Ich habe über 10 Jahre den Kontakt einschlafen lassen, sonst wäre ich kaputt gegangen.
Es ist in Ordnung sich zu schützen, vor allem, wenn man selber Kinder hat.
Die saugen ja - wie man selbst früher auch! - das suchtgeprägte Verhalten auf. Viele Kinder oder Enkel aus suchtkranken Familien werden später selbst Alkoholiker oder suchen sich Alkoholiker als Partner. Warum? Weil sie ganz, ganz früh verinnerlicht haben, daß das normal ist.
Ich habe erst mit ca. 10 bis 12 Jahren angefangen zu erahnen, daß etwas in meinem Zuhause nicht stimmt. Ich war ganz oft nach der Schule bei meiner besten Freundin und da war eine völlig andere Atmosphäre: lebendig, fröhlich, wertschätzend.
Zu der Zeit habe ich nicht bewußt verglichen oder gar darüber reden können. Das Familiengeheimnis mußte unter allen Umständen gewahrt bleiben... auch wenn wir Kinder dabei draufgegangen sind. Aber die regelmäßigen Besuche bei meiner besten Freundin in ihrem gesunden, suchtfreien Zuhause haben mir klar gemacht, daß es ein anderes Leben geben muß. MIt 18 bin ich daheim ausgezogen und auf Abstand gegangen. Und aus dem äußeren kilometergroßen Abstand wurde mit der Zeit ein innerer Abstand.
Du darfst dich schützen, du darfst Abstand halten. Du darfst auch gefrustet und traurig sein. Nasse Alkoholiker sind unerreichbar. Und wenn das die eigene Mutter ist, ist das erschütternd bis ins Mark.
LG, Linde