Hallo Higgins,
ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern, 2 und 3.
Ich kann deine Sorge sehr gut nachfühlen und ich würde mal sagen, ohne natürlich deine Situation genau zu kennen: Geh deinem Gefühl nach, deine Tochter ihm nicht mitzugeben. Auch wenn es übertrieben sein sollte, selbst wenn die Gefahr, dass er mit ihr verschwindet, "nur" 5 Prozent ist. 5 Prozent ist zu viel, meiner Meinung nach.
Okay, die totale Sicherheit gibt es nicht, aber wenn du schon dieses dumme Gefühl hast...
Du hast doch dann auch keine ruhige Minute!
Wieso soll denn seine Reiseabsicht sooooo wichtig sein, dass sie wichtiger ist als alle deine Ängste?
Insgesamt gesehen bist du natürlich in ner totalen Überforderungssituation. Das war ich vor einem halben Jahr auch.
Es ist einfach zu viel: deine Trauer um ihn, deine Trauer um deine Tochter, die den Daddy verliert, deine Angst vor dem, was er tun könnte, deine Existenzängste.
Und doch: Man/Frau hat keine andere Wahl: Sich durchkämpfen zu einem besseren Leben. Für dich UND deine Tochter.
Oder siehst du eine Alternative? Dieses Sich-NIEdermachen-Lassen, das ist kein Leben - finde ich jedenfalls. Ich habs erlebt, es hat mich zu einem winselnden demütigen Wesen gemacht, das war unwürdig, das bin nicht ich. Und so war ich auch keine fröhliche Mutter.
Und bei dir wirds genauso sein.
Was die finanziellen Zwänge angeht...
...manchmal diktiert uns die Angst und man informiert sich erst gar nicht. Meistens gibt es mehr Lösungsmöglichkeiten, als man glaubt, weil man zu viel Angst hat.
Deshalb stell ich dir mal ein paar Fragen:
Warum hältst du es für ausgeschlossen, dass du eines Tages dich selbst finanzieren kannst, indem du selbst arbeitest?
Bist du wirklich ganz ganz sicher, dass du kein Hartz-IV bekommen würdest? Auch nicht für einen Übergangszeitraum? (Ich kann das NICHT glauben.)
Was du sicher bekommst ist: Kindergeld und Geld von der Unterhaltsvorschusskasse (Mindestunterhalt für das Kind), das ist natürlich noch nicht viel.
Könntest du vielleicht versuchen, das Haus zu vermieten?
Oder gar verkaufen?
Ich hoffe, es war nicht zu viel für dich jetzt.
Ich weiß, es ist total schwer, aber hier sind einige Partnerinnen von alkoholabhängigen Menschen, die diesen schweren Weg gegangen sind und denen es jetzt gut geht. Also Kopf hoch.
Liebe Grüße
Doro