9 Monate gebangt, mitgelitten, gehofft ...
Und jetzt ist genau das eingetreten, was nicht hätte eintreten dürfen.
Anstatt das Mr. Vielleicht sich hier in Ruhe wieder einleben kann, stehen wir vor einem riesen Chaos.
Genau während ihres Umzugs erfährt meine Mutter, dass sie schwer krank ist und wartet nun auf ihr OP-Termin. Eine meiner Schwestern kommt kurz danach ins Krankenhaus - höchstwahrscheinlich auch eine OP im Anmarsch.
Und nun ist nur er übriggeblieben um den Umzug und die Renovierung der alten Wohnung irgendwie über die Bühne zu bringen. Er fühlt sich total überfordert und allein gelassen. Seinen Frust kann er nur an mir ablassen. Ich versuche zu helfen wo ich kann, aber das ist bei weitem nicht genug.
Also werde ich abgestraft.
Rückfall gebaut, in Sprachlosigkeit abgedriftet, absolute Funkstille.
Er lässt mich gar nicht mehr an sich ran. Schottet sich ab, sobald wir zu Hause sind.
Ich bin da einfach hilflos, auch total wütend, weiß mir einfach keinen Rat mehr. Auf die Art und Weise muss ich nun feststellen, dass wir Krisensituationen nicht mehr "gemeinsam" überstehen werden. Genau da, wo jeder den anderen dringend braucht, damit man so ein Dilemma irgendwie übersteht, da werde ich in die Ecke gedrängt. So kann man auch keine Familienleben mehr aufrecht erhalten.
Ich weiß gar nicht, womit ich mich zuerst beschäftigen soll.
Die schwere Krankheit meiner Ma irgendwie zu begreifen, zu verarbeiten und gleichzeitig Trost spenden, sie ablenken, aufzubauen - zu wenig Zeit um sich intensiv damit zu befassen.
Meine kleine Schwester besuchen, da zu sein - zuhören - zu wenig Zeit ihr in irgendeiner Form gerecht zu werden.
Mr. Vielleicht zu unterstützen, zu sehen dass ihm das alles zu viel ist - keine Lösung um ihn mehr zu entlasten; zuzusehen wie er abbaut, abnimmt, sich keine Minute Ruhe gönnt - alles vernachlässigt und mich noch zurechtweisst, weil ich ihm Verschnaufpausen verschaffen will.
Das wird wohl über kurz oder lang ein Scherbenhaufen werden den ich nicht mehr kitten kann.
Grüßle
Diandra