Ich bepacke meinen Rucksack, mit Alkoholismus & Süchten

  • So, nun bin ich vor rund 6 Monaten aus der Suchtbeziehung ausgestiegen. Bin in meinem neuen Leben angekommen. Ich bin mit meinem Leben zufrieden und habe akzeptiert was geschah in Sachen Alkohol ect. Es gibt keine Schuldfrage, ich bin froh aus der Beziehung gegangen zu sein und und und....

    Nicht gut tut mir über ihn informiert zu werden. Bevor eine Information aber gestoppt wird, ist schon eine Teilinformation bei mir. Ebenfalls schädlich ist für mich dass er beständig wieder hier am Haus vorbei fährt und sich heute sogar eine Begegnung auf der Straße ereignet hat. Derzeit habe ich ein unwohleres Gefühl als während der Angstzeit der Wutausbrüche....

    Woher kommt das? Eventuell, weil meine Psyche nun auch an das Theme Sexsucht heran geht? Wie oft ist ein Süchtiger nicht nur nach einem Mittelchen süchtig sondern nach mehreren?

    Fast habe ich jetzt, weil das Thema neu ins Bewußtsein dringt und somit gänzlich unverarbeitet ist, mehr Probleme nüchtern und bewußt zu erfassen dass (s)eine traurige und unglückliche Seele nach einem Kick gesucht hat. War der Kick durch den Alk nicht mehr zu erreichen, dann wurden die sexuellen Spielarten extremer. Entwickelten sich in eine Fetischrichtung und dürften sich in Richtung Gewalt hin entwickeln.

    So, was macht mir zu schaffen? Wenn ich das genau wüsste, dann hätte ich des Pudels Kern. Die Tatsache, dass das große Wort "Liebe" von dem ich mal meinte sprechen zu dürfen einefach nur eine technische Befriedigung war? Vielleicht leidet mein Ego dass ich einfach nur ein Mittel zum Kick war? Vielleicht habe ich einfach Bedenken wieder auf eine solche Liebestour reinzufallen? Habe ich doch über all die Jahre nicht geblickt was läuft. Halt, nicht blicken wollen.....

    Oder ergreift mich gerade die Panik (aufgrund der Wegkreuzungen - die ich allerdings ignoriere und auch keinen Blick verliere) dass er nach den vergangenen sexuellen Übergriffen nochmals auf die Idee der Gewalt kommt. Hmmm, eigentlich unwahrscheinlich, es gibt keinen Kontakt, aber eventuell ist bei mir die Angst deshalb so groß, weil er hier beständig auftaucht, vorbeifährt, also in meinem Ort zugegen ist.....

    Sucht nährt Sucht, habe ich so das Gefühl: eine unzufriedene Person, unreif noch und von einer Sucht vor der Reife eingeholt sucht auf mehreren Gebieten die Zufriedenheit zu erlangen. Immer mehr davon, immer kürzer die Wirkung und nie der wirkliche Kick, nie reicht es, immer soll es mehr und anders sein....

    Jetzt gerade muss ich ziemlich mit mir kämpfen um in Erfahrung zu bringen, was mich da so schafft, warum gerade jetzt und welcher Weg das nun wieder ist. Ich weiß bei mir, dass dieses "down" im Regelfall einer Bewältigung dient, nach der es wieder "up" geht, aber ich bin doch etwas erstaunt über den "Wumms" mit dem mich die Wirkung ereilt.

    In diesem Sinne, wünsche ich einen friedlichen Feiertag ohne "wwwumms"

    Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    du forschst in dir selbst, wieso dich die gehäuften Begegnungen mit ihm beunruhigen...
    Kann es nicht sein, dass du einfach ein gesundes GEspür dafür hast, dass er versucht, sich dir wieder anzunähern?
    Warum auch immer, das kannst du ja nicht wissen.

    Vielleicht hilft dir die Unruhe einfach, jetzt wachsam zu sein.

    Liebe Grüße
    Doro

  • Das könnte sein Doro, denn aus der Warte habe ich es nicht gesehen. Ich hatte den Eindruck, dass das forciert wurde durch ein zufälliges Treffen mit seiner letzten menschlichen Kontaktschiene hier, die mir erzählte "er ist abgestürzt und fertig, auch er sei fertig mit ihm".
    Ich habe dann gleich gesagt, ich möchte darüber nicht reden, es ist vorbei und alles erledigt, aber diese Info war halt da. Es könnten auch dumme Zufälle sein, ich weiß es nicht. Es schiebt sich gerade aber wirklich nach langer Zeit eine gewisse Angst durch. Im Sinne von: es war ja schon von sexuellen Übergriffen bis "haus abbrennen" alles dabei oder als Vorhaben ausgesprochen und je tiefer ein Mensch sinkt, desto mehr traue ich ihm zu.

    Gut Doro, das nehme ich aber tatsächlich mal als Impuls mit, denn so ganz von der Hand zu weisen ist es nicht.

    Selbst, wenn es nur ein Fakt der Bewältigung ist, der mich gerade etwas stolpern lässt, so kann Umsicht nicht schaden. Deshalb war ich ja heute wieder mit Umweg beim Einkaufen und dennoch.... komplett andere Richtung, hätte er eigentlich nichts zu suchen hier im Ort, eine Straße auf der er wohl noch nie unterwegs war, aber einmal ist immer das Erste Mal....

    Vielleicht eine logische Erklärung.

    Dank Dir,
    lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo dagmar,

    deine rucksack-metapher finde ich gut. Ich hab mir mal gedanken über meinen rucksack gemacht und festgestellt, dass ich den schon mein leben lang mit mir rumtrage und ihn auch mein restliches leben nicht mehr ablegen kann. Ich kann nur entscheiden, was ich in ihn hineinpacke.

    Als junges kind packte ich die freude darüber in den rucksack, wenn ich stolz wie oskar mit meinem vater in der kneipe am stammtisch sitzen und noch eine und noch eine limo bestellen durfte. Das machte den rucksack leicht. Zu hause dann kam das geschimpfe meiner mutter hinein und ihr schweigen, weil sie böse auf MICH war, weil ich den vater nicht rechtzeigig ans nachhause-gehen erinnerte. Schwer hing der rucksack mir dann im rücken und drückte mich. Also war ich ganz lieb und ruhig, versuchte alles, damit meine mutter wieder mit mir sprach, damit der rucksack wieder leichter wurde. Tisch abräumen, abtrocknen, auf meine kleinen brüder aufpassen, all das ohne meckern, waren dinge, die sie mochte und die mir den rucksack leichter machten.

    Und so ging es mir mein leben lange. Wenn ich das gefühl hatte, nicht angenommen zu sein, tat ich etwas, von dem ich dachte, der andere mag es und mag dann auch mich. Dieser mechanismus war mir ganz lange nicht bewusst, denn ich war ja stark und konnte viel tun, ohne dass es mich überlastete und mir der rucksack zur qual wurde.

    Dann traf ich irgendwann „meinen alki“. Und damit kamen plötzlich schlag auf schlag dinge auf mich zu, die ich mir in den rucksack packte, sodass er immer und immer schwerer wurde. Und wieder kam mir nicht in den sinn, dass es ja MEIN rucksack war und ich mir aussuchen kann, was ich dahin packe. ER war es, der mir den rucksack so schwer macht. So schwer, dass ich irgendwann unter ihm zusammenbrach. Dass ich „meinen alki“ irgendwann vor die tür setzte, damit mein rucksack wieder leichter werden sollte. Dass er da war, der rucksack, war mir immer noch nicht bewusst. An ein gewisses gewicht auf meinen schultern war ich einfach gewöhnt. Wenn es mir leicht war, war irgend etwas nicht richtig, war ich der meinung.

    Da nun „mein alki“ weg war, packte ich mir halt wieder andere dinge in den rucksack, damit ich das gewicht, das ich kannte, spüren konnte. Arbeit, kümmern um freunde, meinen erwachsenen sohn alles hatte platz in meinen gedanken und auch in meinem rucksack. Langsam lernte ich, dass ich diesen rucksack eben mitbekommen habe und SELBST entscheiden kann, womit ich ihn fülle. Mit zufriedenheit, die recht leicht wiegt und mich gut leben lässt. Oder mit vorwürfen an den alki, den chef, die böse welt, die mir den rucksack immer wieder erschweren. Mit viel arbeit, damit ich gut bin und als gut anerkannt werde, mich aber im übermaß verrichtet, schwächt und überfordert.

    Dieser tage erst wieder wurde mir mit schrecken bewusst, dass dieser rucksack mich mein leben lang begleiten wird und dass es MEINE ganz eigene entscheidung ist, was ich in diesen rucksack packe. So, wie halt jeder so sein „päckchen“ zu tragen hat, und entscheiden muss, was er reinpackt oder nicht. Und da ist es mir auch ziemlich egal, warum „mein alki“ wann angefangen hat zu trinken und was er mit seiner sucht kompensieren möchte. Ich hab genug damit zu tun, auf meinen eigenen rucksack zu gucken, damit er das gewicht hat, mit dem ich zufrieden und gesund leben kann. Wenn ich mir da die sucht „meines alkis“ noch reinpacke, dann wird er mir wieder schwer.

    Lg
    ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen, liebe Ette,
    genau deshalb habe ich diesen Vergleich gewählt :)

    Ich verspüre wieder eine Portion körperlicher Angst, die länger nicht mehr da war (evtl. Vorsorge für mich, kann ich noch nicht beurteilen) und ich bemerke, dass ich peux un peux alles das was geschah ins Bewußtsein lasse um es dann für mich als "akzeptiert" zu handeln und aus dem Rucksack zu entfernen.

    Für mich hat sich gezeigt, dass regelmässig wieder kleinere "Downs" kommen wenn etwas ins Bewußtsein gelangt. Verbuddeln dieser Themen geht leider nicht ;) Dann nagt es ein paar Tage um dann in die "Ablage" als "eledigt" zu verschwinden. Toll aber ist die Bearbeitung nicht....

    Viel lieber wäre mir, wenn ich es einfach wegpacken - verdrängen? - könnte. Da dem aber nicht so ist, muss ich halt langsam meinen Rucksack leeren.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe dicke Katze,
    da dieses Wesen gewaltätig ist ist ein Umweg ganz sicher für mich der sicherste Weg. Und reden ist schon lange gegessen!

    Weißt Du, liebe dicke Katze, ich denke genau die Sexualität ist so ein Thema für sich, die Macht und Ohnmacht spiegelt. Es gibt ja helle Köpfe in der Psychologie, für die Sexualität Agression darstellt. In dem, was ich erleben musste sind die Steigerung der Alkohlmenge sowie die damit verbundene Aggression in jeglicher Richtung zigfach gesteigert worden.

    Sprich: mein Kopf muss erst mal kapieren, dass von jetzt auf nachher Gewalt täglich präsent war.

    Aber eines ist Fakt: ich bin glücklich ausgestiegen zu sein und die weiteren Steigerungen nicht mehr mit ansehen zu müssen, dennoch werde ich mich davor schützen, eventuelle Steigerungen am eigenen Leib erfahren zu müssen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen,
    ja, auch ich habe meinen ohnehin schon angefangenen Rucksack in den letzten Jahren noch richtig vollgestopft....und ich schleppe immer noch daran. :?
    Anfangs war in meinem "Säckchen" "nur" dieses helfen wollen und dieses warum manche Menschen viell. auf mich nicht so reagieren wie ich es mir erwünscht hatte...Reaktionen von anderen die meist nichts mit mir zu tun hatten...
    Dann lernte ich meinen Alki kennen und bekam noch ganz viel Sucht mit hinein. Anfangs dachte ich es ist nur der Alkohol, später mußte ich erkennen das meist eine Sucht nicht alleine "kommt"...Im Laufe der Jahre "eröffnete" er mir das er als Kind über Jahre mußbraucht wurde! Wo bitte waren die Eltern! Die Mutter!!!! Liebe gab es in der Kindheit nicht...daraus resuliert das er sich Liebe und Nähe im Sex holt, was sich so ergibt....um sich zu beweisen das er ein Mann ist....Persönlickeitsstörungen..teilweise Borderlein-Syndrom (habe ich mich über alles mal kundig gemacht vor paar Jahren, hätte ich viell. nicht tun sollen, dann wäre mein Rucksack nicht so schwer), ganz viel Alkohol!,...er sollte als Mädchen geboren werden..und mit Erschrecken stellte ich fest das er sich eher als Frau fühlt...vermutlich dachte er als Mädchen wäre er geliebt worden...er gibt sich in diversen Internet-Kreisen als Frau aus und das befriedigt ihn...mein Rucksack wurde immer schwerer und ich habe ihn mir selber gepackt aus Liebe zu einem Menschen mit dem mich zwar sehr viel Mitleid und Mitgefühl habe aber der mir nicht guttut! :( Angefangen diesen Rucksack wieder etwas auszupacken habe ich vor einigen Jahren indem ich mir wenigstens ein paar Grenzen gesetzt habe...und den totalen Abbruch zu seinem Elternhaus!!!! :twisted: Was haben diese Menschen ihm angetan das er so leben muß...andererseits hatte er genug Möglichkeiten sich davon zu befreien...LZ reicht da nicht allein!
    Nun seit 6Wochen ohne Kontakt packe ich wenigstens kleine Dinge aus...zum Beispiel das ich versuche mich mehr auf mich zu konzentrieren und mir nicht mehr seine Launen zu Herzen nehme...ich weis nicht wo er ist und was er macht und mit wem...das sind Kleinigkeiten die raustu und es wird etwas leichter... :roll: Aber mein Wissen darum was er so alles durchgemacht hat wird noch sehr lange im Rucksack seinen Platz haben...ich war schon als Kind jemand dem Leute leid getan haben die hilflos oder irgendwelche "Makel" hatten...deshalb mein Helferberuf :roll: mir fällt bestimmt so nach und nach ein was ich noch so "drin" habe...
    schönen Feiertag
    liebe Grüße Nele

  • Guten Morgen Dagmar!

    Irgendwie kann ich deine Angst richtig spüren. Da ist ein Co-Knopf voll angesprungen, verinnerlichte Gefühle ausgebrochen.
    Spontan würde ich dir raten, dir einen Hund anzuschaffen. (Manche kommen ja auch mit Katzen aus :wink: ). Der würde dir praktischen Schutz bieten, damit du ein bisschen Gewicht aus deinem Rucksack loswirst.
    Vielleicht würde dir auch helfen, bei der Polizei anzurufen, damit sie mal ab und zu mit der Streife bei dir vorbeifahren.
    Ich denke jetzt hauptsächlich an direkte Hilfen, äußerlich, damit du wieder Ruhe finden kannst.
    Ins "Innere" kommst nur du ,vlt. mit Hilfe deines Therapeuten.

    Ich wünsche dir jetzt aber mal ganz viel Kraft "dein Päckchen/ Rucksack zu tragen" und trotzdem einen schönen Tag, liebe Grüße Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • In diesem Monat müssten Babygänse von meinem Vermieter hier angesiedelt werden :) Bessere Wachhunde gibt es ja kaum :) Da sie als Babies kommen werde dürfte ich es schaffen mit ihnen Freundschaft zu schließen und sie als meine Wachhunde zu betrachten.

    Auch die Katzen reagieren auf ihn, allerdings erst wenn sie ihn sehen.

    Aber ich denke Du hast recht mit den äußerlichen Merkmalen. Ich denke, ich werde mal den Blockhausnachbarn und meinen Vermieter ansprechen dass wenn sie das auffallende Fahrzeug bemerken sofort die Polizei informieren.

    Ich denke, die innere Ruhe kommt dann, wenn er nicht mehr an dem Arbeitsplatz ist der nur ein paar km von hier entfernt ist bzw. ich mit dem Thema durch bin. Ich war schon gestern froh und stolz auf mich, dass ich ganz normal an seinem PKW vorbeigefahren bin und hier meinen Einkauf in Ruhe ausgeladen habe ohne Panik. Das ist schon viel für mich.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Nele,
    das was Du schreibst, das dürfte ganz sicher eine Persönlichkeitsstörung sein, die sich in ihm entwickelt hat. Da können ganz sicher nur Fachleute helfen. Wenn er aber lieber die Flasche als Medizin nimmt, dann heisst es sicherheitshalber für Dich "ab durch die Mitte". Denn ich könnte mir vorstellen, seine Entwicklung geht noch weiter und eine Steigerung von eigenartigen Zügen wird sich ans Tageslicht bewegen.

    Sag mal Nele, hat er das schön öfters so fabriziert einfach über Wochen weg zu sein. Tage kannte ich auch, auch mal zwei oder drei am Stück. Er weiß aber dass die Beziehung beendet ist, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • liebe daggi,

    oh dieses kenne ich.du fühlst dich gut und plötzlich unerwartet dringen informationen in dein ohr über ihn und so schnell kannst du nicht stop sagen.
    du willst nichts hören und schon fängts an im kopf zu arbeiten und du willst das gar nicht.
    ja passiert mi auch doch kann ich es jetzt besser verarbeiten.
    wie ich mit einer begegnung umgehen kann weiss ich nicht,ist mir gsd noch nicht passiert und hoffe das liegt noch in weiter ferne.
    dir noch einen schönen tag,glg kathrin

  • Das wünsch ich Dir auch, liebe Kathrin, dass Dir persönliche Begegnungen erspart bleiben. Ich war davon ausgegangen, dass das auch bei mir der Fall ist (zumal er weit weg wohnt). Ich gehe davon aus, dass es ein Zufallstreffer war, der nicht so schnell wieder kommt.

    Dennoch war klar, ab dem Moment, wo ich auf Dorf- oder Stadtfesten beruflich vertreten bin bin ich wieder vollstens im normalen Leben angekommen und somit natürlich auch einer größeren Menge an Informationen "ausgeliefert".

    Aber das war mir klar und ich bin auch ganz bewußt darauf eingegangen weil ich keine Lust habe mich zu verstecken (im Gegensatz zum sichern, das werde ich weiterhin tun).

    Lieben Gruß von Daggi

  • Liebe Dagmar,
    ja, in den letzten 7Jahren als wir noch jeder eine eigene Wohnung hatten war das eher der Regelfall dieses ewige Wegbleiben...ich dachte anfangs immer nur ans Trinekn...aber heute weis ich ja nun so viel um ihn...er braucht die Kicks mit perversen Schreibereien über Handy, jetzt über PC...teils als Mann, teils als Frau! Das geht dann eben so weit das er sich den Sex holt egal wer, wo wie...das ist die innere Leere...Sexsucht, ganz krasse Persönlichkeitsstörungen, bedingt durch die lieblose, brutale Kindheit und den jahrelangen Mißbrauch ab 9Jahre...Er weis dies jetzt alle und es sollte nochmals vor 2Wochen eine amb. Therapie beginnen wo er mal dies mit anfangangen wollte aufzuarbeiten...in den LZ war die Zeit zu kurz. Zum heutigen Zeitpunkt sage ich, er will das nicht...er kommt "klar" und es ist zu viel Mühe,...er müßte ja dann was ändern, er hat sich entschieden, für die Süchte und gegen uns.Ja, eig. ist ja er derjenige welcher gegangen ist und er hat in den 6Wochen nicht versucht Kontakt mit mir aufzunehmen. Das macht mich so wütend da wir vor einem halben Jahr ja nun zusammengezogen sind...in der Hoffnung!...Ich muß nun warten bis er die Wohnung übers Sozi hat (habe ich gehört) und dann mal mit mir alles klärt..ich warte auf den Alki und kann nichts machen....Es ist zermürbend und eben das Gefühl verlassen worden zu sein, und wenn es nur der Süchte wegen ist...wird sachon ne andere finden oder schon haben...
    liebe Grüße Nele

  • Zitat von Nele 43

    .ich dachte anfangs immer nur ans Trinekn...aber heute weis ich ja nun so viel um ihn...er braucht die Kicks mit perversen Schreibereien über Handy, jetzt über PC...teils als Mann, teils als Frau! Das geht dann eben so weit das er sich den S** holt egal wer, wo wie...das ist die innere Leere...Sexsucht, ganz krasse Persönlichkeitsstörungen, bedingt durch die lieblose, brutale Kindheit und den jahrelangen Mißbrauch ab 9Jahre...Er weis dies jetzt alle und es sollte nochmals vor 2Wochen eine amb. Therapie beginnen wo er mal dies mit anfangangen wollte aufzuarbeiten...in den LZ war die Zeit zu kurz. Zum heutigen Zeitpunkt sage ich, er will das nicht...er kommt "klar" und es ist zu viel Mühe,...er müßte ja dann was ändern, er hat sich entschieden, für die Süchte und gegen uns.

    hallo nele,

    ich denke, das ist SEIN rucksack. Warum belastest du dich damit?

    Deiner ist in meinen augen da:

    Zitat von Nele 43

    eben das Gefühl verlassen worden zu sein,

    und das ist auch der, an dem du etwas ändern kannst. Und siehst du auch, wie viele worte du für die einzelnen „rucksäcke“ verwendest?

    Lg
    ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Ja Ette,
    ich weis, das vieles in seinen Rucksack gehört und ich komme mit den verschiedenen "Einzelteilen" seines "Inhaltes" schon ganz gut zurecht...es war in den letzten Jahren viel schlimmer! Aber immer wenn ich so darüber schreibe kommt aller Schmerz wieder hoch das er so krank ist, ich auch, und wir keine Zukunft haben!
    Ich denk mein Problem ist immer noch das meine Gedanken noch sehr viel bei ihm sind und ich mir zwar die Machlosigkeit eingestehen kann aber nicht loslassen kann...mein Innerstes ist in Aufruhr und Angst vor der anstehenden Konfrontation wegen des Auszuges,
    liebe Grüße Nele

  • ...im Grunde hat er mir mit seinen Offenbahrungen eine Last aufgelegt und damit meinen Rucksack vollgepackt, den ich schlecht wieder auspacken kann, aber ich arbeite dran. Mir tut es weh das er mich für die Süchte verlassen hat, ich habe viel Wärme und Liebe üfr ihn und diese Verlustängste sind auch schon in meiner Kindheit entstanden.
    Nele

  • nele, wer hat gesagt, dass du die last annehmen muss? bei mir war es so, dass ich lieber seine last tragen wollte, damit ich meine eigene nicht spüren muss.

    lg
    ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Dagmar,

    ich kann Deine Angst verstehen. Wenn ich zum Glück auch nur sehr wenig körperliche Gewalt in meinem Leben kennen gelernt habe, so kenne ich doch die Angst vor Bedrohungen. Bedrohungen müssen nicht körperlich sein, es gibt auch andere. Viele sind „nur“ eingebildet, aber deswegen nicht weniger real und beängstigend. Sie hemmen einen ebenso, die Schranke im Kopf kann genauso unüberwindlich erscheinen, wie die die man vor sich sieht.

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Deine Angst vor ihm ein Vehikel ist, dass sie für etwas anderes steht. Du hast Dich getrennt, Du fühlst Dich in Deiner neuen Umgebung wohl, Dir geht es gut. Du hast etwas geschafft, was lässt Dich zweifeln, dass Du nicht auch alles andere schaffst, was Du Dir vornimmst, was Du wirklich wünscht und möchtest? Was lässt Dich an Deiner eigenen Stärke zweifeln, der mentalen wie der körperlichen? Deine Zeilen wirken auf mich, als würdest Du Dich im Moment als Opfer fühlen.

    Das waren mal so meine Gedanken die mir beim lesen durch den Kopf gingen ohne Anspruch auf Richtigkeit.

    Schönen Feiertag....

    Gruß
    Skye

  • Liebe Ette,
    wenn ich an Neles Geschichte denke und sie für mich umsetze so wäre sie so:

    Ich wurde brav erzogen: einer trage des anderen Last. Ich hätte in dem Wunsch jemanden zu helfen auch vrsucht auf den Partner einzugehen. Als Partnerin müsste ich jedoch automatisch die Auswirkungen seines Fehlverhaltens tragen, weil ich "ja" zu ihm und seinen Sorgen gesagt habe ... und sie ja auch noch tragen wollte.

    Diese Last abzulegen bedürfte für mich sehr wohl einer Verarbeitung an mir selber. Da kann ich jetzt wieder für mich sprechen weil ich selber aktiv gelitten habe unter unverständlichen Dingen die passiert sind und nicht ins "normale" Level passen.

    Liebe Sky,
    ich fühle mich bedroht, das ist richtig - aber keinesfalls als Opfer. Wer mich früher über den Haufen fahren wollte, der könnte immer noch den Wunsch hegen. Die direkte Begnung Auto gegenüber Auto hat mir das sehr lebendig wieder gebracht.

    Ich denke, jede-/r von uns hat sein Päckchen nebst seinem Rucksack zu tragen. Wenn wir hier her kommen ist der Rucksack voll, und wir können lernen ihn zu entleeren. Aber das, was ursprünglich in ihm ist, das viele Gewicht, das kam innerhalb der Beziehung rein und verschwindet nicht so einfach auf den Wunsch im Kopf.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Liebe Dagmar,

    die Sache mit dem Rucksack finde ich ganz kompliziert. Ich hatte ja in meinem Bericht schon geschrieben, dass ich 2 mal mit meinem Alki zusammen war.
    Beim 1.mal endete die Beziehung mit Gewalt. Er hat meine Autoscheibe zertrümmert. Ich hatte viele Wochen Angst.
    Ich war dann auch noch so dämlich, mich mit ihm wieder einzulassen, und er hat sich einfach eine andere Frau gesucht. Sie trank, nahm Drogen laut seiner Aussage.
    Ich fühlte mich lange als die zu unrecht Verlassene. Versuchte mir 3 Jahre lang einzureden, er ist krank, und ich hätte sowieso mit ihm keine Zukunft. 3 Jahre rief er immer nachts an. Manchmal auch tagsüber. Anfangs fast alle 2 Wochen, später 1mal im Monat, dann auch mal mehre Monate nicht. Ich ging oft nicht ran. Zog den Stecker des Telefons aus der Dose. Vereinzelt hat er versucht mich zu besuchen. Einmal meinte ich ihn dann an der Bushaltestelle gesehen zu haben. Ich bekam sofort angst und fühlte mich unwohl. Ein anderes Mal stand er vor meiner Tür. Ich schlug sofort die Tür wieder zu.

    In den 3 Jahren konnte ich meine Gefühle für ihn zwar bei Seite schieben, was aber für mich immer noch nicht verarbeitet ist, ist die Tatsache, dass er es geschafft hat, meine Gefühle für ihn am leben zu halten. Vielleicht durch das ewige anrufen.

    Dann hatte ich einen schwachen Moment. Er rief wieder an und ich hatte keine Lust zu telefonieren und fuhr zu ihm hin. Fataler Fehler von mir. Ich wollte ihm mitteilen, dass ich ihn liebe wie er auch, aber er einen Entzug machen sollte, wenn er mich wirklich zurück haben wollte.

    Ja so habe ich noch viel zu verarbeiten. Denn ich finde die länge einer Trennung ist nicht wichtig. sondern wie sehr wir wirklich alles richtig verarbeitet haben.
    Ich stecke da ganz tief noch drin.

    Jetzt beim 2.mal wurde er auch wieder gewaltätig. Es waren immer Pfasen. Ich bin noch so zu, geschockt. Aber was ich auch so langsam anfang zu begreifen, dass der Alkohol alleine nicht die Probleme mit sich bringt, sondern die Tatsache, dass es ganz viele Süchte gibt. Wie das ewige telefonieren.

    Am Anfang wollte ich helfen. Dann merkte ich, dass ich selber auch Süchte habe. Klingt jetzt banal. Ich habe aber durch ihn angefangen nicht mehr an meinen Fingernägeln zu kauen. Nach letzten Jahr habe ich es das erste Mal bewusst geschafft es nicht mehr zu machen.
    Durch die Suche nach Infos über Alkoholismus im Internet bin ich darauf aufmerksam geworden.
    Nach dem Selbstmord einer Freundin bekam ich den Drang einen Therapeuten aufzusuchen. Denn ich wollte endlich den Depri-Schmerz von der Trennung von meinem Exmann nochmal richtig verarbeiten.
    Ich hatte Angst den Kopf zu verlieren und Mist zu machen durch die Probleme jetzt mit meinem Alki. Ja das Thema Fremdgehen, Schuldzuweisungen.....Mich hat alles nur noch verletzt.

    So sortiere ich ziehmlich viel im Moment. Ich hoffe nur meine Liebe zu meinem Alki überrennt mich nicht wieder wie in den letzten Wochen.

    Ich halte mich im Moment daran, dass eine Beziehung mit ihm mir nicht gut tut. Er voll von Süchten ist und sie nicht ändern will. Vor allem interessieren ihn meine Ängste nicht. Er hat ja wieder in die Vollen gehauen. Zum Glück konnte ich durch die Telefonliste kontrollieren. Sonst hätt ich es erst wieder mitbekommen, wenn schon wieder mehr im Gange war wie sonst auch.

    LG Zeter

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!