Beiträge von Linde66

    Hallo Jinx,

    meine Mutter ist Alkoholikerin solange ich denken kann, auch heute noch. Solche Fragen habe ich mir auch gestellt.

    Zitat

    Warum hat er sich gegen mich und für den Alkohol entschieden? Bin ich wirklich so wenig wert?


    Er MUSS trinken, das ist die Sucht. Ein Alkoholiker hat keine Wahl. Der Alkohohol stellt sich an die erste Stelle, alles andere ist nachrangig. Nicht der Alkoholiker kontrolliert den Alkohol, sondern der Alkohol den Menschen.

    Es bedarf eines persönlichen Tiefpunktes, daß ein nasser Alkoholiker sich zum Stoppen seiner Erkrankung entscheidet und Hilfe annimmt. WIE dieser Tiefpunkt aussieht, das ist für jeden unterschiedlich. Mal ist es der Verlust des Führerscheins, die Arbeitslosigkeit oder Obdachlosigkeit, Verlust der Familie, schlimme Erkrankung, Unfall oder das Aufwachen in den eigenen Fäkalien. Und manche erreichen ihren Tiefpunkt nie.

    Du bist weder für das Trinken verantwortlich noch kannst du es in irgendeiner Richtung beeinflussen. Mir wurde als Kind weißgemacht, ich sei Schuld, daß die Mutter säuft. Wenn ich dies oder das so oder so, dann müßte sie nicht saufen... was für ein Blödsinn! Ich war Kind, ich habe das geglaubt. Ich versuchte alles, um die Mutter davon abzubringen, geht aber nicht. Sie MUSS trinken, um sich nicht zu spüren, um zu vergessen, um im Nebel zu existieren weil sie das Leben nicht aushält. Die Ursachen liegen tief in ihrer schrecklichen Biographie begründet, das weiß ich inzwischen.

    Ich bin weder schuld, noch "zu wenig wert" oder sonstwas. Das ist IHRE Geschichte.

    Es ist sehr schwer, sich unabhängig von der Sucht der Eltern zu sehen. Das ist ja das verwirrende, Alkoholismus ist immer auch eine Familienkrankheit. Jeder ist Teil eines Mobiles, das im Raum schwebt.

    Ich habe mich da rausgenommen und halte Abstand.

    Meinen Wert habe ich entdeckt und meine Unabhängigkeit gefunden. Meine Stärken sind mir bewußt geworden. Ich darf so sein wie ich bin, sie darf aber auch so sein wie sie ist! Ihren Lebensweg habe ich zu akzeptieren, selbst wenn ich aus der Ferne lange einfach fassungslos nur war, wie man so leben kann. Das ist IHRS. Und meins ist, mich um mich zu kümmern. Sie könnte jederzeit zu einem Arzt gehen und sich helfen lassen. Es ist ihre Entscheidung, es nicht zu tun.

    Viele Grüße, Linde

    Zitat von silberkralle

    heute gabs zu mittag: bauerntopf

    ...und was war drin im Topf? :wink:


    Ich war eingeladen und es gab Straußensteak. :shock: Habe ich zum erstenmal gegessen und es schmeckte wie Wild oder Rind. Wenn es mir niemand gesagt hätte, daß das Strauß ist, wäre ich da nie drauf gekommen.

    LG, Linde

    Hallo Redwood,

    deine Mutter kenne ich nicht, ich habe einfach Fragen gestellt. Und ich schreibe dir nicht, um dich weiterzubringen, denn das wäre Co. Ich schreibe, weil mich das Thema interessiert, daß du angeschnitten hast. Warum so empfindlich?

    Wenn du weißt, daß in sehr reifem Obst oder Brot Alkohol drin sein könnte, warum gehst du dann das Risiko ein?

    Bei mir gibt es auch keine Fertiggerichte, das meiste kommt aus meinem Garten.

    LG, Linde

    Hallo Frank,

    willkommen zurück im Forum!

    Finde ich prima, daß du gegenüber deiner neuen Freundin offen warst.

    Gut, daß du wieder dran bist am Thema Alkoholismus, gibt ja immer was zu lernen und zu stabilisieren.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch!

    LG, Linde

    Hallo Redwood

    Zitat

    Da in fast allen Lebensmitteln Alkohol mehr oder weniger enthalten ist, wird es sicher unmöglich sein sich auf irgend etwas bestimmtes fest zu legen.

    Wie meinst du das denn, in FAST ALLEN Lebensmitteln? Was isst du denn da für Lebensmittel?? Schaust du nicht auf die Verpackung?

    Auf der sicheren Seite ist/isst man, wenn man selber kocht und keinen Fertigkrams zu sich nimmt.

    LG, Linde

    Hallo Daniel,

    Klinik bedeutet Käseglocke, da hat sie den Fokus auf IHRE Realität, wie auch immer die gerade aussieht. Da jetzt Entscheidungen von solcher Tragweite sachlich treffen zu können, halte ich für ausgeschlossen.

    Muß das mit dem Haus unbedingt jetzt geklärt werden, solange sie in der Klinik ist? Dann wäre es vielleicht sinnvoll, einen Moderator mit an den Tisch zu nehmen, z. B. ihren Therapeuten oder einen Sozialarbeiter.


    Wie geht es DIR inzwischen?

    Grüße, Linde

    Ich merke gerade, daß da eine alte Trauer bei mir hochkommt, daß da kein Erwachsener war, der mich aus diesem Alkohol- und sonstwas-Sumpf herausgeholt hat und sich und mir dadurch ein kindgerechtes Leben ermöglicht hat.

    Die Möglichkeiten haben bestanden, aber die Erwachsenen haben ihre Kreise um sich selber gedreht und wir Kinder sind im Sumpf sich selbst überlassen geblieben. Sowohl mein Bruder als auch ich sind seelisch krank und süchtig geworden. Wir hatten kein Vorbild, das sich konsequent (!) von Sucht, Mißbrauch und Gewalt abgewandt hätte.

    Klar, wenn sie es hätten anders machen können, dann hätten sie es gemacht. Konnten sie nicht, wollten sie nicht, keine Ahnung. Gründe finden sich immer. Traurig bin ich trotzdem.


    Das alles ist Meins, Monty. Ich selber habe keine Kinder. Ich weiß nicht, wie ich handeln würde. Vielleicht würde ich so handeln wie du, keine Ahnung, eher nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß ich mich aus so Situationen rausnehmen muß, sonst geht's abwärts. Die Rückfallgefahr ist einfach zu groß. Dann lieber Single.

    Hallo Monty,

    keine Ahnung, warum mich dein Thread so annervt im Moment. Vielleicht wegen deinem 12jährigen Sohn. Ich war auch mal Kind, wurde belogen, hingehalten, Dinge wurden verschwiegen, vertuscht oder verdreht, ich mußte hinnehmen und irgendwie einfach überleben. Immer fanden die Erwachsenen Gründe, daß doch alles sooooo in Ordnung ist wie es ist, wo ich genau spürte, daß nix in Ordnung ist.... Schrecklich. Währenddessen habe ich die Suchtstruktur, die mir vorgelebt wurde, zutiefst verinnerlicht und bin selber süchtig geworden. Nie hat mir jemand gezeigt, daß man auch andere Wege finden kann. Das tu ich nun mit über 40.

    Der Mann hat dich vor den Augen deines Sohnes verprügelt. Jetzt nimmst du die Beziehung mit ihm wieder auf. Heimlich.

    Es kommt mir wie ein Verrat an deinem Jungen vor, daß du dich mit dem Mann wieder einläßt.

    Wie läuft eigentlich deine Beziehung zu deinem großen, süchtigen Sohn? Darüber hast du lange nicht geschrieben.


    Wie auch immer, mein Unbehagen hat mit Sicherheit mehr mit mir selber als mit dir zu tun, es kommen halt sehr beklemmende Erinnerungen an so rosarote Scheinwelten hoch und sich Dinge zurechtreden, das kenne ich sooo gut. Da halte ich für mich selber lieber Abstand von.

    Ich wünsche dir alles Gute.


    Linde

    Hallo Frau Fussel,

    das mit den Photos hat mich sehr berührt.

    Ich konnte jahrelang alte Photos von mir nicht anschauen. Es schnürte mir die Kehle zu, dieses verstörte Kind zu sehen, das ich mal war.

    Einfach war das sicher nicht für dich, da aufzuräumen.

    Wie geht es dir inzwischen?

    Therapie habe ich auch gemacht, da hat sich viel für mich sortiert.


    LG, Linde

    Hallo Zampano,

    danke für deine Geschichte. So am Stück habe ich noch wenige EK-Biographien hier lesen dürfen.

    Da klingt für mich sehr viel Schwere mit, wenn ich dich so lese.

    Gut, wenn du die Schwere hierlassen kannst.

    Das Aufwachsen in einer suchtkranken Familie hat für ein Kind sooo viele Facetten. Ich nehme da immer mehr wahr und so klären sich viele meiner Verhaltensweisen. Ich bin in vielem ein "gaaanz normales EK". Wenn mir solche Strukturen klarwerden, dann kann ich sie wenn nötig auch verändern. Ich habe auch Stärken gewonnen, die andere so nicht haben. Das freut mich, bei aller Schere, die es auch in meiner Biographie gab.

    Lieber Gruß, bin schon auf deine Fragen gespannt.

    Linde

    Hallo Terea,

    wie geht es dir inzwischen?

    Wenn man so eng mit einem Alkoholiker zusammenlebt, da ist es nicht einfach, sich abzugrenzen. Mir hat damals nur der Auszug geholfen. Zu dem äußeren Abstand kam mit der Zeit der innere Abstand dazu. Meine Mutter darf so sein wie sie ist, aber ich muß mir ihre Sprüche nicht anhören und ihr auch nicht zusehen, wie sie sich zu Tode säuft. Ich darf Abstand halten.

    Deine Situation wird sich ja bald verändern. Bis dahin bleib dabei, dir etwas gutes zu tun. Geh raus, triff dich mit Menschen, was immer dir gut tut. Es ist IHR Leben, du bist nicht verantwortlich. Aber für DEIN Leben bist du verantwortlich. Das darfst du gestalten.

    Und wenn du weg sein wirst, kann das für sie eine Chance sein. Denn plötzlich ist keiner mehr da, auf den sie die Verantwortung für ihr Wohlbefinden abwälzen kann.

    LG, Linde

    Hallo Papaya,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Hm, es könnte sehr gut sein, daß er sich zugrunde saufen wird. Das kann von Außen niemand beeinflussen oder verhindern. Nur er selber könnte seine Sucht zum Stillstand bringen, wenn er das möchte.

    Meine Mutter ist Alkoholikerin solange ich denken kann und meistens halte ich einfach Abstand. Sie ändert nichts, egal wie sich die Familie ihr gegenüber verhält.

    Sie ist für sich selber verantwortlich, ich aber auch für MICH. Es ist eben NICHT egoistisch, für sich selber zu sorgen. Das bedeutet für mich, hier im Forum zu sein, Therapie zu machen und im real life mein suchtfreies Leben zu leben. Ich selber habe die Suchtstruktur, die mir vorgelebt wurde, verinnerlicht. Ich bin keine Alkoholikerin geworden, aber eßsüchtig. Ich kann nur bei mir selber etwas verändern, nicht bei ihr. Und mir geht es am besten, wenn ich Abstand habe.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch, daß du deinen Weg da finden kannst.

    Grüße, Linde

    Hallo mylinusa,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Hm, ich kann dir da auch keinen Rat geben. Es gibt wohl in so einer Situation keinen allgemeingültigen Rat, keine Gebrauchsanweisung für EKA's...

    Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern immer mal über viele Jahre abgebrochen. Und immer mal gab es Situationen, die uns wieder in Kontakt brachten. Das war jedesmal für etwas gut in mir drin und sei es zu lernen, meine Grenzen zu wahren und auf mich zu achten.

    Du bist nicht verpflichtet, dich so oder anders zu verhalten. Du hast die Wahl. Du kannst auch einmal hingehen und wieder gehen. Du könntest auch hingehen und ihm genau das sagen, daß es dir sehr schwer fällt, mit ihm Kontakt zu haben.

    Meistens ist es ja so, daß wenn man paar mal drüber geschlafen hat, von innen raus eine Entscheidung (wie auch immer), plötzlich einfach da ist und stimmig ist. Und manchmal entscheidet man irgendwie und erst mittendrin klärt sich das weitere Vorgehen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch. Es geht vielen anderen ähnlich mit ihren alternden Eltern, mir inklusive...

    LG, Linde

    Hallo Anna,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch mit den anderen Erwachsenen Kindern. Du bist hier nicht alleine!

    Zitat

    Eigentlich sollte ich jedesmal einfach aufstehen und gehen, wenn er getrunken hat,


    Genau.

    Klar kommt dir das schwer vor, aber du hast es ja noch gar nicht ausprobiert.

    Warum sollte er etwas ändern, wenn alle um ihn herum "funktionieren", ihn versorgen und ihm hinterherräumen?

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Martigro,

    niemand lacht hier über dich.

    Du kannst jetzt wieder schreiben, damit fängt es ja an. Innendrin sortieren, dann sortiert es sich auch im Außen.

    Mach das Handy aus, dann kannst du nach der Nachtschicht nicht geweckt werden. Schlaf ist wichtig, damit du zu Kräften kommst. Eine neue Nummer wäre noch besser.


    Was möchtest du denn nun? Den Kontakt wirklich abbrechen oder weiter ausharren?

    Lieber Gruß, Linde