Beiträge von Roa

    Hallo Mommy,

    das Selbstmitleid, das du beschreibst ist Teil ihrer Krankheit.
    Sie sucht Schuldige und versucht euch emotional unter Druck zu setzen, um deine Familie in die Co-abhängigkeit zu führen.
    So sehe ich das.

    Also brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben auch wenn sie nichts getrunken hat und du sie nicht einladen willst.
    Sag ihr du willst sie nur dabei haben, wenn sie trocken ist und das bedeutet nicht nichts zu trinken, sondern die Sucht zu erkennen und zu bekämpfen, dazu gehört also auch Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und das Selbstmitleid abzuwerfen.
    Erklär es ihr so, wahrscheinlich wird sie es nicht annehmen und verstehen wollen, aber du brauchst dich dafür nich vor ihr zu rechtfertigen. Ich denke deine Familie würde dabei hinter dir stehen.

    Naja, das wäre zumindest eine Möglichkeit.

    Lieber Gruß, Roa

    Hallo Gabrielle!

    Es ist verständlich, dass dich das beschäftigt und dass es für dich schwer ist mit dem schlechten Gewissen deiner Kinder gegenüber klar zu kommen.

    Zitat

    meine Kinder sind nicht so alt nun wie ihr aber es zerreisst mir fasst das herz wenn mein Sohn nun 8 Jahre alt sagt zu mir Mama ich bin so froh das du nimma krank bist.

    Aber wenn dir dein Sohn dir sowas sagt, dann solltest du das als bestätigung sehen, dass du den richtigen Weg gewählt hast. Lass die Vergangenheit hinter dir. Schau nach vorne du hast noch ein wunderbares Leben vor dir und auch noch eine lange Zeit mit deinen Kindern bevor sie erwachsen werden und immer mehr ihre eigenen Wege gehen.

    Meine Mutter trinkt schon seit meiner frühsten Kindheit, ich bin jetzt 19, sie hat mir damit viel angetan, aber wenn sie es doch herausschaffen würde aus dem Teufelskreis, wieder ein gesundes, glückliches Leben führen könnte, es würde mich bloß froh machen.

    Ich denke deine Kinder haben dir schon längst verziehen, nun musst du dir noch selbst verzeihen.

    Gruß, Roa

    hey!

    scheint, als ob du was das Essen betrifft auf einem guten Weg bist. das freut mich.

    Zitat von Lady_Jade

    Ich kann es mit meinem gewissen nicht vereinbaren einfach zu gehen - auch wenn ich weiß, dass das totaler schwachsinn ist und ich nicht verantwortlich bin. aber da geht es auch weniger um meine mutter, mehr um meinen vater... ich will ihn mit ihr nicht alleine lassen.

    Ich bin vor kurzem ausgezogen und ich muss sagen, dass es mir sehr, sehr gut getan hat. Ich habe mich auch vorher schon sehr von meinen Eltern distanziert, aber für mich war das ein letzter notwendiger Schritt. Ich habe auch momentan kaum Kontakt zu meiner Mutter. Ich glaube nicht, dass sich bei ihr noch mal etwas tuen wird, aber wenn dann wäre das einzige was sie noch wachrütteln könnte sicher, dass sie nun allein mit sich ist und dass sie vor der wahl steht: der alkohol oder ihre kinder, noch viel mehr als früher. aber wie gesagt ich denke da ändert sich nichts mehr.

    viel entscheidener für dich scheint ja dein vater zu sein. und du beschreibst ja selbst, dass er co-abhängig ist. du solltest vielleicht mal mit ihm darüber reden, denkanstöße geben und vielleicht dazu raten sich über diese krankheit zu informieren (denn auch co-abhängigkeit ist wie der name schon sagt eine sucht und zwar eine ernstzunehmende!), dennoch auch hier, dein vater wird da nur rauskommen, wenn er das auch will.

    Deine Eltern sind für ihr Leben selbst verantwortlich. Und als Kinder von Alkoholikern übernehmen wir diese verantwortung sehr früh, meinen ihnen helfen zu müssen, schuld zu sein etc.

    Es ist nicht nur deine Mutter, die für sich selbst entscheiden kann und muss ihr Leben in die Hand zu nehmen, sondern auch dein Vater. Unterstützen kannst du sie beide, aber das heißt nicht unbedingt bei ihnen bleiben im gegenteil, manchmal bewirkt das verlassen werden viel mehr.

    ich denke da kannst du hier in diesem forum viel von trockenen alkoholikern und co-abhängigen erfahren.

    grüße, Roa

    Liebe Lady_Jade,


    gut, dass du dich dazu entschlossen hast deine Geschichte zu erzählen, ich denke du hast selbst beim schreiben gemerkt, dass schon das einen unheimlich weiterbringt.

    Zitat von Lady_Jade

    Niemand merkt das Problem. Niemand. Sie bekommt ihren Haushalt geregelt, sie geht arbeiten. Sie entspricht nicht dem klicheehaften Bild eines Alkoholikers und trinkt weiterhin geschützt in ihren eigenen vier wänden und leugnet. Sie hat es absolut perfektioniert, ihre Sucht geheimzuhalten. Selbst vor Arztterminen lässt sie mindestens eine Woche lang die Finger von allem (was mein Vater natürlich als beweis sieht, dass sie es durchaus schaffen kann, die finger wegzulassen).

    Was du da beschreibst, dass ist wahrscheinlich sogar eine der häufigsten Variationen des Alkoholismus.

    Zitat

    Es ist einfach unglaublich kompliziert. Ich habe sogar das gefühl, dass ich einen Roman schreiben muss um euch die möglichkeit zu geben euch ein bild zu machen.

    das geht mir auch immer so, uns allen hier. is gibt einfach unheimlich viele einzelheiten und details und jedesmal wenn man das gefühl hat es für sich selbst durchblickt zu haben, dann kommt was neues hinzu.

    Zitat

    Aber was tut man, wenn man mit Worten nicht mehr weiterkommt? es war meine art zu schreien und hilfe zu bekommen - die ich nie bekam.

    Hast du immer noch Probleme mit Selbstkontrollzwang was Essen betrifft oder in anderen Bereichen? Wie geht es dir jetzt?
    Sie wollen sie nicht sehen, die hilfeschreie, das glaube ich inzwischen. Als ich klein war habe ich in den Kalender geschrieben ich wolle sterben, meine Eltern wurden aufmerksam, aber nach einer kurzen Konfrontation und lachhaften Erklärung meinerseits entschied mein Vater das Vorkommnis zu vergessen.
    Bei mir war es nie das Essen, aber es gibt hier einige andere die ebenfalls Probleme damit haben oder hatten.

    Wohnst du noch zu Hause?

    Lieber Gruß, Roa

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter...

    Hallo Schnuddel,

    tut mir Leid, dass dein Vater verstorben ist und so eine große Leere hinterlassen hat.

    Was du beschreibst mit den Erinnerungen an die guten und die schlechten Tage, das kann ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn es mir schwer fällt mich an die wirklich guten zu erinnern, da war ich noch so klein.

    Ich denke es gehört einfach dazu, zur Verarbeitung seines Todes.

    Du musst dich nicht nur damit auseinandersetzen, dass du einen geliebten Menschen verloren hast, du musst viel mehr noch mit all der Wut und all dem Hass dem du ihm gegenüber auch empfunden hast klar kommen.

    Sei geduldig mit dir selbst dabei, das ist sicher nicht leicht.

    Was deine Mutter betrifft, meinst du ihr könntet euer Verhältnis verbessern, wenn ihr einmal offen und ehrlich über die Scuht deines Vaters und die Gefühle die bei seinem Tod bei dir aufgekommen sprecht? Zu schweige, etwas vorzuspielen, unehrlichkeit...das ist alles sehr häufig in Familien in denen ein Teil ein Alkholproblem hat, ich denke häufig kann ein wenig Ehrlichkeit unheimlich viel verändern, aber ich kenne deine Situation nicht so genau und du selbst musst das sicherlich am besten wissen.

    Ich habe auch eine Schwester und wir sind glücklicherweise zur etwa selben Zeit ausgezogen. Und eins weiß ich genau (egal wie viele noch so wunderbare freundschaften ich habe) sie ist die wichtigste person in meinem leben. ich kenn deine schwester und euer verhältnis natürlich nicht, aber meinst du nicht sie hat sich vielleicht auch immer ein wenig schuldig gefühlt euch zurückzulassen. Auch hier könnte vielleicht ein offenens gespräch unheimlich viel verändern. Ich glaube ihr zu verzeihen, dass könnte auch dir gut tun und dich weiterbringen.

    Aber wie gesagt, du musst für dich wissen und entscheiden, ob du das willst. Das soll nur ein gedankenanstoß sein, jeder von uns mag eine ähnliche geschichte haben, aber es gibt trotz allem enorm viele unterschiede, das eine mag für den einen ein guter und wichtiger schritt sein, der andere wird glücklicher, wenn er in die entgegengesetzte richtung geht.

    oje, das ist ja alles ganz schön philosophisch geworden, das wolle ich gar nicht.

    einen schönen Sonntag! Roa

    Hallo Steffi,

    schön, dass es dir momentan wieder richtig gut geht :)

    Zitat von Steffi1301

    Meine Beziehung und meine Freundschaften sind doch gerade die Oasen für mich, die eben nichts mit meinem Elternhaus zu tun haben. Da kann ich zwar drüber reden, aber irgendwann muss es auch wieder gut sein.

    ja, genau darauf wollte ich hinaus. hatte dieses wochenende eine Freundin da, mit der ich sehr viel geredet hab über alles was meine Familie betrifft und vor allem wie's mir momentan geht und wie ich das gefühl habe voran zu kommen. das hat sehr gut getan, aber ich achte auch immer darauf, dass ich nicht nur meinen mist bei ihr abladen. wenn ich mich mit freunden treffe, will ich auch spaß haben und frei von meiner familie sein. ich denke man muss da einfach den richtigen mittelweg finden. und wenn dein freund jetzt erst das andre buch zu ende liest und dann deins, na das klingt doch nach einem guten kompromiss ;)

    leicht ist es nicht sich klar darüber zu werden was für ein verhältnis wir EKAs zu unseren Eltern wollen und vor allem gehören da manchmal schwere entscheidungen dazu und häufig auch welche die außenstehende nicht verstehen (kontaktabbruch). aber das wirst du sicher noch für dich herausfinden.

    Zitat

    Ich muss mir schließlich nicht den Kopf über SEIN Leben und SEINE Zukunft zerbrechen.
    Ich glaube nämlich, dass das momentan mein Problem ist. Ich mache mir mal wieder viel zu viele Sorgen und Gedanken um alles mögliche und andere Leute und wo bleibe ich??

    gut erkannt ;) sich immer um das leid und die zukunft anderer kümmern, das ist nicht unsere aufgabe. wir sollten uns um unser wohl und unsere zukunft kümmern, das ist der bessere ansatz.

    natürlich darf man sich gedanken machen und anstöße geben, aber letztenendes trägt jeder die verantwortung für sein eigenes leben

    ein satz der mir sehr lieb geworden ist in letzter zeit. über die letzten jahre hinweg ist mir immer mehr bewusst gegeben, dass ich nicht die verantwortung tragen muss für das leben meiner eltern, aber erst in den letzten wochen seit ich ausgezogen bin habe ich sie wirklich losgelassen diese verantwortung. und ich merke jetzt es tut mir unheimlich gut. :)

    und darum habe ich nicht vor, diese belastung für irgendwen anderen (freund etc.) auf mich zunehmen. ;)

    Ich hoffe du hast auch noch einen schönen, entspannten sonntag.

    liebe grüße und schönen abend, roa

    Hallo ihr alle!

    ich denke viele von uns haben gemein, dass früher stets der vorsatz da war NIEmals was zu trinken, denn dafür verachtete man ja schließlich vater/mutter und dann natürlich die eigene angst abzurutschen.

    aber wie marya sagt, wichtig ist, dass wir uns mit unsrer entscheidung zu dem thema wohlfühlen, ganz unabhängig von anderen. und eben auch von mutter und vater, schließlich sind wir nicht wie sie.

    und statt nur auf alkohol zu achten und sich darum zu sorgen, darf man andre suchtarten nicht vergessen, es muss ja nich der alkohol sein.

    wenn andere fragen warum ich nichts trinke, auch gern mal im vorwurfsvollen ton. sage ich "ich möchte nicht." das muss reichen, ich lasse mich auf keine diskussionen zu dem thema ein. und wer deswegen nichts mit mir unternehmen will, na mit so jemanden will ich gar nicht erst was zu tun haben.

    gruß, Roa

    Hallo Steffi,

    diese Zeilen von dir habe ich heut nachmittag gelesen. Ich hatte dann keine Zeit mehr noch zu antworten, aber habe sie im Kopf behalten als ich vorhin Kommilitonen von mir getroffen habe.

    Zitat von Steffi1301

    Es war glaube ich einfach wichtig, dass ich mir letztes Wochenende den guten Vorsatz gemacht hatte und es lief automatisch. Wenn ich was Schlechtes gedacht habe, hab ich versucht, es durch was Gutes zu ersetzen. Und ich beobachte auch andere und rufe mir immer wieder ins Gedächtnis, dass nun mal niemand perfekt ist, aber jeder liebenswert. Das ist ganz schön schwierig...

    und ich muss sagen das hat mir sehr weitergeholfen :)
    Eigentlich ist das auch meine Einstellung dazu, ich gehe eigentlich positiv an Dinge ran, aber manche Dinge verliert man aus den Augen und da hilft es wirklich sehr sich sowas immer wieder ins Gedächnis zu rufen.

    Ich hatte heute Vormittag nämlich eher einen schlechten Tag was mein selbstwertgefühl betrifft, paradoxer Weise, denn eigentlich habe ich mich mit vielen Leuten getroffen, unterhalten, gelacht und ich war offen. Aber das böse stimmchen wollte mich trotzdem nicht alleine lassen.

    Und dann heute abend habe ich ganz bewusst versucht nett und offen zu sein, aber mir vor allem das ein oder andre mantra immer wieder selbst zu sagen "du bist etwas wert" etc. während mich heute morgen der satz "du bist nicht gut genug" nicht verlassen wollte.

    Ich glaube fest, dass Menschen die sich selbst akzeptieren und lieben so wie sie sind am besten fähig sind anderen liebe zu geben und auch auf andere toll wirken. Naja, das ist mein Ziel...irgendwann. Aber ein Schritt nach dem anderen. Heute habe ich das Gefühl einen weiteren gemeistert zu haben, etwas was sich bei mir verkrampft hatte gelockert zu haben.

    Lange Rede kurzer Sinn, ich denke deine Worte waren sehr richtig und es ist sehr klug von dir das auch anzuwenden habe ich eben aus erster hand erfahren können ;)

    Das mit der Email deiner Mutter, ich finde da hast du gut reagiert. Sie sollen sich da nicht reinziehen, das steht ihnen nicht zu.
    Und dass es einen eben doch trifft, nun gut, das geht uns allen so. Das wichtige ist lernen damit umgehen zu können. Sich von den abhängigen (alkohol- oder co-) Eltern zu lösen bedeutet ja nicht nicht mehr zu lieben, verletzt zu werden oder wütend zu sein. Meiner Meinung nach ist es vielmehr ein Zusammenspiel zwischen Gefühle zulassen, VERARBEITEN und damit abschließen und dann Distanz dazu aufzubauen. und vor allem auch die eigenen Gefühle und die Zusammenhänge mit den Krankheiten zu VERSTEHEN. sich etwas bewusst sein, ich denke das ist ganz wichtig. Das heißt nicht das man nicht mehr fühlt, viel mehr, dass man seine gefühle besser einschätzt und einordnet und darum damit umgehen kann und verzweiflung unglücklichsein oder sogar depression nicht überhand gewinnt. (könnte man auch auf das selbstwertgefühl und die 'mantras' anwenden, diese theorie)

    aber das war jetzt sehr weit ausgeholt. tut mir leid, dass mit deinem freund. klingt so als gäb es da so manche baustelle an der es im moment zu arbeiten gilt. mit dem buch. auf der einen seite, ja, er sollte interesse an dir zeigen und merken was dir wichtig ist und wenn du sagst dass er sich auch ansonsten momentan eher treiben lässt und wichtige dinge und probleme ausschließt...aber ich finde auch, man sollte eine beziehung nur zu gewissem maße mit all dem belasten, wobei ich nicht im geringsten aus erfahrung spreche. man sollte ehrlich sein können, man sollte trost finden, aber der partner nicht zum therapeut werden und vor allem nicht zur einzigen bezugsperson für dieses thema. das könnte bei einer trennung dazu führen, dass die vergangenheit von neuem auf einen einstürzt. aber das ist noch mehr theorie, als ersteres.

    ich habe da meinen gedanken einfach mal ein wenig ihren lauf gelassen

    Zitat

    Ich glaube, ich muss im Moment erst mal mit meinen Gefühlen klar kommen und rausfinden, was ich wirklich will und was mir wirklich gut tut und welche Gefühle quatsch sind und welche richtig. Ich find es echt so besch..., dass das jetzt alles wieder anfängt, mich zu belasten.

    Das hast du Recht nimm dir Zeit dazu!

    Zitat

    In den Ferien lief alles so toll oder bin ich einfach nur vor der Realität weggelaufen, hab mich in Fernsehserien geflüchtet, statt mein eigenes Leben zu leben?? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es anpacken muss, alles andere wird sich zeigen.

    naja, wer flüchtet nicht gerne mal und gerade in den ferien hat man sich entspannung und ablenkung verdient, sei nicht zu hart mit dir :)

    und jetzt einen schönen abend, bzw. eine gute Nacht

    und lieber Gruß, Roa

    Zu den Fotos, die muss deine Mutter selber wegschmeißen, wenn sie das will. Es sind nicht die Fotos sondern ihr Wille der entscheidet, ob sie rückfällig wird. Das kannst und solltest du nicht für sie übernehmen.

    Nein gekocht werden sollte nicht mit Alkohol meiner Meinung nach. Darauf wird dein Stiefvater jawohl noch verzichten können.

    grüße, roa

    Zitat von Steffi1301

    Und ich hab mir noch was überlegt: Einerseits hatte ich immer die bessere Beziehung zu meinem Vater bis ich rausgefunden hab, dass er Alkoholiker ist. Danach begann eigentlich ein richtig böser, schwieriger Prozess, in dem ich mich von ihm distanziert hab. Schon mit 13/14, dann die Annäherung während seines Entzugs. Und jetzt ist unsere "Beziehung" auf ein absolutes Minimum reduziert, das heißt, an manchen Tagen seh ich ihn nicht mal und mehr als "Tag" hab ich schon ewig nicht mehr mit ihm geredet. Andererseits hab ich mich früher schom immer verantwortlich für die Beziehung meiner Eltern gefühlt.

    ich weiß schon was älter der post, aber da sagst du was, das könnte auch von mir stammen, auf meine mutter bezogen und meine schlußfolgerung ist dieselbe, es ist nich dass ich an meiner mutter hänge, was mich belastet, viel mehr die wut, das unnatürliche daran, eben keine enge beziehung mehr haben zu wollen.

    und schöner vorsatz mit dem positiv denken :), da geb ich mir auch größte mühe mit.

    die guten alten selbstzweifel sie lassen uns einfach nich in ruhe. es gibt einfach die tage an denen da ist man schon richtig weit und wertschätzt sich selbst und dann sind da die tage an denen jeder blick von jedem mitstudenten, etc., als verachtung gedeutet wird. jeder satz mich dazu verleitet zu denken der oder die mag mich nicht und immer wieder "kein wunder, dass du keinen typen abbekommst", mir zumindest geht es so. das wichtige ist, dass die guten tage überwiegen.

    lieber gruß, roa

    Zitat von Aldalas

    Aber ich frage mich: Was bringt es, wenn ich ihn sozusagen überrede, sich professionelle Hilfe zu suchen, aber er vielleicht gar nicht dahintersteht? Er muss es doch von alleine wollen. Warum sollte ich dann also meine Kraft und Energie damit verschwenden? Mir ist in den letzten Tagen echt noch mehr als je zuvor bewusst geworden, dass ich ihm ja kaum helfen kann, ER ist für sich und sein Problem verantwortlich!

    da fragst du dich das richtige. es bringt nichts, er muss es selbst wollen und wenn ers will. dann kann er auch selbst nen therapeuten ausfindig machen, spar dir deine energie für dich :)

    Hallo Moony,

    das ist ein schweres Thema was du da ansprichst und vieles was ich dazu zu sagen haben findet man auch in meinen threads (die ersten schritte auf einem langen weg; alkoholkonsum im bekanntenkreis)

    Aber ich erzähl einfach mal wie ich damit umgehe momentan.
    Ich habe bis vor etwa 2 jahren mit der einzigen ausnahme meiner Konfirmation gar keinen Alkohol getrunken.
    Bei mir waren nie Ekelgefühle im Spiel oder so, ich habe gesehen was Alkohol anrichtet und wollte das für mich selbst nicht, ich hatte also vor allem Angst.

    Irgendwann, als auch altersbedingt immer mehr in meinem Umfeld getrunken wurde und es in sofern präsenter war, habe ich für mich entschieden es auszuprobieren, zu sehen was es is. Zu lernen es zu kontrollieren. Mein Ziel ist dann aber schnell außer sichtweite geraten. Die Kontrolle habe ich verloren. Ich habe zu viel getrunken, von Alkohol gekotzt, irgendwelchen Mist gemacht. Auch wenn alles in einem bestimmten Rahmen blieb (nichts was man Abrutsch nennen könnte) und im Vergleich zu vielen Bekannten absolut unaufällig...es war nich mehr gut für mich.

    Das habe ich in den letzten Monaten gemerkt und das war auch einer der Gründe warum ich hier gelandet bin. Ich hatte zwar nicht das Gefühl abhängig zu werden, aber ich fühlte mich nich mehr wohl, ich war von mir selbst überrascht und erschreckt und die Angst kam wieder...wo ich sah, dass ich eben doch an und wann die Kontrolle verlor.

    Als Kind war mein Ziel immer oder ist es in gewisser Weise auch jetzt noch nie so zu Enden wie meine Mutter. Ich will irgendwann eine glückliche Familie haben, ein gesundes Leben führen.

    Ich habe mir dann viele Gedanken darüber gemacht und bin für mich zu dem Schluß gekommen, dass ich das nicht mehr will. Statt aber die komplette Kehrtwende einzuschlagen und gar nichts mehr zu trinken, habe ich mich entschlossen nur noch wenig bis kein Alkohol zu trinken. Sprich, wenn ich Lust auf einen besonders leckeren Cocktail hab oder vllt ein besseres Beispiel wenn an Silvester mit einem Glas Sekt angestoßen wird, dann trink ich Alkohol, meist aber bleibe ich bei Cola. Das hat bisher auch sehr gut funktioniert.

    Also ja ich trinke Alkohol, aber nur in sehr geringen Mengen und mit dem ständigen Bewusstsein, was seine Wirkungsweisen sind und wozu es führen kann.

    Im übrigen trinke ich außer eben Sekt in seltenen Fällen bei besonderen Anlässen ( z.B. Abiball) nicht vor meinen Eltern.

    Ich glaube, bei dem Thema muss jeder seinen eigenen Weg finden und darf sich nicht beeinflussen lassen, auf der einen Seite von Bekannten die viel trinken oder von denen die sagen "wie kannst du nur bei deiner geschichte".

    Für mich ist es wichtig ein gesundes Verhältnis zum Alkohol zu entwickeln und das bedeutet für mich sich nicht zu betrinken, aber auch gleichzeitig nicht vollständig darauf zu verzichten. Das letztere wäre für mich gleichbedeutend mit starkem Druck, sozialem, aber auch von mir selbst. Dem will ich mich nicht aussetzen. Ich habe Angst, dass das irgendwann zum Gegenteil umschlagen könnte.

    Sowie es eben als ich dann doch Anfing mit 17 Alkohol zu trinken zum Teil sehr ausgeartet ist.

    Im übrigen habe ich während ich das schreibe, immer die Angst mich zu ertappen, dass das alles nur rechtfertigungen sind, wie die meiner Mutter für ihren Alkoholkonsum (Pobleme etc.). Die Angst auch abhängig zu werden, es nicht besser zu machen als meine Eltern, es vielleicht grade nicht besser zu machen, weil ich es so unbedingt schaffen viel, die angst zu versagen, die Familienkrankheit Alkoholismus nicht zu besiegen, die ist immer da, schwingt immer mit, und macht es nicht leichter.

    So ist jetzt doch sehr lang geworden der Text, ich hoffe dennoch zu verstehen ;)

    Es gibt meiner Meinung nach viele Wege mit Alkohol umzugehen für uns EKAs, und ich hoffe, dass ich für mich den richtigen wähle, bzw. bereits auf dem richtigen bin.

    Liebe Grüße, Roa

    Zitat von Aldalas

    Auch damit ist jetzt Schluss. Ich werde ihr die Wahrheit sagen, nur so kann ich die Erlebnisse aus der Kindheit und die aktuelle Situation verarbeiten. Bin wieder optimistisch für die Zukunft, ich hoffe das bleibt so :)
    Gruß, Aldalas

    Toll Aldalas, ich glaube da tust du genau das richtige mit für dich! Lieber Gruß, Roa

    Hallo caro!

    ja berichte und was dein sohn dazu sagt, meist verstehen die kleinen ja doch mehr als man ihnen zutraut.

    vielleicht ist es letztenendes besser, wenn dein Sohn nicht viel Kontakt zu deiner Mutter hat.

    wie auch immer das ausgeht, ich bin mir sicher ihr werdet ihn "auffangen" können :)

    Lieben Gruß, roa

    Linde hat Recht wir alle müssen besonders vorsichtig sein mit Süchten: Alkohol, Nikotin, Liebe...was auch immer.

    Dennoch ist das was was du mit dir ausmachen musst und was dich betrifft. Ich würde aber vielleicht nicht in gegenwart deiner Mutter trinken, so macht sies dir sicher schwerer und ist das nicht auch ein unangenehmes gefühl?

    schönen abend! roa

    Hallo Nadine!

    Auch von mir ein Herzlich Willkommen hier! Schön, dass du den Mut hast endlich auszubrechen aus diesem Teufelskreis!

    Ich kann nur zustimmen, Abstand hilft...schön das du deinen Freund hast :) und ich bin mir sicher bald wirst du dich auch noch mehr Leuten öffnen können und endlich die schreckliche Last stück für stück abtragen können, die durch dieses Schweigen auf dir liegt! du scheinst auch meiner meinung nach auf einem guten Weg zu sein.

    Alkoholismus ist eine Krankheit die die ganze Familie betrifft, meist über viele Generationen und das Deckmäntelchen des Schweigens, das ist ein Faktor der dazu beiträgt, dass dies möglich ist. Womit ich nicht meine man muss allen und jedem davon erzählen, das tue ich auch nicht. Viel mehr, innerhalb der Familie offen und direkt darüber reden und vor allem hilft es dir, wenn du dich Leuten anvertrauen kannst.

    Ich denke der Austausch hier wird dir gut tun!

    Einen schönen Abend noch! Roa

    hallo sarina!

    ich habe deine geschichte eben erst gelesen und wollte nur mal eben ein paar nette worte da lassen!

    ich finde es toll, dass du jetzt so an dich denkst und an deine kinder, du scheinst auf dem allerbesten weg zu sein und ich wünsche dir damit viel glück und erfolg damit.

    was deinen schlechten gesundheitszustand betrifft, vielleicht hat das etwas mit all deinen seelischen schmerzen zu tun und auch das wird sich bessern, wenn du aus der co-abhängigkeit ausbrichts, ich würde es dir wünschen.

    lieber gruß, Roa