Beiträge von Linde66

    Hallo Wolkenbruch,

    guten Morgen.

    Ich bin auch EKA und habe viele Jahre den Kontakt zu meinen Eltern ruhen lassen. So hat es sich für mich angefühlt. Kontaktabbruch fühlt sich als Wort schon nicht machbar an. Ich habe damals etwa 25 km entfernt gewohnt, gearbeitet. Also kilometermäßig keine unüberwindliche Distanz. Aber ich habe den Kontakt einschlafen lassen. Anders wäre ich kaputt gegangen.

    Mit dem räumlichen Abstand zu ihnen kam die Annäherung an mich. Und über die Jahre sowas wie Frieden. Schwer zu erklären. Irgendwann war einfach was das Thema anbetrifft mehr Ruhe und auch Gelassenheit in mir drin. Ich habe in meinem eigenen Leben Fuß fassen können, unbeeinflußt von dem destruktivem Herkunfsumfeld. Wirklich besser ging es mir erst, als ich in diesen Jahren ohne jeglichen Kontakt, nicht einfach nur meine aufgewühlten Gefühle ausgehalten habe, sondern als ich angefangen habe aktiv zu werden. Also meine Weihnachten zu feiern, meine Aktivitäten zu machen, meine Leute zu treffen.

    Ich weiß aber noch sehr genau, wie schrecklich diese bedeutungsschwangeren Tage waren wie Weihnachten und Geburtstage. Es ist ja auch nicht 'normal', daß man als Kind Abstand zu den Eltern hält und an Familienfesttagen fällt das um so mehr auf. Dieser Spagat ist schmerzhaft.

    Ich habe sehr getrauert. Getrauert um das was war und zum Ruhen des Kontaktes geführt hat, aber auch um das was hätte sein können. Im Verhältnis zu den Eltern (ich schreibe nicht 'mit', fällt mir gerade auf), gab es bei mir über Jahrzehnte keine Leichtigkeit und Unbefangenheit, keine Lebendigkeit, keine Freude. Da war nämlich immer der Elefant im Raum. Und das war irgendwann für mich unmöglich, auch nur eine Sekunde länger zu ertragen. Also Abstand.

    Und damit Nähe zu mir. Es hat Jahre gedauert. Ich lese deinen Text und denke, weia. So viel Weg. Aber schau mal, wie lange ich EKA schon hier bin, 14 Jahre im Forum. Der Weg ändert sich nämlich stetig: Fluchtweg, Ausweg, Schleichweg, Sackgasse, Umweg, Irrweg, Fernstraße, Autobahn, Waldweg, Sandweg durch die Dünen..... und irgendwann einfach mein Weg.

    Meine Eltern sind jetzt in ihren 80. Mein Vater treibt mich/uns alle manchmal in den Wahnsinn - wenn man sich drauf einläßt. Tun wir aber nicht. Die alten Muster weden registriert, erkannt, drüber geredet und weitergegangen. Meine Mutter hat vor wenigen Jahren erst aufhören können mit dem Trinken. Die ist einfach nur lieb jetzt und ich genieße die letzte Zeit mit ihr. Sie kann jetzt eine Mutter sein, was sie Jahrzehnte nie konnte. Auch für sie ist es ihr Weg.

    In mir ist nach all den Jahren Ruhe. Nur manchmal gibt es Situationen, wo ich sehr aufgewühlt bin. Manchmal erkenne ich bei einem Anlaß, der eigentlich 'nichts' mit früher zu tun hat den Zusammenhang und das holt mich von den Beinen. Dann trauere ich um heute, um damals und um das was nie hatte sein dürfen. Das geht sehr an die Substanz, weil ich es zulasse. Und ich lasse es zu, weil es reinigend und klärend ist. Da bin ich bei deinem Usernamen, dem Wolkenbruch. Manchmal ist das so. Und danach wieder anders.

    LG, Linde

    Hallo Blacky,

    Willkommen bei uns in der Gruppe und gut, daß du dich hier angemeldet hast.

    Weihnachen und auch Silvester wird gerade in vielen Threads thematisiert. Dir gehts nicht alleine so mit diesen Fragestellungen.

    Wie war denn jetzt dein Heilig Abend??

    Lieber Gruß, Linde

    Zitat

    Letzten Freitag hatte ich einen Absturz mit 4 KöPis a 0,5 und 2 CubaLibre ... Samstag zwei leichte Bits und gestern ein Bit und danach ein Glas Almdudler und dann Wasser... heute gibts plannmäßig nur nen zuckerfreien Almdudler und dazu Wasser.

    Hallo Almdudler,

    was du da aktuell machst ist Runtertrinken ohne ärztliche Begleitung.

    Inzwischen bist du mitten im kalten Entzug.

    Nur den Alk weglassen, Limo trinken und Sport machen ist eine Absichtserklärung, aber lebensgefährlich und hoch rückfallgefährdet.

    Du planst als "Kontrollfrage" zur Silvesterparty zu gehen und Limo zu trinken. Das ist ein Ort, wo man als Frischtrockener nicht hingehört und als Langzeitrockener vielleicht gar nicht mehr hin will.

    Bitte überdenke, was dir hier alles schon geschrieben wurde über: Arzt, ärztlich begleitete Entgiftung, Risikominimierung.

    Du hast einen Plan im Kopf, da können wir schreiben was wir wollen.

    Viele Grüße, Linde

    Hallo Almdudler,

    wenn Ärzte "gute Freunde" sind, fehlt evlt. die notwendige professionelle Distanz im Arzt-Patienten-Verhältnis?

    Ich weiß es ja nicht, aber ich gehe lieber zu einem Arzt, den ich sieze. Das fühlt sich für mich sachlicher an.

    Wann genau war denn dein jährlicher Check up im Jahr 2022? Das kann ja schon ewig her sein...

    Es geht darum, aktuell deine Situation und konkret die Entgiftung zu besprechen.

    Aber das ist erst interessant, wenn du wirklich aufhören willst.

    Wenn du vorher noch diese und jene Pary mitnehmen willst, dann ist das so. Wir können dich nicht "trockenreden".

    Liebe Grüße und gute Entscheidungen,

    Linde

    Du willst doch eigentlich aus der Co-Abhängigkeit raus.

    Dein Sohn hat dazu auch alles Recht der Welt!

    Höre auf ihn zu drängen. Mit dem Druck den du aufbaust, ziehst du den nächsten Co-Abhängigen heran.

    Und genau so funktioniert die Familienkrankheit Alkoholismus. Einer trinkt, die anderen versuchen das kranke System zu erhalten, oft auf Kosten der anderen Familienmitglieder.

    Ihr solltet dem Vater seine Selbstverantwortung überlassen. Es ist sein Leben.

    Die Waschmaschine... Es wird immer wieder einen Anlaß für einen Co-Rückfall geben. Genau wie dein Mann immer wieder Gründe zum Trinken findet, findest du immer wieder Gründe wieder bei ihm zu übernachten.

    Was du machst ist deine Sache, aber daß du deinen Sohn so unter Druck setzt finde ich furchtbar.

    Der wehrt sich völlig zu Recht.

    Liebe Grüße, Linde

    Mir fällt noch etwas ein. Du hast ja geschrieben, daß deine Eltern Bescheid wissen und kein Alkohol im Haus ist. Das ist natürlich super!

    Ganz normaler Durst und Hunger können aber auch Druck auslösen. Wenn es dir hilft, nimm dir DEINE Sachen mit. Also dein Lieblingsgetränk, dein Tee, deine Schokomilch, deine Kekse, deine Lieblingsbrötchen, dein Müsliriegel, usw. usw., was auch immer das für dich ist. Dann bist du nicht darauf angewiesen mit dem zurecht zu kommen, was im Haus vorhanden ist. Du mußt nicht herum suchen, sondern hast jederzeit DEINE gewohnten Sachen zur Verfügung.

    Falls es keine Nichten und Neffen zu spazierengehen gibt, gibts einen Hund? Wäre auch eine Option, mal eine Weile Abstand zu bekommen.

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Lapislazura,

    hast du die Möglichkeit, jederzeit ins Berufsbildungswerk zurückzukehren, auch spät abends?

    Kannst du deine gewohnten Ansprechpartner auch über diese Tage erreichen? Das wäre gut.

    Aber vielleicht ist ja genau das dein Ausstiegsplan?

    Mir fällt beim Lesen ein, wie es für mich früher war, ins Elternhaus zurückzukehren. Es war kein angenehmes Gefühl. Dieses Bangen und Warten, was diesmal wieder ist... :? Das fühlt sich so ausgeliefert an.

    Irgendwann, nach langem Abstand, konnte ich solche Begegnungen anfangen selber zu gestalten.

    Also selber entscheiden, wann ich komme und gehe und was ich dort mache. Klar ein Stück weit mitmachen, was eben so anliegt an Weihnachten. Aber mit der Zeit konnte ich es mehr zu "meinem" Ding machen. Was will ICH machen? Also selber Initiative ergreifen. Ich meine jetzt nicht Aktionismus. Da gehts eher drum, wo genau sitze ich, neben wem sitzte ich, wieviel esse ich, was verschenke ich, verschenke ich überhaupt irgendwas... Das sind ja Dinge, die ICH entscheiden konnte.

    Das A und O war, diese "bedeutungsschwangeren" Feiertage kurz zu halten. Also nicht von morgens bis abends zusammenhocken, sondern Rückzug wenn es sich unbehaglich anfühlt. Ich bin z. B. gerne mit meinen kleinen Nichten und Neffen im Kalten spazierengegangen, einfach um vom Tisch aufstehen zu können.

    Sowas in der Art.

    Vielleicht ist eine Anregung für dich dabei.

    Was ist dein Ausstiegsplan?

    Liebe Grüße, Linde

    Man ist so ratlos und traurig, wenn man bestimmte Lebensentscheidungen von Menschen anschaut, die einem wirklich mal am Herzen lagen. Ich habe Ähnliches erlebt mit einer Freundin, das ist schon 15 Jahre her, sie kam einfach nicht vom Alk los. Ich habe sie wegen Umzug komplett aus den Augen verloren und nach Jahren durch Zufall wieder getroffen. Im Supermarkt. Sie hatte einen Tetrapack Wein in der Hand und meinte grinsend: Mein Frühstück. Ich wußte nicht was sagen. Es ist einfach nur traurig.

    Es ist gut, daß du jetzt auch deine Waschmaschine daheim hast. Mache es dir muckelig in deiner neuen Bleibe. Ich kenne es von mir so, daß ich in Streßsituationen funktioniere, aber die Gefühle mit Zeitverzögerung dann doch kommen. Das ist so in Ordnung und sie gehen dann ja auch wieder.

    Lieber Gruß, Linde

    Es ist richtig, was der Arzt sagt.

    Wenn der Alkoholiker keine Hilfe annimmt, dann kann man von außen reden wie man will.

    Es ich auch so, daß du jederzeit den Krankenwagen rufen kannst, wenn es für dich soweit ist. Gibt die Verantwortung ab an die Profis. Sollen die entscheiden.

    Aber die nehmen ihn nur mit, wenn er einwilligt bzw. schon in so einem desolaten Zustand ist, daß aktue Lebensgefahr besteht.

    Wenn er noch soweit "fit" ist, daß er nach Alkohol verlangen kann und sich weigert mitzukommen, dann müssen sie wieder fahren.


    Wohnt ihr zusammen? Hast du selber Familie? Hast du vor Ort für dich selber Ansprechpartner?

    Lieber Gruß, Linde

    Hallo Wollwolke,

    herzlich Willkommen hier bei uns.

    Das sind Entscheidungen, die man sich in einer Partnerschaft nicht wünscht... :?

    Wir sind ja hier keine Mediziner. Wäre es eine Idee, dich nach Rücksprache mit deinem Partner mit seinem Hausarzt zu besprechen? Dein Partner hat eine Einweisung ins Krankenhaus, die muß ein Arzt ausgestellt haben. War das der Hausarzt? Vielleicht hat er einen Rat und kann seinen Patienten besser einschätzen, wo genau die Grenze ist....

    Ich glaube dir, daß du an solchen Fragen irre wirst.

    Aber verliere dich nicht selber aus den Augen. Du bist die Hauptperson, also für dich.

    Ich verlinke dir einen Artikel über den kalten Entzug. Darin findest du Symptome, die auftreten können. Es ist wirklich gefährlich.

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Lieber Gruß, Linde

    Toll, daß du es durchgezogen hast.

    Wichtig ist, daß du ihn nicht "helfen" läßt beim Waschmaschinen-Transport.

    Dann hockt er nämlich in deiner neuen Wohnung.

    Das sind so die Momente, wo Frauen gerne mal wieder schwach werden. Oder verprügelt werden. Je nach Pegelstand des Mannes.

    Liebe Grüße, Linde

    Hallo Tara,

    bitte schreibe bis zu deiner Freischaltung fürs Forum nicht im Vorstellungsbereich.

    Und auch nach deiner Vorstellung erst nach etwa 4 Wochen.

    Sowie unser Admin wieder online ist, wird dein Nutzer-Name geändert und danach wirst du freigeschaltet für den offenen Forenbereich. Das ist der Bereich, den du jetzt auch schon sehen kannst.

    Viele liebe Grüße, Linde