Hallo Sonnenschein,
ich glaube nicht, daß man sich so abgrenzen kann, daß es einem nicht mehr nahe geht, wenn sich die eigene Mutter zu Tode trinkt. Mir gehts in meinem Fall auch nahe. Aber über die Jahre habe ich es hinbekommen, es mir nicht zu nahe gehen zu lassen. Schwer zu erklären.
Ich finde deinen Ansatz sehr gut, mit dem Hausarzt über eine Betreuung o. ä. zu sprechen. Laß dich beraten, was es für Möglichkeiten gibt. Keiner verlangt, daß ihr alles selber macht. Und ein Pflegedienst, eine Betreuung o. ä. (ich kenne mich da nicht aus, was es alles gibt) kann euch entlasten helfen.
Ihr müßt eben nicht zusehen. Wegsehen ist aber auch nichts. Daher ist Hilfe holen und delegieren eine wirklich gute Sache.
Vielleicht läuft es darauf hinaus, daß du oder jemand anderes sie tot oder irreparabel krank auffindet. Ich habe die Krankheit meiner Mutter im Hinterkopf und bin darauf vorbereitet, daß der Tag x unverhofft kommen kann.
Meine Erfahrung ist, daß es besser war, mit dem auf-sie-einreden aufzuhören. Ich habe damit schon vor Jahren aufgehört, denn mir fiel irgendwann auf, daß sie nach solchen Gesprächen wesentlich mehr trank als zuvor. Wenn sie von sich aus aufhören wollte, dann wird sie mir das schon signalisieren. Ich halte mich aus ihren Lebensentscheidungen raus und rede mit ihr über andere Dinge.
Liebe Grüße und ein gutes Gespräch mit dem Hausarzt.
Linde