Beiträge von lavendel

    hallo renegade,

    willkommen hier im forum!

    wie bereits gesagt, letztlich kannst du deiner mutter nicht helfen, wenn sie nichts ändern will, so schmerzhaft das auch für dich ist.

    du musst in erster linie auf dich achten, denn wenn ich nachrechne, steckst du mit deinen 18 jahren schon seit 13 jahren in dieser situation! auch wenn man sich in deinem alter stark fühlt (hab ich auch!) geht sowas nicht spurlos an einem selbst vorbei, du solltest also zusehen, dich emotional so weit wie möglich abzugrenzen - wenn du nicht ausziehen kannst, was das beste für dich wäre!

    hast du den freundinnen, mit denen du reden kannst? oder hast du schon mal daran gedacht, dir professionell hilfe zu suchen, oder zu einer selbsthilfegruppe für angehörige zu gehen? sowas erleichtert ungemein...

    ansonsten sind auch wir hier gerne für dich da!

    vielen grüße

    lavendel

    hallo summerdream,

    das kenne ich auch von früher, dass sich meine mutter immer genau die tage für ihre abstürze "ausgesucht" hat, auf die es ankam: geburtstage, feiertage, wenn etwas anlag. man konnte fast die uhr danach stellen, und ich hab mich auch immer gefragt, was das soll, ob das "absicht" war, so nach dem motto "kann sie sich nicht wenigstens HEUTE beherrschen?". sicher hat sie das nicht in der absicht getan, uns den tag zu vermiesen, aber komischerweise eben immer dann, wenn ein tag wichtig gewesen wäre.

    aber vielleicht hat sich auch das nur besonders eingebrannt? das frage ich mich heute, denn NATÜRLICH erinnere mich besonders an "besondere" tage, die ihrem trinken zum opfer gefallen sind, und nicht an all die anderen tage, wo sie auch betrunken war.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo trulla,

    auch von mir willkommen hier im forum.

    kinder tun nur cool, das sind sie nicht, denke ich :(. ich hab auch cool getan bei meinen trinkenden eltern, und hab heimlich geheult.

    leider kannst du wirklich nichts tun, wenn deine stiefmutter nicht will. das wichtigste für DICH aber ist, dass du dir keine schuldgefühle machst. es ist völliger quatsch und auch eine gemeinheit zu sagen, dass sie deinetwegen trinkt. sie trinkt, weil sie will/muss, nicht weil dein vater schon ein kind (dich!) hatte, als er sie geheiratet hat.

    du solltest für dich (!) versuchen, den kontakt auf ein minimum zu beschränken, nur noch das zulassen, wo es um deine geschwister geht.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo spätzelchen,

    so wird das nix!

    mal ne ganz blöde frage: was erwartest du, wenn du deinem mann den besuch eines schützenfestes vorschlägt? dass er neben dir steht und wasser trinkt? oder was erwartest du bei einem all inclusive urlaub? dass er die cocktails stehenlässt und apfelschorle trinkt?

    klar, du bist nicht für ihn verantwortlich, aber als partnerin eines trinkenden mannes wäre ich NIE IM LEBEN auf solche ideen gekommen, sorry. du schleppst ihn sehenden auges in ein alkoholseliges umfeld und ärgerst bzw. wunderst dich, dass er dann zuschlägt?

    sorry, da verschlägts mir die sprache. DU musst wohl auch noch sehr viel lernen.

    lavendel

    hallo bibi,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.
    meine vorschreiberinnen haben ja schon alles wesentliche geschrieben: dass dein vater alleine wollen muss, dass deine mutter sich abgrenzen und abstand suchen sollte.. die regeln sind halt einfach immer gleich :?.

    in gewisser weise fand ich es am anfang erschreckend zu sehen, dass sich die geschichten alle gleichen - meine eltern haben/hatten die gleichen sprüche drauf wie dein vater - aber ein bischen hilft es auch zu sehen, dass man selbst so gut wie nichts tun kann, dass es einzig und allein darauf ankommt, dass der alki selbst etwas ändern will.

    was ich dir noch mit auf den weg geben möchte: achte auf dich! du hast auch ein leben, und dieses sollte nicht ständig überschattet sein von den kleinen und großen katastrophen in deinem elternhaus. das hört sich einfach an als es ist, aber die dauerspannung, unter der du stehst, ist nicht gut und wird sich irgendwann bemerkbar machen. du solltest darauf achten, dass du dich nicht überstrapazierst, und du solltest dich auch nicht endlos von deiner mutter als blitzableiter oder briefkasten benutzen lassen, auch wenn euer verhältnis gut ist. sie ist mit deinem vater verheiratet, und in erster linie muss sie klären, wie es mit ihr und ihm weitergehen soll.

    eltern, bzw. partner von süchtigen tendieren oft dazu, allzuviel auf die schulter ihrer kinder zu laden. und oft merken die kinder erst wenn es zu spät ist, dass es zu viel war. also pass bitte auf dich auf!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo tochter,

    Zitat


    Denkst Du es ist falsch, mich weiterhin zu erinnern?

    nein, das glaube ich nicht, im gegenteil. ich bin sicher, dass das erinnern dazu gehört, so etwas zu verarbeiten. ich stelle mir das ein bisschen vor wie eine welle: erstmal lebt man drin, dann ist man gefangen, dann versucht man zu verdrängen, wenn es hochkommt, empfindet man wut und hass, versucht wieder zu verdrängen, dann kommt es wieder hoch... welle eben.

    ich hab bewusst meine wut kultiviert und in gedanken "ausgelebt", und dadurch ist so viel druck erstmal entstanden und dann gewichen, dass ich jetzt relativ entspannt bin. ich glaube, dass man da durch muss, durch das erinnern, sonst kann man die vergangeheit nicht ablegen, sonst kommt sie immer wieder hoch. vielleicht meinen psychologen das mit "verarbeiten".

    gruß

    lavendel

    hallo simone,

    spät zwar, aber trotzdem begrüße ich dich auch noch ganz herzlich hier im forum.

    zwei dinge möchte ich noch bemerken. zum einen schreibst du:

    Zitat

    Mir persönlich bringt es nichts, wenn ich in einem Kreis sitze wo hauptsächlich Partner oder Freunde des Alkoholkranken sitzen. Es sind in meinen Augen andere Voraussetzungen. Als Partner und Freund habe ich die Wahl ob ich den Weg mit dem Kranken gehe oder nicht.

    jein. nein zu ersterem, dass es dir nichts bringt, mit partnern in solch einem kreis zu sitzen. ich glaube schon, dass auch dir das was bringen würde. ich hab längere zeit auch eine selbsthilfegruppe besucht, vom kreuzbund. das war theoretisch eine gemischte gruppe, angehörige und alkis, praktisch war ich die einzige angehörige. anlass war mein exfreund, der trinkt/trank. aber ich komme auch aus einem alki-haushalt, beide eltern trinken/tranken, seit ich denken kann, mein vater hat sich totgetrunken, klassisch mit leberzirrhose, meine mutter trinkt weiter. weisst du, was mir diese gruppe in erster linie gebracht hat (abgesehen von der trennung von meinem freund)? ich habe eine art "verständnis" für alkoholiker entwickelt, und manche hab ich nachher echt gemocht. was wiederum das verhältnis zu meiner mutter für mich ein stückckchen mehr entspannt hat. naja, und die partner werden trotzdem ganz ähnliche gefühle wie du haben. bisschen wirr, ich versuche mal es zu erklären.

    bis zu meinen besuchen in der gruppe waren für mich gefühlsmäßig :!: alkis hassenswerte menschen. mit dem kopf wusste ich natürlich, dass es eine krankheit ist uswusw., aber meine gefühle waren anders. ich hab in erster linie gesehen, was meine eltern mir angetan haben, worunter ich gelitten habe und mit welchen macken ich immer noch zu kämpfen habe. mit meiner mutter konnte ich nie darüber reden. plötzlich hatte ich 10 erwachsene (trockene) alkis vor der nase, die für mich "unbeleckt" waren, die hatten mir erstens nie was getan, und zweitens konnten sie ganz nüchtern und oft auch mit einem lachen über die krankheit reden und mir vieles nochmal aus ihrer sicht erklären. zum beispiel, wie sehr sie sich alle geschämt haben vor ihren kindern, wie sie sich gefühlt haben, warum sie nicht anders konnten, warum sie wie gehandelt und geredet haben - und das war für mich natürlich viel leichter zu ertragen, weil es eben "fremde" waren für mich. danach hab ich ganz erstaunt hier in mein tagebuch geschrieben, dass ich das erste mal in meinem leben alkis mag. für mich war das gut, weil sich damit für mich (in mir!) meine beziehung zu meiner mutter entspannt hat. ich hab mir ihr nicht drüber geredet, hat auch keinen sinn, aber MIR hats geholfen. vielleicht wäre sowas was für dich, ne gemischte gruppe? ausserdem haben die aas - glaube ich, weiss ich aber nicht - gruppen für erwachsene kinder. und ansonsten haste uns :wink:.

    Zitat

    Als Partner und Freund habe ich die Wahl ob ich den Weg mit dem Kranken gehe oder nicht. Als Kind hat man diese Wahl niemals gehabt. Hat sie auch nicht wirklich wenn man auszieht und weit weg von den Eltern ist. Eltern bleiben Eltern, und Kind bleibt man sein Lebenlang.

    hierzu ein klares ja. zumindest dazu, dass man sich seine eltern nicht aussuchen kann. du bleibst auch ihr (biologisches) kind. mein pastor hat mir mal gesagt, als ich genau mit diesem zwiespalt kam, dass eltern ja immer eltern sind (was für mich implizierte, dass ich sie lieben muss und ihnen dankbar sein), dass eltern dann eltern sind, wenn sie sich wie eltern verhalten, und dass meine das ja wohl nicht getan hätten. auch das hat mir viel von meinem inneren druck genommen. das dauert alles, wenn ich das jetzt so aufschreibe hört sich das ganz gerade an, war es aber natürlich nicht. ich denke, ich hab nach meinem auszug mit 18 etwa sieben jahre gebraucht, um mich wirklich komplett abzugrenzen und einen inneren frieden zu finden. aber immerhin, jetzt lebe ich schon länger ziemlich unbeschwert :wink:. es lohnt sich also.

    und nochmal zu der suchtberatung: ich denke, du bist einfach schon zu weit für sowas. du weisst zuviel. die meisten kommen sicher völlig entgeistert dorthin und fragen verzweifelt, wie sie ihre liebsten retten können. dass die leute schon wissen, dass sie es nicht können, und sich um sich selbst kümmern müssen, hat bis dahin wohl kaum einer verstanden, denke ich. deshalb wundert mich der verlauf des gesprächs auch nicht wirklich.

    uff, jetzt hab ich einen roman geschrieben :?, hoffe du steigst so halbwegs durch?!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo tochter,

    du schreibst:

    Zitat

    Nein, so viel werde ich wahrscheinlich nie vergeben können! Will ich auch nicht!

    wünschen tue ich dir das trotzdem :wink:, denn vergeben hat nicht nur etwas mit dem anderen zu tun, sondern viel auch mit einem selbst. ich glaube, dass das nicht-vergeben-WOLLEN dir viel mehr schadet als nützt. solange hast du nämlich immer noch wut, hass in dir, und das besetzt deine gedanken und gefühle, und das schadet in erster linie DIR. solange ich meine eltern noch richtiggehend gehasst habe (manchmal mit richtigen phantasien, was ich ihnen am liebsten tun würde), solange hatten sie noch "macht" über mich, bzw. ich habe ihnen eine macht eingeräumt, die ich ihnen jetzt nicht mehr einräumen will. deshalb geht es MIR jetzt besser, wo sich wut und hass gewandelt haben in irgendetwas richtung gleichgültigkeit und distanz. das hat auch etwas damit zu tun, dass ich nicht mehr drüber nachdenken MAG, was sie mir alles getan haben. ich lebe JETZT, und das jetzt will ich geniessen, und wenn mein bauch voll wut ist, kann ich nicht geniessen.

    deshalb wünsche dir dir, dass du inneren abstand findest - ob es nun vergebung heisst oder wie auch immer :wink:.

    lavendel

    :oops::oops::oops:

    hallo summerdream,

    jetzt werd ich ja ganz rot bei dem lob :oops::oops::oops:, freu mich aber trotzdem sehr - danke!

    "ihr" kinder, die ihr noch so richtg leidet, liegt mir auch am meisten am herzen hier, weil ich mich immer noch - auch wenn ich jetzt schon 40 bin und seit 22 jahren von zuhause weg, soooo gut dran erinnern kann, wie es war damal, was passiert ist, wie man sich gefühlt hat und wie unendlich schwer es war/ist, aus diesem strudel an schuldgefühlen, überlegungen, was nun richtig ist, distanz, selbstverteidigung und vereinnahmung rauszukommen.

    ich weiss, dass es geht, aber eben nur mit oft recht rabiaten und konsequenten methoden - aber ich weiss eben auch um die besonderen gedanken des "kindes" und wie schwer es fällt, sich den trinkenden eltern gegenüber OHNE all dies negativen gefühle von schuld und falsch verstandener verantwortung abzugrenzen. aber erst wenn man es schafft, hat man endlich (wieder) ein "eigenes" leben - und ich freue mich, wenn ich den einen oder die andere ein bisschen in diese richtung schubsen kann. das eigene leben macht nämlich spaß :D.

    im übrigen machst du hier auch einen tollen job, finde ich :!::!::!::!::!:. danke auch dir dafür, das nimmt mir manches mal ein bisschen verantwortung ab, wenn ich einfach nicht genug zeit für alle habe und sehe, dass du schreibst.

    liebe grüße

    lavendel

    ach schnecksche, jetzt nehme ich dich mal virtuell in den arm...

    kann mir gut vorstellen, wie es dir geht, wenn einen ein mensch, der einem eigentlich nahe steht (stehen sollte) so offensichtlich anlügt und für dumm verkauft. das tut weh, man steht fassungslos davor, man fragt sich, wer jetzt spinnt, man unterstellt dem anderen böses uswusw....

    ich will jetzt deine mutter nicht in schutz nehmen, aber es heisst immer wieder, dass alkoholiker eben garnicht anders können als zu lügen um in ruhe weitertrinken zu können. das umfeld versuchen ruhig zu stellen - und sei es mit den abstrusesten geschichten, nur um an den stoff zu kommen. mir fällt das in solchen momenten, wo meine mutter mich zulallt auch furchtbar schwer, mir das zu sagen, und meistens klappt es auch nicht. aber glaub mir: je mehr du dich in gedanken distanzierst, desto "besser" wird es aushaltbar. mir geht es so, dass mich ein betrunkener anruf meiner mutter immer noch mitnimmt - aber eben "nur" noch eine halbe stunde, dann sammele ich meinen ärger, mache mir klar, dass ich nicht bereit bin, mir von ihrer sauferei mein leben und meine laune kaputt machen zu lassen - und dann geht es relativ schnell auch wieder "gut" in dem sinne, dass ich nicht mehr dauernd dran denke.

    das hat lange zeit der distanz und der emanzipation gebraucht, aber jetzt geht es. das hilft dir wahrscheinlich im moment nicht, aber irgendwann vielleicht. und was du dir immer wieder sagen solltest: es hat nichts mit dir zu tun. es ist ihr leben, ihre gesundheit. sie macht, was sie will (muss), du solltest versuchen alles zu ignorieren, was dich mitnimmt. versuchen, es nicht mehr so sehr an dich dranzulassen. keine falschen hoffnungen zu haben. ihr nichts glauben, solange du nichts siehst, sonst wirst du eh wieder enttäuscht. hm?

    liebe grüße

    lavendel

    hallo schnecksche,

    gut gemacht mit der disatnz, auch dass du ihr ehrlich erklärst, dass du sie angetrunken nicht leiden magst und jetzt nicht mehr zu ihr stehst, wenn sie nichts tut. das war richtig!!!

    dass sie jetzt mit selbstmitleid kommt, ist die "übliche tour", das hat meine mutter auch versucht, so nach dem motto "du bist doch das einzige, was ich noch hab" und eben auch "ich sollte besser sterben". das ist schwer auszuhalten, aber man muss. ihr ziel ist ja doch nur, dich wieder weichzuklopfen, und damit ist niemandem geholfen.

    die trockenen alkis hier schreiben immer, dass das selbstmitleid in der regel schlagartig dann aufhört, wenn sie wirklich trocken werden WOLLEN. das fand ich ganz spannend zu hören. weil es doch ein guter gradmesser für die ernsthaftigkeits des alkis ist.

    stark bleiben - auch wenns schwer fällt. wie du siehst, können wir dich hier alle verstehen - also bist du auch nicht ganz allein!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ailuj,

    willkommen hier im forum. was für eine kindheit :(.

    als allererstes möchte ich nochmal bekräftigen, was summerdream schreibt: ganz bestimmt hast DU keine schuld and der sauferei deiner mutter. meine mutter ist auch alki und hat mir als kind auch immer gesagt "ich trinke, weil du nicht lieb bist, deine noten nicht gut sind, du dein zimmer nicht aufgeräumt hast....". ernsthaft. da kann einem doch nur die galle hochkommen, wenn man sich das mal klar macht, wie mies da die "großen" mit den "kleinen" umgehen, die emotional von eben doch von den großen abhängig sind und so etwas noch garnicht analysieren und als gemeinheit identifizieren können.

    und ebenso wie summerdream schreibt: eltern sind eltern, wenn sie sich wie eltern verhalten, nicht durch die biologische tatsache :!:. das hat mir mal mein pfarrer gesagt, weil ich mich genau wie du gequält habe mit "aber es ist doch meine mutter". mir hat das geholfen wirklich zu erkennen, dass ich immer opfer war, und dass das einfach gemein und ungerecht war. eine zeitlang hab ich dann richtiggehend den hass auf meine mutter gepflegt und meine rachephantasien im kopf ausgelebt, und danach ist irgendwie ruhe eingekehrt, ich kann das garnicht beschreiben. übrig geblieben ist die traurigkeit, dass ich keine "normale", friedliche kindheit hatte, aber das kann ich jetzt nicht mehr ändern, und ich WILL jetzt schön leben - für mich. deshalb würde ich dich auch sehr ermuntern, möglichst weit auf distanz zu gehen - für dich. und die idee mit therapeutischer hilfe find ich auch gut!

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo hase,

    willkommen hier im forum.

    ich kann mich gut hineinversetzen in deine situation, ich hab meinen vater ganz ähnlich verloren. wir wussten schon länger, dass er leberkrebs hatte, aber am ende ist er binnen drei tagen gestorben im krankenhaus, teilweise verwirrt, hilflos, und auch ich stand allein als tochter daneben und hab mich um alles gekümmert weil ich ja so "stark" war. ich war auch irgendwie stolz, dass ich das alles organisiert hatte, aber letztlich denke ich, dass so etwas einfach zu viel für einen ist, und für das "kind" erst recht.

    ich kann dich nur ermutigen, dir therapeutische hilfe zu suchen, ich hab das auch gemacht, und mir hat es gut getan. es ist nicht so richtig "greifbar", was dabei passiert, aber man wird immer wieder ein bisschen in eine andere, gesundere richtung geschubst, bekommt hilfestellungen, althergebrachtes anders zu sehen und zu beurteilen, auch mal richtig trauer und wut auszuleben - das tut natürlich erstmal weh, aber danach ist es leichter.

    ich stelle mir sowas immer vor wie einen vulkan: es brodelt ganz lange in einem, und dann knallt es, weil man den kleinen abfluss nicht freigemacht hat, durch den der ganze druck nach und nach hätte entweichen können.

    wünsche dir viel kraft - und du wirst sehen - einfach schon das schreiben und lesen hier wird dich sicher ein bisschen erleichtern - also zögere nicht, unsere hilfe in anspruch zu nehmen!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo bea,

    auch von mir noch ein verspätetes willkommen hier.

    deine geschichte hört sich an wie meine und wie ganz viele andere hier. und ih kann meiner vorschreiberin nur recht geben: 1:0 für deinem mann. er hat dich mal wieder rumgekriegt. das wievielte mal hast du jetzt etwas angedroht und nicht umgesetzt? wieso sollte er dich da noch ernst nehmen? deine drohungen, dein kontrollieren, deine wünsche, deine bedingungen?

    zum wirklichen trockenwerden gehört mehr, als nur inflationär in selbsthilfegruppen zu rennen: nämlich ein gespräch mit dem arzt, ein entzug im krankenhaus, eine therapie, ein fester vorsatz, für sich aufhören zu wollen, sein leben selbst in die hand zu nehmen.

    nix davon sehe ich bei deinem mann: du kümmerst dich mit um sein geschäft, besuchst ihn immer wieder nach seinen abstürzen, hälst seine hand und vergisst dein leben. leidest wie ein hund und lässt dich erpressen: das ist unterste schublade und hat nichts mit liebe zu tun.

    du fragst ob es ein fehler war, den mietvertrag nicht zu unterschreiben. ich meine ja. aber es gibt ja sicher noch andere wohnungen - wenn auch vielleicht erst nach seinem fünften rückfall, weiteren verlorenen monaten deines lebens, weiteren verdorbenen feiern und misstrauisch und mit selbstzweifeln zerfressenen nächten. das mag sich jetzt brutal anhören, ich weiss. aber ich sehe es genauso.

    aber ich denke auch, dass dein auszug nicht das ende bedeuten muss. vielleicht würde ihm das ja die ernsthaftigkeit der deiner absichten vor augen führen - und er würde endlich ernsthaft etwas tun. bisher musste er ja nicht, er hat dich ja immer wieder rumgekriegt. und du könntest immer wieder zurückziehen, wenn er dauerhaft trocken wäre.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo schnecksche,

    nochmal ich!

    also zu den kindern: die idee mit dem chat ist wirklich gut, komm doch heute abend mal gucken (ich glaube ab 19 uhr, musst du gaz oben bei den ankündigungen mal gucken). ich denke übrigens, dass sie in einem alter sind wo sie verstehen könnten, warum sie nicht zu oma dürfen, wenn man es ihnen kindgerecht erklärt. eben vielleicht, dass oma krank ist und nicht auf sich selbst aufpassen kann, und dann schon mal garnicht auf andere. oder so. ausserdem: meinst du dass sie ihre oma noch liebhaben und achten können, wenn sie sie betrunken sehen? ich würd ihnen das echt ersparen.

    dann nochmal zum chef: lass es mit dem anrufen. SIE bekommt schwierigkeiten, nicht du. und wer sich eine flasche kaufen kann, kann sich auch vorher die konsequenzen überlegen und zum telefonhörer greifen. es ist IHRE sache, sie säuft ja auch, nicht du. ich würde sie ins offene messer rennen lassen. sag ihr, wenn sie nüchtern ist, dass du NIE WIEDER für sie telefonieren wirst, und dass sie sich vorher überlegen soll, was das für konsequenzen hat.

    weisst du, als ich kind bzw. jugendliche war hat meine mutter mich auch immer dazu "gezwungen", sowas für sie zu erledigen, wenn sie zu betrunken war. das sind situationen, an die erinnere ich mich heute noch mit schaudern, wie ich für sie gelogen hab, beim arbeitgeber, der bank, den vermietern.... und das fühlt sich ganz schön sch... an. du bist alt genug, dich nicht mehr manipulieren zu lassen. sag nein!

    und das letzte: die sache mit den schuldgefühlen. ich hab mich auch lange damit geplagt, so nach dem motto "sind doch meine eltern, was haben sie alles für mich getan." dann war ich mal bei einem seelsorgegespräch bei meinem pfarrer und hab ihm von meinem schlechten gewissen erzählt, der mangelnden liebe zu meinen eltern etc. da ist er förmlich aus der haut gefahren und hat mir mal vorgerechnet, was meine eltern mir alles getan haben, nicht für mich. und dass sie sich ja wohl keineswegs wie eltern verhalten htten, und ich ja wohl das opfer meiner eltern sei und keinesfalls die täterin, wenn ich sie nun nicht mehr leiden mag und "hilfe" verweigere (wie. z.b. telefonieren und mist ausbügeln). mir hat das sehr geholfen, mich als opfer zu sehen. nicht im sinne von gelähmt, sondern in dem sinne, dass ich gelitten habe, unschuldig, und jetzt alles recht habe zu sagen "nein" und nur an mich zu denken.

    kannste dir ja mal überlegen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo schnecksche,

    willkommen hier im forum.

    ja, blöde situation, in der du da steckst. wirklich raten kann man dir da kaum. das beste ist natürlich immer distanz, emotional (gut, dass du nicht mehr für sie lügst! im übrigen würd ich den chef überhaupt nicht anrufen, das ist ihr job!!!) und möglichst auch räumlich. das ist aber nun mal schwer, wenn man tür an tür wohnt.

    und das mit den kindern sehe ich als großes problem. wie alt sind sie denn? sind sie alt genug, dass du mit ihnen reden könntest, dass die oma krank ist und gerade mal nicht auf sie aufpassen kann? und das mit der tagesmutter würd ich nochmal durchdenken. kinder wissentlich bei einer angetrunkenen und nicht wirklich zurechnungsfähigen person zu lassen finde ich schon sehr gefährlich, um nicht zu sagen unverantwortlich - was wenn etwas passiert? wirst du dann deines lebens noch froh? das wiegt dir kein geld der welt auf, das du dadurch sparst, indem deine mutter die betreuung übernimmt. wie sähe es denn mit kita oder hort aus? gibts nicht billigere varianten als eine tagesmutter? oder teilen mit deinem mann?

    überleg doch nochmal in ruhe, ob es nicht eine andere lösung für das problem gibt.

    und nochmal zu dir und deiner mutter: du solltest sie deutlich spüren lassen, dass du nicht für sie da bist, wenn sie getrunken hat. kein gespräch, keine telefonate, kein einkaufen, kein gemeinsames essen, kein kinderbesuch. sie muss merken, dass sie sich negative konsequenzen einhandelt, wenn sie trinkt. sonst hat sie ja überhaupt keinen grund, das zu überdenken.

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo muddi,

    du schreibst:

    Zitat

    Aber als Vorbild tauge ich, glaub ich, nicht soviel, denn ich bin momentan so im Unreinen mit mir selbst, dass ich anderen nichts Gutes geben kann. Traurig

    also, datt seh ich aber ganz anders :wink:. ok, du hast deinem mann noch nicht rausgeschmissen und ihm die schlüssel abgenommen, das ist richtig. aber: du denkst, und das ist viel mehr wert! du denkst über dich und dein leben nach, über das vergangene, deine wünsche, deine perspektiven. du hast eine vorstellung davon, wie es nicht mehr laufen wird - das ist schon sehr viel - und da hast du vielen neuzugängen hier eine ganze menge voraus - und bist sehr wohl vorbild! eben einfach indem du auch vermeintlich "verbotenes" denkst, indem du das spiel durchschaust, auch wenn es dir noch nicht ganz gelingt die spielregeln zu bestimmen - aber das kommt, da bin ich mir bei dir ganz sicher. du bist viel zu weit, um dich wieder einlullen zu lassen, naja und die kleinen und großen rückfälle in die co-abhängigkeit, das schlechte gewissen und das heulende elend, die gehören für meine begriffe dazu. ich hab das auch alles (gehabt), das ändert aber nicht grundlegend etwas an meiner sicht der dinge und an den konsequenzen, die ich gezogen habe.

    aber eben im eigenen tempo, das finde ich auch wichtig. wie du schreibst, du bist eben noch nicht jahre dran, das vorzubereiten und durchzuziehen, dir solche gedanken zu machen und den mut zu konsequenzen zu ziehen. aber datt kommt schon :wink:. ich sehe dich auf einem guten weg!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo wibo,

    so deutlich wie muddi wollte ich das nicht schreiben, aber letztlich hab ich die gleiche erfahrung gemacht. ich hab immer wieder licht gesehen, wo objektiv keins war. ich wollte es sehen, obwohl mir viele gesagt haben "da ist aber dunkel". glauben wollte ich das nicht, weil ich mich natürlich an der hoffnung festgeklammert hab, dass mein freund ja vielleicht doch..., und ihm die beziehung vielleicht doch mehr wert ist als der alk, und er die kurve doch noch kriegt und es doch nicht nur ne trinkpause ist, er doch nicht heimlich trinkt, sich in seinem kopf doch was bewegt uswusw. falsche hoffnungenn, das sehe ich jetzt. als ich dringesteckt hab, hab ich mich NATÜRLICH daran festgehalten, weil ich es mir so sehr gewünscht hätte.

    trotzdem wünsche ich natürlich JEDEM hier von herzen, dass sich meine (und manch andere geschichte) für sie/ihn NICHT wiederholt.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo wibo,

    schreib doch mal ein bisschen genauer, was du meinst.

    aus eigener erfahrung hier kann ich dir nämlich sagen, dass oft die anderen dinge gesehen (und verstanden) haben, die ich vielleicht gesehen habe, aber nicht interpretieren konnte. ich hab hier in meinem threat immer munter unseren tagesablauf geschrieben, meine gedanken, die worte und taten meines freundes, und daraus wurde dann mit der zeit ein bild, aus dem man viel ablesen konnte.

    wenn ich da heute nachlese, dann sehe ich jetzt manches, was ich in der situation nicht gesehen habe. vielleicht würde dir das auch helfen - und wir könnten dir besser antworten.

    lieben gruß

    lavendel