Beiträge von Doro

    Hallo Kiddo,

    schlimm, was du durchmachst.
    Aber für mich sieht es so aus: Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende!
    Er ist jetzt ärztlich versorgt, er kann sein Leben jetzt neu ordnen.
    Du bist nicht mehr zuständig! (Warst du natürlich nie, aber jetzt eben wirklich nicht mehr.)

    Und jetzt bist DU dran! Endlich kannst du Schritt für Schritt zur Ruhe kommen, dich selbst wiederfinden, dein Leben leben.
    Ich glaub nicht, dass du davor Angst haben musst.

    Ganz liebe Grüße
    Doro

    Hallo Higgins,

    ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern, 2 und 3.
    Ich kann deine Sorge sehr gut nachfühlen und ich würde mal sagen, ohne natürlich deine Situation genau zu kennen: Geh deinem Gefühl nach, deine Tochter ihm nicht mitzugeben. Auch wenn es übertrieben sein sollte, selbst wenn die Gefahr, dass er mit ihr verschwindet, "nur" 5 Prozent ist. 5 Prozent ist zu viel, meiner Meinung nach.

    Okay, die totale Sicherheit gibt es nicht, aber wenn du schon dieses dumme Gefühl hast...
    Du hast doch dann auch keine ruhige Minute!
    Wieso soll denn seine Reiseabsicht sooooo wichtig sein, dass sie wichtiger ist als alle deine Ängste?

    Insgesamt gesehen bist du natürlich in ner totalen Überforderungssituation. Das war ich vor einem halben Jahr auch.
    Es ist einfach zu viel: deine Trauer um ihn, deine Trauer um deine Tochter, die den Daddy verliert, deine Angst vor dem, was er tun könnte, deine Existenzängste.
    Und doch: Man/Frau hat keine andere Wahl: Sich durchkämpfen zu einem besseren Leben. Für dich UND deine Tochter.
    Oder siehst du eine Alternative? Dieses Sich-NIEdermachen-Lassen, das ist kein Leben - finde ich jedenfalls. Ich habs erlebt, es hat mich zu einem winselnden demütigen Wesen gemacht, das war unwürdig, das bin nicht ich. Und so war ich auch keine fröhliche Mutter.
    Und bei dir wirds genauso sein.

    Was die finanziellen Zwänge angeht...
    ...manchmal diktiert uns die Angst und man informiert sich erst gar nicht. Meistens gibt es mehr Lösungsmöglichkeiten, als man glaubt, weil man zu viel Angst hat.

    Deshalb stell ich dir mal ein paar Fragen:
    Warum hältst du es für ausgeschlossen, dass du eines Tages dich selbst finanzieren kannst, indem du selbst arbeitest?
    Bist du wirklich ganz ganz sicher, dass du kein Hartz-IV bekommen würdest? Auch nicht für einen Übergangszeitraum? (Ich kann das NICHT glauben.)
    Was du sicher bekommst ist: Kindergeld und Geld von der Unterhaltsvorschusskasse (Mindestunterhalt für das Kind), das ist natürlich noch nicht viel.
    Könntest du vielleicht versuchen, das Haus zu vermieten?
    Oder gar verkaufen?

    Ich hoffe, es war nicht zu viel für dich jetzt.
    Ich weiß, es ist total schwer, aber hier sind einige Partnerinnen von alkoholabhängigen Menschen, die diesen schweren Weg gegangen sind und denen es jetzt gut geht. Also Kopf hoch.
    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Fini,

    herzlich willkommen!

    Mir persönlich hilft das Schreiben und Lesen hier viel, ich denke, dir wird es genauso gehen.
    Ob du dich trennst oder nicht, das wird sich mit der Zeit schon ergeben. Aber jetzt kannst du erstmal langsam anfangen, dich freizuschreiben und nach und nach deine Schritte zu gehen zu einem Leben, in dem du und die Kinder und nicht sein Alkoholproblem im Mittelpunkt stehen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Hartmut,
    hallo an alle,

    mir ist noch aufgefallen, dass es zumindest bei mir auch so ist und war, dass ich von kaum jemandem (außer meinem Mann!!!) gesagt bekam, dass ich irgendwas falsch mache.
    Okay, sowas wie "Du bist zu gutmütig" kam schon manchmal.
    Aber für alle war klar: ER hat ein Problem, nicht ich.
    Er ist der böse Mensch, der mir Probleme bereitet.

    Ich denke, dass in der Gesellschaft das Thema "Co-Abhängigkeit" noch kaum im Bewusstsein existiert, außer in bestimmten FAchkreisen (also z.B. im medizinischen Bereich oder bei Beratungsstellen). Das Alkoholsucht etwas sehr Zerstörerisches ist und eine Krankheit, das ist eine weit verbreitete Erkenntnis, aber wie steht es mit Co-Abhängigkeit.

    Ich glaube, dass das schon ein ganz wichtiger Aspekt ist, zusätzlich natürlich zu den anderen Gründen, weshalb es nicht so einfach ist, am Anfang zu sehen, was überhaupt gemeint ist, wenn jemand sagt: Schau auf DICH.

    Doro

    Hallo Trauerkloss,

    rechtlich gesehen kann man sich zu jedem Zeitpunkt scheiden lassen!
    Aber man fühlt sich wahrscheinlich stärker verpflichtet, wenn der Ehemann so krank ist, bei ihm zu bleiben. Ich finde aber nicht, dass man dazu verpflichtet ist. Wenn er trinkt, dann muss er auch damit alleine klar kommen, wenn er davon krank wird.

    Mein Mann ist vor vielen Jahren dem Tod knapp von der Schippe gesprungen, hat dann aufgehört und sich sehr gut erholt und jetzt hat er wieder angefangen.
    Ich glaube: Niemand kann vorhersagen, ob und wann jemand an Alkohol stirbt.

    Wie geht es dir damit, wenn du kontrollierst, wie viel er trinkt?
    Ist es ein schlimmes Gefühl, beruhigt es dich?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Trauerkloss,

    wir sind im Trennungsjahr, ich kann erst nächstes Jahr die Scheidung einreichen.
    Wir leben im gleichen Ort.

    Ja, es stimmt, dass mit der Trennung noch nicht alle Sorgen aus der Welt sind, insbesondere wenn man finanziell und mit den Kindern noch zusammenhängt.
    Aber es ist doch ein großer Unterschied, ob man unter einem Dach lebt und tagtäglich den anderen mitbekommt oder nicht.

    Ich hab mal von einer Frau gehört, die war geschieden und ist trotzdem jeden Tag zu ihrem Mann gegangen, um für ihn zu kochen.
    Also das ist dann natürlich auch irgendwie verrückt.
    Umgekehrt gibt es Leute, die leben zusammen, und trotzdem hat jeder SEIN Leben und macht sich nicht verrückt damit, was der andere macht. Das muss jeder für sich entscheiden, wie es praktikabel ist.

    Aber für mich ist es einfach so, dass es mich verrückt macht, wenn ich es jeden Tag mitbekomme. Ich genieße die Ruhe am Abend und dass ich einfach meinen Gedanken nachhängen kann, ohne dass er mich stört.
    Ich kann meine Entscheidungen fällen, ohne dass er reinredet. Ich kann einkaufen, was ich will, ohne dass er es kommentiert. Ich kann im Forum so lange lesen und schreiben, wie ich will, ohne dass ich schnell raus muss, damit er es nicht mitbekommt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Trauerkloss,

    ich war jetzt zweimal bei der Suchtberatung beim Diakonischen Werk. Ich hab vorher angerufen und hatte dann einen Termin einige Wochen später.

    Es ist einfach so, dass ich dort mal meine Situation schildern kann und die Beraterin mir Hinweise gibt, was ich jetzt tun kann für mich und meine Kinder.

    Das ist nur ein kleiner Schritt von vielen.

    Mir geht es so: Ich werd jedes Mal ganz unruhig, wenn ich darüber nachdenke, was ER gerade macht, ob er trinkt oder nicht. Ob sein Körper das noch mitmacht oder nicht. Wie lange er es schaffen wird, nicht zu trinken.
    Wir sind zwar getrennt, aber natürlich wäre es für mich und die Kinder trotzdem toll, wenn er nicht trinken würde. Ich bekomme ja auch Unterhalt von ihm und wenn er seinen Job verliert, ist das für mich nicht gut. Und für die Kinder ist es auch nicht gut, wenn er trinkt.

    Also hilft es mir, wenn ich einfach versuche, NICHT darüber nachzudenken, was mit ihm ist. Weil ich es sowieso nicht ändern kann.
    Das fällt mir nicht immer leicht, wirklich nicht, aber ich weiß einfach, dass es nicht gut ist, wenn ich dauernd über ihn nachdenke.
    Ich versuche, mich damit zu beschäftigen, was ICH tun kann, um mein Leben zu verbessern.

    Liebe grüße
    Doro

    Hallo Trauerkloß,

    mein Ratschlag: Lass das mit dem Vortrag über die Auswirkungen von Alkohol in seinem Körper.
    Es löst kein Problem, wenn du da hin gehst.
    ER sollte da hin gehen, aber er tut es nicht.
    Du gehst stellvertretend für ihn, das ist doch sinnlos.

    Geh stattdessen zu einer Suchtberatung und lass dich mal darüber beraten, was DU tun kannst.

    Liebe Grüße
    Doro

    Liebe Dagmar,

    ich schick dir auch meine herzlichen Beileidswünsche.

    Der Tod ist einfach nur traurig und schrecklich.
    Mir fällt dazu nie irgendwas Schlaues ein. Wir alle müssen sterben, es ist einfach so, und es ist in jedem einzelnen Fall wieder einfach nur traurig und schrecklich. Manchmal sind die Umstände dann noch schrecklicher als normalerweise wie in dem Fall, von dem du schreibst.

    Alles Liebe
    Doro

    Hallo Hartmut,

    die Alkoholkrankheit reißt doch die ganze Familie mit.
    Also scheint der beste Lösungsweg zuerst zu sein: Er/Sie müsste aufhören, dann wär alles besser.
    Und es wär ja auch alles besser!
    Bloß ich als Partnerin habs ja nicht in der Hand. Das ist nicht so einfach, das zu akzeptieren.
    Denn es heißt:
    Ich muss mir eingestehen, dass ich absolut machtlos zusehen muss, wie der andere sich und alles mögliche andere kaputt macht.
    Ich muss mich möglicherweise mit dem Gedanken an eine Trennung anfreunden. Viele finden das aus verschiedenen Gründen einfach nur ein Horrorszenario.

    Und ich muss gestehen: Ich weiß immer noch nicht, wie ich "zielführend" aus der Krankheit komme.
    Hab mich getrennt - gut.
    Und nun?

    Und was ist überhaupt das Ziel?

    Liebe Grüße
    Doro

    Nochmal: Liebe Ette,

    womit du vollkommen Recht hast: Die Versuchung ist generell groß, mit dem Schreiben im Forum sich selbst und von sich selbst abzulenken. Es kann zu einer Art ERsatzsucht werden. Hier ist ja geradezu das Schlaraffeland für Hilfswütige: lauter vom Schicksal Gebeutelte, denen man scheinbar mit ein paar Worten wieder auf die Beine helfen kann.

    Nun: Helfen ist ja auch in Ordnung, denke ich, aber Maß halten ist angesagt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Liebe Ette,

    ich hab einen Thread im geschlossenen Bereich, in dem ich regelmäßig schreibe und über mein Leben reflektiere. Es ist mir etwas zu mühsam geworden, das ganze immer nochmal im offenen Bereich zu wiederholen.

    Mir geht es insgesamt recht gut, zurzeit lässt mich mein Mann in Ruhe, ich hab viel zu tun mit Kindern, Job, Haushalt und bin mächtig am Wirbeln, um das alles irgendwie auf die Reihe zu bekommen. Das ist eine große Herausforderung. Die ganze Trennungsgeschichte wird wohl noch so manche Woge aufwerfen, aber ich versuche, nur das Nächstliegende in Angriff zu nehmen, sonst würde ich wohl verrückt werden.

    Die Geschichten im offenen Bereich interessieren mich, weil sie mir immer wieder vor Augen führen, wohin ich nicht zurück will.

    Danke für die Nachfrage, wie es mir geht.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Lefty,

    warum deine Angehörigen sich abgewendet haben, kann man aus der Ferne ja nur spekulativ beantworten.
    Vielleicht schützen sie sich selbst damit, weil es für sie zu schmerzhaft war zuzusehen, was du da tust.
    Vielleicht sind sie aber auch ein bisschen intolerant, wollen so ein "schwarzes Schaf" nicht in der Familie (Ich hoffe, du verstehst das nicht gegen dich, ich meine so gesellschaftlich gesehen.)

    Was würde denn passieren, wenn du einfach einen kleinen Schritt auf sie zumachst. Hast du das probiert?
    Einfach sagen: Hallo, ich trinke jetzt nicht mehr und würde mich freuen, wenn wir wieder mehr Kontakt hätten?

    Und erstmal drauf gefasst sein, dass sie ein bissschen skeptisch sein werden ne Zeit lang. Sie müssen dich doch auch erstmal neu kennenlernen.

    Ich selbst hab mich hier im Forum vor Kurzem darüber aufgeregt, dass sich mein Mann nach seinen Alkoholexzessen (die allerdings sehr wohl gegen mich gingen) nicht entschuldigt hat, hab aber inzwischen eingesehen, dass das eigentlich problematisch ist. Ich verstehe, dass es irgendwie schwierig ist. Was soll man sagen? Was soll es bringen? Wie soll man etwas rechtfertigen, was aus einer Krankheit heraus passiert ist?
    Ich hab verstanden, dass er sich nicht schuldig fühlen sollte.
    Aber ob das andere so sehen, weiß ich nicht.

    Liebe Grüße
    Doro

    Auweia, empty, klingt ja wirklich blöd.
    Hast du schon eine Rechtsberatung hinter dir, bist du dir sicher, dass die Rechtslage so ist?

    Ich will dir nicht abstreiten, dass du genau weißt, was du sagst, ich frag nur mal so:
    Wieso haben die Großeltern Rechte? Bei einer Scheidung (und Trennung) wird entschieden über Sorgerecht und Umgangsrecht DER ELTERN. Was haben die Großeltern damit zu tun? Hast du Angst, sie könnten dir die Kinder wegnehmen? Ist das wirklich realistisch, gerade wenn er trinkt?

    Gehört das Haus also grundbuchamtlich ihm alleine?

    Was ist mit Zugewinnausgleich? Habt ihr während der Ehe gebaut? Dann wäre das Haus ja wohl ein geschaffener Wert, der in den Zugewinnausgleich einfließen muss.

    Bin (leider) keine Juristin, und wie gesagt, wenn du alles genau weißt, dann vergiss das hier alles.
    ABer manchmal glaubt man auch dem Partner einfach, was er so erzählt und androht.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Empty,

    gut, dass du dich schon erkundigt hast.
    Ich denke, du machst das ganz gut.
    Wenn er dir weiter zu nahe kommt, kannst du handeln. Aber vielleicht rafft er es auch so.

    Ich glaube, unsere alkoholkranken Partner müssen auch erstmal lernen, dass wir uns verändert haben.
    Wenn man wie ich die ganze Zeit rumgeeiert hat und tausendmal verziehen und tausendmal seine Grenzen nicht abgesteckt hat, dann denken die eben, jetzt müssen sie nur noch ein bisschen aggressiver auftreten und dann kuschen wir wieder.
    (Und leider klappts ja auch bei vielen Frauen. :( ).

    Je sicherer du dir deiner Sache wirst, dass du ihn nicht mehr willst und ihn nicht mehr in dein Leben lässt, desto schwieriger hat er es.

    Ganz liebe Grüße
    Doro

    Hallo bleegle,

    ich könnt mir vorstellen, dass deine Kinder einfach total mit der Situation überfordert sind und vielleicht irgendwie trotzig reagieren.
    Vielleicht haben sie auch panische Angst, dass ihr euch trennt, weil sie spüren oder wissen, dass das im Raum steht.

    Ich bin selbst berufstätig mit zwei kleinen Kindern und jetzt seit der Trennung alleinerziehend. Ich weiß auch nicht, wann ich noch zu einer Therapie soll und mache im Moment auch keine.
    Aber eine Entlastung wär schon wichtig, glaub ich, damit du mal den Kopf frei bekommst.

    Bei mir war das anfangs - nach seinem Rückfall - auch so, dass ich dachte, ich hab jetzt einfach keine Kraft mehr. Es war objektiv zu viel: Beruf, zwei kleine Kinder, ein tobender Mann im Suff, gerade erst umgezogen, kannte niemanden in dem Ort, finanzielles Chaos...
    Es war eigentlich unglaublich schlimm.
    Aber ich hatte doch keine Wahl? Meine Wahl war: Selbstmord oder weiterleben. Hab weitergelebt :D . Und die Kraft kam zurück mit jedem Schritt, den ich mich aus dieser Situation gelöst habe.

    Vielleicht kannst du nochmal genau beschreiben, was dich erwartet, wenn ihr euch trennen solltet. Weshalb willst du das auf keinen Fall?

    Andere Option: Könntest du dir vorstellen, mit ihm weiter zusammenzuleben, aber eben distanzierter? Dass du stärker ein eigenes Leben aufbaust, dich weniger mit ihm beschäftigst. Einfach akzeptierst, dass er dir nicht mehr der Partner sein kann, den du eigentlich gerne hättest?

    Liebe Grüße
    Doro

    Oje, empty, du Ärmste.

    Tja, die Kunst im Umgang mit solchen armen, potenziell gewalttätigen Irren ist es wohl, einerseits die Bedrohung ernst zu nehmen aber andererseits keine Angst zu haben. :roll:

    Verstehst du, was ich meine?

    Ich könnte mir vorstellen, dass es dir helfen würde, wenn du wirklich mal eine Beratungsstelle anrufst oder bei der Polizei (nicht den Notruf, sondern bei der Wache mal nachfragst, was du tun kannst).
    Sag, dass er gedroht hat, dich zu töten und dass er die Trennung nicht respektiert. Und dass du dich bedroht fühlst.
    Vielleicht haben die Ratschläge, was du tun kannst.

    Du hast einen Hund, hilft das nicht ein bisschen???
    (Mein Mann ist der totale Schisser bei Hunden.)

    Ich kanns so gut nachfühlen.
    Gut, dass du dich getrennt hast, du bist auf dem einzig richtigen Weg.

    Doro

    Hallo Empty,

    du steckst auch in dieser Position, in der man an zwei Fronten kämpfst: Du musst dich mit seinen Bedrohungen auseinandersetzen, die ganz real noch bestehen, und gleichzeitig innerlich dich mit diesem ganzen Trauma befassen, dich innerlich erstmal lösen.

    Ging mir auch so in den letzten Monaten.
    Im Augenblick (!) ist grad ein bisschen Ruhe, aber das kann auch wieder anders kommen.
    Und: Ich hab auch Angst gehabt vor ihm. Er ist im betrunkenen Zustand für mich nicht mehr wirklich berechenbar. Eigentlich ist er nicht so schnell gewalttätig (körperlich, verbal schon), aber irgendwie kann ich ihn nicht mehr einschätzen.

    Wenn er wirklich auftaucht und du dich bedroht fühlst, zögere nicht, die Polizei zu rufen. Du hast deine Erfahrung mit ihm, es ist keine Überreaktion. Man muss nicht warten, bis das Messer zwischen den Rippen steckt.

    Ich habe SEEHR lange gebraucht, bis ich es geschafft habe, nicht mehr ans Telefon zu gehen, wenn er anruft. Aber ich hab mich daran gewöhnt.
    Wenn er betrunken ist, ist es besser, du sparst die die Telefongespräche mit ihm. Wie gesagt: Ich habe Monate gebraucht, bis ich das geschafft hab. Vielleicht schaffst du es schneller.

    Ich hatte auch mal ein gutes Beratungsgespräch bei einer Beratungsstelle für häusliche Gewalt, die mit dem Frauenhaus zusammen arbeiten. Da haben wir aber noch zusammen gewohnt, aber ich hab schon überlegt, ob ich da nochmal hingehe, denn die haben sicher auch Erfahrungen mit Gewalt oder Bedrohung nach der Trennung.

    Ich denke, ganz so hilflos sind wir nicht.
    Es geht nicht von heute auf morgen, aber früher oder später beißt er sich die Zähne aus. Wenn er merkt, dass du es ernst meinst mit der Trennung und du dich zur Not zu wehren weißt (mit Polizei z.B.), wird er dich hoffentlich in Ruhe lassen früher oder später.

    Das ist jedenfalls meine Überzeugung. So ganz durch bin ich ja auch noch nicht.

    Liebe Grüße
    Doro