Beiträge von espoir

    Hallo zusammen,
    ich hatte euch vor einiger Zeit mal versprochen, dass ich mich zumindest kurz melde und Bescheid gebe, wenn's mal wieder etwas länger dauert - das möchte ich hiermit gerne tun.
    Zunächst die gute Nachricht, es muss sich niemand Sorgen machen, ich habe keine schlimmen Katastrophen zu verarbeiten! :D Andererseits ist es so, dass ich mich momentan wieder einmal völlig uninspiriert fühle. Ich lese täglich kurz mit, meistens sehr spät abends, aber ich husche eben nur so durch die Beiträge, und dann bin ich einfach zu müde, noch "richtig" zu antworten. Bitte seid nicht böse! :?

    In den kommenden 14 Tagen habe ich noch einige deadlines zu bearbeiten, aber danach wird's besser, und dann bin ich auch wieder öfter und länger da. Ein lieben Gruß mal fix in die Runde geschickt! :wink:

    Eure espoir

    Liebe Backmaus,

    auch ich denke ganz feste an dich und deinen Ehrentag.
    Nach drei trockenen Jahren kannst du wahrlich stolz auf dich sein, und deshalb habe ich sowohl die SK-Maschine als auch die SB-Anlage auf Hochglanz poliert - extra dafür, wenn die Eigentümerin sich nun endlich selber drunterlegt! :wink:

    Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und Gute, bleib' wie du bist und bewahre dir deinen gnadenlosen Humor! :D

    espoir

    Zitat von zwetschke

    kann es wirklich sein, daß man selber Angst vor seiner Sucht hat und trotzdem nichts dagegen unternimmt?

    Grüß dich Zwetschke,
    ein nasser Alkoholiker unternimmt oftmals nicht nichts gegen seine Sucht, obwohl er Angst hat, sondern weil er Angst hat.
    Erst, wenn die Angst vor einem Leben mit Alkohol größer ist als die Angst vor einem Leben ohne Alkohol, kann er die richtigen Schritte unternehmen.
    So war's jedenfalls bei mir.

    LG
    espoir

    Zitat von Susi1407

    , was ich auch an mir in den letzten Tagen gemerkt habe ist, dass ich nicht achtsam mit mir umgehe.


    So ist es.
    Denn siehe hier:

    Zitat

    Einerseits verstehe ich ihn warum soll er verzichten nur weil ich ein Alkoholproblem habe.

    Liebe Susi,
    das liest sich für mich, als würdest du dich eher um sein Wohlergehen sorgen als um dein eigenes. Ich mag Vergleiche, auch wenn sie manchmal nicht zu 100% stimmen, aber würdest du z.B.

    - von deinem nichtrauchenden Freund erwarten, dass er stundenlang neben dir ausharrt, während du gemütlich Kette rauchst?
    - von deinem katzenhaarallergischen Freund erwarten, dass er hingebungsvoll deine Perser-Katze streichelt?
    - von deinem adipösen Freund auf Diät erwarten, dass er dir ohne mit der Wimper zu zucken dabei zuschaut, wie du eine Pizza de luxe und zum Nachtisch ein Stück Sacher-Torte verdrückst?

    Solltest du auch nur eine Frage mit "ja" beantworten, dann darfst du den Rest meines Beitrags als gegenstandslos betrachten.
    Ansonsten möchte ich dich bitten, deine Position hinsichtlich des Begriffs "Verzicht" zu überdenken. Du hast völlig Recht, wenn du schreibst, dass du einen Verzicht nicht einfordern kannst. Ein Verzicht sollte in einer Liebesbeziehung freiwillig erbracht werden - bloß heißt das Ganze dann plötzlich nicht mehr Verzicht, sondern Rücksichtnahme.
    Und wenn mein Partner von meiner Krankheit weiß (das allerdings vorausgesetzt) und der nimmt dann keine Rücksicht auf mich, dann sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Bin ich gut zu mir selber? Wenn ich mir so einen Partner antue?

    Tut dein Partner dir gut?
    Oder magst du bloß nicht allein sein?

    Nachdenkliche Grüße
    espoir

    Liebe Weitsicht,
    es ist schön, dich so entspannt zu lesen.
    Ich freue mich für dich, dass du so viel Gutes erfährst und es auch genießen kannst!
    Woanders habe ich gelesen, dass du dem Muttertag mit eher gemischten Gefühlen begegnest - mei, dann wünsche ich dir halt einfach "nur" einen schönen Sonntag!

    Alles Liebe
    espoir :D

    Wisst ihr, was ich die ganze Zeit lese?

    Erdbeerbernd...

    *Au weia* :D

    Hallo Bernd,
    ich möchte dir auch ganz fix einen schönen Sonntags-Gruß dalassen und deiner Mum gute Besserung wünschen!

    LG
    espoir

    Hallo claro,
    auch ich will dich erst einmal herzlich willkommen heißen hier im Forum!
    Schön, dass du hergefunden hast! :D

    Ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen, denn auch ich konnte anfangs nicht so gut mit dem Gedanken umgehen, dass ich eine lebenslange Krankheit habe, die mich im schlimmsten Falle sogar umbringen kann. Das ist ja auch zunächst einmal furchtbar erschreckend. Vielleicht ist es besser, wenn du deine Zukunftsperspektiven erst einmal nicht so als großen Brocken anschaust, sondern sie dir in mundgerechte Häppchen zerlegst.
    Das fängt ja bei dem Gedanken "Nie wieder mal was trinken?" schon an. Mich hat dieses nie wieder maßlos eingeschüchtert und eine Mischung aus Mutlosigkeit und Trotz hervorgerufen. Denn für mich als Alkoholikerin lag die Betonung stets auf diesem verharmlosenden "mal was", das klingt ja recht überschaubar. In Wahrheit geht es bei mir aber nicht um "mal was", denn ich kann eben nicht "mal was" trinken. Wenn ich einmal anfange, finde ich kein Ende. Von daher hat es mir geholfen, mich nicht auf die Zeitspanne zu konzentrieren, sondern auf die Tatsache, dass ich kein Ende finde - und das war nun einmal eine Tatsache, die ich anerkennen musste/konnte, denn immerhin bin ich ja zum Entgiften in die Klinik gegangen, und das tut niemand, der tatsächlich nur "mal was" trinkt.
    Wenn es dir also hilft, dein Vorhaben zunächst auf ein Jahr zu beschränken, einfach nur, um das als "erledigt" im Hinterkopf zu deponieren, finde ich das völlig ok. Lass dir auch nicht einreden, du würdest dir ein Hintertürchen offen halten - bis das Jahr wirklich rum ist, hast du so sehr viele Chancen, aus deinem neuen alkoholfreien Leben etwas zu machen, wer weiß, ob du nicht nach einem Jahr so völlig anders lebst, dass der Gedanke daran, wieder etwas zu trinken, einfach nur absurd erscheint. Und bedenke - die AAs z.B. nehmen sich stets nur die nächsten 24 Std. vor, denen hat auch noch niemand vorgeworfen, sie würden sich ein Hintertürchen aufhalten. :wink:

    Das nächste Problem ist die Sache mit dem Outen.
    Da gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Lager, nämlich diejenigen, die es bedingungslos jedem auf die Nase binden, ob derjenige es nun hören möchte oder nicht. Das finde ich dann sinnvoll, wenn jemand schlicht und ergreifend den Druck von außen braucht, um seinen Hintern in Schwung zu bringen. Wenn es jeder weiß, werde ich mich hoffentlich hüten, wieder was zu trinken. Manche Menschen sind so.
    Es gibt aber auch die andere Variante, bei der ich mir sehr wohl überlege, bei wem ich wieviel erzähle. Das hat schlicht und ergreifend damit zu tun, dass es Trinker gibt (wie ich z.B.), die ihr Leben noch nicht völlig geschrottet haben, die um berufliche Nachteile fürchten oder einfach in einem Kontext leben, in dem es oftmals gar nicht notwendig ist, mit der vollen Wahrheit herauszurücken. Ich habe z.B. alleine zu Hause gesoffen und war in der Öffentlichkeit auch nicht dauerbreit, also fällt es heutzutage kaum auf, dass ich wie selbstverständlich Kaffee oder Schorle bestelle.
    Ich möchte dir aber auch ausdrücklich sagen, dass ich mich heute noch (nach 10 Monaten Abstinenz) von typischen Trinksituationen fernhalte, mit aller Konsequenz! Wenn ich auch nur den leisesten Verdacht habe, dass ich in heikle Situationen kommen könnte, gehe ich da eben nicht hin. Da bin ich ebenso unerbittlich wie der Trinker, der es überall herumposaunt. Das ist eben die Kehrseite der Medaille.
    Du siehst, es wird einem nichts geschenkt. Der Weg in die zufriedene Trockenheit will hart erarbeitet sein, das ist kein Kindergeburtstag, da solltest du dir keine Illusionen machen. Aber das Ergebnis ist von unschätzbarem Wert. Ich kann, wenn ich das wirklich will, meine Krankheit stoppen und gewinne darüber hinaus eine Lebensqualität, wie ich sie nie zuvor kannte.

    Und zum Schluss noch ein Wort zu deinem Bruder.
    Ich finde es klasse, dass du "so jemanden" in deiner Familie hast. Jaja, das ewige Geschwätz vom schwarzen Schaf, ich weiß. Sachau dir doch einfach mal an, wer so etwas sagt. Das sind doch bestimmt Leute in deiner Familie, die selber "Dreck am Stecken" haben, oder? Sind die frei von Fehlern? Wohl nicht. Aber wenn sie eines können, dann mit dem Finger auf andere zeigen. Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche, mein Vater war auch ein Hardcore-Säufer, also meinen jetzt alle zu wissen, von wem ich's hab'. In meiner Familie spricht man nicht miteinander, sondern übereinander. Du kannst dir nicht vorstellen, wie weh das tut. Oder vielleicht doch?
    Na jedenfalls bin ich irgendwann an den Punkt gekommen, an dem es mir egal war, wie die sich hinter meinem Rücken das Maul zerreißen. Ich hatte ja auch nichts mehr zu verlieren. Vorher haben die gelästert, weil ich getrunken habe, jetzt lästern sie über mich, weil ich eben nichts mehr trinke. Sie projezieren alle ihre Ängste auf mich, ich könnte ein Klugscheißer werden, ich könnte eventuell heimlich mitzählen, wie viel sie selber trinken und und und. Ist mir egal. Was stört's die deutsche Eiche, wenn sich die Wildschweine dran schubbern?
    Weißt du, claro, hauptsache ich weiß, dass ich das Richtige tue! Und für die richtige Sache sind andere Leute schon ans Kreuz geschlagen worden... :?

    Kurz und gut - sprich mit deinem Bruder!
    Schlage Profit für dich aus seinen Ehrfahrungen! Setz' dich mit ihm zusammen und lass' dir erzählen, was er durchmachen musste. Nicht nur auf dem Höhepunkt seiner Trinkerkarriere, sondern eben besonders in der ersten Zeit danach. Ich bin mir sicher, er wird das gut finden, dass du jetzt auch aufhörst. Sollte euer Verhältnis wegen irgendwelcher Dinge von früher gespannt sein, besteht zumindest die Möglichkeit, dass ihr euch bei der Gelegenheit auch wieder als Geschwister näher kommt.

    Ich wünsche dir für dein Vorhaben alles Gute und den nötigen Biss!
    LG
    espoir

    Liebe Yvonne,
    ich bin heute ungewöhnlich lange hier, vermutlich hat mein ausgelassenes Herumalbern heute Abend dazu geführt, dass ich recht aufgekratzt bin und nun meinen "toten Punkt" überschritten habe.
    Mittlerweile ist die on-Liste ja recht reduziert, und da ist mir eben dein Nick aufgefallen bzw. die Tatsache, dass ich mich noch gar nicht bei dir für deine lieben Glückwünsche bedankt habe - was ich hiermit also (nur leicht verspätet :oops: ) tun möchte!
    Wenn ich das richtig mitgekriegt habe, wirst du Mitte Mai operiert, da versteht es sich quasi von selbst, dass ich dir natürlich von Herzen alles Liebe und gutes Gelingen wünsche!

    Aber bis dahin hören wir bzw. lesen wir sicher noch voneinander! :wink:
    espoir

    Oh ja, da sprichst du ein wahres Wort!
    Bei uns in der Arbeit ist momentan die Hölle los, immer noch viele Kollegen krank und ich muss - wie die anderen auch - immer mehr und mehr Dinge übernehmen. Das führt mich hin und wieder schon an meine - vermeintliche - Belastungsgrenze, und gerade diese Woche habe ich die eine oder andere Situation erlebt, in der ich mich struppiger gezeigt habe als es unbedingt nötig gewesen wäre. Das hat mich zeitweise echt ins Grübeln gebracht, weil ich mir nicht sicher war, ob ich eben nur etwas rumzicke, wie das jeder andere hin und wieder ja auch tut, oder ob das so etwas wie "Grenzverteidigung" war. Und das kenne ich so ja noch nicht so lange... :wink:
    Ich komme da im Moment mit meiner Arbeit an mir selber nicht so recht weiter, weil ich das so schlecht einschätzen kann. Wo hänge ich meiner EKA/Co-bedingten - falschen - Vorstellung von einer stets souveränen, stets freundlichen, stets belastbaren Mitarbeiterin nach, ein Trugbild, dem ich viel zu lange erlegen war - und wo fängt endlich eine gesunde Selbstreflektion an, die eben auch mal ein paar knackige Ansagen erfordert? Ich bin manchmal einfach unsicher, ob ich meiner Wahrnehmung trauen kann... :roll:

    Andererseits piekst mich diese angespannte berufliche Situation geradezu an, tief durchzuatmen und zu sagen: "So, Freunde, ich werd's euch zeigen! Ihr ahnt ja gar nicht, was noch alles in mir steckt!" Angetrieben von der Erinnerung an das Häufchen Elend, das ich mal war, das seinen Job mehr schlecht als recht erledigt hat, ist da so etwas wie ein sportlicher Ehrgeiz in mir erwacht, der mich antreibt, mich möglichst weit von der Vergangenheit zu distanzieren.

    Naja, das klingt jetzt alles vielleicht ein bisschen wirr und verquast, ich weiß nicht, ob du verstehst, was ich meine. Aber ich verstehe ja selber nicht so ganz, was mich momentan so umtreibt. Zumindest kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich heute Gedanken habe, von denen ich früher nicht einmal ansatzweise geahnt hätte, dass man sich darüber Gedanken machen kann. Meine frühere Gedankenwelt war dann doch eher überschaubar - Habe ich noch genug Weißwein im Hause? Wenn ich mich jetzt hinlege, bin ich dann bis heute Abend wieder ansprechbar? :evil:

    Widerlich.
    Aber es war so.

    Moooooment, meine Liebe, die Flohsamen hatten wir gecancelt (schon vergessen?) und Artischocken habe ich heute beim Einkaufen nicht entdecken können. Aber den Vitamin-B-Komplex, den kann ich tatsächlich ab morgen einwerfen, der liegt ja schon seit letzter Woche griffbereit im Schrank! :wink:

    Keine Sorge, erstens habe ich ja noch meinen Mann mit am Tisch, und zweitens habe ich zum Nachtisch wirklich nur Espresso genossen, und keine Schokolade mehr! :wink: Nun sitz' ich hier und es macht sich langsam so 'ne beschauliche Verdauungsruhe breit...

    Kinners, ich kann nicht mehr!
    Ich lache mich hier gerade schlapp, der GöGa kehrt heim und guckt nur verständnislos, ich werde ihm das hier kurz erzählen und melde mich dann gleich nochmal, ok?

    *lachtränenwegwisch*

    espoir :D

    @Mandy: Jau, du hast den ersten Preis gewonnen: Eine Freifahrt auf der Rolltreppe deiner Wahl. :wink: Cool, was?

    @Backmaus: Das ist noch gar nichts. Die Mexikaner kennen ja sogar Geflügel und Schokolade in einem Gericht! Aber... jetzt, wo ich's sag... da möchte ich nun auch grad nicht hin... :?