Beiträge von lavendel

    hallo etoile,

    herzlich willkommen hier im forum. da du ja schon eine ganze menge gelesen hast muss ich dir wohl nicht erzählen, was deine einzige chance ist. aber auf einen satz bin ich doch angesprungen und möchte ihn kommentieren:

    Zitat

    Heute bin ich 33 und soll selbigen Mann in diesem Jahr heiraten.

    dazu fällt mir nur ein: bist du des wahnsinns??? ich schreib das jetzt mal so salopp, nimms mir bitte nicht übel. ich komme auch aus einer alkoholikerfamilie und kenne die gleichen geschichten wir du: kontrolle, vorahnung, furchtbar früh viel zu selbständig.... für mich war ab das immer klar nienienie einen (nassen) alkoholiker zum partner!

    theoretisch weisst du doch, wie es ziemlich sicher kommen wird: dein freund wird immer mehr trinken, immer mehr abstreiten, lügen, du wirst die verantwortung übernehmen (hast du ja schon früh gelernt), und wirst genauso unter dauerstrom stehen wie als kind. du wirst nie die nummer eins im leben deines freundes sein, das ist der alkohol. und es mag sein, dass er deine große liebe ist, du bist seine wahrscheinlich nicht, denn sonst müsste er gerade im hinblick auf deine geschichte wissen (ich nehme mal an, er kennt sie?), was es bei dir auslöst, solch ein déja-vue vor augen zu haben.

    von mir kann ich nur sagen, dass ich mir nie im leben freiwillige einen nassen alkoholiker antun würde. ich wäre 1.000 mal lieber allein. als mein freund sich zum alkoholiker entwickelt habe habe ich ihn vor die wahl gestellt: ich oder der alkohol. wenn du hier liest wirst du feststellen, dass das in vielen beziehungen die einzige möglichkeit ist, dass der partner eventuell doch noch die kurve kriegt.

    überleg dir gut, was du da vorhast.

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    ich nehm auch gern ne wasserpistole, wenn du dann hierbleibst :wink: . ohne scherz, eine sache möchte ich noch kommentieren. du schreibst:

    Zitat

    Mein Selbstvertrauen ist auf'm Nullpunkt angekommen .Das bedeutet im klartext das ich nicht viel von mir halte,geschweige denn von der Hilfestellung für andere.

    kein mensch erwartet hier von dir, dass du anderen ratschläge erteilst. du bist in erster linie dafür hier, dass DU hilfe bekommst, denkanstösse, dass wir dir ab und zu den kopf gerade rücken :wink: und dir sagen, was wir aus deinen worten lesen, dir tipps geben.... sieh es doch einfach mal so: alle wollen wir dich hier verwöhnen. und du musst garnix tun, sondern kannst dich verwöhnen lassen. wir machen das gerne und erwarten keinerlei "revanche". wär das nicht was?

    weisst du, als ich hierher gekommen bin vor 10 monaten, konnte ich auch keine ratschläge geben, ich war fertig mit der welt, ich habe hier geheult, gejammert und gehofft, offene ohren zu finden und ratschläge zu bekommen. erst JETZT bin ich so stabil dass ich meine, anderen helfen zu können. ein bisschen, nicht dass lavendel jetzt eingebildet wird :oops::oops: . und glaub mir, ich frag mich auch oft, ob meine worte es denn treffen, ob ich nicht zu hart war - aber was solls. ich tu mein bestes und gut ist.

    also: nimm, was du kriegen kannst, und mach dir über den rest keine gedanken. und nochwas: wenn wir dich alle blöd fänden, würden wir uns nicht ernsthaft mit dir beschäftigen (ich jedenfalls nicht). also los, ein bisschen selbstvertrauen! :wink:

    lieben gruß

    lavendel

    hallo hobbit, hallo baggerschen,

    Zitat

    Ich denke ich versuche einfach nur anders zu sein wie meine Mutter... ich will nicht vergleichbar sein .. ich will in keinem Wesenszug von ihr wiederzufinden sein ...Ich hab Angst so zu werden wie sie.... i

    dazu möchte ich zweierlei sagen: angst zu haben wie die eigene (trinkende) mutter zu sein ist für uns alkoholiker-kinder ganz normal. aber ich glaube auch, dass wir gerade deshalb mit ganz besonderen antennen ausgestattet sind, eben NICHT so zu werden. so gehts mir jedenfalls, zumindest, was das trinken angeht. das finde ich für mich schon mal ziemlich beruhigend.

    das zweite ist: in keinem wesenszug von der eigenen mutter wiederzufinden sein: ich glaube, dass das eine illusion ist. wir sind kinder unserer eltern, und wir kriegen eine menge vererbt, ob wir das wollen oder nicht. wenn ich fotos von mir sehe und von meiner mutter, haben wir ganz oft fast identische gesten, handhaltung, kopfneigung, wir haben eine ganz ähnliche handschrift, von der physischen ähnlichkeit mal ganz abgesehen. früher fand ich das ganz schlimm, wenn z.b. mein freund mir das gesagt hast "du siehst ja aus, oder du bist ja wie deine mutter". da bin ich an die decke gegangen.

    mittlerweile kann ich darüber fast grinsen - recht hat er. und das ist für meinen inneren frieden sehr wichtig. ich weiss, dass ich nicht meine mutter bin, dass ich in vielem ganz anders bin als sie - und darüber bin ich sehr froh, aber eben nicht in allem. so richtig kann ichs nicht ausdrücken. es sind meine wurzeln, und die muss ich annehmen, ob sie mir passen oder nicht. ich kann mich endlos dagegen auflehnen, versuchen, meine schrift zu verändern oder eine bestimmte handhaltung zu vermeiden, aber das ist albern für mich. für mich ist wichtig, dass ich da ICH bin, wo es mir ganz besonders wichtig ist, dass ich bei dingen, die ich an meiner mutter überhaupt nicht leiden kann aufpasse. nicht mehr aber auch nicht weniger.

    warum ich das schreibe: gerade bei dir, baggerschen, spüre ich ich eine solche wut gegen deine mutter, bei der ich sorge habe, dass sie letztlich auch DICH kaputtmachen wird. ich glaube, wir als alkoholiker-kinder können erst dann ein richtig eigenes leben leben, wenn wir den frieden mit unseren trinken eltern gemacht haben.

    wahrscheinlich haltet ihr mich beide jetzt für völlig übergeschnappt, aber mir ist es so ergangen. was ich zuhause erlebt habe, würde auch für wagenladungen hass reichen, hab ich auch alles gefühlt. aber wem nützt das? es macht nichts heil, im gegenteil, es hat mich noch mehr kaputtgemacht, weil - solange ich meine eltern noch gehasst habe - sie immer noch macht über mich hatten, wie über das kleine mädchen von früher. jetzt hasse ich sie nicht mehr. und es geht mir damit viel besser. das hat viel kraft gekostet, tränen, abnabelung, verletzungen, aber es hat sich gelohnt. dass ich ihnen wirklich jemals verzeiehen kann, was sie mir angetan haben, das glaube ich nicht, bei allem wissen darum, dass es eine krankheit ist. sie hätten die wahl gehabt, ihren kindern die hölle zu ersparen, sie haben es nicht getan. damit müssen sie leben. ich will damit nicht mehr leben.

    dies nur mal so als gedankenanstoss.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo mama,

    herzlich willkommen hier im forum.

    puuhh, was du schreibst, hört sich ja ziemlich böse an. als allererstes: MACHEN kannst du nicht, dass dein sohn aufhört zu trinken. er muss es selbst wollen, sonst hat alles andere keinen zweck. was du allerdings machen kannst, ihn nicht mehr bei seinem trinken zu unterstützen.

    zum beispiel: wo hat er das geld her, sich 6 liter bier am tag zu kaufen, bzw. wer kauft ihm das? so wie du ihn beschreibst hört es sich nicht so an, als könne er regelmäßig arbeiten gehen?! wer macht ihm die wäsche und kocht für ihn? wer verschleiert nach aussen, was bei euch abgeht, und wer lässt sich bedrohen ohne konsequenzen? warum ich das aufzähle: mit all diesen handlungsweisen unterstützt ihr euren sohn beim trinken. ihr macht es ihm leicht, warum sollte er wirklich aufhören müssen? er hat doch trotzdem alles, was er zum leben braucht. so etwas einzustellen, wäre schon mal ein schritt. er muss konsequenzen spüren, die sein trinken hat, und zwar empfindliche.

    der medizinische weg wäre ein gespräch mit dem hausarzt, dann ein ärztlich überwachter entzug (in eurem fall sicher am besten im krankenhaus) und anschliessend eine therapie. aber all das muss euer sohn natürlich WOLLEN, zwingen könnt ihr ihn nicht dazu.

    tja, und wenn jetzt auch noch körperliche gewalt ins spiel kommt wäre es vielleicht doch an der zeit, mal über einen rauswurf nachzudenken, bzw. ihm diesen anzudrohen und dann auch zu realisieren, wenn er nichts tut. oder willst du künftig in deiner wohnung vor deinem eigenen kind angst haben müssen :shock: ?

    ich weiss, dass sich das sehr hart anhört, aber eine "weiche" lösung gibt es beim alkoholismus nicht. es heißt oft, der betroffenen müsse seinen persönlichen tiefpunkt erreichen, um aufhören zu wollen. den hat dein sohn scheinbar noch nicht erreicht. um es noch brutaler zu sagen: wenn er so weitermacht, wird er früher oder später sterben, und zwar elend. wenn ihr ihn aber - vielleicht durch einen rausschmiss - schneller an seinen persönlichen tiefpunkt bringt, habt ihr vielleicht eine chance. so wie es jetzt läuft, sicher nicht.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo turn,

    schön, dass du weiterschreibst :D .

    tja, und klar kann ich dich verstehen, hab ja das gleiche durchgemacht wie du.

    du schreibst

    Zitat

    meie schwester hat gesagt, wenn schon muss es ihr peinlich sein, aber mir doch nicht, sagten meine freunde auch..

    recht hat sie, deine schwester. dass du dich schämst verstehe ich trotzdem. dass eine ist der kopf, das andere das gefühl. aber vielleicht kommst du irgendwann nochmal dahin, dass du wirklich nichts für deine mutter kannst. ich weiss, dass das schwer ist, aber ich schäme mich jetzt auch nicht mehr für meine mutter. sie lebt ihr leben, und ich meins.

    weiter schreibst du:

    Zitat

    ich sehe keinen ausweg mehr aus dem ganzen ***, bis halt auf suizid, wobei ich sagen muss, dass es mir was diese gedanken angeht n bissl besser geht, als vorher, aber wie auch schon gesagt, kommt das alles schön langsam wieder hoch..
    ich ahbe angst, angst vorm leben..

    DAS macht mir noch mehr sorge. weisst du, du bist so jung, und ich WEISS, dass das leben irgendwann schön wird - meins ist auch schön geworden, nachdem ich endlich von zuhause weg war. ich kann dich wirklich nur ganz dringend bitten, diese gedanken ganz weit wegzuschieben und nichts zu tun, was du nicht wieder rückgängig machen kannst. wie gesagt, ich hab auch so gefühlt und ich bin SO FROH, dass ich mir nichts angetan habe, weil mein leben jetzt SCHÖN ist. ich hätte sooooo viel verpasst, wenn ich mich umgebracht hätte.

    und du hast einen ausweg. zum beispiel eben solch eine telefonseelsorge. und wenn du das nicht von zuhause machen kannst: es gibt doch bestimmt telefonzellen, oder? oder du fragst ne freundin, ob du nicht von ihr aus mal telefonieren kannst. und schau, alleine bist du auch nicht, du hast doch auch noch deine schwester. könntest du nicht vielleicht für eine zeitlang zu ihr ziehen? weiss sie überhaupt so genau, wie es dir wirklich geht? vielleicht könntest du ihr das hier alles mal ausdrucken und zeigen, oder auch deinem vater? vielleicht gibts bei dir ja auch ne tante oder einen onkel, zu dem du könntest? und hast du mal mit deinem lehrer gesprochen, oder gibt es vielleicht einen vertrauenslehrer an deiner schule, mit dem du mal reden könntest?

    dann schreibst du noch:

    Zitat

    da schlimme an dem ganzen mit meiner mutter : ich weiß das klingt vl arg, aber manchmal wünsch ich mir, dass sie stirbt...
    sorry, aber manchmal, keine ahnung, ich habe so einen hass einfach auf sie !!

    auch das kann ich gut verstehen, das ging mir ganz genauso. man fühlt sich einfach so hilflos und findet es so gemein, dass man mit solchen eltern "gestraft" ist. ich hab mir auch manchmal gewünscht, dass sie einfach weg ist, nur damit ich endlich mal ruhe habe. ich glaube, das ist ganz normal. mach dir deshalb kein schlechtes gewissen.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo turn,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. ich finde es ganz toll, dass du den mut hast hier zu schreiben, das trauen sich bestimmt nicht viele in deinem alter. klasse.

    also, zuerst einmal, du schreibst:

    Zitat

    mein vater meinte mal dass ich an allem schuld sei, weil ich sie immer anschreie usw. oder anmaule auf die art halt..
    aber ich kann nicht anders ??!! ich kann nicht normal reden, ich flippe immer gleich aus, ch, ich kann ncht mehr..hab keine kraft..hilfe..
    und ja, schön langsam glaub ich, dass ich dran schuld bin..

    völliger quatsch. du kannst nichts, aber auch garnichts dafür, dass deine mutter trinkt. sowas zu sagen ist einfach nur eine gemeinheit, gerade weil kinder sowas oft auch glauben.

    weisst du, ich habe eine ganz ähnliche geschichte wie du. meine mutter trinkt, seit ich denken kann, und ich war in deinem alter und auch später noch ganz oft furchtbar verzweifelt. ich wollte auch nicht mehr leben, hab mich gefragt, wofür überhaupt, habe mich geschämt, mit niemanden drüber geredet, nach draussen immer gelogen, weil ich doch so "normal" sein wollte wie meine freundinnen. es war einfach nur furchtbar. und auch meine mutter hat mir gesagt, das ich schuld bin an ihrem trinken, weil ich nicht lieb war, meine schulnoten nicht gut genug.... lauter solche gemeinheiten. du darfst sowas einfach nicht glauben, das stimmt alles nicht. deine mutter trinkt, weil sie krank ist, und du kannst ihr nicht helfen. das ist bestimmt ganz schwer auszuhalten, aber das ist so.

    was du mal versuchen könntest ist ernst mit deinem vater zu reden. ihm sagen, dass du unglücklich bist, dass du angst hast, dass du nicht mehr gerne lebst. ganz ruhig sagen sowas, nicht schreien. er muss merken, dass du nicht spinnst sondern dass es dir wirklich schlecht geht. weisst du, eltern meinen oft, dass ihre kinder das garnicht so genau mitbekommen, weil es ja noch "kinder" sind. du musst ihnen klarmachen, was du alles mitbekommst.

    was du auch noch machen könntest sind so sachen, wie sie baggerschen vorschlägt. ich war mit etwa 15 bei der caritas und hab mich da ausgeheult. das allein hat schon ein bisschen geholfen. und was mir auch viel geholfen hat war, dass ich mit meiner freundin geredet habe. das war am anfang schwer, aber dann hab ich schnell festgestellt, dass ich mit meiner situation garnicht so alleine war ich gedacht habe. da gab es dann einen vater, der zuviel trank, oder einen onkel, eine oma....

    vielleicht könntest du auch mal zuhause sagen dass du dich schlecht fühlst und alleine zu deinem hausarzt gegen und mit dem reden. vielleicht kann er dir auch helfen, die haben oft gute ideen, wen man sonst noch fragen könnte.

    und hier kannst du auch immer schreiben. das ist allemal besser als sich zu ritzen.

    ich kann dir nur ganz viel kraft wünschen. ich weiss genau, wie es dir geht, aber glaub mir, das leben kann auch schön sein. das hab ich in deinem alter auch nicht geglaubt, aber jetzt sehe ich es so.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo flocke,

    willkommen hier im forum. wie du ja schon festgestellt hast, gibt es hier (und nicht nur hier!) viele menschen, denen es ähnlich geht, bzw. ging wie dir.

    wie karsten schreibt, solltest du dich erstmal deinem engsten umfeld anvertrauen. das musst du früher oder später sowieso, wenn du dein leben ändern und mit dem trinken aufhören möchtest.

    dann wäre auch ein gang zu deinem hausarzt angesagt, dem du EHRLICH sagen solltest, was mit dir los ist. mit ihm könntest du dann auch das weitere vorgehen besprechen, einen entzug, eventuell eine therapie und so etwas. und du musst sicher keine angst haben abgestempelt oder ausgelacht zu werden.

    ich kann dich nur dazu ermuntern, das JETZT in die hand zu nehmen. denn wie es sonst weitergehen kann, kennst du ja von deiner mutter. wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo tom,

    du wünschst dir auch andere beiträge. na gut. dann schreibe ich dir mal, was mir in deinem/euren threat so auffällt.

    bei dir fällt mir auf (ist zumindest mein eindruck, ich kann auch ganz falsch liegen), dass du dich einfach nur im kreis drehst und kein schrittchen voran kommst. trinken, frau weg, vertrauen verloren, kind nur noch alle 14 tage, furchtbar, frau alleine, wie schafft sie das, ich möchte ihr helfen, nicht mehr trinken, frau weg, vertrauen verloren..... so in etwa. in jedem deiner beiträge. nix neues. nix wegweisendes. englisch-crash-kurs um das land zu verlassen? oh, jetzt wirds auch noch melodramatisch. sorry, du wolltest andere meinungen.

    ich sehe nicht, dass du schritte vorwärts machst. ich sehe auch nicht, dass du dich ernsthaft mit dem warum deines trinkens auseinandersetzt, mit dem weg daraus, mit anderen perspektiven. ich sehe dich wie ein kleines kind, dass verwundert in die welt guckt, weil es plötzlich aufwacht und garnicht so recht weiss, was es will und was es soll.

    apfel ist da viel klarer. sie dreht sich nicht im kreis, sie geht ihren weg. sie hat sich - und sie macht sich immer noch viele gedanken. an ihrer stelle würd ich mich mit dir auch nicht mehr einlassen, so wie du eierst und drumredest. was ist das überhaupt für ein satz:

    Zitat

    Mir fehlte einfach das Wissen, daß der einzige Ausweg aus dieser Situation ein alkfreies Leben ist.

    theoretisch könntest du es wissen - bist schliesslich schon eine ganze zeit in diesem forum unterwegs. bleibt eigentlich was hängen von dem, was du hier liest? das frage ich mich bei solch einem satz wirklich.

    und noch so ein satz:

    Zitat

    Ich habe unendlich viele Chancen bekommen, aber nun denke ich, ich bin echt an dem Punkt angelangt, wo ich gemerkt habe, daß ich mein Leben ändern muß und will, warum gibt es da überhaupt keine Chance mehr?

    du solltest wissen, warum es keine chance mehr gibt (wenn du die chance auf apfel beziehst). für dich - wenn es nur um dein leben geht, gibt es 1000 chancen, aber dafür musst du was tun. und bisher lese ich bei dir ausser worten nix von diesem willen heraus.

    Zitat

    Mir fällt aber hier so langsam das Dach auf den Kopf, und ich muß etwas dagegen tun.

    noch so ein satz. du meinst du musst dies und das. aber WILLST du das auch? lese ich auch nicht. und ohne wollen wird das alles nichts.

    ich weiss, dass das harte worte sind. aber genau das denke ich bei deinen beiträgen.

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    ich kann mich dante nur anschliessen: unsinn! weisst du was ich eher glaube? du bekommst gerade angst vor der eigenen courage!!!! deine ersten beiträge waren so kryptisch, dass ich dich überhaupt nicht verstanden habe. langsam hast du angefangen, etwas über dich zu schreiben, damit ich mir dich ein bisschen vorstellen konnte, was war, wie du jetzt lebst, was du dir wünschst oder gewünscht hast. ich habe eine riesenhochachtung vor dem, was du trotz - oder vielleicht wegen (!) deiner kindheit geschafft hast. du hast eine familie, ein zuhause. viele mit solch einer kindheit wie du schaffen das nicht. ich zum beispiel halte mich nicht für wirklich beziehungsfähig. das scheinst du mir vorauszuhaben. du hast dich immerhin getraut familie zu gründen - ich nicht.

    was ich meine mit wegen (!) deiner kindheit ist genau das: du bist eine kämpfernatur, sonst wärst du eben nicht da, wo du jetzt bist. ich kann mir schon vorstellen, wie du da hingekommen bist: gefühle ausgeblendet, pokerface, funktionieren... darauf kannst du stolz sein, so hast du erst einmal überlebt.

    jetzt hast du (vielleicht zum ersten mal) angefangen dich zu öffnen - und das tut weh, macht vielleicht auch angst, wenn du unsere antworten liest - und jetzt willst du kneifen. das ist das, was ich glaube - nicht dass du hier nicht richtig bist.

    in deinem anderen threat schreibst du zum einen, dass du nur funktionierst. ich nehme mal an, das gefällt dir nicht, so hört es sich jedenfalls an. dann schreibst du vor ein paar tagen, du wolltest dir doch professionelle hilfe holen - was ich sehr gut finde - hab ich dir auch geschrieben. davon jetzt kein wort mehr. warum nicht?

    im prinzip sehe ich zwei wege: du machst wieder dicht - und wirst weiter ein leben leben, was eigentlich das wort "leben" nicht verdient: du funktionierst wie eine maschine. praktisch, läuft, tut nicht allzu weh. ok. ist aber nicht wirklich lebendig, oder?

    oder du machst dich auf den weg, wissend, dass das weh tun wird, schlimm sein kann, aber das ende könnte - und das traue ich dir zu - sehr viel schöner und bunter sein als das, was du jetzt hast. das hört sich nämlich alles nur grau an. hast du keine lust auf lebensfreude, spass, albereien, glücklichsein? das glaube ich nicht. also los, hobbit, gib dir eine tritt, und mach dich auf den weg. du hast uns, du bist nicht alleine. kneif jetzt nicht, das wäre zu schade drum.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo meni,

    nur ganz kurz zu einer sache:

    Zitat

    Mein Gefährte lehnte dort das meiner Ansicht nach sofortige wichtige Gespräch mit einem Psychologen ab, er "wünschte" eine ambulante Möglichkeit. Ich bin der Ansicht, dass dieser Vorfall in fataler Weise bagatellisiert wird. Es war vermutlich doch bloß das bisschen Ritzen eines unvernünftigen Kindes...
    Für mich ist das der Hilfeschrei eines jungen Menschen, bei dem der nächste Schnitt womöglich keine rechtzeitige Hilfe erwarten lässt und ich kann da einfach nicht mehr zusehen, so sehr die Eltern ihre Zuständigkeit betonen. Sie braucht meiner Ansicht nach professionelle Hilfe, der Stolz ihrer Familie hilft ihr da nicht, im Gegenteil, sie zelebriert diesen Stolz mittlerweile ja schon selbst ("Ich geh nicht zu so einem Vogel (Psychiater), und wenn ich muss, rede ich mit dem kein Wort, mein Kumpel hat das auch ein halbes Jahr durchgehalten"). Sich Hilfe zu suchen (vor allem außerhalb der Familie), scheint eine Schande zu sein.

    das kenne ich aus eigener erfahrung. mein bruder hat im alter von etwa 15 versucht, sich mit tabletten das leben zu nehmen. er kam ins krankenhaus, magen ausgepumt, riesenszene meiner eltern, was er denn da der familie antue, negieren, dass da was ernsteres dahinter stünde, und das wars. drei jahre später hat ers dann geschafft sich umzubringen. schönen gruß an deinen gefährten.

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    schön, dass du ein bisschen mehr von dir schreibst, so können wir wirklich besser antworten :D .

    zu zwei savcehn möchte ich explizit etwas sagen:

    Zitat

    Eine Zeitlang später wurde erzählt das ich ein Gefühlkaltes Stück wäre und man lieber kein näheren kontakt mit mir pflegen wolle.Die ist total Hartherzig...

    das kenne ich auch. meine großmutter fand mich hartherzig und "unchristlich", weil ich den kontakt mit meinem ständig betrunkenen vater verweigert habe. die schwester meiner mutter versteht bis heute nicht, dass ich distanz zu meiner muttere halte: "sie ist doch deine mutter, sie hatte eine schwere kindheit, du musst doch für sie da sein". als ich dann mal nur ansatzweise versucht habe zu erzählen, was bei uns zuhause los war (ganz ähnlich wie bei dir, flaschen wegbringen, schämen, haushalt machen....) erntete ich nur ein "ach, du übertreibst". irgendwann war es mir dann egal, was andere von mir gedacht haben. war dann lieber allein, als mir besserwisserische, belehrende und schuldzuweisende tiraden anzuhören.

    ähnliches mit dem "pokerface" hab ich jetzt gerade erlebt. ich hab mich nach einem jahr massiven trinkens im letzten herbst von meinem freund getrennt. bis dahin war ich bei seiner familie immer die fröhliche, die gut gelaunte, "unser lavendelchen", das engelchen mit den breiten schultern.... tja, als ich mich dann getrennt hab, hat es keiner für nötig gehalten mal anzurufen und zu fragen, wie es mir geht. klar, ich bin jetzt sicher die böse, die den armen, kranken mann fallen gelassen hat. wies aber in mir wirklich aussah, wussten sie nicht, oder wollten sie nicht wissen.

    Zitat

    Ohne Gefühle leben!!Das bedeutet ÜBERLEBEN!!!
    Ehe man sich versieht hat man den Ruf weg!
    Nur dann kann man die Starke sein
    Plötzlich ist es deine Rolle von Fremden zugeteilt.
    Und du nimmst sie erst mal an ****Immer noch besser als du selber zu sein.Falls du überhaupt weißt wer du Bist!

    als kind und jugendliche hab ich auch nur überlebt, weil ich versucht habe keine gefühle zuzulassen. ich glaub, wenn ich das nicht getan hätte, wäre ich verrückt geworden. es ist zuviel für eine "normale" kinderpsyche, sowas "normal" wegstecken zu können. ich hab mich manchmal auch gefragt (und tue das immer noch!), wer ich bin, ob ich ok so bin wie ich bin, suche nach gefü+hlen, finde mich oft gefühllos. aber ich versuche auch, nicht mehr immer alles zu hinterfragen wie "darf" ich so sein. ich bin wie ich bin. was andere von mir denken, ist mir mittlerweile relativ egal.

    Zitat

    Ist es verkehrt den Kreisslauf unterbrechen zu wollen?
    Denkt ihr das ,wenn mann sich nur ganz doll zusammenreißt das man es auch ohne hilfe schaffen kann?Irgendwie Vertrau ich mir nicht.?

    NEIN, es ist nicht verkehrt, den kreislauf durchbrechen zu wollen. du hast nur ein leben, und der kreislauf aus kinderzeiten tut dir wahrlich nicht gut. hör nicht auf das, was deine schwester (oder jemand anders) dazu sagt: hör auf DICH.

    du fragst, ob man - wenn man sich sehr zusammenreisst, auch alleine schaffen kann. das weiss ich nicht.

    aber ich glaube, dass dieser gedanke der falsche ansatz ist: weil du damit das frühere muster wiederholst: du willst wieder etwas mit dir alleine ausmachen - du willst wieder die starke sein. tu dir das nicht an.

    ich habe es als sehr erleichternd empfunden, dass in meiner therapie endlich mal jemand NUR FÜR MICH da war. ICH war mal der mittelpunkt, mit meinen ängsten, (schuld)-gefühlen, ideen... ich habe tipps bekommen, manchmal den kopf gerade gerückt... mir hat es sehr gut getan, und ich wäre nicht so weit gekommen, wenn ich nicht ein korrektiv in form einer therapie gehabt hätte. ich kann es dir wirklich nur ans herz legen: DAS ist stark, sich hilfe zu suchen :wink: .

    liebe grüße

    lavendel

    hallo alessa,

    lilly schreibt:

    Zitat

    Unterhaltsamkeit, Lustigsein und Kreativität oder was auch immer sind meiner Meinung nach Dinge, die wir entweder in uns haben oder nicht. Es gehört zu unserer Persönlichkeit. Und ich habe festgestellt, das ich mein gesamtes Potential an diesen Dingen erst nüchtern richtig nutzen kann. Ich kann so viel lustiger und sicher auch recht unterhaltsam sein, und es erscheint mir viel "echter", ich brauche dazu keine gesellschaftlich anerkannte Droge dazu, es ist in mir.

    das sehe ich auch so. entweder bist du der kreative, lustige partytyp - dann bist du es auch ohne alkohol. oder du bist es eben nicht - und willst es werden mit alkohol. aber ich glaube auch nicht, dass du dann wirklich lustig und kreativ wirst - ich tippe mal drauf, dass du objektiv besehen eher peinlich wirst. wie die meisten betrunkenen. ich sag das jetzt mal ganz krass, kannst mich dafür prügeln.

    ich war früher mal in einer clique, da wurde sehr viel getrunken. zweimal in der woche in die disco, feten, karneval hoch die tassen, sylvester, geburtstage. ERTRAGEN hab ich das immer nur dann halbwegs, wenn ich was mitgetrunken habe. selten viel, ich mag nicht betrunken sein. und natürlich war ich da die "spassbremse". aber weisst du was? das war mir dann ganz schnell ganz furchtbar schnurz. weil ich nämlich festgestellt habe, dass ich menschen, die nur unter alk lustig und fröhlich sind und den mund aufmachen, ziemlich hohl finde. ist nämlich ausser alk-spass nichts dahinter. und der ist nicht wirklich lustig. irgendwann bin ich dann nicht mehr mitgegangen zu diesen "parties". sollen sie mich doch für ne spaßbremse halten. ICH hab freundinnen und freunde, mit denen ich auch ohne alk lustig sein kann und albern, spinnen, kreativ sein.... und darüber freue ich mich sehr. spassbremse ist also relativ.

    lavendel

    hallo roxy,

    wie wärs denn, wenn du alleine in eine (gemischte) gruppe gingest? ich gehe als angehörige in eine gemischte kreuzbundgruppe, und mir tut das gut. wenn du dich jetzt trennen willst, ist es natürlich nicht gut, das in einer gruppe mit deinem partner auszudiskutieren :? . aber vielleicht gibts noch gruppen an anderen tagen? in meiner stadt gibts an jedem tag ne gruppe, da könnte man sich prima aus dem weg gehen :wink: .

    ansonsten kann ich dir natürlich dieses forum empfehlen :wink: . ich nutze es parallel zu meiner physischen gruppe, und es hat mir auf meinem weg sehr geholfen. das gilt natürlich nur, wenn man es ebenso ernst nimmt und betreibt wie eine phsyische gruppe, d.h. hier genauso offen und ehrlich über seine gedanken schreibt wie in einer gruppe.

    gruß

    lavendel

    hallo rasia,

    willkommen hier im forum.

    ich kann mich speedy nur anschliessen: sobald körperliche gewalt im spiel ist, wäre für mich auch sofort schluss. ich würde an deiner stelle auch mal zu einer suchtberatung gehen in deiner stadt, oder zum sozialpsychiatrischen dienst. vielleicht wäre auch eine überlegung, erstmal mit deinen kindern ins frauenhaus zu gehen.

    die frage ist auch, was heißt, der anwalt hat dir keinen mut gemacht? dein mann müsste unterhalt bezahlen. und je nachdem wie alt deine kinder sind, könntest du doch selbst auch arbeiten gehen. abgesehen davon, dass du selbst daran kaputtgehst, ist so etwas auch für kinder sehr schlimm. ich bin in einer alkoholikerfamilie aufgewachsen und hab heute noch ne menge macken, die ich auf meine kindheit zurückführe. kinder kriegen mehr mit und leiden mehr, als sich die eltern das oft vorstellen können. wenn du es schon nicht für dich tun kannst, vielleicht dann für deine kinder und dich?

    gruß

    lavendel

    hallo michel,

    willkommen hier im forum.

    einige sätze in deinem post stimmen mich nachdenklich:

    Zitat

    ich bin als Angehöriger einer Alkoholikerin zum Angehörigen-Semniar am Freitag den 09.02.2007 eingeladen

    möchtest du da hin? so richtig hab ich ja nicht den eindruck :oops:, aber vielleicht täusche ich mich auch. ich kenne solche seminare nicht, weiß nur, wie ich mich als angehörige in einer selbsthilfegruppe fühle. ich lerne dort viel, weil ich etwas lernen möchte. weil ich für mich damit klarkommen möchte, dass mein partner trinkt (jetzt: getrunken hat). ich mache das für mich, weil ich es für mich will. nicht weil ich "eingeladen" wurde. willst du das auch für dich? dass so etwas als seminar hart wird, kann ich mir vorstellen, wenn man ehrlich (miteinander) redet, aber wie es genau läuft, weiss ich nicht.

    zum zweiten:

    Zitat

    Bis vor kurzem hatten wir öfter streit auch dadurch das bei mir eine Online-Sexsucht festgestellt wurde.
    Am Anfang kam meine Frau damit angeblich einigermassen klar. Nach vorstellung Ihres Suchberichtes hat sich alles geändert. Sie weiss nicht mehr ob Sie mich liebt, kann keine Nähe oder Küsschen zulassen.

    also, mal aus meiner ganz persönlichen sicht: wenn ich wüsste, dass mein partner onlinesex betreibt, würde ich mit ihm auch keine nähe mehr wollen. ich würde dann überhaupt nicht mehr mit ihm zusammen sein wollen. letztlich würde ich mich damit so fühlen, als habe er eine reale geliebte, und ich hätte keine lust, meinen mann zu teilen. aber das ist - wie gesagt - nur meine persönliche meinung.

    gruß

    lavendel

    hallo gitta,

    ich glaub, ich hab dich noch nicht hier begrüßt, das hole ich mal schnell nach :oops:: also: willkommen hier!

    Zitat von Gitta

    ich war heute nachmittag ein wenig verunsichert, weil ich gerade hier ins Forum stieß, als es in einem thread etwas tumultig zuging. Vielleicht hat es mich auch besonders verunsichert, weil ich eh heute etwas dünnhäutig bin.
    Es stellt sich mir aber sicherlich auch die Frage, wieviel ich hier im Forum über mich erzählen will und kann. Zum einen gibt es private Dinge, die ich nicht unbedingt veröffentlicht sehen will. Zum anderen muss ich im Hinblick auf meinen beruflichen Hintergrund ein wenig aufpassen, weil hier meine Krankheit, sofern sie öffentlich würde, negative Konsequenzen für die Zukunft haben könnte.

    wie du ja vielleicht schon gesehen hast, gibt es hier auch einen geschlossenen bereich, der nicht so einfach einsehbar ist. hier kann man sehr viel offener schreiben.

    zum anderen zum offenen bereich und den turbulenzen: ich kann mir vorstellen, welchen threat du meinst. du darfst dich davon aber nicht verunsichern lassen. es ist eben gerade im offenen bereich leider häufig so, dass manche angetrunken schreiben, manche sich wichtig machen wollen und manche einfach nur ihren frust rauslassen wollen. davon darf man sich nicht beeindrucken lassen, und am besten auch garnicht so genau hinschauen.

    tja, und zu dem erkennen: das hast du ja in der hand, wenn du keine konkreten sachen schreibst wie stadt, genaues alter, namen... kann dir kaum was passieren. mir geht es ähnlich: wenn meine freundin lesen würde was ich schreibe, wüsste sie genau, dass ICH das bin, wenn jemand anders das liest, dann wohl kaum. deshalb: ein bisschen mut. das kann dir nur gut tun.

    gruß

    lavendel