Beiträge von Linde66

    Hallo Manfred,

    Musik machen mit einer Freundin, das hört sich schön an. Wenn man diese wunderbare Möglichkeit hat, sich auszudrücken, ist das was ganz tolles! An mir ist der Musikunterricht irgendwie "vorübergegangen", ohne daß ich je ein Instrument erlernt hätte.

    Als Kind lebte ich ja mal eine zeitlang nicht im Elternhaus, sondern bei einer Verwandten. Die nahm mich immer mit in Konzerte, in die Oper, auch in Kunstausstellungen. Selten, daß das meinen Geschmack getroffen hätte, aber das grundsätzliche Interesse wurde geweckt! Und dafür bin ich ihr heute noch dankbar!

    Inzwischen gehe ich sehr gerne und oft in die verschiedensten Kunstausstellungen. Letztes Jahr gab es hier eine Reihe von Konzerten in historischer Kulisse mit mittelalterlicher Musik und entsprechenden Instrumenten. Wunderschön. Dann habe ich schon Montserrat Caballé gesehen. Ich war alleine da, ich habe in der 1. Reihe gesessen und trug ein rotes Abendkleid. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, sie singt ganz alleine für mich... Paar Dörfer weiter hat sich eine Opernsängerin aus den USA mit ihrer Familie niedergelassen. Jedes Jahr macht sie einen Sommerworkshop und ein Weihnachtskonzert mit exzellenten jungen Opernsängern. Der Eintritt ist frei. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was da los ist! Die ganze Umgebung kommt, vom Kind bis zum Opa, vom Busfahrer bis zur Galeristin. Musik verbindet Menschen.

    Tanz ist auch sowas, was mir unglaublich gut tut. Nicht das, was man in der Tanzschule lernt. Eher ist es so, daß ich Impulse von innen aufnehme und ausdrücke. Ich kann in der Bewegung völlig aufgehen. Und ab und zu sehe ich gerne modernes Ballett, experimentellen Tanz.

    Es gibt soooo viel!

    Freut mich, wenn es dir besser geht, dein Lichtel brennt und du wieder bei DIR bist! Wenn die Schmerzen dafür gut waren, den Fokus wieder auf dich zu bringen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt. Bleib bei dir. Da gehörst du hin.

    Lieber Gruß von Linde

    Liebe Alpenrose,

    ich möchte dir auch gratulieren zu deinen trockenen 5 Monaten! Ich freu mich für dich.

    Jetzt, wo der Alkohol weg ist aus deinem Leben, hast du viel Platz für Neues in deinem neuen Leben.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Nee-Cee!

    Auch von mir ein Herzliches Willkommen hier im Forum! Komm erst mal hier an und lies dich ein. Alleine das Lesen hier wird dir schon helfen können, deine Erlebnisse besser einzusortieren.

    Roa : stimmt, gerade in den letzten Tagen haben sich einige 19jährige hier angemeldet...

    Nee-Cee, ich wünsche dir einen guten Erfahrungsaustausch hier! Wenn du magst, dann lies ruhig auch mal im Forum in den Threads der Alkoholiker. Mir persönlich hat das sehr geholfen, die 'andere Seite' besser kennenzulernen. So kann ich die Familienkrankheit Alkoholismus inzwischen besser verstehen.

    So ernst das Thema ist, aber da mußte ich doch bissel grinsen:

    Zitat

    Er behauptet er muss Rotwein trinken, weil der nach dem Schlaganfall vor ca. 20 Jahren sein Blut dünn hält und er die Medikamente nicht verträgt.

    DAS habe ich noch nie als Entschuldigung fürs Trinken gehört.

    Vielleicht magst du ja ein bißchen mehr über dich erzählen. Was macht dir IM MOMENT die meisten Sorgen?

    Liebe Grüße,

    Linde

    Moin Manfred!

    Zitat

    Danke, dass Du immer noch da bist.

    Yep, ich bin noch da! :wink:

    Und zusätzlich noch in ein paar anderen Threads. Das tut mir gut, bei den verschiedensten Menschen zu lesen und zu schreiben. Jeder bringt so seine ganz eigenen Geschichten mit hier herein, aber jeder bringt auch seine ureigene Kraft, Ideen, Lösungsansätze hier herein... Und ich picke im Moment überall das heraus, was ich gebrauchen kann.

    Ich bin z.B. nie in eine SHG gegangen, u.a. auch deswegen, weil da Männer sein KÖNNTEN. :shock: Bei meiner Biographie! Panik!

    Und jetzt? Hier hat es viele Männer und die waren genauso Opfer der Familienkrankheit Alkoholismus wie ich auch... Das relativiert vieles in mir drin.

    Der Austausch hier ist eine Bereicherung für mich. Ich kriege so viele Denkansstösse... Wenn ich bei den 19, 20 jährigen schaue, dann klärt sich so manches, was ich früher nie verstanden habe, als ich selber so alt war. Und wenn ich bei den Ü 60 lese, dann sehe ich Menschen, die darum ringen, es zu schaffen... im Gegensatz zu meinen Eltern. Die richten sich im Familiensystem ein, und wollen gar nichts verändern...

    Dir einen schönen Sonntag!

    Viele Grüße von Linde

    Meine Güte, ganz schön heftig...

    aber da siehste mal, was für eine Energie in dir drin steckt. :D Ja, jetzt wird es von Tag zu Tag besser.

    Bist du noch im KH? oder schon daheim?

    Wenn mir einer vor einem Jahr oder so gesagt hätte, daß ich irgendwann mal DA durch bin... dem hätte ich es niiiiiie geglaubt.

    Leichtigkeit und Humor ist mir noch bissel unheimlich. Kenn das nämlich nicht... Daß man Humor und Fröhlichkeit lernen muß... sowas!

    Leichtigkeit setzt mein Körper wohl mit Verletzlichkeit gleich.

    Komisch, für mich alleine kann ich fröhlich und ausgelassen sein, nur mit anderen Menschen fällt mir das echt schwer.

    Ich lasse mir gerne was beibringen!

    He, 1. Advent! Supi

    Linde

    Huhu!

    Da sieht man mal: alles ist immer für irgendwas gut...

    Mir ist z. B. noch nie wirklich aufgefallen, daß es hier einen Freizeitbereich gibt...

    In dem Zusammenhang merke ich, daß mir als die Leichtigkeit fehlt. Immer am denken, analysieren... Und einfach mal rumalbern, kichern, ..., das kommt bei mir glaube ich oft zu kurz.

    Liebe Grüße, Linde

    DIE STILLE

    Früher empfand ich Stille als "Ruhe vor dem Sturm". In mir drin war alles angespannt. Ich war geradezu hellseherisch unterwegs, um die Stimmung im Haus einschätzen zu können... Als Kind hatte ich oft Magenweh... so sehr war ich am horchen. Hat sie getrunken..? Kommt er die Treppe hoch.....?


    Heute kann ich die Stille genießen.

    Ich liebe es, in der Natur zu sein.

    Im Urlaub gehe ich oft in Kirchen, schaue mir schweigend alles an, setze mich auch mal hin und bin einfach anwesend..

    Ich kann mich auf einem vollen Marktplatz setzen, mir das Treiben der Menschen anschauen, nehme die Geräuschkulisse wahr, und bin doch bei mir.

    Ich muß auch nicht mehr länger meine innere Stille übertönen. Früher war ich fernsehsüchtig, es gab Tage mit 8 und mehr Stunden Konsum, denn ich konnte die Stille nicht ertragen. Seit fast 9 Jahren habe ich keinen Fernseher mehr. Es gibt auch keine Suchtverlagerung in Richtung Radio o.ä.

    Heute ist Stille in mir und Frieden. Und diesen Zustand empfinde ich nicht bedrohlich, sondern sehr angenehm.

    Und wenn mir danach ist, dann singe oder töne ich, fülle den Raum um mich herum mit meiner Stimme! aaaah, wie gut mir das tut!

    Die Stille in mir ist wie ein großer Raum. Ich verliere mich nicht darin, sondern ich tanze in ihm, wenn mir danach ist. Oder ich fülle ihn mit Tönen - meinen eigenen, oder ausgewählten anderen.

    Ich höre viel bewußter als früher.

    Und wie beim essen auch: ich lasse nur noch in mich hinein, was mir gut tut. Alles andere lasse ich weg. Leute, die mich einfach nur zutexten wollen, lasse ich ebenso weg wie nervige Musik und Reklame.

    Die Stille in mir ist mein Rückzugsort und mein Ausgangspunkt.

    Linde

    Hallo Krümel!

    Herzlich Willkommen hier bei uns erwachsenen Kindern!

    Wenn du dich hier durch die einzelnen Threads liest, wirst du merken, daß du nicht alleine bist. Viele EK haben ähnliche schlimme Dinge erlebt. Hier ist aber nicht einfach eine Riesensammlung von Gruselgeschichten! :shock:

    Nein, hier hat es auch unglaublich viel Lebendigkeit und Ideen! Beim Gedankenaustausch kann man sich aus den Erfahrungen der anderen das rauspicken, was man für sich selber gebrauchen kann oder einfach mal ausprobieren will.

    Schreib hier, lies hier, und deine Gedanken können sich dabei sortieren.

    Krümel, was du über deine Kindheit geschrieben hat, hat mich sehr berührt. Vieles kommt mir sehr bekannt vor... Ich bin 42, meine Mutter trinkt, solange ich denken kann.

    Vielleicht magst du ja Roas Fragen beantworten. Ich fühle mich hier gut aufgehoben und schätze den Erfahrungsaustausch sehr.

    Liebe Grüße,

    Linde

    Hallo Schnubbel!

    Zitat

    aber auch ich brauche mal jemanden der mich Lieb hat und mir zuhört....


    Gehe einfach mal davon aus, daß du nicht alles, was du gerne hättest bzw. brauchst von deiner Herkunftsfamilie bekommen kannst. Wenn sie dir Liebe, Beachtung und Wertschätzung geben KÖNNTEN, dann hätten sie es die ganze Zeit schon getan.

    Zuhörer findest du in einer SHG oder bei einer Therapie. Dort kannst du dir alles von der Seele reden, bist gut aufgehoben, kannst das Wirrwarr sortieren, bekommst Rückmeldungen und Unterstützung. SHG kosten in der Regel nichts. Und eine Therapie zahlt die Krankenkasse. Wenn du Zahnschmerzen hast, gehst zu doch auch zum Zahnarzt, oder? Und wenn dir die Seele schwer ist, warum nicht die Hilfe annehmen, die angeboten wird? :wink:

    Wenn du weiterhin deine Mutter unterstützt mit Geld und Haushaltsorganisation, bist du auf dem besten Wege, co-abhängig zu werden! Hast du dir die Grundbausteine für Co's hier schon durchgelesen?

    Kannst du dir vorstellen, deine Erwartungen an deine Familie LOSZULASSEN? Kannst du dir vorstellen, die Hoffnung fallenzulassen, daß sie sich so oder so verhalten müßten, damit es DIR gut geht?

    Solange du dich immer wieder in Bezug setzt zu ihnen, bist du noch in innerer Abhängigkeit von ihnen. DEINE Befindlichkeit sollte aber nicht von IHNEN abhängig sein. Du bist für deine Befindlichkeit ganz und gar selber verantwortlich. Vielleicht kannst du den Fokus verändern und DICH zum Mittelpunkt DEINES Lebens machen.

    Und damit kannst du JETZT in dieser Minute anfangen. In die Badewanne legen, einen Krimi schmökern, mit Freunden was unternehmen, Weihnachtsmarkt besuchen, Musik hören.... Tue für dich, was immer DIR gut tut! Dann bist du unabhängig von außen.

    Grüße, Linde

    Ein Tag nach dem anderen. Genau. Ist das Kerzel an?

    Du arbeitest im übertragenen Sinn an deinen Wurzeln... das korrespondiert vielleicht mit deinen Zähnen. Auch wenn sie fehlen, der Körper erinnert sich an sie. Und an die Umstände, die zu ihrem Verlust geführt haben. So isses jedenfalls bei mir.

    Ich habe das Gefühl, daß sich bei dir verschiedene Zeitstufen der Angst mischen.

    Da ist eine aktuelle Angst: was ist nun schon wieder los mit meinem Kiefer? Hab ich eine schlimme Erkrankung? Was kommt auf mich zu?

    Und da ist eine alte Angst:

    Zitat

    Wenn ich Schmerzen habe, bin ich nicht mehr gesund, bin ich fehlerhaft, makelbehaftet, nicht perfekt. Ich glaube, das kommt ganz deutlich von meinen Eltern. Sie haben mir häufig ein Gefühl der totalen Aussichtslosigkeit vermittelt.

    Dieses uralte Gefühl der totalen Aussichtslosigkeit, der Ausgegrenztheit, des "Falsch"-seins. Wenn ein Kind sowas vermittelt kriegt, ist ja klar, daß es völlig verängstigt reagiert und panisch wird! Kinder zwischen schwarz und weiß aufwachsen zu lassen ist grausam! Kinderwelt sollte doch bunt sein...

    Jetzt ist jetzt.

    Und es sieht so aus, als ob die alte kindliche Angst, Panik, Hoffnungslosigkeit usw. reaktiviert wird, wenn du heute aktuell in eine ähnliche Situation gerätst. Heute hast du Schmerzen im Kiefer. Und wie in der Zeitmaschine saust du in die vergleichbare alte Situation. Die Tür ist offen, und wie eine Flutwelle sausen die alten Gefühle herein und mischen sich mit den aktuellen Gefühlen. So kommt es mir vor. Und diese Mischung ist heftig und vor allem lähmend.

    Ich frag mich inzwischen immer, wenn ich auf irgendwas außergewöhnlich heftig reagiere, ob da ein ALTES Gefühl aktiviert worden ist. Und dann versuche ich zu sortieren: was ist heute aktuell dran? und was ist eventuell ein altes Gefühl? Erinnere ich mich vielleicht an ein altes Gefühl...?

    Weißt du, sich an alte Gefühle zu erinnern, kann evtl. schon triggern. Deswegen wühle ich auch nicht in den alten Gefühlen herum. Wenn die alten Gefühle hochkommen, dann ist das halt so. Aber man kann lernen kreativ damit umzugehen. Wir sind heute nicht mehr die Opfer. Ich registriere die alten Gefühle: "hallo alte Angst" und schaue dann, was mir JETZT gut tut. Ich gehe nicht in diese alte Angst rein! Sondern aktiviere meine Ressourcen. Was tut mir JETZT gut?!

    Kannst du mal schauen, ob du Kontakt kriegst zu einem Anteil in dir drin, der da war VOR der alten Angst? Du hast es mal als Licht beschrieben.

    Ich habe in mir das Bild eines Kerns, der in mir drin ist. Der heil ist. Der nix abgekriegt hat von all den vielen Verletzungen und Grenzüberschreitungen. Zu dem versuche ich immer wieder hinzuspüren.

    Das mit dem Makel kenne ich sehr gut. Ein Reinigungsritual wäre vielleicht gut. Ein kleines Kind hat keinen Makel. Die Erwachsenen stülpen da ihren Mist über das Kind drüber. Und was macht man mit übergestülptem Mist? Abschütteln und duschen...

    Grüße, Linde

    Zitat

    Was meintest Du mit diesem Satz: "Verstehe, wenn du von außen deine Gefühle bestätigt kriegst, erfahren sie ja eine Bestätigung, die du selber kaum zu leben wagst... "

    Damit meine ich folgendes:
    Ich kann verstehen, daß wenn du von außen (in dem Falle von dem Psychologen) das gesagt bekommst, was du eigentlich innendrin schon weißt, daß das bei dir erst mal eine heftige Reaktion auslöst. Du selber scheinst manchmal zu zweifeln, ob deine Gefühle "stimmen", ob du sie überhaupt haben "darfst". Wenn dann jemand sagt, daß er das auch so sieht wie du (schlimm, schwierige Situation, Sorgen..), dann bestätigt er ja damit deine Gefühle. Und für dich fühlt sich das in Folge an, wie wenn das dann offizieller Status quo ist, aus dem es keine Rettung mehr gibt.

    Derweil ist es nur eine Momentaufnahme. Die Tatsache, daß dich ein Mensch wahrnimmt in deiner aktuellen Situation, heißt ja noch lange nicht, daß dadurch diese Situation festzementiert wird. Du kannst ja daran weiter arbeiten! Du kannst dir alles von außen dazuholen was immer du brauchst, um an deiner eigenen Weiterentwicklung u. Rettung zu arbeiten.

    Wir sind es so wenig gewohnt, daß jemand uns jemand zuhört, wahrnimmt, uns ernst nimmt... In meiner Herkunftsfamilie gab es niemanden, dem ich mich hätte anvertrauen können. Um so besser, wenn man sich außenstehenden Menschen gegenüber öffnen kann. Im Gespräch kann man Zweifel ausräumen, man kann sich sortieren, Pläne machen. Man kann sich immer wieder reflektieren und Rückmeldungen holen.

    Tut mir leid, wenn ich mich so unklar ausgedrückt habe.

    Vielleicht kann erst mal ein Zahnarzt auf deinen Kiefer schauen. Bei akuten Schmerzen nehmen die einen auch kurzfristig dran. Meine Zähne sind inzwischen ziemlich saniert. War eine mehrjährige Aktion... Kronen, Brücken, Implantate. Jetzt bin ich ziemlich zufrieden, denn die Schmerzen sind weg und ich kann wieder gescheit kauen. Ich habe auch einige OP's hinter mir. Ich hoffe, meine Kiefer bleiben jetzt endlich ruhig und friedlich!

    Meine Knochenbrüche machten aktuell Probleme, weil ich erheblich mehr belastet wurde durch dir Arbeit, aber auch weil es kalt wurde. Manchmal ist die naheliegende Deutung von Symtomen die richtige.. Aber du hast Recht, manchmal spricht der Körper das aus, was die Seele uns sagen will.

    Heute hat sicher noch dein Zahnarzt auf, evtl. ein Notdienst. Ich drück dir die Daumen.

    Liebe Grüße, Linde

    Nur noch ein Satz zum inneren Kind.

    Versetz dich eher nicht in die alten Gefühle... Das kann dich retraumatisieren.

    Frag dich lieber: was braucht der kleine Junge JETZT?

    Stell dir schöne Orte vor, wo ein Kind sich absolut sicher und geborgen fühlen kann... ein sonniger alter Obstgarten, eine Schaukel, im Bett unter einer Wolldecke, zusammen mit einem großen Zottelhund auf einer Wiese.... schlag ihm einfach Orte vor, von denen du meinst, es könnte ihm da gefallen.
    Hat er Durst? Oder friert er? Will er in den Arm genommen werden? oder lieber, daß jemand still neben ihm sitzt? Gib ihm alles, was er möchte, frag ihn einfach.
    Bring ihn an den sicheren inneren Ort.
    Vielleicht mag er ja ein Tier bei sich haben, stell es dir einfach vor.. Oder vielleicht einen netten Menschen. Bei mir saß mal in der Vorstellung eine uralte Frau neben mir, immer, sogar auf der Arbeit, im Auto, immer! Sie tat einem meiner inneren Kinder gut.
    Vielleicht mag er bei dir auf dem Schoß sitzen und gewiegt werden, nimm ihn einfach in die Arme und halte ihn.
    Gehe mit ihm spazieren und zeige ihm deine Lieblingsplätze. Und lasse dich von ihm führen zu seinen Lieblingsplätzen... wo mag er gerne hingehen...
    Einfach lauschen, und für ihn da sein. Dann kommt er.

    Hallo Manfred,

    danke für deine ausführliche Rückmeldung.

    Zitat

    Es gehe darum, den Schaden zu minimieren.

    Den Ansatz finde ich sehr interessant. Denn er eröffnet dir eine Bandbreite von Möglichkeiten zwischen den beiden Polen: Kontaktabbruch / weiter in Kontakt wie bisher. Kannst du weiter mit ihm Gespräche führen? Ihr scheint ja wirklich einiges sortiert zu haben.

    Zitat

    Er sagte, das klinge schlimm bei mir, ich sei arm dran, wirke sehr verunsichert und irritiert. Das macht mir natürlich auch wieder Sorgen.

    Verstehe, wenn du von außen deine Gefühle bestätigt kriegst, erfahren sie ja eine Bestätigung, die du selber kaum zu leben wagst... Ich merke für mich, daß mir in so schwierigen Situationen sehr gut geholfen hat, immer und immer wieder an meinen Ressourcen zu arbeiten, an sie erinnert zu werden. Was kann ich gut, was gelingt mir, was macht mir Freude, was geht mir leicht von der Hand, welche Techniken beherrsche ich schon....

    Hast du einen Erste-Hilfe-Koffer? Dein Lichtel gehört dazu! Und das Fahradfahren am Bach, der Tannenbaum und die Eichhörnchen. Das Geigenspiel. Da ist sicher noch viel mehr. Das alles trägt zur inneren Stabilisierung bei. Ich hab sogar einen DIN A 4 -Zettel, wo 41 Sachen draufstehen, die mir gut tun. Der liegt auf meinem Schreibtisch (der ansonsten seeehr leer ist, grins!)

    Zitat

    wir seien eben seelische Kontergankinder und müssten nun damit leben und das Beste daraus machen.

    Sie hat sehr recht. Und hast du mal Behinderte kennengelernt? Was für eine Lebensenergie die freisetzen, ganz ungeniert...! Toll. Ich habe mal ein Werbeplakat gesehen für die Parolympics. Da sah man einen absolut durchtrainierten Muskelmann, der den Betrachter direkt ansah und sagte: "Ich lasse mich nicht behindern!" Und nur wenn man genau hinschaute sah man, daß er an beiden Beinen Oberschenkelamputiert war... Es ist unsere Entscheidung, uns behindern zu lassen, oder eben NICHT! Gleich ob wir seelisch oder körperlich amputiert sind.

    Kennst du die Bücher von Janet Woititz? - Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. - Um die Kindheit betrogen. Die beiden Bücher waren Meilensteine für mich. Darin geht es unter anderem auch um diesen ungestillten Hunger nach Liebe und Beachtung. EK's haben diesen Hunger in ihrer Herkunftsfamilie meist nie gestillt bekommen... Deswegen sind sie oft selber süchtig geworden (Sucht = die Suche nach der Befriedigung eines Bedürfnisses).

    Der Weg da heraus ist es, nicht länger die Eltern für meine eigene Bedürfnisbefriedigung zuständig sein zu lassen. Sie konnten und können es nicht... Sondern sich selbst für die Bedürfnisbefriedigung verantwortlich zu machen. Das klappt gut und schlecht gleichzeitig, denn die verschieden alten kindlichen bzw. erwachsenen Anteile in einem haben oft unterschiedliche Bedürfnisse. Dann hilft die innere Konferenz.

    Lieber Manfred, ich bin müd. Morgen habe ich frei, darauf freue ich mich sehr! Erst mal ausschlafen. Meine Tiere mal bei Tageslicht zu sehen...

    Das innere Kind. Wir lesen uns morgen.

    Bis denn, Linde

    Co.

    Schreib ich jetzt einfach mal so aus dem Bauch herau. :wink:

    Wenn er wirklich in absoluter Notlage gewesen wäre, hätte er dich sofort angerufen und nicht nur eine sms geschickt. Und vor allem hätte er dich nicht auf dein Angebot hin warten lassen, sondern sich sofort zurückgemeldet...

    Hilfe findet er im Krankenhaus. Oder beim Orthopäden... die kümmern sich um seine Knochen. Und der Abschleppdienst kümmert sich um sein Auto. Er braucht dich nicht.

    Er hat einfach Knöpfchen gedrückt: seine Handy Knöpfchen und deine Co-Knöpfchen.... so sehe ich das.

    Und du scheinst dich nicht wirklich wohl zu fühlen, daß du darauf angehupst bist, oder?