Beiträge von Esme

    Hallo Weitsicht, das ist ja schrecklich, diese Gedanken Angst vor dem Sterben weil man ja in die Hölle kommt...Das ist einfach ganz arg schade, wie kann man einem Kind so ein Gottesbild geben...Bei uns in Berlin gab es um die Ecke eine Kirche, ich war 6 und neugierig, ging da rein. Eine Frau kam auf mich zu und sagte...Jesus liebt dich...von diesem Moment an wollte ich wissen, wer das ist, der mich liebt...und dieses Wohlfühlen in seiner Nähe ist mir bis heute geblieben. Ich kann so sein wie ich bin, er wird mich immer lieben...Liebe Weitsicht, so unterschiedlich kann das sein und es macht mich wütend dass sich so ein Mensch an Euch vergangen hat.

    :) Die haben sie die zwei Rüben. Sie sind 7 und 9 und natürlich bekommen sie genau das, was ich nie hatte. Viel Aufmerksamkeit, ne Kumpelmama genauso wie ab und an ne Ansage ;-), sie bekommen sehr viel Liebe und Kuscheleinheiten - bis jetzt haben sie sich nicht beschwert...Mein Mann der ja eine ganz unbeschwerte Kindheit hatte, ist nicht ganz so konsequent wie ich, vorallem beim Töchterchen aber ich möchte ihnen einfach auch das Rüstzeug fürs Leben mitgeben und nicht nur den Puderzucker *grins* und sie dürfen mit allem kommen, ich möchte nicht dass sie einsam im Zimmer sitzen müssen, wie ich und niemanden haben...Ich weiß nicht wie es dir geht, ich wollte immer so eine "Rama"-Familie :) und habe als Kind selbige beneidet. Dennoch die superbehüteten Kids und die total verwöhnten haben heute echte Probleme und dann bin ich rückwirkend doch froh so selbstständig zu sein.

    Was ich vorallem lernen muss, mir was gutes zu tun ohne schlechten Gewissen :-)) aber dat kommt schon noch.

    LG Esme

    Du machst das ganz klasse, ehrlich! Wir wohnen auch in unserem geliebten Häuschen und ich würde mir das auch nicht antun. Auf einen 2-3 Wochenabstand komme ich noch nicht aber wir haben auch gute Phasen zwischendurch und somit geht das. Meine Mutter dankt mir das auch seltens, sie ist eigentlich immer die, die mehr gibt...*tsts*, es ist einfach gut zu wissen, dass wir hier alle ähnlich gestrickt sind und eben auch spüren wie wertvoll wir eigentlich sind, mit unseren Empfindungen, dem Mitgefühl und unserer Intuition.

    Alles Liebe!
    Esme

    Hallo Katrin,

    so langsam wurschtel ich mich hier durch, 216 Seiten *puh* das schaffe ich beim besten Willen nicht aber die ersten 20 und die letzten zehn :-). Du scheinst ja auch eine ganz liebe Seele zu sein, mensch ich bin immer noch sehr beeindruckt um die ganzen Lebensgeschichten hier. Unglaublich wieviele Gefühle und Gedanken sich ähneln...

    Der Urlaub scheint dir/euch gut getan zu haben, wellnessen würde ich auch mal gerne mit dem Liebsten aber die Kiddies sind noch zu klein. Wir heben uns das auf :) für späääter...

    Das schlechte Gewissen was dich hin und wieder umtreibt, kenne auch ich gut. Man nimmt sich vor stark zu sein und dann lauern die klinen Stimmen im Kopf "Du musst nachschauen, anrufen, dich kümmern, sonst..." und irgendwann kann man gar nicht anders...Ich war beeindruckt beim Lesen Deiner Geschichte, dass Du das damals vor zwei Jahren geschafft hast, Deinen Pa nicht zu dir zu holen...Da warst Du schon weiter als ich heute...

    NUn, wünsche ich dir ein schönes WE und ich hoffe, Du hast noch viel "Nachwehen" vom Urlaub.

    LG Esme, die sich schon ganz "heimelig" fühlt hier im Forum

    Hallo Dumsi,

    ich habe drei Therapien gemacht, Verhaltenstherapien. Ich leide unter verschiedenen Ängsten und hatte drei verschiedene Therapeuthentypen. Der erste war nichts für mich :-), das brachen wir schnell ab, der zweite war cool. Wir haben uns einmal in der Woche getroffen und geredet und er hat durch seine Sichtweise - manchmal nur durch einen Satz - mich in eine andere Richtung gebracht...Die dritte war die Beste. Ich meldete mich bei einem Mann, der vertröstete mich und gab mich weiter an seine neue Psychologin, noch ganz jung. Das war mir erst ganz zuwider, ich mag keine Frauen in solchen Berufen :-)), der erste Termin war ganz toll, ich mochte sie sofort und bei ihr habe ich soviel mitgenommen und gelernt. Wir haben viel geredet und ich habe immer wieder kleinere Aufgaben bekommen - zum Loslassen eben. Wir sind heute noch befreundet obwohl es schon 6 Jahren her ist. Weißt Du, die Therapeuten, diese fremden Menschen haben eine ganz andere Sicht so aus der Ferne und können dich mit kleinen Tipps wirklich verändern.

    Vielleicht traust Du dich ja eines Tages, es tut gut jemanden zu haben, der nicht so nah an einem dran ist...

    Alles Gute!
    Esme

    Liebe Weitsicht,

    nun möchte ich auch noch einen Gruß hinterlassen :-). Wie geht es dir mit Deiner Ernährungsumstellung? Ich nutze immer gerne die Fastenzeit und mache dann 40 Tage ohne...diesmal ohne Süßigkeiten, Wurst, Fleisch und Alkohol...ich merke dann relativ schnell, wie meine Energie zurückkommt. Ich weiß nicht, wieviel Pfunde Du loswerden willst, ich so 10 Pfund aber ich habe Phasen, da ist die Esserei ganz normal wichtig und ich achte auf gesundes Zeugs. Dann habe ich wieder Phasen, da könnt ich reinstopfen was mir in den Weg kommt. Ich bin der totale Stressesser, wenn ich was am verarbeiten bin oder in der Arbeit zuviel los ist...Meistens wenns mir seelisch nicht gut geht, dann brauch ich diese wohlige Fülle und mag mich nicht disziplinieren, das ist ein teufelskreis, mir geht es denn bescheiden, wegen des Zunehmens und wenn ich vernünftig esse und Sport treibe, lebe ich in einem Hochgefühl. Nur dauerhafter wäre schön :-)).


    Wenn ich das mit dem religiösen Mißbrauch lese, krieg ich gleich einen Stich. Ich bin nämlich katholisch und das wirklich gerne. Ich bin unreligiös aufgewachsen und habe mich selber als Erwachsener dazu entschieden...hast Du die Geschichte auch hier niedergeschrieben?

    LG Esme
    LG Esme

    So da bin ich wieder....die Begegnung mit meiner Mutter habe ich auch gut überstanden und sie auch. Mit viel Bauchgrummeln kam sie heute morgen, sah echt gut aus - frisch vom Friseur. Wir haben geredet un dich habe ihr meine neuen Bücher mitgegeben. Das Buch "Alk" und das Buch "Familienkrankheit Alkoholismus". Sie hat natürlich mit viel Ausreden angefangen, sie isst im Moment nicht viel, sie denkt so negativ und und und deswegen muß sie trinken...Ich habe ihr gesagt, dass ich mein Leben leben muß und sie ihr. Sie entscheidet für sich, wie weit sie gehen will und ich für mich. Ich habe ihr nur gesagt, ich möchte nicht wieder angerufen werden um sie irgendwo volltrunken aufzusammeln und das mich die Bilder schmerzen, die ich für immer in meinem Kopf gebrannt habe (das vom letzten Samstag). Mein Mann redete noch mit ihr und naja, nun hat sich das erst einmal beruhigt. Den Kindern hat sie kurz erklärt, dass sie Mist gebaut hat, die haben sich natürlich einfach gefreut, dass sie wieder da ist...Sie meinte dann aber, warum ich mit den Kindern denn geredet habe, ob das sein musste...Immer diese Angst, es könnte jemand über sie reden...Ist das bei Euch auch so? Die Vorwürfe, man mache sie nur schlecht überall. Abgesehen davon bekam ich noch ein Haufen Vorwürfe und Erklärungen warum sie trinkt, und wenn ich ihr mal klar mache, wieviel wir eigentlich für sie tun, dann zieht sie nur die AUgenbraue hoch...Ich könnte dann glatt aus der Haut fahren....Als ich sie dann heim brachte, war mir wichtig dass sie sich wieder gut fühlt...ich habe sie umarmt und sie ließ die Arme unten. Ich fragte nach, warum sie mich eigentlich nicht umarmt, sie kann nicht, weil sie sich so schlecht fühlt. Naja, ich sagte dann dürfte ich sie doch nicht umarmen und ich mache es doch auch. Dann endlich drückten wir uns...ich kapier das wohl nie...

    Nun ja, jetzt werde ich mir den Ipod ins Ohr stöpseln und meine Kinderbasarsachen zurecht machen für morgen und den Kinderbesuch so auf ein bissel Abstand halten :-)))).

    Schön das ich hier bin, so kann meine seine Gedanken und Überlegungen einfach loslassen...

    Ganz liebe Grüße
    Esme

    Mensch ich steh wirklich auf einer langen Leitung, erst jetzt habe ich kapiert was EKA heisst....

    Liebe Loreen, ich hoffe, Du konntest trotz der traurigen Nachrichten gestern nacht einschlafen. Ich war auch ganz sprachlos, zumal ich da null reinfühlen kann, denn glücklicherweise habe ich das nicht erlebt.

    Lass es dir gut gehen auf der Arbeit, was machst Du denn eigentlich? Vorallem anscheinend immer am WE oder?

    LG Esme, die heute hier Kinder zum Übernachten hat und da gehts eh gleich ab....

    Liebe Caro,

    ich möchte Dir gerne einen virtuellen Knuddler da lassen, gestern nacht musste ich ehrlicherweise erst einmal überlegen was diese 3 Buchstaben bedeuten. Das ist natürlich hammerhart, vorallem wo Du auf so einem guten Weg bist. Vielleicht platzen jetzt einige Knoten und Verwirrungen werden entwirrt. Schön das Du einen lieben Mann an Deiner Seite hast und auch eine T. die dich begleitet. Deinen Zeilen von heute sind doch sehr positiv, richtig such dir das Positivste daraus, was eben nur geht. In diesem Fall, Dein Schwesterherz.

    Ganz liebe Grüße
    Esme

    Hi Dani,

    bin auch hier gelandet und wusel mich noch so durch...hab gesehen dass Du also auch nach Bayern gekommen bist. Hoffe Du fühlst dich genauso wohl wie ich (inzwischen schon 11 Jahre hier) und das als echter "Saupreuss".
    Die Therme in Erding war übrigens ein totaler Reinfall - never ever. Da konnte man im Wasser nur noch stehen - so voll war das...

    Das von Deiner netten Kollegin, das kenne ich auch gut. Das sind wohl unsere Antennen, das vorsichtige Ausfahren um die Stimmung der anderen zu testen. Glaub mir, den meisten fällt das gar nicht auf...Ich grübel dann auch immer den halben Tag, was ich denn nun gerade getan habe, dass mich jemand anpflaumt oder ignoriert. Wenn es mich arg wurmt, lass ich mir was einfallen um ein Gespräch anzufangen und dann ist meistens gut...muß als die "schlechten" Gefühle, die ich habe unterbrechen - aushalten ist ja nich...noch nicht :-).
    Dennoch, ich bin froh um meine Antennen, kann ich doch oft gut auf meine Mitmenschen reagieren...

    LG Esme

    Liebe Weitsicht,

    bei "´dir" war ich auch schon vorfühlen, mir gefällt Dein Schreibstil, ich schreib immer so wie mir der Schnabel gewachsen ist ;-). Ich muß mich nur etwas tiefer einlesen um auch was g'scheites schreiben zu können :-).

    Familienkrankheit Alkoholismus habe ich gelesen und das Buch Alk - war ganz interessant. Oft möchte ich diese Bücher gegen einen guten Simon Beckett eintauschen, dann lieber Verdrängung. Irgendwie bin ich mir erst jetzt (vorgestern?) so richtig bewußt geworden, wie mein Helfersyndrom mit dem Alkproblem zusammenhängt. Das muß ich irgendwie jetzt mal verarbeiten, ich kenn mich eben nicht anders und so einfach damit aufhören und nur noch MICh sehen oder mehr MICH sehen...hm...schwierig...Eigentlich sollte ich MICH jetzt in meinem Bett sehen :-)).

    LG Esme

    :) bin hier noch in der Findungsphase und bei den Megathreats muß man sich erst einmal einlsen aber das wird schon. Das mit Deinem Dad tut mir echt leid. Das macht mich ja auch immer so irre, wenn sie dann nüchtern sind und man so "normal" mit ihnen umgeht...dann denke ich mir oft, mensch w a r u m hast Du dein Leben so ruiniert, warum hast Du nicht früher mit dem Saufen aufgehört, was haben sie denn jetzt noch für ne Chance? Meine Mutter ist 68...

    Aber noch mal kurz, ist das ein ganz normales Pflegeheim oder speziell für Alkoholkranke? Wir haben nämlich nebenbei einen Onkel der in 4 Wochen in ein Heim soll, ähnlicher Fall...

    Drück dich zurück und schlaf gut!
    LG Esme

    Hallo Roa,

    vielen Dank für Deine Begrüßung, bin dann gleich mal zu Deinem Thread rübergeswitcht um einfach (wenn auch erst einmal oberflächlich) ein Bild von dem Menschen zu bekommen, der mir schreibt.

    Was mir auffällt, von meinen ersten Eindrücken hier, dass relativ viel "junge" Menschen hier schreiben - wie auch Du...und das mit Erfahrungen und einer "Weisheit" (weiß nicht wie ich es anders schreiben soll...und genau so war ich auch, ich war mit 18 schon wie andere mit 30, ich wusste, was ich wollte und meistens auch wie ich es anstellen sollte...

    Mit den Katastrophen ist das so eine Sache, mein Mann liest die Zeitung gaaaanz normal, ich eigentlich auch, nur das ich mich anschließend an sämtliche Unfälle, Verbrechen und Todesfälle erinnern kann, die mein Mann nur streift...oft gehen mir dann diese DInge nicht aus dem Kopf. Lange denke ich über die Schicksale nach etc....Ich meine, ich kann ihnen ja eh nicht helfen aber ich kann dann trauern und traurig sein...Manchmal denke ich mir, ich lese mal ne Weile keine Zeitung und lasse alle negativen Nachrichten weg...a la Vogel Strauss...

    Hier bin ich einfach gespannt, was dieses gegenseitige Spiegeln bringen wird...

    Jetzt fall ich erst einmal ins Bett, morgen ist ja Familienfeier und ich weiß schon, wenn ich dann meine Mutter sehe - nach dieser Katastrophe, bin ich einfach nur froh sie zu sehen ohne diese ganzen negativen Gedanken, die jetzt noch in mir grummeln.

    LG und schlaf gut! Morgen lese ich mich auch bei dir a bisserl mehr ein.
    Esme

    Hallo loreen,

    ich möchte gerne einen kurzen Gruß da lassen, sonst komme ich mir vor wie ein Spion ;) ich habe mich gerade durch Deine Geschichte gewuselt *puh*, das mit Deinem Dad ist heavy aber ich finde es gut zu sehen, dass es Möglichkeiten gibt. Eine kleine Frage dazu, ist das ein Spezialpflegeheim/-sation wo Dein Dad jetzt ist?

    Ich finde, dass Du viel erreicht hast (so im Vergleich vom Start Deines Posts hier) mir fiel auf, wie wenig Du da von dir und Deinen Wünschen geschrieben hast und jetzt sprühst Du fast über :-). Freut mich sehr für dich.

    LG Esme, die hier noch viel lesen möchte....

    Hallo Caro,

    ich bin neu hier und muß mich erst einmal durcharbeiten :-), es ist sehr interessant und postiv zu lesen, wie Du das alles anpackst. Ich finde Dein Post hier sehr motivierend für mich.

    LG Esme

    Hallo Dina,

    schön das Du hingegangen bist.

    Mir ging es letztens ähnlich, da war es zwar blos ne Chorprobe aber ich war sowas von unruhig und wollte unbedingt zu ihr, komische Vorahnungen...es könnte ja was sein. Dann habe ich versucht ganz ruhig zu werden und an die letzten 30 Jahre gedacht und wie es halt immer lief und bin zum Singen gefahren.

    Erkennst Du auch immer am Telefon schon die kleinsten Nuancen? Nüchtern, Wenig getrunken, restalkohol oder Totalabsturz...Mir war gar nicht bewußt, dass wir schon alle so auf die Antennen der anderen fixiert sind. Mein Mann wundert sich immer, warum alle "Sorgenkinder" immer bei mir landen und nicht bei ihm :-).

    Was die Alkoholsucht meiner Mutter betrifft, war ich schon immer sehr offen. Als Kind habe ich schon in der Schule die Erfahrung gemacht, dass ich da eher Hilfe und Unterstützung bekomme.

    LG und dir alles Gute Esme

    Hallo alle miteinander,

    ich bin im warsten Sinne des Wortes hier reingestolpert....Eigentlich (?) haben wir uns arrangiert mit dem ganzen Mist. Ich bin 38 Jahre und mein Vater starb als ich 18 war (keine Ahnung ob Ihr meine Vorstellung lesen könnt(?) Ich zog damals gleich von zu Hause aus und meine Mutter wohnte dann alleine. Sie trank und ich wollte retten, diese Geschichten kennt Ihr wohl alle. Ich habe schlimme Erlebnisse mitgemacht, Kindheit - was ist das...nicht das sie mich geschlagen haben, nein...sie waren lieb aber eigentlich hatten sie keine Zeit sondern ich kümmerte mich halt um alles. Ich war der Clown, der Perfektionist, der Kümmerer bis zum Umfallen. Dennoch war mir klar, so will ich nicht leben...

    Dann habe ich geheiratet und bin aus Berlin nach Bayern, ein Drama wenn ich meine Mutter mal drei Tage nicht am Telefon erreichen konnte, dann war sie selbstverständlich in der Wohnung gestürzt, liegt schwer verletzt rum oder ist evtl. schon tot. Ich glaube, ich habe zweimal die Tür aufmachen lassen...ich konnte mir immer nicht vorstellen, warum sie nicht ans Telefon gehen sollte, wenn nicht aus o.g. Gründen. Man flippt aus bei 500km Entfernung. Ihr kennt sicher auch diese Hass und Liebesgefühle, es sind zwei Menschen...unglaublich.

    Nun lange Rede...das erste Kind kam, Oma war hin und wieder bei uns, die Angst war da, besonders wenn ich den Verfall mitbekam und nix machen konnte. Dann wurde ich erneut schwanger und fragten sie, ob sie nicht vorübergehend bei uns in Bayern (eigene Whg.) wohnen möchte, sie wollte und sie blieb. Das ist jetzt sieben Jahre her. Am Anfang kontrollierte ich sie wieder, rief jeden Tag an, hatte Ängste etc. Wir haben aber auch sehr viele schöne Erlebnisse. Sie ist ein toller Mensch und eine sehr liebe Oma...Dann rufen aber Freunde an, mensch wir haben Deine Mutter gesehen, sie lief quer über die Straße etc. Nun ja...kennt Ihr ja sicher auch. Dann 2003 nach einem Städtebesuch zu Hause angekommen, klingelt mein Telefon. Mir wurde mitgeteilt, dass meine Mutter schwer gestürzt ist, Blut im Treppenhaus ist und sie die Tür nicht mehr aufmacht. Ich habe nur geschrien am Telefon. In diesem Moment war klar, sie muß tot sein...wir gingen in die Wohnung und sie lag im Flur. Total dicht aber am Leben, ich habe sie damals ins KH bringen lassen, wo sie zwei Tage blieb, sich sehr schämte und zwei Wochen trocken war...Bei mir hatte sich allerdings was verändert...ich hatte immer Angst sie zu verlieren, von diesem Tag an nicht mehr...und das bis heute. Da habe ich gemerkt, ich kann nix ändern, ich kann sie nicht retten. Wenn sie saufen will bis zum Tod, dann soll sie. Wir hatten und haben lange Gespräche darüber gehabt, ich habe nicht mehr angerufen und bin selber auch nach einer Woche noch entspannt. Wenn sie betrunken am Telefon war, war ich freundlich, legte dann auf und fühlte mich gut. Zeitgleich machte ich eine Therapie wegen meiner Verlustängste, da bemerkten wir recht schelle, dass viele meiner Probleme (Ängste im Dunkeln, Angst meine Kinder und meinen Mann zu verlieren, Angst selber krank zu werden) sehr mit dieser Liebes/Hassbeziehung zu tun hat. Ich konnte einiges lernen udn nahm viel mit.

    Dann erkrankte meine Freundin sehr schwer an Krebs und ich habe nichts besseres zu tun als mein Retteranzug überzuziehen und Himmel und Erde in Bewegung zu setzen - zu Ihrer Rettung. Ich hatte Berge von Energie, habe erfolgreich Professoren angeschrieben und und und...sie in der Arbeit vertreten, jeden Tag telefoniert...ich hatte quasi ein neues Opfer gefunden. Gut, sie lebt heute noch und meine Aktionen führten tatsächlich zu was. Nur vergaß ich mich total, meine Familie und meine eigenen Reserven überschätze ich total. Das ging jetzt drei Jahre so...klar konnte ich meine Mutter loslassen...Jetzt bin ich von meiner Freundin arbeitsmäßig getrennt worden und merke wie die ganze Anspannung weicht, klar will ich wissen, wie es ihr geht und würde ihr helfen aber alles im Rahmen....Ich hätte nie gedacht, dass ich mir erlauben werde, es mir gut gehen zu lassen und zu lachen ohne an sie denken zu müssen...

    Dann letzten Samstag ist meine Mutter schwer abgestürzt, wir haben sie gefunden - fragt nicht wie...eine Flasche Puschkin intus und das vor den Kindern etc. Ich bin ausgetickt, hab sie angebrüllt und sie in ihre Wohnung zurückgebracht. Mit den Kindern habe ich geredet (es gib ein gutes Buch bei amazon) und dann habe ich 5 Tage nicht angerufen aber viele Sorgen gemacht, ob sie sich was antut, ob ich zu bös war etc....Dann letzten Mi rief ich an, sie schämt sich so ....Ich habe sie gebeten, zum Friseur zu gehen und dann zu uns zu kommen. Sie hat zugesagt...naja gekommen ist sie nicht. Nun wollte sie heute zum Friseur (sie tut halt nix für sich und wenn sie dahin geht, geht es ihr immer besser) und morgen um zehn hier sein. Wir haben ne Familienfeier. Ich weiß, sie grault sich davor uns ins Gesicht zu schauen...und ich graul mich auch...

    Nachdem ich Samstag doch so verzweifelt war (wir sind angerufen worden und es war wirklich schlimm zum Ansehen) war ich wieder sehr an meiner Grenze und googelte was das Zeug hielt. Naja und bin hier :) gelandet, hab dann einiges gelesen, vorallem wollte ich aber Infos über Zwangseinweisung haben und über alle anderen "schlimmeren" Alkoholiker...Dann las ich hier und einiges an Karstens Einleitungen und dann bin ich erst einmal ganz kleinlaut geworden...und der Vergleich mit meiner Freundin zeigte mir recht schnell, wo es bei mir drückt...

    Ich möchte nicht auf Distanz zu meiner Mutter gehen, ich hab sie zu lieb dafür...aber ich will mich nicht für die Sauferei interessieren. Kann man das, geht das? Nur die guten Zeiten nutzen und das andere ausblenden? So gefühlsmäßig? Weil helfen lassen, will sie sich nicht, sie ist ja nicht krank...

    Dann geht es natürlich um mich, denn ich habe ein glückliches Leben, habe zwei tolle Kids, einen lieben Mann und einen guten Job und gesund (körperlich) bin ich auch, naja und außer das ich etwas wahnsinnig bin, wenn es ums Arbeiten geht und nie Zeit für irgendwas habe (wie las ich gestern, um meiner eigenen Leere zu entrinnen) und eher mit einer Freundin drei Stunden im Wartezimmer sitze als meine eigenen Zähne richten zu lassen, alles über Katastrophen lese um was zu spüren, diese Trauer...ja lieber traurig als glücklich, denn darf man glücklich und lustig sein, wenn es andere nicht sind? Faul sein, wenn andere arbeiten?...

    Ich höre jetzt auf, sonst kriegt Ihr ja nen Flimmern vor den Augen...

    Nun, ich bin gespannt auf morgen und auf Eure Posts, bis ich da durch bin, wird noch dauern aber bin schon fleissig dran und sehr erstaunt, wieviele Parallelen ich sehe...mögt Ihr auch keine ungeplanten Leerzeiten? Also wenn Ihr eine Verabredung habt und die dann kurzfristig abgesagt wird...ich könnte soviel tun aber in so einem Moment bin ich nur unfähig das zu geniessen...nur mal so als Bsp...

    Seid lieb gegrüßt von
    Esme