So, nun bin ich vor rund 6 Monaten aus der Suchtbeziehung ausgestiegen. Bin in meinem neuen Leben angekommen. Ich bin mit meinem Leben zufrieden und habe akzeptiert was geschah in Sachen Alkohol ect. Es gibt keine Schuldfrage, ich bin froh aus der Beziehung gegangen zu sein und und und....
Nicht gut tut mir über ihn informiert zu werden. Bevor eine Information aber gestoppt wird, ist schon eine Teilinformation bei mir. Ebenfalls schädlich ist für mich dass er beständig wieder hier am Haus vorbei fährt und sich heute sogar eine Begegnung auf der Straße ereignet hat. Derzeit habe ich ein unwohleres Gefühl als während der Angstzeit der Wutausbrüche....
Woher kommt das? Eventuell, weil meine Psyche nun auch an das Theme Sexsucht heran geht? Wie oft ist ein Süchtiger nicht nur nach einem Mittelchen süchtig sondern nach mehreren?
Fast habe ich jetzt, weil das Thema neu ins Bewußtsein dringt und somit gänzlich unverarbeitet ist, mehr Probleme nüchtern und bewußt zu erfassen dass (s)eine traurige und unglückliche Seele nach einem Kick gesucht hat. War der Kick durch den Alk nicht mehr zu erreichen, dann wurden die sexuellen Spielarten extremer. Entwickelten sich in eine Fetischrichtung und dürften sich in Richtung Gewalt hin entwickeln.
So, was macht mir zu schaffen? Wenn ich das genau wüsste, dann hätte ich des Pudels Kern. Die Tatsache, dass das große Wort "Liebe" von dem ich mal meinte sprechen zu dürfen einefach nur eine technische Befriedigung war? Vielleicht leidet mein Ego dass ich einfach nur ein Mittel zum Kick war? Vielleicht habe ich einfach Bedenken wieder auf eine solche Liebestour reinzufallen? Habe ich doch über all die Jahre nicht geblickt was läuft. Halt, nicht blicken wollen.....
Oder ergreift mich gerade die Panik (aufgrund der Wegkreuzungen - die ich allerdings ignoriere und auch keinen Blick verliere) dass er nach den vergangenen sexuellen Übergriffen nochmals auf die Idee der Gewalt kommt. Hmmm, eigentlich unwahrscheinlich, es gibt keinen Kontakt, aber eventuell ist bei mir die Angst deshalb so groß, weil er hier beständig auftaucht, vorbeifährt, also in meinem Ort zugegen ist.....
Sucht nährt Sucht, habe ich so das Gefühl: eine unzufriedene Person, unreif noch und von einer Sucht vor der Reife eingeholt sucht auf mehreren Gebieten die Zufriedenheit zu erlangen. Immer mehr davon, immer kürzer die Wirkung und nie der wirkliche Kick, nie reicht es, immer soll es mehr und anders sein....
Jetzt gerade muss ich ziemlich mit mir kämpfen um in Erfahrung zu bringen, was mich da so schafft, warum gerade jetzt und welcher Weg das nun wieder ist. Ich weiß bei mir, dass dieses "down" im Regelfall einer Bewältigung dient, nach der es wieder "up" geht, aber ich bin doch etwas erstaunt über den "Wumms" mit dem mich die Wirkung ereilt.
In diesem Sinne, wünsche ich einen friedlichen Feiertag ohne "wwwumms"
Dagmar