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Ich wollte aber auf keinen Fall eine von mir initiierte Scheidung und Scheidungskinder.
Wie gehts euren erwachsenen Kindern heute mit dieser Entscheidung? Sie sind ja jetzt EKAs und haben bis zum schlimmen Ende alles mitbekommen.
Was ist "besser": Pest oder Cholera? Scheidungskind oder EKA? oder ist es eigentlich egal, denn niemand wird ohne Blessuren erwachsen und es kommt darauf an, was man später selber draus macht?
Ich weiß es nicht, denn als Kind hat man ja keine Wahl. Man muß die Entscheidungen der Eltern bzw. ihr Ausharren in der suchtkranken Familienkonstellation hinnehmen. Ich habe davon geträumt und gehofft, daß ich ein Scheidungskind werde und endlich aus dem Elend rausgenommen werde. Kam aber nicht so. 798 Gründe gab es fürs jahrzehntelange Aufrechterhalten der Misere. Hätte mir mehr Mut und Entscheidungsfreude gewünscht. Selber geworden bin ich EKA, Co und süchtig. Aber alles hätte, wäre, wenn im Nachhinein bringt mir als EKA nichts. Ich war immer neidisch auf die Scheidungskinder in meiner Klasse, daran erinnere ich mich noch.
Wie ist es bei euren Kindern, 9Leben?
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....zumindest nach theoretischer Überlegung?
Keine Ahnung, ob es jemals jemandem gelungen ist, sich z u e r s t theoretisch mit dem Thema Suchtstruktur zu befassen und d a n n seine Beziehungen zu planen. Es gibt Dinge, die passieren einfach, z. B. sich zu verlieben in einen Partner, vor dem einem das ganze Umfeld warnt, aber trotzdem wird die Beziehung eingegangen. Oder jahrelang in einer destruktiven Beziehung zu verharren, obwohl einem sämtliche Freundinnen und Verwandte zur Trennung raten?
Ich finde es wichtig, daß hier auch mal aus EKA-Erfahrung geschrieben wird, könnte gerne noch viel öfter sein! Die meisten EKA sind leider so still, das finde ich schade. Von klein auf mundtot gemacht, das ist ein langer Weg, sich seine Stimme wieder anzueigenen...
Mir ist aufgefallen, daß auf EKA manchmal sehr aggressiv reagiert wird, sogar von trockenen Alkoholikern. Wenn ein EKA sich beteiligt, wird das gerne als Vorwurf oder Schuldzuweisung verstanden. Dabei ist es einfach das, was ein EKA selbst erlebt/überlebt hat. Wenn es den ein oder anderen Mitleser hier zum Nachdenken anregt ist doch gut und wenn daraus eine Handlung erfolgt, um so besser.
Man kann keine Alkoholiker "trockenschreiben" und keine Co's aus ihren Beziehungen "rausschreiben". Von außen geht gar nichts. Erst wenn von innen heraus die Bereitschaft da ist sein Leben zu verändern und ins Handeln zu kommen, kann es für Alkoholiker, Co's und EKA's aufwärts gehen.
Schuld-Diskussionen sind sinnlos, da sie rückwärts-gerichtet sind. Sinnvoller ist das Thema 'Verantwortung'. Da gehts nämlich um einem selbst. Was mache ich aus dem Misthaufen, in dem ich gerade sitze? Drin suhlen, mich dahinter verstecken oder als Dünger nehmen für mein künftiges Leben?
Bei manchen Co's geht mir auch "das Messer im Sack auf", wenn ich mitlese. Da wird geschrieben, wie der Alkoholiker in die Schränke oder ins Bett pisst, die Türen einschlägt (oder die Frauen und Kinder), das Geld versäuft, arbeitslos wird, sich aushalten läßt, über Jaaahre die Familie tyrannisiert usw. usf. - Und es wird immer noch gehofft und gemacht und getan. Für ihn. - Nicht für sich selbst und schon gar nicht für die Kinder. Die fallen hinten runter. Schwächstes Glied in der kranken Kette. Trostlos sowas zu lesen.
Ich bin übrigens auch EKA. Mit spätestens 8 Jahren war ich co-abhängig, habe alles um die Alkoholiker daheim drumherum organisiert. Später wurde ich selber süchtig, zwar nicht Alkoholismus, aber es gibt ja ne Menge Süchte.
Es ist ein sich stetig veränderndder Prozeß aus der Suchtstruktur heraus. Ich habe inzwischen Vertrauen in meinem Prozeß und meinen Weg gewonnen. Ich versuche so verantwortlich wie es geht zu leben. Denn irgendwann ist es um, mein Leben. Und ich mache was daraus, trotz der Einschränkungen und Macken, die ich von daheim mitbekommen habe. Mal gelingt mir das besser oder schlechter. Fühlt sich ganz lebendig an. Aber die Gefahr ist riesig groß für Kinder in suchtkranken Familien, eben diese Suchtstruktur zu erlernen und selber später auszuagieren und sich wiederum auf entsprechende Partner einzulassen.
Wünsche jeder/m sich nicht in überflüssigen Diskussionen um des Diskutieren willens zu verlieren, sondern ins Handeln zu kommen. Schritt für Schritt.
Und ich wünsche mir mehr Beteiligung von EKA's hier. Es müssen mehr als 3 EKA hier sein! Ich bin sicher. 
Wir sind nicht "die Bösen", nur weil wir mal das Elend aus einer anderen Perspektive ansprechen. Ich weiß aus eigener Erfahrung hier, daß phasenweise Alkoholiker und Co-Abhängige nicht so gerne hören, was EKA's erlebt haben. Die die sich am meisten aufregen, stellt sich manchmal im Laufe der Zeit heraus, sind selber EKA. Ganz schön heftige, fest sitzende Verdrängungsmuster... Um so bereichernder, wenn "plötzlich" manche Alkoholiker oder Co's ihre EKA-Erfahrungen mit einfließen lassen. Ich finde das wirkliche eine Bereicherung.
Immer im Hinterkopf haben: Niemand will hier den anderen was Böses.
LG, Linde