Beiträge von Linde66

    Hallo Black Rose,

    das mit dem Spiegel wechselt immer mal. Gerade ging es mir nicht so gut damit, weil ich meinem Vater ähnlich sehe. Dann triggert mich das und ich sause wie in einer Zeitmaschine rückwärts. Aber das ist eine ganz spezielle Geschichte. Meistens fühle ich mich wohl in mir drin. Mir hat gut geholfen, gerade ganz aktuell Sport zu machen, also joggen zu gehen. Mich auf eine gesunde, kraftvolle Weise zu spüren, lebendig zu spüren. Da schaue ich ja nicht auf die Optik, sondern darauf, daß sich meine Beine bewegen. Ich laufe gemütlich und auch nicht lange, aber das tut mir einfach gut.

    Ich bin was das Thema Spiegel angeht gelassener geworden. Geduldiger mit mir selber. Je weiter ich auf meinem Weg unterwegs bin, desto mehr sehe ich ja auch. Oder ich kann das, was ich da sehe, anders und immer wieder neu betrachten. Wichtig ist, daß ich das was ich sehe nicht bewerte, also vor allem keine Minus-Etiketten drauf klebe. Sondern einfach wahrnehme, so ist es gerade im Moment.

    Wenn deine Vergangenheit gerade aktuell ist, dann ist das deine Gegenwart. Und wenn dir nach Briefen zumute ist, dann schreib. Alle deine Gefühle sind in Ordnung. Und wenn das jetzt dran ist, dann ist das jetzt dran. Mach das, was dir gut tut und für dich jetzt wichtig ist.

    Linde

    Hallo Black Rose,

    solche Briefe habe ich auch verfaßt, die sind wichtig. Manche habe ich abgeschickt.

    Das entscheidende ist, daß ich die Briefe nicht abschickte, um etwas zu bewirken oder anzustoßen oder zu ändern bei den Eltern. Sondern einzig und allein für MICH! Damit das, was ich zu sagen habe, aus mir draußen ist.

    Das mit dem Spiegel kenne ich. Mir hat es geholfen, eben nicht in den Spiegel zu schauen. Sondern nach innen. Ich habe angefangen zu spüren, wo in mir drin es einfach gut ist. Mal waren das die Ellbogen, mal die Wangen, mal die Schultern... Und dann da hingespürt. Das hat sich dann immer mal verändert oder ausgedehnt. So konnte ich mich immer mehr annehmen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lucy,

    Weihnachten ist immer so bedeutungsschwanger... zum Glück ist das nächste noch paar Monate hin. :wink:

    Ich habe den Kontakt nicht abgebrochen, sondern einschlafen lassen. Fühlt sich für MICH anders an, sanfter, schonender. Und es geht ja hier um mich, daß es mir nach all der Zeit gut geht.

    Grüße, Linde

    Hallo Black Rose,

    noch einmal herzlich Willkommen hier bei uns Erwachsenen Kindern.

    Ich kann ein Stück weit nachempfinden, wie schwer du an der ganzen Geschichte trägst.

    Es ist gut, daß du anfängst, dir das alles von der Seele zu schreiben. Du wirst hier gelesen und verstanden. Viele von uns EK haben ähnliche Biographien von Alleingelassenwerden und Ohnmachtsgefühlen.

    Wenn du magst, dann lies dich mal durch den Thread Merkmale für ein EK. Vielleicht findest du dich in dem ein oder anderen wieder.

    Nun komme erst mal in Ruhe an und schreib, wann immer dir danach ist. Es ist fast immer jemand online.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Kopfmensch,

    diese Zusammenhänge so sehen zu können, ist ein wichtiger Schritt sie aufzulösen und rauszukommen aus der Eltern-Kind-Ebene.

    Bei mir wurden als Kind so oft Grenzen überschritten, da war ein Nein für mich irgendwann gar nicht mehr vorstellbar. Entsprechend waren dann meine späteren Beziehungen in irgendeiner Form davon geprägt.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lucy,

    du hast dich durch die "Merkmale für ein EK" gelesen.

    Für mich war der aha-Effekt, daß das Ding einen Namen bekam: Ich bin ein gaaanz normales EK! :wink:

    Als EK aufzuwachsen macht ja was mit mir. Aber heute kann ICH mein Leben daraus weiterentwickeln.

    Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter einschlafen lassen. Ich muß eben NICHT für sie da sein.

    In alkoholkranken Familien drehen sich die Verantwortlichkeiten sehr früh um und den Kindern wird suggeriert, daß sie für Wohl und Wehe des Alkoholikers verantwortlich wären. Wenn man da nicht genau hinschaut, funktioniert man als Erwachsener immer weiter nach den alten verinnerlichten Mustern.

    Alle deine Gefühle, die du im Moment spürst, sind völlig in Ordnung, Wut, Hass, Ekel, Überdruß und vieles mehr. Schau einfach genau hin und vielleicht spürst du, wenn ein Impuls kommt, den Abstand zu verändern.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Sonnenstrahl!

    Zitat

    dann würde ich mich nur stabilisieren

    Stabilisierung heißt ja mein Thread hier im Offenen. Stabilisierung ist das wichtigste, was wir für uns tun können.

    Für mich heißt Stabilisierung sowas wie Standbein und Spielbein. Wenn ich mich in dem einen Bereich stabilisiert habe und an Sicherheit gewonnen habe, dann kann ich im anderen Bereich, dem Baustellenbereich, den nächsten Schritt machen. Und so geht das immer weiter.

    Wenn du eine stationäre Therapie machen möchtest und in eine EK-Gruppe gehst, dann bist du ja am Ball. Einerseits holst du dir Fachleute bzw. Betroffene an die Seite zur Unterstützung, andererseits kannst du dann Schritt für Schritt weitergehen.

    Eigentlich ist der Tag doch gut, wo du so klar siehst, was dir gut tut und was dir nicht gut tut! :wink:

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Maria,

    dieses Aha-Erlebnis, was du von deiner Schwester schreibst, das war bei mir so ähnlich. Aber ich sehe mich inzwischen nicht mehr als Opfer.

    Sondern, das Ding hat einen Namen: EK!

    Und da kann ich wieder handlungsfähig werden! Und das hilft gegen das Lähmungsgefühl.

    Deine Familie ist so wie sie ist. Heute kannst du dir aussuchen, mit wem du worüber kommunizieren willst. Wann, wo, wielange, wie. DU entscheidest.

    Und ansonsten umgib dich mit Menschen die dir gut tun. :wink:


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Colibri,

    was ist denn in deinem Notfallkoffer für so einen Abend?

    Nochmal duschen? einmal Straße rauf und runter im Schnee? ein Bild malen?


    Es ist so, sie kann daran sterben und uns Kindern tut weh, daß wir nichts daran ändern oder aufhalten können.

    Ich habe mich jetzt so lange mit all dem beschäftigt und mich immer mal gefragt, was ist das Vermächtnis meiner Mutter? Sie lebt ja noch, aber die Frage kam trotzdem irgendwann in meinen Kopf. Ich habe lange daran herumgedacht.

    Ich habe ja klar diese Muster übernommen, die mich immer wieder in irgendeiner Form in Abhängigkeitsbeziehungen brachten. Ich habe aber auch Impulse, Handlungsalternativen, neue Wege übernommen. Meine Mutter konnte mir immer nur ansatzweise gute Wege vorleben, dann erschöpfe sie sich wieder in sich selber und trank. Aber: wenn ich zurückschaute, ich schaute tief in die Biographien der einzelnen Familienmitglieder, dann entdeckte ich sehr wohl Ansätze in Richtung aus der Sucht heraus.

    Es ist an mir, da meinen Weg weiterzugehen, als all die, die vor mir ihren Weg gegangen sind in meiner Familie.

    Mir hilft es, wenn ich mich in einen größeren Zusammenhang einsortiere, in eine Reihe von Abläufen, dann relativiert sich vieles bei mir und ich kann mein Handeln und Fühlen neu sehen.


    Bis denne, Linde

    Hallo Mandy,

    jetzt braucht er den Alkohol und zum Trockenwerden und für danach braucht er dich? Hm.

    Erst hält er sich an der Flasche fest und dann an dir?

    Irgendwann kannst du dann gar nicht mehr aus der Wohnung, wie bei einem kleinen Kind, das kann man ja auch nicht alleine lassen...

    Das mit dem getrennt wohnen und dann mal schauen, wie sich alles entwickelt, das hört sich doch vernünftig an.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Potzblitz,

    ich habe auch deshalb nach deinem möglichen eigenen Alkoholismus nachgefragt, weil es für dich wie du schreibst, kein Problem wäre, mit einer nassen Alkoholikerin eine Beziehung zu führen.

    So richtig verstehe ich dein Anliegen hier im Forum nicht. Was möchtest du denn? Ihr kannst du nicht helfen. Du selber scheinst ja soweit zufrieden zu sein, sonst würdest du dich rigoros abgrenzen oder hättest längst eine Partnerschaft mit einer anderen Frau.

    LG, Linde

    Hallo Annastasia,

    wenn ich Tagebuch geschrieben habe, dann war das ja für genau diesen Moment. "Geplant" habe ich mit den Tagebüchern nichts. Ich habe die einfach so aufgehoben, die allerersten fehlen leider. Die habe ich in einem Schnellschuß so mit 18 entsorgt, weil ich dachte, damit meine grauslige Kindheit gleich mitentsorgen zu können...

    Was ich allerdings immer aufbewahrt habe sind Briefe. Ich habe wirklich noch ALLE Briefe und Postkarten, die mir je geschrieben wurden. Gerade bin ich dabei, das alles zu sichten, um meine löcherige Biographie zu vervollständigen. Nie hätte ich gedacht, was ich alles vergessen habe! :shock::lol:

    Träume schreibe ich auch schon seit immer auf. Die kriegen eine Überschrift und dann versuche ich den Traum in Worte zu fassen.

    Ich glaube, solche Aufzeichnungen können nach Jahren oder Jahrzehnten wahre Schatzkistchen sein.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Annastasia!

    Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich führe schon Tagebuch seit der Schulzeit, die lagern mittlerweile in verstaubten Kisten. :lol: Hier schreibe ich und es findet ein Austausch statt. Mir hilft das enorm.

    Also, komme erst mal ruhig hier an, lies dich ein und wenn es dir zu öffentlich sein sollte, dann wechsle in den geschützten Forenbereich.

    Wie ist das mit dir und dem Wochenende? Hast du vorgebaut? Wie gestaltest du es?


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Mia,

    ich schreibe manchmal tagelang gedankenversunken vor mich hin. Da bin ich so in Fluß, da löst sich so viel in mir. Ich weiß, daß die anderen da sind und das trägt mich durch die Untiefen.

    Du wirst hier gelesen, du bist nicht allein. Schreib einfach weiter.

    In den 16 Seiten, da hab ich mich auch wiedergefunden, es hat mich entlastet zu spüren: Ich bin ein gaaanz normales EK! :D

    Vielleicht schreib ich die Tage da mal paar POSITIVE Merkmale rein. Denn die haben wir ja auch. Wir sind Überlebenskünstler. Nun geht es darum, lebendig zu werden.


    Bis denne, Linde

    Hallo Marina,

    ich habe mich irgendwann überhaupt nur noch in den Extremen gespürt. So abgestumpft war ich. Oder innerlich ausgestiegen. Mich erreichte fast nichts mehr. Einerseits gut, da mich so auch die schlimmen Sachen nicht mehr erreichten. Andererseits doof, da der ruhige, entlastende Fluß für mich nicht spürbar war.

    Das mit deiner Schwester hört sich prima an, hab eine schöne Zeit mit ihnen!

    Lieber Gruß, Linde