Beiträge von Nisa.K.

    Guten Morgen, nici, was habe ich gestern zu hören bekommen: "Ich trinke ja gar nicht, ich bin kein Alkoholiker. Ich hatte nur einen Appetit - ein "Jipperchen" und deshalb habe ich mir die kleine Flasche gekauft. Sonst kaufe ich mir nichts mehr."

    Ehrlich ich kann es nicht mehr hören. Ich denke es geht mir ähnlich wie Dir, ich sitze da wie erstarrt und hoffe bloss noch dass dieser Albtraum bald zu Ende ist.

    Und das nach 34 Jahren Ehe?! Das ist alles was übrig bleibt? Aber sag mal, geht denn das so einfach? Ihm einfach seinen Koffer packen - sicher nur mit ein paar Klamotten und ihn vor die Türe setzen. Gehört ihm nicht die Hälfte des Hausstandes? Das sind verdammt blöde Fragen, ich weiss. Aber damit beschäftige ich mich auch gerade.

    Hallo nici

    Ich hoffe Dein Abend war erträglich. Ich habe gestern mitgeteilt dass ich ausziehen werde und mich mit der Wohnungsverwaltung in Verbindung gesetz.

    Übermorgen mache ich einen Besichtigungstermin für eine kleine Wohnung aus. Dann muss ich mal fragen wegen der Miete etc. Ich habe ja nicht viel Geld.

    Nein, gewalttätig ist/er wird er nicht. Früher ja, jetzt nicht mehr. Schon viele Jahre nicht. Und Nein, er hat mich nicht geschlagen - einmal eine Ohrfeige ausgenommen. Das ist aber schon viele, viele Jahre her.

    Tja, wie soll es weitergehen? Ich weiss es nicht. Das Problem ist wohl dass er es nicht versteht. Er versteht nicht warum ich sage dass er ein Alkoholiker ist der Hilfe braucht. Ich würde ja zu ihm halten wenn er einen stationären Entzug machen würde. Aber er schiebt als Ausrede die Arbet vor. Und genau das glaube ich nicht. Die Arbeit ist es nicht, erstens ist Alkohol eine Krankheit und sie würden ihm so schnell nicht kündigen, zweitens ist er durch die vor 2.5 Jahren gefundene Krebs-Erkrankung im Moment zu 90 Prozent schwerbehindert und drittens würde es auch eine ambulante Reha tun. Aber weder noch kommt ja in Frage. Ich bin es leid. Und es wird wohl auch noch einen Krach geben. Er hat es ja noch nicht verstanden und auch nicht akzeptiert. Und um dem Fass den Boden auszuhauen sitzt er seit gestern im Wohnzimmer. Fussgelenk verstaucht, kann keinen Meter laufen. Nur mit Stützen also. Ich helfe ihm natürlich gerne. Und nun muss man wissen dass ihm beim räumen - er arbeitet in einem Hotel, ein großer Schrank auf den Fuss gefallen ist (vorgestern) Und dann, gestern vor dem Gang zum Arzt sollte ich seine Jacke holen und da fällt die Flasche raus. Ich dachte mir zieht es den Boden weg. Soviel hat uns der Alkohol gekostet, soviel Leid, Zeit, Geld, Gesundheit und Hoffnungen. Und nichts, gar nichts ändert sich.

    Aber ich bin jetzt ehrlich und habe erkannt dass ich co-abhängig bin. Wie gesagt, es geht mir besser als Dir, weil mein Sohn schon groß ist. Er braucht uns nicht mehr, er hat eine eigene Familie.

    Und Du? Wie wird es bei Dir weitergehen? Wünsche Dir alles Liebe

    Sehr traurig Deine Zeilen gelesen. Ich habe nicht mal einen Rat und Gott sei Dank ist unser einziges Kind schon gross. Aber verzweifelt bin ich genau so wie Du. Vorhin habe ich wieder eine leere kleine Schnapsflasche in seiner Lederjacke gefunden. Nun muss man wissen dass wir Ende Oktober einen schweren Autounfall hatten, er hat alkoholisiert Auto gefahren. Ich habe es nicht mal gemerkt :( Er nichts weiter - außér Schürf- und Platzwunden. Ich KH und Intensivstation. An den Folgen leide ich heute noch. Auto Schrott, Strafbefehl, Rechnung kam vor einigen Tagen. Geht nur auf Ratenzahlung. Und wieder Alkohol. Ich komm nicht mehr damit klar. Er hatte vor 2,5 Jahren eine Krebserkrankung - Kehlkopf CA - und hat das Rauchen innerhalb einer Minute aufgegeben. Und der Alkohol geht trotz der vielen Versprechungen und Schwüre nicht ...ich habe wirklich das letzte viertel Jahr seit dem Unfall ab November oder Dezember gedacht dass er drüber weg ist. Ich habe mir wieder einmal etwas vorgemacht.

    Ich komm nicht mehr damit klar. Ganz sicher bin ich co-Abhängig denn ich sollte ihn rauswerfen. Aber ich will es nicht - irgendwo liebe ich ihn noch,

    Ich habe also konkret zwei Möglichkeiten. Entweder ich ziehe aus und das nächste Woche oder ich schlucke Tabletten und damit hat es sich. Ich habe schon mal tüchtig gesammelt für Notfälle und es wäre also kein Problem. Ich weiss nicht, irgendwas mache ich verkehrt. Ich habe es nicht geschafft ihn von diesem Zeug wegzubringen. Und deutlich gesagt wüsste ich auch nicht was mich noch halten soll. Der Sohn ist selbständig und braucht uns nicht mehr. Ich bin noch am Überlegen.

    Tja helfen kann ich Dir leider nicht. Wie es finanziell sein würde fragst Du? Keine Ahnung, ich hätte ja auch nur ein paar Pfennige - genau genommen 540 Euro und damit könnte ich nicht einmal die Miete für eine winzige Wohnung bezahlen geschweige denn davon leben. Aber Angst vor der Zukunft habe ich nicht da ich keine Kinder mehr habe um die ich mich noch kümmern müsste. Ich habe einzig allein nur noch nicht entschieden wie es bei mir weiter gehen soll. Meinem Mann kann ich nicht mehr helfen - ich wüsste nicht wie. Und nebenher leben und ihn so weiter leben lassen - das kann ich nicht mehr.

    Tut mir leid - lass Dich mal drücken.

    Ich muss erst einmal darüber nachdenken. Ich weiss nicht ob ich co-abhängig bin, aber ich denke schon dass es darauf hinausläuft. Die Depression hat sich wieder verschlimmert, ich komme mir vor ein Automat der nur noch automatisch funktioniert.

    Ich muss erstmal mit mir selbst klar kommen. Danke für Eure Meinungen.

    LG Nisa

    auf deren Antwort ich auch gespannt bin, liebe Spaceflower. Da Trinken - kontrolliertes Trinken - zu unserer Kultur gehört bin ich mir da auch sehr unsicher.

    Ab wann ist man Alkoholiker? Ich denke wenn man sich die Frage stellt ob man Alkoholiker ist dann ist es schon recht weit. Vielleicht wenn es nicht mehr geht dass man sagt: "So, jetzt gönne ich meiner Leber eine Pause von 4 Wochen"

    Der Witz ist ja dass ich selbst mich schon erwischt habe dass ich in jüngster Zeit zwei oder dreimal dachte: "Ein Glas Wein wär jetzt ned schlecht" ...

    aber ich trinke nichts damit mein Mann nicht sagen kann: "Du machst es ja vor"

    Ich bin gespannt was die Anderen hier als Antwort schreiben.

    Liebe Grüße

    Nisa

    Hallo ihr Lieben, nach einer saftigen Erkältung wieder mal hier an Bord :)

    Ich hatte ja berichtet dass mein Mann nach dem letzten Absturz seit etwa 4 - 5 Wochen trocken ist. Ich merke das u.a. an seinem Verhalten, Gewichtszunahme und ruhiger Schlafen - kein großes Schnarchen mehr.

    Gestern sind wir irgendwie auf das Thema gekommen und das Ergebnis des Gespräches war verhehrend. Er hat mich dann angebrüllt dass er alles nur wegen mir macht. Tja, wegen mir. Und nicht wegen sich. Und das ist die Crux. Er hat immer noch nicht begriffen dass er krank ist. Und DAS habe ich gestern gemerkt. Er sprach von einem Autounfall mit Gott sei Dank nur einer Leichtverletzten - Ich. Dabei war es ein saftiger Unfall. Er hatte vor etwa 12 - 13 Jahren schon einmal einen stationären Entzug angefangen aber nur 3 Wochen durchgehalten. Gestern meinte er dass " er eigentlich gar nicht in den Entzug gehört hätte, die ANDEREN hätten ihn gefragt was er da eigentlich wolle, er sei ja gar kein richtiger Alkohole" ... und so weiter und so fort.

    Nein, er hat es nicht begriffen dass er krank ist und sich nur zwingt "weil ich es verlangt habe". Das mag ja sein, also war es verkehrt, ihm vor die Alternative Trennung zu stellen. Ich bin völlig ratlos. WAS habe ich verkehrt gemacht? Ich bin so traurig, ich habe heute Nac ht einen leichten Nervenzusammenbruch gehabt und fast an Tabletten gedacht. Kein Ärger mehr, kein Stress mehr - nur noch Ruhe und Stille. Aber das kann es nicht sein, nicht wahr? Ich stehle mich dann einfach aus dem Leben fort und die Probleme bleiben. Ich bin nur noch am Weinen, ich weiss nicht wie es weitergehen soll. Versteht ihr das? Wo soll auch nur eine Spur Vertrauen herkommen wenn er " es nur wegen MIR tut!" - nicht weil er selbst von diesem Zeugs weg will.

    Heute früh ist er fortgestürmt - er hat in unserer kleinen freien Urlauberwohnung geschlafen - ohne Geld auf Arbeit. Er meinte, Geld verdienen und Wasser auf Arbeit trinken würde reichen. Mehr würde ich ihm eh nicht zubilligen.

    Ich versteh es nicht, wie konnte es zu diesem Ausbruch kommen. Übrigens auch von meiner Seite - es hat sich wohl sehr viel angestaut und wir haben nie ehrlich darüber gesprochen. Nun, gestern habe ich es und auch das Thema Trennung angebracht. Ich will es wirklich, ich ertappe mich bei dem Gedanken dass mir unsere Ehe gleichgültig wird. Eigentlich ist sie es schon.

    Entschuldigt meinen langen Jammerthread, ich bin jetzt allein und werde mich in eine Ecke verkriechen und weinen. Ich bin sehr froh dass ich jetzt allein bin. Ic h brauche den Tag um nachzudenken wie es weitergehen soll.

    Liebe Grüße Euch Allen

    Liebe Ruth, guten Morgen? Ein schlechtes Gewissen? Nein, warum auch. Mein Mann hat doch nicht getrunken weil ich böse zu ihm war sondern weil er nicht weg kam von dem Zeugs. Du musst unbedingt aufhören Dir Vorwürfe einreden zu wollen. Du bist doch ein unabhängiger Mensch, Du zwingst ihm den Alkohol nicht rein. Seine anderen auswärtigen Vergnügen sind ja auch ganz schön ... und Du machst Dir Sorgen dass Du ihn hängen lässt. Verzeih dass ich das so offen schreibe - DU solltest Fraktura mit ihm sprechen und nicht Deine Freundinnen. Sie können Dich zwar unterstützen aber aktiv werden musst Du. Aber wem sag ich das, es ist ein verdammt schwerer Weg. Ständig die Angst dass man irgendwo Flaschen findet, wenn der Partner später von der Arbeit kommt überlegen wo er wohl sein könnte.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

    Guten Morgen ihr Lieben, ich habe Euch nicht vergessen hatte aber
    privaten Stress ... aber nicht in die Richtung in die Ihr jetzt bestimmt denkt. ne, da steht es nicht schlecht. Kein Tropfen mehr ist in unserem Haushalt der auch nur die Spur von Alk enthalten könnte. Ich habe mir angewöhnt beim Einkaufen immer das Wort Alkohol zu suchen und wenn ich es finde stelle ich die Ware zurück. Mein Mann hat seit drei Wochen keinen Tropfen getrunken. Er ißt mehr, er sieht wieder gesünder aus und ist ruhiger und ausgeglichener seit ein paar Tagen. Er hat auf Arbeit den Kollegen Bescheid gesagt das die Weihnachtsfeier und die kleine Feier ausfallen wird für ihn und auch warum er es macht. Die Reaktionen waren durchweg positiv.

    Wie es weiter geht weiss ich nicht aber ich hoffe es geht so weiter.

    Alles Liebe

    Danke für Eure Meinungen. Ich habe schon für mich beschlossen dass die Marzipanmasse in Kekse kommt und die Kekse verschenkt werden. Ich backe sie nächste Woche vormittag und gebe sie dann weg.

    Ich muss es erst lernen - ich meine das auf die Inhaltstoffe gucken. Ich gebe es ehrlich zu - ich habe es bis jetzt nicht getan.

    Aber ich denke die Sache ist es wert.

    LG

    Hallo ihr Lieben, ich muss gestehen ich habe bis jetzt nicht auf den Alkoholgehalt von Lebensmitteln geachtet. Gestern jedoch war ich im Supermarkt und habe Backzutaten gekauft. Und DA habe ich das erstemal bei Marzipan auf die Inhaltstoffe geachtet. Ich denke, ich gucke nicht richtig: Ein Marzipan hatte Alkohol als Inhaltsstoff angegeben und ein Marzipan nicht.

    Ich habe wohl noch viel zu lernen :( Jedenfalls habe ich das Marzipan ohne Alkohol gekauft - was macht eigentlich Alkohol in Marzipan??? - und hoffe das es gut geht.

    LG

    Liebe Isis, das mit der Garage kenne ich auch. Und die Kleingartenanlage, das Gartenhäuschen. Also das Trinken ausserhalb - ich habe es ja immer vermutet, ich konnte es nur nicht beweisen. Zuhause immer nur kleine Mengen - die ich dumme Kuh ihm zugestanden habe in der irrigen Hoffnung das reicht damit das Problem nicht über den Kopf wächst ...

    War völlig falsch, weiss ich heute.

    Bei meinem Mann wurde ein Karzinom vor 2 Jahren diagnostiziert. Lunge und Bronchien. Von heute auf Morgen hat er aufgehört zu Rauchen - von 30 auf Null. Es ging im Handumdrehn. Und das mit dem Alk geht so schwer- ich versteh es nicht.

    Ich muss der Versuchung widerstehen dass ich hinterhergehe wenn er in den Garten geht ... ist das nicht verrückt?

    Liebe Grüße

    Liebe Sadness, schwierig, schwierig. Ne, nach Sex wenn jemand angetrunken ist hätte ich auch kein Verlangen.

    Im Moment gibt es bei uns auch ganz andere Probleme. Also wird das erst einmal hintenangestellt.

    Das mit den "jeden Wunsch von den Augen ablesen" ist schon etwas merkwürdig. Ich denke dass er schon weiss dass er Mist baut und es dadurch kompensieren will. Nur, es wird nicht besser und Du machst Dich kaputt. Ob Deine Kinder es wissen das weiss ich nicht und auch nicht, wie alt sie sind. Unsere Kinder sind schon lange volljährig und wissen natürlich was Sache ist.
    Im Grunde mache ich dasselbe wie Du, ich bleibe und hoffe auf Änderung. Zum ersten, zweiten, dritten- undsovielten mal. Nur er - der Meinige - weiss nicht dass ich schon kleine Wohnungen angeschaut habe und mich schon nach einer kleinen Wohnung erkundigt habe. Ich traue es mir jetzt zu, allein zu leben, davor hatte ich die ganzen Jahre Angst. Jetzt nicht mehr. Ich weiss jetzt dass ich auch allein leben kann. Mein Mann allerdings, der würde wohl vor die Hunde gehen. Sorry, das kann ich dann nicht mehr ändern.

    Wie Du vielleicht bemerkt hast, ich habe meinen Nicknamen geändert. Ich hatte schon einen passablen Grund - außerhalb dieses Forums zu suchend.

    Ich kann Dir nicht raten was Du machen sollst, das weiss ich ja nicht mal bei mir selbst. Nur so kann es halt nicht weiter gehen. Kennst Du das alte Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"? Auf dem Level bin ich mittlerweile.

    Bis bald

    Liebe Uschi, das mit dem Geld habe ich auch gemacht. Kein Geld mehr in die Hand geben, obwohl mein Mann einen Vollzeitjob hat. Er hat eine Geldkarte und kann abheben wenn er will. Ich habe ihm aber gesagt dass ich jeden Tag online schaue ob Geld fehlt. Es ist ja nicht so dass ich ihm kein Buch oder was auch immer gönne. Aber für Alkohol gebe ich auch nichts mehr aus. Er bekommt sein Frühstück und sein Mittagbrot mit auf Arbeit - wie die anderen auch - und wenn er Geld will muss er sich melden und ich will wissen wofür. Eigentlich ist es traurig einen erwachsenen Menschen so zu gängeln aber etwas anderes ist mir nicht eingefallen.

    LG

    Liebe Uschi

    Ich bewundere Dich. Wenn ich Deine Beiträge richtig lese dann lebst Du Dein Leben und versuchst das alles nicht mehr an Dich ranzulassen? Richtig so?
    Ich muss gestehen, ich habe das nicht geschafft. Und ich würde es wohl auch nicht schaffen. Ich würde platzen vor Zorn, Wut, Enttäuschung usw.

    Aber wir sind eben alles Menschen und jeder geht anders damit um.
    Ich bin froh hergefunden zu haben und verschiedene Sichtweisen kennenzulernen.

    LG

    Liebe Kürbis, ja ich kenne solche Situationen, er kann nicht hingehen dieses Jahr und weiss das auch. Es geht schlicht und einfach nicht. Wer das nicht versteht der hat einfach Pech gehabt. Wenn es gute Freund sind dann reicht es vielleicht ihnen die Situation zu erklären - sind es wirkliche Freunde dann werden sie es verstehen.

    LG

    Es war nicht mal sehr viel Alkohol - etwa 0.8 - aber eben zuviel. Und wir hätten alle tot sein können. Das Auto hat uns gerettet. Wir sind voll Karacho an einen Baum geknallt.

    - Ich habe natürlich nicht gemerkt dass er etwas getrunken hat - ich wäre sonst nie in das Auto eingestiegen. Ich habe es einfach nicht gemerkt ...

    Guten Morgen liebe Sadness

    Zuerst die Beantwortung Deiner Fragen:

    Mein Mann hat reagiert wie ich es erst befürchtet und dann - so wie ich es gehofft habe - und hat sich noch 2 Abende richtig vollaufen lassen ... und dann die Flaschen weggestellt. Wir haben erst einmal nichts mehr in der Wohnung. Das heisst richtig gesagt er wollte es nicht wahrhaben aber ich habe ihm klipper klar gesagt dass ich ausziehe oder wenn das nicht geht dass er sich eine neue Wohnung suchen kann. Liebe Sadness, mit dem fantastischen Vater - das ist schwierig, irgendwann wird er auch den Frust - ich meine jetzt Deinen Mann - an den Kindern auslassen. Und Ehemann? Ich weiss nicht ... Die Flaschen aus der Hand schlagen bringt nichts. Du verletzt Dich, ihn und hast die Sauerei auf dem Teppich :)

    Für mich persönlich habe ich begriffen dass mein Mann ein Problem hat. Er ist Alkoholiker und ich will ihm helfen davon loszukommen. Aber das geht nur auf Gegenseitigkeit. Ich habe zwar nicht viel getrunken aber ich habe es gekauft. DAS ist das Problem. Ich habe es vom Wirtschaftsgeld abgezweigt. Also würde ich an Deiner Stelle einen passenden Moment abwarten - wenn die Stimmung ruhig und friedlich ist - und mit ihm reden. Karten offen auf den Tisch und ihm mitteilen dass es kein Wirtschaftsgeld mehr für Alkohol gibt. Keinen Cent. Bekommt er Taschengeld? Dann soll er es vom Taschengeld kaufen. Aber all das bringt natürlich nichts wenn er das Problem noch nicht begriffen hat. Mein Mann hat - ich denke das kann ich schreiben - das Problem begriffen. Er hat unter Alk einen Unfall gebaut und ich war am schwersten verletzt. Es war nicht mal sehr viel Alkohol - etwa 0.8 - aber eben zuviel. Und wir hätten alle tot sein können. Das Auto hat uns gerettet. Wir sind voll Karacho an einen Baum geknallt.

    Alkoho - so habe ich festgestellt - gehört zu bestimmten Ritualen. Wie das Rauchen. Eine Tätigkeit abgeschlossen - sitzen im Sessel, ein Bier aufmachen. Abends den Fernseher einschalten und gemütlich gucken - ein Bier aufmachen.

    Diese Rituale müssen durchbrochen werden. In dem Du meinetwegen einen Kaffee kochst oder eine Tasse Tee hinstellst. Aber zuerst muss er das Problem erkennen.

    Es gibt keine allgemeingültigen Verhaltensweisen für alle das sind meine Erfahrungen. Ob es klappt, ich weiss es nicht für die Zukunft. Aber ich weiss eines - noch einmal Alkohol und er ist weg vom Fenster. Diesesmal ziehe ich es durch - egal was hinterher passiert.

    Liebe Grüße

    Liebe Sadness,

    ich habe eine Weile über meine Antwort nachgedacht aber ich schreibe jetzt meine Meinung dazu. Sicher bin ich ein ganzes Stück älter als Du, wir sind fast 35 Jahre verheiratet. Der Alkohol hat immer zu unserer Ehe gehört und ich hatte es schon akzeptiert es nicht ändern zu können. Nun, es ist etwas geschehen was mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Ehe hin oder her - ich will nicht mehr und das habe ich auch gesagt. Entweder der Alkohol oder ich. Beides kann er - mein Mann, den ich übrigens sehr liebe - nicht mehr haben. Wenn er nicht aufhört kommt die Trennung. Ich weiss das sagt sich leicht, bei uns sind keine kleinen Kinder von der Trennung betroffen. Aber vielleicht würde es schon reichen wenn ihr euch in einem stillen und besinnlichen Moment zusammensetzt und die Themen anschneidet und offen sprecht. Du weisst sicher selbst dass 3 - 4 L Bier schon eine ordentliche Menge sind ...

    Ich hoffe, ihr könnt Eure Probleme lösen. Ich wünschte ich hätte das leidige Thema vor 20 Jahren angesprochen und nicht erst heute. Aber noch ist es hoffentlich nicht zu spät.

    Alles Liebe

    Mupfeline