Beiträge von Linde66

    Weißt du, die Zeit in der du dich mit IHM und SEINEN Themen beschäftigst, fehlt dir um dich mit DIR und DEINEN Themen zu befassen: deine Hobbies, Freunde, alles mögliche halt...

    Mein Ex hat mich noch Jahre nach der Trennung angerufen, wenn es IHM dreckig ging. Und mich zugetextet und mich als Mülleimer mißbraucht. Und ich? Ich hab aufmerksam zugehört, stundenlang, immer in der Hoffnung, daß er wiederkommt. Als ich das endlich kapiert habe und vor allem als ich mich selber endlich wertschätzte, da konnte ich das abstellen. Ich habe mich einfach nicht mehr zur Verfügung gestellt. Soll er einer anderen die Ohren volljammern!

    Hi almacya!

    Wenn es dir wirklich ernst ist mit dem Kontaktabbruch, dann würde ich ihm nicht antworten. Gar nicht! Denn es ist ja bereits alles gesagt... mehrfach gesagt...

    Ist es dir ernst mit dem Kontaktabbruch?

    Wenn er dir mails auf den PC schickt, kannst du diesen Empfänger als Spam markieren und dein Computer sortiert die mails dann automatisch aus. Und Ruh is!

    Wenn er dir sms auf's Handy schickt, dann könntest du dir eine neue Nummer zulegen. Und Ruh is!

    Oder hegst du insgeheim noch die Hoffnung, daß die "erlösende" Jetzt-ist-alles-wieder-gut-mail kommt?

    Liebe Grüße von Linde

    Hallo Walküre! 8)

    Viel Spaß euch Weibern beim Palaver!

    Kannst du dir eigentlich die Bücher nicht per mausclick bei a***** schicken lassen? Ich hab mir schon CD's u. Bücher z. B. aus den USA schicken lassen können ohne Probleme. Dauerte nicht mal 14 Tage.

    Servus aus good old Germany

    Linde

    Ich meine, daß Kinder unter Einbeziehung des Jugendamtes ab dem 14. Lebensjahr selbst entscheiden dürfen, ob sie im Elternhaus bleiben möchten oder nicht.

    Ein Gang zum Jugendamt könnte die Frage klären, ob ein Stiefkind mit dem nicht-verwandten Elternteil zusammen ausziehen kann.

    Grüße, Linde

    Grüße ans Krankenlager! Hallo Gatita!

    Ich kopiere hier mal was rein vom 21.10.:

    Zitat

    Und die Zeit bis zum nächsten Rendez-vous ist keine Warte-Zeit, sondern DEINE Lebenszeit, die du besser für dich selber nutzt: schwimmen, lesen, keine Ahnung was sonst noch...

    Zitat:
    Fast nix geht schneller, als mich selbst runterzumachen, wenn ich mich nicht sofort bestätigt fühle.
    Co, ick hör dir tapsen! Bestätigung kriegst du wunderbar und sofort und ganz viel von DIR SELBER! grins. Da brauchst du niemanden dafür! Wie war das nochmal mit den Grundbausteinen für Co's? grins

    Ehrenrunde?! :wink:

    Kann das sein, daß dein Körper dir eine Zwangspause verordnet, damit du mal wieder den Fokus auf dich lenkst? Gegen Krämpfe helfen mir Wärmflasche und Tee und vor allem im Bett liegen bleiben.

    Das mit der Flexibilität ist bei mir ganz genauso: überall bin ich ziemlich fit, nur in nahen Beziehungen "brauche" ich die Planbarkeit. Und wenn ich schreibe "brauche", dann ist das ein deutliches Zeichen für Co.!! Eigentlich sollte es ja wohl so sein, daß man den Partner genießt, wenn er da ist, und wenn er nicht da ist, dann genießt man sein eigenens Leben. Dein Leben ist KEINE Wartezeit, sondern Lebenszeit die verrinnt, wenn DU sie nicht mit Leben füllst. Er ist nicht dafür zuständig, dir deine Lebenszeit auszufüllen!

    Zitat

    Vertrauen ... worauf? Wahrscheinlich in erster Linie auf mich selbst. Ich kenne mich. Das erste, was ich mache, ist, ihn wieder aus meinem Herzen zu schieben, damit er mir nicht weh tun kann. Abwehrhaltung. Katzbuckeln. Fauchen. Wer bleibt aber dann schon gern freiwillig.


    Was du hier schreibst, ist oft bei erwachsenen Kindern. In unserer alten kindlichen ohnmächtigen Situation wurde uns weh getan, wir wurden 1000mal im Stich gelassen, alles war völlig unberechenbar. Wir haben nie gelernt, uns vertrauensvoll auf jmd. zu verlassen. Und bevor wir HEUTE zulassen, daß wir wieder in eine ohnmächtige Situation kommen, drehen wir den Spieß um, und "zwingen" den Partner durch unser grausliches Verhalten dazu, uns zu verlassen. Damit haben wir wieder die Kontrolle über die Situation. Besser wir kratzen und fauchen ihn weg, als daß er uns verläßt... So läuft das oft bei EK. (Bei Woititz gibts ein Kapitel über genau diese Szenen.)

    Kannst du dich heut bissel ausruhen oder mußt du zur Arbeit?

    Erst mal gute Besserung! Linde

    Hallo almacya!

    Das mit deiner Schwester ist natürlich schwierig. Wäre schon toll gewesen, wenn ihr da eine Linie fahren würdet... Aber es ist so wie es ist, leider.

    Deine Idee, ihr die Grundbausteine auszudrucken finde ich sehr gut. Mehr kannst du nicht tun. Wenn sie tatsächlich co-abhängig ist, dann hast du auf sie keinen Einfluß, kannst ihr nicht helfen. Vielleicht erkennt sie ja irgendwann die Zusammenhänge und merkt, daß sie gar nicht mehr ihr eigenes Leben lebt, sondern nur noch um ihre Mutter kreist..

    Nee, bleib du dir treu und hör weiter auf dein Gefühl. Und gerade deine Berufslaufbahn solltest du völlig frei und unabhängig planen!

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo, es ist Vollmond! :shock:

    Geht's euch allen gut?

    Roa, bei mir war es auf jeden Fall so, daß ich zunächst den 35 km - Abstand brauchte, und den etwa 5 Jahre lang, damit ich den inneren Abstand entwickeln und festigen konnte. Manche Leute kriegen das ohne räumliche Distanz hin, aber ich frage mich, ob die sich da nicht etwas vormachen? Vielleicht haben sie nur gut funktionierende Verdrängungsmechanismen... und irgendwann ein Magengeschwür...

    Ich finde es schön, daß du Geige spielst, Manfred. Da du nur wenige Sätze davor geschrieben hast, wie geräuschempfindlich du nach den Verbalattacken bist, kommt es mir vor, wie wenn du dich mit deiner Musik selbst heilst! Wie schön, daß du diese Möglichkeit für dich hast.

    Zitat

    Aber an erster Stelle muss stehen, was ICH brauche für meine Heilung. Nicht als Reaktion auf sie, sondern als Aktion für mich.

    Die Einstellung habe ich auch. Ich will agieren, nicht re-agieren. Und schon gar nicht will ich im vorauseilenden Gehorsam Dinge tun oder lassen, nur damit der schöne Schein gewahrt bleibt. Nee, die Zeiten sind vorbei!

    Zitat

    Naja, soviel zum Sortieren. Ist nicht wirklich sortiert, nä?

    Bei deinem letzten Absatz hab ich laut rausgelacht und gerufen:
    JA! Ich hab nämlich absolut den Eindruck, daß du dich durchgewurschtelt hast! Der Dialog mit den inneren Stimmen war ja wirklich klar und eindeutig. Und am besten hat mir diese Aufmüpfigkeit gefallen, da blitzt dein Humor durch! Gefällt mir.

    Nö! Aushalten muß hier keiner mehr was, so sehe ich das. Wir haben lange genug alles mögliche und unmögliche ausgehalten. Das reicht für 100 Mann und 1000 Jahre. finis!

    Alles Liebe, Linde

    Hallo liebe Roa!

    Morgen ist Vollmond, vielleicht liegt's daran, daß "es" mit mir durchgegangen ist...? :wink:


    Guten Abend Manfred,

    hab gerade nochmal in Ruhe gelesen. Ich finde, du machst das echt gut. Du merkst sofort, wenn dir jemand was ausreden bzw. was einreden will. Und was sagt deine innere Stimme zu dem Ganzen? Hat es sich inzwischen bissel sortiert?

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo,

    als ich das gelesen habe, habe ich erst mal schlucken müssen. Und mich erinnert, daß mir meine Patentante (die Schwester meiner Mutter) mal gesagt hat: Du bist schuld, daß deine Eltern damals heiraten mußten!

    Schrecklich. Die ahnen nicht einmal, was sie uns Kindern mit solchen Sprüchen angetan haben. Und wenn wie bei dir sogar das Thema Abtreibung in Raum stand? Ich bin sicher, daß du das "mitgekriegt" hast, vielleicht schon im Mutterleib. Ganz schön heftig.

    Aber wir waren Kinder! Wir waren nicht schuld an irgendetwas und schon gar nicht waren wir verantwortlich für etwas! Und heute sind wir es auch nicht!

    Von daher find ich es super, daß du deiner Linie treu bleibst, auch wenn es schwierig ist.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo, nur ganz kurz, muß auch gleich weg.

    Zitat

    Sind diese Zugeständnisse nun Merkmale dafür, dass ich doch gute Eltern habe? Darf ich mich nun doch nicht lösen und schuldfrei fühlen?

    Völlig egal, ob sie "mal" Einsicht in ihr Fehlverhalten hatten bzw. ob man gute oder schlechte Eltern hat (und meistens sind sie ja eine aberwitzige Mischung aus allem!) darf man sich lösen, muß es sogar, um zu wachsen und seinen eigenen Weg zu gehen. Und schuldfrei bist du sowieso! WIR WAREN KINDER! SIE WAREN DIE ERWACHSENEN!!! Ich frag mal bewußt provozierend: bin ich schuld, daß mein Vater mich angefaßt hat? nur weil ich existiert habe? nur weil ich ein Mädchen war? und hübsch aussah? NEIN, ich bin nicht schuld! Hey, ich war 4! und 5 und 6 und.....17 Jahre alt. Manfred, wir waren Kinder! Und kein Argument auf diesem Planeten entschuldigt IHR Verhalten!

    Erklären kann man ihr Verhalten vielleicht. Die Eltern haben es aufgrund ihrer eigenen Biographie so gut oder schlecht gemacht in der Erziehung wie sie es eben konnten... Das sehe ich bei meinen Eltern so. Sie haben ihre guten Anteile und die Monsteranteile. Wir haben gute und schlechte Eltern gleichermaßen...

    Aber völlig unabhängig davon DÜRFEN wir unseren eigenen Weg gehen. Vor schlechten Eltern hast du Angst und traust dich nicht, dich zu lösen? Bei guten Eltern traust du dich nicht zu lösen, weil du dich verpflichtet fühlst? Woran fühlst DU dich schuldig/verantwortlich - an ihrem Gutsein, an ihrem Schlechtsein? Hier ist wohl wieder der Alkoholiker-Family-Umkehr-Mechanismus am Werk: die Kinder kriegen vermittelt, daß sie für das Verhalten und Befinden der Eltern verantwortlich sind. Bl*dsinn! (tschuldigung!) Mit mir geht's grad durch.

    Schau mal auf ihr SO-SEIN. Sie SIND diese Mischung. Sie sind gut und schlecht und nicht perfekt und sie sind so wie SIE sein WOLLEN! Und du mußt nicht deine Entscheidungen davon abhängig machen, wie ihr SO-SEIN oder ihr Verhalten ist. Wir Kinder sind nur uns selbst verpflichtet, wir sind selbst verantwortlich dafür, daß es uns gutgeht. Und wenn das heißt Abstand, dann stell Abstand her: du darfst nicht nur, sondern du solltest, damit es dir gut geht und du zur Ruhe kommst. Kannst dir ja dabei vorstellen, du nimmst das innere Kind an die Hand und sagst: komm wir gehen und suchen uns ein ruhiges Plätzel...

    Ich find's wirklich ziemlich verworren, aber vielleicht entwirrt sich das Ganze noch! Und ich merke, das Thema hat absolut auch mit mir was zu tun!

    Linde, der viel im Kopf rumgeht.. vielleicht schreib ich heut abend nochmal

    Hallo almacya,

    deine Eltern und die Sucht... , meine Güte.

    Gut ist, daß du dich gegenüber dem Suchtverhalten deines Vaters so gut abgrenzen kannst.

    Hast du eine Idee, warum du aber bei deiner Mutter immer wieder von DEINEM Weg abkommst? Welche Knöpfchen läßt du bei dir drücken?

    Irgendwas muß ja anders sein.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo gatita!

    Sowas, wie mit dem Freund deiner Bekannten hab ich noch nie miterlebt. Aber mir fiel dazu ein, ob er vielleicht einen Trigger hatte? Ein Auslöser, der ihn in eine ALTE Erstarrungssituation zurückkatapultierte? Hört sich echt heftig an, was du beschreibst. Ich sehe das wie du: er wird seinen Weg finden müssen und ihr seid nicht seine Therapeutinnen...

    Dein verquerer "Freund" hat sich mal wieder gemeldet und du hast dich konsequent verhalten. Gut! Daß du gezittert hast, glaube ich dir aufs Wort, so Überraschungs-Anrufe reißen einem aus dem Alltag und sind schwer zu kontern. Hast dich tapfer geschlagen!

    Und der erste Streit war auch noch... Meine Güte, was für ein Wochenende! Ich kenne solche Situationen noch gut aus meiner letzten Beziehung. Für uns EK ist es wichtig zu wissen, was geplant ist. Damit wir uns darauf einstellen können. Bei uns war NIE Verlaß auf etwas... Deine Reaktion ist "normale" EK-Reaktion.

    Guck mal in den Büchern von J. Woititz "Um die Kindheit betrogen" bzw. "Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit". Die Bücher werden hier auch offiziell im Forum empfohlen. Ich hab sie schon länger her gelesen und konnte unglaublich viel für mich herausziehen. Unsere prägenden Erfahrungen, was Beziehung angeht, waren nun mal unsere Eltern-Kind bzw. Vater-Mutter Beziehungen, in denen wir aufgewachsen sind. Und so funktionieren wir heute zum Teil immer noch.

    Es war wahrscheinlich deine ALTE Angst, im Stich gelassen zu werden.

    Zitat

    ein Gefühl des Verstoßenwerdens, der Unsicherheit, nicht zu wissen, was als nächstes kommt. Aus einer guten Phase rauskatapultiert werden, wie seinerzeit halt auch,

    Genau das meine ich. Gar nicht so einfach, die ALTEN Gefühle nicht immer wieder die Regie übernehmen zu lassen, in einer NEUEN, aber ÄHNLICHEN Situation!

    Zitat

    eine etwas erschöpfte gaitia


    Alles Liebe, ich drück dich aus der Ferne. So erschöpft wie du bist, weißt du ja gar nicht mehr wie du heißt, grins

    Linde

    Hallo Manfred,

    jetzt mußte ich aber doch grinsen:

    Zitat

    dass Du, Linde, in so relativ kurzer Zeit so viel erreichen konntest.

    Ich kann mit dir und deinen 25 Jahren Therapie ganz gut mithalten! Angefangen hab ich mit vielen Jahren Verhaltenstherapie. Dann kamen z. T. parallel dazu 2x versuchsweise SHG, war damals aber nicht das Richtige für mich. Dann Körpertherapie (Atemtherapie n. Ilse Middendorf) bis zum heutigen Tag. Kunsttherapie eine zeitlang. Und wie gesagt die 2 Jahre Traumatherapie. Alles ist relativ, sagte schon Einstein... Ich habe alles angenommen, von dem ich merkte, daß es mir hilft. Wie lang das dauert? Völlig wurscht! grins

    Ja, was ist seelisches Trauma?

    Ich würde sagen eigentlich ALLES, was die menschlichen Belastungsgrenzen übersteigt. Egal ob das ein einmaliges Erlebnis ist oder ob man über einen längeren Zeitraum einer schlimmen Situation ausgesetzt ist. Wenn nicht die Möglichkeit besteht, das Geschehene für sich aufzuarbeiten, es in die eigene Biographie zu integrieren, sondern es in einem drin unbearbeitet "eingefroren" wird, dann ist man traumatisiert. In sogenannten 'Flashbacks' sauste ich gefühlsmäßig 1000x wie in einer Zeitmaschine aus der Ist-Zeit in die Vergangenheit hinab. Auslöser dafür waren oft Gerüche, Geräusche, bestimmte Dinge, Orte, Gesten.

    Eine einmalige Gewalterfahrung kann evtl. genauso schwer verarbeitet werden, wie jahrelanger Mißbrauch, Vernachlässigung oder Demütigung. Wenn du dich näher informieren willst, schau mal bei w*k*ped*a unter "Trauma (Psychologie)". Diese Definition finde ich sehr gut. Und bei Luise Reddemann finden sich sehr gute Bücher. Mir hat das Lesen von Fachbüchern immer geholfen, hinter die Dinge zu kommen.

    Zitat

    Was könnte ich denn diesem Jungen heute mal Gutes tun?

    Frag ihn einfach. Reddemann schreibt von der 'inneren Konferenz'. Wende ich sehr oft an. Bei mir sind es mehrere innere Kinder in verschiedenen Altersstufen, mit z. T. konträren Bedürfnissen. Außerdem kann man sich einen 'inneren Helfer' vorstellen.

    Eines meiner inneren Kinder ist ein etwa 10jähriges Mädchen mit völlig roher, verbrannter Haut. Sie ist gut aufgehoben an einem ganz besonderen inneren Ort, den ich per Imagination für sie geschaffen habe: eine schöne Tropfsteinhöhle, kühl, feucht, wo ihre Haut nicht mehr brennt und sie keine Schmerzen mehr hat. Ihr innerer Helfer und der einzige Begleiter, den sie bei sich akzeptiert ist eine Fledermaus.

    Vielleicht geht das hier zu weit? Es gibt ja hier im Forum einen Thread "Wie weit darf die Hilfe im Forum gehen?" oder so ähnlich.. Ich schreib hier nichts aus Büchern ab, es ist mein Weg, vielleicht kannst du dir ja was davon rauspicken. Für jeden ist der Weg anders.

    Du merkst, daß sich Imagination (sich mit dem inneren Kind unterhalten, es an einen sicheren Ort bringen, es versorgen mit allem was es jetzt braucht) und Rituale (kleine Zeremonien, die man tatsächlich durchführt) irgendwie ähneln, man sie sogar kombinieren kann. Manchmal habe ich mich sogar von Träumen inspirieren lassen. Ich finde das ganze Thema total spannend. Wir Menschen haben das Bedürfnis, daß sich ein Erlebnis "rund" anfühlt, die Dinge zu einem guten Ende kommen. Mir ist es gelungen, auf die eben beschriebene Art, meine Traumatisierungen in meine Biographie zu integrieren. Es fühlt sich jetzt gut und rund an. - Merke gerade, wie erleichtert ich darüber bin.

    Zitat

    " Ich bin nicht schlimm, ich bin gut so und liebenswert."

    Du bist genau richtig, so wie du bist. Wie du auf deinem Weg bist - bzw. deinem Fahradweg! :wink: Bei mir ist's zu buckelig zum radeln, ich bin deswegen immer auf Wanderschaft. Hauptsache wir sind alle hier in Bewegung, UNSERER Bewegung auf UNSEREM Weg.

    Bis denn, Linde

    Zitat

    Projekt 2 (das, was Nächte in mehrere Abschnitte a 2 Stunden zerteilt): in Arbeit Winken


    Jetzt wissen wir auch alle, was ihr auf eurer Schiffsreise auf der Überfahrt ZWISCHEN den Inseln gemacht habt... 8)

    Liebe Grüße, Linde

    Liebe Alpenrose!

    Wollt dich nur mal kurz hier besuchen und dir sagen, daß ich bei dir gerne lese.

    Zitat

    Doch ich muss Euch nun auch sagen, dass ich manchmal am Tag einfach innehalte, in mich hineinhöre und für mich ganz allein lächeln muss, weil ich mich einfach so freue, dass ich nicht mehr trinken muss.


    Des Satz find ich einfach stark. Und wenn du das Wort "trinken" ersetzen würdest durch "essen", dann sind wir bei mir...

    Nur weiter raus mit den Emotionen! Wenn man mal damit angefangen hat, hört das gar nimmer auf... :shock::D

    Grüße und eine schöne trockene Zeit.

    Linde

    Hallo Roa, hallo Manfred,

    das mit den Ritualen habe ich auch in der Traumatherapie kennengelernt, war aber schon vorher aus mir selbst heraus in der Richtung unterwegs.

    In der Traumatherapie bei mir ging es ja auch darum, die inneren "eingefrorenen" Kinder zu entdecken, sie vorsichtig zu berühren und schauen, was ihnen fehlt... Und sie dann zu versorgen.

    Jetzt als Erwachsene, kann ich die kleinen Kinder, die ich mal war, mit aller der Liebe und Verständnis versorgen. Ich bin jetzt 42. Von 38-40 ging die Traumatherapie. Vorher hätte ich es nicht gekonnt, mich den inneren Kindern zuzuwenden. Die schmerzhaften Erinnerungen waren zu überwältigend.

    Aber für diese "Begegnungen" gibt es ja den Schutzraum des Therapiezimmers. Und es gibt gute Bücher über Traumatherapie z. B. von Luise Reddemann. Sie arbeitet auch viel mit Ritualen, Symbolen, Bildern...

    Das Wort "verrückt" beschäftigt mich: ver-rücken, mal die festzementierten Strukturen infrage stellen.. etwas ganz anders machen als gewöhnlich... mal die eingefahrenen Gleise verlassen.. die Dinge an einen anderen Platz rücken...

    Da bin ich doch gern bissel verrückt mit meinen kleinen Ritualen! 8) Und draußen inmitten der Natur geht mir einfach das Herz auf. Da fühle ich mich sicher.

    Manfred, was machen eigentlich unsere Schafe???

    mäh! und gut nacht, Linde

    Hi,

    bitte nicht schräg auffassen: ich freu mich über jede Leiche in meinen Träumen.

    Leichen, Tod u. ä. interpretiere ich so, daß man einen Lebensabschnitt am Abschließen ist. Man läßt irgendetwas hinter sich. Das Alte stirbt, dann erst kann das Neue heranwachsen. Ich schließe mit einem Thema ab. Und das ist doch was Gutes... Ein Mord im Traum oder panische Angst heißt für mich, daß ich Angst habe, daß ein Gefühl über mich hereinbricht, oder ich Angst habe etwas loszulassen.

    Ich finde mein Traumsymbolbuch ist eine wahre Fundgrube! Traumtagebuch führe ich schon seit ich Teenie bin. Gerade das Aufschreiben von Alpträumen nimmt denen ihre Bedrohlichkeit.

    Linde

    Hallo Manfred!

    Das mit den kleinen Ritualen hab ich aus mir selbst raus entwickelt. Wahrscheinlich war eine meiner Vorfahrinnen eine Hexe oder ein Kräuterweiblein...

    Ich bin da mit der Zeit immer mutiger geworden. Damit meine ich nicht, daß ich spektakuläre Sachen mache. Sondern ich höre in mich rein, was denn jetzt gerade paßt, und das mache ich auch, selbst wenn es erst mal bissel verrückt anmutet.

    Ich finde es befreiend, wenn ich in einer Art Ritual, kleiner Zeremonie o.ä. einen Wendepunkt in meinem Leben markieren kann. Oder eine bestimmte Lebensphase abschließen kann. Und vor allem: lange zurückliegende Ereignisse für mich selber wenn es für MICH soweit ist endlich abschließen kann. Warum also nicht alte Beeren im Wald vergraben unter einem Baum, an einem Felsbrocken? Oder gammelige Äpfel so weit man kommt in den Fluß werfen?

    Ich saß mal viele Stunden am großen Fluß. Ich hatte einen Filzstift dabei. Ich malte die Maserungen der Steine nach. Ließ mich von den verschiedenen Mustern berühren, anregen. Und schrieb Worte auf die Steine. Es war ein sehr sehr schmerzhafter Prozeß. Ich warf die Steine nacheinander in den Fluß und übergab ihm symbolisch den Ballast, der die ganzen Jahre auf meiner Seele lag. Es war ein Abschlußritual. Danach war ich erschöpft aber auch befreit. Falls mir jemand zugeschaut hat, hat er nicht mehr gesehen als eine Frau, die Steine ins Wasser wirft.

    Das folgende habe ich in einem anderen Thread zu dem Thema mal geschrieben, irgendwie paßt es auch hierher:
    Ich hab mal unsäglich getrauert um ein inneres Kind, ein kleines Mädchen, das ich mal war und das mißbraucht worden ist. Ich hab für die Kleine ein Weidenkörbchen gestaltet mit Goldpapier beklebt. Innendrin sind weiße Federchen und Goldfäden. Es ist ein sehr zartes feines goldenes Bettchen geworden. Darin habe ich -symbolisch -das kleine Mädchen geborgen. Wenn jemand in meine Wohnung kommt, denkt er vielleicht, das ist Kunst. Nur ich weiß, was es wirklich bedeutet.

    Mir ging es mal nicht gut, das war noch in einer früheren Wohnung. Es war kurz vor meinem Auszug, und der Vermieter führte scharenweise Menschen durch mein Privatleben, weil er das Haus verkaufen wollte. Vorbeugend habe ich auf JEDE einzelne Türschwelle, auf jede unterste Treppenstufe und direkt vor die Haustür einen kleinen weißen Kreidepfeil gemalt, der nach draußen (!) zeigt. Keiner hat's bemerkt und ich hatte das Gefühl: o.k., die trampeln hier rum, aber die gehen auch wieder! und sie können mich im Innersten nicht berühren, selbst wenn sie meine Wohnung betreten haben.

    Es muß einfach für einem selbst und für die Situation stimmen. Und wenn man den verrücktesten Phantasien nachgeht, dann ist es individuell und man kommt mit seiner innersten Kraft in Kontakt.

    Sich zu schützen ist wichtig. Am alten Arbeitsplatz hatte ich einen Kollegen, der die Frauen ständig mit Schweinkram zutextete. Ich habe mir vorgestellt, daß um mich herum ein Kreis ist, den seine Worte nicht durchdringen konnten. Und mir ging es dann gut. Oder ich stellte mir vor, daß direkt vor mir ein Spiegel steht, die Spiegelfläche in SEINE Richtung, sodaß der ganze Ekelkram zu ihm zurückgespiegelt wurde. Innerlich machte mich das völlig frei.

    Gutgehen ist wirklich unabhängig von dem Außenrum, und das ist auch gut so! Sonst sind wir ein Spielball unserer Mitmenschen und Lebensumstände. Nee, für's Gutgehen simmer selber zuständig! :wink:

    Donnerstag ist Vollmond. Perfekt für eine Nachtwanderung... 8)

    Liebe Grüße, Linde