Beiträge von Linde66

    Hallo Lexi,

    so ungefähr ging es mir auch, ich stellte ähnliche Fragen wie du. Wer ist eigentlich meine Mutter?

    Mir hat die Vorstellung von einem Dia geholfen. Es ist völlig egal, ob ich von vorne oder von hinten durchschaue, ob es entwickelt ist oder nicht, ob ich es auf den Kopf stelle oder richtig herum anschaue. Es ist immer dasselbe Bild drauf. Ich bekomme nie "das ganze" Bild. Aber zu wissen, was ich gerade nicht sehe, hilft mir dabei, das Ganze zu erkennen.

    Ich habe im Verlauf meiner EK-Aufarbeitung viele Informationen (rein sachliche, aber auch emotionale) ergänzen können, die ich im Kontakt mit meiner Mutter nicht direkt bekam. Eine Hilfe waren Gespräche mit anderen, v. a. den älteren, Familienangehörigen. Gemeinsames Betrachten von Photoalben bei Kaffee und Kuchen hat viele Puzzleteile zum Vorschein gebracht.

    Dann kommt bei mir noch etwas hinzu. Meine Mutter trinkt seit weit über 40 Jahren ihren Spiegel. Sie wird immer gebrechlicher und hört die Uhr ticken. So ab und zu, und das sind seltene, kostbare Momente, gibt es Begegnungen von großer Nähe und Tiefe. Da ist sie wirklich da und ein Gespräch oder eine Berührung ist dann möglich und fühlt sich einfach richtig an. Die ersten paar Male hat mich die unverhoffte Begegnung mit meiner "richtigen" Mutter unglaublich aufgewühlt und ich war verzweifelt darüber, daß mir das erst so spät widerfährt. Warum konnte sie nicht schon früher meine Mutter sein? fragte ich mich. :cry:

    Es ist wie es ist. Sie konnte früher nicht sie selber sein, immer war sie vom Alkohol umhüllt und unerreichbar für mich. :cry: Die Hintergründe liegen in ihrer Biographie begründet. Ich habe ihre Lebensentscheidungen akzeptiert, sowie die Tatsache, daß sie nicht aufhört zu trinken. Da zu hadern würde mich kaputtmachen. Es ist ihrs.

    Irgendwann habe ich den Fokus auf mich selber legen können. Das war ein Prozeß. Nun geht es mir gut. Ich kann die seltenen Momente genießen und wertschätzten, wenn sie mal wirklich präsent ist. Und ich kann mich umdrehen und gehen, wenn sie betrunken ist. Meine Gefühle fahren mittlerweile auch keine Achterbahn mehr je nach ihrem Pegelstand, sondern sind unabhängig davon.

    Wie gesagt, es ist ein Prozeß, die Erwartungshaltung an die Mutter loszulassen und frei zu werden für das, was da ist. Kann sein, daß gerade nicht das da ist, was man gerne hätte oder braucht oder sich wünscht. War bei mir bis vor wenigen Jahren auch so. Inzwischen ist meine Mutter alt geworden, ich bin älter geworden, und heute gibt es ab und zu geschenkte Glücksmomente. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo liebe Marmas,

    ich bin sehr stolz auf dich. Du hast das großartig gemacht. Du hast dir die Verletzungen attestieren lassen. Das war ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich habe es schon in deinem Thread gelesen. Weiter so. Wir begleiten dich und du kannst dir hier jeden Tag eine Portion Unterstützung abholen.

    Viele Grüße, Linde :D

    Hallo Roswitha,

    was kannst du an Veränderungen vornehmen im Alltag? Kleine oder große Veränderungen, behutsam oder knallhart - je nach dem. Du schreibst von den 'alten Mustern'. Wie kannst du deinen Alltag so verändern, daß es für dich jetzt stimmiger ist?

    Grüße, Linde

    Hallo,

    wann immer ich in den Medien von totgeschlagenen, totgestochenen, totgeschossenen Frauen lese, dann fallen mir die Frauen hier im Forum ein, die immer, immer, immer wieder zu ihren saufenden und gewalttätigen Männern zurückkehren.

    Bei Tötungsdelikten an Frauen sind fast immer die Ehemänner bzw. Lebensgefährten die Täter. Bei häuslicher Gewalt ist unglaublich oft Alkoholismus im Spiel.

    Häusliche Gewalt fängt oft mit verbaler Gewalt an. Es kommen Schubsen, Ohrfeigen, Prügeln, Beißen, Vergewaltigen, Anpinkeln, Haare ausreißen, Einsperren, Treten, Gewalt gegen die Kinder, sexueller Mißbrauch der Kinder - und was sonst noch alles dazu.

    "Hinterher" kommt es manchmal vor, daß der Täter eine reumütige Show abzieht mit Weinen, Versprechungen, Entschuldigungen, Rechtfertigungen oder sogar Schuldzuweisungen. Aber solange vom Täter die Verantwortung abgeschoben oder nur Lippenbekenntnisse abgegeben werden, ändert sich nichts. Lippenbekenntnisse sind nichts wert. Wenn ein Täter die Grenze zur Tätlichkeit überschritten hat, kann man als betroffene Frau das zwar schönreden, aber es ändert nichts daran, daß er eine Grenze überschritten hat. Ein Täter, der nicht freiwillig und aus Einsicht an einer Gewaltpräventionsmaßnahme teilnimmt oder sonst sein Leben wirklich in die Hand nimmt, wird höchstwahrscheinlich erneut gewalttätig werden.

    Wir können hier im Forum so viele Geschichten lesen von Frauen, die häusliche Gewalt erleben - und beim Täter bleiben bzw. zu ihm zurückkehren. Wann immer eine dieser Frauen hier aufhört zu schreiben, frage ich mich, ob es genau diejenige war, über deren Tod gerade in den Medien berichtet wurde.

    Ich habe großen Respekt vor den Frauen, die den Absprung schaffen. Zum Glück haben wir in D ein sehr gutes Netz, das Frauen bei häuslicher Gewalt auffängt. Nur, des beste Netz nützt nichts, wenn die Frau sich nicht auf den Weg macht. Ich habe schon Gespräche mit völlig erschütterten Polizisten gehabt, die zum x-ten mal eine grün und blau verprügelte Frau immer wieder zu ihrem alkoholisierten, schlagenden Mann zurückkehren gesehen haben, schließlich hat er versprochen, sich zu ändern...

    Hier im Forum habe ich schon gelesen, daß es ja gar nicht so arg wehgetan hat. Er hat ja nur zweimal geschlagen. So schlimm waren die Bisse ja gar nicht. Mit Sonnenbrille hat man das Veilchen fast nicht gesehen. Wenn ich ganz still liege, dann ist er schneller fertig und schläft ein. Die blauen Flecken waren schon nach einer Woche wieder weg. Sooo fest hat er doch gar nicht geschlagen. Die Kinder sind noch klein, die bekommen das noch gar nicht mit. Usw. usw. usw. Und tausendfach den Satz: Eigentlich liebt er mich ja.

    Nein, tut er nicht.

    Auch wenn es für die betroffenen Frauen in ihrer aktuellen Situation schwer vorstellbar ist: Ein Leben in Frieden und Selbstbestimmung und ohne Gewalt ist möglich. Nur eben nicht an der Seite eines gewalttätigen, nassen Alkoholikers.

    Es gibt Wege aus der häuslichen Gewalt heraus. Ich möchte die betroffenen Frauen ermutigen, sich auf den Weg zu machen.

    LG, Linde

    Hallo Frozen Tears,

    einen Kummerkasten haben wir oben in der Übersichtsleiste. Wenn man die blaue Schrift dort anklickt, öffnet sich ein Schreibfeld. Wenn jemanden der Schuh drückt, kann er/sie dort schreiben.

    Oder meintest du etwas anderes?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Marion,

    daß dein Beitrag ernsthaft und seriös war, war für mich nicht zu erkennen, da du unmittelbar zuvor woanders einen wirklich zweideutigen Beitrag geschrieben hast, den ich ja auch gelöscht habe.

    LG, Linde

    Hallo Marion,

    warum ich bei Correns gelöscht habe, hatte ich dir per PN genau die Hintergründe erklärt und dir Alternativen aufgezeigt. Ich dachte aufgrund deiner PN-Antworten das wäre ausreichend.

    In unserer SHG ist es absolut legitim bei Usern nachzufragen, ob sie evtl. betrunken schreiben, wenn man den Eindruck hat. Wenn es bei dir nicht so ist, ist doch gut.

    Gruß, Linde

    Zitat von MaryLou

    und nach wie vor bin ich begeistert
    in Anbetracht dieses kolossalen Schwachsinns.

    Mag er auch allen anderen auf den Geist gehen. ;)

    Hallo Marion,

    ich habe keine Lust mehr, hier "Nonsens" und "kolossalen Schwachsinn" zu lesen. Es reicht. Weitere sinnfreie Beiträge von euch werden kommentarlos gelöscht.

    Gruß, Linde

    Hallo Marion, hallo Georg,

    wie wäre es, wenn ihr beide damit aufhört, hier die Grenzen auszutesten.

    Mal Klartext: Bei manchen deiner Einträge, Marion, habe ich den Eindruck, wie wenn du betrunken sein könntest.

    Gruß, Linde

    Hallo Bernd,

    da habt ihr Glück mit den Walnüssen. Hier im gesamten Umkreis ist kein einziger gesunder Walnussbaum zu finden. Alle (inkl. der beiden auf unserem Grundstück) haben schwarze Nüsse. Es ist eine Pilzkrankheit, bei der im Sommer schon die Nüsse auf dem Baum schwarz werden. Mir tun die Krähen, Elstern und Eichhörnchen leid, die vergeblich nach Vorräten suchen. Einen Specht konnte ich mehrfach beobachten, wie er diese Nüsse aufhackte und gleich wieder fallen ließ. Innen sind die Nüsse völlig vergammelt. Echt schade. Ich hoffe, daß das irgendwann wieder aufhört. "Früher" hat es das nicht gegeben. Erst seit 2 oder 3 Jahren bemerke ich zunehmend diese Plage.

    Grüße, Linde

    Zitat

    er kämpft, aber um sein Leben und ich glaube nicht das er auch um mich kämpft, es fühlt sich jedenfalls nicht so an. Er ist so sehr mit sich beschäftigt das er mich überhaupt nicht sieht.

    Hallo Georgina,

    stimmt, Alkoholismus ist eine tödlich verlaufende Krankheit.

    Wie gut, daß ihm das bewußt zu werden scheint und er seine Prioritäten im Moment neu setzt und er sich mit der Stabilisierung seiner Trockenheit beschäftigt. Oder? :wink:

    Bei den trockenen Alkoholikern kann man immer wieder lesen, daß sie im Zuge ihrer zunehmenden Trockenheit sich aus co-abhängigen Strukturen lösen, bis hin zur Trennung von ihrer Partnerin, wenn die weiterhin co-abhängiges Verhalten zeigt. Das gehört zum gesunden Prozeß eines trockenen Alkoholikers dazu - meine Meinung.

    Lieber Gruß, Linde