Hallo uli,
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Zum Thema "Aufdecken der Lügen" und "keine Vorhaltungen machen", wenn sie getrunken hat: Es ist für mich sehr schwer. Ich kann dann nicht einfach diesen Zustand ignorieren und so tun als wäre nichts. Erstens hasse ich es, wenn sie angetrunken ist (ich hasse ja nicht sie, sondern nur dieses Betrunkensein), zweitens denke ich dann, dass es nicht gut sein kann, wenn ich einfach still bin. Wenn ich ihr nicht zeige, wie enttäuscht und angewidert ich bin, empfinde ich das nicht nur als ziemlich unaufrichtig, sondern auch als Zuspruch für ihre Trinkerei. Sie verletzt mich mit ihrem Trinken. Wenn Sie getrunken hat, mag ich sie nicht sehen.
Du musst auch nicht so tun als wäre nichts. In dem Moment solltest Du Dich konsequent abgrenzen. Tu dann etwas für Dich. Zeige ihr einfach, dass Du keine Lust hast Dich in irgendeiner Form mit ihr abzugeben, wenn sie wieder betrunken ist. Dafür muss man nicht streiten. Man kann auch rigeros ignorieren. Glaube mir, sie wird es merken. Das ist nicht der übliche Ablauf den sie gewohnt ist.
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Meine Frau trinkt, weil sie Sorgen hat. Sie hat selbst schon gesagt, dass der Alkohol ihre Spannungen und Ängste löst und sie dann nicht mehr so eingenommen wird von allem Negativen. Den Alkohol an sich sieht sie nicht als Problem, den glaubt sie im Griff zu haben. Warum sollte sie also - aus ihrer Sicht - aufhören mit dem Alkohol? Das Problem, so glaubt sie, sind doch die Anderen, das schwere Leben, die Sorgen, die Schicksalsschläge...
Das sind die typischen Gründe eines Abhängigen um sich zu rechtfertigen. Gründe um weiter zu trinken. Die Sucht ist einfach zu stark, als dass man mit irgendwelchen Vernunftsgründen an sie rankommt.
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Wachgerüttelt werden kann Sie nur, wenn Sie sieht, dass DER ALKOHOL ihr etwas nimmt: nämlich den Menschen, den sie liebt. Vielleicht ist es dann zu spät, aber dann erkennt sie ihr Problem. Wie gesagt, ich bin bereit, ihr jede Hilfe der Welt zu geben, aber wenn Sie nicht eingesteht, dass es KEINE Rechtfertigung gibt, zum Alkohol zu greifen, dann sehe ich keinen Sinn darin, es weiter mit ihr zu versuchen.
Du musst Dich ändern Uli. Hilfe kannst Du erst dann anbieten, wenn Deine Frau von selber erkannt hat, dass sie Hilfe braucht. Sie muss den Willen dazu haben einen Entzug zu machen, ggf. eine Therapie in Angriff nehmen, sich eine SHG suchen. Sie muss handeln.
Du kannst ihr ein Ultimatum stellen. Rede mit ihr, wenn sie nüchtern ist. Sage ihr ganz klar und deutlich, dass Du mit dem "Nebenbuhler" Alkohol nicht mehr zusammenleben willst. Reich ihr die Hand, indem Du ihr dann Deine Hilfe anbietest, wenn sie nüchtern ist und auch nüchtern bleiben will. Zeige ihr Wege auf - Hausarztbesuch, Suchtberatung, Entzug in einer Klinik; Anschriften von Suchtberatungsstellen - letztendlich muss sie aber den 1. Schritt dazu selber machen.
Oft ist es so, dass man erst konsequent handeln muss, bevor sich die Situation ändern wird. Es kann sein, dass sie selbst dann noch einige Zeit braucht, bevor ihr klar wird, dass sie sich Hilfe suchen muss.
Und Du brauchst die Abgrenzung, um nicht selber krank zu werden. Wenn du dich hier mal ein wenig durchliest im Co-Bereich, dann wirst Du sehen, wieviele Schicksale es gibt - wo sie sich z. T. gleichen und was Du für Dich ändern musst, damit Du wieder zufriedener leben kannst.
Grüßle
Diandra