Hallo alle,
hier ist eine rege Beteiligung entstanden. ![]()
Nun möchte ich bitten in diesem Thread erst einmal Pause zu machen, damit Red Flag mit dem Lesen hinterher kommt.
Dankeschön.
Viele Grüße, Linde
Hallo alle,
hier ist eine rege Beteiligung entstanden. ![]()
Nun möchte ich bitten in diesem Thread erst einmal Pause zu machen, damit Red Flag mit dem Lesen hinterher kommt.
Dankeschön.
Viele Grüße, Linde
Hallo Marli,
ich habe größten Respekt vor den Leuten, die hier offensichtlich mit sich ringen und an sich arbeiten - und ins Handeln kommen. Denn das ist zumindest für mich das Ziel. Ich bin ja nicht hier im Internet um des Hierseins willen, sondern weil ich weiterkommen und meine Gedanken im realen Leben umsetzen will.
Liebe Grüße, Linde
Mir ist aufgefallen, daß auf EKA manchmal sehr aggressiv reagiert wird, sogar von trockenen Alkoholikern.
Nachsatz:
Speziell von trockenen Alkoholikerinnen. Die sich teils Jahre oder Jahrzehnte später noch angegriffen fühlen, von dem, was ein EKA beschreibt. Da werden dem EKA Kompetenzen abgesprochen ("du hast doch keine Ahnung von Sucht") , seine Gefühle kleingeredet, irgendwas in ihn reinprojiziert usw.
"Ich bin jetzt trocken, das muß reichen, was früher war ist eh vorbei und jetzt stell dich nicht so an und nerv nicht..." - Mal überspitzt formuliert. Ich meine niemand speziell. Ist mir nur in den letzten 15 Jahren hier immer mal wieder aufgefallen.
Es will ja niemand an seine allerallerschlimmsten Suchtzeiten erinnert werden, als nasse Mutter. Endlich trocken. Endlich die Vergangenheit hinter sich lassen. Jetzt ist jetzt. Weiter gehts. Jetzt alles gut und richtig und stabil und zufrieden machen... Es ist wirklich toll, wenn Alkoholiker ihre Sucht stoppen können.
Nur, fürs EKA ist es mit dem Trockenwerden der eigenen Mutter bzw. des eigenen Vaters ja nicht vorbei. Da wurden von klein auf etliche Weichen falsch gestellt, die Familienkrankheit Alkoholismus, die Suchtstruktur ist tief auf der Festplatte verankert. Viele sind selber süchtig, depressiv, haben PTBS, Bindungsstörungen, irrationale Ängste, Selbstzweifel, mangelndes Selbstvertrauen u. ä. Das sind Dinge, die manche Leser hier nicht ertragen können und deswegen dagegen anschreiben. Derweil ringen EKA einfach nur täglich und jahrzehntelang mit den Auswirkungen dessen, was sie geprägt hat. Insbesondere, wenn sie selber Kinder haben und es besser machen wollen.
Heiße Kiste, dieses Thema. Aber auch eine Chance, wenn man es schafft sich nicht angegriffen zu fühlen, sondern offen ist für die Erfahrungen der anderen.
LG, Linde
ZitatIch wollte aber auf keinen Fall eine von mir initiierte Scheidung und Scheidungskinder.
Wie gehts euren erwachsenen Kindern heute mit dieser Entscheidung? Sie sind ja jetzt EKAs und haben bis zum schlimmen Ende alles mitbekommen.
Was ist "besser": Pest oder Cholera? Scheidungskind oder EKA? oder ist es eigentlich egal, denn niemand wird ohne Blessuren erwachsen und es kommt darauf an, was man später selber draus macht?
Ich weiß es nicht, denn als Kind hat man ja keine Wahl. Man muß die Entscheidungen der Eltern bzw. ihr Ausharren in der suchtkranken Familienkonstellation hinnehmen. Ich habe davon geträumt und gehofft, daß ich ein Scheidungskind werde und endlich aus dem Elend rausgenommen werde. Kam aber nicht so. 798 Gründe gab es fürs jahrzehntelange Aufrechterhalten der Misere. Hätte mir mehr Mut und Entscheidungsfreude gewünscht. Selber geworden bin ich EKA, Co und süchtig. Aber alles hätte, wäre, wenn im Nachhinein bringt mir als EKA nichts. Ich war immer neidisch auf die Scheidungskinder in meiner Klasse, daran erinnere ich mich noch.
Wie ist es bei euren Kindern, 9Leben?
Zitat....zumindest nach theoretischer Überlegung?
Keine Ahnung, ob es jemals jemandem gelungen ist, sich z u e r s t theoretisch mit dem Thema Suchtstruktur zu befassen und d a n n seine Beziehungen zu planen. Es gibt Dinge, die passieren einfach, z. B. sich zu verlieben in einen Partner, vor dem einem das ganze Umfeld warnt, aber trotzdem wird die Beziehung eingegangen. Oder jahrelang in einer destruktiven Beziehung zu verharren, obwohl einem sämtliche Freundinnen und Verwandte zur Trennung raten?
Ich finde es wichtig, daß hier auch mal aus EKA-Erfahrung geschrieben wird, könnte gerne noch viel öfter sein! Die meisten EKA sind leider so still, das finde ich schade. Von klein auf mundtot gemacht, das ist ein langer Weg, sich seine Stimme wieder anzueigenen...
Mir ist aufgefallen, daß auf EKA manchmal sehr aggressiv reagiert wird, sogar von trockenen Alkoholikern. Wenn ein EKA sich beteiligt, wird das gerne als Vorwurf oder Schuldzuweisung verstanden. Dabei ist es einfach das, was ein EKA selbst erlebt/überlebt hat. Wenn es den ein oder anderen Mitleser hier zum Nachdenken anregt ist doch gut und wenn daraus eine Handlung erfolgt, um so besser.
Man kann keine Alkoholiker "trockenschreiben" und keine Co's aus ihren Beziehungen "rausschreiben". Von außen geht gar nichts. Erst wenn von innen heraus die Bereitschaft da ist sein Leben zu verändern und ins Handeln zu kommen, kann es für Alkoholiker, Co's und EKA's aufwärts gehen.
Schuld-Diskussionen sind sinnlos, da sie rückwärts-gerichtet sind. Sinnvoller ist das Thema 'Verantwortung'. Da gehts nämlich um einem selbst. Was mache ich aus dem Misthaufen, in dem ich gerade sitze? Drin suhlen, mich dahinter verstecken oder als Dünger nehmen für mein künftiges Leben?
Bei manchen Co's geht mir auch "das Messer im Sack auf", wenn ich mitlese. Da wird geschrieben, wie der Alkoholiker in die Schränke oder ins Bett pisst, die Türen einschlägt (oder die Frauen und Kinder), das Geld versäuft, arbeitslos wird, sich aushalten läßt, über Jaaahre die Familie tyrannisiert usw. usf. - Und es wird immer noch gehofft und gemacht und getan. Für ihn. - Nicht für sich selbst und schon gar nicht für die Kinder. Die fallen hinten runter. Schwächstes Glied in der kranken Kette. Trostlos sowas zu lesen.
Ich bin übrigens auch EKA. Mit spätestens 8 Jahren war ich co-abhängig, habe alles um die Alkoholiker daheim drumherum organisiert. Später wurde ich selber süchtig, zwar nicht Alkoholismus, aber es gibt ja ne Menge Süchte.
Es ist ein sich stetig veränderndder Prozeß aus der Suchtstruktur heraus. Ich habe inzwischen Vertrauen in meinem Prozeß und meinen Weg gewonnen. Ich versuche so verantwortlich wie es geht zu leben. Denn irgendwann ist es um, mein Leben. Und ich mache was daraus, trotz der Einschränkungen und Macken, die ich von daheim mitbekommen habe. Mal gelingt mir das besser oder schlechter. Fühlt sich ganz lebendig an. Aber die Gefahr ist riesig groß für Kinder in suchtkranken Familien, eben diese Suchtstruktur zu erlernen und selber später auszuagieren und sich wiederum auf entsprechende Partner einzulassen.
Wünsche jeder/m sich nicht in überflüssigen Diskussionen um des Diskutieren willens zu verlieren, sondern ins Handeln zu kommen. Schritt für Schritt.
Und ich wünsche mir mehr Beteiligung von EKA's hier. Es müssen mehr als 3 EKA hier sein! Ich bin sicher. ![]()
Wir sind nicht "die Bösen", nur weil wir mal das Elend aus einer anderen Perspektive ansprechen. Ich weiß aus eigener Erfahrung hier, daß phasenweise Alkoholiker und Co-Abhängige nicht so gerne hören, was EKA's erlebt haben. Die die sich am meisten aufregen, stellt sich manchmal im Laufe der Zeit heraus, sind selber EKA. Ganz schön heftige, fest sitzende Verdrängungsmuster... Um so bereichernder, wenn "plötzlich" manche Alkoholiker oder Co's ihre EKA-Erfahrungen mit einfließen lassen. Ich finde das wirkliche eine Bereicherung.
Immer im Hinterkopf haben: Niemand will hier den anderen was Böses.
LG, Linde
Sobald der Partner einmal alkoholauffällig geworden ist,
Wegen "einmal alkoholauffällig" meldet sich hier im Forum keine Angehörige an. Da ist meistens eine ewig lange Leidensgeschichte schon vorher.
Zitatgenerellen Schuldvorwurf
Kann hier über ein Thema geredet werden, ohne daß man sich schuldig fühlt oder denkt, der andere macht einem Vorwürfe? Einfach mal als Denkanstoß nehmen?
Denn in die Schuld- und Rechtfertigungs-Ecke hockt man sich auch mal selber.
LG, Linde
Hallo Chrissi,
wenn du auch nur den Hauch einer Ahnung von einem schlechten Gefühl dabei hast - und das hast du - dann laß es lieber weg. Aber nicht einfach so, sondern gehe morgen zu deinem Arzt oder rufe in der Praxis an. Weiß er von deiner Suchterkrankung?
Ich finde gut, daß du ALLES auf den Prüfstand stellst und nicht einfach Kompromisse machst, so von wegen: wird schon gut gehen.
Und ich finde es gut, daß du es hier in die Gruppe geschrieben hast.
Wenn deine Alarmanlagen losgehen und es dich triggert zu wissen was in den Tabletten ist, dann besprich mit deinem Arzt sinnvolle Alternativen für dein Antiepileptikum. Am besten gleich morgen.
Viele liebe Grüße, Linde
Was ein Meilenstein!
Es freut mich riesig für dich, wie sie reagiert haben. Sie sind stolz auf dich, aber sie beschönigen auch nicht die Schattenseiten, die sie erlebt haben.
Rückgängig machen geht nicht, aber ab jetzt dranbleiben.
Liebe Grüße, Linde
ZitatDie Frau von der suchtberatung sagte allerdings ich soll geduldig und verständnisvoll sein.
Mit ihm oder mit dir?
Das ist ein großer Unterschied. Wenn sie meint, daß du geduldig mit ihm sein sollst, dann befördert das deine Co-Abhängigkeit. ![]()
Wenn du allerdings mit dir selber geduldig und verständnisvoll umgehst, während du deine nächsten Schritte planst, ist das wirklich sinnvoll.
Viele liebe Grüße, Linde
Hallo RedFlag
Für mich ist Ekel ein ganz großes Thema. Da wäre bei mir die Grenze erreicht und es gäbe auch keinen Kampf oder ein Zurück. Ich kann es nur schwer erklären. Aber da könnte derjenige welche sich in einen Traumprinz verwandeln, ich hätte nie wieder Vertrauen und ich bekäme die alten Bilder nie wieder aus dem Kopf. Ich war mit einem Fremdgänger zusammen. Ab der Sekunde, als ich es rausbekam, habe ich mich nur noch geekelt. Ist zwar ein anderes Thema, aber eben auch Schlafzimmer.
Ich finde es gut, wie du jetzt wach und aufmerksam bist und nichts mehr schönredest. Wie sich alles entwickelt ist schwer vorherzusagen. Jedenfalls kommt jetzt eine Dynamik rein.
Viele liebe Grüße, Linde
Je chaotischer, beängstigender und verunsichernder es manchmal zugeht, desto größer ist das eigene Sicherheitsbedürfnis und desto heftiger werden die eigenen Quadratmeter, die eigene Wortwahl, die eigenen Ansichten verteidigt.
Eine chronische Krankheit zu haben, die zudem mit einem gesellschaftlichen Makel belegt zu sein scheint, das bringt manchen in die Defensive. Um aus dem Ohnmachtsgefühl rauszukommen gibts den Pendelausschlag in die entgegengesetzte Richtung. So erklären sich hier manche heiße Diskussionen.
Erst wenn sich mit den Jahren Zufriedenheit mit dem eigenen Schicksal einstellt und man sich trotz der Diagnosen eine Handlungsfähigkeit erarbeitet hat, dann kommt wieder Ruhe rein. Ruhe und Akzeptanz. Dann werden Begrifflichkeiten nämlich nebensächlich.
So mal meine EKA-Sicht auf die Familienkrankheit Alkoholismus.
Grüße, Linde
Hallo RedFlag,
hier in diesem Thread haben erwachsene Kinder von Alkoholikern zusammengetragen, wie es ihnen früher ergangen ist und was das für Auswirkungen auf ihr späteres Leben hatte und hat.
Viele Grüße, Linde
Oben in der blauen Leiste auf das Wort 'Chat' klicken, dann sollte es funktionieren.
Was mich wundert oder meine Frage ist , warum vor allem morgens immer noch meine Hände leicht zittrig sind ???
Das könntest du beim Neurologen abklären lassen. Tremor ist sein Fachgebiet.
Viele Grüße und schöne Ostern, Linde
Hallo Achilles,
herzlich Willkommen hier bei uns. ![]()
Wenn du zitierst, bitte schreibe deine Antwort unterhalb des Rechteckes, sonst landen deine Wort IM Zitat der anderen.
Nicht wundern, ich habe oben zwei Beiträge von dir editiert.
Liebe Grüße, Linde
Hallo Marli,
ich finde schon, daß sich etwas geändert hat. Du hast seine Sucht zwar im Blick, aber dein Fokus liegt jetzt auf dir und den Kindern. Das ist ein Riesenunterschied.
Viele liebe Grüße, Linde
Mord und Totschlag beim Kochen..... Iwona, du bist der Hit. ![]()
ZitatSie meint ich hätte nicht flüchten dürfen.
Man flieht doch nur, um aus einer Gefahr rauszukommen. Niemand flieht, wenn alles supidupi ist.
Ihre Ansicht ist doch völlig irrational.
Darfst du erst flüchten, wenn du verdroschen wirst? oder die Kinder verprügelt?
Ich kann gut verstehen, daß du dich jetzt richtig, richtig schlecht fühlst. Hast du einen Plan, wie du es schaffst, nicht wieder zurück zu gehen?
Viele liebe Grüße, Linde
Hallo Julia,
ich bin EKA, also erwachsenes Kind eines alkoholkranken Elternteils. Ich wollte, mit mir hätte damals jemand geredet. Und es wäre mir auch völlig wurscht gewesen, mit wem vorher geredet oder nicht geredet wurde. Als Mutter machst du es so gut es nur irgend geht, denn keiner steckt in deinen Schuhen.
Die Reaktion deines Mannes liest sich fast wörtlich hier quer durch den Angehörigenbereich in vielen Threads. Es sind immer diesselben Ausreden, Schwüre, Tränen, Aggressionen, Versprechungen, Verleugnungen usw. usw.
Denk dir deinen Teil und leg den Fokus auf dich und die Kinder.
Falls mit deinem Mann nochmal das Gespräch auf Selbsthilfegruppe kommt: Bitte erzähle ihm auf keinen Fall hier vom Forum. Es ist jetzt DEINE Selbsthilfegruppe. Sag ihm nicht, daß du hier bist, sonst spioniert er dir vielleicht nach.
Viele liebe Grüße, Linde
Mach und melde dich am Ankunftsort wieder. Hier ist fast die ganze Nacht jemand online.
Hallo Paula,
die Aussage kommt eben aus fast 20 Jahren Praxis im Alkoholikerforum.
Am meisten vom Thema 'Kontrolliertes Trinken' profitieren nicht die Alkoholiker, sondern die Anbieter. Kontrollverlust ist Zeichen der Sucht. Jeglicher Versuch der Kontrolle über das Suchtmittel ist vergeblich. Aber genau das wird für teuer Geld angeboten. Kurse, Seminare, Kliniken, Bücher......... ein Riesenmarkt mit Kranken, die sich an einen Strohhalm klammern. Es wirkt wie ein einfacher Weg, die alte Kontrolle zurückzubekommen und für so einen Strohhalm geben die Betroffenen wirklich richtig viel Geld aus.
Viele liebe Grüße, Linde
P.S. Links werden bei uns grundsätzlich editiert, nicht böse gemeint. Geht um Urheberrecht, Haftung usw. usw.