Beiträge von Linde66

    Hallo liebe Morgenrot,

    du kannst dir für den Eigenbedarf ganz einfach selbst Rosenwasser bereiten, dann weißt du genau, daß nix drin ist was da nicht reingehört.

    Du plünderst die Rosen deines Gartens oder die Gärten deiner Nachbarinnen, einfach mit der Schere die weit aufgeblühten Blüten abschneiden. Es hat noch viele Rosen, ja besser sie duften, desto aromatischer das Rosenwasser.

    Dann zupfst du die Blütenblätter ab, schwenkst sie kurz in Wasser durch falls nötig. Dann in einem Topf mit Wasser geben, gut bedeckt, und leise eine Viertelstunde vor sich hinköcheln lassen. Absieben und die Blütenblättermasse im Sieb etwas ausdrücken, damit kein Tropfen verlorengeht.

    Was dann so köstlich nach Rosen duftet in deinem Topf ist Rosenwasser!

    Wenn du welches übrig hast, kannst du es auch verwenden um eine Rosenkaltschale herzustellen. Einfach mit Gelatineblättern nach der Gebrauchsanweisung auf der Gelantinepackung. Schmeckt supi. Und nicht vergessen, die Blütenspenderinnen zum Probieren einzuladen... 8)


    Viel Spaß!

    Linde

    Liebe espoir,

    du ahnst nicht, wie lange ich drumherumgeschlichen bin, um die Wut und um alles andere..... Und beim Drumherumschleichen kam ich dem Zentrum immer näher, einfach so, weil es irgendwann einfach ging.

    Ohne zu wissen was da im Zentrum eigentlich ist, blieb ich immer in Bewegung. Immer mal hinspüren, achtsam sein, lauschen und nichts durch Aktionismus überfrachten.

    "Stellvertreterkriege" ist ein sehr guter Begriff.

    Oft üben wir in der Peripherie so lange, bis wir soweit sind, am Eigentlichen zu arbeiten.

    Du bist auf deinem Weg, du spürst hin und du hast begonnen darüber zu schreiben. Das ist doch gut.


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Susi,

    es gibt so Themen, an die man sich lieber gaaaaanz vorsichtig heranschreibt. Da kannst du auf deinen Bauch hören.

    Wenn du magst kannst du dir mal für drei Monate den geschützten Bereich des Forums anschauen, das kostet im Monat etwa 10 €uro. Der Erfahrungsaustausch ist intensiv, es ist eine richtige online-Selbsthilfegruppe. Wenn man mag und es innendrin für einem stimmt, dann kann man sich öffnen und über alles schreiben. Das Internet kann den Bereich nicht einsehen, er ist geschützt.


    Liebe Grüße, und laß dir Zeit.

    Linde

    Hallo Hanna,

    mit bissel Abstand habe ich heute noch einmal deinen Beitrag in dem Thread "Mutter oder Vater - Unterschiede für's EK" gelesen. Ich erkenne einige Parallelen bei mir.

    Dieser lange Weg des Ausprobierens von Beziehungsentwürfen... Und der lange Weg hin zu mir selber.

    Zitat

    Wie viele hier im Forum haben einen liebevollen Partner und kämpfen trotzdem mit den Schatten der Vergangenheit... mmh.. vielleicht ist dieser Wunsch so übermächtig, weil wir hoffen, daß die Liebe anderer Menschen uns heilen würde.


    Es ist diese ALTE ungestillte Sehnsucht des kleinen Kindes in uns nach Liebe, die wir oft von einem aktuellen Partner gestillt haben wollen... Das kann nicht funktionieren, das überfrachtet jede Partnerschaft, der Partner fühlt sich überlastet.

    Für mich war das ein sehr langer Weg zu erkennen, daß nur ich selber mich heilen kann. Die Erwartung, daß von der Mutter die "erlösende" Berührung nach all den Jahrzehnten kommt, habe ich losgelassen. Es ist an mir, mich selbst zu berühren, mich selbst zu versorgen, mich selbst zu lieben. Das kann ich besser als jeder Partner. Selbst der liebste, zugewandteste Mensch ist damit überfordert. Und vor allem: ich bin selber für meine Bedürfnisbefriedigung zuständig, jetzt wo ich erwachsen bin.

    Ein wunderbares Geschenk ist es, wenn Liebe einfach so als Geschenk daher kommt.


    Wie geht's dir inzwischen du Weitgereiste?

    Lieber Gruß, Linde

    Wie meine Mutter auf mich wirkte, wie ich als Kind unglaublich darunter litt, daß sie nicht für mich ansprechbar war, das hab ich mit dem Bild der "Glaswand" beschrieben.

    Die Wand, das sind Jahre ohne Resonanz, das sind Kinderjahre des Überlebenmüssens im Angesicht der Wand. Hunderttausendmal in tote Augen zu schauen, hunderttausendmal gegen den sauren Geruch aus ihrem Mund zu prallen, hunderttausendmal keine Antwort zu bekommen auf meine Fragen, hunderttausendmal keine Umarmung zu bekommen, hunderttausendmal nicht wahrgenommen zu werden. Die Wand ist durchsichtig, das Glas ist ungefährt 60 cm dick, unmöglich es zu durchdringen. Mir blieb nur, im Angesicht der Wand irgendwie... - kann man das Leben nennen? ...zu vegetieren, Zeit zu gewinnen?

    Die undurchdringliche Glaswand, das sind 10000 Liter verglaster Schnaps.

    Jahrzehnte war ich damit beschäftigt, diese Wand vor meinen Augen zu durchdringen versuchen. Unmöglich. Nur die Mutter selbst hätte diese Wand auflösen können, hat sie aber nicht. Es gab letztes Jahr kostbarste Momente, wo meine Mutter sich erreichen ließ, kleine tiefe Gespräche, zum erstenmal und möglicherweise zum letzten mal. Ein Geschenk.

    Ein Jahr ist das her, inzwischen ist die Wand wieder dick und hoch und undurchdringlich, sie wird ihre Gründe dafür haben, daß sie das so lebt. Ich halte Abstand, habe mir jahrelang über alle Maßen Schmerzen zugefügt, bin an die Grenzen meiner Kraft gekommen beim Versuch, meine Mutter zu erreichen. Ein EK-Merkmal ist es, daß die Kinder verzweifelt versuchen, die Eltern zu erreichen. Ich habe als Teenie mich immer gewundert, wieso alle meiner Klasse wegwollten, den Aufstand probten... Ich hätte alles dafür gegeben, für ein bißchen Nähe...

    Das Muster wurde tief verinnerlicht: ich versuche Menschen zu erreichen. Ich versuchte Menschen zu halten, die sich zuvor erreichen ließen. Ich wußte ja nie, ob sie 5 Minuten später vielleicht wieder "weg" sind... So ein Verhalten macht jede Beziehung kaputt, hat einige gebraucht, das schmerzhaft zu spüren. Nun bin ich da hellwach, bleibe bei mir und lasse die anderen bei sich. Gibt Momente, wo ich erst "hinterher" draufkomme, huch, da war ich im alten Verhalten, aber inzwischen fällt mir das sehr schnell auf.

    Wie früh die Weichen gestellt werden für schräge Beziehungsmuster... Die Beziehung zur Mutter ist die "erste Beziehung" eines Menschen. Väter sind ja meistens abwesend. Als Kind erlebt man überwiegend die Mutter als Ansprechpartner. Der Vater arbeitet, wenn er heimkommt verschwindet er hinter der Zeitung, vorm Fernseher oder in der Werkstatt... Väter sind eh meist nicht ansprechbar, wenn SIE also trinken, haben Kinder immer noch die Mutter... Wenn ein Kind aber einen "abwesenden" Vater hat und gleichzeitig eine trinkende Mutter, dann wächst es im luftleeren Raum auf. So habe ich das empfunden.

    Wie war das bei euch?


    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Glitzersternchen,

    ich habe für meine Themen nur und ausschließlich Menschen AUSSERHALB meiner Herkunftsfamilie. Außerdem halte ich meine Probleme aus meinem Freundeskreis draußen.

    Das hört sich vielleicht seltsam an, man denkt ja immer, wofür sind Freunde denn sonst da? Aber es kann eine Freundschaft und vor allem auch eine Beziehung völlig überfrachten und überfordern, wenn man solche Themen reinbringt.

    Du hast hier im Forum wann immer es dir danach ist die Möglichkeit zu schreiben. Hier ist ein reger Austausch. Wenn du magst, komm in den geschützten Bereich, das kostet ca. 10€ im Monat, für mich ist das meine eigentliche Selbsthilfegruppe. Für die ganz schweren Themen gibt es ja auch die Möglichkeit, sie in einer Psychotherapie aufzuarbeiten. Da kann man seine Themen im Therapiezimmer loslassen und sich sortieren. Draußen im Alltag mit Freundinnen und dem Freund darf es ruhig leichter und lebendiger zugehen..

    Du beginnst, dein Umfeld zu sortieren. Kann sein, daß sich der Bekanntenkreis ziemlich lichtet, so war es bei mir. Aber in die Lücke kommen auch wieder Menschen nach. Gut, wenn du nicht mehr allseits zur Verfügung stehst... Es gibt Menschen die einem wertschätzen dafür wie man ist und nicht dafür was man für sie tut!

    Lieber Gruß, Linde

    P.S. wie geht's dem Bäuchlein?

    Hallo Porter,

    ich nahm die Antidepressiva so lange ich sie brauchte, immer in Rücksprache mit meiner behandelnden Ärztin. Erst durch deren stabilisierende Wirkung war ich überhaupt in der Lage, meinen Alltag auf die Reihe zu kriegen und die Psychotherapie gut als Chance zur Veränderung zu nutzen. Besprich das am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt.

    Ich kenne das sehr gut, daß da keine Trauer hochkommt. Ich hatte andere Dinge, über die ich hätte sehr, sehr traurig sein "müssen", da kam aber kein Trauergefühl... Es war, wie wenn der Deckel drauf gewesen war oder wie so eine Art nebeliges Käseglockengefühl. Das darf alles genau so sein. Das dauert genau so lange, wie es eben dauert.

    Alle deine Gefühle sind genau so in Ordnung wie sie sind! Wo steht, daß man um den Tod eines Angehörigen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg trauern "muß"? Nirgends.

    Wenn wie bei uns EK sich alles so unsäglich vermischt, dann ist es kein Wunder, daß wir so diffuse Gefühlslagen haben. Mit der Zeit sortiert sich das...

    Ja, die guten Seiten und die Stärken, die haben wir ja auch! Wir sind im Schatten der Alkoholiker aufgewachsen, aber keiner hindert uns daran ins Licht zu treten, wann immer uns danach ist.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Porter,

    nein, du bist nicht alleine. Als ich mich vor einem Jahr hier angemeldet habe, da war das wie Ankommen... Ankommen in der Gruppe der EK, Ankommen bei Menschen, die einfach so bescheid wissen und man nicht lange erklären muß. Ja, und es war auch Ankommen in mir.

    Wenn du magst, dann lies mal den oben angepinnten Thread "Merkmale für ein EK". https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…pic16098-0.html In ihm haben wir ganz viele Facetten zusammengetragen, was uns EK ausmacht. Da kamen einige Seiten zusammen und in vielem habe ich mich wiedererkennen können. Das hat vieles in mir drin relativiert. Ich bin nicht alleine, ich bin kein Alien, ich bin nicht irre.... Ich bin EK!

    Aber das Gute ist, daß ich handlungsfähiger wurde in diesem Jahr und gute wegweisende Entscheidungen treffen konnte - für MICH. Ich begann mich innerlich und auch äußerlich von meiner Herkunftsfamilie zu lösen, ein langwieriger Prozeß.

    Wenn du ein bestimmtes Antidepressiva nicht verträgst, dann könntest du nach Alternativen fragen. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, dein Arzt kann dich da sicherlich beraten, und wenn nicht, zu einem Facharzt überweisen. Ich habe mich sehr lange gegen Medikamente gesperrt, ich nehme ja sonst auch so gut wie nie welche... Aber dann merkte ich, daß ich Hilfe jeglicher Form annehmen konnte, je nach dem was gerade für mich das Beste war.

    Die Erstgespräche bei Therapeuten gehen auf Krankenschein, du könntest verschiedene "beschnuppern" und dich dann entscheiden, wo du dich am wohlsten fühlst.


    Schlaf gut, gute Nacht,

    Linde

    Hallo Löwenherz,

    wenn man in einer alkoholkranken Familie aufgewachsen ist, ist man zum Weltmeister im Zwischen-den-Zeilen-lesen geworden. Man ist Champion im Situationen abwägen und Zustände zu interpretieren.

    All das haben wir als Kinder erlernt, es hat uns geholfen zu überleben.

    Wie schwer es fällt, als Erwachsene damit aufzuhören... :wink:

    Aus der unmittelbaren Gefahrenzone heraus, wenden wir immer noch die alten Überlebensstategien an. Gut, daß du da hinschaust und Veränderungen vornimmst. Denn manchmal liegt man ja granatenmäßig daneben... Oder einfaches Nachfragen hätte alles schnell geklärt...


    Liebe Grüße, Linde

    Liebes Glitzersternchen,

    du bist nur für einen einzigen Menschen auf der Welt verantwortlich und das bist DU selber.

    Wenn du gut für dich sorgst, dann bist du kräftig und fit und lebendig, um dein Baby auf die Welt zu bringen und es zu begleiten hinein ins Leben.

    DAS ist deine "Baustelle", wenn ich es mal so sagen darf... :wink:

    Du und dein Kind, das ist genau jetzt das Allerwichtigste.

    Deine Mutter ist für sich selber verantwortlich, auch wenn sie diese Verantwortung nicht gut tragen kann. Das ist dann ihre Angelegenheit. Nicht deine... Und wenn sie verwahrlost? Und wenn sie sich am Boden wiederfindet? - Dann wacht sie vielleicht sogar auf, weil sie ihren absoluten Tiefpunkt erreicht und endlich einsieht, daß sie aus sich selber heraus etwas ändern muß. Diese Lügerei ist Teil ihrer Krankheit, auch das Schlechtreden über Familienangehörige. Dem allem kannst du dich entziehen, indem du den Fokus auf DICH lenkst und dich um DICH und dein Baby kümmerst. Es braucht dich.

    Deine Mutter kann sich professionelle Hilfe holen, wenn sie das möchte. Du bist nicht zuständig für sie.

    Wenn du magst, lies mal hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Porter,

    das ist ganz schön viel für so einen jungen Mann. Und wie früh die Weichen gestellt wurden durch den Alkoholismus deines Vaters. Hättest du dir deinen Beruf bzw. den Einstieg in die Firma von selber so ausgesucht oder war das aus der Notlage heraus geboren..? Hm.

    Da scheint viel Kraft in dir zu sein, das Notwendige zu tun. Oft ist es so, daß erst weit hinterher, nach dieser unglaublichen Kraftanstrengung, die Akkus leer sind und sich der Körper und die Seele ihre Auszeit holen. Das darf dann so sein und du kannst dir jegliche Hilfe an die Seite holen, die dir gut tut.

    Ich bin jetzt 43. Seit etwa 9 Jahren wohne ich hier in einem kleinen lustigen Häuschen, Luftlinie 30 km vom Elternhaus entfernt. Seit knapp einem Jahr Kontaktabbruch. Und irgendwann im Laufe dieses Jahres begann ich zu schlafen... und konnte fast nimmer aufhören. 14, 16 Stunden am Stück... es war, wie wenn ich den Schlaf von Jahrzehnten nachholte. Den Schlaf endlich nachholen konnte, denn endlich fühlte ich mich sicher und losgelöst. Ich hab mich da nicht eingemischt, sondern vertrauensvoll meinen Körper gewähren lassen. Und heute bin ich wach, grins. Hat eine ganze Weile gedauert... Geduld ist das Zauberwort.

    Du hast so früh Verantwortung übernehmen müssen. Wenn du in den Büchern von Woititz liest, dann wirst du feststellen, daß das ganz ganz oft in alkoholkranken Familien genau so vorkommt: da drehen sich die Verantwortlichkeiten um, die Eltern fallen aus, die Kinder retten den Laden, vertuschen, versorgen, bewahren, hüten.... alles und jeden - nur nicht sich selbst.

    Was für ein Kraftakt. Allein beim Lesen deines "Schnelldurchlaufs" kam das rüber. Lebt dein Opa noch? Er scheint dir sehr viel zu bedeuten, wie gut, daß er in deiner Nähe ist/war. Gab auch bei mir so paar ganz wenige Menschen in meinem Umfeld damals als Kind und Jugendliche, die für mich das "normale" Leben außerhalb der suchtkranken Familie darstellten. Die waren wie Leuchttürme, daß es da draußen noch etwas anderes geben muß als der Alptraum in dem ich steckte.

    ALLES kann jetzt noch nicht gleich gut sein, ja. Das braucht seine Zeit. Aber gibt es etwas, was gut ist im Moment? Was tut dir gut genau jetzt?


    Lieber Gruß und danke, daß du so ausführlich geantwortet hast.

    Linde

    Hallo Porter,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Ich bin erwachsene Tochter einer Alkoholikerin. Meine Mutter lebt noch, aber sie ist inzwischen in einem unglaublich schlechten gesundheitlichen Zustand. Ich habe inzwischen zum 2. mal den Kontakt einschlafen lassen, das tut mir gut. Das Gefühl der Leere und Lustlosigkeit kenne ich sehr gut.

    Depressionen hatte ich über viele Jahre. Geholfen haben mir die Verhaltenstherapie um mich zu stabilisieren. Dann die Körpertherapie, um mich selber wieder zu spüren, daß mein Körper in Ordnung ist wie er ist. Und dann kam noch die Traumatherapie, um die schlimmsten Geschehnisse meiner Kindheit integrieren zu können.

    In den allerschlimmsten Phasen, wo ich kurz vor knapp stand, da nahm ich medikamentöse Hilfe in Form von Antidepressiva an. Sie brachten mich aus der Todeszone heraus und machten mich wieder zugänglich für die anderen Hilfen. Sie wurden mir von meiner sehr gut ausgebildeten Hausärztin verschrieben und ihre Wirkung regelmäßig überwacht.

    Für mich selber habe ich das Singen und das Malen entdeckt, das Zusammensein mit meinen Tieren und irgendwann das Schreiben. So habe ich einen Ausgang aus mir selber heraus gefunden.

    Was bei mir nicht gut tat waren reale Selbsthilfegruppen. Anzuhören und anzusehen was andere Schlimmes erlebt haben, das brachte mich damals noch tiefer runter. Inwzischen ist der geschützte Bereich hier im Forum meine Selbsthilfegruppe, in der ich mich sehr wohl fühle.

    Es gibt 2 sehr gute Bücher, die ich dir empfehlen kann: Beide sind von Janet G. Woititz.
    - Um die Kindheit betrogen
    - Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit
    Sie stehen auch unten in den Büchertipps, da kannst du genauer nachschauen.


    Für jeden ist es etwas anderes, da gilt es auszuprobieren und darauf zu hören, was der Bauch dazu sagt.

    Vielleicht magst du bissel mehr von dir schreiben, wann immer dir danach zumute ist. Es ist - fast - immer jemand hier.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Glitzersternchen,

    du schreibst

    Zitat

    Ich glaube dass ich hier,auch wenn es nur durch den Computer ist,anfangen kann einfach da zu sein.


    Wie mich das für dich freut! :D

    Darum geht es doch, einfach da sein, einfach sich selber sein, einfach sich selber mal spüren wie man ist.

    Wir sind MEHR als die Summe unserer Biographie. Und die Tatsache, daß unsere Eltern Alkoholiker sind heißt doch nicht, daß wir nicht irgendwann mal aus deren Schatten treten dürfen...


    Liebe Grüße und wann immer dir danach ist schreib. :wink:


    Linde

    Zitat

    Das Forum bringt mich dazu, um diese Zeit vor der Kiste zu sitzen, ist sonst nicht mein Ding.

    Hallo Spiegel,

    ist doch klasse, wenn da ein Denkprozeß bei dir in Gang kommt.

    Und die körperlichen Symptome solltest du mit d/einem Arzt besprechen.


    Gruß, Linde

    Hallo Zeitgeist.

    Zitat

    Ich glaube in der nächsten Zeit werf ich mal ein Auge auf ihn und schaue, ob er trinkt und wenn ja wie viel. Nach der Aktion gestern, hab ich auch das Verlangen, mal auch ein bisschen danach zu schauen, ob hier im Haus irgendwo Alkohol unerklärlich verschwindet oder an seltsamen Orten verstaut ist.


    Was hast du davon?

    Wie wäre es, deine Energie in deine Hände zu nehmen und in der nächsten Zeit mal ein Auge auf DICH zu werfen?

    Nach der Aktion gestern, wie wäre es, da mal über Auszug nachzudenken und über Abgrenzung? Alkohol ist eine bewußtseinsveränderndes Gift. Gürtellinien-Szenarien, also verbale Schläge und reale Schläge können sich da immer mehr häufen.

    Wie lange willst du "noch ein bißchen danach schauen"...? Wo ist DEINE Grenze?

    Oder meinst du, wenn du Flaschen zählst, daß sich dadurch irgendetwas verändert?

    Es geht hier um DICH. Darf ich fragen, wie alt du bist? Du sprichst von der Verantwortung, die er euch gegenüber wegwirft. DU bist für dich selbst verantwortlich und er für sich. Bist du noch minderjährig?


    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Spiegel.

    Für deine Sauferei warst du selbst verantwortlich. Für deine Trockenheit bist du das auch. Schön, wenn dich deine Frau unterstützt.

    Zitat

    Jemand, den ich dringend brauche. Von dem ich total und bedingungslos abhängig bin und der (in dem Fall "die") mir immer wichtiger sein wird als ich selber.

    Erst warst du von der Flasche abhängig, jetzt bist du von deiner Frau abhängig. Hört sich nach Suchtverlagerung an. Früher war der Alk wichtiger als alles andere, jetzt ist es deine Frau. Hm.

    Wenn du wieder anfängst zu saufen, hat dann deine Frau nicht gut genug nach hinten geschaut, da wo der böse Feind auf dich lauert? Was sagt den deine Frau zu ihrem neuen Nebenjob?

    Mir kommt es vor, als wälzt du da einen großen Bereich DEINER Verantwortung auf deine Frau ab. Die Worte, in die du das verpackst, hören sich nett an. Wer hört das nicht gerne: ohne dich wäre ich nichts... ich brauche dich... ohne dich kann ich nicht sein... gibt viel Schnulzen darüber. Hm.

    Ist praktisch, wenn man eine gute Co an seiner Seite hat, paar freundliche Worthülsen und schon kriegt man wieder was von der Eigenverantwortlichkeit abgenommen, so wie sie zuvor die leeren Flaschen und die Kotze weggemacht hat. Ich rede hier von meiner Oma und meinem Opa. Das ging jahrzehntelang so, der 34573053 Rückfall war der letzte...

    In den Grundbausteinen wird an die Eigenverantwortung appelliert. Wie fühlst du dich damit, einen erheblichen Bereich deiner Trockenheitsarbeit zu delegieren an deine Frau?

    Gruß, Linde

    Hallo Zeitgeist,

    herzlich Willkommen hier im offenen Bereich.

    So wie sich das anhört, hat dein Stiefvater eine Trinkpause gemacht und trinkt jetzt wieder. Es ist auch völlig wurscht, warum einer zum Alkoholiker geworden ist. Wichtig ist, ob er die Krankheit aus sich selber heraus stoppen möchte oder nicht.

    Wenn dein Stiefvater trocken leben wollte, dann müßte ER diese Fragen stellen und nicht du... Er hat sich für's Trinken entschieden, warum weiß nur er, wir könnten nur spekulieren. Er ist erwachsen, es ist seine Entscheidung. Er ist für sich verantwortlich, so gut oder schlecht er diese Verantwortung leben kann.


    Viele Fragen treiben dich um, hm. Du schreibt eine ganze Seite über ihn, kein Wort über dich. Es kann hier nur um DICH gehen. Wie geht es DIR?

    Vor welchen Antworten hast du Angst? Und warum?

    Lieber Gruß, Linde