Beiträge von Linde66

    Hallo!

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, daß Familienfeiern aller Art DIE Prüfsteine schlechthin für uns EK sind.

    - Haben wir den für uns stimmigen äußeren bzw. inneren Abstand?

    - Sind uns unsere Bedürfnisse wichtiger als die heile-Welt-Inszenierung an Feiertagen, Familienfesten?

    - Stehen wir zu uns und können das auch artikulieren?

    - Bleiben wir konsequent auch bei Gegenwind?

    - Schaffen wir es, das Fest SO zu gestalten, wie WIR es gerne hätten? Raus aus der alten Ohnmachtssituation, rein ins eigenverantwortliche Gestalten unseres Lebens...

    caro, du warst guuut. 8)

    Das nächste große bedeutungsschwangere Fest steht uns ja allen demnächst bevor. Ich für meinen Teil gehe seit Jahren nicht mehr zum "Pflichtprogramm", mein Heilig Abend ist mir heilig. Und ich rieche lieber Anisküchle als die unweigerliche Fahne meiner Mutter.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Manfred, dir einen schönen Sonntag!

    Ich weiß nicht, woran genau ich es festmachen sollte, aber ich habe den Eindruck, daß du in dir stabiler geworden bist, das dringt durch deine Zeilen.

    Du beschreibst da eine Szene, die ich auch so ähnlich kenne:

    Zitat

    Es war eigentlich ein nettes Gespräch, was mich nur wieder irritiert.

    Wir EK sind sowas von mißtrauisch! Wenn gerade mal alles ruhig und friedlich war, kam 100 %ig der Tyrannosaurus Rex hinterm Sofa vorgeschossen und hat Jagd auf uns gemacht. Bei mir war wirklich nur draußen in den Ställen richtig und stetig Ruhe. Im Haus drin war ich nie sicher.

    Ich kann gut verstehen, daß du unruhig wirst, wenn mal ein Gespräch ruhig verläuft. Wir haben in jeder einzelnen Körperzelle abgespeichert, daß sich Ruhe in Sekundenbruchteilen in Exzesse verwandelt hat. Warum sollte das jetzt anders sein? Also sind wir vorsichtshalber in erhöhter Alarmbereitschaft... und haben irgendwann dewegen ein Magengeschwür oder sonst was!

    Deswegen ist es so wichtig, aus dieser passiven Opferrolle rauszugehen, damit wir langfristig nicht krank werden an Leib und Seele. Ich gehe in Begegnungen nicht mehr rein. Wenn sich denn doch mal welche ergeben, dann achte ich darauf, daß ich die Regeln festlege: ich komme und gehe, wenn ich es will. Ich öffne mich nicht. Ich erzähle nichts persönliches über mich.

    Zitat

    Ich würde mich mit der Äußerung meiner Gefühle verletzbar machen

    Das sehe ich auch so. Ich muß denen ja schließlich nicht auch noch die Munition für ihren nächsten Angriff liefern...

    Du beschreibst da ein Erlebnis, das mich wirklich rührt.

    Zitat

    Ich war 20 und wurde zu meinen Eltern bestellt (am 2. Januar) und von heute auf morgen ausgespuckt wie eine faule Beere, es wurde mir im Flur der Haustürschlüssel zu dem Haus meiner Eltern abgenommen.

    Wie verletzt muß du dich damals gefühlt haben... zum ohnmächtigen Opfer degradiert, handlungsunfähig. Kein Wunder, daß es dir jetzt so wichtig ist, die Weichen JETZT selber zu stellen! So eine demütigende Szene wollte ich auch nie wieder erleben.

    Aber eigentlich wäre es doch ganz "praktisch", wenn SIE jetzt den Kontakt abbrechen, dann bräuchtest du dir über das wie und wann keine Gedanken mehr zu machen. 8):wink:

    Du könntest ihre bühnenreife theatralische Szene mit innerem Abstand betrachten. Und ganz stark,ruhig und mit dir selbst im Reinen könntest für dich allein ein ganz persönliches Abschiedsritual feiern! Faule Beeren in einem Loch im Wald vergraben zum Beispiel... Weißt du, ich habe gemerkt, daß es reicht, in mir drin und für mich selbst Zeichen zu setzen. Dann ist es unnötig, in gefährliche Begegnungen reinzugehen. Was muß ich meinen Eltern/meinem Bruder beweisen? Es reicht, wenn ich mein Leben lebe.

    Die Schritte in sich selbst gehen. Die Zeichen in mir, für mich selbst setzen. Symbolische Handlungen, kleine Rituale für MICH selbst machen, um wichtige Wendepunkte in MEINEM Leben zu markieren.

    Herbst. Dein Licht brennt. Und mein Kern ist in der geduldigen Erde.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Manfred,

    nur so eine Idee von mir: kann das nicht einfach ein Weglassen sein?

    Abbruch hört sich so anstrengend an. Mit vielen aufwühlenden Gefühlen, Heftigkeit, Lautstärke, vielleicht häßlichen Szenen und Streiterein. All das, wovor es dich eh die ganze Zeit schon graust... Sowas eskaliert gerne mal.

    Aber ich weiß von mir selbst, daß ich manche Schritte nur gehen konnte, wenn ich sie mit äußerster Heftigkeit ging. Sonst hätte ich sie gar nicht gehen können. Manchmal geht kein schleichender Übergang, da geht nur volle Fahrt voraus.

    Ich hab meine Kontakte in den letzten 2 Wochen einfach einschlafen lassen... Ohne noch große Worte zu machen. Ich rechtfertige mich nicht mehr, sondern komme, sage hallo, tschüß, und gehe wieder. Wenn sich ein kleiner Wortwechsel über die Tiere o.ä. entspinnt ist's o.k. für mich. Das Ganze läuft sehr unaufgeregt ab. Ich verhalte mich ihnen gegenüber neutral bis freundlich. Und "tschüß, ich muß los, hab was zu tun!" ist mein Rausgehsatz. Und dann gehe ich, ohne auf den "sterbenden-Schwan-Blick" meines Vaters einzugehen.

    Voraussetzung war, daß ich in mir drin irgendwann mal klar war. Ich tue mir schwer, das zu erklären. Ich habe ja immer wieder davon geschrieben, daß ich alles weglassen will, was nicht ICH ist. Das habe ich auf allen möglichen Ebenen versucht anzugehen: Kleidung, Ernährung, Hobbies, Arbeitsplatz, Freunde - ich habe alles daraufhin abgeklopft, ob ich das SO wirklich haben will, brauchen kann, es mir gut tut, mir wichtig ist...

    Scheinbar ist es jetzt so, daß ich so viel weggelassen habe, daß jetzt ICH pur übriggeblieben bin. Fühle mich verdichtet, geklärt, konkret - aber auch neu... In mir drin ist Ruhe. Die können so sein wie sie wollen. Und ich bin so wie ich bin. Ja klar, ich brauche 30 km Abstand zwischendrin, dann fällt mir das alles leichter. Aber trotzdem: wenn ich sie mal sehe oder höre, dann kommen sie nicht mehr an meinen inneren Kern dran.

    Ich merke gerade, daß ich das noch nicht so ausdrücken kann, wie ich es gerne wollte. Es ist ein neuer Gefühlszustand für mich. Ich habe mich IMMER in Relation mit meinen Eltern oder auch anderen Menschen gesehen. Jetzt scheine ich mich zum erstenmal überhaupt FREI zu bewegen.

    Das mit deiner Wut hat mich an einen Satz erinnert, den ich mal in einem Buch gelesen habe, so ungefähr: die Grundlage deiner Heilung ist dein Zorn. Die GRUNDLAGE, wohlgemerkt! Solange du niemanden um die Ecke bringst, ist Zorn in Ordnung. Wir dürfen schließlich alle Gefühle haben, auch die "verbotenen". Und wie du selbst schreibst, trägt dich dein Zorn duch diese Zeit, ist dein Motor, dein Startkabel, und irgendwann ist er auch wieder weg...

    Den rechten Zeitpunkt habe ich im Bauch gespürt. So bedeutungsschwangere Termine wie Weihnachten und Neujahr finde ich sehr schwierig. Da sind schließlich die Erwartungen aller am größten. Nee, lieber an einem Tag, wo es DIR danach ist.

    Brennt dein Lichtel?

    Linde

    Hallo liebe Gatita,

    das Brechmittel reiche ich dir doch gerne, ich mag dich nämlich! :wink:

    Hey, da kam ja allerhand angestauter Frust heraus. Gut so. Aber du jammerst nicht. Stattdessen: Du setzt die Geschichte deiner Eltern, deine eigenen Kindheitserlebnisse, deine späteren Beziehungen/Ehe/Geschwisterbeziehung mit deinem heutigen ICH in Bezug! Du sortierst. Du verfolgst die Fäden. Du erkennst Muster. Du verwechselst nicht mehr Ursache mit Wirkung.

    Du bist ziemlich heftig unterwegs momentan, aber diese Auseinandersetzung ist wohl genau JETZT dran. Deine Wut ist bis hier rüber zu spüren, und sie ist durchdrungen von deiner starken Liebe zu dir selbst, deinem starken SelbstWERTgefühl. Mir geistert noch etwas im Hinterkopf herum, aber ich krieg's noch nicht zu fassen...

    Ah, doch: wenn man einen schrecklichen Unfall überlebt hat, oder wenn man begreift, daß man ganz knapp an etwas grauslich-schrecklich-fürchterlichem gerade eben noch so vorbeigekommen ist, dann, ja dann erst merkt man vielleicht, WIE gerne man eigentlich lebt. Plötzlich empfindet man sein Leben als etwas sehr Kostbares, aber auch Endliches.

    Und aus diesem Gefühl heraus traut man sich vielleicht, nie gedachte Gedanken zu äußern, mal ganz genau hinzuschauen... Man kommt in Kontakt zu der Kraft, die in einem steckt. Unserer Lebenskraft! Und die ist gigantisch! Die fegt hier alles vom Platz. Wehe wenn sie losgelassen...

    Du schreibst:

    Zitat

    er hat mit mir Zeit verbracht mit mir gespielt, mir die Kunst nahe gebracht, den Wald, die Tiere. Er hat seinen Job als Vater perfekt gemacht. Aber er ist süchtig und hat mich damit beschädigt.

    Habe gerade in einem anderen Thread eine Antwort auf diesen Gedanken gelesen, so ungefähr: Man darf bei einem Alkoholiker nicht zwischen diesen beiden Anteilen trennen! Es ist ein und derselbe Mensch. Ein süchtiger Mensch. Wir Kinder versuchten das Unmögliche, um diesen häuslichen Alptraum zu überleben. Wir blendeten den Alkoholismus aus, stellten den Fokus auf Waldspaziergänge und Bohnensuppe.

    Zitat

    Ich bin ihr perfekter Mistkübel.

    gewesen, liebe gatita, GEWESEN!!!!

    Du wirkst sehr kraftvoll auf mich. Ich hab die Assoziation von einer GEBURT gehabt. Schwer zu erklären.

    Grüße von heute ins Gestern! Und dicke Umarmung zurück. Hast du dich bissel ausruhen können?

    Linde

    Hallo Karo,

    wie geht es dir inzwischen?

    Beim Lesen deines letzten Beitrages hat sich in mir drin alles zusammengezogen. Ich habe den Eindruck, wie wenn du mit dem Gang auf den Friedhof dir selbst Gewalt angetan hättest.

    Solche symbolischen Aktionen können sehr sehr stark aufwühlen. Und wenn du innendrin ein dickes eindeutiges NEIN hörst, dann solltest du innehalten. Offensichtlich ist in dir drin ein Anteil noch nicht bereit gewesen. Auf dieses innere NEIN sollte man hören, ihm vertrauen. Es schützt uns. Und genauso vertrauen können wir auf das innere JA, das sich einstellt, wenn die Zeit dafür da ist.

    Wenn du das Gefühl hast, du möchtest deinem verstorbenen Vater etwas mitteilen, dann wäre es vielleicht eine Idee, ihm einen Brief zu schreiben. Schreib was du sagen möchtest. Laß dir alle Zeit der Welt. Nimm das Tempo raus.

    Grüße von Linde

    Hallo Nadine,

    ich denke, daß diese auffälligen Verhaltensweisen deiner Mutter durch den Alkoholkonsum kommen. Die Menschen verändern sich, und je länger sie trinken, desto irrationalere Verhaltensweisen entwickeln sie. Der Alkohol schädigt ja auch das Gehirn. Bei meiner Mutter merke ich so etwas Ähnliches auch: selbst wenn sie wollte, manche Dinge kann sie einfach nicht mehr. Sie trinkt seit etwa 40 Jahren.

    Wie geht's dir im Moment? Immer noch so schlimme Träume? Ich schreibe meine Träume auf, habe Zettel und Schreiberling neben dem Bett liegen. Manche Symbole schaue ich im Traumbuch nach. Träume helfen mir oft auf die Sprünge, wenn ich es tagsüber nicht kapieren will...

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo bookfriend und Herzlich Willkommen hier bei den EK!

    Schön, daß du hergefunden hast. Ich bin auch noch nicht soooo lange hier. Aber in der Zeit konnte ich schon vieles für mich sortieren.

    Lese hier, schreibe hier - durch den Austausch wird sich vieles bei dir weiterentwickeln. Du kannst dir aus anderen Threads Anregungen für dich aufschnappen und sie für dich umzusetzen. Wir profitieren alle voneinander hier. Nein, alleine bist du nicht mehr. :wink:

    Das kleine Mädchen, was du mal warst, das hatte es ganz schön schwer. Aber das hat dich auch stark gemacht, selbst wenn du deine Stärken manchmal nicht spürst. Jetzt kannst DU für DICH sorgen; du kannst lernen, DICH SELBST liebzuhaben, so wie du bist!

    Gerade fällt mir ein, so eine Lichtblick-Oma hatte ich auch.. :)

    Alles liebe und bis bald,

    Linde

    Hallo Simone!

    Freut mich, daß du für dich diesen Knackpunkt geknackt hast!

    Zitat

    Also meinem Mann EINMAL zu sagen, ich denke er wäre Krank und
    es gibt diese oder welche Mölichkeiten wie man sich helfen
    lassen kann und er könne wenn er wolle mit mir darüber reden.
    Danach is gut und ob er es dann tut oder nicht, ob er kommt und
    reden will oder sich helfen lassen will ist sein Ding.


    Ein ruhiges klärendes Gespräch unter diesen Vorzeichen kann die stockende Geschichte in Bewegung bringen... Das wäre toll!

    Ich drück dir auf jedem Fall die Daumen!

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Manfred,

    keine Panik. Bei älteren Frauen sehr weit verbreitet aufgrund der Hormonumstellungen kann es sein, daß sich die Knochen mit den Jahren "entkalken". Das heißt Osteoporose. Bin kein Doc, aber so aus der Ferne betrachtet könnte es das sein. Kannst ja mal nachfragen. Oberschenkelhalsfrakturen können dann vorkommen oder halt auch diese Wirbelkörperzusammenbrüche, je nachdem, wie porös die Knochen sind. Wenn es das ist, dann ist das ein VÖLLIG NORMALER Alterungsprozeß, manche Frauen kriegen es, andere nicht so arg, andere gar nicht.

    Ältere Herrschaften kriegen halt auch mal was! Sie haben auch mal Schmerzen, kommen ins KH, all sowas. Wenn dich das dann jedesmal triggert, dann tippen die die Dominoreihe an, klack, klack, klack - und am Ende liegst DU da... Der Alkoholiker-Familien-Umdreh-Effekt: Die Eltern programmieren die Kinder zu ihren Helfern, ihren Co's. Und wir EK hüpfen, sowie das entsprechende Knöpfel gedrückt wird.

    Mach dich nicht durcheinander. Sie ist ja in guten Händen im KH. Ihr Mann kann sie besuchen. Und du kannst ihr dahin 'ne nette Karte für's Nachttischel schicken. Wenn du dich nicht stabil genug fühlst für einen Besuch, dann tu dir das nicht an. Alles in dir drin schreit doch NEIN. Alternative: Mach Sport, spiel Bach's Partiten für Violine solo oder lerne paar deftige spanische Kraftausdrücke :wink: egal, Hauptsache raus mit dem was dich da umtreibt.

    Das Gefühl Ich-bin-schlimm, die Scham, das Schuldgefühl, das bist alles NICHT DU! Das sind Gefühle, die die in dich reinmanipuliert haben.

    Zitat

    Was macht man in solchen Momenten, wenn diese Scham-/ Schuldgefühle einen beherrschen?


    Geh auf Anfang:

    Zitat

    Ich fühle tief in mir ein kleines Licht, ein kleines Stück tiefer Erkenntnis, dass ich genau richtig bin, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit


    DAS bist DU! Konzentrier dich auf dieses kleine Licht in dir, lasse es dich innendrin wärmen, lasse es strahlen, dir den Weg aufhellen.

    Vielleicht magst du ja symbolisch ein Teelichtel anmachen, so als "Eselsbrücke"...

    Alles Liebe von Linde

    Hallo Gatita!

    "Strandausflug" heißt das also... :wink: Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hab ich mir sowas gedacht... :D

    Von klein an wurden wir darauf programmiert, anderen zu helfen, deren Verantwortung zu übernehmen usw. Später haben wir uns für unsere Partnerschaften "Patienten" gesucht - um an denen unsere verinnerlichten Kindheitsmuster weiter ausleben zu können.

    Jetzt kommt plötzlich einer daher, ein ganzer Kerl, der sein Zeug allein geregelt kriegt, aufmerksam ist, .... (ab hier könnte ich ungefähr deinen 3/4 Bericht reinkopieren :wink: ) und schon werden wir mißtrauisch!

    Wo ist das Muster? Was hat er für eine Sucht? Was hat er für Probleme? Meint er es ehrlich? Liebt er mich wirklich? Fallenlassen und genießen fällt dann schwer, ja klar, wir kennen ja nix anderes wie Schräglage-Beziehungen. Kann deine Skepsis gut nachvollziehen.

    Und trotzdem: mach's ihm nicht zu einfach. Wenn er merkt, du bist ein ständig verfügbarer Selbstbedienungsladen, dann WIRD er dich früher oder später auch so behandeln... (sage ich aus eigener leidvoller Erfahrung :roll: )

    Ich bin davon überzeugt, daß wenn wir seelische Gesundheit ausstrahlen, daß wir auch die entsprechenden Menschen anziehen. Da ich bisher nur Chaos ausstrahlte, bekam ich Chaoten. Ich strahlte Suchtmuster aus und bekam Süchtige...

    Vielleicht treffe ich ja bald mal den richtigen Wandersmann, wetterfest, ohne Tierhaarallergie, kunstinteressiert... mmh...

    Alles Liebe und SCHÖN DASS DU WIEDER DA BIST!

    Linde

    Nee, oder???????? Du auch???? Ein Muli? zumindest mal eines gehabt... das zählt auch! :D

    Hallo Manfred!

    Dein Kreisen um diese Frage kommt mir vor, wie wenn du darauf wartest, daß jemand von außen kommt, und bei dir den Startknopf drückt: JETZT darfst du endlich anfangen zu leben!

    Ich hatte noch eine andere Assoziation: "Herr, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." (kennst du vom Reli-Unterricht...)

    Du bist nicht schuld daran, daß deine Eltern sich so verhalten. Das ist ja das gräßliche in Alkoholiker-Familien, daß die es fertigbringen alles umzudrehen! Sie sind die Eltern, wir die Kinder. Sie haben die Verantwortung - und du fühlst dich verantwortlich. Sie projizieren ihre Gefühle in uns rein und wir haben den Mischmasch dann in uns drin! Ihre in uns reinprojizierten Gefühle und unsere eigenen!

    Raus mit allem, was nicht ICH ist! Das ist mein Fahrplan. Manchmal schwierig rauszufinden, was meins und ihrs ist. Wenn man jahrzehntelang darauf programmiert wurde, denen ihre Verantwortung zu leben... Aber die Sortierarbeit lohnt sich. Es klärt sich und mit der Zeit kriegt man Routine beim Chaos-Sortieren. :wink:

    Du hast da was ganz wunderbares geschrieben:

    Zitat

    Ich fühle tief in mir ein kleines Licht, ein kleines Stück tiefer Erkenntnis, dass ich genau richtig bin, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit und dass diese negative Vorstellung von mir selbst ein großer Irrtum war. Das war die Finsternis, das Böse, dass meine Eltern mir eingegeben haben.


    Das entspricht wohl dem Bild, das ich habe: Ich habe einen Kern in mir drin. Der war da VOR dem Mißbrauch, VOR den Schlägen mit dem Gürtel, VOR dem Wegschauen der Mutter, VOR dem sauren Alkoholgestank der Mutter, VOR den herabwürdigenden Bemerkungen, VOR der völligen Gleichgültigkeit an mir als Mensch.

    Es liegt an mir, diesen inneren Kern in eine innere Wiese einzupflanzen, ihn mit all dem reichlich vorhandenen MIST zu düngen und eine Linde daraus wachsen zu lassen! Und schwupps ist meine Verantwortung bei mir. Ich genieße es inzwischen, für mich - und nur für mich! - verantwortlich zu sein.

    Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere... Gruß von Katz zu Katz!

    Linde

    Hi!

    Zitat

    z.b. Freundin sagen würde sie habe Probleme
    und ich würde sagen, das mich das nicht berührt weil ich
    mit mir selber beschäftigt bin und das würde ich
    immer machen. Dann würde sie sich doch auf dauer nicht
    mehr an mich wenden wenn Sie Probleme hat.

    Richtig, dann würde sie vielleicht zu einer Therapeutin gehen und sich professionelle Hilfe holen. Dort findet sich die Lösung ihrer Probleme vielleicht sogar leichter, weil eine Therapeutin Abstand hat.

    Du kannst für deinen Mann gar nichts tun. Wenn er sich so einschätzt, daß er eben KEINE Hilfe braucht, dann läßt er sich das auch von NIEMANDEM einreden. Da kann ihn kein Mensch davon überzeugen! Es ist Energieverschwendung, wenn du dich weiter daran festbeißt. Wenn er tatsächlich co-abhängig ist, dann muß die Einsicht aus ihm selbst heraus kommen.

    Hast du dir schon mal überlegt, daß er vielleicht gar nix ändern WILL?! Was machst du dann?

    Spedi hat dir schonmal geschrieben, wie ein konstruktives Gespräch aussehen könnte.

    Dein Mann arrangiert sich offensichtlich mit der Situation. Aber wo ist DEINE Schmerzgrenze?

    Linde

    Zitat

    TUN WIR DAS HIER NICHT ALLE, IRGENDWIE HELFEN Frage

    NEIN! Ich helfe nicht, ich schreibe hier nur!

    Und wenn sich jemand von meinen Gedanken inspirieren läßt und was für sich rausholen kann - schön für ihn/sie!

    Ich will hier nichts bewirken, ich bin einfach nur hier.

    Hallo Simone,

    Zitat

    aber wenn ich so wie ihr sagt mich nur noch um mich kümmere und
    alles was andere betrifft mit ihren Problemen, Sorgen, Ängste usw.
    kümmert mich nicht mehr,
    werde ich demnächst ziemlich einsam sein.

    verstehe ich dich richtig: du kümmerst dich um andere, damit du nicht einsam bist??

    Gegen Einsamkeit gibt es auch andere Möglichkeiten... Außerdem ist keiner hauptberuflich dafür zuständig, uns unsere Einsamkeit zu vertreiben. Da müssen wir schon selber aktiv werden und ein erfülltes Leben leben. Das besteht sicher aus mehr als aus der Versorgung diverser "Patienten".

    Keiner schreibt, daß du dich NUR und ausschließlich um dich selber kümmern sollst. Es wäre vielleicht gut, wenn du dich AUCH mal um dich kümmern könntest. Verstehst du? Nicht von einem Extrem ins andere fallen, sondern ein gesundes Mittel finden zwischen den eigenen Themen und denen der Familienmitglieder.

    Das hat dann auch nichts mit Egoismus, emotionaler Kälte oder so etwas zu tun, sondern mit dem berechtigten Ausleben der eigenen Lebendigkeit, dem Verwirklichen eigener Interessen...

    Wenn du dich in verschiedene Threads hier einliest wirst du merken, daß die Leute, die hier im Forum ihr Helfersyndrom austoben wollen, von anderen ganz schnell ausgebremst werden. :wink:

    Linde

    Hallo Simone!

    Zitat

    Wieso ist die Welt manchmal nur Schwarz/Weiß?
    Manchmal wäre ein Grau auch schön.


    Aber noch viel schöner wäre bunt!

    Mir kommt es beim Lesen deines Thread so vor, als ob du deine eigenen Co-Anteile bei deinem Co-abhängigen Mann auslebst.. oder zumindest in der Richtung unterwegs bist.

    Ich hab auch immer gemeint, ich müsse meinen Freund zu Einsichten bringen, auf den richtigen Weg schubsen, zur Therapie drängen, aufklären, zum Durchbruch verhelfen, wachrütteln.... Weil ich es ja soooooo viel besser wußte, was für ihn/uns wichtig und richtig war.

    Zitat

    Also, ja ICH WILL Ihm helfen.
    Weil ICH NICHT WILL das unsere Beziehung darunter
    leidet, oder gar am Ende kaputt geht.

    Und genau mit diesem Verhalten MACHT frau die Beziehung kaputt! Männer wollen nicht geholfen kriegen, es sei denn, sie fragen danach. Meiner hat sich mir entzogen, war irgendwann bei einer Frau, bei der er einfach Mann sein konnte und nicht der ewige Patient.

    Fazit: Selbst ist dir Frau. Wir sind selber zuständig für's BUNTE und Lebendige in unserem Leben.

    Vielleicht rafft er es ja selber - wenn du ihm mal 'ne Atempause läßt - und steigt wieder tiefer in EURE Beziehung ein. Bis dahin kannst du dich um DEIN Leben kümmern. Hobbies, Kurse, Sport.... es gibt so viel! Wenn du öfters in eigener Sache unterwegs bist, dann profitierst du sofort davon. Und wirst so ganz nebenbei für deinen Mann wieder interessant...:wink:

    Grüße, Linde

    Hallo Manfred, guten abend.

    Als ich das gelesen habe

    Zitat

    Ich bekam auch so eine Wut, dass ich der einzige auch dieser Sch...familie bin, der sich um Heilung bemüht, der sich ehrlich mit den Dingen auseinandersetzt. Ich bin der Gesündeste und bin ständig in Behandlung...Und die machen schöne Reisen und trinken und genießen das Leben.

    da habe ich gedacht, daß ich genau identisch den Satz auch hätte schreiben können... Im Endeffekt ist es aber nur der Abklatsch eines echten Genusses, was die leben. Große Reden schwingen, großartige Familienfeste feiern und Urlaubsreisen machen, die nichts anderes sind als Anlässe zum Trinken. Nee, da verzichte ich gerne drauf.

    Das mit dem Meeting war ja offensichtlich eine Bereicherung für dich! Was "geschlossen" bedeutet? Kann selbst nur raten. Aber das läßt sich rauskriegen. Meine Mutter nimmt auch Tabletten aller Art, so lange ich denken kann. Sie war beruflich im weißen Kittel unterwegs, da ist es seehr leicht, an Tabletten ranzukommen, um mal auszuprobieren... Und irgendwann ließ sie sich all die bunten Glücksbringer von diversen Ärzten verschreiben.

    Eine Bekannte von mir, etwa 35 Jahre alt, ist auch Weißkittel, trinkt, nimmt auch Tabletten... Ich habe sie darauf angesprochen, sie hat sehr vehement den Kontakt zu mir abgebrochen. Ich hätte ihr eh nicht helfen können, und eine Einsicht hat sie nicht. Die Kombination Alkohol u. Tabletten scheint bei Frauen recht häufig, lese ich auch hier in anderen Threads.

    Alkoholismus hat sooo viele Facetten, wie es Betroffene gibt. Der eine liegt unter der Brücke, der andere sitzt im schicken Anzug täglich in der Szene-Kneipe. Deine Eltern, meine Mutter, bei jedem sieht's anders aus, aber alle sind sie Alkoholiker. Für uns EK macht es keinen Unterschied, wie die Eltern ihren Zustand benennen, ob sie sich "outen" oder nicht! In dir drin hast du schon längst die Antwort auf deine Thread-Überschrift. Du kannst dich noch monatelang mit der Frage rumplagen, aber du könntest es auch einfach weglassen und stattdessen den Focus auf dich richten. Das ist doch lohnenswerter, oder nicht?

    Sie leben IHR Leben so gut oder schlecht sie können. Und nur sie können ihr Leben verändern, wenn sie beginnen an sich zu arbeiten. Wir haben da keinen Einfluß darauf. Sie sollten sich die Frage stellen! Tun sie aber nicht. Ist halt leider sol

    WIR leben unser Leben! HIER ist der richtige Ort, wo wir uns austoben können! 8) Ich gehe in Situationen und Begegnungen, die mir gut tun, umgebe mich mit Menschen, die mich interessieren. Mache Sachen, die mir Spaß machen, mich bilden, mich fordern.

    Und aus schlimmen Situationen nehme ich mich raus! Das finde ich sehr wichtig! Es ist keine Flucht, kein kindliches Verhalten, kein Versagen oder so etwas. Früher als Kind waren wir hilflos ausgeliefert. Wir waren ohnmächtig. Unsere Grenzen wurden überschritten, wir wurden emotional mißbraucht oder völlig überfordert. Heute können wir uns aus solchen Situationen rausnehmen, damals hat dem kleinen Kind keiner die Hand gereicht und gesagt: komm, wir gehen!

    Ich weiß von mir, daß ich kämpfen kann, wenn es darauf ankommt. Aber in unnötige Kämpfe reinzugehen fände ich dumm. Nee, da gehe ich lieber mit meinen Eseln auf Wanderschaft... :D

    Hey, deine Tanne scheint nett zu sein! grins

    Alles Liebe, bis denn, Linde