Beiträge von Skye

    Hallo Matthias,

    etwas zu benutzen um eine persönliche Krise zu überstehen ist selten eine gute Wahl. Das schon so manchen Alkoholiker gemacht. Wenn man es denn braucht, finde ich Tabletten kurzfristig genommen, da doch noch die bessere Lösung als Frauen. Aber das musst Du wissen, Du musst Dir morgens im Spiegel in die Augen schauen. Das hat für mich weniger mit männlich oder weiblich zu tun, sondern mit persönlicher Ausrichtung.

    Zu einer Beziehung gehören immer zwei, zu einer funktionierenden erst recht. Das Eure Ehe noch eine Chance hat ist nicht allein davon abhängig, ob Deine Frau aufhört zu trinken. Du hast auch Deinen Anteil an dieser Beziehung die offensichtlich nicht mehr funktioniert und der besteht nicht im aushalten und nicht im abwarten. Ein Beziehung gestaltet man aktiv, nicht passiv, aushalten und abwarten ist passiv. Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, was Du bei Dir verändern müsstest damit Eure Ehe nochmal eine Chance bekommt?

    Gruß
    Skye

    Hallo Weitsicht,

    Du hattest mir mal in Summerdreams Thread mal folgendes geschrieben:

    Zitat

    Frauen sollten nur ehrlich zu sich und anderen sein, dann klappt das auch besser, das mit- und untereinander auskommen.

    Ich sehe hier nicht anderes als andere Meinungen und gehe davon aus das diese auch ehrlich geäußert wurden. Sie stimmen nur nicht mit Deiner Sicht der Dinge und Deiner Sicht von Dir selbst überein.

    Meine Antwort war damals:

    Zitat

    Ja, ja .. was die einen als ehrlich empfinden, empfinden die andern als Angriff. Das kann man hier im Forum auch immer wieder sehr schön beobachten, wenn mal wieder Diskussionen über den Umgangston losgetreten werden. …....

    Das sehe ich auch jetzt. Statt zu lesen, aufzunehmen und falls es nicht gebraucht wird einfach liegen zu lassen, wird interpretiert und über Umgangsformen und Auftreten geredet.

    Weitsicht, wenn Dein Weg für Dich richtig ist, dann ist es doch gut. Warum brauchst Du dann Unterstützung? Nicht anders sehe ich es, wenn Du Dich bei denen bedankst, die Deiner Meinung sind. Warum kannst nicht über den Dingen stehen und anderen ihre Ansichten und Meinungen zugestehen, auch wenn sie absolut nicht mit Deinen Ansichten und wie Du Dich selbst siehst übereinstimmen?

    Warum brauchst Du Bestätigung, wenn Du Doch sicher bist, auf dem richtigen Weg zu sein?

    Ich brauche Bestätigung und Zustimmung, wenn ich mir meiner Sache nicht sicher bin. Ich brauche Bestätigung und Zustimmung, wenn ich es allein nicht schaffe mich gut zu fühlen.

    Zitat

    Eigene Seelenverwandtschaft aufbauen, die mir heute gut wollen, das ist es, was wir Alkoholikerkinder brauchen, um überhaupt wieder Vertrauen ins Leben entwickeln zu können.

    Das jemand eine andere Meinung oder Sichtweise hat als ich habe, heißt nicht das er mir nichts gutes will.

    Zitat

    Dass sie selbst leer waren, trage ich ihnen nicht nach,

    Zitat

    da wir es ihnen nicht wert waren, ihre Sucht nicht hinter, unsere Bedürfnisse die wir als Kinder nun mal hatten, anstellen konnten.

    Das ist für mich ein Widerspruch. Was denn nun? Auf der einen Seite Verständnis, dass sie krank waren, auf der anderen Seite die Forderung aber so zu handeln als wären sie es nicht. Ich glaube, Du hast das Wesen der Sucht noch nicht erfasst.

    Gruß
    Skye

    Hallo Matthias,

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    wäre es gut oder schlecht für meine frau, wenn sie
    das hier alles lesen würde ?

    Ganz ehrlich? Weder das eine noch das andere. Für Deine Frau wäre es, so glaube ich, vollkommen egal. Meint sie es ernst, braucht sie es nicht. Meint sie es nicht ernst, dann gibt es Ausflüchte, Entschuldigungen und vielleicht auch böses Blut, weil Du sie hier „bloßstellst“.

    Die Frage ist für mich, ob es gut oder schlecht für Dich wäre. Du hast hier eine Plattform auf der Du Dich austauschen kannst. Wo Du unbefangen über Dich, Deine Gefühle, Deine Gedanken, Deine Ängste sprechen kannst. Du kannst hier Hilfe für Dich bekommen. Das kannst Du nicht mehr, wenn Du ihr diesen Thread zeigst, weil Du dann nicht mehr unbefangen bist. Dann überlegst Du Dir noch genauer, was Du schreibst, was sie lesen darf und soll und was Du besser für Dich behältst, weil sie es nicht erfahren soll.

    Es wird hier das eine oder andere Mal geraten, den eigenen Angehörigen doch auch das Forum zu zeigen. Wie Du Dir nach meinen Worten vielleicht schon denken kannst, halte ich gar nichts davon.

    Wenn Deine Frau Hilfe will, wird sie sie finden, auch ohne Forum. Es gibt reichlich davon in diesem Land für Alkoholiker. Sie muss nur suchen wollen, dann wird sie auch finden. Vielleicht findet sie auch dieses Forum, dann auch gut, dann kann man immer noch überlegen was man tut, aber ich würde es ihr nicht zeigen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Matthias,

    wenn Dir Deine Frau so wichtig ist, warum hast Du dann eine Freundin? Ich wäre mir anstelle der Freundin dafür zu schade, nur als Lückenbüßer her zuhalten. Aber gut ist Eure bzw. ihre Sache. Nur macht das auf mich den Eindruck, dass Du selbst gar nicht so genau weißt was Du willst, außer das „es“ aufhört.
    Eine Chance auf eine Zukunft mit welcher Frau auch immer, ist nicht nur davon abhängig, ob Deine Ehefrau trocken wird, sondern auch davon eigene Entscheidungen zu treffen und sich nicht von den Entscheidungen anderer, sprich denen Deiner Ehefrau abhängig zu machen. Die „richtige“ Entscheidung ist leider in den wenigsten Fällen die bequemste.

    Ob Deine Frau für sich oder für Dich trocken werden will, kann Dir keiner sagen. Vielleicht noch nicht einmal Deine Frau. Wenn ich hier in den vergangen Jahren Threads von Alkoholikern gelesen habe, waren sie sich anfangs bei ihren Versuchen trocken zu werden häufig selbst nicht bewusst, dass sie für andere und nicht für sich trocken werden wollten. Diese Erkenntnis kam erst als einen wirklich ernsthaften Anlauf in die Trockenheit unternommen haben. Vielleicht wollten sie das vorher auch einfach nicht wahr haben, wer kann das schon sagen.

    Alkoholiker sind begnadete Schauspieler, ich habe schon so manch oskarreife Darstellung meiner Mutter erlebt, die ganze Gefühlspalette rauf und runter. Trotzdem hat sie weiter gesoffen. Es freut mich wenn Deine Frau es schon 2 Tage ohne geschafft hat. Allerdings ist das nicht zwingend ein positives Zeichen und noch lange kein Anzeichen, dass sie ernsthaft vorhat trocken zu werden.

    Sorry, aber ich kann Deine Euphorie nicht teilen. Zumal bei einer jahrelangen Spiegeltrinkerin bei zwei Tagen ohne Alkohol auch ein Krampfanfall drohen kann, nicht muss, aber kann. Ein Entzug und nichts anderes ist das nicht mehr trinken von Alkohol, gehört in ärztliche Betreuung.

    Was Du eher feststellen kannst ist, ob sie es ernst meint. Wenn sie zum Arzt war, zur Suchtberatung und/oder in eine SHG gehen will und es auch tut, hat sie zumindest ernsthafte Ansätze. Ob sie wirklich trocken wird, wird erst die Zeit zeigen. Ich spreche hier mal von Monaten, weniger von Tagen oder Wochen.Wenn sie ganz für sich allein trocken werden will ohne Unterstützung, vergiss es, das gibt keinen und dann meint sie es auch nicht wirklich ernst.

    Hör Dir an, was sie zu sagen hat und überlege was das gesagte in Dir auslöst, was die Worte Dir bedeuten. Brich nichts übers Knie, sondern überlege Deine nächsten Schritte gut. Das ist was ich Dir raten kann.

    Gruß
    Skye

    Hallo Dagmar,

    ich kann Deine Angst verstehen. Wenn ich zum Glück auch nur sehr wenig körperliche Gewalt in meinem Leben kennen gelernt habe, so kenne ich doch die Angst vor Bedrohungen. Bedrohungen müssen nicht körperlich sein, es gibt auch andere. Viele sind „nur“ eingebildet, aber deswegen nicht weniger real und beängstigend. Sie hemmen einen ebenso, die Schranke im Kopf kann genauso unüberwindlich erscheinen, wie die die man vor sich sieht.

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Deine Angst vor ihm ein Vehikel ist, dass sie für etwas anderes steht. Du hast Dich getrennt, Du fühlst Dich in Deiner neuen Umgebung wohl, Dir geht es gut. Du hast etwas geschafft, was lässt Dich zweifeln, dass Du nicht auch alles andere schaffst, was Du Dir vornimmst, was Du wirklich wünscht und möchtest? Was lässt Dich an Deiner eigenen Stärke zweifeln, der mentalen wie der körperlichen? Deine Zeilen wirken auf mich, als würdest Du Dich im Moment als Opfer fühlen.

    Das waren mal so meine Gedanken die mir beim lesen durch den Kopf gingen ohne Anspruch auf Richtigkeit.

    Schönen Feiertag....

    Gruß
    Skye

    Hallo Gartenarbeit,

    ich kann Dir etwas aus der Sicht eines Kindes sagen. Wenn man oft genug enttäuscht wurde, dann glaubt man nicht mehr, dann braucht man Beweise. Wie oft hat Dein Mann, Dein Kind enttäuscht? Sicherlich häufiger als Du weißt und Du Dir vielleicht auch eingestehen möchtest. Wenn Dein Kind nicht mit seinem Vater reden will, dann will es nicht.

    Ich habe zwar noch mit meiner Mutter gesprochen, doch wenn sie von ihrer Plänen sprach, ihren Vorsätzen trocken zu werden habe ich entweder sichtbar auf Durchzug geschaltet oder das Gespräch abgebrochen. Nach 7 offiziellen Entgiftungen, die ganzen unfreiwilligen wegen diverse Krankenhausaufenthalte nicht mitgezählt und 2 Langzeittherapien war mir nicht mehr nach Vertrauen und Glauben, da war mir nur noch nach Beweisen.

    Du schreibst selbst Du glaubst mehr an den Erfolg der 2. LZT als Dein Kind. Dein Kind hat offenkundig keinen Grund seinem Vater zu Vertrauen. Er bekam das Vertrauen Deines Kindes bei seiner Geburt geschenkt, er hat dieses Geschenk im Suff zurück gewiesen. Jetzt scheint es, als müsse er sich das erarbeiten und diesmal verdienen. Wann er das hat, entscheidet Dein Kind. Vertrauen gibt es nur einmal geschenkt.

    Sieht Dein Kind ihn überhaupt noch als Vater oder eher als Störer des Familienfriedens und -lebens. Hat Dein Kind sonst Probleme, die Dich darauf schließen lassen, dass nicht mit seinem Vater spricht, weil es nicht weiß wie es anfangen soll? Spricht es nicht mit ihm, weil es ihm „nur“ um sich selbst geht, weil es einfach nicht mehr will, oder auch weil es als „Bestrafung“ gedacht ist für alles was die gesamte Familie betroffen hat. Weißt Du das? Es wäre wichtig, das herauszufinden.

    Zitat

    Kind 1 ist bewundernswert in seiner Konsequenz,

    Na, ganz so sehr scheinst Du es ja doch nicht zu bewundern, wenn Du es ändern möchtest.
    Das mit 17 und seit drei Jahren, also seit es 14 ist. Entweder lässt es auf einen starken Willen schließen oder auf sehr tiefe Verletzungen. Bei ersterem lass ihm seinen Willen, es ist alt genug dies zu entscheiden und hat mit Sicherheit auch genug mitgemacht um das entscheiden zu können. Zweiteres nun das heilen auch keine Gespräche mit einem Vater dem es offensichtlich nicht vertraut. Das heilt höchstens die Zeit. Schön es trotz allem gelernt hat konsequent zu sein, ich hoffe, es ist nicht nur ein reiner Schutzmechanismus, sondern überzeugte Konsequenz.

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    aber ich denke, es hat viel mitgemacht, was es später im Leben und in eigenen Beziehungen spüren wird.

    Das wird es wohl so oder so. Das Kind ist wohl schon lange in den Brunnen gefallen und bereits ertrunken. Das Zusammenleben mit einem nassen Alkoholiker, das tagtägliche hautnahe Erleben der Sucht geht nicht spurlos an Kindern vorbei. Das wirst Du auch nicht ändern, wenn Du erreichst, dass sie jetzt miteinander reden. Schon garnicht, wenn eine oder beide Parteien das unfreiwillig und Dir zu Gefallen tun. Auch hier kann nur die Zeit helfen und kompetente Unterstützung für Dein Kind.

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    Seht Ihr einen Weg, wie man/der Vater da einlenken könnte, so dass die beiden einander wenigstens respektieren?

    Ab einem gewissen Punkt muss man sich Respekt verdienen. Natürlich sollte er voreinander da sein, einfach weil beide Menschen sind. Manchmal ist aber selbst das nicht mehr möglich. Es scheint so, dass das Vertrauen in den Vater noch lange nicht in Sicht ist, weil selbst er Respekt fehlt ohne den es nie Vertrauen geben wird. Ohne Vertraunen wird es kein vernünftiges Gespräch geben.

    Dein Kind muss von sich aus und aus freien Stücken bereit sein mit seinem Vater zu reden. Da kannst Du nicht erzwingen oder beeinflussen. Das muss von Deinem Kind allein ausgehen, wie der Wille und die Umsetzung der Trockenheit allein von seinem Vater ausgehen muss.

    Warum möchtest Du überhaupt, dass die beiden wieder miteinander reden? Weil Du es für richtig für Dein Kind hältst oder weil Du diese Entfremdung nicht ertragen kannst?

    Wenn Du Deinem Kind helfen willst, schau nach Angehörigengruppen speziell für Kinder und Jugendliche und ermutige es dort hinzugehen. Das bringt mehr, als zwischen beiden vermitteln zu wollen. Selbst wenn Du es könntest, glaube ich nicht, dass Du die dafür notwendige Objektivität aufbringen könntest. Wie denn auch des geht um Dein Kind.

    Gruß
    Skye

    Hallo Alina,

    ich denke ich kann mir vorstellen wie Du Dich fühlst. Mir ging es all die Jahre mit meiner Mutter nicht anders. Auf der einen Seite konnte und wollte ich nicht mehr, auf der anderen war es doch meine Mutter und sie war mir alles andere als egal.

    Nachdem ich viel zu lange Dinge getan habe, von denen ich meinte sie könnten ihr helfen und mich dabei vergessen habe, habe ich irgendwann angefangen an mich zu denken. Was ich dann hingelegt habe war ein regelrechter Zick-Zack-Kurs von einem Extrem ins andere. Entweder gar kein Kontakt, dann wieder fast jeden Tag, das verdammte, unnütze schlechte Gewissen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es geschafft habe, den Kontakt zu ihr so zu gestalten, wie ich ihn brauchte. Zum einen weil ich einfach keine Erfahrung damit hatte an mich zu denken und unter anderem auch, weil ich mehr auf andere gehört habe, als auf mich. Ich war so unsicher, was richtig und falsch war, dass ich garnicht gesehen habe, dass es kein richtig und falsch gibt in dieser Angelegenheit. Wenn ich etwas wirklich möchte, dann ist es nicht falsch oder richtig, es ist einfach meine Entscheidung. Mit den Konsequenzen meiner Entscheidung, ob gut oder schlecht, muss ich dann allerdings auch leben.
    Wenn ich wissen wollte wie es ihr ging habe ich angerufen oder bin auch mal hingefahren. Bei den wenigen Gelegenheit die letzten Jahre in denen sie nüchtern war, war es sogar teilweise sehr schön und harmonisch. Den Rest der Zeit habe ich mich um mich gekümmert. Ich habe mit ihr am Telefon gesprochen wenn sie angerufen hat, wenn ich es wollte, wenn nicht habe ich das Gespräch beendet. Mit dieser Lösung konnte ich gut leben und kann es auch jetzt noch, wo sie tot ist. So war es für mich richtig. Ich habe mir geholt was ich brauchte, was mir geholfen hat. Ihr konnte ich nicht helfen, aber mir.

    Für manche ist der vollkommene Kontaktabbruch das richtige, für manche nicht. Was für Dich das richtige ist, musst Du entscheiden und eventzuell auch erstmal ausprobieren. Es muss hier kein ganz oder garnicht geben, es geht auch viertel, drittel oder halb oder wie auch immer. So wie Du es brauchst. Versuche mal ein wenig runter zu kommen, dass lesen hier kann Dir helfen. Höre auf Deinen Bauch, Deine innere Stimme sie sagt Dir, was für Dich das richtige ist solange Du sie zu Wort kommen lässt.

    Deinem Vater kannst Du nicht helfen. Es tut mir leid, dass es ihm so schlecht geht, aber da kann er nur ganz alleine raus. Der Antrieb muss von ihm kommen, da kannst Du nichts machen. Du kannst Dir helfen, wenn Du Kontakt willst gut, dann nimm ihn Dir. Wenn Du ihn nicht willst, dann lass. Du hast die Freiheit zu entscheiden, was Du möchtest. Es sollte dabei jedoch um Dich gehen und nicht um ihn, es ist Dein Leben, Du bestimmst. Er bestimmt über sein Leben und wenn er saufen will, säuft er, so leid mir das für Dich tut.

    Gruß
    Skye

    Hallo Weitsicht,

    sei mir bitte nicht böse, aber im Moment sehe ich bei Dir das klassische IAS-Syndrom der Unverstandenen. Ich sehe hier nur andere Meinungen, nicht mehr nicht weniger. Keine Unhöflich- oder Respektlosigkeiten, nur andere Meinungen.

    Kein Mensch sitzt gerne und freiwillig in einem Loch. Nur weil er länger da sitzt als andere, heißt das nicht das er es gern tut und sich da wohlfühlt. Es heißt das er für sich keinen Ausweg gefunden hat, weil er nur die eine eben seine Sicht der Dinge hat. Da hilft es sich die Sicht von anderen anzuschauen. So verstehe ich unter anderem Austausch und Selbsthilfe, die Möglichkeit zu haben, eine andere Sichtweise der gleich Situation zu bekommen. Was allerdings nicht automatisch heißt, dass man diese Sichtweise als Lösung für sich betrachtet.

    Zitat

    Ich werde meinen Standpunkt nicht ständig rechtfertigen.

    Wenn Dein Weg der für Dich der richtige ist, ist es doch gut. Warum willst Du Dich rechtfertigen? Dann mach doch einfach weiter wie bisher und kümmere Dich nicht um andere Meinungen. Auch das ist loslassen. Wenn Du allerdings Bestätigung Deiner Sichtweisen brauchst, die Zustimmung von anderen, dann stimmt was nicht. Rechtfertigen tut man sich nur, wenn man selbst von dem was man macht nicht wirklich überzeugt ist.

    Lass andere doch machen, wenn es in Deinen Augen falsch ist, kannst Du das ja sagen, aber lass sie machen. Es ist ihr Leben, sie können damit machen was sie wollen. Wenn sie auf die Schnauze fallen, ist es ihre Schnauze die weh tut, nicht Deine. Jeder Mensch hat das Recht seine eigenen Fehler zu machen.

    Zitat

    Den Abschluss meiner Geschichte in einer Suchtfamilie, hatte ich erhofft hier zu finden.

    Und wer sagt, dass Du das hier nicht finden kannst? Wobei ich bezweifle, dass es da jemals einen Abschluss geben wird, denn das heißt für mich Ende, Akte zu, Deckel für immer geschlossen. Es gehört zu Deinem Leben, dass kannst Du nicht ändern. Für mich gibt es da nur ein Ende und das ist der Tod.

    Nur weil Du andere Meinungen und Sichtweisen zu hören bekommst, heißt das nicht, dass Du das hier nicht finden kannst. Sicherlich hört man lieber Zustimmung, wenn man etwas sagt, geht mir genauso. Wenn man sie aber nicht bekommt, dann ist es auch gut. Wenn man nur Dinge sagt, bei denen man sich der Zustimmung anderer sicher ist, dann ist man keinen einzigen Schritt aus der Kindheit. Dann ist man immer noch bei: „Bitte, bitte hab mich lieb. Ich tue auch alles was Du willst dafür.“ Auch an anderen Meinungen kann man wachsen, auch durch sie kann man etwas lernen, muss man aber nicht. Geht es Dir hier um Dich oder darum Zustimmung für Dich und Deinen Weg zu finden?

    Da bin ich dann wieder bei Erwartungen. Andere können nichts dafür wenn sie meine Erwartungen an sie nicht erfüllen. Was ich erwarte ist nicht unbedingt immer das was andere tun wollen. Klar ist man enttäuscht, wenn man nicht bekommt was man wollte, aber dafür können die anderen ja nichts. Wenn andere nicht so funktionieren wie man möchte, dann muss man bei sich selber schauen, denn andere sind nicht dafür da mich zufrieden und glücklich zu machen. Das ist meine Aufgabe.

    Weitsicht, ich glaube Du stehst Dir im Moment selbst im Weg.

    Gruß
    Skye

    Hallo Ette,

    für mich bedeutet Empathie Mitgefühl oder auch die Fähigkeit sich in andere einfühlen können.

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    Hmmm.... wo steht eigentlich, dass empathie nur das nachfühlen kann, was dem ursprünglich fühlenden in den kram passt?

    Nirgendwo, so verstehe ich das auch nicht. Pech des Gegenübers oder auch meines, wenn ich etwas sehe, was ich nicht sehen soll oder was nicht da ist und damit einer Fehlinterpretation meinerseits entspringt.

    Zitat

    Kann ich mich nicht auch in etwas einfühlen, also empathisch sein, für nicht so positive empfindungen und verhaltensweisen?

    Klar, warum denn nicht. Wo steht den geschrieben, dass Gefühle nur positiv sein sollen? Es ist nicht fein, sein Gegenüber vor's Schienbein zu treten, trotzdem kann ich wunderbar dieses Bedürfnis einiger Personen in manchen Situationen nachempfinden.

    Zitat

    Hmmm... aber – dann ist empathie ja gar nix tolles mehr. Dann merkt mein empathisches gegenüber ja womöglich meine schwächen

    Jo, und wo ist das Problem? Sind Schwächen etwas schlechtes? Nö! Wer das so sieht, hat ein Problem mit sich selbst.

    Zitat

    Na – und da arbeite ich doch heftigst dran, die selber zu übersehen. Wenn sich da jetzt einer einfühlt – empathisch ist....??? Nä.....dann sag ich lieber, der ist nicht empathisch.

    Das soll's geben. Für mein empfinden, das Problem des „Blinden“.

    Zitat

    Hmmm....was ist denn nun eigentlich empathisch? Mitfühlend? Einfühlsam? Postiv, negativ? Menschlich, seelenverwandschaft, übersinnlich? Oder – vielleicht doch nur ein modewort?

    Alles, wobei ich persönlich, das Übersinnliche und die Seelenverwandschaft streichen würde.

    Zitat

    Hmmm.... irgendwie komm ich mit der empathie nicht weiter. Isse nu gut oder nicht gut?

    Ob das gut oder schlecht ist, ist für mich davon abhängig ob dies den Mitfühlenden oder Einfühlenden belastet oder nicht, ob das Einfühlen als unangenehm empfunden wird oder nicht. Für mich nicht zu verwechseln mit Mitleid = mitleiden.

    Zitat

    Merk ich mit empathie bloß die netten empfindungen beim andern oder auch die weniger netten?

    Beide, wenn man nur freundliche Gefühle nachfühlen kann, stimmt was nicht, ebenso wenn man nur unfreundliche nachfühlen kann. Wenn man sich weigert das eine oder andere zu fühlen, ist auch was im argen.

    Es gibt kein gut oder schlecht, es liegt im Auge des Betrachters und in der Hand des Benutzers. Alles hat seine zwei Seiten. Wie überall im Leben gehört Ehrlichkeit sich selbst gegenüber dazu.

    Mal so meine Gedanken dazu.

    Gruß
    Skye

    Hallo Weitsicht,

    Du fragst an anderer Stelle, wovor EKA's kapitulieren sollen. Ganz einfach, wie alle anderen auch, vor dem Alkohol. Ebenso wie alle anderen auch „einfach“ loslassen. Wir alle spielen mit den Karten, die uns das Leben gegeben hat und es heißt jeden Tag das beste aus dem Blatt zu machen. Es gibt kein neues Deck, auch nicht für Dich.

    In meinen Augen unterscheidet sich ein EKA nicht so sehr von Co's. „Wir“ sind nichts besonderes und auch nicht so anders als die anderen. Uns geht es nicht schlechter als anderen. Wir sind keine Leidenden deluxe, ebenso wie ein Alkoholiker der treue Drogen trinkt und noch nicht unter der Brücke schläft nicht besser oder schlechter ist als andere Alkoholiker.
    Der einzige Unterschied für mich ist, dass man Eltern nicht so „leicht“ verlassen kann und/oder abschreiben kann, wie Partner. Ansonsten gibt es für mich da keine nennenswerten Unterschiede. Wir sind jetzt erwachsen und haben Probleme im hier und jetzt, ebenso wie Co's und meist auch aus den gleichen Gründen, wenn auch die Ursachen unterschiedlich sein können.

    Hier im EKA Bereich tummeln sich die meisten, die es nicht „geschafft“ haben sich einen Alkoholiker zu angeln. Wenn ihre Beziehungen auch durchaus Co-Strukturen haben. Die denen es „geglückt“ ist, sind bei den Co's. Da sind auch viele, die alkoholabhängige Eltern haben/hatten. Ihr aktuelles Problem stellt sich „nur“ anders dar, der Focus sieht anders aus. Eines haben aber, glaube ich, fast alle im Co Bereich gemeinsam, Defizite in der Kindheit, ebenso wie EKA's.
    Defizite bleiben Defizite, Leid bleibt Leid, egal ob das durch saufende Eltern ausgelöst wurde, oder durch Eltern die Ihren Kindern aus anderen Gründen keine Liebe und/oder Halt geben konnten oder was auch immer.

    Als EKA hast Du sogar einen Vorteil, Du weißt eher, wo Du nach den Ursachen für Deine Probleme suchen kannst. Andere müssen da schon mal mehr suchen. Für sie ist Wahrheit u. U. auch schmerzhafter. Wer stellt sich schon gern der Tatsache, dass das augenscheinlich gute Zuhause, bei genauerem Hinschauen doch nicht so gut war. Ich stelle mir das jedenfalls schwerer vor.

    Zum Thema verzeihen möchte ich auch was sagen. Ich habe meinen Eltern verziehen und es ist mir noch nicht mal besonders schwer gefallen. Meiner Mutter und meinem Vater ihre Sauferei und meinem Stiefvater seine emotionale Erpressung. Es hat mich übrigens keiner drum gebeten, es angeregt oder gar verlangt. Wobei ich das Wort verzeihen in diesem Zusammenhang nicht so wirklich mag.
    Sie sind mit der Situation bzw. ihrem Leben selbst nicht zu recht gekommen und haben die Lösung im Alkohol gesucht und nicht gefunden. Sie waren für sich hilflos bzw. wussten sich nicht anders zu helfen als so wie sie es taten. Kann ich ihnen einen Vorwurf machen, dass sie mit ihrem Leben nicht klar gekommen sind? Dann müsste ich mir selbst einen Vorwurf machen rund 20 Jahre meines Lebens nur irgendwie gelebt und teilweise verschwendet zu haben. Selbstvorwürfe bringen mich nicht weiter, warum sollen mich dann Vorwürfe an meine Eltern weiter bringen?
    Sie haben doch nicht gesoffen um mir zu schaden oder weil sie mich nicht geliebt haben. Sie haben gesoffen, weil sie mit sich nicht klar kamen, sich selbst nicht liebten. Die Augen zumachen und den Kopf in den Sand stecken ist für mich das gleiche. Das ich dabei fast unter die Räder gekommen bin, lag in der Natur der Sache, war aber nie ihre Absicht. Ich hätte mir gewünscht, sie wären für mich da gewesen, waren sie aber nicht. Nicht weil sie mich nicht liebten, sondern weil sie sich selbst nicht liebten. Ist mangelnde Selbstliebe ein Grund zum Vorwurf oder zur Wut? Für mich nicht.

    Im Grunde gab es für mich nichts zu verzeihen, weil nie die Absicht mir etwas anzutun hinter den Handlungen stand, die mir geschadet und die mich verletzt haben. Wer sagt denn, dass ich besser klargekommen wäre, hätte meine Mutter nicht gesoffen? Das kann ich nicht wissen. Vielleicht hätte ich heute noch größere Probleme oder einfach nur andere, wenn meine Mutter nüchtern geblieben wäre und ihre Probleme anders versucht hätte zu bewältigen. Unter anderem das verstehe ich unter loslassen, einfach sein lassen, es ziehen lassen......

    Weißt Du, meine Mutter hat sich bei mir entschuldigt, vollkommen nüchtern während einer LZT. Ich hatte mir das insgeheim schon irgendwie gewünscht und als ich es hatte, nun was soll ich sagen, ich hatte mir da mehr von versprochen. Im ersten Moment war das schon toll, aber nicht lange. Meine eigene Mutter erniedrigt sich vor mir, entschuldigt sich dafür nicht unfehlbar zu sein. Bäh.... das hat einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Geändert hat es im übrigen an meinen Problemen mit mir selbst gar nichts.

    Du schreibst an anderer Stelle:

    Zitat

    Ohne Empathie können wir Menschen nicht überleben und schon garnicht mit unseren Gefühlen verbunden sein.

    Was ist mit Empathie für Deine Eltern? Oder glaubst Du sie waren so, weil sie Dir das Leben schwer machen wollten? Warum Mitgefühl für andere die nicht klarkommen, aber keines für Deine Eltern? Sie sind auch mit ihrem Leben nicht klar gekommen.
    Du schreibst überhaupt sehr viel über Empathie, aber auf mich macht es den Eindruck, dass Du da ein Wertesystem bei hast und Deine Eltern scheinen es nicht wert zu sein Mitgefühl zu haben. Woher weißt Du, dass andere es wert sind. Kennst Du diese Menschen so genau, dass Du weißt, dass sie nicht ebensolche „Fehler“ begangen haben, wie Deine Eltern? Man kann Menschen immer nur vor den Kopf gucken.

    Du schleppst mit Deinem Wunsch nach Entschuldigung seitens Deiner Eltern einen ganz schönen Brocken mit Dir rum. Einen Brocken, der Dich täglich Kraft kostet ihn zu tragen. Ich bin froh, nie mit so einem großen Rucksack unterwegs gewesen zu sein.

    Ich hatte sicherlich nicht die ideale Kindheit und Jugend. Die Sorge um meine Mutter die letzten Jahre war auch nicht so prickelnd. Alles in allem gibt es bessere Startbedingungen, überhaupt Bedingungen für ein Leben.
    Ich habe heute einen Job, eine eigene Wohnung, ich kann für mich selbst sorgen, bin unabhängig und stehe auf eigenen Füssen. Das ist mehr als viele andere haben, die bessere Startbedingungen als ich hatten. Mir geht es gut, trotz allem, also kann nicht alles schlecht gewesen sein. Ich habe ein Leben, viele andere nicht. So schlecht kann es Dir auch nicht gegangen sein, Du hast auch ein Leben, Du kannst für Dich selbst sorgen, Du hast die Fähigkeit mitbekommen etwas aus Deinem Leben zu machen.

    Obwohl sie nicht die idealen Mütter waren haben sie uns etwas gegeben, nämlich die Chance es besser als sie zu machen. Wir leben noch und können etwas für uns tun, etwas aus unserem Leben machen.Sie nicht, sei sind beide tot, alle Chancen vorbei.

    Du bist jetzt erwachsen, Deine Kindheit ist vorbei, die kannst Du nicht nochmal mitnehmen egal wie, es geht nicht. Spiele mit den Karten die Du hast und wünsche Dir nicht weiter andere.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    ich wurde geboren und hatte einen Alkoholiker als Vater. Ich konnte es mir nicht aussuchen, es war einfach so. Ich habe nicht danach gefragt, was er ist oder was er macht. Kein Säugling fragt danach, er nimmt die Wärme wahr, die ihm gegeben wird und nimmt an, vorbehaltlos. Etwas das man mit zunehmenden Alter verliert. Er war da und ich liebte ihn.

    Als ich 2,5 war haben meine Eltern sich getrennt. Ich kann mich heute noch an den Abend erinnern als meine Mutter mich in ein Auto gepackt hat und wir auszogen. Es ist nur eine kurze Momentaufnahme, aber sie ist fest in meiner Erinnerung eingebrannt, ebenso wie das Gefühl der Angst in dem Moment. Angeblich soll man in dem Alter keine Erinnerung haben, ich habe sie und auch noch frühere. Da sollte sich das eine oder andere Elternteil mal fragen an was sich ihre Kinder so erinnern.

    Die nächsten Jahre bis ich 7 war war ich alle 14 Tage bei meinem alkoholabhängigen Vater, seines Zeichens ein klassischer Spiegeltrinker. Mehr oder weniger alle 14 Tage, dass eine oder andere mal war er „unpässlich“ oder hat mich im Suff schlicht und ergreifend vergessen. Die Enttäuschung über sein Ausbleiben kann ich mir auch heute noch recht mühelos in Erinnerung rufen. Er hat mich mit zu meinen Großeltern genommen, wo ich mich nicht wohlgefühlt habe. Ich habe jeden Sonntag morgen den ich bei ihm war, mit ihm in der Kneipe beim Frühschoppen verbracht. Ich habe es gehasst, die ganzen besoffenen alten Männer um mich zu haben. Was wir auch unternommen haben, es gab immer ein „Gedeck“ für ihn, ich bekam ein Eis oder Getränk. Ich mochte es nicht wenn er trank. Es gab da noch so einiges, was nicht so toll war.

    Man sollte meinen, dass das Abschreckung genug ist für ein Kind. Ist es nicht, ich liebte ihn, ich wollte zu ihm. Für mich war das absolut unwichtig ob er abhängig war oder nicht. Er war mein Vater, so wie er war. Punkt, Ende der Diskussion.... War er nicht da, habe ich ihn auf einen Sockel gehoben, war er da hat er sich selbst wieder runter geholt. Trotz allem ich wollte zu meinem Vater und trotz allem liebte ich ihn. Es gab vieles was nicht gut und ideal war, doch mein Vater war der einzige mir nahe stehende Mensch, der mich so genommen hat wie ich war und das seitdem!!!

    Mein „versoffener, alkoholabhängiger“ Vater hat mich als einziger so genommen wie ich war. Er war der einzige innerhalb meiner Familie der jemals geschafft hat mir etwas beizubringen und das weil er mich hat sein lassen, wie ich war. Weder meine Mutter, noch meine Großeltern, Onkel oder Tanten haben es jemals geschafft. Alle sind gescheitert, nur er nicht. Für die anderen Dinge die ich gelernt habe wie z. B. schwimmen mussten andere bezahlt werden, es mir beizubringen. Wie seltsam, wo er doch zu besoffen war sich um ein Kind zu kümmern..... Er hat mich machen lassen,während alle anderen mir vorschreiben wollten, wie ich es zu machen habe und wie ich zu lernen habe. Es gab bei ihm genauso Grenzen, ich konnte lange nicht tun und lassen, was ich wollte, aber er hat mir meinen Kopf gelassen. Er hat als einziger meinen Willen akzeptiert und mich meine Erfahrungen machen lassen. Er war ohne Zeigefinger für mich da, wenn ich mit meinem eigenen Kopf auf die Schnauze gefallen bin, auch als einziger. Wer weiß wie ich die folgenden Jahre ohne diese Erfahrung überstanden hätte. Das kann keiner sagen, aber ich froh, dass ich sie machen durfte, denn ich denke es hat mir sehr geholfen.

    Mit zunehmender räumlicher Entfernung zwischen uns und meinem Älterwerden machte sich seine Sucht negativ bemerkbar und unser Verhältnis wurde immer lockerer. Ich habe als Jugendliche nochmal Kontakt zu ihm aufgenommen und mich mit ihm getroffen. Es hat nicht funktioniert und zwar, weil ich nicht mehr wollte. Ich habe mir nicht die Frage gestellt ob er wollte, ich wollte nicht mehr. Ich wollte nicht mehr, weil er suchtbedingt unzuverlässig war, um es kurz auszudrücken. Diese Entscheidung habe ich getroffen, ich für mich. Ich konnte sie treffen, weil meine Mutter die Größe besessen hat, einen Kontakt zuzulassen. Und es war wirklich Größe, mir ist irgendwann mal das Scheidungsurteil in die Hand gefallen, da standen all die „netten“ Dinge die während der Ehe passiert waren. Ich konnte meine Entscheidung treffen, sie wurde nicht für mich getroffen und dafür bin meiner Mutter sehr dankbar. Ich habe nie an der Richtigkeit gezweifelt, dass sie mich zu ihm gelassen hat. Weder früher, noch heute.

    Man möchte, dass die Kinder sich zu eigenständigen Menschen entwickeln, mit eigener Meinung. Man ist stolz, wenn man sieht, dass sich das Kind dahin entwickelt. Das beinhaltet aber auch, dass das Kind eine andere Meinung entwickeln kann als man selbst, das muss dann auch akzeptiert werden. Wenn das Kind die Abneigung gegen den alkoholabhängigen Partner nicht teilt, muss auch das akzeptiert werden. Das Kind soll schon seinen eigenen Kopf haben, aber nur so wie der eigene oder wie? Es wird ihm viel zugetraut, es soll ja eigenständig werden, aber bitte nur, wenn es etwas so macht, wie man es auch machen würde oder was? Ich habe immer mit den Vorstellung meiner Mutter was gut und richtig ist für mich zu kämpfen gehabt. Ich fand mich gut, sie meinte es geht noch mehr.......

    Kinder lieben beide Elternteile, auch wenn das manchen nicht immer so passt. Kinder haben andere Maßstäbe und Wertvorstellungen als Erwachsene. Eigentlich sind sie gar nicht so anders, sie wenden sie anders an ehrlicher, offener nicht geprägt von Gefühlen die in der Vergangenheit verletzt wurden. Ein Kind lebt nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft, sondern hier und jetzt. Nicht die schlechteste Art zu leben.

    Ein Kind, das zu seinem Vater will, dem sollte die Möglichkeit gegeben werden. Und wenn es begleiteter Umgang ist, mit oder ohne Unterstützung von Staat, Jugendamt oder anderen, egal, es sollte die Möglichkeit erhalten. Der Schaden es nicht zu tun ist unter Umständen größer, als der Schaden der befürchtet wird wenn man es tut. Von dem Schaden, den man anrichtet wenn man seinem Kind sagt oder zu verstehen gibt es soll das andere Elternteil nicht mehr lieben, ganz zu schweigen. Nicht jeder Alkoholiker ist unfähig sich zeitlich begrenzt um ein Kind zu kümmern. Anders sieht es aus, wenn ein Kind tagtäglich mit ihm zusammen lebt, aber darum geht es hier ja nicht, oder?

    Mal ganz provokativ gesagt. Das nüchterne Elternteil lebt meist jahrelang mit dem Alkoholiker zusammen. Es ist sich selbst zu wenig wert und lässt mit sich machen. Es konnte selbst nicht für sich sorgen und das tun was das Beste für es war, nämlich Nägel mit Köpfen zu machen, konsequent sein. Dieses Elternteil, dass jahrelang nicht wusste, was das beste für es ist, weiß aber sofort und ganz genau, was das beste für das Kind ist??????? Hier hinkt was.......

    Sicherlich muss man unterscheiden und es ist mit Sicherheit nicht einfach eine Grenze festzulegen. Ich glaube auch jeder Mutter/jedem Vater, dass sie/er es gut meint. Aber auch hier sei gesagt, gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

    Das ist mal die Sicht eines Kindes, das, wenn ich einige vorangegangene Beiträge so betrachte, wohl bei manchen der hier Anwesenden, keine Chance dazu gehabt hätte seine Erfahrungen zu machen für die es dankbar ist.

    Gruß
    Skye

    P.S.: @ Jule

    Zitat

    Und das ist meines Erachtens der Unterschied zu den vielen EKA's, die sich von BEIDEN Elternteilen verlassen gefühlt haben...

    Oder liege ich hier falsch?

    Ich sehe das genauso.

    Da bin ich wieder.....

    Da nicht alle im Vorstellungsbereich lesen können, kopiere ich das mal hier rein:

    Hallo Zusammen,

    eigentlich hatte ich mich zurück gezogen, weil ich merkte das mir das Forum nicht gut tat. Ich war mehr mit den Problemen anderer beschäftigt als mit mir selbst. Ich war mehr im Internet als mir gut tat. Ich hatte schon öfters versucht mich zurückzuziehen ohne mich komplett abzumelden, aber das ist mir nicht geglückt. Also war die für mich notwendige Konsequenz der vollkommen Rückzug. Das letzte was ich vorhatte, war zurück zu kommen.

    Doch so ganz hat mich das Forum nicht losgelassen und ich habe mal mehr, mal weniger gelesen. Einige Diskussionen hier haben mich merken lassen, dass ich noch was zu sagen haben, noch sagen muss um für mich endgültig den Deckel drauf zu tun auf's jeweilige Thema. Das Thema Internet/Forum scheint für mich augenscheinlich doch noch nicht abgeschlossen zu sein.

    Mal schauen wie ich diesmal für mich klarkomme. Ich werde auch jetzt keinen in dem Sinne eigenen Thread eröffnen, weil ich es nach wie vor bevorzuge von Angesicht zu Angesicht zu reden und meine Gedanken um mich, meine Probleme und Ungereimtheiten mit mir selbst, nicht Menschen mitzuteilen die ich nicht „kenne“. Ich bevorzuge es nach wie vor den Kreis derer, denen ich mich anvertraue überschaubar zu halten. Etwas, das hier naturgegeben weder im offenen noch im geschlossenen Bereich möglich ist. Das heißt nicht, dass ich hier nicht lernen kann und will, dass heißt lediglich, dass ich hier nur mit Gedanken auftauchen werde, die ich glaube für mich geklärt zu haben soweit das bis zu diesem Zeitpunkt möglich war. Ob ich das dann auch wirklich habe, lassen wir mal dahin gestellt. Mit den Augen rollen

    Für die, die mich nicht kennen bzw. nicht suchen möchten. Ich bin die Tochter von Alkoholikern. Als ich auf die Welt kam, hatte ich einen Alkoholiker als Vater, von dem meine Mutter sich getrennt hat. Nach einer kurzen Zeit der Ruhe, hatte ich dann irgendwann ab dem Jugendalter eine alkoholabhängige Mutter, die 2007 an den Folgen ihrer Sucht gestorben ist ohne jemals trocken zu werden. Mein Stiefvater ist in meinen Augen ebenfalls abhängig. Ich habe einiges erlebt und mitgemacht mit allen dreien bis ich es geschafft habe mich in jeder Beziehung abzugrenzen. Diese Grenzen gilt es weiterhin zu festigen.

    Falls noch Fragen sind, fragt ruhig.

    Gruß Skye