Ich werde meinen eigenen Weg weitergehen!!!!

  • hallo schwesterchen

    weißt du, ich kann dir auch nur sagen, wie's auf mich wirkt... das kann anders gemeint sein von dir... genauso isses auch andersrum.

    ich les hier deine ansichten über das thema liebe und gleichzeitig deine wut - das wirkt auf mich nicht ganz stimmig, da beißt sich die katze in schwanz :wink: wenns dir derzeit gut tut, gerne - heißt ja nicht das es für immer so bleibt - also das mit der wut. auch wenn ich manchen auch den vogel gezeigt hab als sie meinten ich soll net wütend sein :P inzwischen denk ich da anders drüber, empfind ich eben anders. ansichten sind nicht falsch nur weil ich sie ändere :wink:

    manchmal mögens auch z.b. nur begrifflichkeiten sein, fällt mir bei dir spontan deine definiton von verzeihen ein... das hattest ja heut scho mit caro... ihre definition ähnelt meiner :wink:

    ich glaub elo sagt den satz ganz gern:

    da wo's weh tut - da gehts lang.

    hab ich auch bei mir gemerkt, grad wut war da so ein thema... einfach weil ich bei manchen wie du sauwütend wurde, mitunter auch mal nicht so nettes geschrieben hab wie ich zugeben muss :oops:
    es war aber ne übertragene wut, das hier geschrieben oder der/die schreiber waren der auslöser für etwas wo ganz wo anders ihren ursprung hatte.

    bei manchen hats wirklich monate gedauert bis ich da manches verstanden hab weswegen ich irgendwann mal sauer war... bis ich die sichtweisen von den anderen nachvollziehn konnte...

    ich muss nicht (mehr) alles verstehn und für gut befinden - ich zieh mir hier (und im rl) raus was ich für mich brauchen kann... der rest wird abgespeichert oder kommt mitunter auch gleich in dei tonne :wink:

    vielleicht magste dir ja mal genauer angucken was dir an dem thema so weh tut? hier, vielleicht auch mit professioneller hilfe? weiß ja nicht was da noch alles zum vorschein kommt, aber drücken tut der schuh glaub gewaltig und drückende schuhe mog i net :(

    is glaub recht wirr, da durcheinander geschrieben, hoff du weißt was ich mein :wink:

    lg -Dani-

  • Liebe Weitsicht,

    es geht hier nicht um jemanden zu überzeugen, nur andere Sichtweisen auszutauschen, und wenn sich bei jemanden dann dadurch etwas bewegt ist es schon viel.

    Zitat


    Kontakt zu seinen Schmerzen aus der Kindheit zu haben, nennst Du Gejammere (hier fehlt wohl Empathie für Dich selbst), wenn ich weiss wer mir Unrecht angetan hat und es benennen kann, bin ich weniger in Gefahr, weiter zu geben was mir meine Eltern, Pfarrer angetan haben. Es wird Zeit, dass wir heute benennen können was uns an unserem Leben hindert/e

    Ich denke ich konnte meinem Ex verzeihen was er mir und den Kindern angetan hat, und das ist mir im Februar als ich ihn vor Gericht gesehen habe aufgefallen. Genauso sieht es bei meinen Eltern aus. Verzeihen hat für mich was mit loslassen zu tun, los lassen nicht mehr von etwas festgehalten werden was mich hin ziehen kann wo es will.

    Die Schmerzen die er mir zugefügt hat und auch die seelischen Schmerzen aus meiner Kindheit habe ich in mir, ich habe sie für mich nachgespürt und weggelegt, indem ich sie aufgeschrieben und auch real ausgesprochen habe. Nicht vergessen! Ich muss mit meinen Schmerzen nicht im Kontakt sein, ich muss nicht immer und immer wieder in der Wunde bohren und mir selber weh tun. Die Wunde ist da aber sie verheilt, durch die Narben kann ich nicht vergessen. Aber ich muss sie auch nicht immer wieder aufreißen um den Schmerz nachzuspüren.

    Ich muss nicht wissen wer mir Unrecht getan hat, ich muss nur wissen das da Unrechtes geschah, was mich behindet hat und auch noch heute tut, ich dahin schauen muss, ich es erkenne, damit ich es für MICH ändern kann und es nicht weitergebe. Hinschauen ohne hinzufühlen, wenn ich erkannt habe, kann ich mir es nochmal gaaaanz nah holen und nachfühlen, es dann aber los lassen, weil es vorbei ist und ich JETZT anders reagieren kann. Und somit gebe ich es auch nicht weiter.

    Und das Unrecht in meiner Kindheit an mir, ist MEINS, und nicht das meiner Kinder.

    Lieben Gruß
    Elocin

  • Ich laufe nicht den ganzen Tag mit Wut im Bauch herum.

    Ich finde es schade, dass hier die geschehenen Tatsachen verdreht dargestellt werden.

    Ette wollte wohl ihrer eigenen Unzufriedenheit, hier bei mir, mal Raum geben, aus welchen Gründen auch immer.

    Sie beklagt bei anderen deren Umgangston, sie selbst darf Unterstellungen, an mich, loslassen, das geht so nicht.

    Ne Dani, ich brauche keine professionelle Hilfe mehr, es ist normal, dass hier im EKA-Bereich, immer wieder Schmerzen und Wut bei mir hochkommen, wenn andere, hier von ihrem Leid, das ihnen heute durch ihre Alki-Eltern noch passieren, berichten.

    Wenn ich jemandem verzeihe, ist das Vorgefallene im Hintergrund, ich kann neu mit dem Menschen beginnen. Den Abschluss meiner Geschichte in einer Suchtfamilie, hatte ich erhofft hier zu finden. Dass hier die meisten auf Verzeihen sollen, den süchtigen Eltern oder Partner drängen, obwohl der Aufarbeitungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, zeigt mir dass wieder eine Verdrehung der Wahrheit stattfindet.

    Für mich kann Verzeihen nur am Ende eines Aufarbeitungsprozesses stehen. Da ich ansonsten meine eigenen Gefühle, wie in meiner Kindheit wieder verleugnen würde.

    Je früher verziehen wird, umso länger bleiben psychosomatische und autoaggressive Krankheiten bestehen, oder kommen wieder mehr zu Tage, wenn zuviel Stress oder andere Schwierigkeiten auftreten.

    Ich werde sehen, wie es für mich hier weitergehen kann.

    Ich werde meinen Standpunkt nicht ständig rechtfertigen.

    Ich stehe zu meinen Auffassungen, jede/r kann sie nachlesen, wenn er/sie es möchte, da diese es ermöglichten, mich weitesgehend von den Folgeschäden aus meiner Suchtfamilie zu befreien.

    Dafür bin ich dankbar.

  • Hallo, liebe Weisheit,
    Du, ich für mich habe verzeihen auch gleich gesetzt mit Kontaktabbruch. Für mich bedeutet verzeihen nicht einen möglichen Neubeginn.

    Es kann oder ist für mich auch oft der Abschluss eines Themas: es war, es ist passiert - abschließendes wer, wann, was warum tat ändert nichts mehr an den Gegebenheiten. Somit stelle ich für mich fest, dass der/die Mensch(en) mir nicht gut tun und streiche sie aus meinem Umfeld.

    Verzeihen, aufarbeiten und Kontaktverlust schließen sich meiner Meinung nach nicht aus. Ich denke aber, dass Du Dich keinesfalls rechtfertigen musst wenn Du andere Wege gehst. Letztendlich ist es doch so, dass jede-/r für sich den passenden Weg finden muss und kann.

    Wut war für mich anfänglich ein Weg mich zu schützen. Irgendwann war ich dann selber soweit mit mir im Reinen, dass diese Wut nicht mehr notwendig war. Nein, sie war hinderlich für mich geworden.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Wut etwas damit zu tun hat wie man lebt und wo. Ist es in einer hektischen Großstadt, dann steckt die Unruhe an. Ich selber lebe hier seit einem starken halben Jahr in einer gemütlichen 400 Bewohner Gemeinde. Um mich herum ist grün, grüner, am Grünsten. Wenn ich ins Bett gehe höre ich den Bach und wenn es morgens raus geht höre ich neben dem Wecker Grillen und Vögel. Da passt Wut gar nicht rein ;) Bevor ich zum Arbeitsplatz fahre gehe ich erst mal noch rund 15 Minuten in den Garten und erfreue mich an meinen Pflanzen oder den Tieren im Haus. Die dürfen erst raus, wenn ich vom Arbeitsplatz zurückkomme. Wenn dann fünf Katzen sich ungestört auf dem Rücken rollen, dann ist so viel Harmonie vorhanden, dass auch hier wieder Wut so was von unpassend wäre.

    Spürst Du, auf was ich abziele: vielleicht sind nicht immer nur wir selber diejenigen die die Wut in uns spüren, sondern vielleicht gibt auch das Umfeld entsprechende Randinformationen, die beitragen.

    Die letzten zehn Jahre lebte ich mit dem alkoholkranken Freund in einer etwas kleineren Gemeinde, ziemlich schräg, ziemlich im Tal und so waren auch die Menschen.... da spürte ich öfters Wut und musste ständig spüren wie eng viele Menschen denken.

    Jetzt lebe ich frei und habe auch oft das Gefühl freien Menschen zu begegnen, da passt auch nur für mich ein freies Gefühl.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Der nachfolgende Austausch steht für mein Denken und mein Fühlen, ist mir sehr wichtig, deswegen kopiere ich ihn in meinen Thread. Erwarte nicht, dass es andere auch so sehen.


    Zitat:


    Alkoholsucht = Krankheit = "Ich kann da gar nix für" ? Stimmt, wenn die Sucht sich physisch und psychisch niedergelassen hat ! Was ist mit der Zeit davor ? Mit dem länger dauernden Prozess um dahin zu gelangen süchtig geworden zu sein ?

    Meine Wut ist ja individuell - auf eine Person gerichtet - nicht auf die Masse derer die dieses Krankheitsbild aufweisen.

    Da krieg ich gesagt werde selbstbewusster, sei egoistisch, konsequent, wenn es sein muss knallhart und dann werde ich zurückgepfiffen. Weichgespült, Verständnis, Krankheit.

    Ich hab nen "therapierten" erlebt. Ich habe miterlebt wie er "angenommen" hat. Ich kenn die Sätze, die er zu "Phrasen" umgebastelt hat - immer so, wie es gerade gut passte. Oh ja, man kann einen wichtigen Satz auf verschiedene Arten aufleben lassen. Und ja, er hat den "Feinschliff" in jeder Therapie verpasst bekommen. Sein Ding, mit welcher "Bauernschläue" er da hin und her agiert hat. Nicht nur bei mir - auch in seinen Therapien.

    Warum sollte ich darauf nicht wütend sein dürfen ? Gesunde Wut hat mir geholfen den nötigen Antrieb beizubehalten. Das war mein Antriebsmotor um mich in Bewegung zu setzen! Das war meine individuelle Wut auf Mr. Vielleicht - und nur auf ihn !

    Ich muss längst nicht alles verzeihen !


    Hallo Diandra,

    ich danke Dir für Deine Worte, so sehe ich es auch, ich darf Wut auf meine Eltern zulassen, sie haben mir nicht nur meine Kindheit, sondern auch viele unbeschwerte Zeit, in meinem Erwachsenen-Dasein genommen.

    Ich kann auch hinter das Gefühl Wut sehen, hier sitzt der Schmerz, der im Hier und Jetzt, hochkommen darf. Ich fühle den Schmerz meiner Kindheit, ausgelöst, durch den Thread "Ist ein Kind bei einem nassen Alkoholiker geschützt" Biene hat es mit wenig Worten auf den Punkt gebracht "Nein".

    Ich habe schon mal geschrieben, wenn es einen Sinn haben sollte, dass ich in einer Suchtfamilie aufgewachsen bin, dann soll es heute bessere Aufklärung für den Schutz für Kinder geben dürfen. Informationen was Folgeschäden betrifft, gibt es genug. Ein Alkoholikerforum ist dafür ein guter Ort.

    Ich muss meinen suchtkranken Eltern nicht verzeihen, das überlasse ich einer anderen Stelle, ich habe auch keine Rachegefühle für sie, ich schau nur hin wie sie wirklich zu mir und meinen Geschwistern, in unserer Kindheit waren. Und das war nicht liebevoll gewesen. Sondern vom Alkohol zer- und gestörtes Verhalten.

    Mit dem Verzeihen - Sollen, wird auch Unheil angerichtet, Diandra hat es an einem Therapierten, gut beschrieben.

    Ich kann doch meine Gefühle heute nicht missbrauchen, wenn ich "das Verzeihen sollen" nicht empfinden Kann.

    Ich schone heute nicht mehr meine Eltern, dafür meine Gesundheit und meine Kinder.

    Alles Liebe Weitsicht

  • hallo allerseits,

    vielleicht ist das wort "verzeihen" nicht ganz passend. ich persönlich würde es für mich nicht verwenden, weil es in meinen augen einen bewusst handelnden täter voraussetzt, der mir mit absicht schadet. das sehe ich bei suchtkranken nicht so.

    ich wollte jetzt eigentlich schreiben, dass zwischen mir und meinen eltern das verhältnis nicht bereinigt wurde. wenn ich zurückdenke stimmt das nicht ganz. sehr früh schon habe ich meiner mutter einen brief geschrieben. sie hat mir geantwortet und gewissermaßen alles eingestanden. das schreibe ich mal jetzt so lapidar. für mich war das ein wichtiger punkt. es hat nichts geändert, aber es war wichtig für mich.

    in späteren gesprächen mit meiner mutter, hakte ich nach und meinte, dass es doch auch hätte anders laufen können, nicht so krasse ausmaße annehmen müssen. der wagen hätte nicht vor die wand gefahren werden müssen. da kommen bei mir auch die wutanteile. die sind dann da, dann gehe ich von unentschuldbarem fehlverhalten, kompletter elterlicher verantwortungslosigkeit aus und schreie nach wiedergutmachung.

    das funktioniert natürlich nicht so, sondern in meinen augen nur so, indem ich mich mir mit offenen augen zuwende und anfange schutt abzutragen. das ist ja eine chance, die ich jetzt habe, und ich weiß nicht einmal genau, was dabei herauskommen wird. ich glaube, es hat viel mit anerkennung von schmerzen zu tun.

    ein satz, der mir sehr viel gebracht hat, ist, dass familie kein sicherer ort ist. ich merke, dass aussagen, die dahin gehen zu sagen, dass es gewalt, sucht und dergleichen in familien gibt bzw. die normalität nicht per se gegeben ist, mir sehr hilft, mich nicht so zu fühlen, als käme ich von einem exotischen planeten.

    viele grüße
    simmie

  • Zitat

    Hallo, liebe Weisheit,
    Du, ich für mich habe verzeihen auch gleich gesetzt mit Kontaktabbruch. Für mich bedeutet verzeihen nicht einen möglichen Neubeginn.

    Es kann oder ist für mich auch oft der Abschluss eines Themas: es war, es ist passiert - abschließendes wer, wann, was warum tat ändert nichts mehr an den Gegebenheiten. Somit stelle ich für mich fest, dass der/die Mensch(en) mir nicht gut tun und streiche sie aus meinem Umfeld.

    Verzeihen, aufarbeiten und Kontaktverlust schließen sich meiner Meinung nach nicht aus. Ich denke aber, dass Du Dich keinesfalls rechtfertigen musst wenn Du andere Wege gehst. Letztendlich ist es doch so, dass jede-/r für sich den passenden Weg finden muss und kann.

    Wut war für mich anfänglich ein Weg mich zu schützen. Irgendwann war ich dann selber soweit mit mir im Reinen, dass diese Wut nicht mehr notwendig war. Nein, sie war hinderlich für mich geworden.

    Liebe Dagmar,

    so unterschiedlich können wir Menschen "das Verzeihen" auslegen. Wie Du es jetzt beschreibst, na da kann ich auch verzeihen,
    ohne mich selbst zu verraten, habe es schon vollzogen, ohne, dass es mir bewusst ist/war.

    Hinter der Wut stecken Ängste und Schmerzen, Schmerzen über meine Kindheit, bin ich im Moment, noch am hochkommen lassen. Je mehr ich diese zulassen kann, um sie zu betrauern, verringert sich auch meine Wut.


    Zitat

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Wut etwas damit zu tun hat wie man lebt und wo. Ist es in einer hektischen Großstadt, dann steckt die Unruhe an. Ich selber lebe hier seit einem starken halben Jahr in einer gemütlichen 400 Bewohner Gemeinde. Um mich herum ist grün, grüner, am Grünsten. Wenn ich ins Bett gehe höre ich den Bach und wenn es morgens raus geht höre ich neben dem Wecker Grillen und Vögel. Da passt Wut gar nicht rein Bevor ich zum Arbeitsplatz fahre gehe ich erst mal noch rund 15 Minuten in den Garten und erfreue mich an meinen Pflanzen oder den Tieren im Haus. Die dürfen erst raus, wenn ich vom Arbeitsplatz zurückkomme. Wenn dann fünf Katzen sich ungestört auf dem Rücken rollen, dann ist so viel Harmonie vorhanden, dass auch hier wieder Wut so was von unpassend wäre.

    Spürst Du, auf was ich abziele: vielleicht sind nicht immer nur wir selber diejenigen die die Wut in uns spüren, sondern vielleicht gibt auch das Umfeld entsprechende Randinformationen, die beitragen.

    Du wohnst ja in einem Paradies Dagmar, das Plätschern eines Baches ist sicher beruhigender, als mein Springbrunnen. Die Katzen haben auch eine beruhigende Art an sich, das Schnurren löst doch nur Freude und Zufriedenheit, bei einem selbst aus. Durfte ich bei meiner Tochter ihrem Katerchen erfahren. Sind schon tolle Geschöpfe, von denen wir Menschen lernen können.

    In einem Alkoholikerforum lese ich nicht nur kraftgebendes, egal in welchem Bereich, traurig und wütend machen mich die Berichte im EKA-Bereich, da ich hoffte, dass Eltern heute weiter sind, als zu meiner Kindheit. Ihren Kindern nicht mehr so viel Leid zufügen wollen. Kindesmissbrauch findet Tag für Tag statt. Die Zeit der schwarzen Pädagogik ist vorbei, wir können heute liebevoller unsere Kinder begleiten, wenn Eltern sich dafür öffnen und sich Informationen besorgen.


    Zitat


    Die letzten zehn Jahre lebte ich mit dem alkoholkranken Freund in einer etwas kleineren Gemeinde, ziemlich schräg, ziemlich im Tal und so waren auch die Menschen.... da spürte ich öfters Wut und musste ständig spüren wie eng viele Menschen denken.

    Jetzt lebe ich frei und habe auch oft das Gefühl freien Menschen zu begegnen, da passt auch nur für mich ein freies Gefühl.

    Du schenkst mir Hoffnung, danke Dir dafür, es gibt kein schöneres Gefühl, als die innere Freiheit zu spüren. Kinder sind hier gute Vorbilder, wenn wir sie lassen können, wie sie von ihrem Wesen her sind.

    Ich freue mich, Menschen wie Du bist, kennen lernen zu dürfen.

    Alles Liebe Weitsicht

    Geniesse Dein kleines Paradies, ich gehe jetzt auch mal raus in die Natur.

  • Hallo Weitsicht,

    sei mir bitte nicht böse, aber im Moment sehe ich bei Dir das klassische IAS-Syndrom der Unverstandenen. Ich sehe hier nur andere Meinungen, nicht mehr nicht weniger. Keine Unhöflich- oder Respektlosigkeiten, nur andere Meinungen.

    Kein Mensch sitzt gerne und freiwillig in einem Loch. Nur weil er länger da sitzt als andere, heißt das nicht das er es gern tut und sich da wohlfühlt. Es heißt das er für sich keinen Ausweg gefunden hat, weil er nur die eine eben seine Sicht der Dinge hat. Da hilft es sich die Sicht von anderen anzuschauen. So verstehe ich unter anderem Austausch und Selbsthilfe, die Möglichkeit zu haben, eine andere Sichtweise der gleich Situation zu bekommen. Was allerdings nicht automatisch heißt, dass man diese Sichtweise als Lösung für sich betrachtet.

    Zitat

    Ich werde meinen Standpunkt nicht ständig rechtfertigen.

    Wenn Dein Weg der für Dich der richtige ist, ist es doch gut. Warum willst Du Dich rechtfertigen? Dann mach doch einfach weiter wie bisher und kümmere Dich nicht um andere Meinungen. Auch das ist loslassen. Wenn Du allerdings Bestätigung Deiner Sichtweisen brauchst, die Zustimmung von anderen, dann stimmt was nicht. Rechtfertigen tut man sich nur, wenn man selbst von dem was man macht nicht wirklich überzeugt ist.

    Lass andere doch machen, wenn es in Deinen Augen falsch ist, kannst Du das ja sagen, aber lass sie machen. Es ist ihr Leben, sie können damit machen was sie wollen. Wenn sie auf die Schnauze fallen, ist es ihre Schnauze die weh tut, nicht Deine. Jeder Mensch hat das Recht seine eigenen Fehler zu machen.

    Zitat

    Den Abschluss meiner Geschichte in einer Suchtfamilie, hatte ich erhofft hier zu finden.

    Und wer sagt, dass Du das hier nicht finden kannst? Wobei ich bezweifle, dass es da jemals einen Abschluss geben wird, denn das heißt für mich Ende, Akte zu, Deckel für immer geschlossen. Es gehört zu Deinem Leben, dass kannst Du nicht ändern. Für mich gibt es da nur ein Ende und das ist der Tod.

    Nur weil Du andere Meinungen und Sichtweisen zu hören bekommst, heißt das nicht, dass Du das hier nicht finden kannst. Sicherlich hört man lieber Zustimmung, wenn man etwas sagt, geht mir genauso. Wenn man sie aber nicht bekommt, dann ist es auch gut. Wenn man nur Dinge sagt, bei denen man sich der Zustimmung anderer sicher ist, dann ist man keinen einzigen Schritt aus der Kindheit. Dann ist man immer noch bei: „Bitte, bitte hab mich lieb. Ich tue auch alles was Du willst dafür.“ Auch an anderen Meinungen kann man wachsen, auch durch sie kann man etwas lernen, muss man aber nicht. Geht es Dir hier um Dich oder darum Zustimmung für Dich und Deinen Weg zu finden?

    Da bin ich dann wieder bei Erwartungen. Andere können nichts dafür wenn sie meine Erwartungen an sie nicht erfüllen. Was ich erwarte ist nicht unbedingt immer das was andere tun wollen. Klar ist man enttäuscht, wenn man nicht bekommt was man wollte, aber dafür können die anderen ja nichts. Wenn andere nicht so funktionieren wie man möchte, dann muss man bei sich selber schauen, denn andere sind nicht dafür da mich zufrieden und glücklich zu machen. Das ist meine Aufgabe.

    Weitsicht, ich glaube Du stehst Dir im Moment selbst im Weg.

    Gruß
    Skye

  • Zitat

    in späteren gesprächen mit meiner mutter, hakte ich nach und meinte, dass es doch auch hätte anders laufen können, nicht so krasse ausmaße annehmen müssen. der wagen hätte nicht vor die wand gefahren werden müssen. da kommen bei mir auch die wutanteile. die sind dann da, dann gehe ich von unentschuldbarem fehlverhalten, kompletter elterlicher verantwortungslosigkeit aus und schreie nach wiedergutmachung.

    das funktioniert natürlich nicht so, sondern in meinen augen nur so, indem ich mich mir mit offenen augen zuwende und anfange schutt abzutragen. das ist ja eine chance, die ich jetzt habe, und ich weiß nicht einmal genau, was dabei herauskommen wird. ich glaube, es hat viel mit anerkennung von schmerzen zu tun.

    Liebe Simmie,

    danke Dir für diese Worte, kann ähnliches bei mir feststellen.

    Als der Pfarrer meiner Kindheit, auf seinem Sterbebett sagte, hoffentlich verzeiht mir Gott, was ich den Kindern angetan habe, spürte ich Erleichterung. Endlich benannte er, dass es Unrecht gewesen ist, was er uns Kindern angetan hatte. Schuldgefühle die er in unsere Seelen einpflanzte, konnten losgelassen werden. Geistlicher Missbrauch war das gewesen.


    Zitat

    das funktioniert natürlich nicht so, sondern in meinen augen nur so, indem ich mich mir mit offenen augen zuwende und anfange schutt abzutragen. das ist ja eine chance, die ich jetzt habe, und ich weiß nicht einmal genau, was dabei herauskommen wird. ich glaube, es hat viel mit anerkennung von schmerzen zu tun.

    Danke Simmie für diese Worte, hier finde ich mich wieder. Der Pfarrer hat sein Fehlverhalten anerkannt, um uns als Erwachsene frei werden zu lassen, von dem was er in unsere Seele einbrannte, mit Worten und Schlägen. Mehr kann man ein Kind nicht demütigen.

    Wieviele Jahre es dauern kann, um sich von diesem Ballast zu lösen, ist doch heute bekannt. Erinnere nur an die Bücher "Betrogene Kindheit", "Familienkrankheit Alkoholismus". Den Schmerz darüber anzuerkennen, ist ein Weg aus den autoaggressiven Krankheiten heraus.

    Zitat


    ein satz, der mir sehr viel gebracht hat, ist, dass familie kein sicherer ort ist. ich merke, dass aussagen, die dahin gehen zu sagen, dass es gewalt, sucht und dergleichen in familien gibt bzw. die normalität nicht per se gegeben ist, mir sehr hilft, mich nicht so zu fühlen, als käme ich von einem exotischen planeten.

    Ich bin auch dankbar, dass endlich EKA`s sich heute öffnen und darüber sprechen wie es ihnen in der suchtkranken Familie gegangen ist. Endlich fühlte ich mich verstanden, was mein Denken angegangen ist, das Fühlen zulassen musste ich erst wieder lernen.

    Das ist für mich Hoffnung und ein Ansatz, dass heute hoffentlich, weniger Kinder, in suchtkranken oder dysfunktionalen Familien leiden müssen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Zitat

    Wenn Dein Weg der für Dich der richtige ist, ist es doch gut. Warum willst Du Dich rechtfertigen? Dann mach doch einfach weiter wie bisher und kümmere Dich nicht um andere Meinungen. Auch das ist loslassen. Wenn Du allerdings Bestätigung Deiner Sichtweisen brauchst, die Zustimmung von anderen, dann stimmt was nicht. Rechtfertigen tut man sich nur, wenn man selbst von dem was man macht nicht wirklich überzeugt ist.

    Lass andere doch machen, wenn es in Deinen Augen falsch ist, kannst Du das ja sagen, aber lass sie machen. Es ist ihr Leben, sie können damit machen was sie wollen. Wenn sie auf die Schnauze fallen, ist es ihre Schnauze die weh tut, nicht Deine. Jeder Mensch hat das Recht seine eigenen Fehler zu machen

    So ist es Syke, ich finde mein Weg ist in Ordnung.

    Stimmt ich hätte wieder schweigen sollen, auf die Angriffe von Ette, wie ich es im Thread "Kindern vor alkoholkranken Vätern schützen", getan habe.

    Vielleicht sollte Ette mal dazulernen, dass ihre Schreibart nicht immer ok ist. Darf sie nicht kritisiert werden, nur weil sie hier schon lange im Forum anwesend ist? Ich habe heute dazugelernt, etwas klar zu stellen, was Ette hier falsch darstellte, ist sich zu rechtfertigen, auch ne tolle Auslegung von Dir Syke.

    Ich kann heute meine Grenzen aufzeigen, das ist mir wichtig.

    Solange keine Kinder involviert sind, haben Erwachsene das Recht Fehler zu machen, soviel sie möchten, habe ich nichts dagegen, wenn Kinder oder Schwächere betroffen sind, werde ich hellhörig und werde dazu nicht schweigen.

    Ich glaube ich brauche Dir auf Deinen Beitrag von gestern, sowie von heute nicht mehr ausführlich zu antworten, ich sehe, hier haben wir sehr unterschiedliche Auffassungen. Das ich akzeptieren und respektieren kann.

    Wenn ich in ein Austausch hinein gehe und anders heraus komme, als ich hineingegangen bin, dann hat für mich ein wahrer und menschlicher Austausch stattgefunden. Alles andere ist Wortklauberei.

    Simmie hat es wunderbar ausgedrückt, es geht um die Anerkennung des Schmerzes, den wir als Kinder erleiden mussten.

    Ich bin selbst Mutter, ich erniedrige mich nicht, wenn ich mich bei meinen Kindern, für von mir gemachte Fehler entschuldigen kann. Ich finde das zeugt von Grösse und Achtung dem Kind gegenüber.

    Ich bekomme diese Achtung in Liebe von meinen Kindern heute zurück.


    Alles Liebe Weitsicht

  • Hallo liebe Weitsicht,

    ich bin grad verunsichert und kann es nicht greifen, ich habe dir vor ein paar Seiten eine Frage gestellt weil ich da für mich etwas nicht verstehe...wegen dem "Inneren Kind" und auf mein letztes post an dich auch keinerlei Reaktion bekomme.....ist irgendwas? Oder kommt da noch was?

    Lieben Gruß
    Elocin

  • Liebe Weitsicht,

    Du beschäftigst mich schon seit einiger Zeit, seit ich gelesen habe, wie Du auf die Zeilen von Bernd "Die Zeit heilt Wunden" reagiert hast.

    Am Muttertag schrieb ich über eine Sendung von Kindern, die aus verschiedenen Gründen verhaltensauffällig waren. Diese Kinder waren nicht aus Alkoholikerfamilien, sondern Kinder, die ihre geliebte Mutter an Krebs verlieren, Kinder, die zusehen, wie der Vater arbeitslos wird usw. Anhand dieser Beispiele habe ich für mich mitgenommen:

    1. Es gibt Menschen, die nicht durch die Familien seelenkrank werden!
    2. Es gibt für mich einen Zusammenhang zwischen Lachen, Weinen, Anerkennen der Situation, Lösungswege finden und lernen, umsetzen, damit irgendwie klarkommen!

    In dieser Sendung gab es noch ein Signal, nämlich Kinder sind in dieser Phase auf Hilfe von erfahrenen, lebenstüchtigen, hilfsbereiten "Erwachsenen" angewiesen, um "ihr" Leben leben zu können. Dazu werden die Kinder geschult, ihre Emotionen zu fühlen, zu benennen und danach richtig zu bewerten!

    Zuerst kamen diese Kinder ohne jegliches Lachen oder Weinen an.

    Dialog: "Lach doch mal"
    "Bei uns wird nicht gelacht!"
    "Lachen ist aber gesund!"
    "Meine Mutter stirbt!"
    "Es geht um Dich!"
    "Nein, es geht um meine Mutter! Warum nimmt mir Gott meine Mutter weg? Ich hasse diesen Gott!"

    Kein Weinen kommt aus dem Kinderkörper, aber Wut ohne Ende. Was im Weg steht, wird zerstört, sogar der eigene Körper wird schmerzhaft erprobt. Das Kind ist in der Kindphase, es ist ja Kind!
    Der dem Kind gegenübersitzende Erwachsene weiß um das alles, er ist bestenfalls die gleiche Hölle geganen, um verstehen und akzeptieren zu können. Deshalb ist er in der Lage, zu helfen. Dazu musste er aber erwachsen werden!

    Das alles kam bei mir an, wobei ich sowieso schon sehr lange um diese Dinge weiß, für mich war das Haupthema zur Sendung "Emotionen fühlen, erkennen, bewerten!"

    Es gab mir ein gutes Gefühl, diese Gabe zu haben, diese Dinge zu verstehen und für mich damit umzugehen.

    Dann schriebst Du und meine Emotion zu dem Muttertag und Deinem Geschriebenen machte mich spontan traurig. Ich war überrascht, was Du für DICH aus meinem Beitrag meinst herausgelesen zu haben. Du hast Dich als Kind gesehen und als Kind gefühlt, Deine Traurigkeit zu diesem Thema rübergebracht. Mir hat es sehr leid getan für DICH !

    Aber es ist nunmal Dein Thema und das ist völlig in Ordnung, Du hast viel, sehr viel Schlimmes erlebt. Aber ich war traurig, weil ich spontan das Gefühl hatte, dass Du anstatt nach vorne zu sehen, wieder rückwärts läufst. Wieder zu sehr zum Kind?

    Der Mensch durchläuft ja wie beschrieben drei Phasen: Bis zum 7. Lebensjahr werden die Emotionen gebildet, die wir bis an unser Lebensende mit uns führen, wir formen uns bis zum 19. und befinden uns dann im Erwachsensein. Dieses ist keine Erkenntnis von mir, bitte das zu berücksichtigen, sondern es gibt sehr viele wissenschaftliche Ausführungen dazu. Aber auch die wären mir im Prinzip egal, wenn es für mich keinen Sinn machen würde. Es macht für mich aber Sinn. Weil ich noch weiß, wie unkontrolliert ich als Kind meine Emotionen herausgebrüllt habe, besser noch ausgelebt habe, oder wie mein Sohn es tat. Bis zum Erwachsenwerden versuchte ich, ständig Gelerntes damit zu vereinen, Erfolge oder Niederlagen zu erkennen, um dementsprechend richtig zu handeln und zu bewerten, quasi daraus was zu machen. Danach sollte dann ein fertiger Mensch entstanden sein, nicht umsonst heißt es mit 19 Jahren "Herzlichen Glückwunsch, nun bist Du erwachsen!" Natürlich kann ich es nicht von einer tatsächlichen Jahreszahl bzw. von einem bezifferten Alter festmachen, die Rechtssprechung tut dies auch nicht, aber es wird von nun an von mir erwartet, mein Erwachsensein auch zu leben.
    Im guten Fall habe ich viele liebe Menschen um mich gehabt, im guten Fall habe ich auch durch schlechte Menschen oder Situationen lernen und trainieren dürfen und im sehr guten Fall habe ich gelernt, dass auch andere Menschen von anderen geformt wurden und spätestens dann müsste mir klar sein, dass im gesamten Lauf der Zeit der Mensch der "schwere Ausnahmefehler" in der Natur zu sein scheint!

    Wenn ich dann lese, dass Du an das hohe Gut der Liebe glaubst, diese Erfahrung sogar machen durftest, wie Du schreibst, und von einem "Er" sprichst, der den Eltern ihre Kinder anvertraut, welchen Eltern hat "Er" denn Deinen Eltern, als sie Kinder waren, anvertraut?

    Bei mir bewirkt dieser "Er" etwas und ich nehme den Satz des Kindes nochmal auf:
    "Warum nimmt mir Gott meine Mutter weg?" Oder wer auch immer "Er" ist! Und wenn Du an das Hohe Gut der Liebe glaubst, warum gestehst Du dieses Recht Deinen Eltern nicht ein? Hatten die Liebe oder warum sind sie so gewesen, wie sie waren?

    Meine Mutter erzählte mir, dass sie während des Krieges eine Nacht während eines Bombenangriffes mit ihrer Schwester nicht mehr in den Bunker ging. Dort waren so entsetzlich verzweifelte Menschen, so entsetzliches Elend und Angst zu spüren, dass es sie nach draußen laufen ließ. Sie legten sich beide, da waren sie 17 Jahre alt, auf eine Wiese, bereiten Arme und Beine aus und schauten in den von Bomben und Flugzeugen beleuchteten Himmel. "Wenn es jetzt sein soll, dann möchten wir jetzt sterben!" So sagten sie und hielten sich an den Händen. Sie überlebten! Und so kam ich auf die Welt und alles das, was meine Mutter an Entsetzlichem erlebt hatte, damit musste sie klarkommen und leben. Auch ich kenne die Kochlöffel gut, auch ich kenne Gewalt in meiner Familie und vieles mehr, wie ich schon schrieb, und es lag nicht am Alkohol.

    Mein Großvater? Warum hat er das getan, was er mir angetan hat? Er hatte zwei Weltkriege erlebt, hatte das Geschwader Richthofen mit aufgebaut, war im Prinzip nur im Elend gewesen und dazu hatte er noch eine völlig verhärmte, boshafte Frau, meine Oma. Und sie? Eine sogen. Trümmerfrau, wie man damals die Frauen nannte, die wiederaufbauen mussten und so vertrümmerte sie seelisch. Wollte er nochmal Leben spüren, als er mich anfasste? Alles kein Grund, das Kindern anzutun, aber ein Grund, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

    Um ehrlich zu sein, ich habe es noch nie verstanden, wie man vom hohen Gut der Liebe spricht oder von einem Gott, der angeblich alles geschaffen hat, denn für mich ergeben sich da nur Unzulänglichkeiten und wenn ich mir vorstelle, dass es ein Mensch war, der uns geschaffen hat, dann wird es umso gruseliger.
    Aber über Politik und Religion sollte man nicht sprechen, wurde mir gelehrt. Ich weiß, das der Glaube "Berge" versetzen kann, daher glaube ich auch! Nämlich an mich!

    Ich glaube daran, weil ich lebe, weil ich hier bin, weil mich meine Mutter groß bekommen hat, weil ich nicht in einer Pizzeria abgegeben wurde, weil ich nicht umgebracht wurde, weil ich nicht verhungern musste. Und daher habe ich für mich entschieden, auch für mich Verantwortung zu übernehmen, was ich leider ein bisschen außer Acht gelassen hatte, aber es mich jetzt umsomehr über den Tellerrand schauen lässt.

    Du hast hier Beiträge erhalten, die schier unglaubliche Schätze beinhalten. Ette kenne ich nicht, leider kann ich nicht überall lesen, aber ihr Beitrag vom 16.05., um 11.44 Uhr, ist so schön geschrieben, hat soviel Lebenserfahrung, so viel Wahres zu bieten, dass es mir fast den Atem nimmt. Sie sieht bei Dir Erwartungshaltung und ich empfinde es ebenso und sie traute sich, das zu schreiben, was ich ebenso absolut empfinde: Ein kleines, bockiges Kind, das irgendwie Entschuldigungen haben möchte - und das über den Tod hinaus! Bemerkenswert Ette!

    Zitat

    Weitsicht, ich lese in deinen zeilen immer wieder den hass auf dein eltern, obwohl du dich so liebevoll zeigen willst. Wie unter einem dicken zuckerguss gärt der modder dieses hasses und bahnt sich immer wieder den weg durch die vordergründig süße deiner worte.


    Ziemlich unverblümt geschrieben, aber ich will ja ehrlich sein, so sehe ich es auch!

    Und darauf schreibst Du etwas an Ette:

    Zitat


    Schade, dass Du Dein inneres Kind und Deine Jugendliche in Dir, die so schlecht und gewaltvoll von ihren Eltern behandelt wurde, noch immer so verraten und im Stich lassen musst.


    Nicht Ette, Du schreibst hier von Dir! Genau das tust Du mit Dir!

    Und nun gehst Du richtig ins Eingemachte:

    Zitat


    Würde ich mal an Deiner Stelle mich selbst hinterfragen, was da gerade hochkommt.

    Ich bin weder Deine Mutter noch Dein Vater, ich habe Dir nichts getan.

    Es ist immer gut, die Wut an der Stelle loszuwerden, oder hinzuleiten, die uns verletzt haben, die uns solche Meinungen, wie Du sie gerade hier schreibst, verinnerlichen haben lassen, nicht auf andere Menschen zu übertragen. Denn dadurch entsteht auch der Fremdenhass.


    Was kam bei Dir denn hoch, als Du dieses geschrieben hast? Du selbst konntest nur so formulieren, weil bei Dir was hochkam, also musste es doch bei Ette auch so sein? Überleg das mal, Weitsicht! Das hat Ette mit Sicherheit nicht so empfunden, sondern Du warst aber jetzt richtig Kind!
    Und nochmal bockig mit Füßen aufgestampft : "Ich habe Dir nichts getan" als Angriff rübergebracht im "Angriffensein-Gefühl"!
    Und nun wirst Du richtig ungerecht, Weitsicht, jetzt schreibst Du von Wut und Hass und Fremdenhass? Wo warst Du denn da bloss, ich weiß nicht mehr in welcher Kindphase, aber in ganz bestimmt keiner Gesunden. Und hier ist dann auch jeder weitere Beitrag schon fast fehl am Platz, weil Du gar nichts mehr annimmst und auch wirklich alles als Angriff empfindest.

    Aber Ette bleibt auf der absolut perfekten Kommunikationsebene, weil sie begriffen hat, worum es geht:

    Zitat


    ich muss mein inneres kind nicht verraten, weil ich es in seiner ganzen bedürftigkeit angenommen habe. so kann ich mich selbst liebevoll behandeln ohne mein leben lang die bedürfniserfüllung durch meine eltern einzufordern. du täuscht dich auch, wenn du mir unterstellst, dass ich meinen prügelnden vater verherrliche. sorry, das ist wirklich daneben.

    meine eltern sind wie sie sind. ich habe keine anderen gehabt und werde keine anderen mehr bekommen. verändern kann ich sie auch nicht, so wie ich keinen anderen menschen verändern kann. nur mich selbst. und für mich war es wichtig, meine eltern so zu akzeptieren, wie sie nun mal sind. sicherlich hätten sie sich auch anders verhalten können. haben sie aber nicht. was würde mir also das gejammer darüber nützen?

    kierkegaard sagt, dass wir das leben nur rückwärts verstehen und vorwärts leben können. für meine zufriedenheit und meine genesung war es wichtig, mit der vergangenheit, wie schlimm sie auch gewesen sein mag, abzuschließen, damit ich vorwärts leben kann. das heißt auch, die verantwortung für mich (und mein inneres kind) selbst zu übernehmen und nicht immer und immer wieder verantwortung dahingeben, wo sie nicht übernommen wurde und auch nicht mehr übernommen werden kann.


    Vor so einem Beitrag kann ich immer nur staunend davor sitzen und dankbar sein, hier im Forum lesen zu dürfen. Es wärmt mir mein Herz und sie erreicht mich mit diesen Worten genau da, wo ich es brauche, um all die Ungerechtigkeiten, mit denen ich bisher konfrontiert wurde, noch besser umgehen zu können, noch besser verstehen zu dürfen, noch mehr verzeihen zu können, noch mehr auf den Menschen, auch den Toten, zuzugehen.

    Weil für mich, Weitsicht, ist das mein Schlüssel zum Leben, jeder Satz von Ette beschreibt das Leben so, wie es ist.
    "Das Leben nur rückwärts verstehen, um vorwärts leben zu können!" Ein neuer Leitsatz in meinem Leben, ich werde ihn mir ausdrucken! Und ich würde mich so sehr freuen, wenn Du irgendwann auch hinnimmst, annimmst, loslässt und anfängst zu leben.

    Und so hast Du nicht nur von Ette gute Worte erhalten, auch Elocin hat sich sehr mit Dir beschäftigt, ebenso Skye. Einzig und allein Faith hat nicht so richtig kapiert, worauf es den anderen, die sich Zeit genommen haben, für Dich hier zu schreiben, ankam und dass sie niemals angreifen wollten oder irgendetwas anderes "Böses" im Sinn hatten.

    Ganz traurig, Weitsicht, fand ich dann, dass Du meinst in Faith die Richtige gefunden zu haben, mit der Du Dich nun solidarisieren möchtest. Und auf Ette haust Du ein, indem Du meinst, dass es auch andere gibt, die wohl der Meinung sind, sie würde provozieren. Das ist verletzend und unglaublich schlecht, denn wieso übernimmst Du schlechte Meinungen von anderen und trägst sie auch noch weiter?

    Nun noch einiges von mir zum Überdenken:

    Du schriebst, der Körper hat nichts vergessen, sondern speichert. Das ist meiner Erfahrung nach nicht richtig, der Körper speichert nicht, nur unser Gehirn tut dies. Ich für mich bin nicht der Meinung, dass meine Emotionen gespeichert sind, da gibt es aber noch viel Ungereimtes. Ich empfinde es eher als etwas, was zu allem gehört, was mein Inneres ausmacht, diese Emotionen sind überall, aber ich fühle sie ausschließlich über meinen Bauch. Der Unterschied zum Gehirn, sprich Geist, ist der, dass der Geist nichts mehr rauslässt, d. h., er löscht nichts und überspeichert auch nichts. Meine Emotionen aber kann ich beeinflussen, indem ich sie erstmal annehme, dient auch der eigenen Schwächen- u. Fehlerfindung, um sie dann so nutzen zu können, dass ich hinterher sogar froh sein kann, diese zu besitzen.

    Weitsicht, Du hast nun die Möglichkeit, aus meinem Beitrag etwas zu versuchen. Bisher und das hast Du mir ja auch in meinen Thread geschrieben, warst Du gerne bei mir, liest mich gerne und nimmst Dir immer etwas mit, auch so Dein letzter Beitrag über gute Kommunikation. Genau das versuche ich mit diesem Beitrag, Ette und alle anderen haben das aber auch schon sehr gut gemacht.

    Da ich meine, zu verstehen, in welcher Emotionsphase Du Dich gerade befindest, und ja gerade das auch mein Thema war, nämlich mich angegriffen zu fühlen, mich nicht verstanden zu wissen, habe ich diese Seminare belegt. Und mir wurde über einen sehr wortgewandten Dozenten, über unzählige Beispiele und knackige Lebensweisheiten klar, dass der vermeindliche Angriff bei mir stattfindet, er löst bei mir etwas aus und nur bei mir. Daran war ich dann bereit zu arbeiten und tue es jeden Tag wieder.

    Freunde, Weitsicht, sind nicht die, die Dir in einem Satz Zuspruch geben, um dann wieder abzuhauen, sondern es sind die "Trainer" wie Ette, Elocin, Skye, Summerdream und wen ich sonst noch vergessen habe weiß ich nicht, und, wenn Du es annimmst, auch ich. So könntest Du beispielsweise jetzt mal herausfinden, wie mein Beitrag bei Dir ankommt!
    Auch als Angriff?
    Warum denn auch noch Lobanshee? Warum versteht sie mich denn auch nicht? Alle sind hier gegen mich? Dieses blöde Forum, jetzt haue ich erstmal ab, jetzt schreibe ich nichts mehr, keiner versteht mich wirklich!

    So erging es mir selbst, so ergeht es mir nur noch ganz selten, so habe ich mich langsam an mich und an das Forum herangetastet, um dann zu erfahren:

    Alles fängt bei mir an und hört bei mir auf!

    In diesem Sinne, meine Liebe,

    wünsche ich Dir viel Ehrlichkeit zu Dir selbst in Deiner Reise der Emotionen und

    ich grüße Dich so herzlich, wie ich es immer getan habe!

    Deine Lobanshee

  • Liebe Lobanshee,

    ich beschäftige Dich seitdem ich auf Bernd `s Worte reagiert habe?

    Einen Tag vorher war ich noch harmonisch für Dich unterwegs hier im Forum.

    Ich mag nicht wenn Kinder verschaukelt oder vertröstet werden, ich bin nicht nachtragend, ich konnte mich von Bernd gut verabschieden.

    Lobanshee ausgewogen ist Dein Beitrag an mich hier gerade nicht.

    Und dass Du Faith noch mit hier hereinziehst, das hätte ich von Dir nicht gedacht, haben sich meine Befürchtungen von gestern, dass sie dadurch Nachteile bekommen könnte, doch bestätigt.

    Was Diandra, Dagmar und Simmie schreiben, beachtest Du nicht.

    Sind für mich Aussagen, in denen ich mich eben wiederfinden kann, mehr als in den angreifenden Beiträgen von Ette. Ette ist mir nicht mehr wichtig, sie hat mir aufgezeigt, dass eben die Eltern mehr geschont und geachtet werden sollen, als wie es den Kindern geht oder gegangen ist. Vielleicht persönliche Betroffenheit von ihr, da die Kinder ihres Ex-Alkis, heute obwohl er trocken ist, nicht mehr mit ihm in Kontakt sein möchten.

    Ist eine Phantasie von mir, ich versuche aber Erklärungen für Verhaltensweisen zu finden, die nicht gerade mitmenschlich sind.

    Nicht bei uns fängt es an, sondern schon bei der Zeugung und im Mutterleib liebe Lobanshee, alles was die Mutter empfindet, bekommt das Baby mit.

    Es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass unser Körper alles speichert, was ihm angetan wurde.

    Und wenn Kinder so brutal mit Kochlöffel oder sonstigen Gegenständen geschlagen werden, sie dies heute als Erwachsene nicht verurteilen, und alles dafür tun, dass so etwas heute Kindern nicht mehr geschehen darf, dann weiss ich nicht, was die Menschheit seit dem 2. Weltkrieg dazu gelernt hat. Besonders wir Deutschen sind mit der schwarzen Pädagogik gut vertraut. Schreber hat sie unter das Volk gebracht. Luther ebenso, da dieser von seiner Mutter als Kind schwer gezüchtigt wurde, gab er es dem Kirchenvolk weiter, dass diese ihre Kinder schlagen müssen, steht ja in dem meistgelesenen Buch "Wer seine Kinder liebt, züchtigt sie".

    Lies mal das Buch "Das Drama des begabten Kindes" von Alice Miller, hier wirst Du viele Erklärungen für das Verhalten der Menschen finden.

    So unreif, dass ich hier jetzt einfach wegbleibe, bin ich nicht Lobanshee.

    Ich werde mal beobachten wie der Austausch jetzt hier im EKA-Bereich weitergeht.

    Ich werde auch nicht einfach nur mal so weg sein, das habe ich damals Dani geschrieben, als ich irritiert feststellte, dass Skye und Spedi einfach so, ohne Worte gegangen sind und, dass ich es begründen werde, wenn ich hier nicht mehr im Forum sein möchte.

    einen Glauben an Gott kann man nicht verfestigen oder vertiefen, bloss mit seinem Denken, ich sollte es fühlen dürfen, mich dafür öffnen, sonst kommt bei dem ersten Sturm unser Glaube, ins Strudeln.

    Ich freue mich weiterhin mit Dir im Austausch zu sein, hast ja leider weniger Zeit zum Schreiben, wie Du mitteiltest. Deswegen schätze ich es sehr, dass Du Dir soviel Zeit genommen hast, mir Deine Gedankengänge aufzuzeigen.

    Alles Liebe Dir von Weitsicht

  • Zitat von Elocin

    Hallo liebe Weitsicht,

    ich bin grad verunsichert und kann es nicht greifen, ich habe dir vor ein paar Seiten eine Frage gestellt weil ich da für mich etwas nicht verstehe...wegen dem "Inneren Kind" und auf mein letztes post an dich auch keinerlei Reaktion bekomme.....ist irgendwas? Oder kommt da noch was?

    Lieben Gruß
    Elocin

    Liebe Elocin,

    da geht es mir gerade wie Dir, auch ich bin verunsichert und kann es nicht greifen, was hier in meinem Thread abgeht, seitdem Ette hier aufgetaucht ist.

    Als bockiges Kind sehe ich mich nicht und das ist auch gut so.

    Mal sehen was morgen ist, um Dir Deine Fragen beantworten zu können.

    So sicher bin ich mir hier nicht mehr.

    Gott weiss, wer hier mir noch nur "gutes" möchte.

    Und die anderen Antworten, die ich bekam, in denen ich mich wiederfinden kann, ausklammert und nicht beachtet.


    Alles Liebe Weitsicht

  • Zitat von lobanshee


    Und so hast Du nicht nur von Ette gute Worte erhalten, auch Elocin hat sich sehr mit Dir beschäftigt, ebenso Skye. Einzig und allein Faith hat nicht so richtig kapiert, worauf es den anderen, die sich Zeit genommen haben, für Dich hier zu schreiben, ankam und dass sie niemals angreifen wollten oder irgendetwas anderes "Böses" im Sinn hatten.

    Ganz traurig, Weitsicht, fand ich dann, dass Du meinst in Faith die Richtige gefunden zu haben, mit der Du Dich nun solidarisieren möchtest. Und auf Ette haust Du ein, indem Du meinst, dass es auch andere gibt, die wohl der Meinung sind, sie würde provozieren. Das ist verletzend und unglaublich schlecht, denn wieso übernimmst Du schlechte Meinungen von anderen und trägst sie auch noch weiter?

    Hallo Lobanshee,

    ist das nicht ein bißchen überinterpretiert?

    1. Ich finde, wenn jemanden hier unterstellt wird, er sei "wie ein bockiges Kind", ist das abwertend. Das ist meine Meinung und die habe ich geäußert. Wenn ich damit Ette vor den Kopf gestoßen habe , tut es mir leid. Aber das wäre doch dann eine Sache zwischen Ette und mir, oder nicht?

    2. Weitsicht hatte auf Ettes Beitrag schon geantwortet, bevor ich meinen zweiten Beitrag geschrieben hatte. Darauf konnte ich also gar keinen Einfluss haben.

    3. Was heißt "schlechte Meinungen" weitergeben. Meinst Du damit, dass ich eine schlechte Meinung von Ette habe? Habe ich nicht, ich kenne sie ja nicht. Oder meinst Du, dass meine Meinung schlecht im Sinne von "dumm" oder "böse" ist? Und übrigens glaube ich nicht, dass Weitsicht einfach unhinterfragt die Meinungen anderer übernimmt.

    Viele Grüße
    Faith

  • Hallo Weitsicht,

    ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich Dir das mitteilen kann, was mir durch den Kopf geht.

    Als Erstes ist mir ganz wichtig, Dich nicht angreifen zu wollen, das liegt mir völlig fern. Ich denke, dies ganze Thema hier ist schon sehr bewegend, sensibel genug.

    Deine Gedanken über die Wichtigkeit, sich, sein Inneres Kind, die eigenen Kinder zu schützen, sind Gedanken, die mir sehr wichtig erscheinen. Diese hast Du auch schon sehr intensiv erklärt.
    Ein für mich wichtiger Gedanke dabei ist der, daß auch ich zwei Kinder habe, die durch die Zugehörigkeit einer relig.Gemeinschaft der Z.J., der Zugehörigkeit des Vaters immer noch ganz furchtbar schlimme Dinge auf meine Kinder einwirken, die Ihre kleine Kinderseele schaden. Daher kann ich Deine Wunden auch gut nachempfinden, den Wunsch, den Kindern so viel Sorgen, Verletzungen wie es irgendwie geht zu ersparen, Deine Ausführungen über all die schlimmen Dinge, die auch ich als Kind erlebt habe.
    Liebe Weitsicht, ich versuche gerade im Geschützten diese alten Wunden aufzuarbeiten, in meiner Traumatherapie diese schrecklichen Wunden heilen zu lassen. Daher auch mein Thread über die Wut, denn lange Zeit habe ich diese auch nicht zulassen können.Aber...

    Die Wut ist eine zielgerichtete Wut, eine Wut, die, wie Du es auch schon geschrieben hast, mich dahin zu bringen, zu erkennen, was mir getan wurde, gegen Dinge, die ich als Kind nicht verhindern konnte, meine Gefühlswelt bis heute noch sehr stark prägt. Aber nur so weit, daß ich dann loslassen kann. Aber auch dies wurde schon gesagt, daß dies ein Prozess ist, der bei jedem unterschiedlich verläuft. Du scheinst da noch mitten drin zu sein.

    Auch ich habe die Liebe, die Du beschreibst, erfahren können.
    Du schreibst:

    Zitat

    einen Glauben an Gott kann man nicht verfestigen oder vertiefen, bloss mit seinem Denken, ich sollte es fühlen dürfen, mich dafür öffnen, sonst kommt bei dem ersten Sturm unser Glaube, ins Strudeln.

    Wie passt in diese Liebe, den Glauben, daß ich Menschen beginne, zu verachten, und nicht ihre Taten? Dies ist das, was ich aus Deinen Worten lese:Verachtung, Zorn (nicht Wut) für Deine Eltern. Verstehe ich dies richtig? Bitte nicht falsch verstehen oder als Angriff! Wie kann ich Gottes Liebe nachahmen, wenn ich nicht in der Lage bin, die Menschen zu lieben, mit all ihren Eigenschaften, Krankheiten, Unfähigkeiten?

    Auch ich habe ganz viel Wut. Wut auf meine gefühlskalte Mutter, auf meinen alkoholkranken Vater, die Männer, die mich seelisch und körperlich missbraucht haben, die mich geschlagen haben, *Glaubensmenschen*, die mich in eine Schablone pressen wollten, nicht meine verwundete, kleine tote Seele sehen wollten. Aber Zorn auf den Menschen persönlich? Nein!

    Ich lese in Deinen Worten so viel Kummer, so viel Schmerz. Ich lese aber auch ganz viel Liebe, nach der Du zu rufen scheinst. Ich möchte Dir nichts Böses mit meinen Worten, denn ich kann nur zu gut verstehen, daß Du Dich gerade sehr unverstanden fühlst.

    Liebe Weitsicht, es ist schon so viel gesagt worden in den letzten Beiträgen: Laß es doch erstmal sacken, wirken. Ich denke, niemand will Dir etwas Böses.

    Ich möchte Dich jetzt einfach mal ganz lieb in den Arm nehmen, wenn ich darf und Dir wünschen, daß Du bald die Wut,den Schmerz noch *ansehen*, aber nicht mehr so sehr spüren kannst.

    Liebe Grüße
    S.Käferchen

  • Zitat

    Und übrigens glaube ich nicht, dass Weitsicht einfach unhinterfragt die Meinungen anderer übernimmt.

    Liebe Faith,

    Deine Aussage stimmt, ich danke Dir.

    Schade, dass Du hier mit reingezogen worden bist. Das finde ich nicht gut.

    Meine Intuition funktioniert, darüber bin ich erleichtert.

    wünsche Dir einen erholsamen Sonntagabend und alles Liebe, Weitsicht

  • Liebe Weitsicht,

    reingezogen? nö, ich hab' ja freiwillig hier gepostet. Was ich geschrieben hab, ist meine Meinung und mit den Reaktionen darauf muss ich klarkommen.

    Ich wünsche Dir auch noch einen schönen Sonntagabend und alles Liebe.

    Faith

  • Zitat

    Wie passt in diese Liebe, den Glauben, daß ich Menschen beginne, zu verachten, und nicht ihre Taten? Dies ist das, was ich aus Deinen Worten lese:Verachtung, Zorn (nicht Wut) für Deine Eltern. Verstehe ich dies richtig? Bitte nicht falsch verstehen oder als Angriff! Wie kann ich Gottes Liebe nachahmen, wenn ich nicht in der Lage bin, die Menschen zu lieben, mit all ihren Eigenschaften, Krankheiten, Unfähigkeiten?

    hier wird eine Falschmeldung von der anderen abgelöst. ich verachte die Taten, nicht meine Eltern, das müsste doch aus meinen Beiträgen rübergekommen sein.

    Ich kann von meinen Eltern ihr Verhalten( durch Erzählungen von Verwandten und ihnen selbst) nachvollziehen aber ihre Handlungen (Schläge, emotionaler Missbrauch) an uns Kindern nicht verstehen.

    Das ist ein Unterschied.......

    Nur weil ein Mensch krank ist, darf er sich nicht mit seinem Verhalten an Kindern auslassen. Mehr sage ich nicht.


    Zitat


    Auch ich habe ganz viel Wut. Wut auf meine gefühlskalte Mutter, auf meinen alkoholkranken Vater, die Männer, die mich seelisch und körperlich missbraucht haben, die mich geschlagen haben, *Glaubensmenschen*, die mich in eine Schablone pressen wollten.

    Meine Mutter war nicht nur gefühlskalt, sie konnte auch liebevolle Seiten von ihr zeigen, nur das ist verwirrend für ein Kind, wenn Alkohol dann ins Spiel kam, und eher eine Teufelsfratze sichtbar wurde. Das ist ambivalentes Verhalten gewesen, mit dem ein Kind Schwierigkeiten hat, diese unterschiedlichen Verhaltensweisen der Mutter zu verstehen. Musste durch das Trinken meiner Mutter früh Pflichten übernehmen, das Kinder noch nicht brauchen sollten.

    Der Pfarrer hatte sadistisches Verhalten an sich, das er auf seinem Sterbebett zugeben konnte. Trotzdem blieben viele Ängste bei uns Kindern zurück. Diesen geistlichen Missbrauch konnte ich mit Hilfe von Eugen Drewermanns Buch "Religiös bedingte neurotische Erkrankungen" und seinen Bibelauslegungen, in denen es um menschliche Ängste geht, gut aufarbeiten, dass ich heute ein liebevolles Gottesbild entwickelt habe.

    Von Männern wurde ich nur von meinem Vater enttäuscht, dass er mich damals mit einer trinkenden Mutter im Stich gelassen hat. Diese Kränkung und Wunde ist nicht leicht zu akzeptieren, da ich ihn sehr liebte, dennoch bemühe ich mich um einen Abschluss.

    Ansonsten durfte ich meine erste grosse Liebe heiraten, er ist selbst EKA, wir konnten uns gegenseitig Stütze und Hilfe sein. Wir wussten um den Schmerz aus unserer Kindheit, waren auch beide stark genug nicht unsere Probleme mit Alkohol lösen zu wollen.

    Zitat

    Ich lese in Deinen Worten so viel Kummer, so viel Schmerz. Ich lese aber auch ganz viel Liebe, nach der Du zu rufen scheinst.

    Das kannst Du in jedem Thread hier im EKA-Bereich lesen, nach Liebe rufe ich nicht, da ich sie in mir selbst spüren kann.

    Käferchen ich danke Dir für Deine lieben Worte, aber diese überfallartige Schreiben von einigen hier, möchte ich erst mal sacken lassen.

    Erst wenn wir erkennen und fühlen können was unseren Schmerz aus der Kindheit, auslöste, ihn betrauern, ist der Weg zur Gesundheit nah, ist so meine bisherige Erfahrung gewesen.

    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern, dass Euch die Aufarbeitung vom geistlichen Missbrauch gelingen mag. Es ist grausam für Kinder, wenn sie solche einen strafenden Gott (Hölle als Androhung) vermittelt bekommen.

    Deswegen habe ich als meine Kinder zur Kommunion gingen die Vorbereitung mit anderen Eltern übernommen, damit kein Pfarrer ihnen solch einen Unsinn vermitteln konnte. Es gibt leider solche Pfarrer auch heute noch. Eltern haben hier die Aufgabe, darauf zu achten, was ihren Kindern an "Religiösem" vermittelt wird.

    Ich hoffe, dass Deine Kinder hier Unterstützung bekommen, um solche Aussagen über Gott, nicht bis ins Erwachsenenalter mitzuschleppen.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Liebe Weitsicht,

    ich danke Dir für Deine Antwort, die ich einfach mal jetzt so stehenlassen möchte.

    Ich wünsche Dir ganz viel Ruhe, damit Du alles mal sacken lassen kannst.

    Deine Wünsche für meine Kinder nehme ich dankend an, denn dort sind schon genug Schäden entstanden.

    Liebe Grüße
    S.Käferchen

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