schritt für Schritt. Mein Kopf und mein Herz erleben die Zeit gern klar. Ich habe tatsächlich keine Lust mehr auf externen Rausch.

    kk.

  • Nun habe ich mich ja eine Zeit lang fast ausschließlich mit mir beschäftigt, nur für mich selbst geschrieben und das Forum einfach das Forum sein lassen und auch nicht mehr gelesen. Nun, da ich wieder beginne zu lesen, bin ich fast erschrocken. Die Geschichten hier sind nicht weniger traurig aufgrund der gefesselten Wanderungen einiger. Geschichten, die sich natürlich viele vergangene Jahre auch in mir abspielten. Die "realen" Geschichten auf der Straße in der Welt sind es ebenso. Und doch hat sich in mir Etwas verändert. Ich fühle mich beschützter, wie in eine Blase aus dünnem durchsichtigem Darm eingelassen.

    Es ist merkwürdig, des Merkens würdig... Die Probleme bleiben und doch gefühlt anders, wenn der unmittelbare Zugang zum Suchtfaktor Mensch fehlt. Ja, ich empfinde es so, dass ich an einem ganz bestimmten Menschen erkrankt bin, dessen Einfluss ich mich seit knapp 9 Monaten manuell entziehe. Gedanken in seine Richtung, ja, die habe ich immer mal wieder. Und doch viel friedlicher, fast so als hätte ich tief in mir drinnen meinen Frieden mit ihm geschlossen. Als hätte ich den Weg gehen müssen, den ich gehen musste, um jetzt hier zu stehen und zurück blicken zu können, um zu sagen, ich will vorwärts blicken und vor allem gehen, immer und immer wieder und weiter, immer weiter.

    Du liebes bisschen, was ich habe ich mich gewehrt und geweigert, auch nur einen klitzekleinen Schritt geradeaus zu gehen. Schon fast lächerlich, fast lächerlich einfach waren diese ersten Schritte, wenn ich es heute etwas mehr von Außen betrachten kann. Es ist wie es ist, ich würde vermutlich mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nichts anders machen. Traumatische Erlebnisse passieren heute, morgen vielleicht vorgestern und gibt man die Freiheit auf, um Sicherheit zu gewinnen, wird man beides verlieren. Sehnsucht nach zurück? Sehnsucht nach Problemausweichungsmanövern? Ja klar, würde ich sagen. Aber das geradeaus im Jetzt lässt dies garnicht zu, vielleicht weil ich viel zu lange im Zurück verbrachte.

    Es braucht zu Allem ein Entschließen, selbst zum Genießen.

    kk.

  • Unterschrieben und fett unterstrichen, liebe Koketterie.

    Die Gedanken sind noch ab und zu im "es war einmal" aber emotionslos. Kein Wut, kein Hass, keine Sehnsucht keine zurück-haben-wollen. Gerade so, als lebten wir auf unterschiedlichen Planeten.

    Wobei in einem Punkt habe ich mich geirrt und da muss ich noch sehen, wie sich meine Ansichten und Gefühle ändern. Ich war der Meinung durch Trennung und seinen Wegzug gibt es keine Berührungspunkte mehr und alles ist weit, weit weg und wird nie wieder als "Gegenwart" in mein Leben Einzug halten.

    Das wird aber nicht so sein. Ich habe mich mit jemandem näher unterhalten, der so einiges über sich erzählte bei Sichtung von Fotos war gleich der erste "hallo-wach-Moment" derjenige mit dem mein Ex zusammengezogen war und mit dem auch ich dann in dieser WG gelebt hatte. Der einzige, zu dem mein Ex noch Kontakt haben dürfte. Im Moment ist das alles noch ziemlich weit weg und uninteressant. Sollte sich aber eine kameradschaftliche Basis entwickeln - und zu spüren ist gerade etwas - werde ich mir Gedanken machen müssen.

    Sprich: ich lebe, wie Du, anders als zuvor, bin in mir zuhause und geschützt. Wenn aber die Berührung der einzelnen Zeitzonen ansteht, dann werde ich eine weitere Veränderung mitmachen müssen.

    Ich finde es genial, liebe Koketterie, dass es Dir ähnlich zu gehen scheint wie mir. Zeigt es doch, dass sich Mut auszeichnet und keinesfalls unser Weg für immer verkokst bleiben muss. Steinig, ja klar, das wird er sein - aber keine Einbahnstraße :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Das Wunder der Veränderung. Im steten Wandel. Mit der Zeit. Zeit heilt. Wobei immer Achtung eine große Rolle spielen sollte. Achtung der Vergangenheit, der Gegenwart und einer möglichen Zukunft. Innere Umgestaltung ist Etwas Wundervolles, weil es auch Äußere Umgestaltung nach sich zieht und sich dann wieder Inneren Wandel vollzieht, abgelöst von Äußerer Unbeständigkeit usw. usf.

    Bewegung heißt Neuerung und ausführbare Besserung. Augen auf. Ohren auf. Nase auf. Mund auf. Sehen, Hören, Riechen, Sprechen. Oder Bemerken, Horchen, Rümpfen, ein Nein sagen. Oder Beobachten, Lauschen, Beschnüffeln, ein schmeckendes Ja zur Sprache bringen. In der Wahrheit liegt die Kraft. Wahrheit. Die individuelle Spiegelung dessen, was und wie ICH bin und wie ICH was will. Sein will. Im Jetztbewusstsein.

    Sich unmittelbar berührende Zeitzonen werden immer wieder aufeinander treffen. In der Gegenwart der eigenen Wahrheit bedeuten diese inneren Wachstum im Wandel. Denn schaust du auf ein fotografiertes Bild der Vergangenheit und tut es weh im Herzen, darfst du wissen, dein Kern ist noch nicht frei. Schaust du jedoch – mit etwas Wehmut zwar – in die Kopie dessen, was einst war und dein Mund formt ein Lächeln über rein die Situation dessen, was du siehst, dann weißt du, du erlaubtest dir einfach Loszulassen.

    kk.

  • Liebe Koketterie,
    Wehmut konnte ich nicht finden, als sich die Zeitzonen berüherten. Allerdings die Frage, ob tatsächlich die Vergangenheit sich mit der Zukunft berühren soll.

    Vielleicht, liebe Koketterie, stehe ich auch nicht mehr dazu was viele Jahre mein Leben war und möchte keine neuen Menschen darüber informieren, wer einmal mein Partner war, über den doch schon das gesamte Umfeld Bescheid wusste, ehe ich auch nur begann zu erwachen.

    Da muss ich mit mir mal ins "Brainstorming" gehen und mich fragen was ich (jetzt) will und was nicht. Heute ist noch kein Handlungsbedarf. Dennoch spüre ich dass da langsam ein kleines Pflänzchen namens "Kontakt" wächst. Im erwachsenen Alter scheint das irgendwie nicht so ganz einfach zu sein, wenn es gegengeschlechtlich ist. Ich möchte aber keinesfalls durch eine eventuelle "Panik" vor der Vergangenheit jemanden "unsachgemäss" behandeln weil ich noch nicht so genau damit klarkomme.

    Du, das was Du mit dem Lächeln sagst, das spüre ich im Moment ganz besonders. Ich bin derzeit dabei mir zu erlauben auf Menschen zuzugehen, denen ich früher vor lauter Panik aus dem Weg gegangen bin. Bei einigen wenigen neuen Kontakten habe ich bemerkt, dass eine gewisse Unsicherheit da ist, die schnell falsch interpretiert werden kann. Nämlich Unischerheit von mir, die wie Selbstsicherheit oder gar Arroganz oder Desineteresse wirken kann. Das war schon in jungen Jahren ein Problem welches mich begleitet hatte.

    Aber genau dieses "frei" sein, von dem Du schreibst hat bei mir auch diesen Lebenbereich berühert. Da wo ich früher durch Unsicherheit passiv teilnahm bin ich nun bereit auch aktiv zu sagen "hallo, Menschlein, ich registriere Dich und freue mich Dich zu sehen".

    Eine Situation, von der ich niemals dachte, dass ich sie erreichen würde. Ein Gefühl frei zu sein im "Neu-"Kontakt mit anderen, gewissen, Menschen. Ich hatte zwar nie Kontaktschwierigkeiten, durch innere Unsicherheit habe ich das jedoch immer sehr flappsig, manchmal auch ironisch oder sarkastisch gestaltet. Nicht so ganz dolle, wenn das "Menschlein gegenüber einen nicht kennt und das nicht einordnen kann".
    Ich war sehr glücklich darüber, dass mir das derzeit anders möglich ist. Ohne Tarnung - oder pseudo-Grund, auf den anderen zuzugehen. Früher benötigte ich immer einen "Grund" für ein Gespräch mit jemandem, mit dem ich noch nicht so vertraut war. Heute ist das anders. Diese Angst, sich eine Blöße zu geben, sich zu "blamieren" die spüre ich nicht mehr.

    Ja, liebe Koketterie, ist schon wahnsinnig, was sich da an Veränderungen abzeichnet. Dinge, an die man/frau nicht gedacht hätte, die da plötzlich in der Türe stehen und ruckzuck den Eingang gefunden haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Du bist der, der du bist. Durch die vorhandene Vergangenheit geprägt, in der Gegenwart ausgereift lebendig und mit den besten Wünschen für die Zukunft. Verleugnest du eines der Dreien, kannst du nie wirkliche Freiheit erlangen, denn du wirst immer einen fluchtartigen Reflex in dir behalten. Kann man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überhaupt voneinander trennen wie weiße und/oder schwarze Socken?

    Ist oder wird dir ein Mensch wertvoll, weil er einfach als Mensch wertvoll ist und wird, kannst du ihn dann irgendwann reinen Gewissens abblocken, weil er/es nicht in dein Bild passt? Glaubst du dein Herz dann freier, wenn du in diesem Zwang denkst? Kommt es nicht sowieso, wie es kommt?! War das nicht schon immer so? Bist du denn nicht auch jetzt der Mensch und in genau dieser Entwicklung, weil du genau diese Erfahrungen machen durftest, die du machen musstest mit einem anderen Menschen?!

    Hör mal in dich rein: Wenn du in der Gegenwart einem Menschen eine Frage stellst, z. B. ob er sich mit dir trifft, schlägt dein Herz dann schneller bis du die Antwort hast, weil er vielleicht Nein sagen könnte? Ist das vielleicht ein Grund für dich, gar nicht erst zu fragen? Und würde er Nein sagen, egal aus welchem Grund, würde das deinem „Ego“ sehr weh tun? Bedeutet dieses „Nein“ für dich dann totale Zurückweisung deinerselbst? Hast du für die Zukunft Angst vor Ablehnung deiner Persönlichkeit, weil du mal Fehler gemacht hast und eben keinen perfekten Lebenslauf vorweisen kannst?

    As**ueller Kontakt zwischen Mann und Frau ist immer schwierig zu realisieren, egal ob bei Jung oder Alt oder Älter. Gute Freunde und Menschen als Begleiter kann man immer brauchen. Jeder Mensch trägt seinen eigenen Rucksack mit Problemen, aufgestauten Emotionen und Erfahrungen auf seinem Rücken und hat Dinge getan, die er vielleicht dann im Nachhinein doch lieber nicht getan hätte. Möglicherweise ist dieser Verbund zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder Zukunft durch diesen einen Menschen eine Möglichkeit, die Achtung deiner Vergangenheit wieder zu erlangen. Möglicherweise wird dieser Mensch einer deiner besten Freunde und Beschützer, weil er mit ähnlichen Erfahrungen als Mitbewohner kämpfen musste, wie du es einst als Frau getan hast.

    Ist es nicht viel schöner einfach loszulassen und sich DAS BESTE zu wünschen und damit überhaupt erst die Möglichkeit zu erschaffen, dass diese Wünsche wahr werden können. Die Natur ist an glücklichen und freien Menschen interessiert, denn diese werden sie niemals zerstören. Anerkenne was ist, im Vorher … im Jetzt … und im Nachher, dann kannst du Lächelnd Schritt für Schritt noch weiter und noch viel tiefer gehen, als du es dir selbst jetzt vorstellen kannst. Alles zu und in deiner eigenen Zeit.

    kk.

  • Da dürfte eine Menge dran sein, an dem, was Du schreibst, liebe Koketterie.

    Ein Korb, quasi eine nicht angenommene Einladung ist für mich schon lange nichts schlimmes mehr. Da habe ich gelernt es neutral zu sehen. Wenn ich jetzt eine Ablehnung bekomme, dann muss das morgen nicht ebenso sein. Wenn ich Lust habe zu fragen, so darf ich nicht voraussetzen, dass mein Gegenüber ein ähnliches Gefühl oder Verfassung bestitzt wie ich.

    Nein, auch mein Ego würde nicht leiden. Ich fühle mich in der glücklichen Verfassung, dass ich einfach "nur" sagen kann netter Kontakt, nicht mehr und nicht weniger. Was natürlich auch daran liegt, dass eine Beziehung für mich derzeit noch nicht denkbar wäre, dazu bin ich noch zu wenig "geerdet".

    Ich hätte noch nicht einmal Angst vor Zurückweisung meiner Person weil ich für mich einfach nur genieße dass ich "pur" sein kann ohne "Ausreden" ect. Ich gehe mal davon aus, dass wenn der Kontakt einschlafen würde, mir das alles als schöner Lerneffekt in Erinnerung bliebe, mir aber kein Herzeleid präsentieren würde.

    Das was Du schreibst gibt ganz neue Aspekte. Vielleicht ist so wirklich mein persönliches Aufarbeiten schrittweise möglich. Je nachdem wie hoch mein Vertrauen in das Gegenüber ist kann ich mehr oder weniger reagieren. Ist schon komisch, denn ich dachte quasi so ganz einfach, ich könnte diese Vergangenheit "abstreifen", na ja, das Leben zeigt mir gerade einen ganz anderen Weg.

    Der scheint gerade zu sein durch die Annahme des letzten Jahrzehnts in das nächste zu starten. Das Vergangene nicht als Balast zu betrachten sondern als einen Weg in Neues - siehe Berufsleben.

    Ich empfand es für mich selber einfach als sehr wertvoll alte Muster weg lassen zu können. Und einfach den Mut zu haben die Situation im Jetzt zu erleben - egal, was sie bringt. Das waren alles Dinge, die waren mir früher nicht möglich.

    Ich habe keine Erwartungshaltung mehr, das genieße ich für mich wahnsinnig. Ich freue mich über das, was das Leben mir anbietet, nicht mehr und nicht weniger. Fast alle "Dinge/Kontakte" früher waren bei mir geprägt von einer "Erwartungshaltung" egal in welche Richtung. Oder aber eine Gewinn-/Verlust-Rechnung, die ich nun nicht mehr spüre. Vielleicht habe ich das (auf-)rechnen verlernt ;)

    Es ist das, was Du ganz am Anfang sinnbildlich geschrieben hast mit "frei" "locker" "beschwingt" Eben das Gefühl vom "jetzt" ohne verbunden zu sein mit mehr. Ich denke einfach, das alles beschäftigt mich so, weil es ganz neue Impulse sind und auch bei mir selber eine ganz neue und andere Verhaltensweise. Es wird sich zeigen in wie weit das nur mich als Person betrifft und weitere Personen vielleicht gar nicht involviert sind. Das alles muss die Entwicklung zeigen, über deren Beginn ich einfach nur "dankbar" bin.

    Lieben Gruß und danke für die Gedankenanstöße, die ich aus dieser Sichtweite bisher nicht hatte (außer was den neutralen Kontakt zwischen Männlein und Weiblein betrifft, denn da bin ich Deiner Meinung. Aber vielleicht täusche ich mich auch hier :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hört das innere akute Leid auf den Leib zu schwächen und ihn damit zu sättigen, dann treten die tieferen Blockaden wieder zu Tage viel näher an die Oberfläche. Zum Beispiel Bindungsangst. Die Tage stelle ich fest, wie gehemmt ich mit Liebe zu anständigen Männern umgehe.

    Eingeschüchtert und mit nervöser verdünnter Natur reagiere ich auf diese Leidenschaften. Herzenswünsche, die ich zwar in mir trage und doch nicht traue sie nach außen zu tragen. Verklemmt würde ich mich bezeichnen.

    Mal unabhängig betrachtet von meinen Suchtfaktoren: Ich suchte Männer, die nach Gefahr rochen. Denen Verantwortung nichts bedeutete und die mir Geschichten „versprachen“, die von Anfang an Probleme mit sich brachten und von Anfang an keine Endgültigkeit zusicherten. So ist es wohl. Das Herz verlor sich nicht im Manne, sondern in der Geschichte, die Spannung verhieß.

    Jetzt in diesem Moment kommt es mir vor, dass das Herz nicht mehr verklebt ist von Schmerz und Traurigkeit, denn Zeit heilt. Möglich, dass das Herz nun danach strebt, neue Wege auszuprobieren. Wege, die der Verstand noch nicht bereit ist, sie zu gehen und es auch noch nie war.

    Es macht mir Angst und lässt mich nach innen flüchten. Eine Veränderung im Vorwärts gehen, die mich stehen bleiben lässt, die mich einklemmt. Angst auf unsicheren Beinen umzukippen und zu Fallen, ohne Sicherungsseil und ohne Sicherungsnetz, was Schmerz, Leid und Traurigkeit bisher immer für mich bedeuteten.

    kk.

  • Hey KK,

    wie geht es dir?

    hatt es uns zur gleichen Zeit wieder hierhergezogen. :lol:

    Manchmal liegts einfach irgendwie in der Luft, Bewegungen, Unruhe, Erlebnisse, die Zeit wird wieder reif...

    Dein Beitrag, denk ich, kommt auch hin, mit einer Sache, mit der ich auch die ganze zeit beschäftigt war.

    Du nennst es Bindungsangst hmmmmmmm..... bei anständigen Männern. Ist es nicht eher so das die anständigen Männer nicht das Herz berühren?
    Bei mir jedenfalls ist es so. Nach dem Verstand her, wäre alles soweit palletti, alles nett alles gut, könnte man ne Beziehung führen.
    Aber nur mit dem Verstand? :shock:
    Ne, geht bei mir nicht, ist nicht drinn.

    Nun die Frage, sind es dann doch die Falschen? oder eigentlich die Richtigen weil sie ja einem nicht in das Gefühlschaos stürzen.
    Sobald die Liebe wirklich zuschlagen würde, müsste ich mich erstmal Fragen, oh mein gott, wo ist der Suchtfaktor... welche Diskrepanz oder Sucht hat dieser Mann, dass mein Herz ausschlägt.

    Nun ja, mal sehen bis jetzt ist mein Herz noch nicht wieder ausgeschlagen, wird es das jemals wieder?

    Wir werden sehen.

    *Fühl dich gedrückt*

    Alles Liebe
    Verflixt

  • Liebe verflixt,

    habe öfter mal an dich gedacht und mich gefragt, wie es dir wohl so ergehen mag. Freu mich sehr, dich hier bei mir zu lesen. Ja unruhige Zeiten hatte auch ich. Viele Erlebnisse der positiven als auch negativen Art, die sich in den letzten knapp 3 Monaten in meinem Leben ereigneten. Wie geht es mir? Gute Frage. Bis vor einer Woche hätte ich dir geantwortet, ich fühle mich emotional gefestigt. Es geht mir gut. Fragst du mich heute, wie es mir geht, dann sage ich dir, ich fühle mich nach Irgendetwas zwischen merkwürdig (nach innen) und verklemmt (nach außen).

    Seit ein paar Wochen werde ich von einem dieser offensichtlich (dazu später) anständigen Männer umworben. Das macht mich innerlich nervös und zeigt mir mal wieder, ok, da ist Etwas, was „da“ ist, schon immer da war: Etwas, dass ich bisher schwer be- und umschreiben konnte und wofür ich nun meine Definition gefunden habe: Bindungsangst.

    Die entscheidende grundsätzliche Frage, die sich bei mir oben an die Spitze drängt: ist dieser Mann der Richtige. Dabei meine ich hier nicht den Verstand, der dir sagt, ja der wird dich gut behandeln, dir die Welt zu Füssen legen, keine Drogen nehmen etc., sondern bin ich verliebt in /liebe ich diesen Mann. Ja, ob das Herz berührt wird und es ausschlägt oder auch anspringt, ist vielleicht eine gute Umschreibung. Aber ich mutmaße, dass diese Frage verneinend damit nicht zu beantworten ist, dass mein Gegenüber „anständig“ ist und mich SOMIT gebührend behandelt.

    Jeder Mensch ist doch „unanständig“ in sich. Nur die Darstellung nach Außen und die Betrachtung von Innen unterscheiden sich jeweils. Der Eine trägt es vielleicht durch Drogenkonsum nach Außen; der Zweite behandelt Frauen / Menschen wie welkes Fleisch; der Dritte ist erkennbar depressiv oder desolat im Leben und ein Vierter schweigt vielleicht über seine dunklen und dreckigen Seiten und sie zeigen sich schleichend nach und nach oder auch irgendwann explosionsartig …. Individuell nach der Geschichte und dem unverdauten bzw. unverarbeiteten Rucksack des Einzelnen (meint die jeweils eigene innere Betrachtung).

    Dass ich mir einen Partner suchte oder ich ihn mir vielleicht suche, der einer oder mehrer Süchte verfallen ist, ist für mich eigentlich nur ein Symptom meiner eigenen Sucht. Bei einem solchen Menschen kann ich diese nämlich unglaublich gut ausleben ohne auf mich selbst schauen zu müssen. Und behandelt er mich dann auch noch schlecht ist dies doch sozusagen ansich nur ein Paradebeispiel dessen. Aber ob das was mit wirklicher Liebe zu tun hat, wage ich zu verneinen. Genauso wie ich es verneinen würde, wenn ich mir Jemanden suche, der mich auch - ohne Drogen zu konsumieren - schlecht behandelt.

    Ich schreibe auch gerade über das Thema „Mein Suchtgedächtnis“, was das alles umfassend für mich bedeutet und für Konsequenzen nach sich zieht. Vielleicht stelle ich das demnächst auch mal online, aber ich bin noch nicht fertig mit dem Durchdenken. Vorstellbar ist so für mich Bindungsangst die große Überschrift des ganzen Buches und erhält in jeweilig momentaner Zeit gesehen viele kleine gesonderte Überschriften zu vielen beinhaltenden Kapiteln. Die geht nämlich meiner Meinung nach viel tiefer und ist abgründiger.

    Gefallen wollen und damit verbundene Selbstkontrolle (teilweise definiert als Gegenrechnung und damit als gutes Mittel, um Wachstum zu erlangen) aber auch definiert als Überwachung und damit Grenzsetzung (was genau das Gegenteil bewirkt von dem was ich erreichen möchte). Unsicherheit, ob ich sein will, wie ich bin oder durch meine Entwicklung werde (merkwürdig nach innen) und Angst Kontrolle abzugeben und zu Fallen ohne eine Sicherheit aufgefangen zu werden (verklemmt nach außen). Genau so würde ich gerade jetzt meine Stimmung erklären, die mich derzeit ständig in irgendeiner Form gedanklich und gefühlt verschlingt.

    Eine Stimmung die ich sicherlich auch als Anerkennungsproblem (von allen geliebt /gemocht werden zu wollen) definieren würde und ich somit auch ganz klar behaupten würde, mich plagt mal wieder mein Definitionsproblem, ich also versuche, mich über äußere Faktoren zu definieren und nicht über mich selbst (alles Kapitel dessen und auch nur einige von Vielen, was Bindungsangst gerade für mich bedeutet).

    Im Umkehrschluss besagt das für mich im Innen: Den Anderen zu nehmen, wie er ist. Und nicht, wie ich ihn haben möchte! Und ich dann angemessen reagiere. Was bedingt, dass ich gelernt habe oder ich gewillt bin, mich selbst so zu nehmen, wie ich bin, sich selbst anzunehmen mit all meinen Macken und meinen Grenzen (was mir derzeit sehr sehr schwer fällt und was wiederum bedingt, dass man sich selbst mit sich beschäftigt und sich selbst den Raum und die Zeit nimmt, sich selbst anzuschauen und zu erkennen, auch wenn es weh tut und das tut es meist immer).

    Eine Erklärung die ich finde und die in Bezug auf Bindungsangst sicherlich fast immer und von Jedem unterstrichen und fett gedruckt angekreuzt werden kann, ist dass wenn man als Kind nicht geliebt wurde, man ein Erwachsener wird, der nicht lieben kann. Und doch wird diese Argumentierung ungültig, wenn man aus Kinderschuhen hinaus wächst und „Schuldfragen“ ursprünglich nur noch im eigenen Selbst beantwortet werden können und ein Weitergehen voraussetzt, dass bewusst oder unbewusst übertragene Schuld umgewandelt wird in eigene Verantwortlichkeit. Was wiederum bewirkt, dass sich eine innere Stärke entfaltet, die dann erst im Außen angewandt werden kann.

    Arg ausgeholt hoffe ich, dass meine Gedanken dazu jetzt mehr oder weniger verständlich sind.

    Aber liebe verflixt, wie geht es dir?

    Liebe Umarmung

    kk.

  • Hallolle kk,

    Zitat

    Bis vor einer Woche hätte ich dir geantwortet, ich fühle mich emotional gefestigt. Es geht mir gut.

    Ja da können wir uns die Hand geben. Aber der Schlag kam wieder, emotionale Abgleitungen ins Bodenlose, hatte bisschen gedauert bis ich überhaupt registriert und mich da wieder rausgezogen hatte.

    Wie geht es mir....*überleg* eigentlich schon "gut". Im Außen: neuer Job gut, Kind gut, Finanziell bissl eng, aber ich arbeite drann, nette große Wohnung, der Frühling soll kommen... :lol:
    Im INNEN: weniger... war wieder abgelenkt von mir selbst, nun zwinge ich mich dazu wieder hinzuschauen (hab die Ablenkung, die Verstandsbeziehung) beiseite gelegt. Immer noch innere Unruhe, ein Warten auf was? Etwas an gleichgewicht verloren, Zerrissenheit, lebe verschiedene Leben, die Jobebene, die Mutterebene, die Ich-ebene kommt im Moment etwas zu kurz, auch aus den Möglichkeiten heraus.
    Resultiert daraus ein gesamtbild als Mensch, bin ich das zusammengesetzt aus verschiedenen Rollen? Ich beobachte mich im Moment aus der vogelperspektive. Mal sehen, was dabei raus kommt.

    Also in meinen Worten ausgedrückt, würde ich deinen Beitrag im Moment so interpretieren, dass du das Gefühl hast an einer Schwelle zu stehen, etwas Altes hinter dich zu lassen und dich auf ein Neues Leben, strukturen einzulassen, ob dir gefällt was du da siehst und kommen wird, davor schreckst du etwas zurück. Die Ungewissheit, verbunden mit Kontrollverlust und einfach so sich hingeben können, so wie man ist.

    Im Gegenzug dies auch annehmen können, ohne zu "machen". Sondern so wie es ist.

    Bindungsangst auch in dem Sinne, es könnte tatsächlich eine Gesunde Partnerschaft gelebt werden, was sofort die Rücklaufautomatik bzw. Panikattacken auslöst.

    Aber mal ehrlich, wurde dein herz berührt, von diesen potentiell Umwerbenden?, das interessiert mich wirklich.

    Und wie machst du dass dich so zu überblicken zu analysieren? Kommt das bei dir im Moment, in Begegnungen, oder erst zu Hause im stillen Kämmerlein?

    Eigenverantwortung, ja für sich und sein Leben. Erst mal muss man sich ja mit sich auseinandersetzen und das überhaupt mal erkennen, wo man selbst verantwortung übernehmen kann und wo nicht, wer gibt schon gern zu das er nicht lieben kann, tatsächlich? Sind da nicht eher die nicht Richtigen daran schuld. Hat einem das Schicksal einfach noch nichts wirklich gutes vorbeigeschickt...und im Endeffekt dreht sich doch wieder alles nur um die Liebe...zu sich selbst, zu anderen, zu etwas, zu was, zu jemandem.... :wink:

  • Hallo koketterie,

    ich glaube, wir stecken in einem Teufelskreis. Wir haben selbst Angst davor, uns zu binden, weil wir dann verlassen werden könnten. Also suchen wir uns Menschen (Alkis?), die selbst nicht bindungsfähig sind. Somit haben wir ein Risiko schon mal ausgeschaltet. Zudem sind abhängige Menschen wenig liebevoll, wenn sie trinken. Also müssen wir uns bemühen, dass sie uns lieb haben. DAS KENNEN WIR! Denn in der Regel sind wir aufgewachsen mit der Erkenntnis, dass wir nur geliebt und angenommen sind, wenn wir etwas leisten. Oder aber wir kennen es, aufgrund unserer Leistung immer das brave Kind gewesen zu sein. Also auch hier wieder – Anstrengung. Wenn dann plötzlich ein „Anständiger“ kommt, der uns die Welt zu Füßen legen will, ohne dass wir uns anstrengen müssen, können wir das überhaupt nicht begreifen. Es ist uns fast langweilig, weil der Thrill des Anstrengens, des sich um den Andern Bemühen einfach nicht erforderlich ist. Und da wir uns selbst nicht wirklich lieben, können wir nicht begreifen, dass da jemand ist, der uns mag – einfach so, ohne dass wir uns dafür anstrengen müssen. Eine vollkommen ungewohnte Situation für einen Co-Abhängigen! Ich glaube, es ist nicht das Herz, das sich nicht angesprochen fühlt. Es sind deine alten Strukturen, die sich plötzlich absolut überflüssig fühlen und dir daher signalisieren, dass ein Mann, für den du dich nicht anstrengen musst, auf keinen Fall der Richtige sein kann. Mir geht es ganz ähnlich. Ich kann also nachvollziehen, was in dir vorgeht. Die Strukturen und ihre Wirkungsweise hab ich schon erkannt. Leider kann ich sie noch nicht einfach ad acta legen. Trotz jahrelanger Arbeit, aus der Co-Abhängigkeit heraus zu kommen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • So ein bischen ähnlich gedacht habe ich wie Ette.

    Wenn ich mir überlege, wenn ich früher meinte ich wäre verliebt, dann waren Flugzeuge in meinem Bauch und nichts konnte mir schnell genug gehen und war es dann soweit, eine Beziehung entstanden, dann hing man/frau wie Klette aufeinander. Ein Muster und Gefühle, die ich kenne - die für mich normal waren. Die Angst abgelehnt zu werden, den anderen zu verlieren und und und

    Das was ich fühlte war wohl ich - aber Liebe war es nicht - Geborgenheit auch nicht.

    So, nun weiß ich aber nicht wie sich das stabile, gesunde, ehrliche anfühlt.

    Vielleicht ganz anders? Vielleicht fremd, weil keine Flugzeuge da sind?? Vielleicht "langweilig" weil diese Angst des Verlustes nicht da ist?? Vielleicht unnatürlich weil so anders??

    Ich kann es noch nicht sagen, weil das Thema Beziehung für mich zu weit weg ist. Allerdings merke ich dass mich ein Mensch interessiert. Und da merke ich ein gänzlich anderes Verhalten als in der Vergangenheit: keine Eile, keine Ziele, keine Erwartungen. Treffen, unterhalten, nicht mehr nicht weniger.

    Die Ausgangsbasis dürfte ganz sicher selbige sein, wie zu den Zeitpunkten wo ich dachte verliebt zu sein. Aber der Weg den ich jetzt gehe, ist ein komplett anderer.

    Zwischendurch erwische ich mich immer mal wieder bei alten Gedanken, die aber jetzt für mein Leben nicht mehr stimmig sind. Noch etwas habe ich abgelegt: diese Gewinner oder Verlierermentalität, die ich früher hatte.

    Ich denke, liebe Karotte, es ist ein ganz langsamer Weg, auf dem wir "einfach" nur uns spüren müssen. Allerdings erscheint mir das eben auch nicht so einfach zu sein. Selbst dann, wenn ich mich spüre - und weiß fühle ich mich gut oder nicht, so verunsichern mich äußere Einflüsse.

    Da scheint es so zusein, dass ich mir selber nicht genug traue und noch nicht stabil genug für tiefere Kontakte bin. Warum sonst, bin ich geschockt, wenn ich auf diese Peson angesprochen werde? Mal sehr positiv, aber auch mal negativ. Zum ersten bin ich erschreckt warum man/frau mich überhaupt auf einen flüchtig bekannten Menschen anspricht. Dann frage ich mich "warum eigentlich wird da jemand schlecht gemacht" und schon stehe ich da wie ein Fragezeichen....

    Du siehst also, liebe Karotte, mir geht es zuweilen ebenso fragend wie Dir, auch wenn ich nicht in der aktuellen Situation stehe tiefsinniger werden zu müssen.

    Ich denke sehr wohl, dass Menschen, die zu wenig Liebe gespürt haben in der Lage sind dieses selber zu lernen, umzusetzen, zu geben und zu nehmen. Der Weg dahin wird vielleicht ein anderer sein, ich schätze aber sehr intensiv mit sehr lebendigen - und wohl auch schönen - Erlebnissen.

    Wie Du so schön schreibst, wenn ich mich aktzeptiere wie ich bin, kann ich auch den anderen so nehmen wie er/sie ist. Das heisst dann auch für mich der Zeit und den Geschehnissen ihren Lauf lassen.

    Zwar habe ich für mich ein bischen das Gefühl, dass das Leben mit derzeit "leicht verarscht" weil ich ständig auf diese Person gebracht werde. Heute sogar innerhalb eines Gespräches mit einem Fremden, den ich im Wartezimmer traf. Ich denke mal, da liegt eine Lektion für mich begraben, wohin auch immer die führen mag. Ich erzähle dem fremden, älteren Herrn wo ich wohne und schwupps kommt "ich kenne denn, blablbla der wohnt im Haus meiner Tochter"....

    Ich glaube, liebe Karotte, wir alle bekommen unsere Lernwege, die uns z um Ziel führen. Der den ich vermutlich gerade zu gehen habe ist keiner, den ich ausgewählt hätte. Aber das Leben fragt mich nicht was ich möchte sondern es scheint mich dahin zu führen wo ich noch Soll-Stellen habe, die gefestigt werden müssen.

    Liebe Karotte, ich wünsche Dir ganz viel Seelenruhe für Deine Ruhe. Ich kann mir vorstellen, dann löst sich so manches von alleine.

    LIeben Gruß von Dagmar

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