Beiträge von Linde66

    Hallo,

    ich halte mich für eine knochentrockene Co.

    2008 habe ich mich als EKA hier angemeldet und über die Zeit begriffen, daß ich von Kleinkind an die Co-Verhaltensweisen tief verinnerlicht habe. Ich war extrem-Co, nur habe ich mein Verhalten nie an einem Alkoholiker "angewendet", sondern woanders.

    Eine Beziehung mit einem Süchtigen war und ist für mich ausgeschlossen. Bin ich damit nicht automatisch davor gefeit, meine verinnerlichte Helferitis und Co-Strukturen auszuleben? Nein, denn ich habe sie extremst am Arbeitsplatz und im Verein ausgelebt. So Leute wie mich, die sich für den Betrieb oder die gute Sache vollkommen aufgeopfert haben, sind dort gerne gesehen. Bei mir ging das bis hin zu völligen Selbstaufgabe. Ich habe mich nur noch "gut" gefühlt, wenn ich helfen und retten und machen und tun konnte.

    Bis hin zum Burnout und zur Berufsunfähigkeit und Frührente. Klar, da kamen auch noch andere Sachen zusammen damals, aber das Co-Verhalten war ein großer Anteil an meinem Zusammenbruch.

    Nun wurde ich ja irgendwann hier Moderatorin. Wir lesen alle Beiträge, manchmal 200 und mehr am Tag. Ich habe ein Elefantengedächtnis, schnelle Auffassungsgabe und wer weiß was sonst noch für EKA-Eigenschaften. Als EKA war es überlebensnotwendig, schnell Stimmungen und Zustände erfassen zu können, schnell reagieren zu können usw. usw. Das kommt mir als Moderatorin einerseits zugute, andererseits kann es eine Falle sein.

    Die Co-Falle nämlich. Als Moderatorin wäre es ein Leichtes, hier zur Forums-Co zu mutieren. Hier melden sich täglich neue Leute an, die ich retten könnte, denen ich auf die Sprünge helfen könnte. Aber ich mache es nicht. Ich kann gut bei mir bleiben und kann den Menschen die Verantwortung für ihre Selbsthilfe überlassen. Das war ein Lernprozeß. Wenn ich als Moderatorin über die Jahre auch nur den Hauch einer Ahnung von Co-Verhalten an den Tag legte, bekam ich eins auf die Mütze - und bin dankbar dafür.

    Von wem bekam ich eins auf die Mütze? Von Hartmut, dem Threadersteller, der gerne unbequeme Fragen stellt und von dem ich so viel gelernt habe. Danke an der Stelle.

    LG, Linde

    Du hast dich darauf eingelassen, das bringt nicht jeder fertig.

    Ich freu mich mit dir mit über deine 4 Monate. Bleib dran, es ändert sich weiter so viel, das kannst du in den Tagebüchern hier lesen. Mit mit zunehmend trockener werdender Birne kannst du dein Leben ganz anders gestalten, als du es vielleicht für möglich gehalten hast.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Moma,

    danke fürs 1. Hilfe leisten. Denn das ist es ja.

    Ich hätte ihm auch nichts geraten oder empfohlen, denn in dem Zustand hätte er es vermutlich nicht verstanden oder sofort wieder vergessen.

    Vor Jahren habe ich mal mitten in der Nacht einen Bewußtlosen vor einem Hoftor gefunden. Da war ich jünger und es gab noch keine Handys. Ich habe mich nicht hingetraut und ich dachte, er sei tot. Das war gruselig für mich. Ich habe dann von daheim die 110 angerufen und Straße und Hausnummer durchgegeben. Er war auch "nur" betrunken und nicht tot. Und er lag vorm falschen Haus. Wenn ich da mitten in der Nacht geklingelt hätte..?

    Wie auch immer, mich hat die Situation komplett überfordert. Aber immerhin habe ich die 110 angerufen.

    Wie hat dein Sohn es verkraftet? Habt ihr darüber geredet?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Melli,

    mir kam beim Lesen die Frage in den Sinn: Wo ist eigentlich deine Wut? Du schreibst ja von vielen Gefühlen und von dem schweren Ballast, den du als EKA mit dir rum schleppst. Ich dachte beim Lesen: Wieder ein EKA, was nicht mal an seiner Hochzeit unbefangen und fröhlich sein kann, weil der Alkoholismus des Elternteils alles überschattet. Es ist ein übermenschliches Unterfangen, die eigenen Gefühle für den Vater auf Knopfdruck abstellen zu wollen, denn die Gehirnwäsche in der Suchtfamilie läuft ja von klein auf und bringt eine erwachsene Frau eine Woche vor ihrer Hochzeit zum Zerreißen. Das ist traurig und macht wütend - weil es anders sein könnte.
    Er ist ein erwachsener Mann und hat die Weichen anders gestellt. Der Klrper kann viel wegstecken, aber irgendwann eben nicht mehr.
    Ich weiß grad null was ich dir raten könnte. Nur, daß du mit genau so einer emotional zerreißenden Situation hier im Forum nicht alleine bist.

    Huch, da ist ja ein ganzes Jahr vergangen.
    Ist er denn nach dem Rückfall sofort konsequent aktiv geworden oder trinkt er weiter mit der Hoffnung jederzeit aufhören zu können?
    Im Endeffekt kannst du jetzt nur für dich entscheiden wo deine Grenze ist.
    Lieber Gruß, Linde

    weil er den ambulanten medizinischen Fachkräften eine total falsche Geschichte erzählt und dadurch natürlich die Behandlung nicht gerade zielgerichtet erfolgt.

    Hallo Madeleine,

    schon in Ordnung, wenn du das hier für dich alles festhältst. Dazu ist dein Faden ja auch da. So kannst du jederzeit zurückblättern und Ereignisse und Entwicklungen nachvollziehen.

    Wie meinst du den Satz oben? Zielgerichtet war in dem Fall ja die Behandlung vom Sturzereignis und der Unterkühlung. Dafür bekam er die entsprechende symptomatische Behandlung. Eine Entgiftung will er offensichtlich nicht, also wird auch keine eingeleitet.

    Es bleibt die Hoffnung, daß er durch sowas "aufwacht", aber leider wachen manche bis zuletzt nicht auf. Das ist sehr traurig.

    Dir auch noch einen schönen Sonntag, so langsam wird es ja wärmer.

    Lieber Gruß, Linde

    Welches ‚normal‘ meinst du? Nach Tag 5 wieder normal fühlen, wie mit 13, bevor du angefangen hast zu trinken? In einem anderen Zusammenhang habe ich die Erfahrung gemacht, daß ich mich auf den Kopf stellen kann, es wird nie wieder wie davor. Das brachte mich zu meinen Erwartungshaltungen und zum Thema ‚vergleichen‘ und letztlich zur Akzeptanz was jetzt ist.

    Lass beim Ausgang den Geldbeutel im Zimmer.

    Hallo AufineinneuesLeben,

    schön, daß du hier bist. :)

    Bei jedem verläuft die Entgiftung etwas anders. Vertrau dem Personal und scheu dich nicht, die auch mitten in der Nacht rauszuklingeln.

    Wie gehts dir aktuell? Du hast ja 20 Jahre getrunken und sehr früh angefangen. Dein ganzer Körper hat jetzt echt mit der Entgiftung zu tun. Blutbild ist schon mal gut, das ist beruhigend. Bleib dran!

    Lieber Gruß, Linde