Beiträge von Linde66

    Hallo almacya!

    Hier ist ein Kommen und ein Gehen! :wink:

    Aber was ich echt klasse finde: du bist eine der wenigen, die TSCHÜSS sagen! (und DANKE auch :shock: ), gibt's heut oft gar nicht mehr...

    Manchmal verändern sich Lebenssituationen und andere Dinge sind 'dran'.

    Wenn du wiederkommen willst, weißt du ja, wo "wir" sind, vielleicht in bissel veränderter Besetzung...

    Alles Liebe, Linde

    Hallo, guten Abend!

    Zitat

    wo steht Karstens Gedicht?

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    Zitat

    Manchmal fühle ich mich innen richtig schmutzig.

    Da könnte ein Reinigungsritual helfen... Das Gefühl kenne ich sehr gut.

    Und für dein Gedankenkarussel kannst du dir vielleicht so eine Art innerer Stop-Taste installieren. Stell dir vor, da redet in dir drin einer immer wieder von Schuld, Briefen, Enterben, all das. Und du drehst einfach den Ton leise für den Moment... so eine Art Visualisierungsübung.

    Bei mir waren es nicht innere Texte, sondern Bilder. Wenn die alten Bilder herangeflutet kamen, dann stellte ich mir vor, daß es Photos sind, die ich UMDREHE. Die weiße Seite nach oben. Und die unmittelbare Panik und Verzweiflung war vorbei.

    Wie war deine Beratung?

    Bis bald und liebe Grüße, Linde

    Hallo an alle Ernährungsumstellungsgewillten hier!

    Ich habe mich früher schon mit gesunder Ernährung befaßt, war aber total inkonsequent. :roll:

    Der Auslöser für meine richtige Umstellung war folgendes: ich war auf dem uralten Jakobspilgerweg unterwegs, nicht die Gesamtstrecke, sondern die durch mein Bundesland - immerhin! 8)

    Auf dem Weg sein, auf meinem Weg sein, an meine Grenzen kommen, meine Grenzen erweitern, Schritt für Schritt Altes hinter mir lassen, schrittweise Neuland entdecken, meine Angst anschauen und weitergehen, einswerden mit dem Weg, Begegnungen zulassen, mich orientieren...... es war das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe.

    Ich kam endlich in Kontakt mit meiner Kraft! Ich habe ja oben geschrieben, daß ich jahrzehntelang meinen Körper nicht gespürt habe. Und nun war ich endlich wach!

    Ich kam heim und getragen von dieser meiner Kraft konnte ich so manches für mich verändern. Ich dachte: wenn ich DAS geschafft habe, allein diesen weiten Weg zu gehen, dann schaffe ich das und das und das und das AUCH!!!!!! Und genau so war es. Am Tag nach der Heimkehr warf ich komplett alle Nahrungsmittel aus konventioneller Herstellung in die Mülltonne, einfach raus damit! Dann ging ich LEBENSmittel einkaufen. Seit dieser Zeit esse ich biologische Vollwertkost.

    Das war 2003. Ich lasse nichts mehr in mich rein, was mir nicht gut tut.

    Klar kann jetzt nicht jeder hier lospilgern... :shock: :wink: , aber vielleicht gibt es ja für jeden eine individuelle Zäsur, einen Wendepunkt, ein Ritual, egal was... Hier paßt glaube ich Spedis Spruch: wer will findet Wege, wer nicht will sucht Gründe...

    Für mich hat es was mit Wertschätzung zu tun, daß ich gut mit mir umgehe. Mit mir wurde nicht gut umgegangen. Jetzt habe ich für mich die Verantwortung übernommen und hege und pflege mich. Bio Duschgel, Zahnpasta, Essen... unterm Strich ist es oft sogar billiger, denn ich brauche wesentlich weniger. Außerdem gehe ich sorgfältiger mit den Dingen um, nicht mehr so verschwenderisch und unachtsam wie früher.

    Mein Körper gehört wieder mir. Körperzellen erneuern sich ja ständig. Inzwischen habe ich das Gefühl, als ob jede einzelne dieser mißbrauchten, gequälten Körperzellen ersetzt wurde durch lebendige, fröhliche, bunte, gesunde, kraftspendende Zellen. Das Alte habe ich losgelassen, bis auf die Zellebene...

    Linde

    Hallo caro!

    Früher war mein Körperempfinden 'abgestellt'. Ich war wie im Nebel und habe mich nicht gespürt. Solange der s** Mißbrauch lief, war das ein Schutzmechanismus.

    Heute bin ich ganz und gar DRIN in mir und meinem Körper! Ich bin ein sehr sinnlicher, genußfähiger Mensch geworden.

    Ich tanze in der Küche herum, wenn gute Musik kommt. Ich singe und töne, wenn mir danach ist.

    Ich habe meine Ernährung von Dosen und Tüten komplett umgestellt auf biologische Vollwertkost - eine Geschmacksexplosion!

    Ich male, am liebsten mit Kreide, denn ich fühle die Kreide gerne an den Fingern.

    Ich gehe in die Sauna und ins Schwimmbad.

    Ich mache Sport und genieße es, meinen Körper als lebendig, warm, leistungsfähig zu erleben!

    Ich kann mich für die kleinsten Kleinigkeiten begeistern, die ich am Wegesrand entdecke. In der Natur zu sein, bei meinen Tieren zu sein, gibt mir unglaubliche Ruhe und Ausgeglichenheit.

    Früher war ich eßsüchtig. Ich habe wirklich JEDES Gefühl mit essen beantwortet. Ich hab sogar gegessen, wenn ich Durst hatte... Ich konnte es einfach nicht auseinanderhalten.

    Heute esse ich, wenn ich Hunger habe und höre auf, wenn ich satt bin.

    Ich esse, worauf ich Appetit habe. Wenn ich nicht genau weiß, worauf ich Lust habe, dann warte ich ein Weilchen. (früher habe ich mich quer durch den Kühlschrank gefressen, um am Ende festzustellen, daß ich DURST habe)

    Jetzt kann ich sagen, daß ich eine 'trockene' Eßsüchtige bin, denn ich habe gelernt, mit meiner Sucht umzugehen. Früher habe ich dem Freßdruck immer nachgegeben. Heute habe ich nur noch sehr, sehr selten Freßdruck, aber ich kann dann innehalten und den Trigger suchen.

    Früher war mein Körper der Ort der Schändung, eine leere Hülle oder eine kalte Eisenkugel. Heute ist mir mein Körper Heimat, Pol, Kraftquelle und "Exekutive", er ist warm, lebendig, schön und rein, pulsierend.

    Grüße, Linde

    Hallo Manfred!

    Das Angebot deines Therapeuten, dich durch diese schwierige Zeit zu begleiten, finde ich klasse. Für heute abend in der Gruppe wünsche ich dir einen guten Gedankenaustausch.

    Die Teddies sind gegrüßt, wobei sie im Moment eher zu Bibern mutieren! Sie nagen alles an, was aus Holz ist, die Zäune, die Hütte, einfach alles... :shock: Wenn's Spaß macht!

    Tschüß bis bald, Linde

    P.S. Hast du Karstens neues Gedicht schon gelesen?

    ....und ich hab dich schon vor meinem geistigen Auge mit Machete bewaffnet durch den Amazonasdschungel robben sehen! :shock::lol: 8)

    Und was ist? Frauenpower-Woche!

    Hey, du wirst TAAAAAGE brauchen, dich hier auf den aktuellen Stand zu lesen! Kauf dir genug zu essen ein, stöpsel das Telephon aus, koch dir 'ne große Kanne Tee und dann kann es losgehen....

    Freu mich, daß du wieder da bist!

    Alles Liebe und eine dicke Begrüßungsumarmung von Linde

    Wenn man einer Co etwas wünschen darf, dann wünsche ich dir crevette

    'trockene' 24 Stunden!


    Mit diesem wunderbaren Gruß verabschieden sich hier im Forum ganz oft die Alkoholiker voneinander. Sieben Tage erscheint mir bissel viel auf einmal... :wink:

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo,

    da bin ich wieder. Meinen Zottels geht's gut. Man meint, man könne zugucken, wie ihnen das Winterfell wächst...

    Was du schreibst hört sich nach AUSMISTEN an. Termine weglassen, die zu viel sind und eine Struktur in die Woche reinbringen, die für die aktuelle Situation passend ist. Aktive Zeiten und Erholzeiten, alleine sein und unter Leuten sein, die richtige Mischung macht's.

    Ja, hol dir alles an Hilfe, was du kriegen kannst, gibt ja zum Glück so einiges. Warst du eigentlich nochmal bei so einem Gruppentreffen? Oder hat dich die eine Frau so gestört, daß du lieber nicht mehr hingehst? Das mit der Beratungsstelle hört sich gut an. Kann dein Therapeut/in nicht eine Verlängerung beantragen? Wäre ja einen Versuch wert. Ich hab ja nach ein paar Jahren Verhaltenstherapie gewechselt zu Traumatherapie. Das wurde anstandslos von der Kasse bezahlt.

    Dein Kopfweh hört sich nach viel innerem Druck an. Wenn es gar nicht anders geht, nehme ich auch mal Tabletten. Aber meistens helfen mir Spazierengehen, Schlafen oder Atemübungen (nach Ilse Middendorf) - wird oft als Volkshochschulkurs angeboten. Gibt es aber auch bei niedergelassenen Atemtherapeuten als Einzelstunden. Hab ich auch schon ab und zu genommen und hat mir geholfen.

    Bei deinem Traum vom Hörsturz dachte ich, daß es wohl darum geht, auf die innere Stimme zu horchen und nicht mehr länger auf das, was die anderen außenrum sagen. Im realen Leben ist es oft so, daß streßgeplagte Menschen einen Hörsturz bekommen, die immer funktionieren müssen. Statt auf sich selbst zu hören, hören sie auf die "Zwänge" außenrum. Ungehorsam zu werden gegenüber den vermeintlichen Zwängen und lernen, der eigenen inneren Stimme zu gehorchen... das fiel mir dazu ein. Lieber selber sich aus dem Tohuwabohu zurückziehen, bevor der Körper die Schotten (Ohren) dicht macht...

    Dir krampft sich innerlich alles zusammen, dein Kopf tut weh, du träumst vom Hörsturz. Dein Körper sagt dir sehr deutlich, daß eine Grenze erreicht ist. Rückzug tut dir offensichtlich gut. Probier einfach alles aus, was dir bisher immer geholfen hat (brennt dein Kerzel heute?) und hol dir alles an Infos und Unterstützung, was du kriegen kannst. Ich bin sicher, daß du das schaffst. Es ist halt ungewohnt, die eigene innere Stimme höher zu werten als die Stimmen der anderen... Kein Wunder, daß du Angst kriegst. Eventuell ist es eine alte Angst. Vielleicht erinnert sich dein inneres Kind an eine schreckliche Angst, die es mal aushalten mußte. Mach alles, was dir JETZT gut tut, verwöhn dich, damit du wieder Kraft kriegst.

    Das Schreiben hier kann auch beim Sortieren deiner Gedanken helfen...

    Die Alkoholiker hier im Forum wünschen sich ganz oft 'trockene 24 Stunden'. Ich finde das so toll! Du hast das ja auch geschrieben: Nur für heute! Hey, wenn ich es schaffe, meine täglichen "Stapelchen" zu beackern, dann kriegst du das auch hin!

    Liebe Grüße, Linde

    Lieber Manfred!

    Zitat

    Ein Tag nach dem anderen.
    Nur für heute.


    Genau so machen es die Alkoholiker hier im Forum auch!! Und die haben Erfolg damit. 24 Stunden, nicht mehr!! 24 Stunden sind immer irgendwie machbar, und dann kommen ja die nächsten 24 Stunden. Oder du nimmst die Unterteilung noch kleiner; da hatten wir es die Tage ja mal davon.

    Ich schreib dir heut abend nochmal, muß gleich nochmal raus, die Zottels in den Stall lassen.

    Linde

    Ach Manfred. Ich kann gut verstehen, wie traurig dich das macht. Wenn man so unverhofft auf etwas stößt, was man innendrin eigentlich schon längst weiß...

    Mir fällt dazu eine 'nette' Familiengeschichte ein. Mein Bruder hatte Geburtstag. Ich war wie üblich nicht eingeladen. Alle anderen schon. Ich rief tags zuvor an, und sagte, daß ich gerne einfach so spontan zum Kaffee vorbeikommen würde. Fragte, ob es ihm recht sei und um wieviel Uhr die offizielle Familienkaffeetafel beginnen würde. Er tat ganz überrascht, daß ich überhaupt kommen wollte. Darauf ging ich gar nicht ein, blieb einfach freundlich.

    Jedenfalls kam ich am nächsten Tag mit meinem Geschenk zu der verabredeten Uhrzeit. Und was war? Für mich war nicht gedeckt. Ich war einfach nicht in denen ihrer Denke drin! Ich setzte mich also dazu. Alle tranken Kaffee, alle aßen Kuchen. Und ich wartete, ob es irgendwann irgendjemand auffallen würde, daß ich nix esse.... Nee, ich wartete vergeblich. Ich fühlte mich wie im falschen Film. Und irgendwie war es auch zum Lachen. Naja, in dem Moment nicht wirklich. Sie tun mir leid. Ich hab 'ne Weile mit Nichte u. Neffe gespielt und bin dann gegangen.

    Ich hab den Eindruck, wie wenn du dich mit dem Brief ziemlich unter Druck setzt. Schreib ihn doch einfach NOCH NICHT! Nur weil du einen Termin bei deinem Therapeuten hast, mußt du dich nicht vergewaltigen. Hast du das Gefühl, du müßtest wegen dem Termin bei deinem Therapeuten unbedingt jetzt schon den Brief schreiben? Wenn in dir drin es noch nicht so weit ist, dann geht das doch nicht. Ihr könnt ja irgendwas anderes besprechen!

    Meine Traumatherapeutin hat immer darauf geachtet, daß ich meine Ressourcen aktiviere. Schauen, wo meine Stärken liegen und auf denen aufbauen, damit ich stabil bleiben kann, wenn es mal turbulent zugeht. Ich finde es für mich kontraproduktiv immer nur den Fokus auf dem zu haben, was ich noch nicht hinkriege!!!

    Ohne daß ich Jura studiert habe, wag ich mal zu behaupten, daß du nicht enterbt werden kannst. Du tust denen nix. Enterbt kann man nur werden, wenn man ihnen was schlimmes antut. Und du läßt sie einfach nur weg. Mehr nicht. Weglassen ist kein Straftatsbestand...

    Zitat

    Was soll ich in diesem Brief schreiben? Was gibt es für Alternativen?

    Am Ende kommt vielleicht raus, daß du auch den Brief weglassen könntest... Nur so eine Idee...

    Ich mache es mir wahrscheinlich gemütlich am Wochenende. Mal sehen, im Nachbardorf ist eine Ausstellung, vielleicht kämpfe ich mich durch den Schnee.. soll ja heut nacht richtig losgehen!

    An so Sachen, wie du jetzt erlebt hast, da kannst du nur deine eigene Lebendigkeit gegensetzen. DU bist für DICH da, du spielst für dich die erste Geige. Umgib dich mit Leuten die dir gut tun und die dich wertschätzen. Ich drück dich aus der Ferne und wünsch dir eine schöne Zeit am Wochenende!

    Linde

    Zitat

    Ich muss da irgendwie durch.

    Nee, nicht IRGENDWIE, denke ich gerade. Und MÜSSEN ist auch so 'ne Sache. Ich bin sicher, daß wenn du weiter so achtsam bist, dann hörst du, was dein Bauch wann wem zu sagen hat.

    Zitat

    Ich will leben und dass sich etwas ändert.

    Du lebst doch jetzt schon und du hast in der letzten Zeit schon so viel verändert! Nämlich deine Einstellung! Und du kannst dich an den kleinen Dingen des Lebens zunehmend mehr erfreuen, das ist Leben!

    Irgendwann hast du die Grauskala durch, und dann kommt das Bunte... :wink:

    Grüße, Linde

    Hallo Erik,

    ich bin 2003 auf dem Jakobsweg unterwegs gewesen. Am Anfang hatte ich 11 Kilo Gepäck im Rucksack und dachte, das wird schon irgendwie gehen. Alles war ja wichtig, was ich dabei hatte.

    Dann merkte ich, wie schwer mir das Gepäck wurde. Aber ich wollte das trotzdem durchziehen, mit dem ganzen Gepäck. Schritt für Schritt hab ich aber begonnen umzudenken. Bei jeder Tagesetappe hab ich etwas anderes zurücklassen können. Und war irgendwann bei 6 Kilo. Damit bin ich angekommen.

    Das Loslassen habe ich als Chance empfunden, und als eine Konzentration auf das, was mir für genau den Moment am Wichtigsten war. Es war wie eine Befreiung. Damals befreite ich mich von den Kilos. Aber es war wohl viel mehr, wovon ich mich befreite.

    Ich wünsche dir trockene 24 Stunden. Ihr schafft das, deine Familie ist ja auch sowas wie eine Ressource.

    Liebe Grüße, Linde (EK)

    Hallo Manfred.

    Mir tut der 'Briefwechsel' mit dir auch gut. Es ist nicht dieses Hin-und Her im Minutentakt, das manche hier pflegen. Das hat zu gegebener Zeit auch etwas für sich. Ich schätze an unserem Austausch diesen ruhigen Fluß der Gedanken.

    Mir ist auch aufgefallen, daß ich zwar noch immer viel in anderen Threads lese, aber ich hupse nicht mehr auf alles an. Es kehrt Ruhe ein. Du hast recht, wenn du sagst, daß die Geschichten hier zum Teil richtig aufwühlen und an die eigenen alten Erlebnisse erinnern. Es ist wie eine Zeitreise: ich kann mich in den verschiedensten Alters- und Reifestufen wiedererkennen. Und manchmal möchte ich "eingreifen", weiß aber, daß jeder seinen Weg gehen muß. Das Überspringen von Entwicklungsschritten ist wohl Utopie. Es geht nicht, jemanden durch Worte zu einer Einsicht hinzubringen, wenn er sie nicht bzw. noch nicht aus sich selbst heraus leben kann.

    Gestern abend ging ich früh ins Bett, schlief bis etwa 24 Uhr, wachte auf und konnte nicht mehr einschlafen. Dann setzte ich mich an den Computer, die Katze kam auf den Schoß gesprungen, so kann man es aushalten... Als ich dann um halb drei ungefähr ins Bett ging, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Bis halb 5 döste ich so vor mich hin. Ging mir aber gut dabei.

    Deine Lichtblickoma, blieb sie dann für immer im Heim, oder kam sie wieder? Mich hat deine Geschichte gerührt. Wie einfach ist es, ein kleines Kind aufzufangen, zu trösten... und wie sehr haben sie versagt. Dein Verhalten als Masche oder Einbildung abzutun ist einfach. Der schwierigere Weg wäre gewesen mal hinzuschauen, was du WIRKLICH brauchst, was wirklich los ist. Aber das konnten sie nicht. Es gab ja etwas Wichtigeres als dich.

    Ich bin auch raus, so oft ich nur konnte. In den Ställen, im Wald, im Garten - überall fühlte ich mich wohler und sicherer als im Elternhaus. Ich erinnere mich, daß ich eines nachts einfach mal losgegangen bin. Ich muß so etwa 16, 17 gewesen sein. Es war Nacht, Winter, es lag 10 cm Schnee. Ich bin einfach losgegangen, querfeldein, immer Richtung Norden, parallel zu meinem großen Fluß. Etwa 5 km weit bin ich gekommen. Dann "erwachte" ich. Ich hatte ja kein Ziel. Kein Gepäck. Kein Geld. Ich stapfte zur nächsten Straße und trampte heim. Da erst bekam ich Angst, bei dem wildfremden Mann im Auto. In der Natur habe ich nie Angst. Was diesem Ereignis vorangegangen ist, hat mein Gehirn gelöscht. Mir fehlen deshalb sehr viele Zeiten.

    Ich fühlte mich absolut allein, ohnmächtig, in der Situation gefangen. Wo sollte ich hin? Meine Hilferufe hat niemand richtig als solche gedeutet. Wenn ich bei dir lese, wenn ich dir das hier schreibe, dann denke ich an diese unglaublich langen Zeiträume! Eigentlich ist es ein Wunder, daß wir noch da sind. Wir waren jahrelang diesen Traumatisierungen ausgesetzt.

    Aber inzwischen denke ich, daß "ICH" mehr da bin, als ich es je hätte sein können, wenn ich eine behütete Kindheit gehabt hätte. Etwas in mir wollte überleben und hat dafür ALLE Möglichkeiten aus mir herausgekitzelt. Find ich gut. Auf das Riesenrepertoire kann ich heute zurückgreifen.

    Wie bist du heute nacht damit umgegangen? Ich schreib Träume immer auf. Ein Blatt Papier liegt immer neben dem Bett. Wenn ich wach genug bin versuche ich mich an einer Deutung. Oder ich stehe auf, Licht an. Kakao trinken, irgendsowas.

    Mir geht's bissel besser als gestern.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Manfred!

    Ist das Kopfweh weniger geworden? Also rein mechanisch denke ich, daß telephonieren schon auch anstrengend ist. Klar hat man so Phasen, wo man stundenlang reden will. Aber am Telephon ergibt sich ja durch das Halten des Hörers so eine Art Zwangshaltung, die vielleicht im Schulter-Nackenbereich Verspannungen auslöst und die Kopfschmerzen mitverursacht. Aber vielleicht ist es auch der Inhalt der Telephonate....? oder gar der Gesprächspartner... ?

    Ich kann die Vorweihnachtszeit richtig genießen! Die Lichter, die Ruhe. So nach und nach werde ich, wie auch die letzten Jahre, anfangen mein Häuschen zu schmücken. Ich mache das nicht auf einmal, sondern von Woche zu Woche kommt etwas dazu. Freue mich schon sehr darauf!

    Zu etwas, was du geschrieben hast, habe ich ein Bild bekommen:

    Zitat

    Ich hatte früher teilweise kleine Wutanfälle, d.h., wenn ein Gegenstand z.B. nicht wollte wie ich bin ich gleich sehr ungehalten geworden in Form von schnellen aggressiven Bewegungen (schwer zu beschreiben). Irgendwann wurde mir klar, dass diese Handlung Aggression gegen MICH ist


    Ich habe die Assoziation, daß du als Erwachsener die Szenen wiederholt hast, die dir selbst als Kind widerfahren sind. Wenn du den "Gegenstand, der nicht so wollte" gleichsetzt mit dir als kleiner Junge. Und wenn nicht du die schnelle aggressive Bewegung machst, sondern deine Eltern. - Dann bist du in der alten Situation. Und du hast recht: es ist Aggression gegen dich.

    Daß du an diesem Punkt weitergekommen bist, freut mich sehr. Es reicht, wenn uns in der Vergangenheit Aggression widerfahren ist. Wir müssen uns nicht auch noch selber wehtun.

    Gelassenheit, das gelingt mir auch immer besser. Ich glaub, wir sind echt auf einem guten Weg inzwischen, auf UNSEREM. :D

    Grüße von einer Nachteule, Linde

    Liebe Alpenrose!

    Im Moment geistert das Thema 'Weihnachten' durch sehr viele Threads. Und gerade bei den Co und uns EK kommt oft durch, daß die Situation beim "Fest aller Feste" erduldet und erlitten wird. Da werden wider besseren Wissens Kompromisse gemacht, die sich im Bauch richtig krumpelig anfühlen...

    Wenn ich dich dann lese, dann empfinde ich das als Vorbild:

    Zitat

    Darum werde ich das Fest diesmal ganz anders gestalten, damit Gedanken an alte Gewohnheiten gar nicht aufkommen.

    Die Betonung liegt auf dem Wort "gestalten"! Das macht glaube ich den Unterschied aus. Sich selbst die Zeit so gestalten, daß es sich gut anfühlt! Ich bin Single und du glaubst nicht, WIE schön ich mir mein Häuschen dekoriere! Das macht mir soviel Freude! Ich mache mir nicht erst dann ein schönes Fest, wenn ich wieder mit jmd. zusammen bin. Und ich fahre auch nicht zu meinen Eltern, nur damit ich Heilig Abend nicht allein bin. Heilig Abend ist mir heilig. Ich gehe in die Mette, mache einen schönen Spaziergang, sitze wie jedes Jahr lange im Stall und schaue meinen Tieren beim Fressen zu...

    So hat es jeder in der Hand, SEIN Weihnachten zu gestalten.

    Alles Liebe, Linde

    Völlig egal wie du dich verhälst, er scheint ja eh immer die anderen dafür verantwortlich zu machen, wie schlecht es ihm doch geht...

    Und du bist NICHT für ihn und seine Reaktionen verantwortlich. Er kann wütend sein, gekränkt, geknickt wie eine Primel, er kann alles mögliche sein, aber das sind SEINE Gefühle!

    Du bist nur für DICH verantwortlich. Und den Schuh 'Arschlochkarte', den mußt du dir echt nicht anziehen. Versuch bei dir zu bleiben, du bist doch so gut schon auf deinem Weg!

    Zitat

    "Ich glaub, es hackt!", sagt man hier im Norden.

    Und hier im Süden sagt man: "Ich glaub, es baggert!!"

    Hallo Manfred!

    Wie war dein Wochenende mit Grübelauszeit? Mir geht's ähnlich: manchmal muß ich alles erst mal sacken lassen, bevor ich wieder 'input' zulasse.

    Mein Kopfweh ist besser, nur die Müdigkeit ist noch grenzenlos. Vielleicht ist in deinem Kopf noch zu viel, was da nicht hingehört, sondern ins Herz, den Bauch oder die Muskeln? 8)

    Alles Liebe und einen guten Wochenanfang,

    Linde